Cook it?!?

Vor einigen Tagen stolperte ich in Miss Bonn(e)Bonn(e)s Blog über diesen Blogbeitrag.

Darin stellt sie Cookit vor.

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Ein neues Geschäftskonzept auf dem Bonner Wochenmarkt.

Und dieses Konzept geht folgendermaßen, in einem kleinen grauen Wohnwagen, der liebevoll mit Kästchen, Kistchen und Kräuterblumenkästen bestückt ist, sitzt ein freundlicher junger Herr und packt Tütchen. Vor dem Wohnwagen ein Plakat mit 4 Gerichten zur Auswahl.

(Zwei Nudelgerichte, ein Risotto, ein Fleischgericht und eine Nachspeise)

Der Kunde wählt aus und der junge Herr packt das Rezept und alles, was für dieses Gericht benötigt wird, in ein Tütchen. Der Kunde fährt Heim und beginnt zu kochen.

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Ich war dann heute endlich da und hatte mich bereits vorab für das Gericht mit den Schweinespießchen entschieden hatte, bekam ich auch prompt ein Tütchen für zwei Personen gereicht. Kurz noch einen Blick auf die gut sichtbare „Erzeugertafel“ geworfen und dabei festgestellt, daß das Mehl aus unserer Mühle in der Nachbarschaft stammt. Mit meiner Meinung zu den beiden lautstark randalierenden Eseln konnte ich leider nicht gänzlich hinterm Berg halten, aber auch ich bin froh, die Mühle in der Nähe zu haben und mein Mehl dort kaufen zu können.

Fleisch, Gemüse, Gewürze, Speck und co haben die Reise nach Hause gut verpackt überlebt, obwohl ich noch einen kleinen Shoppingabstecher zum Karstadt Sport gemacht habe. (Da ist noch eine Woche 20% auf alle bereits reduzierten Artikel!!!)

Zu Hause wurde dann ausgepackt und sofort begonnen zu kochen. Das Rezept war wirklich simple. Am kompliziertesten war es noch das Gemüsepäckchen zu verschnüren.

Aber Fangen wir vorne an, die Zutatenliste für zwei Personen:

300 g Schweinefilet vom Our-Schwein, 60 g Räucherspeck vom Our-Schwein, 300 g weißer Spargel, 120 g Frühlingszwiebeln, 400 g Möhren, 20 g Grafschafter Karamell, 40 g Traubenkernöl, 6 g Zitronensalz (war das geil, das muß ich unbedingt kaufen, in rauen Mengen, super lecker!!!), 2 Zweige Rosmarin, 2 Backpapierzuschnitte, 2 Spießchen, 2 Kordeln, Pfeffer

Ofen auf 180 Grad Ober und Unterhitze vorheizen, Frühlingszwiebeln waschen und putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Möhren waschen und putzen und in mundgerechte Stücke schneiden (im Rezept stand in schmale Rauten, was immer das sein mag), den Spargel waschen und schälen und ebenfalls in mundgerechte Stückchen schneiden.

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Das Gemüse auf das Backpapier geben. Traubenkernöl, die Hälfte des Zitronensalzes (andere Hälfte wird zum Nachwürzen am fertigen Gericht benötigt), den kompletten Karamell auf dem Gemüse verteilen und vermischen. Eventuell etwas Pfeffer dazu geben. (Im Rezept stand außerdem etwas Butter, da wir aber grad auf dem fettfrei Trip sind, hab ich die weggelassen), den Rosmarinzweig dazu geben und alles mit dem Backpapier und der Schnur zu einem luftdichten Päckchen zusammenschnüren.

Das Päckchen für 25-30 Min in den Ofen. (Hola, das war optimistisch geschätzt, mein Ofen ist ein wirklich guter und braver Ofen, aber für Spargel und Möhrchen brauchte er 40 Minuten.)

In der Zeit in der das Gemüse gart, die Medallions vom Schwein leicht pfeffern (nicht salzen!!) und in den Speck einwickeln, dann auf dem Spieß befestigen, so daß der Speck sich nicht lösen kann.

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Die Spieße in einer Pfanne ohne zusätzliches Fett von jeder seite 2 Min scharf anbraten, dann in der heißen Pfanne ausgaren lassen.

Gemüsepäckchen aus dem Ofen, Spieß auf den Teller.

Fertig.

Kommentar vom Mann: „Wo sind denn die Kartoffeln?“ Gnarz, dieser Banause. Leider ließ er sich von den fehlenden Kartoffeln nicht abbringen. Allerdings verzog er beim Essen mehrmals verzückt das Gesicht und der Kommentar am Ende: „Das war wirklich enorm lecker, sehr gut gewürzt und das Fleisch war toll, aber für mich nächstes Mal noch Kartoffeln!!“

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Gut, ich weiß ja, daß ich hier eine Fressmaschine an meiner Seite habe (wo steckt der Kerl das nur alles hin???) daher hätte ich mir das denken und zusätzlich Kartoffeln oder die ebenfalls bei Cookit im Angebot befindlichen frischen Nudeln einpacken können. Manchmal bin ich aber eben nicht ganz so weitsichtig. Also bekam der Mann von meinem Spieß zwei Stückchen Fleisch und die größere Portion Gemüse, damit war er dann auch gesättigt und mir reichte das eine kleine Medaillon und die kleine Portion Gemüse zum Sattwerden durchaus aus.

Auch mir hat es wirklich gut geschmeckt, das Gemüse war super lecker und das Zitronensalz ein Traum, wirklich super war allerdings tatsächlich das Schweinefleisch. Wir sind verwöhnt und wir essen eigentlich eher ungern Schwein. Meist landet hier Wagyu / Kobe Rind auf dem Teller, was dazu führt, daß wir anderes Fleisch meist zwar essen, aber eben nicht mehr als besonders gut oder toll empfinden. Man ist verwöhnt.

Dieses Our-Schweinefleisch allerdings war ein Traum, nicht zu trocken, nicht zu fettig, sehr intensiv im Geschmack und es mußte Dank des tollen Räucherspecks wirklich nur minimal gepfeffert werden. Ich lecke mir jetzt noch die Lippen.

Das war wirklich so gut, daß es seinen Preis von 7,90 Euro pro Person auf jeden Fall wert war und daß ich nächste Woche noch mal hin düsen werde und es das Ganze dann für den Mann noch mal mit Kartoffeln geben wird.

Die Rezepte wechseln nach Auskunft des freundlichen Menschen im Wohnwagen etwa alle 3 Wochen. Ich bin gespannt und werde diese tolle Möglichkeit sicherlich sehr häufig in Anspruch nehmen, wenn alle Gerichte so lecker sind, wie das Schwein heute, dann bin ich vollauf zufrieden.

Ach so, grob überschlagen hätte ich für die Sachen im Supermarkt (in vermutlich nicht ganz so guter Qualität und vor allem nicht so „bio“) etwa 12 Euro ausgegeben. Das ist es mir wert und die hübschen Tütchen und Becherchen sind alle kompostierbar, belasten also die Umwelt in keiner Weise.

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Von uns alle Daumen hoch! Cookit hat wirklich überzeugt!!!

Bastei am Bonner Rheinufer

Heute morgen, war ich noch nicht ganz wach, als das Telefon klingelte und mein Vater mir verkündete, er und meine Mama würden heute mal ganz schnell vorbei kommen und mir zum Kleid, welches meine Mutter mir vor einigen Wochen geschenkt hatte, die passenden Schuhe vorbei bringen. (Meine Mama hat mir ein wunderschönes Cocktailkleid von Vera Mont in blau mit tollen weißen Tupfen geschenkt, welches sie vor etwas mehr als 30 Jahren kurz nach meiner Geburt bei einem Besuch mit meinem Vater in Paris im Moulin Rouge getragen hat, geschenkt. In dem Kleid hab ich als Kind immer Prinzessin gespielt. Die passenden Schuhe in blau und gold waren irgendwie verschollen und sind nun aber wieder aufgetaucht. Für die Hochzeit eines Freundes nächste Woche bin ich also komplett in Vintage (Wenn das nicht total Vintage ist, weiß ich es auch nicht. Ich bin immer noch total begeistert.) ausgestattet, weil glücklicherweise alles (fast) paßt. (Für die Schuhe brauche ich noch ein Söhlchen, da sie ein wenig zu groß sind.)

Gut meine Eltern kommen also, ich aus dem Bett gehüpft, dem Mann Bescheid gegeben und überlegt, wohin ich meine Eltern denn zum Essen schleife, an den Rhein wollten sie. Gut, da gibt es ja mehrere Möglichkeiten, aber keine, die mir jetzt so auf Anhieb so richtig gefallen wollte. Das Problem löste sich jedoch von selbst, denn Mama und Papa wußten bereits sehr genau, wo sie hin wollten, nämlich in die Bastei und da ins Restaurant, nicht in die Schänke.

Während der Mann also zum Fußball ging, wurde ich von meinen Eltern zum leckeren Essen und am Rhein Flanieren ausgeführt. Leider bei nur mäßigem Sonnenschein landeten wir also schließlich auf der Terrasse der Bastei mit tollem Blick auf den Hochwasser führenden Rhein, den Drachenfels und den Petersberg.

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Als kleinen Appetithappen gab es Baguette mit einer leichten Tomaten (?) Butter, die ich allerdings ein wenig fad fand und nachwürzte. (Wir erinnern uns, ich würze nie nach, ich nutze nur wenige Gewürze, sie muß also schon sehr fad gewesen sein.) Mit etwas Salz wurde sie allerdings sehr lecker.

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Da ich noch nicht so wirklich Hunger hatte, verzichtete ich auf eine Vorspeise, durfte aber an der Spargelsuppe meines Vaters ein wenig probieren und die war wirklich köstlich. Nicht zu dickflüssig, schön voll im Geschmack, fein gewürzt. Leider hatte Papa schon die kleinen Knödelchen herausgefischt, so daß ich zu deren Geschmack nichts sagen kann, aber so schnell wie er die aus der Suppe geangelt hatte, müssen sie lecker gewesen sein. IMG_3530[1]

Als Hauptgericht hatte ich dann Lachs mit Spargel und einer Gorgonzola-Spinat-Soße. Super lecker, etwas ungewohnt im Geschmack, aber sehr lecker. Leider dank des Käses auch super mächtig. Nach der Hälfte der Portion habe ich kapitulieren müssen und das wo ich doch sonst futtern kann, als gäbe es kein Morgen. Wirklich enorm sättigend. IMG_3531[1]

Meine Mutter hatte Rumpsteak mit Bratkartoffeln gewählt. Medium-well gebraten mit Kräuterbutter und Salat. Für mich wäre das Steak deutlich zu durch gewesen, meine Mutter fand es aber sehr lecker und genau nach ihrem Geschmack. Die Portion war auch mit dem Salat, der nicht mit auf dem Bild ist recht kräftig bemessen. IMG_3532[1]

Mein Vater hatte Rotbarbe mit Bärlauchrisotto. Hier fand ich die Portion etwas sehr übersichtlich und mein Vater war auch als erster von uns allen mit Essen fertig, ließ mich gemeinerweise nicht probieren und hatte gegen Ende zwar keinen Hunger mehr, richtete seine Gedanke jedoch deutlich eher auf den Nachtisch, als wir anderen beiden. IMG_3533[1]

Dazu gabs für mich eine Kirschsaftschorle (Schmeckte lecker und das Mischungsverhältnis stimmte) und für meine Eltern ein sehr bierlastiges Radler (ich mußte beide Gläser probieren, da die Limonade wirklich kaum rauszuschmecken war) Mag sein, daß der ein oder andere gerade das mag, meinem Vater hat das Radler nicht geschmeckt, zumal es auch nicht eiskalt war.

Die Preise sind allerdings schon recht gesalzen, hier zahlt man sehr deutlich die wunderschöne Aussicht und Lage mit. Den Geldbeutel schonender ist da die im Untergeschoss gelegene Schänke der Bastei, in der es kleine Häppchen und rheinische Spezialitäten gibt.

Das Essen war sehr gut, das Radler nicht so wirklich, aber der freundliche Service hat das wieder wettgemacht.

Anschließend waren wir dann noch ein Stückchen Kuchen essen und einen Cappuccino in der Pecher Weinbar trinken, die ich ja immer wieder gerne empfehle und bei der ich nun also auch den Kuchen probiert und für gut befunden habe!

Der Mann mag Austernsoße… ich faß es nicht! – Werbelink im Beitrag enthalten!

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Also der hier mit mir lebende und mich (hoffentlich) über alles liebende Mann ist ja bekanntermaßen mehr so ein Essensnörgler, das mag er nicht, das riecht komisch, das ist grün, das ist matschig, das ist KÄSE! (Käse ist böse, Gouda geht unter bestimmten Voraussetzungen, alles andere: BÖÖÖÖSE!!)

Ok, ich habe da ja mittlerweile so meine Taktiken entwickelt, wenn irgendwo was drin ist, was er nicht mögen könnte, dann wird das ganz mikroskopisch klein geschnippelt und unter anderen Dingen versteckt. (Geht mit allem außer mit Käse. Wir erinnern uns: KÄSE IST BÖSE!) Ganz wichtig auch, auf gar keinen Fall erwähnen, was da so alles drin ist. Bei uns gibt es daher häufig sehr unspezifische Dinge, wenn ich gefragt werde ist das, grünes Zeug, Fisch (Darunter fallen dann auch Muscheln und Schalentiere. Was ist das? Fisch! Sieht aber nicht aus wie Fisch! ISS! IS FISCH! ) braune Soße oder Gemüse. Gemüse ist super, weil Sammelbegriff, können Tomaten sein, können aber auch Avocados, Artischocken oder Zucchini sein. (Alle drei Sachen auch BÖSE, wenn man sie mit dem bloßen Auge noch identifizieren kann oder aber püriert. Püriert ist ganz böse. Püriert ist quasi Endstufe. Püriert kommt nicht mal in die Nähe des geliebten männlichen Mundes. NIEMALS! Sonst Brechreiz.)

Diesmal als die Hellofreshbox also kam und ich Spargel-Steakpfanne mit AUSTERNSOSSE las, wuste ich bereits, ok, das nennen wir mal braune asiatische Soße. Wenn ich das Wort Austern in den Mund nehme, darf ich alleine essen. Also:

„Was gibts heute zu essen?“

„Fleisch! Soße!“

„Was genau?“

„Schmeckt lecker, wirst du sehen!“

Skeptischer Blick und Schweigen. Über die Schulter gucken.

„Ist da Käse drin?“

„Nein!“

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Ich fülle ihm also einen Teller mit Reis und der Spargelsteakpfanne.

„Was ist das Weiße da?“

„Knoblauch!“

Der Mann guckt erleichtert und betrachtet den Spargel.

„Spargel?“

Ich nicke. Vorsichtig wird probiert.

„Und in der Soße?“

„Wie in der Soße?“

„Was ist in der Soße?“

„Soße halt!“ (Mantra aufsagen: Nicht Austernsoße sagen!!! Nicht Austernsoße sagen!)

„Aha. Schmeckt lecker!“ Mann steht auf nimmt sich Nachschlag. Ich schaue fasziniert zu.

Mann steht noch mal auf, nimmt sich mehr Soße aus der Pfanne. Mühsam halte ich den Mund. Schiebe mir schnell noch ein Stück Spargel zwischen die Zähne. (NICHT AUSTERNSOSSE SAGEN!!!)

Der Mann wischt den Teller sauber und leckt den Löffel ab. „LECKER!“

Es bricht aus mir heraus, ich versuche noch mir selbst den Mund zu zu halten, aber es hilft nicht. Es schießt aus meinem Mund das Wort „Austern!“ hervor.

„Was?“

„Das ist Austernsoße!“

Ich warte, daß er den Bissen, den er im Mund hat auf den Teller spuckt, mich anschreit, ob ich ihn vergiften wolle, erwarte, daß er sich qualvoll wimmernd am Boden windet, aber er kaut weiter.

„Austern? Aha! Schmeckt trotzdem. Is noch was da?“

Fasziniert beobachte ich, wie er sich die nächste Portion auf den Teller stapelt und auch diese restlos verputzt. Austernsoße ist also nicht BÖSE! Austern sind definitiv böse, sehr böse. Das haben wir bereits durch. Austern sind bäh! Ganz klar. Austernsoße offenbar nicht. Sehr gut.

Sehr sehr gut zu wissen, mein Schatz, du glaubst gar nicht, was ich jetzt alles in Austernsoße tränke, damit du es nicht als BÖÖÖÖSE identifizierst. Avocados in Austernsoße. Käse in Austernsoße. Calamari in Austernsoße. Das muß zu machen sein.

Ach so, die Steakpfanne war wirklich lecker, wenn auch nach den 4 Portionen für den Mann an meiner Seit für mich nicht mehr sooo viel übrig geblieben ist. Morgen gäbe es aus der Hellofreshbox übrigens Grillkäseburger, ich will mein Glück nicht überstrapazieren und es wird für mich Grillkäseburger geben und der Mann bekommt Hackfleisch, weil Käse = BÖÖÖÖÖSE!

Rezept:

220 g Rinderhüfte, 200 g Spargel, 10 ml Sojasoße, 60 ml Austernsoße, 10 g Ingwer, 1 Knoblauchzehe, 5 g Speisestärke, 200 g Basmatireis.

Reis wie gewohnt zubereiten.

Die Rinderhüfte in feine Streifen schneiden und in der Speisestärke wenden. Nach Geschmack mit Pfeffer und Salz würzen.

Knoblauch pressen, Ingwer würfeln, Spargel putzen und in 2 cm große Stücke schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne (Wok) erhitzen. Mein Wok hat ja leider das Zeitliche gesegnet, daher in der Pfanne. Den Spargel leicht braun anbraten, aus der Pfanne nehmen und wegstellen. Etwas Öl in die Pfanne geben und das Fleisch scharf anbraten. Aus der Pfanne nehmen und wegstellen. Knoblauch und Ingwer anbraten. Fleisch und Spargel dazu geben. Soja- und Austernsoße dazu kippen und noch ein wenig köcheln lassen.

Fertig.

Wie gesagt, trotz Austern (Austern = BÖÖÖSE!) hat es dem Herrn hervorragend geschmeckt, mir auch und da ich mit der Hellofreshbox immer noch so glücklich bin,
hier mein Gutscheincode, wenn ihr diesen bei der Bestellung eingebt, kostet die Box beim ersten Mal 20 Euro weniger.

GUTSCHEINCODE:  ZBCUE4

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Josephs Köln

G20130511-153204.jpgestern war es endlich so weit, nachdem ich nun seit Wochen immer wieder morgens auf dem Weg zur Arbeit am Josephs vorbei fahre und mich ärgere noch immer nicht dort gewesen zu sein, waren wir gestern endlich da.

Die Parksituation ist dort perfekt gelöst, das Parkhaus ist quasi unter dem Restaurant und vor der Tür befindet sich direkt ein Aufgang mit Parkautomat. Das Lokal selbst ist rustikal gehalten, aber durchaus edel ausgestattet. Neben normalen Tischen laden auch zwei große Tische in den Ecken, die etwas separiert sind und gemütlicher ausgestattet sind zum Platznehmen ein. Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick über den Rhein und auch beim gestrigen schlechten Wetter haben wir direkt vor dem Fenster sehr gut gesessen und hatten eine schöne Aussicht.

Die Bedienung und der Herr an der Bar waren witzig nett und freundlich und sehr angenehm. Keineswegs überkandidelt oder arrogant, wie man es in solchen Lokalen hin und wieder leider doch erlebt, im Gegenteil, die junge Dame, die für unseren Tisch zuständig war, war unheimlich nett und sympathisch und auch einem kurzen beratenden Gespräch zur Speisekarte und (jaaaa, wir sind Mädchen!!) zu ihrem Nageldesign nicht abgeneigt.

Auch als wir drei alle statt Wein Rhabarbersaftschorlen verlangten gab es keine hochgezogenen Augenbrauen, sondern lediglich ein: „Sehr gerne. Kommt sofort!“

Die Schorle war schön erfrischend und lecker und in den großen Kelchen sah die rosa Schorle auch zauberhaft aus.

Dann kam die Qual der Wahl, ich hatte mir zwar bereits überlegt, daß ich eigentlich am Liebsten das Menü hätte, habe dann aber noch mal umentschieden und selbst aus der Karte zusammen gestellt.

Meine Vorspeise:

20130511-153217.jpgGebratene Jakobsmuscheln mit gegrilltem grünem Spargel und Orangen-Vinaigrette

War wirklich super lecker, selten habe ich so auf den Punkt gebratene Jakobsmuscheln gegessen. Der Spargel war gut gewürzt und die Vinaigrette hatte eine sehr leckere schaumige Konsistenz, obwohl man mich sonst mit Zitrusfrüchten im warmem Essen jagen kann, hat mir das wirklich herausragend gut geschmeckt. 20130511-153225.jpg

Meine Begleitung A hatte als Vorspeise Büsumer Krabben auf Zimmermann Schwarzbrot
mit Kräuterquark und Endiviensalat um die auch ich zunächst herumgeschlichen war.

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Die Vorspeise wurde übrigens herausragend schnell an den Tisch gebracht. Das ging wirklich ruckzuck.Auch für das Hauptgericht konnte ich mich nicht vom Fisch lösen, obwohl die Spargelkarte auch durchaus ihren Reiz hatte. Ich hatte als Hauptgericht Scholle “Finkenwerder Art“ mit Speck, Zwiebeln
und Nordseekrabben auf lauwarmen Kartoffel-Lauchsalat. Allerdings war das das schwächste der drei von mir probierten Gerichte. Die Scholle schmeckte zwar gut, war von schöner konsistenz, aber sehr sehr grätig und die Krabbensoße für meinen Geschmack deutlich zu salzig. Allerdings bin ich da wirklich ein kleines Mäkelchen, ich mag es eher wenig gewürzt und einem weniger empfindlichen Gaumen, mag das schmecken. Es war auch keineswegs schlecht, nur eben nicht gänzlich nach meinem Geschmack und zu deftig während der Kartoffellauchsalat fast schon ein wenig fade schmeckte. Da war ich dann doch ein wenig enttäuscht und ich werde beim nächsten Mal dann doch lieber etwas anderes wählen.

Eigentlich wollten wir es dabei dann belassen, allerdings gelang es unserer Tischdame uns zu ködern, indem Sie uns den gebackener Vanillepudding mit marinierten Erdbeeren
und Holunderbeerensorbet ganz dringend ans Herz legte und wir bissen an. Was soll ich 20130511-153254.jpgsagen? Ein Träumchen. Der Vanillepudding schmeckte wunderbar, nicht zu süß und zerging förmlich auf der Zunge, das Holundersorbet, bei dem ich ein wenig Sorge hatte, daß es bitter sein könnte, schmeckte fantastisch. Ich hätte den Teller ablecken können, so gut war das. Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich auf die Hauptspeise verzichtet und drei Portionen Vanillepudding gegessen und dabei muß ich anmerken, daß ich eigentlich wirklich kein großer Puddingliebhaber bin, aber das hier, das war so lecker, das kann man kaum in Worte fassen und ein Augenschmaus!

Fazit: Das Josephs bewegt sich zwar im deutlich gehobenen Rahmen, ist jedoch dennoch ein sehr gemütlicher und interessanter Treffpunkt. Die Speisen sind durchweg ein optisches Highlight, wenn ich halt auch, mit meiner Scholle offenbar einfach Pech hatte und diese nicht ganz mein Geschmack war, der Rest war einfach nur himmlisch lecker. Eine ganz große Empfehlung, unbedingt hingehen.

Ah fast vergessen, wir haben online über Opentable reserviert, was perfekt funktioniert hat!