An jedem verdammten Sonntag 19.02.2017

Strickstrickhurra

Ich habe brav am Zwillingsdeckchen weiter gestrickt und wir nähern uns der Zielgeraden….

Garnkäufe / Stoffkäufe

Jaja, ich wollte sparen, hat nicht so richtig gut geklappt. Zum einen ist meine Bestellung von Lanade angekommen. Wunderschöne weiche Malabrigo Mecha in tollen Farben für Mützen. Und zum anderen ist ein Paket von Staghorn mit Jersey eingetrudelt.

Genäht

Ich habe nichts genäht tüftele aber gerade an einer geteilten La Silla… mal sehen, ob das so wird, wie ich mir das vorstelle.

Entdeckt

Entdeckt hab ich die Airbrush-App und damit hatte ich viel Freude, das Ding bearbeitet nämlich Fotos nachträglich und neben Hautglättun, Zahnweißen und Augenaufhellen verpaßt sie auch ein Make-Up und zwar ein ziemlich Gutes. Ich hab mir damit sehr gut gefallen und weil sie das Make-Up jedem auf dem Foto verpaßt, war der Mr. an meiner Seite direkt auch mal geschminkt. Danach hab ich dann wirklich alles und jeden in meinen Fotodateien geschminkt und war mit dem Schwachsinn stundenlang beschäftigt, aber es war herrlich lustig. Große Empfehlung!

Außerdem war ich eine neue Brille kaufen. Das ist zwar keine Neuentdeckung, aber ich bin bei Optik Weickert in Godesberg immer so zufrieden, dass man das ruhig mal erwähnen kann. Sehr nett, sehr freundlich, immer genau das, was ich haben wollte. Dankeschön!

Naja

Ich komm im Moment irgendwie zu nix. Ich müßte mal Ablage machen, mal wieder mit dem Sport anfangen und irgendwie könnte ich auch mal die Fenster putzen…. seufz. Der Tag braucht mehr Stunden!

Sportlich

Ein Wort: Unsportlich!

Geguckt

Ich bin im Endspurt von „Twin Peaks“ und es ist wirklich immer noch grandios. Abgedreht, aber grandios und wenn ich die letzten 4 Folgen geguckt habe, dann kann ich mit dem zweiten Teil der 4. Staffel Vikings weiter machen, die ist nämlich jetzt grad bei Amazon zu haben…. Ragnar!

Gehört

Eine Folge „Einfach Gote“ diesmal ging es um Gröstl. Sehr lecker!

Außerdem hab ich der Distelfliege von der urbanen Spinnstube gelauscht und den Podcast „Staatsbürgerkunde“ habe ich neu begonnen. Der ließ sich ganz gut an und ist wirklich interessant. Es geht um die DDR und zwar aus dem Munde von Menschen, die wisse wovon sie sprechen, interessant, witzig, spannend, erschreckend, traurig… alles zusammen. Hat mir wirklich gut gefallen, sehr informativ.

Die Folge „Stay forever“ zur Xbox hab ich gehört, fand ich aber eher etwas lame. Könnte auch daran gelegen haben, dass ich halt einfach kein Konsolenspieler bin.

Und das Interview von Mensch Theile mit Peter Zehentner (Leiter des Kriseninterventionsteams München) hab ich gehört, das ist schon etwas älter und wurde unmittelbar nach dem Amoklauf in München aufgenommen. Fand ich sehr interessant. Ich hab ja beruflich mit solchen Dingen ebenfalls zu tun und die Sicht von einer anderen Seite mal anzuhören, war sehr gut und hat mir viel gebracht.

Gelesen

Ich habe die Eierlikörtage weitergelesen und begleite Hendrik und seine Kumpane gerade ins Casino und bin immer noch begeistert.

Außerdem habe ich mit dem „Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees begonnen.

Gegessen

Ich war im Brauhaus ohne Namen und habe Muscheln und Blaubeerpfannkuchen gegessen. Außerdem war ich beim Stammtisch hier im Dorf und hatte ein leckeres Steak in der Gaststätte Küpper.

Unternommen

So richtig was unternommen habe ich nicht, nur Familie und Freunde besucht, das ist aber eben auch wichtig und richtig und war fantastisch.

Gezockt

Ich habe Baldurs Gate 1 gespielt und ich muß zugeben, dass das verdammt schwer ist, aber mich noch genauso fesselt, wie damals. Lohnt sich auf jeden Fall.

Goodkarma

Zum einen ist heute der letzte Tag, an dem ihr bei Mairlynd für Ärzte ohne Grenzen spenden könnt: Klick!

Das Spendenziel von 10.000 Euro ist tatsächlich erreicht worden und ich bin hin und weg, was wir Stricker erreichen und mobilisieren können. Danke!

Zum anderen hat Frau Feierabend mich auf etwas grandios Gutes aufmerksam gemacht. Stoffreste kann man wegwerfen oder eben sammeln, bis der Schrank platzt, oder aber etwas Gutes damit tun. Ihn zum Beispiel spenden für Näherinnen, die für Sternenkinder nähen und tatsächlich sogar aus 15×15 cm großen Stoffresten noch etwas tolles zaubern können. Hier geht es zum Projekt: Klick!

Und zum Dritten, während ihr hier gerade lest, gehe ich zum ersten Mal „arbeiten“, unsere katholische öffentliche Bücherei suchte Hilfe und Unterstützung und ich hab mich einfach mal freiwillig gemeldet und werde nun, sofern meine Zeit es zuläßt, immer mal wieder ehrenamtlich in der Bücherei aushelfen. Sonntags ist das eine Stunde, die die Bücherei auf hat und ich finde, die Zeit kann ich auch einfach ein oder zweimal im Monat investieren. Ich bin gespannt, wie es wird und werde natürlich berichten. 🙂

Der Krieg im Garten des Königs der Toten – Sascha Macht

51-ntIY2AlL._SX321_BO1,204,203,200_

Puhu…einmal tief durchatmen und nachdenken, bevor ich mitteile, was mir zu dem Buch so einfällt. Denn erstmal ist das nicht viel oder doch eine Menge, ehrlich, ich weiß es nicht. Sascha Machts Roman „Der Krieg im Garten des Königs der Toten“ hat mich verwirrt, verstört, brüskiert und läßt mich am Ende ratlos zurück.

Aber beginnen wir vorne. Zunächst bin ich bei dem Klappentext eigentlich von einem irgendwie abgefahrenen Coming of Age Roman ausgegangen, etwas ähnlich abgedrehtes wie Augusten Burroughs „Krass“, eher weniger hatte ich dieses hochanspruchsvolle und wirklich komplizierte Stück Text erwartet, das ich letztlich geliefert bekam.

Bereits auf den ersten Seiten wurde klar, Coming of Age spielt hier keine Rolle, hier hat sich jemand sprachlich und gedanklich ausgetobt und testet aus, wie weit er gehen kann. Nun dafür schätze ich den Dumont Buchverlag, dass er eben auch solchen Autoren eine Möglichkeit zur Veröffentlichung bietet, Autoren, die sicher nicht die breite Masse ansprechen, sondern die verstören, irritieren und die nicht in der Lage sind einfach eine Geschichte von Anfang bis Ende zu erzählen, sondern die Kapriolen drehen müssen, rückwärts sprechen und dazu eine brutale harte und sexualisierte Sprache benutzen, die ganz bestimmt nicht bestsellertauglich ist. Sascha Macht ist ein solcher Autor, nicht eine Seite dieses Buches konnte ich lesen, ohne dass sich meine Augenbrauen hoben und ich dachte: „och wirklich?“ Zeitweise verlangte es mir nach den Genußmitteln, die der Autor beim Schreiben hoffentlich intus hatte, einfach um den Kopf nach diesen verschwurbelten Textstücken wieder in die Reihe zu bekommen. Interessanterweise hatte ich das Gefühl den Text besser zu verstehen, als ich gestern und vorgestern mit fast 40 Fieber im Bett lag.

Die Ottonormal-Leser steigen hier dann aus und sagen, warum tut man sich das an, eine Geschichte, die nicht richtig erzählt wird, eine Welt, die man nicht erklärt bekommt, Figuren, die man nicht begreifen kann, das wollen wir nicht. Gut, bitte gebt auf, zieht eurer Wege.
Ich schätze sowas ab und an wirklich sehr… es fordert mich heraus, es zieht meinen Geist beim Lesen auf eine andere Ebene, es gibt mir das Gefühl aus mir selbst heraus zu treten und in ein solches Buch zu schlüpfen. Dabei muß ich gar nicht begreifen, wie das alles sein kann, was Bruno erlebt, ob er träumt oder wach ist, ob er, diesen Gedanken konnte ich während des Lesens einfach nicht abschütteln, in Wirklichkeit gar tot ist und seine Erlebnisse einfache erdachte Begebenheiten, es reicht mir, mich an der Sprache und der Verrücktheit und Abgefahrenheit des Textes zu erfreuen. Dabei fällt mir jedoch niemand in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis ein, der an diesem Buch die gleiche Freude hätte wie ich.
Diejenigen, die es genießen könnten, verstecken sich leider hinter einem gewissen Dünkel und verbieten jungen aufstrebenden Autoren ein solch experimentelles Stück Text, sie sollen erstmal was ordentliches Schreiben, bevor sie einen auf Kafka oder Joyce machen, musste ich mir schon bei meiner Empfehlung zu Dorothee Elmigers „Schlafgänger“ anhören.
Warum sollte das so sein?

Warum sollte nicht auch ein junger Autor einfach mal Sätze bauen, die lang wie Autobahnen sind, Begebenheiten schildern, die surreal und hart sind, sich einer Sexualität bedienen, die abstoßend und keineswegs romantisch ist, eine Geschichte bauen, die gegen jede sinnvolle Regel des Schreibens verstößt?

Mir hat das Buch wirklich einiges abverlangt, zwischenzeitlich wollte ich immer mal kurz aufgeben, zuklappen, weglegen, interessiert mich nicht sagen und trotzdem hab ich weitergelesen. Ich möchte nicht behaupten, verstanden zu haben was Sascha Macht ausdrücken wollte, ich frage mich auch, ob er selbst wirklich einen tieferen Sinn hinter seinen Worten sieht, oder ob er grinsend mit einer Banane in der Hand irgendwo steht und sich über die Leser kaputt lacht, die versuchen, das da zu interpretieren, zu analysieren, zu verstehen.

All das ist aber egal, denn dieses Buch hat trotz aller Enttäuschung, eben keinen Coming of Age Roman in den Händen zu halten, irgendwie Spaß gemacht. Noch mehr Freude hätte es mir vermutlich bereitet, wenn meine cineastische Bildung im Bezug auf Horrorfilme etwas tiefergehender wäre, aber so ist mir vermutlich so manche Anspielung einfach durchgegangen.

Fazit: Keine Empfehlung für Leser von schönen Geschichten, aber eine Empfehlung für Wortakrobaten und Leser, die es zu schätzen wissen, wenn sie auch mal etwas nicht begreifen.

 

(Es handelt sich um die Besprechung eines Rezensionsexemplars aus dem Dumont Verlag, was meiner objektiven Meinung jedoch keinerlei Abbruch tut. )

DuMont Bildatlas Provence

IMG_1308[1]

Mir gefällt die Reihe der DuMont Bildatlanten wirklich ausgesprochen gut. Die Hefte haben fast schon die Qualität von Büchern, sind stabil und wirklich schön aufgemacht.
Nachdem sie mir nun einige Wochen den Wohnzimmertisch verschönert haben, hatte ich heute endlich Zeit mich intensiv mit den Heften zu befassen. Ich habe es mir also mit einer schönen Lavendellimonade auf dem Sofa bequem gemacht und in den Atlanten geblättert.

Der Band, der sich mit der Provence befaßt, hat mir besonders gut gefallen, was zu einem großen Teil auch daran liegen könnte, dass mir die Provence halt einfach gut gefällt. Mein Traum ist ein Alterssitz dort ein kleines Cottage mitten in Lavendelfeldern, kann es etwas Schöneres geben? Nein. Kann es nicht. Da ich von meinem Alterssitz aber noch ungefähr 30 Jahre entfernt bin, muß ich mich erstmal mit Bildatlanten trösten.
Dieser hier ist zunächst mit einem sehr übersichtigen Inhaltsverzeichnis ausgestattet und dann mit einer großen Übersichtskarte, auf der vermerkt wurde, wo im Heft welcher Bereich besprochen wird.

Dann geht es mit den Topzielen los.
Mont Ventoux, die Ockerbrüche, Avignon, Marseille und Aix en Provence, sowie noch einige mehr.

Die Dazu gehörigen Bilder sind wunder wunderschön, die kurzen Texte dazu passen sehr gut und wecken die Reiselust. Besonders schön, fand ich hier die Vorstellung verschiedener Aussichtspunkte, die einen guten Blick auf das Land geben. Sowas würde ich mir in jedem Reiseführer wünschen.
Sehr informativ fand ich auch den Bericht über die Trüffelsuche, dieser ist wirklich gut recherchiert und unterhaltsam geschrieben.
Essen und Genuß nehmen bei den Infos & Empfehlungen einen großen Raum ein und die hier genannten Empfehlunen haben mir als Freundin der Provence sehr gut gefallen. Hier hab ich Altbekanntes, aber auch neue Dinge gefunden.
Gefreut habe ich mich auch Herrn Loubet im Heft zu entdecken, einer der wenigen 2-Sterne-Köche, die nicht ständig ihr Gesicht in jede Kamera halten und dabei doch viel zu erzählen haben.

Generell haben die Texte eher keinen Reiseführercharakter, sondern sind sehr unterhaltsam und gefallen mir wirklich gut. Ein wenig Reiseführercharakter hat dann die Empfehlung der 10 schönsten Unterkünfte, die teilweise überraschend erschwinglich sind. Gut gefallen hat mir auch das Kästchen mit „DuMont aktiv“, in dem immer wieder sportliche Aktivitäten empfohlen werden.

Natürlich findet man auch einen Text über meinen geliebten Pastis, der mich sofort dazu veranlaßt hat, die Lavendellimonade gegen ein Gläschen Pastis zu tauschen.

Wer gerne auf Märkte geht, findet hier ebenfalls Empfehlungen.
Am Ende des Atlanten findet man außerdem die typischen Service-informationen, die man für eine Reise benötigt.

Der Bildatlas ersetzt keinen Reiseführer, versetzt einen aber in Reisestimmung und macht beim Lesen einfach nur sehr viel Freude.

(Die Atlanten wurden mir als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt.)

Eine Therapie für Aristoteles – Melanie Sumner

13100816_1011651625577293_8500994068712206854_n

Eine Therapie für Aristoteles

Melanie Sumner

Die ersten Seiten, die ich mit Aristoteles und ihrer Familie verbracht habe, haben mich bezaubert, mich mitgerissen und interessiert. Diese etwas schräge Familie, mit den noch schrägeren Freunden, war liebenswert und ich wollte sie gerne für ein paar Lesestunden begleiten.
Leider ist es dann so, dass die Autorin zu viele Dinge aufeinmal will und so der ganze Zauber dieses warmherzigen und witzig-tragischen Anfangs zerstört. Sie macht zu viele Baustellen auf und konzentriert sich auf keine wirklich, was leider dazu führt, dass vieles für mich sich von bemerkenswert zu belanglos wandelte. Sehr schade, denn eigentlich hat Aristoteles eine durchaus wunderschöne Geschichte zu erzählen, leider wird sich so sehr auf die absurden und verrückten Begebenheiten konzentriert, dass eben diese Geschichte immer weiter in die Ferne rutscht und mich leider auch nicht mehr so fesseln konnte, wie zu Beginn des Buches. Ich verliere die kleine Ich-Erzählerin aus den Augen und werde durch kleine stilistische Spielereien immer wieder abgelenkt, natürlich mag man sagen, ganz große literarische Handwerkskunst, aber mich hat es dennoch nicht überzeugt. dafür war letztlich das Ende zu vorhersehbar und wenig aufwirbelnd.
Grundsätzlich hatte ich hier ein Buch in den Händen, das mich zwar streckenweise gut unterhalten hat, das ich aber leider nicht länger in Erinnerung behalten werde, was ich sehr Schade finde, denn es hätte Potential gehabt hätte man nicht beim Lesen bereits gemerkt, dass da ein Lektorat oder ein Abgabetermin im Rücken drängte und es zum Ende hin alles immer oberflächlicher wurde.
Ich würde das Buch dennoch dem ein oder anderen interessierten Leser empfehlen, denn der Anfang, so die ersten 100 Seiten ist wirklich ganz groß, danach wird es leider recht flach und austauschbar und das verdirbt es mir.
Irgendwie habe ich an Bücher von Dumont auch einen etwas größeren Anspruch, als an die anderer Verlage, da darf es nicht nur unterhaltsam sein, da soll auch ein gewisser Anspruch für mich da sein, das ist hier leider nur streckenweise und nicht komplett gelungen.
Schade.

Dumont Reisehandbuch – Finnland

Unbenannt

Die DuMont Reise-Handbücher sind mir bereits seit längerem bekannt und ich schätze sie sehr, weil sie meist sehr gute Informationen, aber eben auch guten Lesestoff für die Reisebieten. Sie gehen über die normale Infosammlung eines Reiseführers meist hinaus und bieten mir persönlich ein bisschen mehr.

Das Reise-Handbuch Finnland habe ich in den letzten Tagen gelesen und genutzt, um eine Entscheidung zu treffen, welches der skandinavischen Länder wir in naher Zukunft bereisen wollen, da sind wir nämlich ein wenig unentschlossen. Sicher ist, dass es nach Skandinavien/Baltikum gehen wird, aber wohin genau, das ist noch in der Schwebe. Aus diesem Grund hab ich mir verschiedene Informationsbücher zu Finnland, Schweden, Dänemark, Lettland, Litauen, Estland, Norwegen besorgt und mich inspirieren lassen, was mich am meisten reizt.
Durch das Reise-Handbuch ist Finnland in jedem Fall ein gutes Stück nach vorne auf der Reiserangliste gerutscht, war es doch zuvor das Land, von dem ich zugegeben am wenigsten wusste.

Das Reisehandbuch ist natürlich auch als klassischer Reiseführer zu nutzen. Im vorderen Einband befindet sich eine übersichtliche und gut lesbare Klappkarte, im hinteren Einband klebt eine ablösbare Faltkarte mit Detailkarte, Register und Entfernungstabelle, die einem auf Reisen sicher auch als Reiseplan gute Dienste leisten wird.

Das gesamte Buch ist reich bebildert und mit wirklich schönen Bildern versehen, man kann sich so ein gutes Bild machen, hat aber noch ausreichend Raum, um die Beschreibungen mit eigenen Vorstellungen und später dann Erlebnissen zu füllen. Zu überladene Reiseführer mit zu vielen Bildern und zu wenig Text behagen mir in der Regel nicht. Dieser findet ein gutes Mittelmaß zwischen beidem.

Die Aufteilung des Buches ist sinnvoll gehalten zunächst gibt es einen Abschnitt mit wissenswerten Texten zu Finnland, Geschichte, Wirtschaft, Natur, Gesellschaft, Kultur, Essen und Trinken. Besonders den Abschnitt über die finnische Küche fand ich da ausgesprochen interessant. Schließlich kommt man damit hier eher selten in Berührung, wann geht man schon mal finnisch essen?

Der nächste Abschnitt Wissenswertes für die Reise ist zur Reiseplanung aus meiner Sicht unverzichtbar. Auch hier findet sich die für mich mittlerweile elementar wichtige Seite, auf der ich weiterführende Links und Hinweise auf Blogs oder Infoseiten im Netz finde. Dieser Punkt gehört für mich zu einem guten Reiseführer mittlerweile absolut dazu, hier ist diese Übersicht wirklich sehr informativ und auch die Hinweise auf Reiselektüre fand ich sehr treffend, wenn ich auch Arto Paasilinna bereits kannte und als Autoren sehr schätze, wegen seines wunderschönen humorigen Schreibstils.

Im weiteren Folgen Hinweise für die Reise- und Routenplanung, die ich als sehr hilfreich für jemanden, der Finnland wirklich gar nicht kennt empfunden habe. Auch gibt es wie üblich Tipps zu sportlichen Aktivitäten, Anreise, Unterkunft, Einkaufen, Ausgehen, etc. Aber auch ein kurzes aber sehr gutes Kapitel zur Reisekasse und der Kostenplanung, was ich gerade in Ländern, die mir unbekannter sind immer zur Einschätzung hilfreich finde.

Im Abschnitt „Gut zu wissen“ finden sich darüber hinausgehende grundlegende Informationen, die eine Planung und auch die Reise erleichtern.
Ein kurzer Sprachführer, Hinweise zu Kommunikationsmöglichkeiten, Sicherheit und Ausrüstung dürfen hier nicht fehlen und sind sehr übersichtlich strukturiert und klar verständlich formuliert.

Dann folgt der eigentliche Reiseteil.
Dieser ist in 5 übersichtliche Kapitel gegliedert.
Helsinki und Südfinnland
Westfinnland
Finnische Seenplatte
Kainuu und Nordkarelien
Lappland

Diese Kapitel sind zum größten Teil mit sehr guten Karten versehen und bieten sehr gute Hinweise zu den jeweiligen geografischen Ecken Finnlands. Ich fand vorallem Kainuu und Nordkarelien informativ, hatte ich hiervon doch noch nie etwas gehört, bzw. konnte mir wenig darunter vorstellen. Jedes der Kapitel beginnt mit “ Auf einen Blick“, hier werden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Zwischenziele vorgestellt, was mir immer sehr gut hilft, mich zu orientieren und zu entscheiden, welche Ziele ich in meine Planung einbeziehen möchte.
So ein kurzer Überblick gefällt mir, wenn dann weitergehende Informationen im weiteren Verlauf folgen, was hier eindeutig der Fall ist.
Grundsätzlich sind die Texte sehr informativ, aber trotzdem noch gut lesbar und unterhaltsam. Vorallem die immer mal zwischengeschobenen Themen-Texte eigenen sich auch sehr gut als Lektüre zur Reisevorbereitung oder auch während der Reise.

Grundsätzlich Hat mir das Reisehandbuch sehr gut gefallen. Dazu kommt, dass es wirklich robust und stabil ist und auch unterwegs gut zu transportieren sein wird. Die Größe ist handlich und nicht zu schwer.

Mir hat das Reise-Handbuch wirklich viele Informationen über ein mir bislang noch unbekanntes Reiseziel geboten und mich aus meiner Sicht sehr gut auf unsere Reise vorbereitet.

(Diese Bewertung wird ergänzt und verändert werden, wenn wir dann tatsächlich in Finnland waren und die Informationen mit der Realität abgleichen konnten.)

Dumont Reisetaschenbuch – Irland

Unbenannt

Ich schätze die Reise-Taschenbücher des Dumont Verlags sehr. Sie bieten immer noch ein wenig mehr Information, als andere Reiseführer, sind zwar häufig nicht so reich bebildert, aber dafür mit tollen gut geschriebenen Texten versehen. Ich muß sagen, dass mir das bei einem Reiseführer meist wichtiger ist, da ich die Bilder ja direkt vor mir habe, wenn ich vor Ort bin und selbst Eindrücke sammeln kann, die Informationen dazu sind für mich daher sehr viel relevanter und Informationen bieten die Reise-Taschenbücher immer sehr gute, schön strukturiert und übersichtlich gegliedert.

Diesmal habe ich mich über Irland informiert, da die grüne Insel auf jeden Fall noch auf meiner Reise Bucket-List steht. Allein schon ein Besuch bei Hedgehog Fibres (Handgefärbte Garne in ganz außergewöhnlichen Farben) würde mich vermutlich unsagbar glücklich machen, das dann verbunden mit viel Natur, alten Burgen und Schlössern, oh ja Irland ist definitiv eines meiner Traumziele.

Dieses Taschenbuch hat mir durchaus Reiselust verschafft.
Auf dem vorderen Inneneinband befindet sich eine große Übersichtskarte der gesamten Insel mit den 10 Highlights. Sowas mag ich immer, da hat man auf einen Blick alles parat, kann bei der Reiseplanung Entfernungen groß abschätzen und sieht wie gut oder schlecht das Reiseziel per Zug, Bahn, Auto zu erreichen ist.

Ein weiteres großes Plus ist für mich der Link zu einer Downloadseite, auf der regelmäßig Updates zum Reiseführer veröffentlicht werden. In der heutigen Zeit ist so ein Buch sehr rasch veraltet, dieser weiterführende Link hilft dabei, das Buch aktuell zu halten und immer auf dem neusten Stand zu sein, das gefällt mir sehr gut.

Das Buch startet mit seiner sehr freundlichen und persönlichen Einleitung der Autorin und ihren persönlichen Tipps. Das finde ich super, ich mag es wenn im Reiseführer persönlich erzählt wird, nichts ist authentischer, als eine Person, die sagt, das gefällt mir, da gehe ich gerne hin, weil…
Genau das passiert hier. Susanne Tschirner erzählt mit viel Herzblut von ihrer Lieblingsinsel und zieht den Leser und Reisenden unvermittelt in ihren Bann, dabei fällt auf, dass Tschirner schreiben und erzählen kann, hier werden nicht nur Informationen aneinander gereiht und möglichst viel auf möglichst wenige Seiten gepackt, nein hier wird wirklich erzählt und berichtet und das sehr informativ, aber auch durchaus unterhaltsam.

Nach den persönlichen Tipps folgt einer sehr guter und kurzer Schnellüberblick, die wichtigsten Orte, die schönsten Sehenswürdigkeiten, ganz kurz erwähnt.
Weiter geht es mit meiner Lieblingsrubrik, Reiseinfos, hier findet sich alles, was man über Irland wissen muß und zu dem tolle Links zu Reiseblogs und Irlandseiten im Internet, die einem weitere Informationen beschaffen. Diese Seite finde ich immer wichtiger und bin immer sehr froh, solche Hinweise in einem Reiseführer zu entdecken, denn natürlich bereitet man eine solche Reise in der heutigen Zeit nicht mehr nur mit einem Buch vor, sondern bezieht weitere Infos aus dem Netz. Schön, wenn man dann nicht lange suchen muß, sondern alles direkt gebündelt im Buch findet.

Besonders hervorheben möchte ich auch ihre Hinweise zur Reiseliteratur, hier werden irische Literaten und ihre Werke ganz kurz vorgestellt und Empfehlungen ausgesprochen, was sich als Reiselektüre für unterwegs eignet, da ich meine Lektüre immer dem Reiseziel anpasse, finde ich das sehr hilfreich und bin überrascht, wie viele Autoren, die ich irgendwo im britischen Raum vermutet habe, tatsächlich Iren sind. Auch Informationen zur Wetterlage, Verkehrsmitteln und Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, Sport, Essen und Trinken, so wie ein Veranstaltungskalender sind vorhanden.

In der Rubrik Panorama findet man alle Daten rund um die Insel und einen geschichtlichen Überblick. Dies ist wirklich sehr gut strukturiert und mir gefällt es immer, wenn der Reiseführer auch einen Blick in die Vergangenheit des Reiseziels wirft.
Außerdem finden sich hier einige kurze Essays, die sich durchaus gut als kurze Lektüre vor Ort eignen und sehr gut zu lesen sind. Das mag ich, so muß man neben dem Reiseführer bei einer Wanderung nicht auch noch ein Buch zur Unterhaltung für Busfahrten oder Wartezeiten mitnehmen, sondern hat direkt einige unterhaltsame und informative Texte dabei.

Dann folgt die Rubrik „Unterwegs in Irland“, die mit einem Überblick über Dublin und die Wicklow Mountains startet. Hier findet sich auch eine sehr kleine Übersichtskarte der Dubliner Innenstadt, wobei ich hier bei einem Besuch der Stadt auf jeden Fall zu einem gesonderten Reiseführer raten würde, der sich auf die Stadt selbst und nicht auf ganz Irland bezieht.
Sehr grandios finde ich hier den „James Joyce“-Spaziergang durch die Stadt. Ich mag Joyce, trotz seiner schwerfälligen und verworrenen Art zu schreiben, haben mich seine Bücher immer begeistert, auf seinen Spuren zu wandeln hat durchaus etwas sehr Reizvolles. Überhaupt ist der Reiseführer sehr literarisch unterwegs, auch ein Hinweis auf die Pubs der Dichter der Insel findet sich in diesem Teil.
Ansonsten finden sich hier natürlich die üblichen Sehenswürdigkeiten, aber auch einige kleine Geheimtipps, die ich zuvor nicht kannte und die mich sehr angesprochen haben, so wie Vorschläge für Ausflüge und Wanderungen. Hier häufig mit einer kleinen Karte versehen.

Im nächsten Abschnitt wird der Südosten der Insel vorgestellt, Kilkenny, Cashel, Kildare und einiges mehr. Hier kenne ich mich noch nicht sonderlich gut aus, finde aber die Anregungen und Ideen durchaus reizvoll und die beigefügten kleineren Karten und Bilder hilfreich zur Planung.
Vom Rock of Cashel hatte ich bislang beispielsweise noch nicht gehört und allein das Foto auf Seite 139 ist so fantastisch, dass ich da unbedingt hin muß.

In einem weiteren kleinen Special werden die Kunsthandwerker von Kilkenny vorgestellt. Das ist ebenfalls genau mein Fall, Glas und Keramik ansprechend präsentiert und wunderschön in Handarbeit gestaltet. Auch dies eine für mich neue und wertvolle Information.

Im nächsten Abschnitt wird der Südwesten beschrieben, es folgen Vorschläge für Reiseziele, Ausflüge, Sehenswürdigkeiten und sehr viel Natur, immer auch versehen mit speziellen Tipps für Restaurants, Hotels und Touren. Hier würde ich auf jeden Fall einen Stopp einlegen, allein schon wegen der oben erwähnten Färbestube der Hedgehog Färbemanufaktur in Cork. Auch für Cork gibt es eine kleine aber informative Übersichtskarte mit den wichtigsten Punkten.
Besonders schön war hier der Bericht über „Ballymaloe“, Kochschule, Hotel, Gärten und Shop, Slowfood vom Allerfeinsten. Für mich ein absoluter Traum und ein Muß-Punkt auf meiner Reiseliste. Außerdem findet sich hier ein Hinweis auf die vielen Farmers Markets, was ich sehr gut finde, da nichts so herrlich viel über einen Ort und seine Esskultur aussagt, wie ein Besuch auf einem seiner Märkte.

Der Westen ist der nächste Punkt auf meiner kleinen Kopfkino-Reise. Limmerick Cleggan, Aran Islands, Clare Island… und vieles mehr.
Ebenso der Nordwesten, Donegal, Drumcliff, Sligo, Culdaff, auch hier wird umfassend vorgestellt, mit Ausflugstipps, Hinweisen, Erklärungen kleinen Karten und einfach guten Fotos, hier auch mit einem Wellnesshinweis auf das Algenbad.

Der letzte Punkt ist County Meath und die zentrale Seenplatte. Clonmacnoise, Athlone, Kells, Tara, etc.
Ein besonderes Special ist hier die Entdeckungstour für die Hochkreuz-Trophy in Kells. Keltische Kreuze, mit ihrem ganz eigenen Charme und Reiz und ihre Geschichte, ich mag hier vor allem das Mythische an der Tour. Die nächste Tour beinhaltet einen Buch im Lough Boora und den dortigen Torfstechern, was ich ebenfalls sehr reizvoll fand.

Dann folgen noch Sprachführer und Register, sowie eine herausnehmbare Faltkarte.

Wirklich sehr selten hat ein Reiseführer für mich so viele Themen, die mich interessieren, die mich reizen, häufig finden sich nur die wichtigen Sehenswürdigkeiten, die man dann abklappert, hier war ich wirklich hingerissen von den Beschreibungen, Ideen und eigentlich jede der Entdeckungstouren beinhaltete ein Thema, das mich ebenfalls interessiert. Sehr gelungen.
Dazu ist der Reiseführer sehr stabil, abwaschbar, bietet Platz für eigene Notizen und besitzt eine kleine Falttasche im hinteren Einband, in der man die Faltkarte und kleinere andere Dinge gut verstauen kann.

Für mich einer der besten Reiseführer, die ich in der letzten Zeit lesen durfte, auch und gerade weil Frau Tschirner einfach sehr fesselnd und gut erzählt.

Greenwash Inc. von Karl Wolfgang Flender

IMG_9196[1]

Greenwash Inc. von Karl Wolfgang Flender erschienen im Dumont Buchverlag

Ich lese zur Zeit sehr wenig, muß ich ehrlicherweise zugeben. Durch Stricken, Kochen und Podcasting, meine neuentdeckte Leidenschaft, bleibt das gebundene Buch einfach sehr viel öfter und länger auf dem Nachttisch liegen. Greenwash Inc. lag auf eben diesem Nachttisch tatsächlich satte 4 Wochen. Immer mal ein paar Seiten gelesen, wieder weggelegt, weiter gelesen, wütend geworden, genervt gewesen, wieder weggelegt, doch wieder dazu gegriffen, weiter gelesen. Es war ein regelrechter Kampf. Wirklich. Dabei ging es noch nicht einmal darum, dass mich das Thema nicht interessierte, nein grünes Image, oder nennen wir es das vermeintlich umweltbewußte Auftreten von immer mehr Konzernen und die sehr kritische Herangehensweise an dieses Thema, ist ja eigentlich genau mein Ding, trifft meinen Interessenbereich so exakt, dass ich das Buch eigentlich hätte verschlingen müssen.

Hab ich aber nicht, das liegt hauptsächlich an einer Hauptfigur, die mir und meiner eigenen Lebenswelt so fern ist, dass ich über viele Verhaltenweisen einfach nur milde lächeln konnte. Immer wieder wurde ich an Patrick Bateman aus American Psycho erinnert, gut Thomas Hessel killt keine Menschen auf bestialische Art und Weise, aber er fällt ins gleiche Schema, das Format einer Visitenkarte ist wichtiger, als der Gesichtsausdruck, die größe des Büros wichtiger, als die eigenen Ziele, der knackige Hintern der Kollegin, interessanter als die eigene Freundin. Was mich bei American Psycho nervte, nervte mich auch hier und wenn man in die anderen Rezensionen zum Beispiel bei Perlentaucher.de reinschaut, dann bin ich mit meiner etwas gelangweilt genervten Einschätzung nicht alleine. Ich konnte die Faszination für Patrick Bateman schon nicht nachvollziehen, die Faszination für Manager-Boy Thomas geht mir gänzlich ab. Der Mann ist unsympathisch, lebensfremd und ich in meiner dörflichen ökobewußten Einfamilienhaus-Sachbearbeiter-Welt kann selbst mit größter Mühe kein Verständnis für die meisten seiner Verhaltensweisen aufbringen, geschweige denn, dass ich sie auch nur im Ansatz logisch nachvollziehen könnte. Das liegt vorallem auch daran, dass man Thomas Gefühlswelt so gar nicht erklärt bekommt. Thomas agiert, ist getrieben, wirft Pillen, um dem Streß zu trotzen und entscheidet sich in so vielen Fällen für die falsche Alternative und ist so unsympathisch, dass man als Leser am Ende einfach nur noch schadenfroh zu sieht, wie er sein eigenes Grab immer tiefer und tiefer schaufelt, um dann kurz vor knapp in einem wahnwitzen Turn der Geschehnisse doch wieder irgendwie… ah ich will ja nicht spoilern. Sagen wir, ich habe kurz in die Hände geklatscht und ihm alles Schlechte gewünscht und das, obwohl ich sonst wirklich kein gehässiger Mensch bin.

Grundsätzlich bleibt bei mir der fade Beigeschmack, dass Thomas letztlich nur ein kleiner Junge ist, der es immer noch nicht schafft, Papi, seiner Freundin und seinem Chef auch nur irgendwas recht zu machen und meint, wenn er in seiner Fitness-App auf gleichem Niveau mit dem Kollegen ist, dann wird es auch im Job gut laufen. Diese Sicht auf den Text sorgt dafür, dass ich trotz meiner Häme ein gewisses Mitleid für den armen Mann empfunden habe, leider reicht das nicht aus, um den Text spannender zu machen und so versickert die an sich grandiose Idee dieser Geschichte im zähen Sand der mangelnden Erzählkunst.

Ein bißchen mehr Witz, Satire, Ironie oder gar einfach Pfiff, Mut, Biss, was auch immer und das Buch hätte eine echt große Nummer in meiner persönlichen Rangliste werden können, so bleibt es leider nur hinter meinen Erwartungen zurück.

Unterhielten mich die ersten Seiten grandios, war nach der Geschichte um „Juana“, das Model, welches als arme Bäuerin für einen Imagefilm angeheuert und bei einem inszenierten Brandrodungsakt schwer verletzt wird, die Luft raus. Die Geschichte verliert ihren roten Faden, ihr Ziel und immer wieder habe ich das Gefühl, der Autor weiß selbst grad nicht so genau, ob er zynisch sein will oder nicht.

Mir hat irgendwann mal ein Dozent gesagt: „Ein gutes Buch ist eines, das Emotionen in dir weckt. Diese Emotionen müssen nicht immer positiv sein, sie müssen aber stark sein!“

Greenwash Inc. hat vorallem Wut in mir geweckt, Wut und Unverständnis und ein wenig Traurigkeit, sollte unsere Managerwelt, tatsächlich so aussehen und junge Menschen der Meinung sein, dies wäre die Art zu Leben, der Weg zum Erfolg, dann läuft in unserer Gesellschaft sehr viel mehr falsch, als ich bislang befürchtet habe.

Ich persönlich erlaube mir den Luxus hier einfach an eine deutliche Überzeichnung zu glauben und rede mir ein, dass es ein Buch ist, kein besonders Gutes, egal, wie stark meine Emotionen beim Lesen waren, und dass die meisten unserer aufstrebenden jungen Weltveränderer vielleicht doch ab und an nicht nur das berufliche Vorwärtskommen, den eigenen Profit denken, sondern auch ihre Menschlichkeit nicht aus dem Auge verlieren.

Es mag sein, dass das zu naiv ist, dass ich mich täusche, trotzdem möchte ich in meinem kleinen Herzchen einfach daran glauben. Hier und da hatte das Buch wirklich interessante kurze lichte Momente, ich würde daher wirklich den interessierten Leser gar nicht vom Lesen abhalten wollen, denn es war durchaus ein Erlebnis, Thomas auf seiner Schußfahrt durch Zertifizierungen, Öko-Lobbyismus, Eifersucht, Sex, Tabletten, ferne Länder und sein lächerliches männliches Machtgehabe zu begleiten, aber es war anstrengend und dabei hätte es mit einem etwas anderen Stil doch so genußvoll sein können. Ja, Bücher müssen auch mal sperrig sein, um etwas zu bewirken, um wach zu rütteln, aufmerksam zu machen. Greenwash Inc. war für mich aber nicht nur sperrig, sondern leider streckenweise auch sehr fad.

Schade für mich, Fans von American Psycho und dieser Art des Romans und Erzählweise, werden allerdings sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen und der ein oder andere mag vielleicht auch einfach sagen, die kleine kochende und strickende Bloggerin hat einfach nicht das tiefe Verständnis von Literatur, um hier mitreden zu können. Mag sein… ich bin dennoch ratlos, was mir dieser Text denn nun so wirklich sagen wollte.

Reiseführer für New York von Dumont

Unbenannt

Der Reiseführer ist praktisch gestaltet.

Der Einband ist stabil und abwaschbar und die Klappbroschur sinnvoll, um bestimmte Stellen zu markieren.
Im Hinteren Einband befindet sich eine kleine gefaltete Tasche, für Erinnerungen, Tickets, oder ähnliches. Darin ist eine große New Yorker Straßenkarte. Der Faltplan ist stabil und übersichtlich.

Auf der Rückseite befindet sich ein Plan für den Subway Manhatten und eine Übersichtskarte des Großraums New York. Wie üblich bei diesen Karten wünsche ich mir, dass auch diese laminiert wäre, so dass man sie abwaschbar beschriften könnte und sie noch ein wenig robuster wäre.
Als ein wenig störend empfinde ich die Werbung auf den Einschlägen der Klappbroschur. Diesen Platz hätte man aus meiner Sicht schöner nutzen können. Mich interessiert weder die Cellion Handykarte, noch mag ich Werbung für andere Bücher im Buch, aber das ist Geschmackssache, der ein oder andere schätzt dies vielleicht. Mich stört es, allerdings nicht so sehr, dass ich dafür einen Stern abziehen würde.
Direkt auf der ersten Seite findet man den Hinweis, dass man sich auf der Seite des Dumontverlags Updates herunter laden kann. Diese kann man sowohl aufs Smartphone, als auch dem Ereader lesen.

Im vorderen Einband befindet sich eine Übersichtskarte für Manhatten mit wichtigen Sehenswürdigkeiten. Sinnvoll als grobe Orientierung.
Auf der Klappbroschur des hinteren Einbands findet man die Seitenangaben der Citypläne und Tourenkarten, bzw. Detailpläne. Das finde ich praktisch und übersichtlich. So findet man rasch den Plan, den man gerade sucht.

Als nächstes folgt das Inhaltsverzeichnis.

Der Reiseführer ist in die folgenden Punkte unterteilt:
New York persönlich

(Kurze persönliche Einführung des Autors im Interviewstil in die Stadt)
Lieblingsorte

(8 Lieblingsorte des Autors lediglich durch Bild und Überschrift bezeichnet und dem Hinweis, wo im Reiseführer man mehr Informationen findet.)
Schnellüberblick

(Kurze Auflistung der Stadtteile mit Kurzinfos)

Reiseinfos, Adressen, Websites
Hier findet man alles Wissenswerte vor der Reise, während und nach der Reise, Ausgehen, Essen, Einkaufen, Währung, Feiertage, Öffnungszeiten, Ärzte, Notdienste, Übernachtung, Hotels, Verkehrsmittel und vieles mehr. Hier finden sich alle Fakten und Hinweise gesammelt. Gut strukturiert und übersichtlich.

Panorama, Daten, Essays, Hintergründe
Hier finden sich Daten und Fakten, ein geschichtlicher Überblick und alles, was man als New York Besucher sonst noch so erfahren möchte. Sehr gute gefallen hat mir hier die mehrseitige Zeitlinie von der Vorzeit, bis zur Gegenwart mit Hinweisen und Ereignissen, die New York geprägt und verändert haben.
Die folgenden Essays sind interessant zu lesen und bestimmt schöner Lesestoff, wenn man sich in New York befindet. Der Schreibstil ist sachlich und informativ, aber auch durchaus unterhaltsam und nicht zu trocken. Interessant werden hier verschiedene Aspekte und Sichtweise auf die Stadt erläutert.

Unterwegs in New York
Hier werden die einzelnen Stadtteile erläutert und die wichtigsten Infos kurz und prägnant zusammen gefaßt. Zu jedem Bezirk gibt es eine Straßenkarte, damit man sich gut zurecht findet. Im Grunde ist das hier der klassische Reiseführerteil.

Auf Entdeckungstour
Dazwischen finden sich immer wieder Vorschläge für Entdeckungstouren durch verschiedene Bereiche, East Village und Ground Zero Beispielsweise. Spaziergänge unter Nutzung der Subway durch die Stadt mit Hinweisen, wo es sich lohnt genauer hinzusehen. Diese Teile sind immer wieder im Buch verstreut eingebracht. Ich hätte es ein wenig besser gefunden, diese gebündelt in einem Kapitel zu finden, damit man übersichtlicher aussuchen kann, welchen Spaziergang man auswählt. Schlecht ist es aber auch so nicht, da die Touren im Inhaltsverzeichnis genannt und die Seitenzahl angegeben wird.

Es folgt noch ein vierseitiger Sprachführer mit den wichtigsten touristischen Floskeln und Sätzen, die einem weiterhelfen, den man sich aus meiner Sicht bei einer englischsprachigen Metropole durchaus hätte sparen können. Der für ältere Menschen, die noch nicht so sehr mit Englisch in der Schule gequält wurden, aber vielleicht ganz nett ist.

Das Register bildet den Schlußpunkt ist wirklich gut strukturiert, um rasch zu finden, was man sucht.

Fazit: Ein sehr textlastiger, dadurch aber sehr informativer Reiseführer mit wenigen, sehr schönen Bildern und voller Informationen. Praktisch und sinnvoll gestaltet, ohne großen Schnickschnack. Übersichtlich und gut strukturiert.

Wir reisen im nächsten Jahr nach New York, dann werde ich ihn einem Praxistest unterziehen und detailliert diese Rezension ergänzen.

Frühwerke von Haruki Murakami

11705146_857156774360113_937683556125167326_n

Haruki Murakami

Wenn der Wind singt / Pinball 1973

Ich lese Murakami nicht, ich verschlinge ihn. Seine Texte fesseln mich, halten mich fest, binden mich und lassen mich manchmal auch jämmerlich ersaufen, um dann nach Luft schnappend und in tiefer Traurigkeit wieder in die Realität aufzutauchen.
Ich liebe jede Seite, die er schreibt, jedes Wort, das er wählt und jede Geschichte, die er erzählt…. dachte ich.
Mit Feuereifer und viel Freude habe ich mich daher in dieses Leseabenteuer gestürzt, diese frühen Werk meines Meisters gelesen. Wie üblich habe ich mir viel Zeit und Ruhe angetan, um jedes Wort genießen zu können. Das funktioniert bei dem ersten Teil des Romans ganz wunderbar. Hier konnte ich in jeder Zeile meinen Autor erkennen, oder nein, eher eine Frühform meines geliebten Schreibers. Es war interessant, zu vergleichen, abzuwägen und zu erkennen, wie er beim Schreiben seinen Weg findet und noch ein wenig unsicher mit Worten und Sprache experimentiert. Allerdings sind hier beide Bücher aus meiner Sicht tatsächlich keine Geschichten, sondern Experimente, kein linearer Ablauf, keine wunderbaren Wendungen, wie man sie sonst von ihm erwartet, eher Fragmente, Ideen, Gedanken locker zu Papier gebracht. Sicherlich wunderbar zu lesen, allerdings kein leichter Einstieg für jemanden, der Murakami eben nicht kennt.
Gerade der zweite Roman stellt einen Murakami Neuling sicherlich vor eine harte Aufgabe, sogar mir, die ich doch seine Texte so schätze, fiel es hin und wieder schwer, mich zu konzentrieren, bei ihm zu bleiben und nicht abzuschweifen, weil das, was er da schreibt, doch noch nicht die Spitze, die Punktgenauigkeit hat, wie ich sie von ihm gewohnt bin. Immer öfter stellte sich mir im zweiten Teil des Buches die Frage, wo er mich hinführen will und immer seltener interessierte mich die Antwort.
Gut, mit dem Wissen, dass es sich hier um zwei Frühwerke handelt, kann ich damit leben, damit umgehen, aber meine Begeisterung ist deutlich gemildert. Leider.
Jemandem, der nichts von Murakami kennt, würde ich dieses Buch hier ganz klar nicht als Einstieg empfehlen, das kann wirklich nur genießen, wer den Autor bereits kennt und schätzt und der sich durchaus auch auf experimentielle Schreibstile einlassen möchte.

Am Ende bleibe ich zwiespältig zurück, den einerseits ist es eine wahnsinnige Erfahrung diese frühen Geschichten zu lesen, andererseits kommt zumindest die zweite Geschichte bei weitem nicht an die Genialität der neueren Werke heran.
Wie bewertet man so etwas als Fan? Schwer zu sagen… genossen habe ich die Lektüre in jedem Fall.

Besonders hervorheben möchte ich auch hier wieder dieses einfach nur fantastische Cover. Der Dumont Verlag hat hier einen Geniestreich begangen. Bereits bei den letzten beiden Büchern war sichtbar, wie fantastisch hier Bücher gestaltet wurden. Auch hier ist die Blume, die bei Abnahme des Schutzumschlags zur Pusteblume wird, einfach nur wunderschön. Wer auch immer das erdacht hat, Danke. Es bereichert mein Buchregal jeden Tag!

Haruki Murakami – Von Männern, die keine Frauen haben

murakami

Haruki Murakami

Von Männern, die keine Frauen haben

Dumont Verlag

Wer aufmerksam der Facebookseite gefolgt ist, der weiß, daß ich seit einigen Wochen die Kurzgeschichten von Murakami lese und wundert sich sicher schon, wo denn die Rezension zu diesem neusten Murakami bleibt.

Nun, ich habe mir Zeit gelassen, ich liebe Murakamis Art zu schreiben, seine Beschreibungen, seine Figuren, die immer etwas seltsam und dennoch erschreckend normal sind und darum wollte ich diesmal viel Zeit mit Ihnen verbringen, daher habe ich mich selbst gebremst, langsam gelesen, die Texte genossen und Murakamis Welt auf mich wirken lassen.

Es war ein phantastisches Leseerlebnis, wenn er seine Figuren in ihren einsamen und oft traurigen Leben beschreibt, wenn er sie dann doch etwas wunderschönes erleben oder in tiefe Abgründe fallen läßt, dann berührt das den Leser aufgrund von Murakamis ganz besonderer Erzählweise und Sprache in einer Art, die ich bei keinem anderen Autoren erlebt habe. Selbst in den Kurzgeschichten gelingt es Murakami den Leser so detailreich in die Situation zu ziehen, so präzise zu beschreiben, ohne dabei ausschweifend oder langatmig zu werden, daß es eine wahre Freude ist.

Ja, Murakamis Texte sind immer auch ein wenig bedrückend, deprimierend oder traurig, aber sie sind so echt, so nah und so einfühlsahm, daß sie mich immer wieder aufs neue beeindrucken.

In seinen Geschichten offenbart er eine Einsicht in unsere menschliche Psyche und eine Beobachtungsgabe, die seiner Erzählkunst in nichts nachsteht.

Ich hatte in diesem Jahr so sehr gehofft, daß der Literaturnobelpreis an ihn gehen würde, stattdessen ist er an einen Autoren gegangen, den ich bestenfalls nichtssagend finde. Sehr Schade, ich hoffe im nächsten Jahr, ist man da mehr auf der asiatischen Welle unterwegs.

Doch in diesem Buch sind nicht nur die Texte wunderschön, trotz ihrer Traurigkeit und Düsternis, nein dieses Buch hat auch einen einfach nur fantastisch schönen Umschlag. Es war mir jeden Abend eine Freude, mit den leuchtenden Farben in die Kissen zu sinken und zu schmökern.

Ich werde sowohl Umschlag als auch Texte in den nächsten Wochen vermissen…