Der Code – Frederik T. Olsson

iDer code

 

Dieses Buch hatte mich als einer der wenigen Thriller zur Zeit auf dem Markt direkt angesprochen, die Story hörte sich vielversprechend an und ich ging voller Erwartung ans Lesen.
Leider fand ich dann nur schwer einen Einstieg, zu zäh war das was der Autor mir dort präsentierte, zu langsam entwickelten sich Geschichte und Figuren und zu ungenau wurden die Charaktere beschrieben.
Gestern war ich nach vielen Tagen und etwa 250 Seiten so weit, daß ich es eigentlich weglegen wollte, aber dann plötzlich kam der Autor in die Gänge, die Geschichte entwickelte sich rasanter, die Figuren wurden sympathischer, persönlicher und irgendwie realer. Wie in einem Rausch habe ich dann die restliche Hälfte des Buches bis eben in mir aufgesaugt und war hingerissen.
Philosophisch, kryptisch, interessant und spannend ist diese Geschichte der Genetik, der Codes, der Büchse der Pandora, die wir Menschen mit unserem Wissensdurst plötzlich öffnen.
Neben der jetzt wirklich spannenden Handlung entwickelten sich bei mir auch interessante Gedankengänge, Szenarien, Gedanken zur Menscheit und ihrem Daseinszweck.
Wäre der Beginn des Buches und auch hier und da zwischendurch nicht so furchtbar langatmig und zäh, sondern hätte man hier mutig ca. 150-200 Seiten gekürzt, wäre dieses Buch für mich eines der Highlights des Jahres gewesen, so bleibt ein etwas ermüdender Beigeschmack.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß wissenschaftlich interessiertere Leser, diese Längen nicht als ganz so störend empfänden.
Trotz der Längen wurde ich zumindest in der zweiten Hälfte des Buches sehr gut unterhalten, habe mich über kluge Handlungen gefreut, über sinnvolle Dialoge und über eine Geschichte, die ich wirklich sehr gut fand.

Dies ist ganz sicher kein üblicher Thriller, sondern durchaus ein Buch mit einem etwas höheren Anspruch an seine Leser, nichts was sich mal eben so am Strand weglesen läßt, vorallem weil es auch emotional hier und da harte Kost ist, wer es allerdings gerne ein wenig sperriger mag und wer vorallem gerne im Nachhinein noch über Bücher grübelt und sich mit den darin gesponnenen Szenarien beschäftigt, der wird hieran seine Freude haben.