True von Joji Locatelli… oder die neue Lieblingsstrickjacke

Bereits vor einigen Wochen hatte ich mir Garn in einer Jackenmenge (690g) von The Plucky Knitter in den USA bestellt. Eigentlich sollte daraus der Adventurous von Joji Locatelli werden. Als ich dann aber die wunderschöne True von DeDitte bei Ravelry gesehen habe und dann auf der Projektseite noch weitere wunderschöne Trues sah… zum Beispiel die von Ankestrick (Klick! Ravelry-Link) oder Himawari (Klick! Ravelry-Link), da war es um mich geschehen, ja der Adventurous ist auch schön, aber ich wollte diese Jacke!

Jetzt und sofort!

Gesagt getan und kaum hatte ich Urlaub, hab ich das Dingelchen auch schon angeschlagen. Und wie sich dieses Muster strickte, das war der Hammer, ich dachte immer: „Hm… was machst du da? Wo soll das hinführen?“ und dann plötzlich verstehst du, wie es alles zusammen paßt und bist einfach nur fasziniert. Die Konstruktion ist wirklich außergewöhnlich, mit einem total fantastischen Ergebnis.

Ich bin verliebt in dieses Muster und werde es unbedingt nocheinmal stricken müssen.

Ich habe diese True aus The Plucky Knitter Crew (25 % Baumwolle / 75 % Merino  / 115 g 274 m) in der Farbe Barndoor gestrickt. Ich hatte 6 Stränge, also 690 g. Übrig geblieben sind 175 g, ich hab mal wieder etwas großzügig geschätzt (Irgendwie bin ich in meinem Kopf mindestens 172 m groß… lach) und lieber mehr gekauft, als zu wenig. Ich denke, ich werde mir daraus eine Mütze machen, die dann zur Jacke passt.

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Da mein Garn ein wenig dünner ist, als das originale Garn (Madelinetosh DK Twist) habe ich die Anleitung für Größe M gestrickt, um dann Größe S zu erhalten. Das hat sehr gut gepaßt, lediglich die Ärmel habe ich um 5 cm auf beiden Seiten gekürzt, sonst habe ich keine Veränderungen vorgenommen.

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Die Crew ist wirklich angenehm weich und selbst ich Zimperliese habe nichts zu nörgeln an diesem Garn, ich kann die Jacke auf nackter Haut tragen und finde sie vom Schnitt her einfach wunderschön. Das wird auf jeden Fall die absolute Lieblingsjacke!   IMG_5175

Die Anleitung war wirklich ein Traum, zwar auf Englisch, aber sehr gut verständlich, klar und wie gesagt total irre konstruiert, man fängt ganz strange mit dem Kragen an, strickt sich dann an den Vorderteilen abwechselnd herunter und dann den Rücken… ah ich will nicht zu viel verraten, aber das Pattern lohnt sich wirklich, sowas kannte ich bisher gar nicht. Wirklich nicht und Dank des starken Garns ging es einfach nur ruckzuck. Ich hab die Jacke in weniger als einem Monat fertig gehabt und ich hatte zwar Urlaub, aber habe ja auch noch an anderen Projekten gearbeitet.

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Im Rahmen dieses Strickstücks habe ich dann bei den Taschen auch noch das 3-Nadel-Abketten (3-Needle-Bind-off) gelernt und bin verliebt. Ist das cool, das mach ich jetzt immer, nichts zusammen nähen, einfach zusammen abketten, dass ich da nicht früher und von alleine drauf gekommen bin… Manchmal ist es so einfach!!!

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Und natürlich hüpfe ich mit meinem Beitrag auch schnell bei maschenfein zu „Auf den Nadeln im Oktober“

Wallflower… ohne Mauerblümchen

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Meinen Antler von Ankestrick habe ich Wallflower genannt, weil eigentlich ein Teil der Ärmel und des Rumpfs in der Farbe der Wollmeise gestrickt werden sollte. Irgendwie brauchte ich dann aber exorbitant weniger Garn und wollte ihn dann doch einfarbig haben. Daher heißt er nun zwar Mauerblümchen, ist aber komplett im Farbton „Verzaubert“ gestrickt.

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Mauerblümchen wäre das rosalila Knäuel gewesen.

Der Antler ist ein einfacher Pullover. Gestrickt in einem Stück mit raffinierten kleinen Zunahmen und Abnahmen und vielen verkürzten Reihen, um den Pulli perfekt an den Körper anzupassen. Bei mir sitzt er wirklich toll, schön leger. Und die Details, wie hier am Kragen sind ziemlich cool zu arbeiten und haben eine tolle Wirkung am fertigen Strickstück.

Ich habe allerdings, wie immer keine Maschenprobe gemacht, sondern auf gut Glück in Größe M losgestrickt, um eine Größe S zu erhalten. (Ich stricke ja recht fest und habe kleine Nadeln genommen, weil ich ihn auf jeden Fall blickdicht haben wolle.) Das hat hervorragend geklappt, lediglich in der Länge hab ich ein wenig modifiziert und ihn minimal gekürzt. Angeschlagen hatte ich in der Mittagspause, ohne Maschenmarker, dafür mit Büroklammern…

Außerdem habe ich lediglich 3/4 Ärmel gestrickt, nicht weil ich das so wollte, sondern weil ich keinen Nerv mehr hatte. Ärmelstricken ist wirklich die reinste Pest… Ich glaub, ich strick nur noch T-Shirts… oder ärmellose Westen.

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Trotzdem macht das Strickmuster wirklich Spaß, trotz meiner einfach drauflos Mentalität beim Stricken, mußte ich nicht einmal Ribbeln, (Ok einen Fehler hab ich eingebaut und so gelassen, im krausrechten Brustteil hab ich eine Reihe verschludert und nun ein Streifchen drin. Ich tu einfach so, als wäre es ein Feature und muß so.)

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Die Wollmeise ist beim Waschen nochmal ein gutes Stück gewachsen, damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet, da ich sehr kleine Nadeln genommen habe und recht fest gestrickt hatte. Trotzdem gefällt mir die jetzige Passform doch noch mal besser, als vor dem Baden.

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Verbraucht habe ich von den eigentlich gedachten 450 g lediglich 222 g… *hüstel* Also nichtmal zwei Stränge Wollmeise Pure. Das ist cool. Mehr als cool. Somit ist mein erster Pulli aus Wollmeise fertig. Erleichtert bin ich auch, dass der Pulli schön wild gemustert ist, ich hatte etwas Angst, dass er doofe Streifen bekommt… die hat er nun nur an den Armen und da finde ich die Ringel eigentlich sehr cool.

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Ich hab diesmal auch nicht nur meine Matilda angezogen, sondern echte Tragefotos gemacht. Gut, die Funktion des Selbstauslösers mußte ich erstmal begreifen… aber so schlecht sind die nicht geworden oder? Ok auf dem ein oder anderen zappele ich ein wenig seltsam herum, wie hier…

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Oder hier…

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oder hier:

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Und ab die Post zu auf den Nadeln von Maschenfein! Klick!