Lonely Planet – Rom

Unbenannt

Ich mag die Lonely Planet Reiseführer sehr gerne. Sie sind handlich stabil und bislang habe ich noch in jedem die Informationen vorgefunden, die ich benötigt habe.
Wer Lonely Planet kennt, weiß, dass es sich hierbei nicht um Kaffeetischausgaben handelt, sondern dass die Reiseführer in ihrer optischen Erscheinung eher minimalistisch und schmucklos daher kommen, das ist auch hier der Fall. Vorallem die Seiten sind sehr dünn und durchscheinend. Das führt natürlich dazu, dass der Reiseführer leichter und somit unterwegs besser zu handhaben ist, andererseits sind die Seiten ein wenig instabil. Da ich dies aber bereits von meinen anderen Lonely Planets kenne, wußte ich worauf ich mich einlasse und ich finde die Gewicht- und Größenersparnis hier auch für unterwegs wichtiger.

Auch in der Zusatzausstattung sind die Lonely Planet Reiseführer eher minimalistisch. Auf dem vorderen Inneneinband finden sich verschiedene Erklärungen zur Gliederung des Reiseführers und den verwendeten Piktogrammen.
Im hinteren Inneneinband sind alle weiteren Reiseführer der Reihe aufgeführt. Hier hinten befindet sich auch der Faltplan der Stadt, als City Atlas bezeichnet. Dieser ist simple gefaltet und gut zu handhaben. Die Schrift empfinde ich als ein wenig klein, ist aber durchaus noch ausreichend und lesbar.
Hier ist außerdem ein Plan der Metro aufgezeichnet, den ich sehr hilfreich und übersichtlich finde. Außerdem werden die 10 Highlights von Rom noch einmal kurz erwähnt und auf der Karte markiert. Ein Straßenverzeichnis hilft zusätzlich sich zurecht zu finden und ein Miniplan des Zentrums liegt ebenfalls bei.

Der Reiseführer an sich ist in die folgenden Teile gegliedert:
Reiseplanung
(dieser Abschnitt enthält neben anderen Informationen, die folgenden Punkte:)
-Willkommen in Rom (Einleitung)
-Die Top 13 Roms (Colosseum, Pantheon, Petersdom, etc.)
-Gut zu wissen (Wissenswertes über Rom Nützliche Tipps auch für die Reisevorbereitung.)
-Rom für Einsteiger (Weiter Hinweise, teilweise sehr allgemein gehalten, Informationen zum Umgang mit den Römern, Trinkgeld, etc.)
-Stadtspaziergänge (4 Tagesplanungen als Vorschlag für Erkundungen, leider ohne Karte, lediglich mit Verweisen auf die folgenden Karten.)
-Wie wärs mit (Vorschläge für Sehenswürdigkeiten und Museen mit kurzer Beschreibung. (Beschreibungen sind wirklich sehr kurz gehalten, hier hätte ich mir teilweise mehr Informationen gewünscht.)
-Monat für Monat (Veranstaltungskalender für Rom)
-Reisen mit Kindern (Da wir keine Kinder haben, hab ich diesen Abschnitt nur überflogen. Hier gibt es Hinweise, wie man auch den Kleinen Rom schmackhaft machen kann und welche Ziele sich auch mit Kindern lohnen.)
-wie die Einheimischen ( Insidertipps)
-Rom Gratis (Aktivitäten ohne Kosten)
-Essen (Alles übers Essen, Restaurantempfehlungen, Übersetzungshilfe für die Speisekarte, Etikette, Planung für einen Feinschmeckertag in Rom, Märkte, etc.)
-Ausgehen und Nachtleben (Clubs und Bars, Hinweise auch für Schwule und Lesben Treffpunkte)
-Unterhaltung (Vorschläge für Kunst, Kultur und Sportveranstaltungen)
-Shoppen (Alles was das Shoppingherz begehrt.)

Rom erkunden
Übersicht für die einzelnen Stadtviertel mit Hinweisen für Aktivitäten, Spaziergänge (hier mit Karte!) Sehr gute und informative Darstellung der Sehenswürdigkeiten und Eigenheiten der einzelnen Viertel, immer wieder mit Insiderwissen in kleinen Boxen versehen.
Außerdem finden sich hier 6 Vorschläge für Tagesausflüge außerhalb von Rom, mit vielen Infos zur Organisation und den Kosten. Das hat mir besonders gut gefallen, das hilft enorm bei der Vorplanung.
Im Abschnitt „Schlafen“ finden sich dann nochmal Hinweise für Hotels und Übernachtung, das hätte ich irgendwie eher im ersten Abschnitt Reiseplanung verortet und habe mir auch jedes Mal wieder ein Schätzchen gesucht, wenn ich den Abschnitt finden wollte, weil ich ihn da so gar nicht einsortiert hätte. Macht aber nichts, auch dieser Abschnitt ist gut geschrieben und informativ.

Rom verstehen
Rom aktuell bietet Hinweise zur Politik, Skandalen, Sparmaßnahmen und Bevölkerungsdichte.
Im Abschnitt Geschichte lernt man einiges über die geschichtsträchtige Stadt, allerdings wird hier natürlich vieles nur angerissen, ein wirklicher Exkurs in römischer Geschichte, dafür ist ein Reiseführer wohl der falsche Ort. Die Zeitleiste fand ich hier sehr übersichtlich und gut, um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen.
Kunst und Kultur bezieht sich auf die römischen Künstler und den römischen Stil. Bildhauerer, Malerei, Film und Fernsehen, hier findet sich für jedes Interessengebiet etwas.
Architektur bietet einen wirklich kurz gefaßten Überblick zur römischen Architektur und den Bauwerken und Monumenten.
So lebt man in Rom, ist ein kleiner Exkurs in den römischen Alltag.Haushalt, Familie, Alltag, der Tag im Leben eines Römers, nett und unterhaltsam zu lesen, verschafft dieser Abschnitt einen schönen Einblick.

praktische Informationen
Wie der Name schon sagt findet sich hier alles, von Reiseplanung, bis Information zur richtigen Steckdose, ein Übersetzungshelfer mit den wichtigsten italienischen Floskeln und Wörtern, allgemeine Infos und ein Register.

Danach erst folgen die Karten, was ich etwas störend finde, da man so immer gezwungen ist, zu blättern. Ich hätte mir hier wirklich die Karten bei den Beschreibungen der einzelnen Viertel gewünscht. Die Karten sind allerdings sehr gut und klar gestaltet und lassen sich einfach lesen.

Grundsätzlich habe bin ich mit dem Reiseführer sehr zufrieden. Ich fühle mich auf unseren Rom-Urlaub im nächsten Jahr gut vorbereitet, informiert und denke, dass ich auch vor Ort mit dem Reiseführer gut gerüstet sein werde.
Es ist allerdings gut, dass ich ihn mir bereits jetzt angesehen habe, so daß ich einen Überblick gewinnen konnte, wo ich was finde, denn dies ist leider nicht immer ganz logisch aufgebaut. Hat man sich aber einmal eingeprägt, wo welche Informationen zu finden sind, kommt man auch damit gut zurecht.

Welt in Flammen – Benjamin Monferat (Stephan M. Rother)

welt in flammen

Welt in Flammen:

Eigentlich wollte ich mich von diesem Buch fernhalten, wie so oft handelt es sich um ein Pseudonym, welches die wahre Identität des Autors verschleiert.

ICH MAG DAS NICHT!

Ich verstehe, die Beweggründe von Verlag und Autor, aber ich fühle mich als Leser nicht ernstgenommen und hinters Licht geführt.
Wenn ich ein Buch kaufe, möchte ich sofort erkennen können, ob es sich dabei um einen von mir geschätzten Autor handelt oder eventuell um einen, von dem ich lieber die die Finger lasse.
Gut, nun hat sich der Verlag hier nicht besonders viel Mühe gegeben, die Identität des Autors geheim zu halten und das Pseudonym wurde recht schnell gelüftet (Dank der kriminalistischen Spürnase einer Freundin, wußte ich sogar sehr früh, wer hier der Autor war.). Es handelt sich um Stephan M. Rother, warum man das nun doch enthüllt hat, ob es sich ohne Enthüllung des Pseudonyms nicht gut genug verkauft hat oder welche Absicht da sonst hinter stand, hinterfrage ich einfach mal nicht, sondern äußere noch einmal klar und deutlich: Liebe Verlage, laßt doch den Quatsch!

Aber zum Buch selbst, ich hätte es mir wegen der Pseudonym-Problematik eben nicht gekauft, habe es aber nun als Hörbuchrezensionsexemplar erhalten und wollte dann doch mal unbedingt reinhören, weil sich diese Geschichte einfach zu gut anhörte, um übersehen zu werden und das obwohl der historische Roman sonst ja eher nicht mein Wohlfühlgenre ist.
Ich habe also in den letzten Tagen beim Autofahren die Cds der gekürzten Version in den Player geschoben und muß zugeben ich war sehr angenehm überrascht und ziemlich schnell sogar begeistert.
Hier paßt einfach alles. Die Geschichte ist stimmig, spannend und zu keinem Zeitpunkt langweilig oder langatmig. Die Figuren sind toll und interessant, jede schleppt ihre eigenen Probleme und Geschichte mit sich herum und so manche Verwicklung wird erst in den letzten Hörminuten ganz klar. Diese Reisenden in dem Zug haben mich gefesselt, ihre Schicksale waren bewegend und haben mich angerührt. Ich muß gestehen sonst dem Thema 2. Weltkrieg, 3. Reich gegenüber in literarischer Verarbeitung einen gewissen Überdruss zu verspüren und dachte auch hier erstmal: „Braucht es wirklich noch ein Buch mit dieser Thematik? Haben wir nicht schon alles durch?“ Nein, wir hatten definitiv noch nicht alles durch und das hier war lohnenswert, gut geschrieben und hat mich sehr gut unterhalten.
Die Kürzungen fallen beim Hörbuch wirklich nicht auf, zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, etwas verpaßt zu haben oder daß mir Informationen fehlten.
Der Sprecher trifft hier immer den richtigen Tonfall, seine Stimme paßt sich an die unterschiedlichen Personen an und seine Betonung der französischen Dienstgrade war einfach nur schön zu hören.

Die Verwicklungen untereinander und die Beziehungen der Figuren zueinander haben mir ausgesprochen gut gefallen und ich werde mir nun diesen Herrn Rother mal genauer ansehen, etwas was ich sonst definitiv nicht getan hätte.

Kleine Anmerkung, die Cds kommen in einem Karton daher und sind in kleine Briefchen eingepackt, das ist zum Cd-Wechsel während der Autofahrt schrecklich unpraktisch, egal wie hübsch es sonst wirkt. Da würde ich ein Jewel-Case deutlich bevorzugen!