Haruki Murakami – Von Männern, die keine Frauen haben

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Haruki Murakami

Von Männern, die keine Frauen haben

Dumont Verlag

Wer aufmerksam der Facebookseite gefolgt ist, der weiß, daß ich seit einigen Wochen die Kurzgeschichten von Murakami lese und wundert sich sicher schon, wo denn die Rezension zu diesem neusten Murakami bleibt.

Nun, ich habe mir Zeit gelassen, ich liebe Murakamis Art zu schreiben, seine Beschreibungen, seine Figuren, die immer etwas seltsam und dennoch erschreckend normal sind und darum wollte ich diesmal viel Zeit mit Ihnen verbringen, daher habe ich mich selbst gebremst, langsam gelesen, die Texte genossen und Murakamis Welt auf mich wirken lassen.

Es war ein phantastisches Leseerlebnis, wenn er seine Figuren in ihren einsamen und oft traurigen Leben beschreibt, wenn er sie dann doch etwas wunderschönes erleben oder in tiefe Abgründe fallen läßt, dann berührt das den Leser aufgrund von Murakamis ganz besonderer Erzählweise und Sprache in einer Art, die ich bei keinem anderen Autoren erlebt habe. Selbst in den Kurzgeschichten gelingt es Murakami den Leser so detailreich in die Situation zu ziehen, so präzise zu beschreiben, ohne dabei ausschweifend oder langatmig zu werden, daß es eine wahre Freude ist.

Ja, Murakamis Texte sind immer auch ein wenig bedrückend, deprimierend oder traurig, aber sie sind so echt, so nah und so einfühlsahm, daß sie mich immer wieder aufs neue beeindrucken.

In seinen Geschichten offenbart er eine Einsicht in unsere menschliche Psyche und eine Beobachtungsgabe, die seiner Erzählkunst in nichts nachsteht.

Ich hatte in diesem Jahr so sehr gehofft, daß der Literaturnobelpreis an ihn gehen würde, stattdessen ist er an einen Autoren gegangen, den ich bestenfalls nichtssagend finde. Sehr Schade, ich hoffe im nächsten Jahr, ist man da mehr auf der asiatischen Welle unterwegs.

Doch in diesem Buch sind nicht nur die Texte wunderschön, trotz ihrer Traurigkeit und Düsternis, nein dieses Buch hat auch einen einfach nur fantastisch schönen Umschlag. Es war mir jeden Abend eine Freude, mit den leuchtenden Farben in die Kissen zu sinken und zu schmökern.

Ich werde sowohl Umschlag als auch Texte in den nächsten Wochen vermissen…

Wie im Schlaraffenland

Heute möchte ich euch sehr eindringlich ein wunderschönes Buch ans Herz legen.

Zwar kein reines Kochbuch, eher ein Lesebuch mit Kurzgeschichten, ich liebe sie!
Wirklich, wenn man mir eine Freude machen will, schenkt man mir einen kleinen Band mit witzigen, intelligenten Kurzgeschichten, leider sind diese kleinen Bände mit kurzen intelligenten Kurzgeschichten selten geworden, denn meist, sind sie entweder nicht kurz oder nicht intelligent oder einfach schrecklich.
Dieses Büchlein hier, ist aber genau was ich wollte. Witzig, nachdenklich, kritisch, amüsant, intelligent. Mit viel Liebe zum Kochen und zum Essen berichtet Stevan Paul Begebenheiten rund ums Essen, dabei spielt das Kochen mal eine große, mal eine weniger große Rolle und manchmal ist auch das Essen eher Nebensache. Ich wurde bei jeder Geschichte überrascht, zum Lachen gebracht oder habe hier und auch da nachdenklich die Stirn gerunzelt und langsam genickt. Stevan Paul hat eine erfrischende leichte Art zu schreiben und selbst Banalitäten kann er unterhaltsam und fesselnd berichten.
Die Rezepte, immer eines passend zu jeder Geschichte, hören sich lecker, raffiniert und nachkochenswert an. Ich saß während des Lesens im Fortbildungsinstitut für zwei Wochen bei schrecklichem Kantinenessen fest und wäre in meinem Zimmerchen vor Hunger und Lust auf Linsengericht, Milchreis, Ochsenbacken und Ziegenkäseblätterteigdingsern fast vergangen.
Danke. Es war mir ein Genuß!
Gerne noch einen Nachschlag!

Stevan Paul blogt selbst auf www.nutriculinary.com einem der wenigen Blogs, die ich tatsächlich fast täglich besuche, immer in der Hoffnung, doch einen neuen Eintrag vorzufinden.