Der vierte König 

Die Strickelfen waren mal wieder auf Gastrotour. Diesmal hat es uns zum 4. König verschlagen. Wir hatten den Artikel im Stadtanzeiger gelesen und waren neugierig, was uns da wohl geboten würde.

Gestern war es dann so weit, 7 Strickelfen fielen mit hungrigen Bäuchen in den vierten König ein.

Wir wurden vom sehr zuvorkommenden Personal sehr freundlich und humorvoll begrüßt und zu unserem Tisch geleitet. Es war genug Platz für alle an der langen Tafel und die Einrichtung gefällt mir sehr gut. Ein bißchen verspielt, ein bißchen nostalgisch, ein wenig romantisch, von allem nicht zu viel.

Ich saß auf der Holzbank an der Wand und muß gestehen nach einiger Zeit froh gewesen zu sein, dass es Kissen auf der Bank gab, die war so 100%ig bequem nicht.

Das tat aber dem Genuß des Abends keinen Abbruch.

Die meisten von uns hatten sich für das 5 Gänge-Menü entschieden, zweimal gab es das vegetarische Menü und zweimal Speisen a la carte.

Die Portionen waren so bemessen, dass man auch nach 3 Gängen gesättigt gewesen wäre, also ich zumindest. Wir sind aber ja maßlos und wenn es schon so lecker ist, dann will ich auch alles probieren.

Der Gruß aus der Küche war fantastisch, eine Knuspergarnele mit Cocos- Schäumchen (das war toll!!!) und ähm… irgendwas Püriertes, aber sehr lecker, ich war nur reizüberflutet und hab vergessen was….

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

DAS MENÜ ANGEBOT IM JUNI

In indischen Gewürzen geräucherte Lachsforellenterrine mit Algensalat und Koriander-Eis / Das war fantastisch. Der Algensalat war ein Gedicht und das Koriandereis, sehr speziell und lecker. Ich hatte ja letztens im „Kleinpetersberg“ schon mal Pestoeis, das hier war ähnlich, aber nochmal besser und mit Krokant (??) nochmal auf eine andere Stufe gehoben. Das war für mich tatsächlich der beste Gang. Wir rätseln allerdings noch immer, was das orange-gelbe Früchtchen (??) unten rechts im Bild ist. Wir tippen auf Maulbeere oder Mispel, haben aber vergessen zu fragen. Die Blümchen stammen übrigens, wie der Koch uns berichtete, selbst gepflückt aus der Rheinaue in Langel, das kennen wir ja bereits von unserem Besuch im „Zur Tant„.

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und/oder

Ayran-Kichererbsenmehl Suppe mit Kaninchen-Balotine / Das war ebenfalls sehr lecker, ich mag Kaninchen normalerweise nicht sonderlich und finde es schmeckt immer etwas streng. Das hier war wirklich extrem gut und das Popadum hat mich auch überzeugt. Die Suppe war würzig, aber nicht zu scharf und wirklich sehr spannend komponiert.

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Beim Hauptgericht haben wir uns alle für den Schweinebauch asiatisch und geschmorte Schweinebäckchen mit Pfifferlingen und Rahmspitzkohl entschieden.

Die Schweinebäckchen waren eine Offenbahrung. Die waren so zart und zergingen auf der Zunge, köstlich. Die Pfifferlinge fand ich auch sehr gut und der Spitzkohl hatte eine sehr ungewöhnliche Würzung, die mir ebenfalls gefallen hat. Der Schweinebauch war auch lecker, leider für mich alte Mimose zu scharf, ich hab zwei Höflichkeitsbissen gegessen, aber mein Magen macht sowas leider nicht mit, daher durfte Soluna meinen Schweinebauchrest futtern. Ich bin aber wirklich sehr sehr empfindlich und sonst fand niemand den Schweinebauch zu scharf, ich bin also wirklich kein Maßstab.

Der vierte König in Köln

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Käsevariation mit Chutney / Gut, die Schieferplatte ist eigentlich schon lange nicht mehr hip und ich gebe zu, ich mag es nicht von einer Schieferplatte zu essen, mich stört schon das Geräusch, dass die Gabel darauf macht, aber der Käse hat das einfach wieder wett gemacht. Ich hoffe, ich habe mir alles richtig gemerkt, ich hatte einen sehr weichen und sahnigen Brie mit sehr starkem würzigem Geschmack (oben rechts), dann einen Ziegenfrischkäse mit Aschekruste und einen Bergkäse mit Kräutern. Alle drei waren fantastisch. Sehr lecker. In dem Glasschälchen war Koriander-Karamel (??) was wirklich ganz außergewöhnlich und für meinen Gaumen mit nichts anderem vergleichbar geschmeckt hat und unheimlich gut zum Brie und dem Ziegenkäse paßte. Sehr grandios fand ich auch den eingelegten Knöterich dazu. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Chutney hingegen war gar nicht meins. Ich kann nicht sagen, was es war, ja es war Paprika drin, die vertrage ich ja eh nicht so gut, aber es war noch irgendetwas anderes, das mich gestört hat. Auch hier ist das natürlich Geschmackssache und der Käse und die beiden anderen Beilagen waren fantastisch. Frau Feinmotorik war vom Chutney aber auch eher nicht soooo begeistert. Wir hatten übrigens alle unterschiedliche Käsesorten auf unseren Schiefertäfelchen, was das gemeinsame Essen natürlich nochmal interessanter gestaltete.

Der vierte König in Köln

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und/oder

Aprikosen-Safran Creme mit Old Monk Eis / Das war wieder wirklich grandios, aber auch hier haben wir eine Frucht (?), die wir nicht identifizieren konnten. (oben links neben der Brombeere), wir würden auf eine Maulbeere oder ähnliches tippen, sind aber auch da nicht sicher. Das feine Gebäckstück war sehr lecker und irgendwie herb gewürzt. Die Aprikosen-Safran-Creme war himmlisch, ich hab immer ein wenig Angst vor Safran, weil ich es schnell seifig finde, das war hier nicht der Fall. Das Old Monk Eis war ebenfalls sehr gut. Schön cremig und dicht und nicht unnötig mit Luft aufgeschlagen, dazu ein sehr leckeres Krokant (??) und Früchte. Das war ein sehr leckerer Abschluss.

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3 Gang 39€ | 4 Gang 47€ | 5 Gang 54€

Die Preise sind für den Anspruch, das aufmerksame und wirklich sehr sympathische Serviceteam absolut erschwinglich. Ja, der Laden hat noch keinen Stern, der kommt aber sicherlich bald, also geht hin, erfreut euch an wirklich ungewöhnlichen Kompositionen und sehr interessanten Geschmacksmomenten. Es war wirklich ein Genuß und wie gesagt, wer erstmal nur probieren will, auch nach 3 Gängen wäre ich durchaus gesättigt gewesen.

Zwischendurch brachte man uns dann nochmal eine kleine Erfrischung, ein Birne-Ingwer- Sorbet und sorry, das war so ziemlich der geilste Scheiß, den ich in letzter Zeit gegessen habe. Ich wollte mich in meinem Schälchen wälzen und mir das Zeug auf den Körper schmieren und dabei mag ich gar keine Birne… ups. Wirklich, das war extremst lecker und brachte bei den sehr schwülen Temperaturen wirklich eine angenehme Abkühlung.

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Sehr witzig, war unsere Begnung kurz nachdem wir Platz genommen hatten, eine Dreiergruppe ging an unserem Tisch vorbei und die letzte Dame hielt plötzlich an, guckte, stutzte, lachte und begrüßte uns. Strickerinnen erkennen sich nun mal immer wieder, selbst wenn sie sich zuletzt auf dem Wollfest vor 3 (!!) Jahren gesehen haben. Silke Ufer stand da plötzlich vor uns und wir haben natürlich ein Bloggerfoto mit mir und Frau Feinmotorik gemacht. (Ja, ich bin wirklich sehr klein…. schweigt still… )

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Ich wollte den  a la carte Damen nicht ständig mit meinen Fotos auf den Geist gehen, daher habe ich nur den in hausgemachtem Curry gebeizten Lachs mit Kartoffelschaum und Bärlauchöl von der Maschenprobenuschi fotografiert, aber wenn ich es richtig mitbekommen habe, dann waren auch bei den Damen alle Gerichte wirklich sehr gut und stimmig.

Auch die vegetarische Menüfolge paßte sehr gut und hat den Ladies gut geschmeckt.

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Die Weinauswahl ist erlesen und umfangreich, da ist für jeden Geschmack etwas dabei und preislich bewegte sich das alles durchaus im Rahmen. Ich selbst habe allerdings lediglich einen Cremant als Aperetif getrunken, da ich der Taxiservice für die Ladies war, ansonsten hab ich Johannisbeerschorle gehabt. Sehr lecker und fruchtig, hat für mich sehr gut zum Essen gepaßt.

Unsere Weintrinker, waren vom empfohlenen Wein so begeistert, dass aus einem Glas dann doch eine Flasche wurde und ich habe sehr oft gehört: „Der riecht so toll nach Apfel!“

Ich bin wirklich kein Weinkenner, weiß aber, was mir schmeckt und was nicht und bin daher immer auf eine gute Empfehlung angewiesen, die bekam man hier.

Schön auch, der schnörkellose Service, wir bekamen alles erklärt, es wurde zügig nachgeschenkt und es blieb wirklich kein Wunsch offen, dabei waren die Servicekräfte alle samt sehr humorvoll und brachte sich in unsere lustige Damenrunde gut ein.

Ich befürchtete, wir wären mit unserer guten Stimmung vielleicht ein wenig laut gewesen, aber das stelle zu keinem Zeitpunkt ein Problem dar. Allerdings ist der Lärmpegel im Lokal tatsächlich bei voller Besetzung grundsätzlich etwas hoch. Ich empfand das aber als durchaus noch im Rahmen.

Sehr freundlich fand ich auch den Chef. Jaspreet Dhaliwal drehte natürlich seine Abendrunde und verweilte auch an unserem Tisch. Ein sehr ruhiger und leiser Mann, der uns fast schon schüchtern fragte, ob alles in Ordnung sei und es gemundet habe und der auf unser Lob hin ein wenig verschämt lächelte und uns begeistert und mit leuchtenden Augen berichtete, dass er die Kräuter und Blümchen alle selbst gepflückt habe. Das war sehr angenehm und erfrischend anders, als die sehr präsenten und auffälligen Köche, die ich sonst aus diesen Situationen kenne.

Herr Dhaliwal, es war wirklich köstlich!

Fazit: Hingehen, das war wirklich ganz tolle außergewöhnliche und sehr gute Küche, mit Überraschungen und Kombinationen, die ich mir so nicht hätte vorstellen können, die aber durchaus sehr gut geschmeckt haben. Absolut lohnenswert! Danke für den wunderschönen Abend!

Die Karte wechselt übrigens immer am ersten Mittwoch des Monats!!

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Eat – das kleine Buch der Fastfood-Küche von Nigel Slater

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Wie ja mittlerweile alle hier wissen, bin ich eigentlich für diesen ganzen Küchengötterfankokelores nicht zu haben. Weder verehre ich Tim Mälzer, noch bekomme ich einen feuchten Schlüpfer wenn ich mir Jamie Oliver in meiner Küche vorstelle, aber einen gibt es, der haut mich dann doch immer wieder von den Socken.

Nigel Slater

Slater steht für unaufgeregte klassische Gerichte, mir hochwertigen und guten Zutaten. Eins haben alle seine Gerichte gemeinsam, sie sind nicht überladen, nicht zu vollgestopft mit Kram, sondern reduzieren sich auf das Wesentliche: guten Geschmack.

Ich fand bereits sein „Küchentagebuch“ und „Tender – Gemüse“ traumhaft, nicht nur weil die Gerichte darin so herrlich sind, sondern auch weil Slater nicht bloß Rezepte schreibt, sondern Geschichten. Jedes Rezept ist mit so viel Begeisterung für das Essen und Kochen und die Zutaten geschrieben, daß es häufig an sich schon Unterhaltungswert hat.

Sein Vorwort ist ein Traum, in „Eat“ geht es nicht darum in stundenlanger Kleinarbeit phantastische Leckereien zu kreieren, sondern es geht darum schnell gutes und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zu bekommen. Es geht ihm darum auch dann für gutes Essen zu sorgen, wenn wir keine Zeit haben uns viel Mühe zu geben und in denen es schnell gehen und trotzdem gut schmecken soll.

Um ihn zu zitieren:

„Nichts weiter als schlichtes köstliches Kochen. Für die Momente, in denen wir einfach nur ESSEN wollen.“

Nun so ähnlich hat Jamie Oliver das ja bereits versucht und so war ich sehr skeptisch, denn Jamie Olivers 15- Minuten Gerichte dauerten bei mir dennoch ewig und ließen mich stundenlang in der Küche stehen. Heute habe ich also ausprobiert, was Nigel Slater da vorschlägt.

Er macht dabei keine Zeitangaben und auch die Mengenangaben ergeben sich immer erst aus dem Rezept, nicht aus der Zutatenliste. Mir gefällt das, es zwingt mich das Rezept genau zu lesen, bevor ich beginne zu kochen.

Ich habe mich heute für gegrilltes Lamm mit Minz-Feta entschieden und mich für die Beilage von seinen Tomaten-Romana-Bruschetta inspirieren lassen.

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Bei mir sind Rezepte und Kochbücher ja häufig eher Inspirationsquelle und mich sklavisch an ein Rezept halten, findet bei mir eher selten statt. (Bei den Macarons hab ich es tatsächlich getan, weil die sonst ein großes Chaos geworden wären.)

Das gegrillte Lamm erfodert ein wenig Vorbereitungszeit, weil das Lamm in der Knoblauchsoße 1 Stunde kühl stehen soll. Da man in dieser Stunde allerdings ja wirklich nicht kocht, habe ich das mal nicht als Abzug in meine Fastfood-Wertung eingebracht.

Zutaten:

Olivenöl, 1 Knoblauchzehe (ich benutze fast nur noch den runden Ackerknoblauch, der ist köstlich!), 6 Lammkoteletts, 200 g Feta-Käse, 4 EL Joghurt, frische Minze, Pfeffer und Salz.

6 EL Olivenöl in eine flache Auflaufform geben und mit 1 geschälten und zerdrückten Knoblauchzehe, sowie etwas Salz und Pfeffer verrühren. Die Lammkoteletts in das Öl geben und wenden, so daß sie bedeckt sind, anschließend etwa eine Stunde an einen kühlen Ort stellen. (Das kann man natürlich auch schon am Vortag vorbereiten.) Ich bin hier vom Rezept abgewichen und habe in die Marinade außerdem ein wenig Zitronensaft und gehackte Minze gegeben.

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Dann für den Minzfeta den Fetakäse pürieren, Joghurt und Minzblätter, sowie etwas schwarzen Pfeffer dazu und weiter pürieren.

Die Kotletts im Backofen oder einer Grillpfanne garen, bis sie außen goldbraun und innen rosig pink sind.

Ich möchte erwähnen, daß ich dem Herrn des Hauses die Fetacreme als Joghurtsoße unter geschoben habe, weil er ja dieses Ekel-käse-esse-ich-nicht-Problem hat, der Herr hat zweimal Nachschlag genommen, wehe mich verpetzt wer!!

Für die Beilage habe ich mich dann von den Tomaten-Romana-Bruschettas inspirieren lassen und Miniromanasalat und Tomaten gegrillt und mit einer leckeren Vinaigrette mit Weißweinessig und Dijonsenf beträufelt.

Diese Dinge findet man in „Eat“ zu Hauf, Inspiration, Ideen, Kombinationen, Soßen, Variationen. Super.

Ich habe dann zum Knabbern dazu noch ein paar Papadums gemacht. Indische Fladenbrote, die ein wenig nach Chips schmecken. Ich muß gestehen, sie als Trockenfladen zu kaufen und dann nur noch zu fritieren, das geht rasch und schmeckt prima.

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Für alles zusammen, die Stunde Marinieren herausgerechnet, habe ich keine 12 Minuten gebraucht, bis das Essen auf dem Tisch stand und der Mann war der Meinung, ich hätte ihm ein Luxusmahl kreiert. Das nenne ich wirklich nachkochbares Fastfood und auch für mehr Personen, hätte ich nur unwesentlich länger gebraucht, das Pürieren erledigte die Küchenmaschine und viel geschnippelt wurde auch nicht, das Garen der Lammkoteletts dauerte wenige Minuten.

Perfekt.

In „Eat“ stecken von mir nun jede Menge Klebezettel mit markierten Rezepten für die Tage, an denen es wirklich zeitlich kaum klappt ordentlich zu kochen, damit ich eben doch ordentlich koche.

Schön finde ich, daß es diesmal zu fast jedem Gericht ein Foto oder Bild gibt, das hilft mir bei der Auswahl was ich nachkochen möchte, und was nicht, sehr und gestaltet das Buch außerdem wirklich schön.

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Dank des gut sortierten Index findet man alles gut wieder und kann sich anhand der Zutaten die Gerichte aussuchen.

Slater hat es erneut geschafft mich auf ganz einfache Art glücklich zu machen.

Dazu ist sein Buch in einem sehr handlichen Format, so daß es gut auch in der Küche Platz findet, es ist schwer genug, um aufgeschlagen liegen zu bleiben und die Schrift ist groß genug gewählt, damit ich auch ohne Brille in der Küche werkeln und alles lesen kann.

Erneut von mir eine ganz große Empfehlung für alle Fastfood-Köche, Food-Experimenteure, Leckerschmecker und Liebhaber der einfachen schnörkellosen Küche.

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Schlank-Joker… alles klar?

Ich habe ein neues Kochbuch!

Heidewitzka und was für eins, eins zum ABNEHMEN! Gut, mag der ein oder andere jetzt denken, wo will Janie denn bitte bei ihren 48 kg noch abnehmen.

WILL ICH GAR NICHT! Aber ich wußte, daß da ganz viele Sachen drin sind, die ich total gut und lecker und spannend fand und daher vergesse ich diesen Schlankquatsch und mir geht es nur um die Rezepte. Wobei Quatsch ist nicht nett, denn das Buch birgt wirklich viele Infos und vorallem nennt es Alternativen zu den Dickmachern, die man so im Essen verwendet, wer also wirklich abnehmen und die Art zu Kochen umstellen möchte, der ist mit dem Kochbuch gut beraten. Ich koche häufig ohnehin schon so, wie das Buch es vorschlägt, daher wollte ich wirklich nur die tollen Gerichte, kennenlernen, die ich bereits beim Stöbern entdeckt hatte.

Beispiele:

Grüne Gazpacho mit Avocado, Frühstückscrepes mit Erdbeer-Bananen-Creme, Ziegen-Toasties mit Honig und Nüssen, Gedeckte Äpfel mit Apfelzimtfüllung, Kräuterwaffeln, Schweinefilet mit Feigen und Zitronen… und vieles mehr, was mich sofort ansprach.

Es sind wirklich nur sehr wenige Gerichte dabei, die mich weniger reizten und nichts ist dabei, was ich nicht zumindest ausprobieren würde.

Hier geht es allerdings nicht um die Einhaltung eines strengen Diätplans, sondern mehr um das bewußtere Kochen, bei dem auf Dickmacher, wie Sahne oder Butter bewußt verzichtet wird. Ich fands toll, heute habe ich die Linsensuppe mit Orange und Datteln gekocht. Das Rezept ist simple und schnell fertig, ich war keine 20 Minuten in der Küche beschäftigt und es schmeckt wirklich gut und ist mal etwas ganz anderes. Überhaupt sind die Gerichte wirklich neuartig, manchmal nur durch eine ungewöhnliche Zutat aufgepeppt, manches total überraschend. Ich finds toll.

Die Anzahl der Gerichte ist sehr umfangreich, leider sind nicht immer alle bebildert, aber darüber kann ich hier hinwegsehen, denn wie üblich bei den Büchern des Kosmosverlags, gefällt mir die Aufmachung sehr gut.

Zwischen den Rezepten finden sich immer noch Tipps, für den Bürolunch oder auch die schnelle Brotzeit.

Ob man mit diesem Schlank-Joker-Prinzip nun wirklich abnimmt, oder ob man lediglich kleine Sünden durch die Schlank-Gerichte ausgleicht, ganz egal, ich fand alles ausprobierte bisher lecker und die Gerichte treffen genau meinen Geschmack, schön leicht, frische Zutaten, etwas extravagant.

Sehr lecker!

Rezept für die Linsensuppe.

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Ich habe statt des Pak Choi Mangold nehmen müssen, da ich mal wieder nirgendwo Pak Choi auftreiben konnte. Schmeckte aber auch damit gut. Außerdem habe ich NICHT püriert, da der Mann sonst die Nahrungsaufnahme verweigert hätte…

Zutaten:

1 kleine rote Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Bioorange, 6 getrocknete Datteln, 1 TL Sesamöl, 1 Messerspitze Chilipulver (hab ich weggelassen), 1/2 TL Cumin, 150 g rote Linsen, 500 ml Gemüsebrühe, 1 kleiner Pak Choi (oder eben Mangold), 2 EL Sojasoße, 80 g Ziegenjoghurt.

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Zwiebel und Knoblauch fein hacken, die Orangenschale abschaben und dann den Saft auspressen, Datteln entsteinen und fein hacken. Öl in einen Topf geben und Knoblauch und Zwiebel anbraten, dann die Linsen hinzugeben und mit der Gemüsebrühe ablöschen. 10 Minuten köcheln lassen. Chili und Cumin dazu geben, etwas salzen. Den Pak Choi in feine Streifen schneiden und in einer Pfanne mit der Sojasoße scharf anbraten.

Datteln und Orangensaft/-schale zur Suppe geben. Wer mag den Ziegenjoghurt unterrühren, wer nicht mag, läßt ihn weg. 🙂

Nun sollte man die Suppe pürieren, hab ich wie gesagt nicht gemacht, sondern den Pak Choi habe ich einfach untergehoben, anstatt ihn zum Garnieren zu verwenden.

Mir hat es geschmeckt, im Schälchen ist nur meine Probierportion, der Rest ist nämlich mein Lunchpaket für morgen auf der Arbeit.

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VEGAN-Projekt – Alltagstaugliche Vegane Küche gibt es doch!

Nachdem ich also, wie in meiner Rezension zu Attila Hildmanns „Vegan for Fit“ verdeutlicht, mit Herrn Hildmanns Buch einfach nicht parat kam und vorallem seine Gerichte für mich mengemäßig nicht paßten, nämlich deutlich zu viel und zu fettig waren, habe ich nach Alternativen gesucht und diese in „La Veganista“ gefunden.

Die Autorin, gibt mir alles, was ich bei Hildmann vermißt habe. Sie erklärt Zusammenhänge, zeigt Alternativen zu teueren Ersatzprodukten auf, und schildert simple und einfach Zusammenhänge. Erklärt, wie man Tierprodukte sinnvoll ersetzen kann, wie man Eier zum Beispeil beim Backen durch andere „pflanzliche Klebemittel“ ersetzt und ist dabei witzig, charmant und nicht dogmatisch.

Die Rezepte, die ich nachgekocht habe, gingen schnell, waren einfach zuzubereiten und deutlich weniger teuer, als es bei den Rezepten von Hildmann der Fall war. Auch hier benutzt man hier und da teure Superfoods oder aber schwer zu bekommende Zutaten, allerdings findet man dann zumeist in einem kleinen Kästchen Hinweise, wie man diese Zutaten ersetzen kann oder wie man sie günstig bekommt. Das fand ich sehr positiv.

Vorallem ist es der Autorin gelungen, mir zu vermitteln, das Veganismus gar nicht so fettig ist, wie er mir bei Hildmann präsentiert wurde, die Gerichte waren alle leicht und lecker, es kamn in wesentlich weniger Gerichten Soja vor oder Nüsse, wo ich ja meine Probleme mit habe.

Das Buch bietet zwar auch keinen Plan zur Umstellung auf die vegane Küche, allerdings wird es auch nicht in der Form vermarktet oder angepriesen, sondern ist eben ein Kochbuch und will auch gar nicht mehr sein.

Es ist ein gutes Kochbuch, ein verständliches, eines dessen Rezepte funktionieren und mir schmecken.

Somit hier alle Daumen hoch. Das lohnt sich und ist hübsch anzusehen.

Das Blog der Autorin Nicole Just, das ich als sehr lesenswert empfinde, ist übrigens hier zu finden.

KLICK

Schnelle feine Köstlichkeiten!

Habt ihr auch solche Klassiker? Kleine Gerichte, die ihr immer wieder zubereitet, in die ihr euch vor Genuß am Liebsten reinknien würdet?

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Mein Liebling ist seit frühester Kindheit Shrimpssalat in der Avocado und das vorallem und auch, weil es so eine herrliche Sauerrei ist, die vollreife Avocado leer zu löffeln.

Himmlisch!

Man nehme für zwei Portionen:

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Eine Handvoll frischer Shrimps (Flußkrebse oder ähnliches geht natürlich auch). 200 ml Joghurt, eine halbe Dose Palmherzen und zwei kleine Avocados (vollreif), etwas Zitrone, Pfeffer und Salz.

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Palmherzen in kleine Ringe schneiden, mit den Shrimps vermischen, Joghurt drüber, Pfeffer und Salz und Zitrone nach Geschmack dran. Avocados halbieren, Kern raus und mit dem Shrimpssalat befüllen.

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Fertig!

Lecker vorallem, wenn alles schön gekühlt ist!

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Wer weniger gerne in der Avocado herummatschen möchte, kann diese natürlich auch in kleine Stücke säbeln und einfach unter den Salat geben. So wie hier:

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