Die Kunst vegan zu backen – Axel Meyer

Vorab, ein aus meiner Sicht großes Manko des Buches ist sein sehr empfindlicher und nicht abwaschbarer Umschlag. Im Gegensatz zu den üblichen Kosmos Kochbüchern ist der hier sehr grob und nicht glatt glänzend. Meine Kochbücher liegen in der Küche und wenn ich sie nutze, liegen sie auch mal direkt neben dem Herd oder der Spüle, da wünsche ich mir eine robuste Beschaffenheit, die sich auch gut reinigen läßt, das ist hier leider nicht gegeben.

Zum Buch:
Es ist aufgebaut, wie die anderen Kochbücher des Kosmos Verlag auch. Rezepte schön bebildert mit großformatigen Fotos, einer Zutatenliste und speziellen Tipps am Rand oder der Seite.
Das ist übersichtlich, das gefällt mir.
Das Design ist ebenfalls wie bei den anderen Büchern des Verlags, klar und einfach, dabei aber schön und appetitlich. Mir gefallen die Designs der Bilder, die einfachen klaren Aufnahmen ohne viel Schnick und Schnack.

Angenehm finde ich, daß sich hier tatsächlich auf die Rezepte, Anregungen und Erklärungen beschränkt wird. Es geht hier nicht darum zu bekehren oder zu revolutionieren, sondern Anregungen zu bieten, Ideen unter die Leute zu bringen und Alternativen aufzuzeigen. Dieses Buch ist tatsächlich ein Backbuch, kein Buch über Veganismus!
Schön sind auch die ersten einleitenden Kapitel. Die Kunst des Knetens, der Kontakt zum Teig und Getreide. Hier habe auch ich noch einiges gelernt und werde wohl in Zukunft auch häufiger experimentieren und nicht zum Nullachtfuffzehn-Mehl greifen.

Anschließend folgen die Kapitel mit Rezepten:
Brötchen – feines Kleingebäck.
Hier findet sich ein gutes und solides Grundrezept, nun gut, Brötchen sind ohnehin meist vegan, also ohne Ei, Butter oder Milch gefertigt, so besonders ist das hier also noch nicht. Allerdings ist der hier vorgeschlagene Teig wirklich flott angerührt und muß auch nur 40 Min ruhen.
Dann folgen verschiedene Brötchenvarianten, die ich alle aber nicht soooo außergewöhnlich fand. Die Mohnbrötchen mit Haselnüssen werde ich allerdings in jedem Fall ausporbieren, trotz Nußallergie, da muß ich dann durch 🙂
Auch ein schönes Rezept für Scones gibt es hier und da wurde es für mich zum ersten Mal richtig interessant, denn Scones ohne Butter und Milch finde ich schon eine Herausforderung. Diese hören sich für mich praktikabel an und ich werde sie ausprobieren.

Auch ein Croissantrezept ist dabei, diese sehen allerdings bereits auf dem Bild recht trocken aus, so daß ich da erstmal nicht unbedingt nachbacken muß.

Leichte Brote – aus vollem Korn
Baguette, Ciabatta, Dinkelstangen, alles was das Herz begehrt und teilweise mit wirklich interessanten Ideen, die Dinkelstangen haben es mir hier angetan, sie werden mit Lavendel verfeinert, das muß ich natürlich austesten.

Aromen und Gewürze,
hier wird auf die verschiedenen Brotgewürze eingegangen, bevor es zu den Rezepten ging. Das war sehr informativ.
Bei den Rezepten finden sich dann verschiedene Brote und sogar ein gutes Knäckebrot.

Vollkornbrote – mit Hefe und Sauerteig.
Nun ja, die meisten Brote sind ohnehin vegan, in den wenigsten finden sich tierische Inhaltsstoffe. Ich warte immer noch auf die wirklich interessanten Dinge, wie zum Beispiel „Backen ohne Ei“ bei Backwaren, die eben sonst Eier benötigen.
Trotzdem sind auch hier einige interessante Brote dabei. Mir schwant, ich werde in den nächsten Wochen häufiger backen… 🙂

Das Rezept um Sauerteig selbst anzusetzen, fand ich spannend. Das habe ich bislang noch nicht getan und werde es definitiv ausprobieren.
Besonders angetan hat es mir in diesem Kapitel das Nussbrot mit Mohn… das steht ganz oben auf der Liste.

Pizza- Flammkuchen und co.
Nun ja, auch ein Pizzateig ist bei mir in der Regel vegan, da tue ich keine Milch und keine Eier rein, daher bin ich auch hier nicht sonderlich überrascht. Gut er greift hier zu eher ungewöhnlichen Mehlsorten, aber das hätte ich eher unter dem Begriff Vollkorn, als Vegan vermarktet… Das halbe Buch ist durch und mir fehlt es immer noch am wirklichen „Aha… so mach ich das vegan!“-Effekt.
Der kam dann aber bei der Gemüse Quiche, eine vegane Quiche? Das geht, ja das scheint zu gehen und auch wenn er hier viele Sojaprodukte als Ersatz nutzt, werde ich das testen, allerdings ohne Soja, sondern mit Weizenersatzstoffen. Von Kuhmilch auf Sojamilch umzuschwenken ist für mich keine Alternative.
Außerdem findet sich hier ein kleiner Exkurs zu Ölen und Fetten, das fand ich interessant, damit habe ich mich noch nie befasst.

Kuchen – Torten
Ah und hier sind wir bei den Dingen, die ich erwartet habe und von denen ich mir neue Erkenntnisse erhoffe.
Veganer Käsekuchen mit Mohn, jepp, den werde ich backen und ich freue mich, daß der Autor offenbar meine Leidenschaft für Mohn teilt. Mohn ist toll!!!
Eine Walnußtorte, Linzer Torte, Nusskuchen… mmmmh tolle Bilder, die einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.
Der Hit. Wirklichlich, darauf hatte ich gewartet und jetzt werde ich auch nicht enttäuscht.

Außerdem gibt es hier einen kleinen Exkurs über Nüsse und die Herstellung von Mandelmilch. Das habe ich Dank des Blogs „Flowers on my plate“ bereits vor einiger Zeit entdeckt und stelle sie unheimlich gerne selbst her. Das schmeckt nochmal intensiver, als gekaufte Mandelmilch.

Eine vegane Sachertorte findet sich hier auch, hier sind einige eher außergewöhnliche Zutaten dabei, aber diese sind alle im gut sortierten Supermarkt oder Feinkostladen/Bioladen zu finden.

Cookies – Muffins
Kleingebäck wie Schokomuffins, Cashew Muffins, Kokos Muffins, Nussecken, Kekse… alles was das Herz begehrt, auch hier findet sich die ein oder andere ungewöhnliche oder gar teure Zutate, aber auch hier hält es sich im Rahmen und wird nicht zu außergewöhnlich oder exklusiv.
Außerdem ein kleiner Lehrkurs über Zucker und gesunde Alternativen zur Süßung und mehrere Rezepte für Powerballs, die ich bereits aus der Attilla Hildmann Challenge kenne und schätze. Kleine Energiehäppchen, die gut schmecken und rasch zubereitet sind auch auf Vorrat hergestellt werden können.

Erst im vorletzten Kapitel geht der Autor auf die Gründe für die vegane Ernährung ein, kurz, bündig, prägnant schildert er seine Gründe und gibt Denkanstöße, hätte ich jetzt nicht gebraucht, wie gesagt, mir ging es um Rezepte und Alternativen, aber war ebenfalls nicht schlecht zu lesen.

Ganz zum Schluß kommt er dann auf die besonderen Zutaten und Ersatzstoffe in der veganen Küche zu sprechen. Er zeigt auf, was wie ersetzt werden kann und erläutert klar und verständlich, was sich wozu eignet. Das war informativ und gut erklärt.

Dank Register und Themenübersicht findet man alle Rezepte gut wieder.

Für mich Daumen hoch, das hat mir gefallen, ich habe etwas gelernt und Anregungen gefunden.

Gänzlich vegan leben, will ich immer noch nicht, aber hier und da auf Eier oder Milch auch beim Backen verzichten zu können, finde ich reizvoll.Unbenannt

Sommerkuchen mit Mohn

Heute ist Vatertag und während die Herren sich auf dem Sportplatz herumtreiben, werden wir Damen es uns im Garten bei Grillfleisch und Kuchen und leckerem Gesöff bequem machen.

Ich soll einen Sommerkuchen beisteuern und griff daher mal wieder zu Yvette van Bovens Buch, Homemade Summer. Da es hier allerdings an Kokosflocken mangelte habe ich das Rezept ein wenig umgestrickt.

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Zutaten für meine Variante:

250 g Mehl, 2 TL Backpulver, 50 g Haferflocken, 275 g Zucker, 1 Prise Salz, 75 g Mohn, 175 g kalte Butter, 2 Eier, 400 g Himbeeren

Mehl, Backpulver, Haferflocken, Zucker, Salz, Mohn und Butter zu einem krümmeligen Teig verarbeiten. 200 g des Teigs beiseite stellen und unter den Rest die beiden Eier rühren. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen, den Teig auf einem gefetteten oder mit Backpapier versehenen Backblech verteilen. Die Sommerfrüchte darüber geben und den beiseite gestellten Teig darüber krümmeln, bei 180 Grad 35-45 Minuten backen, je nach gewünschtem Bräunungsgrad.

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Ich hab den Kochen nach 40 Min aus dem Ofen genommen, da wir ihn ganz gerne noch ein wenig matschig und nicht zu hart oder trocken essen. IMG_2093

Dazu gab es meinen derzeitigen Lieblingsmilchshake.

4 Yoguretten, 500 ml Milch, pürieren, Eiswürfel rein, fertig.

Super lecker!

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Warum sind Kuchen aus den USA mir immer viel zu süß?

Mit heller Begeisterung habe ich mich heute an das „Backen“ der Himbeertarte aus meinem heißgeliebten Lieblingskochbuch „California“ gemacht. Die wollte ich schon so lange machen, aber irgendwie hat es nie geklappt.

Heute gings also los.

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Zutaten: 200g zerbröselte Oreo-Kekse, 50 g Macadamianüsse, 30 g geschmolzene Butter, 150 g Himbeeren. 450 g weiße Schokolade, 160 g Sahne, 70 g Butter.

Reicht für eine große Tarte oder 4 kleine Tartletts.

Die Oreos zerbröseln und mit den gehackten Macadamianüssen und der geschmolzenen Butter vermischen. Die Förmchen fetten und die Masse hineingeben, fest andrücken und einen kleinen Rand hochziehen. Dann fpür 5-8 Minuten in den vorgeheizten Backofen. (180 Grad bei Ober und Unterhitze)

Die Schokolade schmelzen, dann die Sahne und die Butter in einem Topf leicht erhitzen, die geschmolzene Schokolade langsam dazu rühren, bis eine cremige Masse entsteht.

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Auf die abgekühlten Oreoböden die Himbeeren verteilen und mit der weißen Masse begießen. Mind. 3 Stunden kaltstellen….. Fertig!

Aber leider nicht lecker. Der Kuchen ist so süß, daß zumindest ich ihn kaum essen kann. Selbst mit ein wenig Sahne, schmeckt er mir einfach nicht. Laut Kochbuch hätte ich eigentlich noch eine Schokosoße mit Bitterschoki darüber geben sollen. Das habe ich mir gespart. Er ist wirklich zuckersüß und klebt fast schon den Kiefer zusammen. Ich überlege die ganze Zeit, wie man das Rezept für unsere europäische Gaumen modifizieren könnte und komme zu dem Schluß, daß man wohl einfach eine Käsekuchenmasse auf die Böden geben könnte, statt 450 g geschmolzener Schokolade. Werde ich vielleicht auch noch mal ausprobieren. Erstmal bin ich jetzt ein wenig traurig, weil der so toll aussehende Kuchen leider nicht so schmeckt, wie erwartet.

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Tja, Schade.

Dummerweise hatte ich dieses Erlebnis in den letzten Tagen so oft. Rezepte aus den USA für Süßspeisen sind für mich nahe zu nicht wirklich nachzukochen, weil sie einfach viel zu süß sind. Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr die Erfahrung auch gemacht? Wie geht ihr damit um? Kocht und backt ihr solche Gerichte nicht mehr oder versucht ihr die Rezepte abzuwandeln, so daß es doch noch gerettet wird?

Ich bin grad recht frustriert…. blöder Kuchen! 😦

Schokoladäääää!

Ganz ehrlich, ich stehe wirklich nicht auf Schokolade. Gut, ich esse hier und da mal ein Stückchen, trinke auch mal einen Schluck heißer weißer Schokolade, aber zum Niederknien fand ich Schoki bisher noch nie.

Wohlgemerkt, bisher!!!

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Gerade eben habe ich den Double Choc Macadamia Mandelkuchen aus der aktuellen Lecker Bakery fabriziert und bin hin und weg. Das Walnuß-Karamell-Drama ist vergessen, hier ist mein neuer Lieblingskuchen.

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So köstlich, wirklich rasch fertig und so leckerleckerlecker!!

Zutaten:

250 g Butter

180 g Mehl

75 g Mandeln (gehackt)

75 g Macadamianüsse (bei uns gabs nirgendwo welche in natur, also hab ich einfach gesalzene genommen, schmeckt auch!)

250 g Edelbitterschokolade (70% Kakao)

4 Eier

1TL Backpulver

250 g Zucker

1 Pkg. Vanillezucker

Salz

125 g Puderzucker

10 g Kakao

200 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)

Im Heft haben sie eine Springform benutzt, ich habe aber meine neuen Tchibotartlettförmchen ausprobiert, da reichte die Menge für 4 Törtchen.

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Förmchen fetten, Ofen auf 150 Grad (Umluft) vorheizen.

175g Schokolade zusammen mit 150 g Butter im Wasserbad schmelzen.

Eier, Mehl, Backpulver, Vanillezucker, Zucker, Nüsse und Mandeln sowie eine Prise Salz mischen. Schokobutter darunterrühren und auf die Förmchen verteilen.

25 Minuten im Ofen backen, bis der Teig aufgeht und in der Mitte noch saftig ist,

75 g Schokolade im Wasserbad schmelzen. Puderzucker und Kakao vermischen, Frischkäse darunter rühren und geschmolzene Schokolade dazu geben.

Törtchen aus dem Ofen holen und mit dem Frosting bestreichen. In die Mitte eine Nuss packen und drumherum ein paar Mandelstücke.

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Fertig… LECKER!

Das Walnuss-Karamell-Drama

Letzte Woche hatte ich ja die Lecker Bakery eingepackt und diese Woche wars dann so weit und ich habe den Karamell-Walnuß-Kuchen probiert. Er wirkte auf den Fotos super lecker und allein die Vorstellung von Walnuß mit Karamell entlockte mir ein versonnenes Grinsen.

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Also frisch ans Werk, einen Mürbeteig für den Boden geknetet, Ewigkeiten damit zugebracht den Karamell unter Rühren zu schmelzen. (Ich hasse Karamell, erinnert mich bitte daran, wenn ich noch mal auf die beknackte Idee komme irgendwas mit Karamell zu machen!! Danke!) Dann die Walnüsse unters Karamell gerührt, Schmand hinzugegeben, dabei fast das Ceranfeld ruiniert, weil der ganze heiße Zucker spritzte, wie die Hölle.

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Die Masse dann irgendwie auf den Mürbeboden geschmiert und alles in den Ofen.

Raus aus dem Ofen, 12 Stunden kühl stellen.

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Es duftete himmlisch, es sah himmlisch aus und dann holte ich es aus der Form und fragte mich, was in drei Teufelsnamen ich da fabriziert hatte.

Der Karamell war durch den Boden gesickert und das ganze Teil klebte so enorm, daß es nur mit roher Gewalt aus der Form gepopelt werden konnte.

Da ich aber in jedem Fall ein Mitbringsel für eine Babyparty brauchte, hab ich das Teil geflickt und in meiner Tuppertransportkuchenkiste zur Babyparty mitgenommen. Die Ladys haben brav probiert, aber mehr als ein kleines Stück hat keine gefuttert. Es schmeckte zwar wirklich recht gut, wenn auch die Walnüsse irgendwie in Verbindung mit dem Karamell etwas bitter wirkten, aber es war so mächtig, daß sogar ich Vielfraß nach einem halben Stück zu kämpfen anfing. Harter Tobak und der Kuchen wird definitiv nicht noch mal gemacht, das halten meine Nerven nicht aus.   IMG_1809