Gegen alle Feinde von Tom Clancy

gegen alle feinde

Gegen alle Feinde von Tom Clancy

Es ist ernüchternd. Ich als großer Clancy Fan bin einfach nur noch traurig, wo ist er hin, der Autor, der intelligenten und spannende Geschichten, der mich zu Überlegungen reizte, mir Szenarien vorspielte, mich intellektuell durchaus ein wenig herausforderte? Weg ist er, stattdessen plumpes Geballer, jeder gegen jeden, das Kartell, die Taliban, CIA…. es war furchtbar. Weder spannend, noch klug, noch sonst was. Das war einfach nur platt, klischeebehaftet und ja langweilig. Selbst Frank Arnold als Sprecher konnte da nicht viel retten.

Traurig denke ich an bessere Zeiten, bessere Bücher von Clancy und bessere Unterhaltung zurück. Auch fehlte mir hier der Bezug zu den anderen Clancys, er wird zwar als Titel der Jack Ryan Reihe beworben, allerdings nehmen weder Jack Ryan, noch John Clark in diesem Buch irgendwo eine Rolle ein.

Das Szenario, das Clancy hier spinnt, hat für mich nichts von der bedrohlichkeit und Ernsthaftigkeit seiner früheren Romane. Ja, auch dies hier ist denkbar und sicher nicht sooo sehr weit hergeholt, es ist mir aber auf zu niedrigem Niveau geschildert, zu wenig durchdacht, zu einfach und simple. Dazu scheinen hier die Fantasiepferdchen mit Clancy durchgegangen zu sein, habe ich früher oft seinen Ideenreichtum bei Taktik und Waffen geschätzt, wird hier einfach nur herumgeballert und einige Namen der Waffenhersteller in den Raum geworfen, die dann aber so oft, daß wirklich der letzte Leser verstanden hat, was eine H&K ist und daß natürlich nur amerikanische Waffen etwas taugen.

Dazu ist der psychologische Ansatz der sich auf die Vergangenheit von Max Moore bezieht aus meiner Sicht wenig glaubwürdig oder gar passend, hier wurde ich bei den Rückblenden jedes Mal aus der Erzählung gerissen.

Nein, das war leider gar nichts und ich würde schwören, das Ding wurde auch garantiert nicht von Clancy selbst geschrieben. NIEMALS!

 

Im Zeichen des Drachen – Tom Clancy

Im Zeichen des Drachen

Ich mag Clancys Bücher, sie unterhalten mich gut, sie lassen mich abschalten und regen mich dennoch zum Nachdenken an.
Dieses hier leider nicht. Überhaupt nicht. So viele Klisches, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und seltsame Weltsicht in einem Buch vereint zu einem Geschwurbsel, das man allerhöchstens wohlwollend als fantasielos und verblendet bezeichnen könnte.
Ja, auch hier wird es spannend, Jack Ryan steht wie gewohnt seinen Mann und hat seine nervtötende Frau an seiner Seite, die zwar bekannte und gefeierte Ärztin ist, sich aber jedes Mal aufführt, als wäre sie gerade so in der Lage gleichzeitig zu atmen und nicht umzufallen. John Clark turnt natürlich ebenfalls herum, allerdings eher als Randfigur, hier hatte ich das Gefühl, daß er einfach noch mal erwähnt werden sollte, das übliche Charisma, die Anziehung fehlte hier für mich völlig.
Der Ganze Text ist lieblos und wirkt wie unter Zeitrdruck dahin geschmiert. Mich konnte das diesmal wirklich nicht überzeugen. Sehr schade, vorallem weil das Szenario, das Clancy zeichnet hier durchaus Potential geboten hätte, allerdings stellt er hier die Gegner Rußlands und Amerikas als solche Tölpel dar und glorifiziert die Amerikaner und Russen, daß es mir schlichtweg keine Freude bereitet hat.
Ich habe es als Hörbuch gehört und fand die Leseleistung wie immer beeindruckend, allerdings sind wie üblich einige grobe Schnitzer in der Übersetzung, vorallem wenn es in den militärischen Bereich geht, hätte man sich vielleicht einen Übersetzer suchen sollen, der weiß, wovon er spricht.

Ich bleibe also nach diesem Clancy sehr enttäuscht zurück und habe erstmal gar keine Lust weiter zu hören, dabei fand ich die vorhergehenden Teile durchweg beeindruckend.

Operation Rainbow – Tom Clancy

Ja, ich weiß, meine Vorliebe für Clancys Bücher kann irgendwie kaum einer so richtig nachvollziehen. Ich liebe sie aber nun mal. Man kann herrlich den Kopf abschalten, sich berieseln lassen und hat trotzdem das Gefühl, etwas gelernt zu haben und wenn es nur der Punkt ist, daß amerikanische Geheimdienstler in der Fiktion einfach schrecklich cool sind.

Fakt ist, ich schalte gerne bei Clancys Geschichten ab. Frank Arnold liest sie wunderbar passend, akzentuiert und angenehm. Dieses hier kommt dabei von der Stimmigkeit der Geschichte her nicht ganz an die Vorgänger heran, wenn es auch dankenswerterweise mal ein Band war, in dem die ätzende Frau von Jack Ryan nicht mal die klitzekleinste Rolle bekam, Cathy Ryan ist ja meine persönliche Haßkappenfigur. Die mag ich nicht, die nervt, die ist immer so schrecklich garstig und hilflos und überhaupt doof.

Hier geht es also nun um Ding und John Clark und ihre Abenteuer in Europa. Spannend, rasant, allerdings leider nicht immer so 100%ig schlüssig, wie ich es von Clancy gewohnt bin, legen die beiden als Chef und Teamführer einer Abteilung zur Verhinderung von Terrorismus bösen Buben das Handwerk. Nicht immer kann ich mich dabei mit der Denkweise dieser sehr amerikanisch-patriotischen Geschichte anfreunden, nicht immer finde ich ihre Handlungsweisen tatsächlich so lobenswert. Allerdings nutze ich die Clancybücher ja auch häufig, um meine eigenen Vorstellungen und Ideen zu Moral und Ethik zu hinterfragen. Das gelingt hier sehr gut und das Thema ist aus meiner Sicht auch deutlich besser verarbeitet, als beispielsweise in Dan Browns „Inferno“, bei dem es ja auch darum geht, die Menschheit auszulöschen und den Planeten zu „heilen“, und was ich vor Kurzem ja erst gelesen habe.

Grundsätzlich hebt sich dieser Band ein wenig von der restlichen Reihe ab, nicht unbedingt positiv oder negativ, sondern einfach anders, unterhaltsam war es allemal.

 

Befehl von oben – Tom Clancy

Ein so schlecht übersetzter Clancy ist mir wirklich selten untergekommen. Keine Ahnung was die Übersetzer sich bei der ein oder anderen militärischen Wortschöpfung gedacht haben, aber da hätte man vielleicht jemanden zu Rate ziehen können, der von der Materie ein wenig Ahnung hat. Das hätte zumindest dann dazu geführt, daß ich nicht ständig die Augenbrauen hätte hochziehen müssen, was zu einer eindeutig vermehrten Faltenbildung auf meiner Stirn beim Hören des Hörbuchs geführt hat.

Aber lassen wir die Übersetzung mal links liegen, dann ist das einer der besten Clancys, die ich bisher gehört habe, ja er hätte sich wie immer kürzer fassen können, hat er aber nicht und mir hat das auch durchaus gut gefallen. Vorallem im Hinblick auf die derzeit in Westafrika herrschende Ebola Epidemie und die Situation zur Zeit im Irak ist dieser Clancy an seiner Aktualität kaum zu übertreffen. Es ist beeindruckend, wie Clancy die politischen Manöver beschreibt und selbst für den politischen Laien verständlich macht. Ja, hier und da ist er auch mir immer ein wenig zu patriotisch, amerikanisch. Aber mein Gott, das hier ist Unterhaltungsliteratur und kein Geschichtsbuch. Ich habe Jack Ryan hier gerne begleitet, bei seiner wohl größten und schwersten Aufgabe bisher. Vorallem die ständigen Selbstzweifel der Figur und ihr durchaus nicht immer perfektes Auftreten werden in diesem Teil der Reihe sehr gut dargestellt und machen ihn einfach sehr sympathisch. Gut er wird in diesem Buch auch hart gebeutelt und ob es nicht vielleicht ein Anschlag weniger auch getan hätte, lasse ich mal dahin gestellt. Mir haben die sehr gut gewobenen Netze des Autors in der Geschichte hier einfach nur fantastisch gefallen. Etwas schade fand ich das letztlich sehr einfach Abhandeln der Geschichte um die beiden Mountainmen, da hatte ich irgendwie einen größeren Knaller vermutet. Spannend waren für mich auch die Umstände auf einer Infektionsstation und die Möglichkeiten mit einer so harmlosen kleinen Vire so viel Chaos zu stiften.

Frank Arnold liest wie üblich perfekt und grandios. Ich glaube nicht, daß mir das Buch, hätte ich es selbst gelesen, genauso gut gefallen hätte, wie mit den Stimmen und Betonungen des Sprechers, der es immer wieder schafft, mich zu begeistern.

Fazit: Trotz seiner Länge ein sehr unterhaltsamer und sehr spannender Jack Ryan-Roman, der zur Zeit leider wieder traurig aktuell ist und dem ich bessere Übersetzer gewünscht hätte, das konnte sich zeitweise wirklich keiner antun. Luft-Dreck-Raketen, ne ist klar…

Ehrenschuld – Tom Clancy

Tom Clancy Ehrenschuld gelesen von Frank Arnold
Ich liebe die Jack Ryan Romane und noch mehr diejenigen, bei denen seine nervtötende Frau eine nur untergeordnete Rolle spielt. Die geht mir nämlich auf die Nerven und ich finde sie strunzenblöd. Hier war es wieder mal soweit, sie turnt zwar am Rande durch die Geschichte macht aber nichts kaputt und jammert auch nicht dauerhaft herum.
Juchu!
Allein dafür verdient das Buch 5 Punkte.
Der Sprecher ist wie immer solide und einfach angenehm zu hören. Richtige Betonung gute Akzente, das gefällt.

Die Geschichte ist hier so komplex und ausgefeilt, wie es bei Tom Clancy immer der Fall ist. Jede Figur wird gezeichnet, beschrieben und der Leser lernt sie sehr intensiv kennen, mit all ihren Schwächen. Das hier geschilderte Szenario ist so realistisch wie beängstigend und die einzelnen Stationen des drohenden Niedergangs der westlichen Welt ist beeindruckend recherchiert und dargestellt. Natürlich glorifiziert Clancy seine amerikanischen Helden, wie immer, aber in diesem Buch hier zeigt er auch die Hilflosigkeit und die Machtlosigkeit gegenüber einem skurpellosen Gegner. Spannend fand ich, daß hier Mr. Clark mal wieder aktiv werden durfte und wir auch einen seiner alten Freunde wieder sehen. Ich mag es wenn Clancy Figuren aus vorhergehenden Büchern wieder aktiviert und zum Leben erweckt. Endlich sieht es auch so aus, als würde Clark seine lange verdiente Begnadigung erhalten und dann passiert ganz zum Schluß nochmal etwas, was die Grundfesten unserer Ideale erschüttert, was Jack Ryen überraschend in eine ganz neue Position bringt und was auf das nächste Buch einfach nur sehr neugerig macht.

Ein Clancy der mich als eingefleischen Clancy-Fan wieder sehr begeistert hat und der gewissen Sicherheitsaspekte, Abrüstung und die Sicherheit unserer Finanzwelt sehr kritisch beleuchtet und zum Nachdenken und Meinungbilden anregt.

Sehr gute Unterhaltung.