Sherlock Holmes – Hörbuch

Unbenannt

Audiobuch Verlag

Vier Fälle für Sherlock Holmes

Ich habe beim Autofahren mal wieder ein Hörbuch gehört, vorallem weil das Radioprogramm kaum noch zu ertragen ist. Trash findet den Weg vom Fernsehen in die Hörmedien… es ist dramatisch. Manchmal würde ich die Radiomoderatoren gerne zwingen, ihren Quatsch mal selbst anzuhören, ganz furchtbar ist derzeit RPR1. Also bleibt mir nichts anders übrig, das Radio bleibt aus und es kommt Kultur mittels Hörbuch zu mir. In dem Fall interessanterweise eine Produktion des SWR2, warum läuft sowas nicht im Radio, wenn ich zur Arbeit fahre? *weint*

Diesmal Kurzkrimis von Sir Arthur Conan Doyle über Sherlock Holmes. Gesprochen von Walter Renneisen und Peter Fitz.

Die CDs haben mir unwahrscheinlich gut gefallen. Ich mag Sherlock Holmes und seine Fälle, vorallem weil es hier nicht brutal und blutig zugeht, sondern gemächlich, trotzdem spannend und interessant und den subtilen unterschwelligen Humor und die durchscheinende Kritik an der damaligen Gesellschaft mag ich auch. Die Umsetzung der Kurzkrimis als Hörbuch hat mir ebenfalls gefallen. Die beiden Sprecher sorgen fast schon dafür, daß es ein Hörspiel ist, dazu sind die Geschichten hier und dort mit Musik und Geräuschkulisse hinterlegt, was mir sehr gefallen hat und eine tolle Atmosphäre erzeugt.

Die Geschichten erzeugen Spannung, ohne dabei wie die heutigen Krimis zu plakativ oder splattermäßig zu sein, es muß nicht immer jemand sterben, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Die Ermittlungen von Holmes sind natürlich fernab jeglicher wirklicher Polizeiarbeit, beeindrucken aber durch Scharfsinn, Beobachtungsgabe und Intelligenz.

Die vier Geschichten haben mir wirklich sehr gut gefallen, mich gut unterhalten und mir die Fahrzeit zur Arbeit deutlich angenehmer gestaltet.

Natürlich sind die Geschichten nicht aktuell, da werden Kutschen gefahren und ein etwas veraltetes Frauen- und Weltbild vertreten, aber für mich macht gerade das den Charme der Sherlock Holmes Geschichten aus. Es bezaubert, lenkt vom Alltag ab und weckt den Detektiv im Zuhörer.

Von mir eine allumfassende Empfehlung. Das war sehr gelungen umgesetzt.

Risiko von Steffen Kopetzky

Unbenannt

Steffen Kopetzky

Risiko

gelesen von Frank Stöckle

erschienen im Audiobuch Verlag

Ich habe das Hörbuch wie üblich im Auto auf dem Weg zur Arbeit gehört.
Vorab daher eine generelle Kritik, die Pappbox mit den CDs in kleinen Papierumschlägen ist einfach unpraktisch. Während der Fahrt die richtige nächste CD rausfischen geht nahezu nicht gefahrlos, die late wieder reinfriemeln auch nicht. Ich verstehe, daß es bei 8 Cds schwer wird diese in einem Jewel-Case unter zu bringen, aber diese Lösung mißfällt mir als Autofahr-Hörbuch-Hörerin einfach sehr, obwohl die Box wirklich schön aufgemacht und gestaltet ist.

Zum Hörbuch selbst, der Text wird toll gelesen von Frank Stöckle, hier und da fand ich die Dialekte zu denen er sich hinreißen ließ etwas unpassend oder überraschend, weil er die gleiche Person vorher ohne Dialekt gesprochen hat. Das störte mich aber noch nicht wirklich, sondern war eher etwas erheiternd.
Die Geschichte an sich ist kurzweilig, eine Art historischer Roadtrip, und spannend. Leider ist diesese Hörbuch so ungünstig gekürzt, dass der Hörer sofort merkt, wo eine Stelle fehlt, was vorallem an den häufigen Ortswechseln liegt und den Lücken, die die Liebesgeschichte aufweist und über die man als aufmerksamer Hörer durchaus stolpert. Ich mag es generell nicht sonderlich ein gekürztes Hörbuch zu hören, wenn es dann so auffällig ist, wie hier, stört es mich erheblich und irritiert mich. Das hat mir also leider diesmal überhaupt nicht gefallen.
Zum Glück rettet der Text dann doch noch einiges von meinem Hörgenuss, die Problematiken und Gefahren der damaligen Kriegsführung, das große Spiel, all das war interessant und konnte mich zumindest weiter fesseln, so dass ich trotz der Kürzungen, die mich immer wieder stolpern ließen, gerne weiter gehört habe.
Einen weiteren Kritikpunkt hätte ich noch und zwar war die Namensgebung einfach furchtbar, da turnte ein Herr Tod herum, ein Herr Stichnote, diese Namen waren für mich so unüblich, so wenig als Namen erkennbar, dass ich bei ihrer Nennung immer wieder irritiert wurde.
Sehr Schade, durch diese Umsetzung und Kürzung verliert das Buch für mich deutlich an Güte und ich kann diesmal leider nicht so begeistert berichten, wie sonst so oft.
Für Hörbuchhörer, die sich durch Kürzungen nicht irritieren lassen, mag das eine Empfehlung wert sein, für andere rate ich dann hier eher zum Buch, als zum Hörbuch, denn der Text ist durchaus lesenswert.

Das Mädchen, das verstummte von Hjorth und Rosenfeldt

Unbenannt

erschienen im AUDIOBUCH Verlag

Wie schon die ersten Bücher von Hjorth und Rosenfeldt, hat mir auch dieses hier ganz fantastisch gefallen und ich habe es als Hörbuch gehört.
Zwar hatte ich hier hin und wieder wegen der etwas seltsamen rechtlichen Übersetzungen oder auch nicht passenden strafrechtlichen Einordnungen, eine etwas gerunzelte Stirn, (Jemand fährt beispielsweise mit voller Absicht mit Personen in seinem Auto in einen See und erwähnt wird lediglich eine fahrlässige Körperverletzung…) dennoch hat vorallem das Ende all das wieder herausgerissen. Die beiden Autoren haben ein Gefühl für passende und dennoch überraschende Wendungen, wie ich es sonst noch bei kaum einem Autoren erlebt habe. Dabei erscheint dem Leser, das was dann passiert als ganz logische Folge, aber gerechnet hat man damit eigentlich nicht.
Hier war es mir allerdings an einer Stelle dann doch etwas zu offensichtlich, ohne zu viel verraten zu wollen, ahnte ich bereits sehr früh, wer hier außerdem noch seine Finger im Spiel hatte, das war zu deutlich und wenn man die anderen Bücher kennt, zu offensichtlich, wer hier ganz heimlich in die Geschichte geschubst werden sollte.
Trotzdem wurde ich sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist wirklich gelungen und ein sehr interessanter Aspekt der hier beleuchtet wird.
Sebastian Bergmann bleibt mir trotz seiner Allüren in dieser Folge ein wenig zu blaß, er ist mir nicht fies genug. Ich mag ihn mehr, wenn er pöbelt und stänkert, das fehlte mir ein wenig.

Aufgrund der letzten Wendung würde ich mir bitte sofort eine Fortsetzung wünschen und bin äußerst gespannt, wohin das führen wird, es bleiben so viele Möglichkeiten. Doch obwohl es einfach gemein ist, dem Leser so etwas zu präsentieren und dann einfach das Buch zu beenden, fühle ich mich nicht, wie in einem Cliffhanger gefangen, denn die Geschichte dieses Buches ist beendet und abgeschlossen, trotzdem will ich jetzt sofort das nächste haben.

Der Spreche liefert hier übrigens eine sehr gute Leistung ab und auch wenn ich hin und wieder nicht mit seiner Aussprache bestimmter Dinge konform gehe, höre ich ihm gern zu und finde Stimme und Betonung sehr angenehm.

Russische Texte zur Weihnachtszeit

Unbenannt

Der Audiobuch – Adventskalender

Weihnachten in Russland

24 kurze Texte vorgelesen von Urlike Hübschmann und Christian Rode.
Alle von russischen Autoren mit dem Thema Winter, Weihnachten oder Advent. Ich war ein wenig skeptisch, ob das funktioniert und mich fesseln kann.
Konnte es, Hübschmann und Rode lesen souverän und routiniert, angenehm betont und in passender Stimmung. Die Texte sind unterschiedlich lang, von knapp 40 Sekunden, bis 12 Minuten, wobei die längeren Texte auch mal auf zwei „Türchen“ verteilt sind. Hier und da fand ich die Ausschnitte aus längeren Texten etwas kurz und hätte mich über ein längeres Adventskalender-„Türchen“ gefreut, grundsätzlich weckt der Kalender aber die Lust auf russische Literatur, auf feine Beschreibungen, den Winter, das Weihnachtsfest und das Eislaufen.
Aufgrund der kürze der Texte eignen sie sich hervorragend, um jeden Morgen beim Frühstück im Schein des Adventskranzes einen Text zu hören.
Der Kalender ist zwar auch für Kinder geeignet, ich fand ihn aber auch als Erwachsene ganz fantastisch, allerdings war es bei mir wie mit jedem Adventskalender, hab ich einmal angefangen, die Türchen zu öffnen, kann ich nicht aufhören und habe ihn meist bereits lange vor dem Weihnachtsfest geleert.
So auch hier.
Schön ist hier allerdings auch die liebevolle Gestaltunge des CD-Covers auf dem man nochmal die Türchen öffnen kann und hinter jedem verbirgt sich ein Bildchen.

Für mich ein wirklich gelungener Adventskalender, der eben keine Schokolade, sondern schöne Texte enthält.
Puschkin, Dostojewski, Tolstoi, Tschechow, Kropotkin und viele mehr stimmen den Hörer hier auf das Weihnachtsfest ein.
Ich fand es fantastisch!

Der Schwimmer – Joakim Zander (Hörbuch)

der schwimmer

Joakim Zander

Der Schwimmer / Audiobuch Verlag

Joakim Zanders Buch konnte mich über Stunden hinweg fesseln und in die Geschichte saugen. Die Figuren handelten für mich verständlich, nachvollziehbar und ich verspürte sehr rasch zu Klara eine überraschende Sympathie. Trotz der sehr sachlichen und geradlinigen Sprache werden die Figuren sehr emotional und gut gezeichnet. Mir hat das durchaus gefallen.
Der Sprecher verleiht dem Hörbuch dazu eine besondere Ernsthaftigkeit und ich mag es einfach, wie er die Buchstaben rollt und die Namen sehr nordisch ausspricht. Das war eine sehr gute Leseleistung, die überzeugen konnte. Auch seine Kollegin, die die Ereignisse um Klara erzählt, konnte mich überzeugen.
Sehr gut gefällt mir auch die Geschichte, die anreißt, zum nachdenken anregt, aber dennoch nicht zu viel erzählt, vieles im Dunkeln läßt und den Leser seine eigenen Fantasien entwickeln läßt.
Hier gibt es kein Gut und kein Böse, sondern jeder ist irgendwie irgendwas dazwischen. Diese Zeichnung der Grauzonen fand ich sehr interessant und spannend. Für Leser, die auf der Suche nach klassischer Krimi- oder Thrillerunterhaltung sind, könnte dies jedoch eher nicht passend sein. Ein klassischer Thriller bzw. Krimi ist dies hier nämlich definitiv nicht. Das Buch geht weiter, tiefer und ist nachdenklicher, als ein Spannungsroman es je sein könnte.

Dazu fehlen hier wohltuend die Klischees, die sonst in diesem Genre bedient werden. Weder muslimische Student, noch der amerikanische Spion sind aus den passenden Schubladen genommen und ins Buch geschubst worden, sondern stellen ganz eigene Figuren da, die mir als Leserin deutlich mehr behagten, als es die üblichen Stereotypen täten.

Weshalb ich dennoch nicht vollkommen glücklich war, war die hier etwas unglückliche Kürzung des Buches. Nach der Szene mit Klara und ihrer Freundin auf der Insel (ich hoffe ich verrate hier nicht zu viel) fehlte für mich deutlich spürbar eine Überleitung, ein Teil der Geschichte. Generell mag ich es ja nicht so sehr gerne, wenn Hörbücher gekürzt werden, wenn es dann noch so offensichtlich passiert, stört es mich immer ein wenig.
Die Aufnahme Qualität ist ordentlich und das Case der CDs praktisch zu bedienen. Die Bezifferung der Cds ist auch im dunklen Auto gut zu erkennen.