Kochkurs in der Kochschule Rheinauhafen.

So als Abschiedsmahl vor meinem veganen Monat war ich heute in der Kochschule Rheinauhafen zum Kochkurs „Kräuter und Gewürze“

Vor einigen Wochen gab es dazu ein Gewinnspiel bei Facebook und Frau C. hat erfolgreich teilgenommen und ließ mich als ihre Begleitung mitgehen.

Vorab, wir hatten einen fantastischen Nachmittag, haben mit einer tollen Gruppe gekocht und gegessen und die Kochschule Rheinauhafen wird uns in jedem Fall als zahlende Gäste noch mal wiedersehen, wir checken bereits die Termine der Sushikurse.

Aber alles nacheinander.

Erstmal habe ich Frau C. abgeholt und in meinem kleinen roten Rennfiat ging es einmal von Bonn nach Köln, die Rheinuferstraße lang und in die Tiefgarage im Rheinauhafen, hier auf jeden Fall mutig ganz bis zum Ende fahren, der letzte Aufstieg ist der Kochschule am nächsten. Diese liegt quasi direkt gegenüber des Schokoladenmuseums in dem roten Eckhaus und sieht von außen recht klein aus, hat aber durchaus genug Platz auch für größere Gruppen. Wir waren jetzt heute zu acht und ich fand die Größe der Gruppe sehr angenehm. Ganz unterschiedliche Teilnehmer haben sich da zusammengefunden, eine freundliche aber sehr stille ältere Dame ganz allein, die bereits mehrere Kochkurse besucht hatte, ein Päärchen aus dem Bergischen und ein Patenonkel mit seinen beiden Nichten, sowie eben Frau C und ich verrückte Nudel.

Im hinteren Teil der Kochschule fand zeitgleich ein Weinseminar statt, was aber wirklich nicht störte oder ablenkte, da alles räumlich getrennt ist. Wir wurden von der schönen Bedienung begrüßt und mit Prosecco (mag ich ja nicht so, bin ja mehr der Champagnertrinker, aber der war wirklich lecker) begrüßt. Dann gab es zum warm werden ein kleines Häppchen, Brot mit Tomatenfrischkäse und ein Tässchen Süßkartoffelsuppe, beides sehr lecker.

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Unser Chefkoch Tim richtete ein paar erklärende Worte an uns, stellte das Menü vor und die Regeln auf. Jeder mußte ins Schürzchen schlüpfen und brav die Pfötchen waschen. Dann ging es auch schon los, Vorspeise und Nachtisch wurden von uns allen zubereitet und wenn ich alle sage, dann meine ich alle. Ich habe ein paar Mal versucht mich hinter meiner Kamera zu verstecken, wurde aber immer wieder charmant aufgefordert, doch mal grad hier Lakritze zu entkringeln oder da den Fisch mit irgendwas zu bestreichen. Jeder wurde eingebunden, keiner stand alleine am Rand und alle hatten großen Spaß. Während dessen wurden wir immer wieder mit Getränken versorgt.

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Menü

  • Gedünstetes Zanderfilet auf Belugalinsen mit Lakritzschnecken
  • Kräuteroulade mit Tomaten-Tonkabohnenragout & Knödel
  • Thymianmousse mit Orangenchutney

Ich habe endlich gelernt, wie man effektiv und ohne Massaker eine Orange filetiert. YEAH! Habe ein neues Wort gelernt: „Mehliert!“ Heißt in Mehl getunkt. 🙂

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Und weiß nun, wie warme, kalte, weiche und harte Lakritzschnecken schmecken.

Das Spiralige auf dem Bild sind übrigens unsere aufgewickelten, erhitzten und gedrehten Lakritzschnecken.

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Für mich das absolute Highlight des Menüs war der gebratene Zander, der einfach so superlecker war und das obwohl ich Süßwasserfische sonst eher langweilig finde. Den werde ich in jedem Fall noch einmal nachkochen, wenn meine vegane Phase überwunden ist. Köstlich!

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Auch ich durfte mal kurz vor die Kamera, wie üblich habe ich die umstehenden Personen so fotografiert, daß sie nicht erkennbar sind. Bzw. die Fotos auf denen sie zu sehen sind nicht veröffentlicht. Wir hatten aber auf jeden Fall alle Spaß und am Tisch auch immer wieder ein Gesprächsthema, das durchaus nicht immer nur mit Kochen und Essen zusammenhing. Gut unterhalten hat uns auch unser Koch, der trotz seines jugendlichen Alters, auf jede Frage eine kompetente und nachvollziehbare Antwort parat hatte, der charmant, witzig und nett durch den Abend führte und alles gut erklären und zeigen konnte und selbst wenn ich mich selten dämlich beim Tomatenschneiden anstellte, in Ruhe noch mal erklärte, wie der Strunk denn nun zu entfernen sei.

Herzlichen Dank, das war wirklich toll!

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Beim Anrichten des Linsensalats habe ich, ich gebe zu, ich bin ein bißchen stolz und muß damit jetzt angeben, den perfektesten Belugalinsen Kuhpfladen auf den Teller gezaubert, selbst beim Koch waren mehr Linsen rausgebröselt als bei mir. TSCHAKKA! Ich bin der Linsenheld! Hier ein Bild von meinem Linsentürmchen! IMG_2505

Und hier vom ganzen fertigen Vorspeisenteller. IMG_2510

Beim Kochen des Hauptganges dem Kalbsröllchen mit Minzpesto, waren drei Damen, die hier nicht näher genannt werden sollten, vorallem, da ich auch dazu gehörte, vorallem damit beschäftigt das Minzpesto wegzuschlabbern. Das war mal so geil. Alter Falter, auf die Idee muß man erstmal kommen, Minze als Pesto zu verarbeiten und daß das dann so genial schmeckt. Herrlich! Wirklich!

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Einzig an der Nachspeise habe ich ein wenig zu nörgeln, die war mir nämlich ein wenig zu süß, aber ich bin da wohl auch nachspeisentechnisch etwas kompliziert. Das Orangenchutney war köstlich, aber die weiße Thymianmousse für mich tatsächlich etwas zu intensiv. Allerdings seh ich mich schon im Sommer Joghurt mit dem Zeug verfeinern, das wird mir nämlich schmecken, davon bin ich sehr überzeugt.

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Während des ganzen Nachmittags kam nie Streß auf, gut abgesehen davon, wenn mal wieder eine Ladung Lakritzschnecken fertig aus dem Ofen kam und man schnell wickeln mußte…

Aber sonst war alles sehr entspannt, gelassen und wirklich sehr toll. Witzig auch, daß immer wieder Leute vor der Tür stehen blieben und uns beim Kochen beobachteten. Als dann die Teilnehmer des Weinseminars mehr oder weniger sicher an unserem Tisch vorbei dem Ausgang zustrebten, saßen wir noch sehr gemütlich beisammen und plauderten. Der Sommelier stattete auf dem Weg zum Ausgang unserem Tisch noch einen Besuch ab und wurde natürlich prompt in ein Gespräch verwickelt, das er zu nutzen wußte. Neben dem Sushikurs steht jetzt auch Wein und Käse auf meinem Wunschzettel für die nächsten Monate.

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Herzlichen Dank für einen tollen Nachmittag und Danke liebe Frau C., daß ich dich begleiten durfte!

 

Josephs Köln

G20130511-153204.jpgestern war es endlich so weit, nachdem ich nun seit Wochen immer wieder morgens auf dem Weg zur Arbeit am Josephs vorbei fahre und mich ärgere noch immer nicht dort gewesen zu sein, waren wir gestern endlich da.

Die Parksituation ist dort perfekt gelöst, das Parkhaus ist quasi unter dem Restaurant und vor der Tür befindet sich direkt ein Aufgang mit Parkautomat. Das Lokal selbst ist rustikal gehalten, aber durchaus edel ausgestattet. Neben normalen Tischen laden auch zwei große Tische in den Ecken, die etwas separiert sind und gemütlicher ausgestattet sind zum Platznehmen ein. Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick über den Rhein und auch beim gestrigen schlechten Wetter haben wir direkt vor dem Fenster sehr gut gesessen und hatten eine schöne Aussicht.

Die Bedienung und der Herr an der Bar waren witzig nett und freundlich und sehr angenehm. Keineswegs überkandidelt oder arrogant, wie man es in solchen Lokalen hin und wieder leider doch erlebt, im Gegenteil, die junge Dame, die für unseren Tisch zuständig war, war unheimlich nett und sympathisch und auch einem kurzen beratenden Gespräch zur Speisekarte und (jaaaa, wir sind Mädchen!!) zu ihrem Nageldesign nicht abgeneigt.

Auch als wir drei alle statt Wein Rhabarbersaftschorlen verlangten gab es keine hochgezogenen Augenbrauen, sondern lediglich ein: „Sehr gerne. Kommt sofort!“

Die Schorle war schön erfrischend und lecker und in den großen Kelchen sah die rosa Schorle auch zauberhaft aus.

Dann kam die Qual der Wahl, ich hatte mir zwar bereits überlegt, daß ich eigentlich am Liebsten das Menü hätte, habe dann aber noch mal umentschieden und selbst aus der Karte zusammen gestellt.

Meine Vorspeise:

20130511-153217.jpgGebratene Jakobsmuscheln mit gegrilltem grünem Spargel und Orangen-Vinaigrette

War wirklich super lecker, selten habe ich so auf den Punkt gebratene Jakobsmuscheln gegessen. Der Spargel war gut gewürzt und die Vinaigrette hatte eine sehr leckere schaumige Konsistenz, obwohl man mich sonst mit Zitrusfrüchten im warmem Essen jagen kann, hat mir das wirklich herausragend gut geschmeckt. 20130511-153225.jpg

Meine Begleitung A hatte als Vorspeise Büsumer Krabben auf Zimmermann Schwarzbrot
mit Kräuterquark und Endiviensalat um die auch ich zunächst herumgeschlichen war.

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Die Vorspeise wurde übrigens herausragend schnell an den Tisch gebracht. Das ging wirklich ruckzuck.Auch für das Hauptgericht konnte ich mich nicht vom Fisch lösen, obwohl die Spargelkarte auch durchaus ihren Reiz hatte. Ich hatte als Hauptgericht Scholle “Finkenwerder Art“ mit Speck, Zwiebeln
und Nordseekrabben auf lauwarmen Kartoffel-Lauchsalat. Allerdings war das das schwächste der drei von mir probierten Gerichte. Die Scholle schmeckte zwar gut, war von schöner konsistenz, aber sehr sehr grätig und die Krabbensoße für meinen Geschmack deutlich zu salzig. Allerdings bin ich da wirklich ein kleines Mäkelchen, ich mag es eher wenig gewürzt und einem weniger empfindlichen Gaumen, mag das schmecken. Es war auch keineswegs schlecht, nur eben nicht gänzlich nach meinem Geschmack und zu deftig während der Kartoffellauchsalat fast schon ein wenig fade schmeckte. Da war ich dann doch ein wenig enttäuscht und ich werde beim nächsten Mal dann doch lieber etwas anderes wählen.

Eigentlich wollten wir es dabei dann belassen, allerdings gelang es unserer Tischdame uns zu ködern, indem Sie uns den gebackener Vanillepudding mit marinierten Erdbeeren
und Holunderbeerensorbet ganz dringend ans Herz legte und wir bissen an. Was soll ich 20130511-153254.jpgsagen? Ein Träumchen. Der Vanillepudding schmeckte wunderbar, nicht zu süß und zerging förmlich auf der Zunge, das Holundersorbet, bei dem ich ein wenig Sorge hatte, daß es bitter sein könnte, schmeckte fantastisch. Ich hätte den Teller ablecken können, so gut war das. Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich auf die Hauptspeise verzichtet und drei Portionen Vanillepudding gegessen und dabei muß ich anmerken, daß ich eigentlich wirklich kein großer Puddingliebhaber bin, aber das hier, das war so lecker, das kann man kaum in Worte fassen und ein Augenschmaus!

Fazit: Das Josephs bewegt sich zwar im deutlich gehobenen Rahmen, ist jedoch dennoch ein sehr gemütlicher und interessanter Treffpunkt. Die Speisen sind durchweg ein optisches Highlight, wenn ich halt auch, mit meiner Scholle offenbar einfach Pech hatte und diese nicht ganz mein Geschmack war, der Rest war einfach nur himmlisch lecker. Eine ganz große Empfehlung, unbedingt hingehen.

Ah fast vergessen, wir haben online über Opentable reserviert, was perfekt funktioniert hat!