Spiralsocken – Bernd Kestler

[Werbung – Rezensionsexemplar]

Heute erscheint der Frickelcast Episode 24 und Feierabendfrickeleien und ich sprechen dort über das Buch von Bernd Kestler „Spiralsocken“. Wir hatten Bernd auch schon im Frickeltalk zu Gast, die Folge könnt ihr euch hier anhören: Klick!

Damit ihr euch unsere Meinung zum Buch aber auch durchlesen könnt, veröffentlichen wir unsere Rezensionen heute auf unseren Blogs. Meine findet ihr hier und Feierabendfrickeleiens könnt ihr auf ihrem Blog nachlesen.

Das Buch ist im Stiebner Verlag erschienen und enthält 36 Spiralsockenprojekte.

Sprialsocken? Was ist das eigentlich?

Nun das sind Socken, ohne Ferse, die einfach in Spiralen gestrickt werden und sich so dem Fuß gut anpassen.

Bernd Kestler hat daraus viele unterschiedliche Projekte gemacht, dabei bleibt das Grundmuster immer gleich, es verändert sich immer nur der Schaft, das Garn oder das Bündchen.

Ich selbst war recht skeptisch, wie abwechslungsreich das wohl sein könnte und wurde überrascht. Bernd Kestler hat tolle Ideen eingebracht, angefangen von der einfachen kompletten Spiralsocke, über die Socken mit Rollrand, Socken mit Schachbrettmuster, Socken mit Blütenborte und vieles mehr. Auch ein Muster für eine Mütze und Armstulpen ist im Buch vertreten. Alles auf Grundlage der Sprialsocken.

Alle Muster sind gut erklärt, werden aber ausschließelich auf Charts und in kurzen geschriebenen Erklärungen erläutert. Wer also eher ausgeschriebene Anleitungen bevorzugt, der wird hier nicht ganz zufrieden gestellt. (Ich gehöre zu dieser Fraktion der Stricker.) Allerdings finde ich die Charts prima. Sie sind etwas anders aufgebaut, als wir das in Deutschland gewohnt sind. Sie haben eine leicht organische Form und zeigen genau, wie die Maschen geführt werden. Wer das aber einmal verstanden hat, der kommt gut mit den Charts klar. Dazu sind die Muster so einfach gehalten, dass niemand damit größere Probleme haben dürfte.

Die Bilder im Buch sind prima, man erkennt die Muster sehr gut, sie sind farbenfroh und zeigen alles, was man sehen möchte, allerdings sehen die Spiralsocken ein bißchen lustig aus, wenn man sie nicht an hat. Ich hätte mehr Fotos mit angezogenen Strümpfen bevorzugt, bin aber auch so durchaus zufrieden.

Ich stricke gerade die Akkordeonsochen und die Schachbrettsocken und komme sehr gut mit den Anleitungen zurecht. Das Ergebnis ist toll und die Angaben im Buch passen sehr gut. Ich habe sehr kleine Füße und kann mit den Angaben im Buch die Socken genau auf mich anpassen.

Mir gefällt auch die persönliche Gestaltung des Buchs. Bernd Kestler wird intensiv vorgestellt, sein Kindheit und das Stricken ist ein großes Thema, dazu gibt es viele Informationen rund um die Spiralsocke und das Sockenstricken.

Anleitungen, wie man rechte und linke Maschen strickt, sowie Ab- und Zunahmen finden sich bebildert und gut verständlich hinten im Buch.

Wer sich also an Socken trauen möchte, aber Angst vor der Ferse hat, der findet hier eine Menge Strickprojekte, so dass man sich austoben und ausprobieren kann.

Ein kleiner Kritikpunkt ist der Umschlag des Buches. Der Einband ist in Schwarz/Weiß gehalten, der Umschlag ist genau gleich gestaltet, aber in Farbe. Mich stört der Umschlag, er verrutscht, er ist nicht sonderlich stabil und am Liebsten würde ich ihn entfernen, dann hätte ich aber nur noch ein schwarz/weißes statt eines farbenfrohen Buches, das fände ich doch sehr schade, daher bleibt der Umschlag drum, aber gebraucht hätte ich den jetzt nicht.

Grundsätzlich also eine große Empfehlung, mit ein wenig Umschlaggenörgel.

Brioche stricken – Katrin Schubert

[Werbung – Rezensionsexemplar]

Im Frickelcast Folge 23 haben Feierabendfrickeleien und ich bereits ausführlich über das Heftchen „Brioche stricken“ (Amazon Affiliate Link) gesprochen und nun auch hier zum Nachlesen.

Vorab, die Strickmuster von Katrin Schubert gefallen mir wirklich sehr gut. Sie sind abwechslungsreich und man erkennt ihren Stil eigentlich immer wieder. Für mich ist sie die Königin der Mützen im zweifarbigen Patentmuster.

Auch in diesem Heft geht es um Mützen, aber nicht ausschließlich, eher um Sets. Mal ist es die Mütze mit Schal, mal ein Stirnband, mal eim Cowl, immer ein zusammenpassendes zweier Set.

Das Heftchen ist im Topp Verlag in der Kreativ.Kompaktreihe erschienen und daher sehr schmal und vergleichsweise günstig. Für 8,99€ erhält man hier 14 Strickmuster, das ist aus meiner Sicht sehr erschwinglich und wer bereits fit im Patentstricken ist, der wird mit diesem Heftchen auch sehr glücklich.

Wer sich zum ersten Mal an Patent herantraut, für den sind die Erklärung, wie man Patent strickt eher etwas dürftig gehalten und aus meiner Sicht, sind auch die Muster dann sehr anspruchsvoll.

Ich stehe mit Patent oder Brioche, das ist übrigens genau das Gleiche, auf Kriegsfuß, allerdings habe ich hier den ein oder anderen wichtigem Tipp bekommen, wie es einfacher oder besser geht und vorallem, wie ich zweifarbig nicht den Überblick verliere, wo ich gerade dran bin. Das ist nämlich ein großes Problem für mich.

Die Muster sind kompakt dargestellt und die Anleitungen sehr gut verständlich. In der Mitte des Heftes sind zwei Klarsichtfolien, in die man die heraustrennbaren Strickschriften einschieben kann und so sind sie sicher aufbewahrt. Das fand ich super.

Die Strickschriften hingegen hatten für mich ein paar Mängel. Zum einen sind sie sehr klein gedruckt, so daß ich sie ohne Brille nicht nutzen kann, zum anderen sind sie mit Symbolen versehen, die sich leider nur schlecht unterscheiden lassen und auch nicht sonderlich gut lesbar sind. Hier hätte ich mir eine Farbcodierung oder bessere Symbole mit klaren Unterschieden gewünscht.

Grundsätzlich erhält man hier aber für sein Geld recht viel, finde ich. Patentanfänger können sich über die etwas zu wenig ausführlichem Anleitungen dazu gut mit einem Video oder Erklärungen aus dem Netz hinweghelfen. Das findet ihr zum Beispiel hier bei Crasy Sylvie. Hier geht es aus meiner Sicht auch nicht darum Briochestricken zu lernen, sondern Muster ins Brioche zu zaubern und dazu ist das Heft sehr gut geeignet.

 

Stella von Takis Würger

In meiner letzten Schmökerbox war „Liebe ist die beste Therapie“ und schon dieses Buch hatte mir unglaublich gut gefallen. Daher war klar, dass ich auch die nächste Schmökerbox bestelle.

Diesmal lag darin Stella (Amazon Affiliate Link) von Takis Würger. Ich fand es sehr treffend, dieses Thema jetzt zu lesen, denn am Wochenende jährte sich der Tag der Befreiung von Auschwitz erneut und überall war das Thema präsent und das ist gut und richtig so.

Ich gestehe, beim Lesen des Klappentextes habe ich mir kurz Gedanken dazu gemacht, wie gut ich es finde, dass diese Thematik in der Schmökerbox auftaucht, mit Badepralinen. Schokolade und Notizbüchern, denn bei Stella geht es um den zweiten Weltkrieg, um das Verraten von Juden, durch eine Jüdin, um Schuld und Trauer und Liebe. Beim genauen darüber nachdenken, war ich aber sehr froh, dass auch ein solches Buch in der Box liegt, denn so gelangt es in Hände, die es sonst vielleicht eher nicht lesen würden und meine persönliche Meinung, nach dem Lesen ist, dass man dieses Buch gelesen haben sollte.

Es beleuchtet eine andere (für mich) neue Sichtweise auf die damalige Zeit, es zeigt Schrecken auf, die man eher nicht im Kopf hat, wenn man an damals denkt, an Feinde, die man nicht auf dem Schirm hat, an Schrecken, die man nicht erleben will und sich kaum vorstellen kann. Würger schreibt schonungslos, hart und gewaltätig, er läßt den Leser nicht im Dunkeln und überläßt nur wenig der Phantasie. Dabei findet er dennoch eine Form der Erzählung, die unterhaltend ist, dabei aber gleichzeitig schwer und tragisch.

In der groß geführten Diskussion um dieses Buch, die ich  bewußt nur in Ansätzen verfolgt habe, warf man ihm vor, die Schrecken der Zeit zu vermarkten, aus einer schrecklichen Geschichte eine Liebesfarce gemacht zu haben, man verglich Würger mit Relotius und unterstellte ihm rechte Propaganda, all das habe ich beim Lesen nicht empfunden.

Die zwischen den Kapiteln notierten Zeugenaussagen verhindern, dass man vergißt, worum es hier geht und auch die Geschichte und ihr Ende lassen keinen Zweifel daran, was hier aufgezeigt werden soll. Dass der Schrecken in der damaligen Zeit nicht nur von Hitler und seinen Schergen ausging, sondern dass auch Menschen, die es vermeintlich besser wüßten, schrecklich falsche und weitreichende Entscheidungen getroffen haben.

Mich hat dieses in kurze Kapitel gehaltene Buch gefangen gehalten, tief bewegt und begeistert. Würgers Idee diese wahre Geschichte zu fiktionalisieren, hat ebenfalls viel Gegenwind erfahren, ich persönlich kann daran nichts Schlimmes finden, im Gegenteil, es ist deutlich ersichtlich, dass die Wahrheit hier fiktionalisiert wurde, nirgendwo wird behauptet, dass es genau so gewesen ist, wie Würger schreibt, es ist lediglich eine Idee, wie es gewesen sein könnte, unterfüttert mit Hinweisen und Zeitzeugenberichten. Einem ausführlichen Quellenverweis und einem sehr persönlichen Nachwort. Wenn ich mir die ein oder andere Rezension durchlese, frage ich mich wirklich, ob ich ein anderes Buch gelesen habe, da ist von Nazikitsch und unreflektiertem Schund die Rede, sorry, das kann ich nicht bestätigen. Ich habe hier ein sehr intensives, sehr kluges und sehr dramatisches Buch gelesen, für Schund oder Kitsch blieb da auf keiner Seite Raum.

Mich hat das Buch sehr nachhaltig beeindruckt und das obwohl ich bis vor Kurzem tatsächlich eine gewisse Überdrüssigkeit bei der Thematik und meinem Lesestoff verspürt habe.

Dazu finde ich die Aufmachung von Stella, in schlichtem Schwarz mit goldenem Schimmer sehr gelungen, passend respektvoll und schlicht.

Würger gibt in seinem Werk keinesewegs der „Greiferin“ Stella eine Stimme, sondern vertritt all jene, die sie verriet und die wegen ihr litten. Das tut er auf eine sehr ergreifende und tiefsinnige Art, er stellt die Welt des Ich-Erzählers, den Gerichtsakten gegenüber, stellt, romantische Verklärung und Nichtwahrhabenwollen, die Klarheit der Aussagen entgegen, nichts könnte erschreckender sein als dies.

Gerade heute am Tag der Befreiung von Auschwitz war dieses Buch für mich die absolut passende Lektüre. Ein sehr gelungenes Leseerlebnis und ein deutliches Mahnmal, dass wir falsche Entscheidungen nicht rückgängig machen können, sondern nur versuchen können, die richtigen Entscheidungen zu treffen und dass diese uns manchmal große Kraft kosten.

Für mich ein sehr sehr gutes Buch, eines das den Leser ergreift, durchrüttelt und tiefbeeindruckt. Absolut lesenswert, egal, was die Diskussion uns glauben machen will. Macht euch selbst ein Bild! Bitte!

 

Weben mit kleinem Rahmen von Fiona Daly

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Seit ein paar Monaten steht hier ja mein kleiner (Schul-)Webrahmen herum und ich nehme mir immer wieder vor, mich jetzt endlich mal damit zu befassen.

So richtig klappt das aber nicht, weil es einfach immer an Zeit fehlt. Jetzt hab ich allerdings Dank dem Stiebner Verlag einen guten Ansporn erhalten, meinen Hintern endlich mal hoch zu bekommen und mir das Dingelchen näher anzusehen.

Von Fiona Daly flatterte mir nämlich „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) ins Haus und damit habe ich mich jetzt im Urlaub erstmal aufs Sofa gekuschelt und mir angesehen, was mein Webrahmen so alles kann.

Das Buch „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) ist eine großformatige Klappbroschur von guter Bindequalität und läßt sich sehr gut handhaben.

Auf den ersten Seiten bekommt man erstmal die Autorin vorgestellt. Nett, freundlich und sympathisch kommt sie rüber und ich schätze solche Vorstellungen sehr. Gerade bei Büchern zu Techniken und dem Erlernen von Dingen, will ich wissen, wer mir da etwas erzählt. Ich muß denjenigen respektieren, um seine Ratschläge anzunehmen. Wenn ich die Autorin auf den ersten Seiten eines Buches kennenlerne und mag, fällt das leichter, als wenn er oder sie total anonym bleibt.

Hier ist das gut gelungen. Fiona Daly ist mir sympathisch, sie hat Freude an dem, was sie dort tut und sie tut es mit Hingabe. Die Bilder zu ihrer Person sind naturverbunden, aber nicht zu öko, genau mein Ding.

Sie beginnt dann mit der Geschichte des Webens, auch das schätze ich, bevor ich etwas Neues lerne, möchte ich alles darüber wissen und die Historie gehört da natürlich dazu. Sie schreibt hier informativ, ohne belehrend zu klingen und ich fühlte mich trotz großer Sachlichkeit durch den Text auch gut unterhalten.

Dann geht es mit dem Weben los. Der Webrahmen und die unterschiedlichen Arten der kleinen Webrahmen werden vorgestellt. Ich habe einen Webrahmen, der Einschnitte im Rahmen zum Wickeln aufweist. Ähnlich dem vorgestellten Webrahmen mit Holzdübeln und hab direkt gelernt, warum mein erster Webversuch vor ein paar Monaten in die Hose ging. Ich hätte nicht um die Einschnitte / Dübel, sondern um den Rahmen wickeln sollen. *hust* Darüber schweigen wir dann mal lieber. Mein Webrahmen ist von Rico Design und war wirklich nicht teuer.

Außerdem wird gezeigt, wie man aus festem Karton einen kleinen Kartonwebrahmen herstellen kann. Von Polly habe ich vor einiger Zeit ein Miniwebrahmenset bekommen, das fand ich auch lustig, sowas fehlt hier im Buch aber.

Dann wird das Zubehör ausführlich vorgestellt. Hier hätte ich mir gerne auch Herstellerangaben gewünscht, aber diesen Wunsch habe ich immer, wenn in einem Buch Nähzubehör oder Strick- oder jetzt Webutensilien vorgestellt werden. Schreibt doch bitte direkt in den Text, wo man was bekommt. Nach hinten in den Herstellernachweis blättern ist immer sehr lästig und untrbricht den Fluß beim Lesen, finde ich.

Darauf folgt dann eine sehr gute Materialkunde, die auch für andere Textilgewerke sinnvoll ist. Hier werden Wolle, Baumwolle, Leinen, Bambus, Angora und Nessel als Werkstoffe vorgestellt. Ich bin mir sicher, dass die Zahl der weiteren möglichen Webestücke unzählig ist.

Auch zum Garnthema und den Garnstärken wird man in „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) informiert. Das fand ich, trotz meiner Vorkenntnisse sehr gelungen und informativ.

Im nächsten Abschnitt geht es um die Funktionsweise des Rahmens, das sollte man sich auf jeden Fall ansehen, denn so mancher Tipp erleichert das Weben ungemein.

Außerdem geht es um die Planung von Webprojekten, etwas was ich als „einfach drauflos“-Typ nur schlecht kann. Sie zeigt hier, Probewebstücke, Planungsunterlagen und Ideen zur Dokumentation der ersten Versuche.

Hat man seine Planung abgeschlossen, geht es an die Einrichtung des Webrahmens. Hier habe ich viel gelernt und die Bilder fand ich sehr gelungen und gut arrangiert, ich konnte hier genau erkennen, was man von mir wollte. Wenn der Webrahmen dann eingerichtet ist, kann es losgehen und hier sind die Möglichkeiten vielfältiger, als ich erwartet hätte.

Neben der normalen Bildweberei, die ich schon kannte und die aus Garnkombinationen und Farbwechselnb resultiert, erlernt man in „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) auch die Teppichweberei mit Rayontechnik, Sumaktechnik und Schlingentechnik. Dazu wird das Musterweben vorgestellt und anhand einer Webschrift wird aufgezeigt, wie man welchen Faden zu weben hab. Das ist ähnlich einer Strickschrift und wirklich nicht schwer zu begreifen.Toll fand ich die Köperbindung oder auch eine Fischgratwebtechnik. Das sah auch wirklich nicht schwierig aus und durchaus auch für einen Anfänger zu schaffen.

Ist man dann mit seinem Webstück fertig, wird die Kante abgeschlossen, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, Fransen, eine Zickzacknaht mit der Maschine, ein Knotenrand. Ganz individuell kann hier jeder die für ihn beste und schönste Möglichkeit nutzen.

Außerdem gibt es eine kleine Knotenkunde, da man doch immer wieder etwas festknoten muß am Ende und einen sehr ausführlichen Glossar.

Neben den allgemeinen Informationen finden sich auch 5 sehr ausführliche Webprojekte im Buch. Dabei hat mir sehr gefallen, dass diese nicht mit dem Weben enden, sondern auch die weitere Verarbeitung erklärt wird.

Dabei handelt es sich um eine Kosmetiktasche, einen Wandbehang, ein Platzdeckchen, einen Kissenbezug und eine Tasche. Alle Projekte werden mit den benötigten Materialien vorgestellt, die Erklärungen sind sehr gut verständlich und die Bilder hübsch und erklärend.

Sehr gut fand ich hier auch, dass die vorgeschlagenen Garne alle gut im Einzelhandel erhältlich sind.

Mir hat das Buch „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) als Einstieg in das Weben wirklich sehr gut gefallen. Ich fühlte mich gut informiert und die Bilder sind wirklich sehr schön und informativ. Für alle, die sich mit dem Weben auseinander setzen wollen, ist das sicherlich ein sehr guter Einstieg, mit tollen Einsteigerprojekten und allgemeinen Erklärungen.

 

 

CraSy – Sylvie Rasch – Oberteile & Kleider aus Jersey nähen

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Das Buch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles“ habe ich vorgestern von Feierabendfrickeleien zugeschickt bekommen, nachdem sie es von Sylvie selbst erhalten hat. Leider war die Verfügbarkeit zwischenzeitlich mehr so schlecht. Woran auch immer das lag, jetzt habe ich es ja.

Bereits seit Wochen habe ich auf das Buch gewartet und mein Stoff lag hier auch schon bereit. (Der wurde mir ebenfalls von Sylvie Rasch zur Verfügung gestellt.) Darum werde ich das Projekt auch ganz einfach als uUfo bezeichnen. Unfreiwilliges Ufo.

Nun gut, ich hab also dann den ganzen Mittwoch mit dem Buch verbracht und hatte einen tollen Vormittag.

Aber ich zäume das Pony schon wieder von hinten auf.

Sylvie unsere Strick- und Häkel-Hänsin-Dampf-in-allen-Gassen hat ihr erstes Nähbuch herausgebracht. Es geht um Shirtschnitte und nennt sich daher auch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles“

Zu Beginn des Buches wird uns Sylvie kurz vorgestellt, dann folgt ein bebildertes Inhaltsverzeichnis mit 22 Designvarianten, die man nach dem Baukastensystem zusammensetzen kann.

Die Schnitte sind alle für elastische Stoffe gedacht. Der Jersey wird auch ausführlich vorgestellt und seine Besonderheiten erläutert. Mit ein wenig Erfahrung kann man, die Schnitte aber natürlich auch aus dickeren Stoffen, wie Sweat oder dünnerer Viskose nähen. Hauptsache, der Stoff ist elastisch. Auch diese Jersey-Varianten werden genau erklärt und ihre Besonderheite aufgezeigt.

Ich habe den Schnitt mit Wintersweat genäht und mich an Evelyns Tipp gehalten, eine Nummer größer zu nähen, als benötigt. Das war genau richtig. (Diese Tipps findet ihr im ganzen Buch, Evelyn ist die Schnittmacherin, die Sylvie unterstützend zur Seite stand und ihre Nähtipps sind wirklich simple und gut.)

Im Buch findet ihr auch eine genaue Auflistung der benlötigten Materialien zur Verarbeitung von Jersey und einen kurzen Exkurs zu Nähmaschinen. Vorgestellt werden die Haushaltsnähmaschine, die Overlock und die Coverlock. Ich habe mein Shirt komplett mit der Haushaltsnähmaschine genäht, da ich leider keine Coverlock oder Overlock besitze. Das ist ebenfalls möglich.

Sehr gut fand ich den Teil, der sich um den Schnitt dreht, da hier genau erläutert wird, wie mit dem Schnittmusterbogen umgegangen wird, dass Nahtzugabe bereits enthalten ist. (YEAH! Ich liebe es!) Dann gibt es auch noch Tipps zum stoffsparenden Zuschnitt und eine ausführliche Maßtabelle.

Ich bin ja wirklich sehr klein, bin in der Maßtabelle aber gerade noch vertreten. Die 34 wäre meine Größe gewesen, wenn ich nicht mit Sweat genäht hätte (Dann eine Größe mehr nehmen!). Die Shirts sind trotz der elastischen Stoffe alle recht figurbetont, wenn du es also lieber weit und bequem magst, dann solltest du hier genau überlegen, für welche Größe du dich entscheidest. Die Tabelle geht bis Größe 56, was ich recht umfangreich finde. Die Anleitung zum Zuschnitt ist bebildert und hat mir sehr geholfen, ich schneide immer recht chaotisch zu, hier war das sehr einleuchtend aufgezeichnet, das wird mir auch für andere Schnitte noch hilfreich sein.

Dann folgt eine Erläuterung zu den verwendeten Stichen und Nähten, das fand ich sehr ausführlich und für Anfänger gut erklärt. Ich hab es nur kurz überflogen, da ich eine so detaillierte Erklärung nicht mehr benötige.Hier geht es auch um die richtige Verarbeitung von Abnähern und das Nähen der Ausschnitte, sowie Säume und Abschlüsse. Die Zeichnungen fand ich dabei ausreichend, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein totaler Nähanfänger hier gerne mehr sehen würde. Auch dafür ist gesorgt, auf Sylvies Youtube Kanal findet ihr Videos zur besseren Anschaulichkeit.

Dann folgt eine Erläuterung zum Baukastensystem. Hier findet ihr 12 Ausschnittvarianten, 12 Ärmelvarianten und 8 Abschlussvarianten. Diese kann man endlos miteinander kombinieren und so ganz unterschiedliche Shirts erstellen.

Ich habe mich für den Rundhalsausschnitt mit Bündchen, den langen Ärmelt mit Bündchen und das Bündchen als Abschluss entschieden. Alle Varianten beruhen auf einem Raglanschnitt. Das sollte einem klar sein, wer Raglannähte oder Shirts nicht mag, der wird hier nicht fündig, bzw. höchstens bei den Varianten ohne Arm.

Dann folgt der Teil, in dem die Schnittvarianten vorgestellt werden. Das sind wie gesagt 22, mit dem Handwerkszeug kann man aber natürlich noch viel mehr kombinieren.

Bei jeder Schnittvarianten ist der Materialverbrauch angegeben und es wird genau aufgeschlüsselt, wie der Zuschnitt erfolgen muß, bzw. welche Teile zuzuschneiden sind. Auch der Schwierigkeitsgrad wird angegeben. Den fand ich passend und nachvollziehbar zugeteilt. Ich habe mich für Variante Nr. 3 entschieden. Neben jeder Variante sind zusätzlich inspirierende Varianten Zeichnungen.

Irritiert hat mich zunächst die Teilungsnaht der Ärmel, die sorgt dafür, dass der Arm trotz Raglan eine schöne Schulterkugel hat. Wenn man sich das klar macht, stört es nicht mehr und führt halt zu einem gut sitzenden Shirt.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem Nr. 6, ein ärmelloses Top mit Tunnelzug, Nr 10, ein Shirt mit Voland und einer Bommelkante. Es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, die Shirts in Kleider zu verwandeln. Ich bin sowohl mit den Anleitungen als auch mit dem Nähen gut klar gekommen.

Der Schnittmusterbogen hingegen war ein Desaster. Und ja, das muß man so krass ausdrücken, denn was der Verlag sich dabei gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Die Schnitte sind super, sitzen bei mir gut und das obwohl ich mit Raglan sonst immer mal meine Probleme habe, aber die für mich richtige Linie auf dem Bogen herauszuwuseln, war echt nicht leicht. warum man hier dann nicht mit zwei Bögen, einer für kleine, einer für große Größen arbeitet und die Schnittvarianten, wie Tunnelzug, Rundhals, etc. farblich kenntlich macht, erschließt sich mir nicht. Ich hatte hier wirklich Probleme meiner Schnittlinie zu folgen und würde mir wirklich wünschen, dass die Verlage hier mehr Sorgfalt walten lassen, denn das ist etwas, was nicht von den Autoren ausgeht. Hier wird an der wichtigsten Stelle eines Nähbuches an Platz und Druckfarbe gespart, das ist für den Endverbraucher leider echt ärgerlich. Ich habe es dennoch geschafft, mir meinen Schnitt zu zuschneiden und zu nähen, aber das fand ich wirklich nervig. Ich träume allerdings ja immer noch davon, dass es endlich fertig ausgeschnittene Schnittbögen gibt, die man nicht erst noch übertragen und ausschneiden muß. Ich weiß, das ist ein Wunschtraum.

Mit meinem Shirt bin ich sehr zufrieden. Es sitzt gut, auch unter den Armen und ist sportlich und dennoch figurbetont. Einzig den Ausschnitt würde ich nächstes Mal etwas enger machen. Das ist aber ja eine Anpassung an meinen persönlichen Geschmack. Ich fühlte mich von dem Buch gut angeleitet und betreut während des Nähens und denke, dass es auch für Anfänger gut geeignet ist, sich mit den ersten Jerseynähprojekten auseinander zu setzen.

Fakten

Schnittmuster: Variante Nr 3 aus dem Buch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles

Stoffverbrauch: 130 cm Sweat von Crasy Sylvie  / 40 cm Bündchen von Stick & Style

Modifikation:  keine / Größe 36

Mit dem Beitrag hopse ich zu den Linkparties zu den Lieblingsstücken, zu Sew La La, zu Woman on Fire, sowie zu Caros Fummeley.