Ein Hoodie für den Boss!

Der Mann an meiner Seite beäugt meine Handarbeiten ja mit einer gewissen Skepsis, meine Strickstücke gefallen ihm meist eher nicht so, mein Genähtes hingegen schon eher.

img_7084

Da er immer mal wieder herum genörgelt hatte, dass es keinerlei Sweatjacken ohne Aufschrift gibt und er es haßt, wie eine Litfaßsäule beschriftet, herumzulaufen, habe ich ganz einfach nach einem schönen Schnittmuster für eine Sweatjacke gesucht und erstmal günstigen Sweatstoff vom Stoffmarkt dafür benutzt. Zum einen, weil ich nicht so genau wußte, ob dem Mr. mein Werk dann auch gefällt, zum anderen, weil ich das Schnittmuster für ihn anpassen mußte und nicht sicher war, ob das so gut funktioniert.

img_7090

Das Ergebnis gefällt allerdings tatsächlich uns beiden. Er hätte nächstes Mal gerne ein Jäckchen ohne Kapuze und ich würde sie aus eher dünnerem Stoff nähen, weil der sehr dicke Kuschelsweat teilweise 4-lagig wirklich nicht so leicht unter der Nähmaschine zu handhaben war.

Aber fangen wir vorne an.

Ich habe Kuschelsweat vom Stoffmarkt gekauft, gleicher Stoff (dachte ich zumindest) in senf und petrol. Beim Nähen zeigte sich jedoch, dass der Petrol-Stoff deutlich elastischer und etwas dünner war, als der sehr voluminöse Senf-Stoff. Das war mir beim Kauf und leider auch beim Zuschnitt nicht aufgefallen. So mußte ich wirklich aufpassen, dass hier alles passend am Ende rauskam.

img_7088

Dass die obere Naht der Känguruhtasche so schön gleich aussieht, ist nämlich keine Selbstverständlichkeit. Auch hier mußte ich leider einmal auftrennen, weil ich die Kanten versetzt hatte, beim ersten Mal sah das so aus:

unbenannt2

Dann habe ich mir verschiedenste Schnittmuster angesehen, dazu muß man wissen, dass mein Mr. sehr schlank und sehr groß ist. Kauft er Jacken in L dann sind da meist die Arme und der Rumpf zu kurz, kauft er sie in XL, passen die Längen, aber das Ding hängt an ihm, wie ein Sack. Ich habe also nach schmal geschnittenen Schnittmustern gesucht und bin leider nicht wirklich fündig geworden (Vorschläge gerne zu mir!!). Letztlich hab ich mich für die Kapuzenjacke „Jordan“ von Pattydoo entschieden. Ich habe dann den Rumpf in L zugeschnitten und 8 cm verlängert und die Ärmel in L zugeschnitten und 8 cm verlängert. Im Nachhinein, hätte ich für den Rumpf ruhig M nehmen und verlängern können, allerdings kann er so auch mal einen dickeren Pullover unter der Jacke tragen. Die Länge von Rumpf und Ärmel passen perfekt und das obwohl ich den Mr. nicht ausgemessen hatte. (An dieser Stelle breiten wir den Mantel des Schweigens über den Umstand, dass ich im Zustand geistiger Umnachtung erst das Rückenteil als Ärmel angenäht hatte und dann hier erneut auftrennen mußte. Darüber brauchen wir nicht sprechen oder? Es war wohl wirklich etwas früh zum Nähen heute morgen… hust.)

img_7085

Da ich leider immer noch keine Lust hatte, mich mit dem Einschlagen von Ösen zu beschäftigen, ist auch dieser Hoodie ohne Kordel oder Tunnelzug. Ich gelobe Besserung, aber ich bin für so Tüddelkram echt nicht so zu haben.

Stoffverbrauch:

1 m petrol und 1m senfgelber Kuschelsweat. (Es bleibt wirklich nur wenig Verschnitt, das ist total knapp von mir kalkuliert)

1 Reißverschluss teilbar 65 cm

Garn hab ich in Senf benutzt, damit es hier und da kleinere Akzente setzt. Wie immer hab ich das Garn aus dem Snaply-Nähkoffer genutzt.

Ich habe den Rumpf, die Tasche und die Belege in Petrol zugeschnitten und Ärmel, Bündchen und Kapuze in Senfgelb.

img_7089

Während des Nähens hatte ich erstmal ein Reißverschlussproblem, beim ersten Mal hab ich wirklich nicht richtig aufgepaßt und zack, war er verkehrtrum drin, sprich mit dem Zipper nach innen. Aufgetrennt, nochmal gemacht, gleichen Fehler wiederholt. Beleidigt gewesen und erstmal in die Ecke gelegt und mit Nichtachtung bestraft. Dabei zeigt Ina von Pattydoo das wirklich gut im Video, keine Ahnung, wo mein Denkfehler war.

Dann hab ich mich heute wieder dran gesetzt und hab gedacht, ich verzweifele. Ich hab nämlich beim Starten eine neue Jerseynadel eingesetzt und als dann die Nähte irgendwie nicht so sauber wurden und mir der Oberfaden ständig riss, bin ich daher überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass das Problem die Nadel sein könnten. Ich hab beide Fäden neu eingefädelt, ich hab die Spulenkapsel gereinigt, ich hab die Stichplatte aufgeschraubt und neu angeschraubt, nichts! Fadensalat und gerissene Fäden, unsaubere Nähte. Ich wollte die Maschine schon in die Ecke schmeißen, als mein Blick endlich auf die Nadel fiel, die offenbar KOMPLETT krumm war. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Wirklich nicht.

unbenannt4

Nadel getauscht und das Maschinchen lief astrein. Vorher drei Stunden herumgeflucht und dann in 20 Minuten das Ding fertig genäht. Trotzdem war das mit dem wirklich sehr dicken senffarbenen Sweat teilweise etwas frickelig, alle Lagen an Ort und Stelle zu halten, hat aber funktioniert. Auch das Einnähen des Zippers ging durchaus besser, als erwartet und der Beleg innen kaschiert kleinere Fehlerchen sehr gut.

img_7083

Trotzdem würde ich die Jacke eher nicht als Anfängerprojekt sehen. Ich hab ja nun schon einiges genäht und das hat mich ziemlich rotieren lassen, wenn ich auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden bin, zwischendurch hatte ich vor Anstrengung die Zungenspitze im Mundwinkel und die Schweißperlen auf der Stirn.

img_7086

Die Jacke hängt auf den Bildern natürlich auf meiner 32/34 Puppe, dadurch sieht sie so groß aus, aber der Mr. möchte nicht als Model ins Internet und das respektiere ich natürlich.

(Vielleicht schläft er mal in der Jacke auf dem Sofa ein, dann hab ich meine Chance… *lacht dreckig* )

unbenannt

Eigentlich sollte mein Februar Projekt „Gezipptes“ für den Jahres Sew Along von Fräulein An ja meine Softshell-Jacke sein, dazu fehlte mir bislang aber der Mut, daher ist die Kapuzenjacke mein Februar, hat schließlich auch einen Zipper!

Weitere Infos zum Jahres-Sew-Along findet ihr hier: Klick!

unbenannt1

Außerdem hopse ich zum Freutag, denn ich freu mich wirklich, dass der Mann sich freut und das er Jäckchen wirklich anzieht.

Merken

Frau Fussi kriegt ein Burdakleidchen

Genau jetzt, wenn dieser Post online geht, hat Frau Fussi ihr neues Kleidchen in den Händen und ich steh vermutlich weinend daneben, weil es mir so gut gefällt und ich es am Liebsten behalten hätte. Wenn ich mir beim Zuschneiden allerdings ein wenig Mühe gebe, dann bekomme ich aus den Resten nochmal ein Kleidchen für mich gezaubert. Schauen wir mal.

Frau Fussi hat heute zum Stricktreff geladen und eigentlich wollte ich ihr nur ein Malbuch mitbringen, weil sie auf Malbücher für Erwachsene halt steht und dann hat mich aber der Stoff die ganze Zeit angeguckt und ich hab um 19:14 h gestern abend gedacht: „Ach komm, nähste ihr halt ein Kleid. Wo ihr dein Burdakleidchen doch so gefallen hat.“

img_7033

Gesagt getan, jetzt ist es 22:14 h und das Kleidchen ist komplett fertig, fotografiert und verpackt. Netto Nähzeit vielleicht 1,5 Stunden (hauptsächlich wegen des dummen Zierstichs an den Ärmeln, der mich echt Nerven gekostet hat, keine Ahnung, warum der immer den Stoff fressen wollte… ) Zuschnitt etwa 20 Min. Vorallem, weil ich hier und da ein bißchen anpassen mußte, Frau Fussi ist zwar genauso klein wie ich, hat aber etwas mehr Schulter, also mußte ich da ein wenig dazuschummeln und woanders ein bißchen wegschummeln. So sollte es passen, braunen Gürtel drauf, super!

Genäht habe ich den Burdaschnitt 112 aus der 12/2106 Burda Style in Größe 36. Den hatte ich ja für mich schon mal genäht und wußte daher, dass er recht groß ausfällt und hab direkt die Ärmel 20 cm kürzer gemacht, außerdem auf die Nahtzugabe verzichtet und das Kleid an sich auch 5 cm gekürzt. Außerdem habe ich keinen Reißverschluss eingenäht, den braucht bei Jersey nun wirklich niemand und daher auch das Rückenteil im Stoffbruch zugeschnitten und nicht nachträglich zusammen genäht.

img_7037

Diesmal hab ich auch endlich die Konstruktion des verdammten Halsbündchens kapiert und es paßt diesmal perfekt. Bei meinem ersten Kleidchen war das ein echter Krampf, diesmal ist der Groschen gefallen, manchmal braucht man ein wenig länger. 🙂

Genäht habe ich aus Stoff vom Stoffmarkt verbraucht habe ich etwas mehr als einen Meter, vorallem deshalb, weil ich den Ärmel dusselig platziert hatte, sonst wäre es weniger gewesen. Am Ausschnitt habe ich das vorgesehene Bündchen genäht, an den Ärmeln hab ich einfach umgeschlagen und mit einem Zierstich abgesteppt, ebenso am unteren Rand.

Der Schnitt gefällt mir immer besser vorallem die Ärmel mit der weiten Trompetenform ist einfach schön.

Der Stoff ist schön luftig, leicht und dehnbar und der sehr tiefe V-Ausschnitt sorgt für einen schönen Sitz.

So, jetzt hoffe ich noch, Frau Fussi gefällt es und falls nicht, hab ich das Malbuch immer noch dabei. 🙂

img_7040

Bessere Fotos gibt es hoffentlich später, wenn Frau Fussi das Kleidchen übergeschmissen hat.

 

EDIT: TADA!

Frau Fussi mit Kleidchen! Ist das Schick oder schick?

15621850_1254438697928278_8455601654362521746_n 15665425_1254438704594944_3419107182004481596_n

Merken

Merken

Geburtstagsnähen… TEIL 2

Da mein heutiger Geburtstag erst am Wochenende gefeiert wird, habe ich den Nachmittag zum Nähen genutzt und hatte diesmal echte Bündchen-Probleme, aber fangen wir vorne an und vorallem entschuldigt wegen der Fotos, aber hier ist es mittlerweile schon um 16:30 h dunkel und an ordentliche Fotos trotz Softbox nicht zu denken… seufz.

img_7008

Zum einen hab ich an meine LaSilla aus Stoffen vom Stoffmarkt meinen Kragen, die Armbündchen und des Bauchbündchen genäht. Hierbei habe ich nicht, wie sonst einfach das Bündchen angelegt und passend zugeschnitten, sondern hab mich auf den Schnitt verlassen und danach zugeschnitten. Leider paßte selbst mit ordentlich Ziehen das Bauchbündchen überhaupt nicht, letztlich hab ich dann hier einfach ein bißchen geschummelt, weil ich schlicht zu faul war, es noch einmal komplett neu zu machen.

Die Taschen gefallen mir bei der La Silla sehr gut. Das ist mal eine neue Variante und schmiegt sich schön an den Körper an. Die beulen sich wirklich nur an der Puppe so aus, wenn ich es anhabe tragen die Taschen nicht auf.

img_6995

Gefällt mir auch so sehr gut und meine Schummelei an der Naht des unteren Bündchens fällt kaum wem auf, würde ich behaupten.

img_6994img_7007

Die LaSilla ist allerdings für meinen Geschmack etwas lang geworden und endet bei mir knapp oberhalb des Knies. Sie gefällt mir, aber dennoch sehr gut und wegen des Stoffes möchte ich das auch eigentlich nicht ändern, eventuell setz ich mich da aber doch nochmal dran, mal gucken, wie der erste Trageversuch wird. Mal sehen, wann ich irgendwen zu Tragefotos überreden kann.

Beim Kragen habe ich mich für den Stehkragen entschieden und damit es nicht zu sehr nach Schlafanzug aussieht in dunkelblau abgesetzt.

img_6996

Was sagt ihr zum Stoff? Zu kindlich? Ich find es eigentlich ziemlich geil…. 🙂

img_7002

Außerdem habe ich ein Raglanshirt von Leni P. genäht, Stoffe vom Stoffmarkt. Das Shirt gefällt mir bisher vom Schnitt für solche Shirts eigentlich am Besten, allerdings war der Ausschnitt für mich etwas sehr weit, als das Shirt fertig war, daher habe ich einfach einen Abnäher reingebaut und finde das sieht gar nicht so sehr nach Notlösung aus. Ansonsten sitzt das Shirt wirklich perfekt und gefällt mir super gut.

img_7009

Ich habe diesmal in Größe XS genäht und das war für mich (158 cm / 51kg) die absolut richtige Wahl.

An den Ärmelbündchen habe ich allerdings ein Bündchen für Faule genäht, weil die Ärmel ein wenig lang waren und ich da nicht noch ein Bündchen dran bauen wollte.

Außerdem habe ich auch hier leider den Fehler gemacht und zugeschnitten, nach Schnittmuster und mich bei den Bündchen nicht auf mein Gefühl verlassen, das untere Bündchen ist daher auch hier etwas zu kurz und ich mußte genauso schummeln, wie bei der LaSilla. Daraus ziehe ich die Lehre, mich lieber auf meinen Bauch, als das Schnittmuster zu verlassen. Vielleicht ziehe ich auch einfach zu wenig an den Bündchen, keine Ahnung, aber ab jetzt schneid ich wieder nach Bauchgefühl zu.

Trotzdem bin ich mit meiner Geburtstagsnäherei sehr zufrieden und habe mir also zwei schöne Geschenke gemacht.

img_7011