Nigel Slater – Einfach genießen

Einfach genießen

Dumont Buchverlag / Nigel Slater

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Nun, wer diesem Blog aufmerksam folgt, wird es bereits wissen:

Es gibt nur einen Gott und keine Götter neben ihm.

Kniet nieder!

Nigel Slater hat ein neues Buch veröffentlicht!

Ein neues Buch?

Nun nicht ganz. Eine neue Auflage, eines bereits 2006 erschienen Werks ist es, ordentlich aufgehübscht mit hungrig machenden Bildern und einem kleinen Facelift. Die alte Ausgabe ist ebenfalls noch erhältlich, ein wenig günstiger, aber bei weitem nicht so schick.

Nun muß man sagen, wer ein Rezeptbuch sucht, ein Buch, in dem er sich sklavisch an Anleitungen halten kann, in dem jede Menge bis auf die kleinste Messerspitze exakt angegeben ist, nun derjenige sollte ab hier aufhören zu lesen, für dich ist das nichts. Slater ist niemand der präzise Mengenangaben macht, niemand der Rezepte veröffentlicht an die man sich wie ein Mantra halten kann. Slater gibt Hinweise, Ideen, Anregungen und Hilfestellungen, an denen man sich wie an einem Kletterparcours entlang hangeln kann. Mal hangelt man nach rechts, mal nach links, mal folgt man ihm, mal biegt man schnell doch noch in eine andere Richtung ab.

So waren alle seine Bücher und dieses hier noch mehr.

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Natürlich zählt er zu Beginn jedes Rezeptes auf, was man so benötigt. Seine Mengenangaben sind allerdings eher vage. Ein paar, ein walnußgroßes Stück, etwas, ein wenig, nach Geschmack, kann man da lesen und der zaghafte nicht so mutige Leser wird sich denken, was soll denn das? Warum sagt er nicht klar, was ich benutzen soll? Nun Slater will, dass man mutig wird, dass man sich selbst ausprobiert, dass man nicht seine Gerichte stumpf nachkocht, sondern dass man Mut entwickelt, ergänzt, wegläßt, hinzufügt, verstärkt, verschärft und abmildert.

Seine Rezepte sind keine Anleitungen, sie sind Geschichten, Geschichten die Appetit machen auf mehr und genau deshalb finde ich seine Bücher und somit auch dieses so fantastisch. Auf dem Einband sagt er: „Ein Rezept ist wie ein Lebewesen: Es muss atmen und sich verändern können, um sich unseren Zutaten, Stimmungen und Wünschen anzupassen!“

Und genau das läßt Slater mit seinen Gerichten zu. Er zeigt: „Hey, probier dieses aus, mach jenes und es wird immer schmecken, wenn du auf deinen Bauch hörst und mutig bist.“

Seine Anregungen sind intelligent, klug und spannend. Einfach genießen ist für mich daher eine Art Standardwerk, der Einstieg ins Kochen. Anleitung seinen eigenen Weg und Stil zu finden. Für mich ein absolut kluges Geschenk für jeden der zum ersten Mal zuhause auszieht und sich ohne Mamas Küche noch etwas unsicher am Herd fühlt, aber auch ein Feuerwerk an Anregungen für jeden der bereits sicher auf dem Terrain der guten Küche ist. Dabei bleibt Slater sich selbst treu „Gutes Essen heißt im Grunde nichts weiter, als gute Zutaten einfach zubereitet“ und daran hält er sich. Hier findet sich kein Fertigfutter verarbeitet, hier wird alles frisch zubereitet, hier finden nur wenige, dafür sehr gute Zutaten den Weg über den Topf auf den Teller. Dabei darf es ruhig kreativ sein, wird aber nicht so abgefahren, dass man die Zutaten nicht im Bauernmarkt oder Supermarkt finden wird.

Auch darf man hier eigentlich kein reines Kochbuch erwarten. Slater palavert, schwelgt, erzählt und verbreitet seine Lust am guten und leckeren Essen in jeder Zeile dieses Buches. In seiner Einführung nimmt er sich Zeit, erzählt über Planung, Stimmungen und dem passenden Essen und die Wichtigkeit der Entscheidung, was man überhaupt zubereiten will. Slater bereitet Genuss zu, kein Essen, kein Fast food, kein liebloses Gekoche, Slater ist tiefempfundene Lust am Essen.

Der nächste Abschnitt widmete sich den Mengen, für wen kocht man. Für sich alleine, für zwei? Für die ganze Familie, wer mag was, wann wie und in welcher Menge… Auch hier findet Slater tolle Worte, um einfache Dinge zu umschreiben und gerade für Kochanfänger finden sich hier hilfreiche Tipps und Tricks, das tägliche Kochen in Lust und nicht in Frust zu verwandeln.

Weiter geht es mit dem „Wo“ will man Essen. Soll etwas für unterwegs zubereitet werden, will man am Tisch sitzen oder will man sich tatsächlich ins Restaurant bewegen oder etwas nach Hause bestellen, auch hier berichtet er von dem Genuss, den es bereiten kann, einmal nicht selbst den Kochlöffel zu schwingen, sondern das Werk eines anderen zu genießen.

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Ein ganzer Abschnitt richtet sich an diejenigen, die sich immer zu viel Arbeit machen und zeigt Vereinfachungen, Erleichterungen, wie Planung schon hilft, sich nicht zu sehr zu streßen und das übermäßiger Ehrgeiz eher zu traurigen Ergebnissen, denn zu wirklich gutem Essen führt. Slater ist ein Freund der Einfachheit, des Minimalismus und dennoch des wirklich reichhaltigen Essens. Hier zeigt er auf, dass man sich als Koch die Arbeit erleichtern kann, in dem man auf einfache Gerichte zurück greift, die wenig Zubereitungszeit in Anspruch nehmen und dennoch mit guten hochwertigen Zutaten einfach nur toll sind. Büffelmozzarella mit Oliven, eine einfache Hühnerbrühe können schon zauberhaft sein.

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Weiter geht es mit Anregungen für ein paar einfache Mittag- und Abendessen. Hier nennt er passend zur Jahreszeit tolle Anregungen für die flotte Küche mit guten Zutaten. Im Abschnitt „Überlebensführer für Köche“ nimmt er Bezug auf den Zwang zu kochen, niemand muß jeden Tag kochen, man kann auch ohne zu kochen tolles Essen genießen, sei es Käse mit Feigen und Oliven, tolles Obst oder hochwertige Fertiggerichte, sind sättigend und sicher auch nicht immer ganz schlecht. Hier folgen so viele witzige und treffende kleine Tipps und Tricks, dass es ein Genuß war sie zu lesen.

Mein Liebling: „Räucherlachs und Champagner sind kein Luxus!“… wie Recht er damit hat und es finden sich dort Anregungen, was man auch in großen Mengen auf Vorrat zubereiten kann und was sich dafür eher nicht eignet.

Slater gelingt es sogar die richtigen Worte für den Besuch des Fastfoodrestaurants zu finden, denn manchmal muß auch das einfach sein. Ein dicker Burger mit viel Soße ist doch hin und wieder der pure Genuss, warum also sich nicht auch das ab und an gönnen?

Hierauf folgt ein Kapitel dazu, dass man seinem Bauch vertrauen soll, dass man nicht dem Rezept, sondern seinem Gefühl glauben soll. Wann sind Dinge gar? Wie riecht etwas richtig? Welche Geräusche entstehen beim Kochen und was sagen sie uns. Slater führt hier vor, wie auch ich beim Kochen vorgehe, chaotisch, aber mit viel Herz und Gefühl.

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Dann gibt er Verbesserungsvorschläge, wie kann man Speisen retten, was ist Geschmack und wie kann man den Geschmack einer Speise verbessern. Wie man Geschmäcker verstärkt oder sie abmildert, welche Gewürze bei welchen Speisen was auslösen.

Auch Hinweise zu seinen meist fehlenden Maßangaben finden sich, ein Kapitel über das richtige Werkzeug, auch hier bleibt er sich treu. Wenn etwas  gut in der Hand liegt und seinen Zweck erfüllt, ist es das richtige Werkzeug. Man braucht nicht für alles das passende Messer, den richtigen Löffel. Man braucht gutes Werkzeug, aber nicht teures.

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Schließlich kommt er bei den Zubereitungsarten an. Dämpfen, Kochen, Grillen, zu allem verliert er hier ein paar Worte, führt ein, schlägt vor, berichtet, dass einem das Wasser im Munde zusammen läuft. Er berichtet auch über Einkaufen, Möglichkeiten in der heutigen Zeit an gute und hochwertige Lebensmittel zu kommen und berichtet über Kinder in seiner Küche.

Es folgt dann eine kleine allgemeingehaltene Materialkunde.

Gewürze, Kräuter, Zutaten auch dies kommt nicht zu kurz in Slaters kleiner Kochkunde. Beschreibungen von reifem Gemüse, wie man feststellt, was wirklich gut ist und was reif und essbar ist. Hier beschränkt er sich auf einen kurzen Überblick, der aber erstmal absolut ausreichend ist.

Auch dem Fisch widmet er einen Teil seines Buches. Wie bereitet man welchen Fisch zu, was ist ein küchenfertiger Fisch, was ist noch zu tun, wie brät, röstet, kocht man den Fisch richtig. Ebenso gibt er den verschiedenen Fleischsorten ausreichend Raum.

Dann widmet er sich wieder seinem Steckenpferd, dem richtigen Kochen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten. Er schlägt für jeden Monat saisonale Speisen und Gerichte vor und schwelgt in Empfehlungen.

Dann ist man erst beim Rezeptteil des Buches angelangt und hier folgen einige wirklich einfache Grundrezepte.

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Ein einfaches Brot, Brathühnchen, Nudelsuppe und dann Hinweise, wie man das einfache Gericht verändern, verbessern oder verfeinern kann. Alles ganz simple, mit reichbebilderten Erklärungen und tollen Ideen zur Veränderung und viel Bestärkung, es selbst zu verändern und zu variieren. Die Gerichte sind wirklich einfach und der versierte Koch wird hier nichts großartig ganz Neues finden, aber Anregungen für Veränderungen und allein Slaters Art über das Kochen zu schreiben, verursachen bei mir Genuss.

Rezepte für Suppen, Pasta, Kuchen, Süßigkeiten, für jeden ist etwas dabei. Nicht viele Rezepte, dafür mit Abwandlungen, interessanten Ideen zur Veränderung und eben tollen Worten.

Slaters Buch hat meine Erwartungen absolut erfüllt. Es ist fantastisch.

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Ich habe mich eben an die luxuriöse aromatische Nudelsuppe gewagt und sie ein wenig abgewandelt.

Zutaten:

2 Chilischoten

2-3 kleine Knoblauchzehen

1 walnußgroßes Stück Ingwer

ein paar Korandersamen

eine handvoll frischer Koriander und ein paar Wurzeln

Zitronengras

Sesamöl

Hühnerbrühe mit Fleisch (hab ich immer auf Vorrat selbstgemacht eingefroren)

400 ml Kokosmilch (fand ich etwas zu viel, nächstes Mal weniger)

Limettensaft

Nam Pla (Austernsoße aus dem Asialaden)

eine Handvoll Minze

Asiatische Nudeln (eine Handvoll)

Flusskrebsfleisch

Chilis halbieren und Kerne entfernen. Knoblauch schälen, Ingwer schälen. Chilis, Knoblauch, Ingwer, Zitronengrad, Koriandersamen (vorher zerstossen) zusammen mit dem Koriander (Blätter und Wurzeln) und einem Schuss Sesamöl zu einer Würzpaste verarbeiten.(Küchenmaschine oder Häcksler) Die Hälfte der Würzpaste im Topf erhitzen mit der Hühnerbrühe und der Kokosmilch ablöschen, zum Kochen bringen und 10 Min köcheln lassen. Krebsfleisch dazu geben, Nudeln dazu geben. Minze dazu geben.

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Mit Limettensaft und Austernsoße abschmecken.

Ich fand es fantastisch, scharf (aber nicht zu scharf, bin ja empfindlich), frisch und lecker.

Dem Mr war es etwas zu exotisch, ich befürchte die Kokosmilch war nicht seins. Er hat sein Tellerchen zwar aufgefuttert, aber wollte nicht unbedingt noch Nachschlag, so ist dass wenn der Mann so experimentierfreudig, wie eine Bodenfliese ist… seufz. Ich fands toll und die Suppe läßt sich auch super vorbereiten und zur Arbeit mitnehmen.         IMG_4674

 

Eat – das kleine Buch der Fastfood-Küche von Nigel Slater

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Wie ja mittlerweile alle hier wissen, bin ich eigentlich für diesen ganzen Küchengötterfankokelores nicht zu haben. Weder verehre ich Tim Mälzer, noch bekomme ich einen feuchten Schlüpfer wenn ich mir Jamie Oliver in meiner Küche vorstelle, aber einen gibt es, der haut mich dann doch immer wieder von den Socken.

Nigel Slater

Slater steht für unaufgeregte klassische Gerichte, mir hochwertigen und guten Zutaten. Eins haben alle seine Gerichte gemeinsam, sie sind nicht überladen, nicht zu vollgestopft mit Kram, sondern reduzieren sich auf das Wesentliche: guten Geschmack.

Ich fand bereits sein „Küchentagebuch“ und „Tender – Gemüse“ traumhaft, nicht nur weil die Gerichte darin so herrlich sind, sondern auch weil Slater nicht bloß Rezepte schreibt, sondern Geschichten. Jedes Rezept ist mit so viel Begeisterung für das Essen und Kochen und die Zutaten geschrieben, daß es häufig an sich schon Unterhaltungswert hat.

Sein Vorwort ist ein Traum, in „Eat“ geht es nicht darum in stundenlanger Kleinarbeit phantastische Leckereien zu kreieren, sondern es geht darum schnell gutes und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zu bekommen. Es geht ihm darum auch dann für gutes Essen zu sorgen, wenn wir keine Zeit haben uns viel Mühe zu geben und in denen es schnell gehen und trotzdem gut schmecken soll.

Um ihn zu zitieren:

„Nichts weiter als schlichtes köstliches Kochen. Für die Momente, in denen wir einfach nur ESSEN wollen.“

Nun so ähnlich hat Jamie Oliver das ja bereits versucht und so war ich sehr skeptisch, denn Jamie Olivers 15- Minuten Gerichte dauerten bei mir dennoch ewig und ließen mich stundenlang in der Küche stehen. Heute habe ich also ausprobiert, was Nigel Slater da vorschlägt.

Er macht dabei keine Zeitangaben und auch die Mengenangaben ergeben sich immer erst aus dem Rezept, nicht aus der Zutatenliste. Mir gefällt das, es zwingt mich das Rezept genau zu lesen, bevor ich beginne zu kochen.

Ich habe mich heute für gegrilltes Lamm mit Minz-Feta entschieden und mich für die Beilage von seinen Tomaten-Romana-Bruschetta inspirieren lassen.

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Bei mir sind Rezepte und Kochbücher ja häufig eher Inspirationsquelle und mich sklavisch an ein Rezept halten, findet bei mir eher selten statt. (Bei den Macarons hab ich es tatsächlich getan, weil die sonst ein großes Chaos geworden wären.)

Das gegrillte Lamm erfodert ein wenig Vorbereitungszeit, weil das Lamm in der Knoblauchsoße 1 Stunde kühl stehen soll. Da man in dieser Stunde allerdings ja wirklich nicht kocht, habe ich das mal nicht als Abzug in meine Fastfood-Wertung eingebracht.

Zutaten:

Olivenöl, 1 Knoblauchzehe (ich benutze fast nur noch den runden Ackerknoblauch, der ist köstlich!), 6 Lammkoteletts, 200 g Feta-Käse, 4 EL Joghurt, frische Minze, Pfeffer und Salz.

6 EL Olivenöl in eine flache Auflaufform geben und mit 1 geschälten und zerdrückten Knoblauchzehe, sowie etwas Salz und Pfeffer verrühren. Die Lammkoteletts in das Öl geben und wenden, so daß sie bedeckt sind, anschließend etwa eine Stunde an einen kühlen Ort stellen. (Das kann man natürlich auch schon am Vortag vorbereiten.) Ich bin hier vom Rezept abgewichen und habe in die Marinade außerdem ein wenig Zitronensaft und gehackte Minze gegeben.

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Dann für den Minzfeta den Fetakäse pürieren, Joghurt und Minzblätter, sowie etwas schwarzen Pfeffer dazu und weiter pürieren.

Die Kotletts im Backofen oder einer Grillpfanne garen, bis sie außen goldbraun und innen rosig pink sind.

Ich möchte erwähnen, daß ich dem Herrn des Hauses die Fetacreme als Joghurtsoße unter geschoben habe, weil er ja dieses Ekel-käse-esse-ich-nicht-Problem hat, der Herr hat zweimal Nachschlag genommen, wehe mich verpetzt wer!!

Für die Beilage habe ich mich dann von den Tomaten-Romana-Bruschettas inspirieren lassen und Miniromanasalat und Tomaten gegrillt und mit einer leckeren Vinaigrette mit Weißweinessig und Dijonsenf beträufelt.

Diese Dinge findet man in „Eat“ zu Hauf, Inspiration, Ideen, Kombinationen, Soßen, Variationen. Super.

Ich habe dann zum Knabbern dazu noch ein paar Papadums gemacht. Indische Fladenbrote, die ein wenig nach Chips schmecken. Ich muß gestehen, sie als Trockenfladen zu kaufen und dann nur noch zu fritieren, das geht rasch und schmeckt prima.

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Für alles zusammen, die Stunde Marinieren herausgerechnet, habe ich keine 12 Minuten gebraucht, bis das Essen auf dem Tisch stand und der Mann war der Meinung, ich hätte ihm ein Luxusmahl kreiert. Das nenne ich wirklich nachkochbares Fastfood und auch für mehr Personen, hätte ich nur unwesentlich länger gebraucht, das Pürieren erledigte die Küchenmaschine und viel geschnippelt wurde auch nicht, das Garen der Lammkoteletts dauerte wenige Minuten.

Perfekt.

In „Eat“ stecken von mir nun jede Menge Klebezettel mit markierten Rezepten für die Tage, an denen es wirklich zeitlich kaum klappt ordentlich zu kochen, damit ich eben doch ordentlich koche.

Schön finde ich, daß es diesmal zu fast jedem Gericht ein Foto oder Bild gibt, das hilft mir bei der Auswahl was ich nachkochen möchte, und was nicht, sehr und gestaltet das Buch außerdem wirklich schön.

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Dank des gut sortierten Index findet man alles gut wieder und kann sich anhand der Zutaten die Gerichte aussuchen.

Slater hat es erneut geschafft mich auf ganz einfache Art glücklich zu machen.

Dazu ist sein Buch in einem sehr handlichen Format, so daß es gut auch in der Küche Platz findet, es ist schwer genug, um aufgeschlagen liegen zu bleiben und die Schrift ist groß genug gewählt, damit ich auch ohne Brille in der Küche werkeln und alles lesen kann.

Erneut von mir eine ganz große Empfehlung für alle Fastfood-Köche, Food-Experimenteure, Leckerschmecker und Liebhaber der einfachen schnörkellosen Küche.

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Nigel Slater…

Bereits vor einigen Tagen purzelte hier vom DuMont Verlag das wunderschön gestaltete neue Kochbuch von Nigel Slater in den Postkasten.

Die äußere Aufmachung ist ähnlich, wie bei seinen beiden anderen im DuMont Verlag erschienen Kochbücher „Tender – Gemüse“ und „Tender – Obst“, wunderschön und sehr wertig.

Auf 543 Seiten stellt Slater 250 Gerichte vor, dabei gerät er ins Erzählen, ins Schwärmen, ins Berichten und allein vom Lesen seiner Schwätzerein neben den Rezepten bekommt man Hunger. Die Gerichte sind, wie von Slater gewohn,t einfach, aber besonders. Mit wenigen Zutaten erzielt er ein Geschmackserlebnis, das einfach fabelhaft ist. Bereits bei „Tender – Gemüse“ konnte er mich mit irrwitzigen Gewürzkombinationen locken und so tut er es auch hier in seinem Küchentagebuch.

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Da ich heute mit einer fiesen Erkältung auf dem Sofa herumliege, habe ich ein wenig in den Winter geblättert und mir dort ein Hühnersuppenrezept herausgesucht. Während ich mir die Zutaten zusammenstelle, die ich tatsächlich alle im Haus habe, aber so NIEMALS kombinieren würde (Hühnchen, Pfefferkörner, Sternanis, Zimtstange, Palmzucker, Ingwer, Nudeln, Gemüse, Thai-Basilikum), lese ich, was er zu dem 6.Januar, zu dem dieses Gericht gehört, zu berichten hat und fühle mich Dank seiner wunderbaren Gabe zu erzählen, sofort in seinen mit Rauhreif bedeckten Garten versetzt, in dem gerade die elementaren Lebenkräfte dazu eingeladen werden, das Wachstum der Pflanzen zu unterstützen. Ich schmunzele und bekomme noch mehr Lust auf diese Hühnersuppe.

Das Hühnchen schwimmt im Zimt-Anis-Sud und ich freue mich, blättere weiter durch dieses wundervolle Buch, lasse mich bezaubern, verlocken und klebe Notizzettel, unterstreiche, schmunzele vor mich und bekomme weiter Appetit, obwohl es mir doch eigentlich gerade ganz garstig geht.

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Slater schreibt von sich selbst, er sei kein Küchenchef, nicht einmal ein leidenschaftlicher Koch, sondern lediglich einer, der still begeistert und ein bißchen gierig ist und diese Gier nach guten Zutaten, nach dem Besten und Leckersten findet sich in jedem Satz und jeder Zeile dieses Buches wieder. Ja, auch hier finden sich Gerichte, die mich weniger ansprechen, aber es sind wirklich wenige, die meisten wecken sofort meinen Appetit. Dabei ist anzumerken, daß Slater sehr einfach kocht, er verzichtet sehr oft auf Salz oder Pfeffer, läßt eher die Zutaten ihren eigenen Geschmack entfalten, was ich sehr zu schätzen weiß, mag ich es doch auch eher mild und urtümlich.

Meine Hühner Nudelsuppe war ein Traum und selbst der Mann, den man mit Anis und auch mit Zimt sonst jagen kann, hat brav probiert und sich anschließend zweimal Nachschlag genommen.

Die Portionen im Buch sind teilweise etwas großzügig bemessen, da ich aber ja einen guten Esser an meiner Seite habe, ist das nicht dramatisch. Schade ist, daß es nicht zu jedem Gericht ein Bild gibt, aber das ist eben Slaters Art, Neugier wecken und die Freiheit lassen, es selbst optisch zu gestalten.

Nun könnte man meinen, daß durch den Aufbau im Rhythmus des Jahres das Ganze unübersichtlich wäre, ist es aber nicht. Dank des ausführlichen Glossars findet man jedes Gericht auf Anhieb anhand der Zutaten wieder und gerade dieser Aufbau lädt zum Stöbern und Ausprobieren ein. Dazu sind immer wieder Slaters Notizen und Überlegungen teilweise auch in den Rezepten, einfach nur wunderschön zu lesen.

Nachdem es heute dann die fantastische Nudelsuppe gab, springe ich morgen thematisch wieder in den August und werde uns lecker klebrige Hähnchenbeinchen mit Thymian und Knoblauch zubereiten.

Ich bin sicher Nigel Slater und sein Küchentagebuch, werden mich in Zukunft häufig beim Kochen begleiten und selbst wenn ich nicht daraus koche, werde ich darin lesen, während ich darauf warte, daß irgendwas fertig gegart ist.

Übrigens war Frau Katze ziemlich scharf auf die Suppe, obwohl sie sonst ja eher nicht scharf auf Futter ist…

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Ein Lehrbuch vom Gemüse

Nachdem ich im Frühling ja ein Lehrbuch vom Fleisch vorgestellt habe und total hingerissen war, nun die Veggie-Variante, ein Lehrbuch vom Gemüse.

Nigel Slaters Tender – Gemüse: von der Aubergine bis zur Zwiebel.

Leider muß ich zugeben, zur Zeit ein wenig im Weihnachtsstreß zu sein, daher gibt es von meinen ausprobierten Rezepten derzeit noch keine Blogposts oder Bilder, das folgt, sobald hier wieder halbwegs Ruhe eingekehrt ist. (Warum hat eigentlich bei uns auch noch die ganze Verwandtschaft und 2/3 der Freunde im Dezember in der Vorweihnachtszeit Geburtstag? Ist das gesteigerter Schwierigkeitsgrad, oder was?) Naja, ich habe also Zeitmangel, aber ich wollte dieses Buch unbedingt noch vor Weihnachten vorstellen, weil ich der Meinung bin, daß es ein unheimlich geniales und famoses Geschenk darstellt. (Gut ist nicht ganz günstig, aber der Preis lohnt sich, wirklich!)

Ich habe bislang 4 Gerichte ausprobiert. Die „Schlanke gebackene Aubergine mit Gurke und Joghurt“ war ein Traum, dem sich der Banause an meiner Seite zwar verweigerte, aber egal, da war dann mehr für mich da. Aubergine ist fast genauso böse und gemeingefährlich wie Käse behauptet er. Das ging wirklich zügig in der Zubereitung und war sehr simple. Absolute Anfängerküche würde ich sagen.

Dann habe ich Karotten Korianderpuffer gemacht, da konnte dann mein Küchenwichtel noch mal zeigen, was er drauf hat und hat alles fein klein geschnetzelt. Auch hier keine Probleme, klare Arbeitsanweisungen und wirklich lecker im Geschmack und Endergebnis. (Hierzu wird es dann auch noch einen Blogpost geben, Fotos sind gemacht, ich muß nur Zeit finden.)

Außerdem habe ich die Kartoffelsuppe mit Blutwurst und Petersilie ausprobiert, die gerade jetzt im Winter einfach nur herrlich lecker ist und schön wärmt (Auch hierzu hab ich feine Bildchen und werde vermutlich zwischen den Feiertagen einen Blogpost basteln und hier die Verlinkungen einbauen!)

Kurz, die ausprobierten Gerichte sind gelungen, die Rezepte simple formuliert und leicht nachzukochen, mit hohem Genußfaktor. Wirklich, das war alles lecker. Sehr lecker.

Aber zurück zum Buch. Nigel Slater hat hier nicht nur ein Kochbuch für Gemüse erstellt, nein er hat ein Lehrbuch geschrieben, in dem die wichtigsten europäischen Gemüsesorten vorgestellt werden und zwar nicht nur im Hinblick auf Rezepte, sondern auch im Hinblick auf den Gemüsegarten von Nigel Slater. Zu jedem Gemüse gibt es ein Kapitel, in dem sich auch eine kleine Pflanzen- und Artenkunde befindet, dazu gibt es Anbauhinweise für den Hobbygärtner. (Da ich immer noch auf einer Kiesgrube lebe ( Schatz, laß uns den Garten einfach komplett pflastern, BITTE!) und der Garten einfach noch nicht fertig ist, bin ich da zu wenig gartenfit, um zu beurteilen, wie richtig oder wie falsch die Hinweise dort sind, für mich liest es sich jedoch sehr logisch und gut erklärt. Ich werde das Buch sicherlich auch dann wenn unser Garten sich zum grünen Paradies gemausert hat (in 100 Jahren vermutlich) noch ein paar Mal bezüglich der Anbautipps zur Hand nehmen.

Auch hat mir hier der persönliche Touch des Buches gefallen, Slater beschreibt hier sehr unterhaltsam seine eigenen Erfahrungen, durchaus auch mal kleinere Fehlschläge, Ideen und bringt seine Begeisterung fürs Gärtnern und Kochen wunderbar auf den Punkt.

Nach diesem kleinen allgemeinen Teil zu jedem Gemüse folgen passende Rezepte und das nicht zu knapp. Hunderte von Rezepten finden ich sich in diesem Wälzer, der sich übrigens auch auf der Küchenanrichte unheimlich schick ausmacht. Für jeden Geschmack, jede Jahreszeit und jeden Koch ist was dabei, vom Anfänger, bis zum Fortgeschrittenen wird man hier fündig.

Die Aufmachung des Buches mit Bebilderung, Papier, Bindung und Schutzumschlag ist passend zum Preis entsprechend hochwertig und wunderschön. Allerdings, hier mein kleiner Kritikpunkt, hätte ich mir tatsächlich zu jedem Rezept ein Bild gewünscht, das fehlt hin und wieder und da ich ja visuell koche und immer wissen muß, wie es aussehen sollte, obwohl es bei mir dann doch nie so aussieht, seufz, störte mich das ein wenig. Die vielen wunderschönen Bilder zu den meisten Rezepten und dem Garten, bzw. den Gemüsearten tröstete mich darüber jedoch hinweg.

Von mir also eine klare Kauf- und auch Geschenkempfehlung. Nigel Slater hat hier ein umfassendes, wenn auch nicht abschließendes Werk zum Thema Gemüse geschaffen, das mich total begeistern konnte und sicherlich noch oft zum Einsatz kommen wird.

So endlich Zeit zu Bloggen und hier kommt die Kartoffelsuppe!

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Zutaten 500 g Kartoffeln, eine Stange Porree, (Nigel Slater hat noch Staudensellerie reingetan, den lasse ich jedoch weg, weil es keinen gab!), 40 g Butter, etwas Gemüsebrühe, Pfeffer und Salz, „Ahle Blutwurst“ (geräucherte Blutwurst)

Die Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden, den Lauch in feine Ringe hacken.

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Lauch und Butter in einen großen Topf geben und erhitzen, bis der Lauch weich wird, sich jedoch noch nicht verfärbt. Die Kartoffen (und gegebenenfalls den Staudensellerie) dazu geben und leicht dünsten, nach 15 Minuten mit der Gemüsebrühe angießen und so lange kochen lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Wer mag püriert, wer nicht mag, läßt es.

Ich hab es so stückig gelassen.

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Die Blutwurst in feine Scheiben schneiden, die Hülle entfernen und in einer Pfanne kurz rösten, dann auf die Suppe geben.

Ich fands herrlich lecker, dem Mann behagte der sehr intensive Geschmack der geräucherten Blutwurst mal wieder nicht, gut, blieb mehr für mich übrig! IMG_2453