Mal misch enz en schap… oder Dessin moi un mouton

Seit Februar stricke ich an meinem Dessin moi un mouton und ich hasse ihn vom ersten Tag an. Dieser Pullover hat mich mehr genervt, als der Nuvem es noch immer tut. Dabei ist er wunderschön geworden. Wirklich. Ich werde ihn vermutlich extrem oft tragen. Er ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe und paßt gut zu meiner sonstigen Garderobe.

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Aber das Stricken hat mich Nerven gekostet. Wirklich Nerven. Ich halte mich mittlerweile für recht erfahren im Lesen von Strickmustern und hier hatte ich mit dem Aufbau des Musters einfach tierische Probleme. Er war für mich nicht logisch. Um dem Muster zu folgen, mußte ich zum einen die Seite mit der Streifenfolge parat haben, zum anderen (zumindest am Anfang) das Blatt mit der Musterfolge und danaben dann das Blatt auf dem die Zunahmen für den Raglan angegeben werden. Drei Blätter neben mir, auf denen ich abwechselnd nachsehen mußte, was ich da jetzt gerade mache. Das geht wirklich einfacher. Also habe ich die Anleitung virtuell in kleine Schnippsel geschnitten und mir nur das rauskopiert, was ich für meine Größe auch brauche und auf eine Seite komprimiert. Damit ließ sich arbeiten.

Die Anleitung gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch und es werden die üblichen Strickbegriffe benutzt. Ich habe nach der deutschen Anleitung gearbeitet, mußte jedoch ab und an die Englische dazu ziehen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich richtig verstanden hatte, was gemeint war. Die Designerin drückt sich hier manchmal etwas kompliziert aus. Das kannte ich ja bereits vom „Funky Grandpa“ schon. Das ist halt ihr Stil, mancher anderer wird das vielleicht total eingängig und gut finden, ich habe hin und wieder das Gefühl, sie spricht einfach nicht meine Stricksprache. Gestört haben mich auch die vielen Stellen, an denen erst etwas beschrieben wird, was zu tun ist und dann erst im nächsten Absatz oder gar auf der nächsten Seite der nächste Satz mit den Worten „Und gleichzeitig….“ beginnt. Bis ich da angekommen bin, habe ich die Reihen davor meist schon gearbeitet, da wäre ein Hinweis vorneweg hilfreich, dass da noch etwas kommt, denn auch wenn man die Anleitung vorher komplett liest, geht einem das recht flott durch. Ich habe es mir daher dann so verdeutlicht, dass ich all die Teile, wo ich gleichzeitig noch etwas anderes tun muß mit pinkem Textmarker markiert habe.

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Der Pulli besticht vorallem durch die schönen Details am Ärmel und den lockeren Schnitt.

Ist man dann einmal beim Rumpf angekommen, wird es simple, fast schon langweilig und Dank des dünnen Garns zieht es sich leider auch enorm, da ist Durchhaltevermögen nötig. Schön sind auchd ie seitlichen glattrechts Details, die die Form gut abrunden.

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Der Pulli erhält seine Struktur durch ein unterbrochenes Perlmuster, das eigentlich wirklich simple ist, mich aber mit meinem sehr dunklen Garn fast in die Nervenheilanstalt gebracht hätte. Man muß hier wirklich sehr genau schauen, wo man gerade ist und es fällt leider erst spät auf, wenn man sich in einer Reihe verhauen hat. Hier ist auch für mich, die ich mich eigentlich für recht fit halte durchaus Konzentration gefragt, auch wenn das Muster nicht schwer ist, verbuxelt man sich ganz leicht.

Ich habe das Schaf übrigens aus Holst Coast gestrickt und da das Garn etwas dünner ist und ich sehr fest stricke habe ich die Größe M gestrickt, um die Größe S zu erhalten. Das hat gut funktioniert. Ich bin 158 cm groß und wiege 50 kg, mir paßt der Pulli sehr gut. Ich habe etwas kräftigere Oberarme, als meine Größe und Gewicht vermuten lassen, auch hier ist er nicht zu eng. Durch die Raglannähte ist auch im Brustbereich ausreichend Spielraum.

Ich habe mit 2,75er Hiya Hiya Nadeln gestrickt und für die Ärmel ein 23 cm Seil und für denn Rumpf das 60 cm Seil genutzt. Das hat gut funktioniert. Magic Loop war an den Ärmeln nicht notwendig. Ich stricke sehr fest, für Strickerinnen, die lockerer stricken, würde ich zu einer noch kleineren Nadel raten, damit es dicht wird.

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Ich habe außerdem weniger Abnahmen am Rumpf gearbeitet, um es weniger zu taillieren und die Streifenfolge verändert. Den Rumpfteil habe ich zusätzlich etwa 5 cm länger gestrickt. Den Halsausschnitt habe ich so belassen und nicht die zusätzliche Bearbeitung gemacht, da ich es ganz gerne hab, wenn leichte Pullover einen etwas weiteren Ausschnitt haben.

Garnverbrauch: Holst Coast  50g   Lauflänge 350m
Material: 55% Merino Lammwolle, 45% Baumwolle

Ich hatte 3 Knäuel (50 g) der Hauptfarbe Dark Navy und ein Gradientset mit 5 x 10 g in der Farbefolge Dämmerung (von Holst im Atelyeah) gekauft, damit bin ich sehr gut ausgekommen und habe noch deutlich Garn übrig.

Im Folgenden habe ich die ursprüngliche Garnmenge und dahinter den verbliebenen Rest angegeben. (Vorsicht! Wie gesagt, ich habe die Streifenfolge etwas verändert, meine Garnmenge ist also nicht hilfreich, wenn ihr euch an die Angaben im Muster  haltet!!!)

Farbe A  150 g / 30 g

Farbe B  10g / 7 g (dunkel lila)

Farbe C 10g / 4 g (lila)

Farbe D 10g / 6 g (helllila)

Farbe E  10g / 5 g (grau)

Farbe F 10g / 8 g (natur)

Das Coast Garn von Holst ist überrschend weich und angenehm verstrickt. Für Anfänger ist es jedoch aus meiner Sicht nicht geeignet, da es im unverstrickten Zustand sehr leicht reißt und wirklich sehr dünn ist. Nach dem Waschen flauscht es schön auf und fühlt sich toll an, vorher ist es ein wenig störrisch.

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Ich bin ja wirklich sehr empfindlich, was kratziges Garn angeht, dieses hier ertrage ich nach dem Waschen sehr gut auf der Haut.

Aus den Resten werde ich mir vermutlich einen weiteren „On the Spicemarket“ von Mairlynd stricken, das bietet sich an, außerdem habe ich noch ein 50 g Knäuel in lila übrig, das ich zur Not noch gekauft hatte, falls meine 150 g Dark Navy nicht reichen sollten.

Frau Katze mochte den Pulli auch sehr, weshalb ich ihn vor dem Baden auch erstmal entfusseln mußte. Ständig lag das kleine Biest drauf oder drunter oder später drin.

Wie ihr am verbrauchten Garn seht, ist der Pullover wirklich sehr leicht und schön für Frühling und Sommer geeignet, trotzdem wärmt das Garn auch gut.

Link zur Anleitung bei Ravelry: KLICK!

Link zum Garn bei Ravelry: KLICK!

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Und natürlich hopse ich mit diesem Beitrag zu Maschenfein: Auf den Nadeln im Juni!

Daybreak – Stephen West / Teststrick für Color loves wool!

Garn: Color Loves Wool Feinheit (Zitron) in gelb und lila

Nadeln: Hiyahiya 3,5mm 40er Seil (hätte ruhig etwas länger sein können, hatte aber kein Längeres frei)

Anleitung: Stephen West Daybreak (mittlere Größe / keine Modifikationen)

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Die liebe Kerstin von Color loves Wool hatte mich gefragt, ob ich nicht eines ihrer handgefärbten Garne ausprobieren und teststricken möchte. Angeboten hat sie mir die Feinheit von Zitron und mir auch verschiedene Farben vorgeschlagen. (Ich gebe zu, eigentlich wirklich kein Freund der Garne von Zitron zu sein, die Feinheit ist da eine wohltuende Ausnahme und ein wirklich ganz tolles Garn!)

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Letztlich habe ich mich gefreut ein tolles Fliederlila und ein strahlendes Dottergelb zu bekommen. In Absprache mit Kerstin habe ich dann den Daybreak von Stephen West gestrickt, weil ich fand, dass dieser zu dem tollen Gelb am Besten paßte.

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Die Feinheit ist ein wirklich sehr sehr sehr weiches Garn. Selbst bei mir empfindlicher Wollmäkelliese kratzt und kitzelt da nichts. Die Feinheit würde ich ohne Bedenken auch auf nackter Haut tragen. Allerdings ist sie eben auch sehr weich und hat dadurch sehr wenig Stand, für Lacemuster oder eine längere / weitere Strickjacke würde ich sie daher eher nicht nehmen, da ich denke, dass diese dann zu langweilig herunterhängen würde. Für Schals oder engere Oberteile ist sie allerdings perfekt und sehr kuschelig. Auch als Mütze oder Handschuhe (mit und ohne Finger) kann ich mir sie ebenfalls gut vorstellen.

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Kerstin färbt mit Säurefarben und erzielt damit wirklich sehr schöne und gleichmäßige Ergebnisse. Das beide Farben sind ein wenig meliert, allerdings wirklich nur dezent und trotzdem sehr gleichmäßig. Beide Stränge sind gut durchgefärbt, ich habe nirgendwo ungefärbte Stellen gehabt und die Stränge duften zwar nach Wolle, aber nicht nach Essig, wie das leider häufig bei Handfärbern in der ersten Zeit der Fall ist.

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Ich habe beide Stränge, wie immer, wenn ich Garne neuer Färberinnen nutze, erstmal in warmem Wasser und etwas Essig gebadet. Hierbei haben beide Farben keine wirklichen Farbpigmente abgegeben. Das Wasser des gelben Garns hatte einen ganz leichten gelblichen Schimmer, wirklich nur minimalst, aber das hätte sicher nicht zu einer unschönen Farbveränderung beim Waschen geführt. Kerstin hat also gut gefärbt, fixiert und vorallem gespült.

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Ich habe dann den Daybreak begonnen und ich muß zugeben, der Schal ist wunderschön geworden, aber ich habe selten etwas so Langweiliges gestrickt. (Nehmen wir den Nuvem da mal aus) Der Schal ist halbrund und es wird halt immer mal ein bißchen was zugenommen und es werden Strahlen in Form von Hebemaschen eingearbeitet, das ist aber auch schon alles und selbst die Streifen konnte mich nicht wirklich motivieren. Mir war echt fad, beim Stricken, obwohl das Garn so toll strahlend war. Ich muß auch zugeben, den derzeitigen Preis von 6,43 Euro für dieses wirklich simple Muster relativ teuer zu finden.

Techniken, die man beherrschen sollte oder bei diesem Tuch üben kann:

rechte und linke Maschen, Zunahmen aus dem Querfaden, Hebemaschen, Maschenanschlag

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Ich habe zum Stricken die mittlere Größe des Daybreak gewählt und im Nachhinein, hätte ich ihn ruhig nach der großen Größe stricken können, es blieb vom Garn so nämlich noch recht viel übrig. Macht aber nichts, habe ich entschieden und werde daraus geringelte Handschuhe oder eine passende Mütze stricken, da muß ich noch überlegen. Die hier von Joji Locatelli lacht mich da gerade an, weil ich denke, sie würde gut zum Schal passen. (KLICK!)

Verbraucht habe ich für die mittlere Größe

Farbe B lila: 57 g ( 205 m / 224 yrd)

Farbe A gelb: 68 g ( 244 m / 267 yrd)

Was ein wenig seltsam ist, denn bei mir war Gelb die Farbe A und Lila die Farbe B. Stephen West gibt dabei den Verbrauch für diese Größe mit Farbe A 240 yrds / 219 m und Farbe B 270 yrds / 247 m an. Warum ich genau für die entgegengesetzte Farbe mehr Garn verbraucht habe, kann ich nicht sagen.

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Jetzt, wo der Schal fertig ist, finde ich ihn wirklich schön, aber würde ich ihn noch einmal stricken, würde ich ihn definitiv breiter machen. Mir sind die Zipfel ein wenig zu kurz. Ich würde also nicht in jeder Reihe am Anfang und am Ende lediglich eine Masche zunehmen, sondern zusätzlich in jeder zweiten Reihe 2 Maschen am Anfang und Ende herausstricken. Damit er in die Breite länger wird und die Zipfel sich besser zum um den Hals schlingen eignen.

Natürlich hätte ich das Tuch auch einfach noch größer stricke können, aber dann hätte ich vorne noch mehr „Schlabberlatz“ gehabt, sprich es wäre ja auch in der Mitte mit jeder weiteren Reihe gewachsen, daher habe ich mich entschieden, mich an die Anleitung zu halten, da ich ihn nicht länger als bis zum Hosenbund haben wollte.

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Das Tuch ist auch so schön tragbar, allerdings habe ich es wirklich kräftig in die Länge gespannt und ihn nicht halbrund mit Drähten verspannt, so dass er bei mir eine leicht dreieckige Form hat.

Ich hopse damit natürlich zu „Auf den Nalden“ bei Maschenfein und ich werde zu Kerstins Garnen von Color loves Wool einen Beitrag in der Wollipedia schreiben, den ich dann hier verlinken werde.

Frau Katze fand natürlich wie immer, dass das eindeutig ihr Schal ist… seufz:

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