Urheberrecht!

Nein, bei diesem Post geht es nicht darum, dass meine Texte verbreitet werden oder meine Fotos benutzt werden. Da ich mit meinem Blog, meinen Fotos und meinen Texten kein Geld verdiene und auch nicht darauf angewiesen bin, darf die jeder teilen und verbreiten, wie er mag, im Gegenteil darüber freue ich mich, trotzdem ist es auch für mich schön, wenn die Herkunft angegeben wird.

Nun nehme ich mich und mein Hobbyblog allerdings sicher nicht so wichtig, daß ich glaube, daß irgendwer meine laienhaften Bilder tatsächlich für kommerzielle Zwecke nutzt. Trotzdem will ich ein zwei Worte zum Urheberrecht verlieren, weil ich mich gerade ganz gewaltig ärgere.

Im letzten Jahr wurde durch die netten Mädels von schoenstricken.de ein toller Crochet Along mit einem Muster von Häkelmonster angeboten. Gemeinsam haben wir Täschlein gehäkelt, uns ausgetauscht, Abwandlungen des Musters diskutiert und am Ende hatte Dank der tollen Anleitung jede von uns auch die absoluten Anfänger eine fantastische Tasche in den Händen. Danke dafür noch mal an die schoenstricken.de-Damen. Heute scrolle ich so durchs Kölner Nettwerk bei Facebook und freue mich, dort eine junge Dame mit einer schoenstricken-Tasche auf einem Foto zu sehen, sie fragt nach Strick und Häkeltreffs in Köln und verweist auf ihre Facebookseite. Ich antworte freundlich, nenne ihr Gruppen mit Stricktreffs und die offenen Ateliers von Heimatwolle und Wollfaktor. Neugierig klicke ich auf ihre Facebookseite und finde das Angebot: die minimal abgewandelte schoenstricken-Tasche für 100 Euro käuflich zu erwerben, kein Hinweis auf die Urheber der Anleitung, im Gegenteil, als eine Dame dort fragt, ob sie einen Link zur Anleitung hat, kommt lediglich der Hinweis: „Die ist leider geschützt!“

Hupsa denke ich, ein Schutz, der dann ja offenbar für die Lady selbst nicht zu gelten scheint. Ich poste also den Link zur frei veröffentlichten Anleitung von schoenstricken und teile mit, dass es mich schon etwas irritiert, daß es hier keinerlei Hinweis auf die Urheber der Anleitung gibt und sende eine Nachricht an die Mädels von Schoenstricken.de. (Nach meinem Kommentar dort, verweist sie nun darauf, dass sie von der Anleitung inspiriert wurde. Nun die Iphone Plagiate aus Asien wurden sicher auch von Apple inspiriert…)

Ich klicke weiter und finde weitere Anleitungen, die das Mädchen unter ihrem Label verkauft, dabei handelt es sich offenbar um minimal abgewandelte Drops-Modelle. Hier bin ich mittlerweile zu sprachlos, um noch darauf zu reagieren.

(Ich werde hier keinen Link zur Facebookseite setzen, ich mach ja nicht noch Werbung für sowas!)

Ganz ehrlich, das ist einfach dreist.

Nichts spricht dagegen, seine Handarbeitsstücke stolz im Internet zu zeigen, aber dann doch bitte mit Hinweis auf die Anleitung und die Urheber der Anleitung und selbst wenn man ein paar Veränderungen vorgenommen hat, dann kann man doch bitte auf die Ursprungsanleitung hinweisen, vorallem dann, wenn sie kostenlos im Internet zu haben ist und erst recht dann, wenn es sich um eine Kaufanleitung handelt.

Ich bin dankbar für jede gut geschrieben Anleitung.

Ich zahle dafür gerne mehrere Euro und weiß dann, dass ich so eine Designerin oder einen Designer unterstütze, der mich auch in Zukunft mit tollen Anleitungen versorgen wird, weil es sich für ihn lohnt und damit lohnt es sich für mich.

Das oben beschriebene Beispiel ist aber nicht der einzige Grund, warum ich diesen Beitrag schreibe.

In der letzten Zeit bekomme ich, obwohl dies ja ein wirklich kleiner Blog mit wenigen 100 Besuchern am Tag ist, regelmäßig Anfragen zu den gestrickten Mustern. Nicht freundlich, nicht nett, sondern einfach nur dreist.

Angefangen mit „Gibst du mir mal Anleitung!“ bis hin zu „Ich möchte die Anleitung haben. Schick mir eine Mail mit dem PDF!“ oder „Meine Mailadresse für die Anleitung lautet: …“

Kein Bitte, kein Danke, nur solche Sätze.

Sorry Leute, was denkt ihr euch?

In meinen Beiträgen zu meinen Strickstücken findet sich immer der Link zur Anleitung und dem Designer. Ihr alle seid in der Lage das Internet zu bedienen, also auch die Anleitung, so wie ich zu kaufen oder in vielen Fällen kostenlos herunter zu laden.

Nein, ich gebe keine Kaufanleitungen weiter!

Dahinter steht viel Mühe, viel Sorgfalt, häufig ein Teststrick und damit ist eine solche Anleitung jeden Cent wert. Wenn ihr gerade nicht das Geld für eine solche Kaufanleitung habt, dann ist das schade und das tut mir auch leid, aber dann gibt es tausende kostenfreie Anleitungen und dann kann man sparen, bis man die Anleitung kaufen kann und so den Designer, der etwas so Tolles erstellt hat, dass man es unbedingt haben möchte, angemessen entlohnen.

Sollte tatsächlich einmal ein Link nicht funktionieren, ihr ihn überlesen haben, nicht finden  oder aber ich vergessen habe den Link zu setzen, dann schreibt mir einfach eine freundliche (!) Nachricht und ich werde euch sagen, wo ihr die Anleitung finden könnt.

Ehrlich, Stricken, Häkeln und Handarbeiten bereitet uns allen so viel Freude, die Designer machen sich so viel Mühe uns tolle und abwechslungsreiche Anleitungen zu erstellen, da ist es eine Frage des Respekts, zum einen bei unseren Werken anzugeben, wo wir die Anleitungen her haben und zum anderen keine Kaufanleitungen kostenlos weiter zu geben.

Ich werde in Zukunft daher auf die oben genannten Mails nicht mehr reagieren, bisher habe ich immer sehr freundlich und nett geantwortet, langsam reicht es mir, zu erklären, dass es sich um eine Kaufanleitung handelt, denn ich gehe davon aus, dass dies den Damen absolut bewusst ist.

Ich appelliere daher an euch alle, zum einen seid bereit für die gute Arbeit in tollen Mustern zu bezahlen, zum anderen wenn ihr schon Strickstücke zum Kauf abwandelt, dann seid doch so fair und gebt an, woher ihr das Muster habt und tut nicht so, als sei es allein euer Werk!

Danke, ich habe fertig!

Es darf wieder gestrickt werden!

 

P.S.: Das lässt sich natürlich ebenso auf die Rezepte und Kochblogs abwandeln, auch da ist es durchaus angebracht, wenn man etwas nachkocht und auch wenn es abgewandelt ist, auf die Herkunft des Rezeptes (Zeitrschift, Kochbuch, Blog) zumindest hinzuweisen, keine fremden Fotos zu verwenden und ebenso gilt es auch für Bücher und Hörbücher, Software und Musik, natürlich ist es praktisch und günstig, so etwas auf illegalen Tauschbörsen zu erwerben, aber letztlich schadet man damit vorallem dem Künstler, Autor, Softwareentwickler… also brav für das bezahlen, was man haben möchte, im Laden geht ihr ja auch nicht an der Kasse vorbei und winkt noch freundlich mit der unbezahlten Ware in der Hand, oder?

5 Gedanken zu „Urheberrecht!

  1. Ich kann Deine Aussage hinsichtlich der E-Mails, in denen ich aufgefordert werde, die Kaufanleitungen kostenlos weiterzuschicken, nur bestätigen. Das geht mir genauso. Jedes Mal ärgere ich mich darüber, denn wo ist das Problem, 3 Euro für eine Anleitung auszugeben? Und wer jeden Cent umdrehen muss, kann sich überall auch kostenlose Anleitungen (bsp. bei Drops) runterladen.
    Unverschämt sowas.

  2. Du hast mir da absolut aus der Seele gesprochen. Es ist absolut dreist kostenlose Anleitungen abzuwandeln und daraus Kaufanleitungen zu machen. Meine Anleitungen sind alle kostenlos damit sich viele daran erfreuen können und sie nachstricken. Es macht sehr viel Arbeit eine verständlich aufgebaute Anleitung zu erstellen, nebst den anschließenden Teststricks. Es ist meine Entscheidung, die tatsächlich viele Leute nicht verstehen können, sie kostenlos anzubieten. Und dann wollen tatsächlich Leute daraus einen finanziellen Vorteil erzielen.
    Sich Kaufanleitungen zu „erschnorren“ und dann auch noch auf so eine unverschämte Art, geht ja wohl gar nicht. GsD ist mir das in meinen Gruppen auf Ravelry noch nicht passiert.

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