Nicole Jäger – Die Fettlöserin

Unbenannt

Ich gehöre mit meinen knapp 50 kg ganz sicher nicht zur Zielgruppe der Autorin. Weder hatte ich in meinem Leben jemals ernstzunehmende Figurprobleme, noch werde ich sie in diesem Maße jemals haben.
Dafür bin ich dankbar. Trotzdem war ich an dem Hörbuch sehr interessiert, nachdem ich Frau Jäger kurz in einem Interview im Fernsehen gesehen hatte.
Sie machte einen lebensbejahenden, fröhlichen, frischen und eloquenten Eindruck, sie kann auch vor der Kamera mehr als 3 Sätze geradeaus sprechen und ich fand sie wirklich witzig.
Da ich mir also wirklich nicht vorstellen kann, wie man es schafft, sich ein Gewicht von 7Mal mir (ok nicht ganz) anzufuttern und dann 3Mal mir (ok etwas mehr) abzunehmen, wollte ich dieses Hörbuch hören, obwohl ich weder so viel abnehmen will, noch diese Thematik mich sonst beschäftigt. Ich war einfach neugierig, was da nun schon wieder als die ultimative Lösung präsentiert werden sollte.
Überrascht war ich daher bereits beim Vorwort, dass das hier gar kein Abnehmbuch im eigentlichen Sinne sein sollte, dass hier keine Lösung präsentiert wurde und dass ich mich trotzdem bereits nach wenigen Minuten des Zuhörens, irgendwie bereichert fühlte.
Zwar stellte Frau Jäger mich die ersten 3-5 Minuten auf eine harte Probe, da hätte ich das Buch nämlich am Liebsten kurz aus dem Fenster geschmissen, weil sie so betont und intensiv spricht, als käme sie gerade vom Logopäden und wolle nun zeigen, was sie da so alles über das verständliche Sprechen gelernt habe. Glücklicherweise legt sich das aber sehr rasch, das Verkrampfte verschwindet und übrig bleibt eine lockere und gut gelaunte, durchaus sympathische Stimme, die mir ihre Erfahrungen schildert.
Ehrlich und  ungeschönt wird da erzählt, was Dicke so alles auf sich nehmen müssen, wenn sie denn dann tatsächlich endlich soweit sind, zu erkennen, dass sie Hilfe brauchen und sich diese dann auch noch suchen.
Ja, ich gebe zu, so als Dünne hatte ich durchaus ab und zu das Gefühl ein wenig voyeuristisch herumzuspannen, aber ich fand es interessant. Es hat mir geholfen die ganzen wirklichen Figurprobleme, die es ja auch in meinem Umfeld durchaus gibt, wenn auch in deutlich anderem Ausmaß mit anderen Augen zu sehen.
Als jemand, der eben dann halt mal ne Fastenwoche einlegt, wenn die Jeans etwas zwickt oder halt dann doch nochmal den Hintern in den Wald bewegt, wenn das Kleidchen nicht mehr ganz so schön fällt, fehlte mir komplett das Verständnis und der Einblick in das Dilemma, wenn man wirklich fett ist (sorry, aber anders kann man es wohl kaum nennen.) Wenn es schon eine Anstrengung bedeutet, den Po vom Sofa zu erheben oder die Wohnung zu verlassen.
Frau Jäger berichtet hier frisch von der Seele weg, in einem angenehmen ironischen Stil, der wirklich auch auf die ganze Dauer des Hörbuches unterhaltsam ist. Ja, auch Nicole Jäger jammert zwischendurch mal ein wenig und hier und da hätte ich sie schütteln wollen und sagen, mein Gott Kindchen, lass dich doch einfach nicht so gehen, aber das weiß sie selbst, dazu braucht sie mich nicht. Hier und da fühlte auch ich mich ertappt, wenn sie von Begegnungen im Supermarkt erzählt, bei denen Sie schief angesehen wird, denn ich gebe zu, auch ich habe schon mal gedacht, wenn jemand wirklich Dickes auch noch 10 Tüten Chips in den Einkaufswagen lud: „Mein Gott, brauchst du die wirklich auch noch?“
Frau Jäger präsentiert keine optimal Lösung fürs Abnehmen, sie nennt keine Diät, sie sorgt dafür, dass andere das Gefühl kriegen, das auch schaffen zu können, dass andere das Gefühl kriegen nicht alleine zu sein, dass andere merken, es geht, man muß nur wollen, wirklich wollen und das kann sie gut.
Sie wirkt motivierend, intensiv und wirklich sehr sympathisch.
Ich kann mir auch nach dem Hörbuch wirklich nicht vorstellen, wie viel man essen muß um tatsächlich solche Gewichtszahlen zu erreichen, aber ich erkenne, dass sich das niemand bewusst aussucht und dass es leider wirklich keine Hilfe ist, dann auch noch schräg zu gucken oder hilfreich gemeinte und unwahrscheinlich ehrliche aber trotzdem verletzende Bemerkungen zu machen.
Ich erkenne, dass ein positives Herangehen an die Thematik, durchaus möglich ist.

Mich hat das Hörbuch wirklich gut unterhalten und natürlich hört sich das erstmal einfach an: Du mußt nur wollen und deinen Weg finden.
Aber genau das trifft es.
Ich würde das Buch also nicht nur Abnehmwilligen empfehlen, sondern durchaus auch Menschen wie mir, denen so oft das Verständnis für diese Situation gänzlich fehlt.
Für mich war es eine durchaus angenehme Erweiterung meines Horizonts.
Danke dafür!

 

HP von Nicole Jäger: KLICK!

Erschienen im Audiobuchverlag!

Schlank-Joker… alles klar?

Ich habe ein neues Kochbuch!

Heidewitzka und was für eins, eins zum ABNEHMEN! Gut, mag der ein oder andere jetzt denken, wo will Janie denn bitte bei ihren 48 kg noch abnehmen.

WILL ICH GAR NICHT! Aber ich wußte, daß da ganz viele Sachen drin sind, die ich total gut und lecker und spannend fand und daher vergesse ich diesen Schlankquatsch und mir geht es nur um die Rezepte. Wobei Quatsch ist nicht nett, denn das Buch birgt wirklich viele Infos und vorallem nennt es Alternativen zu den Dickmachern, die man so im Essen verwendet, wer also wirklich abnehmen und die Art zu Kochen umstellen möchte, der ist mit dem Kochbuch gut beraten. Ich koche häufig ohnehin schon so, wie das Buch es vorschlägt, daher wollte ich wirklich nur die tollen Gerichte, kennenlernen, die ich bereits beim Stöbern entdeckt hatte.

Beispiele:

Grüne Gazpacho mit Avocado, Frühstückscrepes mit Erdbeer-Bananen-Creme, Ziegen-Toasties mit Honig und Nüssen, Gedeckte Äpfel mit Apfelzimtfüllung, Kräuterwaffeln, Schweinefilet mit Feigen und Zitronen… und vieles mehr, was mich sofort ansprach.

Es sind wirklich nur sehr wenige Gerichte dabei, die mich weniger reizten und nichts ist dabei, was ich nicht zumindest ausprobieren würde.

Hier geht es allerdings nicht um die Einhaltung eines strengen Diätplans, sondern mehr um das bewußtere Kochen, bei dem auf Dickmacher, wie Sahne oder Butter bewußt verzichtet wird. Ich fands toll, heute habe ich die Linsensuppe mit Orange und Datteln gekocht. Das Rezept ist simple und schnell fertig, ich war keine 20 Minuten in der Küche beschäftigt und es schmeckt wirklich gut und ist mal etwas ganz anderes. Überhaupt sind die Gerichte wirklich neuartig, manchmal nur durch eine ungewöhnliche Zutat aufgepeppt, manches total überraschend. Ich finds toll.

Die Anzahl der Gerichte ist sehr umfangreich, leider sind nicht immer alle bebildert, aber darüber kann ich hier hinwegsehen, denn wie üblich bei den Büchern des Kosmosverlags, gefällt mir die Aufmachung sehr gut.

Zwischen den Rezepten finden sich immer noch Tipps, für den Bürolunch oder auch die schnelle Brotzeit.

Ob man mit diesem Schlank-Joker-Prinzip nun wirklich abnimmt, oder ob man lediglich kleine Sünden durch die Schlank-Gerichte ausgleicht, ganz egal, ich fand alles ausprobierte bisher lecker und die Gerichte treffen genau meinen Geschmack, schön leicht, frische Zutaten, etwas extravagant.

Sehr lecker!

Rezept für die Linsensuppe.

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Ich habe statt des Pak Choi Mangold nehmen müssen, da ich mal wieder nirgendwo Pak Choi auftreiben konnte. Schmeckte aber auch damit gut. Außerdem habe ich NICHT püriert, da der Mann sonst die Nahrungsaufnahme verweigert hätte…

Zutaten:

1 kleine rote Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Bioorange, 6 getrocknete Datteln, 1 TL Sesamöl, 1 Messerspitze Chilipulver (hab ich weggelassen), 1/2 TL Cumin, 150 g rote Linsen, 500 ml Gemüsebrühe, 1 kleiner Pak Choi (oder eben Mangold), 2 EL Sojasoße, 80 g Ziegenjoghurt.

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Zwiebel und Knoblauch fein hacken, die Orangenschale abschaben und dann den Saft auspressen, Datteln entsteinen und fein hacken. Öl in einen Topf geben und Knoblauch und Zwiebel anbraten, dann die Linsen hinzugeben und mit der Gemüsebrühe ablöschen. 10 Minuten köcheln lassen. Chili und Cumin dazu geben, etwas salzen. Den Pak Choi in feine Streifen schneiden und in einer Pfanne mit der Sojasoße scharf anbraten.

Datteln und Orangensaft/-schale zur Suppe geben. Wer mag den Ziegenjoghurt unterrühren, wer nicht mag, läßt ihn weg. 🙂

Nun sollte man die Suppe pürieren, hab ich wie gesagt nicht gemacht, sondern den Pak Choi habe ich einfach untergehoben, anstatt ihn zum Garnieren zu verwenden.

Mir hat es geschmeckt, im Schälchen ist nur meine Probierportion, der Rest ist nämlich mein Lunchpaket für morgen auf der Arbeit.

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