Contentschlampen….

Normalerweise geht es mir auf den Geist, wenn Blogger Beiträge über das Bloggen posten oder aber Tipps zum Bloggen geben oder sich über Bloggerprobleme aufregen.

Seit einiger Zeit macht sich aber eine Unsitte unter den DiY-/Woll-/Strick-/Näh-Gruppen breit, die mir wirklich bitter aufstößt und weil das gerade auch wieder in der Gruppe „Echte Wolle“ bei Facebook Thema ist (Hey, hier spare ich mir den Link, wäre ja Werbung und die will ich gerade wirklich nicht machen. Zumal mein Beitrag dort innerhalb von Sekunden im Nirvana verschwunden war und ich ausgetreten bin!), habe ich das zum Anlass genommen und schreibe einen Artikel dazu.

Worum es geht? Um Content…

Content? Was ist das überhaupt?

Content bedeutet Inhalte und Informationsgehalt. Wer mehr über Content wissen möchte, findet bei der Gründerszene eine recht gute und treffende Definition: KLICK!

Content ist also das, was uns dazu bringt einer Seite zu folgen, eine Gruppe interessant zu finden oder ein Blog zu lesen. Ein Blog mit gutem und für mich relevantem Content lese ich gerne und intensiv, eine Gruppe mit tollen Beiträgen und viel Aktion unter den Mitgliedern ist spannender, als eine in der Fuchs und Hase sich „Gute Nacht sagen“ und tagelang nichts passiert, mal davon abgesehen, dass die Algorithmen der sozialen Netzwerke eben auch die aktiven Gruppen schön nach oben auf unserer Timeline und somit unserem Fokus spülen.

Nun macht sich seit einiger Zeit die Unsitte breit, dass die Gruppen- und Seitenadmins sich vor der bösen Werbung schützen wollen. Was ich gut verstehen kann, Postings wie „Klick hier und folge mir auf meiner Seite“ will kein Schwein lesen, das ist klar. Ebenso möchte ein Designer oder Wollanbieter keine Werbung für die Konkurrenz, auch das ist logisch.

Weniger klar ist mir, dass man einerseits gerne tolle Strickstücke in seinen (allgemeinen) Gruppen gezeigt haben will, wissen möchte, nach welchem Muster genäht wurde, welche Wolle oder welcher Stoff verwendet wurde, aber der Blogger nun plötzlich bloß nicht zu seiner Seite verlinken darf und auf gar keinen Fall darf der Blogbeitrag erwähnt werden, da dies ja Werbung für den Blogger ist.

Halloooo? Klingelts irgendwo?

Der böse werbende Blogger, hat sich hingesetzt und für euch zusammen geschrieben, was er da gebaut hat, wie das geht, was er verändert hat, welches Garn verwendet wurde, das Ganze dann meist noch interessant und nett zu lesen, er hat Fotos gemacht, sie ausgewählt, hochgeladen und promoted dadurch eure Garne, eure Designs und eure anderen Artikel, dafür bekommt er in der Regel nichts bis gar nichts. Das einzige, was der Hobbyblogger möchte, ist ein bißchen Aufmerksamkeit, ein paar Leute, die auf seine Seite kommen, ihm sagen, dass das was er da gestrickt, genäht, gekocht hat, schön ist. Dafür bekommt ihr meist eine Verlinkung in seinen Beiträgen, auf seiner Seite, bei Instagram, bei Pinterest. Quid pro Quo, ich erwähn dich, du erwähnst mich, wir haben beide was davon und der Leser, der sich für unsere Themen interessiert sowieso.

Das aber nun ist aufeinmal ganz schäbig und böse von diesem Blogger, wie kann er es bloß wagen, einen Link zu seinem Blog zu setzen, auf dem der Leser dann eventuell noch mehr Informationen findet? Oder wie dreist ist es von diesem Blogger, nicht direkt alle Informationen zum gebastelten Teil direkt in der Gruppe zu teilen, das muß doch möglich sein, dass er das alles da nochmal hinschreibt, obwohl er es ja bereits auf dem Blog mit viel Zeitaufwand und sehr ausführlich geschrieben hat.

Wieso macht der sich die Mühe nicht?

In meinem Fall ganz einfach, weil dieser Blogger dazu keinen Bock hat. Dieser Blogger hat sich hingesetzt und gestrickt, genäht, gekocht, dann hat er sich hingestellt und fotografiert und dann hat er am Computer gesessen und einen Artikel geschrieben. Weil die meisten Leser es komfortabler finden nicht dem Blog direkt zu folgen, hat der Blogger dann tatsächlich noch seine Facebook, Instagram und Pinterestseite mit dem neuen Beitrag verknüpft und weil der Leser es auch schön findet, den Blogger in diversen Gruppen zu lesen und man so mehr Leute erreicht, teilt er diesen mit viel Liebe gestalteten Beitrag dann eben auch in den Handarbeitsgruppen, wo der Beitrag bisher auch gern gesehen war und in der Regel zu regen Diskussionen, Beigeisterungsstürmen oder anderem anregt, auf jeden Fall hat die Gruppe oder Seite immer etwas von einem solchen Posting, denn die Mitglieder reagieren darauf, die Gruppe und Seite lebt und taucht allein dadurch wieder auf vielen Timelines auf.

Hier werden dann oft nochmal Fragen gestellt, die im Blogbeitrag, der ja nur einen Klick entfernt ist, eigentlich alle beantwortet werden, aber der Blogger ist ja nett, er antwortet auch hier, freundlich und zuvorkommend. Dadurch kommt wieder leben in die Gruppe und bei jeder Antwort, wird die Gruppe teilweise 100fach geteilt.

Verweist er auf den Informationsgehalt im Blogbeitrag, bekommt er dann oft zu hören „Ach, nochmal Klicken ist so anstrengend“, „Oh da klicke ich nie drauf!“ oder „Der Artikel ist so lang, kannst du mir nicht einfach meine Frage beantworten?“.

Ehrlich? Da beiße ich mir oft in meine Tastatur, aber auch da kommt eine freundliche Antwort, wo die erfragte Info zu finden ist, denn da ist sie, im Blogbeitrag: IMMER!

Liebe Gruppen-Admins, Liebe Facebook-Seiteninhaber…

gerne halte ich mich an eure Regeln und mache keine „Werbung“ für mein Blog auf euren Seiten oder in euren Gruppen.

Dann gibt es aber auch meinen Content nicht mehr für euch.

Ich werde ganz sicher nicht, einzelne Fotos aus meinen Blogbeiträgen nehmen und sie bei euch posten, dazu nochmal alles rausschreiben, was im Blogbeitrag ohnehin schon steht und reinkopieren, damit in eurer Gruppe was los ist und die Mitglieder was zu gucken haben, ohne dass ich wenigstens meinen Bloglink platzieren darf.

Ich nutze das Internet ja nicht nur als Blogger, sondern eben auch als Konsument.

Einige Blogger sind wegen der seltsamen Regelungen dazu übergegangen, keinen Link mehr im Beitrag zu posten und dafür das Foto mit der Webadresse zu branden, damit man sie trotzdem findet. Grundsätzlich eine gute Idee, kommt aber mir als Konsument nicht entgegen, denn ich muß diese Webadresse eintippen, statt drauf klicken. Es kostet mich Zeit und es ist unkomfortable.

Ich betreibe diesen Blog hier als Hobby, ich verdiene nicht viel Geld damit, ich blogge, weil es mir Spaß macht, die Dinge zu zeigen, die ich gestrickt oder genäht habe. Ich zeige sie gerne, damit andere inspiriert werden, sich daran erfreuen oder sie nachmachen können. Ich tue das nicht, damit in euren Gruppen oder auf Seiten was los ist und ihr sagen könnt: „Wir haben 4000 Mitglieder und täglich so und so viele Beiträge!“ Ich teile meine Beiträge, damit sie gelesen werden und wenn euch das nicht paßt, dann lasse ich das gerne sein, ich bin mir aber sicher, dass wenn wir Blogger das alle tun, es mit der Zeit sehr still auf einigen Seiten und Gruppen werden wird, 4000 Mitglieder, denen man es nicht allen recht machen kann hin oder her….

Auf Leute, die meine Arbeit benutzen wollen, damit in ihren Gruppen was los ist und bei denen ich dann nicht mal sagen darf: „Hallo! Schaut her, das habe ich aus diesem Garn mit dieser Anleitung gemacht. Gefällt euch das? Auf meinem Blog findet ihr noch mehr!“ auf solche Leute kann ich getrost verzichten.

Nehmt diesen Hinweis dann aber doch bitte gleich in eure Gruppenregeln auf, dann erspare ich mir die müßige Diskussion, warum es nicht fair ist, Content abzugreifen, aber im Gegenzug die Nennung des Blogs zu untersagen.

Danke.

Ich habe fertig.