Ginger Pig

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Heute würde ich euch gerne mein neuestes Kochbuch vorstellen.

Ginger Pig – Natürlich Fleisch von Tim Wilson und Fran Warde.

Ein ganzes Buch nur vom Fleisch. Ich habe zwar selbst 5 lange Jahre völlig vegetarisch gelebt, aber letztlich mußte ich mir doch eingestehen, daß ich auf Fleisch in meiner Speisekarte nicht verzichten kann und auch nicht möchte. Ich habe dann für mich selbst beschlossen, daß das Fleisch, das bei uns auf den Tisch kommt, hochwertiges Fleisch ist. Keine abgepackten Massentierhaltung und keine Antibiotika Hühnchen.

Außerdem habe ich damals beschlossen, auch einmal selbst zu schlachten, um für mich zu entscheiden, ob ich dies rein hypotetisch könnte. Ich konnte. Zwar hat das Töten eines Tiers mich durchaus Überwindung gekostet, aber es ist kein sinnloses Töten, denn das Tier sättigt mich und meine Familie. Gewisse Dinge bereite ich nicht gerne zu, weil ich den Geruch nicht mag (Leber) oder weil ich mir das Tier auf meinem Teller nicht vorstellen möchte (Kanninchen / Stubenküken). Bei uns gibt es außerdem nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller, sondern in einem normalen Maß, der Sonntagsbraten kommt bei uns zwar nicht am Sonntag auf den Tisch, aber es ist durchaus so, daß es ein oder zwei Mal in der Woche wirklich gutes und hochwertiges Fleisch gibt, während an den anderen Tagen Fisch oder etwas Vegetarisches auf den Tisch kommt.

Und genau mit diesem GUTEN Fleisch setzt sich Ginger Pig auseinander, genau auf die Thematik wird eingegangen, denn das Kochbuch ist weit mehr, als nur ein Kochbuch. Ich würde es fast schon als Lehrbuch vom Fleisch bezeichnen.

Es ist daher auch in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil werden die verschiedenen Fleischsorten (Schwein, Rind, Lamm, Geflügel, Wild) dargestellt und erklärt. Tierrassen werden vorgestellt, die Bezeichnungen für die Fleischstücke werden erläutert, die Schlachtung und das Zerlegen wird erklärt. Außerdem gibt es Tipps für den Fleischkauf. Worauf sollte man bei welchem Fleischstück achten, welches Fleisch kann man wozu benutzen. Dazu gibt es anschauliche Bilder.

Anschließend findet sich der Rezeptteil, dieser ist nach Monaten gegliedert, was ich persönlich etwas unglücklich fand, da ich es so etwas unübersichtlich fand. Die Monate sind als Gliederung deshalb gewählt, weil sie anzeigen, was in welchem Monat auf einem kleinen Bauernhof an Fleisch zur Verwertung erzeugt wird. Sprich in welchen Monaten was gerade Saison hat und erhältlich wäre, wenn es keine Massentierhaltung gäbe.

Die Rezepte sind alle sehr übersichtlich und gut erklärt. Die Zutaten lassen sich eigentlich alle bei einem guten Metzger (!!!) und im ordentlich sortierten Feinkostladen oder Supermarkt finden. Hier und da waren die Gerichte etwas sehr auf den britischen Geschmack ausgelegt, da würde ich von de Gewürzen her für uns Festlandeuropäer etwas anders abschmecken.

Im dritten Teil finden sich dann Küchentipps, Brattemperaturen und Rezepte für Beilagen und vieles mehr.

Etwas Schade finde ich, daß es nur wenige Bilder zu den Rezepten gibt und hier der Schwerpunkt mehr auf Landschaftsfotos und Bildern der Tiere auf den Farmen lag. Durchaus kein schlechtes Konzept, aber ich brauche zu Rezepten auch Bilder, hier gab es die eben leider nicht zu jedem Rezept.

Grundsätzlich finde ich das Buch allerdings wirklich gelungen und ich bin mir bereits jetzt sicher einiges über die Zubereitung von Fleisch und auch über die Nutztierhaltung gelernt zu haben. Eine sehr interessante Lektüre, für alle, die sich bewußter, aber eben nicht fleischlos ernähren wollen.

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Da wir große Geflügelfans sind, habe ich für uns das marokkanische Hühnchen mit eingelegten Zitronen nachgekocht.

Zutaten für 4-6 Personen:

2 EL Olivenöl, 2 Prisen Safranfäden, 2 Zwiebeln geschält und fein gehackt, 4 Knoblauchzehen geschält und leicht angedrückt, 1TL gemahlener Ingwer, 1TL Zimt, 2 TL Kreuzkümmel, 1 rote Chilischote entkernt und fein gehackt, schwarzer Pfeffer, 1 Huhn (etwa 2 kg), 1 L Hühnerbrühe, 200 g Kalamata Oliven, 2 eingelegte Zitronen, 1 Bund glatte Petersilie und 1 Bund Koriander grob gehackt.

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In einem Schmortopf das Olivenöl erhitzen. Die Zwiebeln darin anschwitzen, Knoblauch, Ingwer, Zimt, Kreuzkümmel, Chili, Safran und Pfeffer eine Minute mitdünsten. Das gesäuberte Huhn mit der Mischung innen und außen bestreichen.

Huhn in den Topf geben, Brühe dazu und alles leicht köcheln lassen. Deckel drauf und das Huhn 1 1/2 Stunden garen. Dabei zweimal wenden. Es ist servierfertig, wenn beim Einstechen an der dicksten Stelle klarer Saft austritt. (Da wir die Haut gerne kross haben, habe ich es dann noch mal 10 Minuten bei starker Hitze in den Grill geschoben)

Anschließend Huhn aus dem Topf nehmen und warmstellen. Bei starker Hitze aufkochen und die Brühe auf die Hälfte reduzieren. Die Eingelegten Zitronen in Spalten geschnitten dazu geben, Oliven und Huhn beifügen. Nochmal 2 Minuten köcheln und mit Couscous als Beilage servieren.

Wir fanden es wirklich lecker. Die Garzeiten stimmten perfekt. Die Mengenangaben waren ebenfalls gut. Ich habe allerdings ein kleineres Hühnchen genommen, da wir nur zu Zweit sind.

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Homemade Janie…

Der Mann war heute ausgeflogen, also hatte ich meine Küche ganz für mich alleine und konnte wüten und werkeln, wie ich wollte, ohne daß jemandem das Herz stehen bleibt, weil ich mal wieder mit zwei heißen Blechen jongliere und man Angst um meine zarten Fingerchen bekommen muß.

Ich habe mir also mein neues Kochbuch geschnappt und mich ausgetobt:

Angefangen habe ich mit Zitronensirup für Limonade.

Ich liebe ja Sirup jeglicher Art, meine Lieblingsentdeckung ist da immer noch der Lavendelsirup von Monin. Aber Sirup kann man ja auch ganz simple selbst machen, dieser hier war zum Beispiel wirklich einfach.

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Den Saft von 6 Zitronen und 350 g Zucker in einem Topf unter Rühren zum Köcheln bringen. Weiterrühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Fertig. Ich habe noch einen guten Schuß Rosenwasser dazu getan. Anschließend abkühlen lassen und mit Mineralwasser aufgießen, ein paar Blätter Minze dazu.

Es schmeckt so lecker, nach Sommer…

Weiter ging es mit Orangenbroten oder auch Fougasse Provencale.

Davon gibt es keine Bilder, weil mein Kameraakku leider leer ging und als er dann geladen war, waren alle Brote schon angeknabbert… seufz, ich muß ja immer alles mal probieren, könnte ja sein, daß das Brot vom unteren Blech anders schmeckt, als das vom oberen… Schreckliche Angewohnheit.

Zutaten waren hier:  650 g Weizenmehl, 2 Eier, 1 Bio Orange, 150 g brauner Zucker, eine Prise Salz, 2 Päckchen Trockenhefe, 3-4 EL warmes Wasser, 100 ml Olivenöl, 1 EL Orangenblütenwasser

Mehl mit Zucker und Salz mischen, die Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen. Dann eine Mulde ins Mehl graben und das Hefewasser dort reingießen, mit etwas Mehl bedecken und ca. 15 Min stehen lassen, bis sich Schaum bildet. In der Zwischenzeit die Orange auspressen und die Schale ganz fein abreiben. Die Eier mit der Orangenschale, dem Orangensaft, dem Olivenöl und dem Orangenblütenwasser verrühren. Diese Flüssigkeit zur Hefe gießen und alles zu einer glatten Masse verrühren. 10 Min gut durchkneten bis ein glatter Teig entstanden ist. Den Teig in kleine Stücke teilen (für jedes Brot einen) und zu Kugeln formen, auf ein gefettetes Backblech geben und 1 Stunde unter einem Küchentuch gehen lassen. Anschließend die Kugeln oval und flach ausrollen. Einen Schnitt in der Mitte und an jeder Seite etwa 3 Schnitte einritzen, so daß es aussieht, wie die Adern eines Blattes. Dann wieder 30 Min gehen lassen, anschließend die Blätter in den vorgeheizten Backofen (180 Grad) geben und 15-20 Minuten knusprig braun backen.

Schmeckt wirklich super lecker…

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Außerdem habe ich dann noch einen feinen Blaubeer Kokos Kuchen gemacht, das Rezept wird allerdings nicht verraten, das war so fein, das behalte ich einfach mal für mich. ÄTSCH! Oder ihr müßt das Buch kaufen… ich hab mir vor lauter Begeisterung jetzt gerade schon mal für den nächsten Winter den Vorgänger bestellt:

Das Sommerbuch ist wirklich toll, für jeden Geschmack ist etwas dabei, süß, salzig, fruchtig, Marmeladen, Dressings, Salate, Fleisch, Marinaden, Cocktails, Kuchen, Macarons und alles wirklich sehr hübsch und ansprechend designed.

 

 

Allein allein… – Werbelink im Beitrag enthalten!

Da ich heute ganz allein war, konnte ich rücksichtlos Ekelkram kochen, der vom Mann komplett verweigert worden wäre. Im Anschluß bin ich dann auch noch Ekelkäse einkaufen gegangen.. aber dazu später.

Diese Woche war bei uns ja wieder Hellofresh-Boxen-Woche. Das erste Gericht, ein ziemlich tomatenlastiges Gulasch mit Spätzle hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Das gabs noch nie, der Mann war allerdings glücklich, ist der aber mit allem was nach Ketchup aussieht, vermute ich.

Das zweite Gericht, gefüllte Hähnchenbrust mit Polenta war dann aber wieder genau mein Geschmack. Für den Mäkeligen gab es dann statt der Polenta Reste von den Spätzlen. Damit war er auch glücklich, von der Tomaten-Mozarella-Füllung war ordentlich was über, so daß ich da einfach einen leichten Salat draus gezaubert habe.

Heute also Gericht Nummero 3, welches ich vermutlich nicht mal mit Gewalt in den Mann hinein bekommen hätte. Käserösti mit Ruccolasalat und Apfelspalten. Glücklicherweise bin ich also alleine und habe mir diese kleine Köstlichkeit eben nur für mich gezaubert.IMG_1957

Für die Röstis habe ich einfach 3 große Kartoffeln geschält und grob geraspelt. Eine Zwiebel in kleine Würfelchen geschnitten, 1 EL Mehl und zwei Eier dazu, außerdem etwa 200 g geriebenen Emmentaler Käse, Pfeffer, Salz und etwas Muskat dazu und schön vermatschen. (Hatte ich erwähnt, daß ich dieses Gematsche, bei Reibekuchenteig oder Frikadellen und co total gerne mache? Nein. Gut, dann jetzt, ich liebe es, wenn die matschige Masse zwischen den Fingern furzt. Pervers? Ja, ein bißchen!)

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Eine kleine Pfanne mit Öl so füllen, daß das Öl den gesamten Boden bedeckt, erhitzen und mit der Röstimasse kleine oder große Röstis braten. Von beiden Seiten, bis sie schön goldbraun sind.

Ruccolasalat waschen und den Apfel in feine Würfel schneiden. Kürbiskerne rösten. Dann das Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft, Honig, Pfeffer und Salz anrühren. (Von allem etwa 1-2 EL, ok nicht von Salz und Pfeffer, da nach Geschmack.)

Ich fand es wirklich super lecker und leicht. wer nicht so sehr auf Emmentaler steht, mit Gouda oder Feta schmeckt das bestimmt auch sehr lecker.

In meinem Gläschen ist übrigens Grenadine mit Limettensaft und einem Schuß Mandelsirup. *Liiiiimmmmoooonade*

Anschließend war ich dann in meinem Lieblingsedeka auf der Bonner Hardthöhe und habe mich um Kopf und Kragen gekauft… :)Unter anderem gab es ganz fantastischen Kääääääse!
Einen herrlichen Ziegenkäse mit Rosmarin, leckere Rohmilchkäsesticks, die mehr ein Snack, als wirklich Käse sind. Kann man wunderbar knabbern, dann Cheddar, den brauch ich, weil es morgen bei uns Burger gibt und einen leckeren Kuhmilch-Camembert mit leichtem Blauschimmel. Tete de Moine hab ich auch mitgenommen, allerdings diesmal schon fertig gehobelte Röschen. Jetzt mache ich mir eine Käseplatte und verziehe mich mit meinem neuen Buch aufs Sofa.

Dabei muß ich vorher noch erwähnen, daß heute Indiebook-Day  war und ich mir also auch ein feines Buch von einem kleinen unabhängigen Verlag in meiner Buchhandlung habe vorschlagen lassen. Jetzt ist es zwar schon ein wenig spät, aber vielleicht möchte ja noch jemand von euch in Aktion treten und einen kleinen Verlag durch einen spontanen Buchkauf unterstützen.

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Willkommen auf „Jetztkochtsieauchnoch“

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Hier werden in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren (zumindest hoffe ich, daß ich so lange durchhalten werde) meine Erlebnisse eine virtuelle Heimat finden.

Ich freue mich auf viele Leser und spannende Postings… gehen wir’s an!