Der Horrorrock….oder ICH RASTE AUS! (Jahres-Sew-Along Januar)

Bereits vor Wochen habe ich in der Burda 1/2017 einen Rock gesehen, der genau meinem Stil entsprach. Schön eng, bis übers Knie und dann hinten raffiniert geschnitten. Der Rock gefiel mir ausnehmend gut. Ein Blick auf die Anleitung (Schwierigkeit: mittel (hahahaha) 3) und ich habe jeden Traum von diesem Rock begraben. Ich nähe erst seit wenigen Monaten und das lag weit weg von dem, was ich mir zutrauen würde. Von nahtverdeckten Reißverschlüssen war da die Rede, von Futterstoff und Belegen und Falten. Dazu sollte der Rock aus einem nicht elastischen Stoff genäht werden, sprich, ich kann weniger Schummeln und hier und da etwas ziehen, wenn es nicht passt.

Ich legte den Wunsch also zur Seite, bekam den Rock aber trotzdem nicht aus dem Kopf.

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Dann war ich in der Mittagspause bei Alfatex in den Kalk Arcaden in Köln und die hatten einen wunderschönen Feincordstoff krass reduziert für 5 Euro den Meter. Rostfarben mit einem leicht blauen Schimmer, durch blaue Fäden im Cordteil. Nun bei 5 Euro pro Meter kann man nichts falsch machen, ich dachte an den Rock in der Burda und kaufte mal locker 3 Meter, falls ich viel Verschnitt hätte, falls es im Chaos enden würde, oder eben für einen passenden Blazer, falls ich mich doch nicht so dusselige anstellen würde. Auf dem Foto hier sieht man den blauen Schimmer am Besten, ich hab keine Ahnung, wie man das nennt, aber ich fands ziemlich cool.

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Dann lag der Stoff hier rum.

Ich schlich um den Schnitt und traute mich nicht. Immerhin pauste ich schon mal das Muster vom Bogen ab und war danach noch frustrierter, weil ich wirklich nicht die geringste Ahnung hatte, wie das zusammenpassen sollte. Das waren Formen, die für mich einfach nicht richtig zu kombinieren waren. Nahtzahl? Links auf Rechts? Rechts auf Links, Futterstoff überziehen? Kein Plan, natürlich hätte ich Soluna um Hilfe fragen können, die wohnt ja quasi neben an und ist ja Näh-Fachfrau, aber nein, ich wollte das alleine machen. Ganz alleine.

Es vergingen weitere Tage und ich sah mißmutig immer wieder auf den Stoffstapel und die Anleitung. Nun gut, letzte Woche bestellte ich dann den notwendigen nahtverdeckten Reißverschluss und die Vlieseline, sowie das Bügelband und den Futterstoff. Von den letzteren drei Sachen hatte ich noch nicht mal ansatzweise eine Ahnung, wozu das auch nur gut sein sollte.

Außerdem schnitt ich den Rock zu, natürlich mit Hilfe von Frau Katze, alleine kann ich sowas ja nicht:

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Da ich ja bereits weiß, dass mir Burdaschnitte zu groß sind und diese auch runter nur bis Größe 36 gehen und ich ja nun mal mehr so der zwergenhafte Mensch bin mit meinen 158 cm und 52 kg, habe ich mutig einfach die Nahtzugabe weggelassen, um so grob und ungefähr in der für mich passenden Größe 32/34 anzukommen. Wenns nicht geklappt hätte, hätte ich ja noch Reststoff für einen zweiten Versuch gehabt.

Heute war es dann so weit. Ich hatte meine Ruhe, hab mir einen Smoothie gemacht, feministische Podcasts gehört und der Mann hat mich, abgesehen von einem Kurzbesuch mit Streuselkuchen und Kaffee (Da hat er mich brüllen gehört und wollte gucken, ob ich die Katze töte oder sonst irgendwie Hilfe bräuchte.) auch in Ruhe gelassen. Ich konnte also konzentriert vor mich hin arbeiten.

Ehrlich gesagt, die meiste Zeit hatte ich keine Ahnung, was ich da tue, sondern habe mich einfach stumpf an die Anleitung gehalten. Nahtzahl 3 an Nahtzahl 3, Stoffstück 1 an Stoffstück XY. Das Ganze sah nach allem aus, aber nicht nach einem Rock.

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Beim Einsetzen des Reißverschlusses wäre ich fast verzweifelt, der war alles, aber nicht nahtverdeckt. Irgendwann hab ich kapituliert, meinen Reißverschluss sieht man jetzt halt, egal. Er ist blau, das paßt zu den dünnen blauen Schimmerfäden im Cordstoff und wem das nicht gefällt, dass ich da einen Reißverschluß am Po hab, der soll halt woanders hingucken.

Letztlich hatte ich dann den „Außenrock“ aus Cord fertig genäht. Nun sollte der Beleg vom Bündchen einfach links auf rechts an den Futterstoff genäht werden.

Ich schwöre ich habe den Beleg 6 Mal an den Futterstoff genäht, in verschiedensten Variationen, keine Ahnung, welche die Richtige gewesen sein könnte. Am Ende sah es hier so aus:

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Und der blaue Futterstoff flog in die Ecke. Ganz ehrlich, wer braucht schon so einen blöden Futterstoff?

Ich hab also auf das Innenfutter verzichtet und den Bündchenbeleg einfach total cool freestyle oben an den Rockbund genäht. Hält, paßt, wackelt und hat Luft. (Meine Püppi hat eine etwas zu breite Kiste für den Rock… hehe.) Aber auf den Bildern sieht man das Bündchen schön.

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Dann hab ich den Rock um 4 cm gekürzt, da auch die Länge eher nicht auf mich mit meinen 158 cm ausgelegt ist. Anschließend versäumt und fertig war mein Rock.

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Ich bin so unfaßbar stolz. Es ist gänzlich egal, ob da das Rockfutter fehlt und ob die Falten an der einen Seite in falsche Richtung gefältet sind (hab ich eben erst beim Fotos machen gesehen), das ist mein Meisterstück, mein erstes Kleidungsstück aus nicht elastischem Stoff und es paßt perfekt. Es dürfte keinen cm enger oder weiter sein. Er sitzt optimal. Ok, man sieht den Reißverschluß, aber mal ganz ehrlich, das ist mir sowas von egal.

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Ich habe einen Rock genäht! Stellt euch Tom Hanks vor, der brüllt: „ICH HABE FEUER GEMACHT!“, genauso renn ich hier grad herum. Der Mann fragte dann, ob der Rock nicht zu eng wäre, zum Sitzen und ich bekam ein wenig Angst, denn er sitzt ja wirklich recht knapp. Zack hingesetzt und auch das ist kein Problem. Also keinen Stehrock genäht. Puuuuh!

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Verbraucht habe ich:

1x Reißverschluss (nahtverdeckt) 22 cm in blau

1 m Cordstoff (weil dusselig zugeschnitten, man kommt für Größe 32/34 auch mit etwas weniger hin.)

1 m Futterstoff (weggeschmissen, weil komplett zerrissen aus Wut beim 6. Mal auftrennen… hust.)

10 cm Vlieseline G785

44cm Vlieseline Bügelband

Reine Nähzeit: 4 Stunden (Mit Auftrennen, Annähen, Auftrennen, Annähen…. Puzzeln.)

Zuschnitt: 35 Minuten

Bügeln: 10 Minuten

Mein Basisteil für den Jahres Sew Along von Fräulein An ist somit fertig und ich nehme gerne an ihrem Januar Link-Up teil!

Für den Januar hieß das Thema ein Basic-Teil nähen. Nun den Rock kann ich super kombinieren mit T-Shirt etwas lässiger, mit Bluse sehr schick, mit Blazer geschäftsmäßig. Ich denke, damit hab ich das Basic-Teil erfüllt.

Das nächste Thema im Februar ist „gezipptes“, da würde ich mich dann gerne an meine Softshell-Jacke mit Reißverschluß wagen, aber mal sehen, vielleicht mach ich auch einfach noch einen solchen Rock und versuche diesmal den Reißverschluß tatsächlich nahtverdeckt hinzubekommen. Wir werden sehen.

Hier übrigens die Liste der Nähprojekte von Fräulein An:

https://jetztkochtsie.files.wordpress.com/2017/01/afed5-sew-along1.png

Außerdem hopse ich ins Link-Up beim Creadienstag und bei den Dienstagsdingen.

Außerdem zum Handmade on Tuesday!

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Mein wunderbares Kleidchen…

Der Mann an meiner Seite behauptet zwar ich sähe mit dem Kleidchen aus, wie eine Weihnachtselfe, aber ich bin trotzdem total verliebt und mag es gar nicht mehr ausziehen.

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Doch fangen wir vorne an.

Vor wenigen Wochen habe ich Nähen gelernt. Den Blogpost dazu findet ihr hier: Klick!

Ich habe ausprobiert und genäht und ganz viele Dinge fabriziert. Dann habe ich im Pattydoo-Forum bei Facebook (KLICK!) die Ella entdeckt und mich sofort verliebt.

Schnittmuster gekauft, ausgedruckt, zusammengeklebt und ausgeschnitten und dann ging es auch schon los. Dank der Mädels im Forum war ich mir recht sicher, dass die von mir gewählte Größe 36 richtig sein würde. Ich trage sonst 34, bin 51 kg schwer und 158 cm groß. Die Ella fällt relativ klein aus und sitzt bei mir in 36 wirklich gut, lediglich der Rock ist mir etwas zu lang, den würde ich beim nächsten Mal kürzen.

Der Zuschnitt geht zügig, benötigt aber relativ viel Stoff. Daher war ich skeptisch, ob mein ausgewählter Jersey dafür wohl reichen würde. Benutzt habe ich 1 m bordeaux roten Jersey und 1m petrolfarbenen Jersey mit weißen Sternchen, beides von Alles für Selbermacher.

Ich habe nirgendwo Änderungen vorgenommen, habe mich für den runden Ausschnitt mit den kurzen Ärmeln entschieden und kein Taillenband genäht. Ich habe eine Jerseynadel genutzt und Polyestergarn von Gütermann.

Genäht habe ich mit meiner Husquvarna Nähmaschine mit dem Fakeoverlockstich. Mit Zuschnitt und Musterkleben war ich in 2 Stunden fertig. Das Video von Pattydoo habe ich mir diesmal nicht angesehen, sondern nur anhand der Anleitung gearbeitet. Das hat alles sehr gut geklappt, mal von einem kurzfristigen „Ups, ich habe die Ärmelöffnung zugenäht!“-Problem abgesehen, das sich aber leicht beheben ließ.

Die Anleitung ist klar und leicht verständlich, wer schon mal ein Muster nach Pattydoo genäht hat, kommt damit gut klar und erzielt rasch ein gutes Ergebnis.

Ich bin mit meinem Kleidchen sehr zufrieden. Einzig den Rock würde ich nächstes Mal kürzen und ich würde es beim nächsten Mal einfarbig, also ohne Teilung an der Taille nähen, da mich hier die Naht innen stört und sich komisch auf der Haut anfühlt. Ich bin da aber wirklich eine Mimose.

Das Kleid sitzt bei mir super. Ich bin wirklich sehr zufrieden und war heute mit dem Kleidchen unterwegs…. traut euch, näht auch eine Ella!

Viel Spaß!

 

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