Loop, Lynn und ein Lila Podcast ganz weit links von der Mitte…

Ich habe für meinen Besuch bei Frau Hoppenstedt gestern ein Mitbringsel genäht. Einen Loop aus Jersey-Resten, die ich noch hier liegen hatte.

Einfach drei Rechtecke aus lila und senf und ein großes grau gepunktetes Rechteck, dann alles zu einem Schlauch zusammennähen, wenden, zunähen, fertig.

Sieht cool aus, ging ruckzuck und hat Spaß gemacht.

Da es sich um Reste handelt, kann ich nicht genau sagen, wie viel ich verbraucht habe.

Der Loop ist aber ca. 30 cm breit und etwa 145 cm lang.

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Heute habe ich dann schnell noch eine Lynn von Pattydoo gezaubert, die schon zugeschnitten war, weil ich nicht ganz bei der Sache war, mußte ich eine Schulternaht auftrennen, weil ich rechts auf links zusammen genäht hatte und mußt bei der Kapuze tricksen, weil ich da erst die falsche Seite zugenäht hatte. Das passiert, wenn man gleichzeitig Podcasts hört, über die man sich unwahrscheinlich aufregt. Der Lila Podcast hat es diesmal wieder geschafft, mich zur Weißglut zu treiben… Ich bin leider doch nicht so alternativ, wie ich gerne tue, da kommt bei manchen Themen einfach mein konservatives Weltbild und mein Erfahrungsschatz hervor gekrochen und regt sich schrecklich über die Ideen auf, die da so als ganz toll und grandios propagiert werden, hier ging es beispielsweise um Verhütung, die Pille wurde mal wieder als Wurzel allen Übels verteufelt und die Temperaturmethode/Kondome/etc. als ganz hervorragende Alternative bezeichnet und wenn 14jährige das halt nicht so gut können, dann sollen sie eben weniger Sex haben. Superidee, erzählen wir das doch mal all den bildungsfernen 14jährigen und kümmern wir uns dann doch in 9 Monaten gemeinsam um deren ungewollte Kinderschar.

Gaaah… ich könnte noch immer schreien, aber das ist ja einer der Gründe, warum ich den Podcast höre, um mir andere Standpunkte anzuhören, drüber nachzudenken und für mich das herauszuziehen, was ich interessant finde, mir meine eigenen Gedanken dazu zu machen, Tipps und Hinweise die ich umsetzen kann, will und möchte auch für mich zu verinnerlichen, aber eben, na gut ich gebe es zu, mich auch ein bißchen über die Ladies und ihre (manchmal) eben nicht zu Ende gedachten Ideen aufzuregen. Sehr oft finde ich den Podcast übrigens ganz toll und wichtig und interessant, diesmal nicht. Da konnten die beiden es auch nicht mehr raus reißen, als sie sich dann darüber aufregten, dass Frauenkleidung immer weniger Taschen hat, oder weniger benutzbare Taschen, als Herrenkleidung, ein Thema über das ich als Taschenüberallliebhaberin mich auch stundenlang auskotzen könnte. Aus Trotz hab ich bei meiner Lynn die Taschen weggelassen. Man muß auch mal ein Zeichen setzen. *zwinker*

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Egal, zurück zur Lynn, ich mußte also auftrennen, weil ich vor lauter Feminismus plötzlich die Kapuze zugenäht hatte, wo sie nicht zugenäht sein sollte, ein freudscher Vernäher quais… Macht aber nichts, mit meinem Auftrenner geht das recht flott und der Stoff leidet auch nicht.

Ich habe diesmal mit Garn aus meinem Snaply Garnkoffer genäht, das klappt sehr gut und die Qualität ist zwar nicht genauso gut, wie die Gütermann Garne, aber absolut in Ordnung, kein Fadensalat, sauberes Stichbild, keine Flusen. Alles tutti.

Für die Lynn habe ich einen Meter Sternchenstoff und Reste vom Lila Jersey für die Ärmel benutzt. Beide Stoffe sind von Stick & Style.

Das Schnittmuster der Lynn ist ja eigentlich für Sweatstoffe gedacht, daher fällt sie in Jersey sehr viel größer aus und ich habe aus dem Grund in Größe 34 genäht. Paßt wackelt und hat Luft,

Der Stoff mit den Glittersternchen kratzt mich, die ich ja sehr empfindlich bin, ein bißchen auf der Haut, aber nicht so schlimm, dass ich es nicht ertragen würde. Die Sternchen haben halt eine recht raue Oberfläche.

Für das Bündchen am Bauch habe ich einen lila Schlauchbündchenstoff benutzt, bei dem ich nicht mehr weiß, wo ich ihn her hatte, und mußte ihn nicht zerteilen, sondern habe einfach ca. 20 cm abgeschnitten, umgeschlagen, fertig.

Trotz meiner Mißgeschicke, war ich recht flott fertig, wenn auch nicht zu vergleichen mit meiner Herbstella, da hatte ich einfach einen Lauf.

Mir gefällt die Lynn sehr gut und ich werd sicher noch eine nähen. img_25261   img_25251

Schlawanzuch

Ich hab für die beiden Herren Zwillingsneffen, die hier Anfang nächsten Jahres zur Welt kommen werden, heute zwei kleine Ensembles genäht. Dabei hab ich zum einen verschiedene Bündchenvarianten ausprobiert, außerdem mußte ich ein bißchen stückeln, weil ich beim Stoffeinkauf noch von einem Neffen ausging, der sich da im Landeanflug auf unsere Welt befindet.

Die Stoffe sind jeweils 1 m x 150 cm Jersey von Stick und Style, der Bündchenstoff ist von Staghorn (glaub ich…). Garn ist wie immer von Gütermann.

Das Schnittmuster für den Pulli ist der Autmn Rockers von Mamahoch2 und die Hose ist die Poppy von Pattydoo. Beides sehr einfache Schnitte, die ich mittlerweile gut beherrschte. Ich habe in Größe 68 genäht, bzw. die Hose in 72.

Beide Projekte sind wirklich auch für Anfänger geeignet. Ich nähe Jersey mit dem elastischen Fake-Overlock-Stich und komme damit sehr gut zurecht. Irgendwann muß hier mal eine Overlock-Maschine her, aber so geht es auch.

Da ich mit dem Stoff nicht auskam, konnte ich nicht alle Teile wirklich im Fadenlauf zuschneiden, da der Jersey aber auch so recht dehnbar ist, war das kein Problem. An der zweiten Hose ist mir dann leider der Bündchenstoff ausgegangen, so dass diese nur einen schmalen Bauchbund hat und die Ärmel des zweiten Shirts habe ich einfach mit einem schönen Zierstich umgenäht.

Da die Stoffe von einer Freundin schon zugeschnitten waren, weil ich zur Zeit mit meinem dicken Fuß nicht lange stehen kann, habe ich für beide Ensembles weniger als 1,5 Stunden gebraucht.

Ich finde sie äußerst putzig und genug Platz für den Windelpopo ist auch.

Beim zweiten Pulli mußte ich übrigens leider zweimal die Raglannaht wieder auftrennen, weil ich bei ersten Mal rechts auf links genäht hatte und beim zweiten Mal den Ärmel falsch herum angelegt hatte, man sollte wirklich nicht nähen, wenn man unkonzentriert wird. Ließ sich aber rasch beheben und sowas passiert halt schon mal…. vorallem dann, wenn man meint, man wüßte jetzt genau wie es geht und braucht die Anleitung gar nicht mehr… lach.

 

ELLA ELLA….

Ich bin wirklich hin und weg von diesem Schnittmuster. Die Ella von Pattydoo hat es mir so angetan. Das Ding ist einfach fantastisch, wie immer hatte es der Selbstauslöser schwer, mich einzufangen, weil ich einfach keine Sekunde still stehe. Haare sind vom Duschen noch hochgezuselt, ich war nämlich heute schon sportlich und geschminkt bin ich auch nicht, aber ich muß die Ella einfach zeigen.

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Ich habe mir die Ella mit amerikanischem Ausschnitt und Rock mit Taillenband als Schnittmuster bestellt und habe dann aber erstmal selbst einen runden Ausschnitt gefrickelt, da mir das erstmal einfacher erschien. An den amerikanischen Ausschnitt wage ich mich dann, wenn ich fitter bin und nicht mehr fuschen muß.

Genäht habe ich mittlerweile 3 Ellas. Eine Ella mit Taillenabteilung vorne und hinten aus Jersey in brodeauxrot und mit petrolfarbenen Sternchen. Den Blogpost dazu findet ihr hier: KLICK!

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Leider stört mich die Naht am Bauch/Rücken wirklich kolossal, das kribbelt und krabbelt und ich bin da echt empfindlich. Also wollte ich probieren, ob ich die Ella auch ohne Naht hinbekomme und habe dazu aus Restestoff ohne Abteilung am Rücken genäht. Vorne reichte der Stoff dann leider nicht mehr, so dass ich hier den Rock aus Viskose Jersey ergänzen mußte. aber auch das paßte gut. Diese Ella werde ich allerdings nur im Haus tragen, da der Rock, wegen zu wenig Stoff eine Mittelnaht aufweist und mir das nicht gefällt und der rote Einsatz ein wenig nach Schürze aussieht. Trotzdem ist sie bequem und sicherlich als Hauskleid, Nachthemd, what ever, geeignet. Auf den Fotos hängt sie auf meiner Puppe.

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Nachdem das alles gut funktioniert hat, hab ich mich dann gestern auch an eine koplett durchgehende Ella getraut. Hier habe ich genäht aus Jersey von Stick & Style, den hab ich auch umgekehrt nochmal, also weißer Jersey mit grauen Kreuzen, und werde daraus vermutlich eine Carol machen. Beim Zuschneiden habe ich hier darauf geachtet, dass ich das Oberteil ein wenig verlängere, das hätte ich im Nachhinein ruhig noch etwas länger machen können und ich den Rock dann sauber ansetze.

Der Jersey ist ein wenig fester und dummerweise war ich so euphorisch beim zuschneiden, dass ich nicht auf den Fadenlauf beim Vorderteil geachtet habe, so dass ich den nun quer zum Kleidungsstück hab und es daher etwas weniger elastisch vorne, als hinten ist und dadurch fällt der Rock an der Hüfte nicht so weich, wie erwartet, sondern steht ein kleines bißchen ab. Find ich persönlich nicht schlimm.

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Die Ärmelsäume habe ich einfach mit zwei Nähten abgesteppt, den Rocksaum hab ich mit einem Wellenzierstich versehen, damit er schöner schwingt. Am Halsausschnitt mußte ich einmal kurz ein wenig tricksen, weil mein Bündchen irgendwie zu kurz war, sowas passiert mir leider manchmal noch, dann ziehe ich beim Nähen zu wenig und dann wird es am Ende eng. Ich gleiche das immer durch eine kleine Falte aus. Ist halt selbstgemacht und nicht perfekt und ich übe ja noch, ich näh gerade mal seit ein paar Wochen, da kann ich mit solch kleinen Fuschereien leben…

Ich bin wirklich verliebt in meine graue Ella und finde, dass ich diesmal auch die Rocklänge super hinbekommen habe. Das Kleidchen ist echt vielseitig, mit meinen Turnschuhen seh ich sportlich aus, mit Pumps, Stiefeln, Schmuck und einem schönen Gürtel ist das Kleid aber durchaus auch abendtauglich.

Danke Pattydoo für so viele schöne Schnittmuster, aber die Ella ist mir die Liebste. Ich bin ganz sicher!

Verbraucht habe ich deutlich weniger als die angegeben 1,5 Meter, aber zum ordentlichen Zuschneiden unter Beachtung des Fadenlaufs, benötigt man diese auf jeden Fall, hat dann aber eben noch ein paar Reste…

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Ab zum Creadienstag damit….