Brioche stricken – Katrin Schubert

[Werbung – Rezensionsexemplar]

Im Frickelcast Folge 23 haben Feierabendfrickeleien und ich bereits ausführlich über das Heftchen „Brioche stricken“ (Amazon Affiliate Link) gesprochen und nun auch hier zum Nachlesen.

Vorab, die Strickmuster von Katrin Schubert gefallen mir wirklich sehr gut. Sie sind abwechslungsreich und man erkennt ihren Stil eigentlich immer wieder. Für mich ist sie die Königin der Mützen im zweifarbigen Patentmuster.

Auch in diesem Heft geht es um Mützen, aber nicht ausschließlich, eher um Sets. Mal ist es die Mütze mit Schal, mal ein Stirnband, mal eim Cowl, immer ein zusammenpassendes zweier Set.

Das Heftchen ist im Topp Verlag in der Kreativ.Kompaktreihe erschienen und daher sehr schmal und vergleichsweise günstig. Für 8,99€ erhält man hier 14 Strickmuster, das ist aus meiner Sicht sehr erschwinglich und wer bereits fit im Patentstricken ist, der wird mit diesem Heftchen auch sehr glücklich.

Wer sich zum ersten Mal an Patent herantraut, für den sind die Erklärung, wie man Patent strickt eher etwas dürftig gehalten und aus meiner Sicht, sind auch die Muster dann sehr anspruchsvoll.

Ich stehe mit Patent oder Brioche, das ist übrigens genau das Gleiche, auf Kriegsfuß, allerdings habe ich hier den ein oder anderen wichtigem Tipp bekommen, wie es einfacher oder besser geht und vorallem, wie ich zweifarbig nicht den Überblick verliere, wo ich gerade dran bin. Das ist nämlich ein großes Problem für mich.

Die Muster sind kompakt dargestellt und die Anleitungen sehr gut verständlich. In der Mitte des Heftes sind zwei Klarsichtfolien, in die man die heraustrennbaren Strickschriften einschieben kann und so sind sie sicher aufbewahrt. Das fand ich super.

Die Strickschriften hingegen hatten für mich ein paar Mängel. Zum einen sind sie sehr klein gedruckt, so daß ich sie ohne Brille nicht nutzen kann, zum anderen sind sie mit Symbolen versehen, die sich leider nur schlecht unterscheiden lassen und auch nicht sonderlich gut lesbar sind. Hier hätte ich mir eine Farbcodierung oder bessere Symbole mit klaren Unterschieden gewünscht.

Grundsätzlich erhält man hier aber für sein Geld recht viel, finde ich. Patentanfänger können sich über die etwas zu wenig ausführlichem Anleitungen dazu gut mit einem Video oder Erklärungen aus dem Netz hinweghelfen. Das findet ihr zum Beispiel hier bei Crasy Sylvie. Hier geht es aus meiner Sicht auch nicht darum Briochestricken zu lernen, sondern Muster ins Brioche zu zaubern und dazu ist das Heft sehr gut geeignet.

 

Weben mit kleinem Rahmen von Fiona Daly

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Seit ein paar Monaten steht hier ja mein kleiner (Schul-)Webrahmen herum und ich nehme mir immer wieder vor, mich jetzt endlich mal damit zu befassen.

So richtig klappt das aber nicht, weil es einfach immer an Zeit fehlt. Jetzt hab ich allerdings Dank dem Stiebner Verlag einen guten Ansporn erhalten, meinen Hintern endlich mal hoch zu bekommen und mir das Dingelchen näher anzusehen.

Von Fiona Daly flatterte mir nämlich „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) ins Haus und damit habe ich mich jetzt im Urlaub erstmal aufs Sofa gekuschelt und mir angesehen, was mein Webrahmen so alles kann.

Das Buch „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) ist eine großformatige Klappbroschur von guter Bindequalität und läßt sich sehr gut handhaben.

Auf den ersten Seiten bekommt man erstmal die Autorin vorgestellt. Nett, freundlich und sympathisch kommt sie rüber und ich schätze solche Vorstellungen sehr. Gerade bei Büchern zu Techniken und dem Erlernen von Dingen, will ich wissen, wer mir da etwas erzählt. Ich muß denjenigen respektieren, um seine Ratschläge anzunehmen. Wenn ich die Autorin auf den ersten Seiten eines Buches kennenlerne und mag, fällt das leichter, als wenn er oder sie total anonym bleibt.

Hier ist das gut gelungen. Fiona Daly ist mir sympathisch, sie hat Freude an dem, was sie dort tut und sie tut es mit Hingabe. Die Bilder zu ihrer Person sind naturverbunden, aber nicht zu öko, genau mein Ding.

Sie beginnt dann mit der Geschichte des Webens, auch das schätze ich, bevor ich etwas Neues lerne, möchte ich alles darüber wissen und die Historie gehört da natürlich dazu. Sie schreibt hier informativ, ohne belehrend zu klingen und ich fühlte mich trotz großer Sachlichkeit durch den Text auch gut unterhalten.

Dann geht es mit dem Weben los. Der Webrahmen und die unterschiedlichen Arten der kleinen Webrahmen werden vorgestellt. Ich habe einen Webrahmen, der Einschnitte im Rahmen zum Wickeln aufweist. Ähnlich dem vorgestellten Webrahmen mit Holzdübeln und hab direkt gelernt, warum mein erster Webversuch vor ein paar Monaten in die Hose ging. Ich hätte nicht um die Einschnitte / Dübel, sondern um den Rahmen wickeln sollen. *hust* Darüber schweigen wir dann mal lieber. Mein Webrahmen ist von Rico Design und war wirklich nicht teuer.

Außerdem wird gezeigt, wie man aus festem Karton einen kleinen Kartonwebrahmen herstellen kann. Von Polly habe ich vor einiger Zeit ein Miniwebrahmenset bekommen, das fand ich auch lustig, sowas fehlt hier im Buch aber.

Dann wird das Zubehör ausführlich vorgestellt. Hier hätte ich mir gerne auch Herstellerangaben gewünscht, aber diesen Wunsch habe ich immer, wenn in einem Buch Nähzubehör oder Strick- oder jetzt Webutensilien vorgestellt werden. Schreibt doch bitte direkt in den Text, wo man was bekommt. Nach hinten in den Herstellernachweis blättern ist immer sehr lästig und untrbricht den Fluß beim Lesen, finde ich.

Darauf folgt dann eine sehr gute Materialkunde, die auch für andere Textilgewerke sinnvoll ist. Hier werden Wolle, Baumwolle, Leinen, Bambus, Angora und Nessel als Werkstoffe vorgestellt. Ich bin mir sicher, dass die Zahl der weiteren möglichen Webestücke unzählig ist.

Auch zum Garnthema und den Garnstärken wird man in „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) informiert. Das fand ich, trotz meiner Vorkenntnisse sehr gelungen und informativ.

Im nächsten Abschnitt geht es um die Funktionsweise des Rahmens, das sollte man sich auf jeden Fall ansehen, denn so mancher Tipp erleichert das Weben ungemein.

Außerdem geht es um die Planung von Webprojekten, etwas was ich als „einfach drauflos“-Typ nur schlecht kann. Sie zeigt hier, Probewebstücke, Planungsunterlagen und Ideen zur Dokumentation der ersten Versuche.

Hat man seine Planung abgeschlossen, geht es an die Einrichtung des Webrahmens. Hier habe ich viel gelernt und die Bilder fand ich sehr gelungen und gut arrangiert, ich konnte hier genau erkennen, was man von mir wollte. Wenn der Webrahmen dann eingerichtet ist, kann es losgehen und hier sind die Möglichkeiten vielfältiger, als ich erwartet hätte.

Neben der normalen Bildweberei, die ich schon kannte und die aus Garnkombinationen und Farbwechselnb resultiert, erlernt man in „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) auch die Teppichweberei mit Rayontechnik, Sumaktechnik und Schlingentechnik. Dazu wird das Musterweben vorgestellt und anhand einer Webschrift wird aufgezeigt, wie man welchen Faden zu weben hab. Das ist ähnlich einer Strickschrift und wirklich nicht schwer zu begreifen.Toll fand ich die Köperbindung oder auch eine Fischgratwebtechnik. Das sah auch wirklich nicht schwierig aus und durchaus auch für einen Anfänger zu schaffen.

Ist man dann mit seinem Webstück fertig, wird die Kante abgeschlossen, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, Fransen, eine Zickzacknaht mit der Maschine, ein Knotenrand. Ganz individuell kann hier jeder die für ihn beste und schönste Möglichkeit nutzen.

Außerdem gibt es eine kleine Knotenkunde, da man doch immer wieder etwas festknoten muß am Ende und einen sehr ausführlichen Glossar.

Neben den allgemeinen Informationen finden sich auch 5 sehr ausführliche Webprojekte im Buch. Dabei hat mir sehr gefallen, dass diese nicht mit dem Weben enden, sondern auch die weitere Verarbeitung erklärt wird.

Dabei handelt es sich um eine Kosmetiktasche, einen Wandbehang, ein Platzdeckchen, einen Kissenbezug und eine Tasche. Alle Projekte werden mit den benötigten Materialien vorgestellt, die Erklärungen sind sehr gut verständlich und die Bilder hübsch und erklärend.

Sehr gut fand ich hier auch, dass die vorgeschlagenen Garne alle gut im Einzelhandel erhältlich sind.

Mir hat das Buch „Weben mit kleinem Rahmen“ ( Amazon Affiliate Link) als Einstieg in das Weben wirklich sehr gut gefallen. Ich fühlte mich gut informiert und die Bilder sind wirklich sehr schön und informativ. Für alle, die sich mit dem Weben auseinander setzen wollen, ist das sicherlich ein sehr guter Einstieg, mit tollen Einsteigerprojekten und allgemeinen Erklärungen.

 

 

CraSy – Sylvie Rasch – Oberteile & Kleider aus Jersey nähen

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Das Buch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles“ habe ich vorgestern von Feierabendfrickeleien zugeschickt bekommen, nachdem sie es von Sylvie selbst erhalten hat. Leider war die Verfügbarkeit zwischenzeitlich mehr so schlecht. Woran auch immer das lag, jetzt habe ich es ja.

Bereits seit Wochen habe ich auf das Buch gewartet und mein Stoff lag hier auch schon bereit. (Der wurde mir ebenfalls von Sylvie Rasch zur Verfügung gestellt.) Darum werde ich das Projekt auch ganz einfach als uUfo bezeichnen. Unfreiwilliges Ufo.

Nun gut, ich hab also dann den ganzen Mittwoch mit dem Buch verbracht und hatte einen tollen Vormittag.

Aber ich zäume das Pony schon wieder von hinten auf.

Sylvie unsere Strick- und Häkel-Hänsin-Dampf-in-allen-Gassen hat ihr erstes Nähbuch herausgebracht. Es geht um Shirtschnitte und nennt sich daher auch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles“

Zu Beginn des Buches wird uns Sylvie kurz vorgestellt, dann folgt ein bebildertes Inhaltsverzeichnis mit 22 Designvarianten, die man nach dem Baukastensystem zusammensetzen kann.

Die Schnitte sind alle für elastische Stoffe gedacht. Der Jersey wird auch ausführlich vorgestellt und seine Besonderheiten erläutert. Mit ein wenig Erfahrung kann man, die Schnitte aber natürlich auch aus dickeren Stoffen, wie Sweat oder dünnerer Viskose nähen. Hauptsache, der Stoff ist elastisch. Auch diese Jersey-Varianten werden genau erklärt und ihre Besonderheite aufgezeigt.

Ich habe den Schnitt mit Wintersweat genäht und mich an Evelyns Tipp gehalten, eine Nummer größer zu nähen, als benötigt. Das war genau richtig. (Diese Tipps findet ihr im ganzen Buch, Evelyn ist die Schnittmacherin, die Sylvie unterstützend zur Seite stand und ihre Nähtipps sind wirklich simple und gut.)

Im Buch findet ihr auch eine genaue Auflistung der benlötigten Materialien zur Verarbeitung von Jersey und einen kurzen Exkurs zu Nähmaschinen. Vorgestellt werden die Haushaltsnähmaschine, die Overlock und die Coverlock. Ich habe mein Shirt komplett mit der Haushaltsnähmaschine genäht, da ich leider keine Coverlock oder Overlock besitze. Das ist ebenfalls möglich.

Sehr gut fand ich den Teil, der sich um den Schnitt dreht, da hier genau erläutert wird, wie mit dem Schnittmusterbogen umgegangen wird, dass Nahtzugabe bereits enthalten ist. (YEAH! Ich liebe es!) Dann gibt es auch noch Tipps zum stoffsparenden Zuschnitt und eine ausführliche Maßtabelle.

Ich bin ja wirklich sehr klein, bin in der Maßtabelle aber gerade noch vertreten. Die 34 wäre meine Größe gewesen, wenn ich nicht mit Sweat genäht hätte (Dann eine Größe mehr nehmen!). Die Shirts sind trotz der elastischen Stoffe alle recht figurbetont, wenn du es also lieber weit und bequem magst, dann solltest du hier genau überlegen, für welche Größe du dich entscheidest. Die Tabelle geht bis Größe 56, was ich recht umfangreich finde. Die Anleitung zum Zuschnitt ist bebildert und hat mir sehr geholfen, ich schneide immer recht chaotisch zu, hier war das sehr einleuchtend aufgezeichnet, das wird mir auch für andere Schnitte noch hilfreich sein.

Dann folgt eine Erläuterung zu den verwendeten Stichen und Nähten, das fand ich sehr ausführlich und für Anfänger gut erklärt. Ich hab es nur kurz überflogen, da ich eine so detaillierte Erklärung nicht mehr benötige.Hier geht es auch um die richtige Verarbeitung von Abnähern und das Nähen der Ausschnitte, sowie Säume und Abschlüsse. Die Zeichnungen fand ich dabei ausreichend, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein totaler Nähanfänger hier gerne mehr sehen würde. Auch dafür ist gesorgt, auf Sylvies Youtube Kanal findet ihr Videos zur besseren Anschaulichkeit.

Dann folgt eine Erläuterung zum Baukastensystem. Hier findet ihr 12 Ausschnittvarianten, 12 Ärmelvarianten und 8 Abschlussvarianten. Diese kann man endlos miteinander kombinieren und so ganz unterschiedliche Shirts erstellen.

Ich habe mich für den Rundhalsausschnitt mit Bündchen, den langen Ärmelt mit Bündchen und das Bündchen als Abschluss entschieden. Alle Varianten beruhen auf einem Raglanschnitt. Das sollte einem klar sein, wer Raglannähte oder Shirts nicht mag, der wird hier nicht fündig, bzw. höchstens bei den Varianten ohne Arm.

Dann folgt der Teil, in dem die Schnittvarianten vorgestellt werden. Das sind wie gesagt 22, mit dem Handwerkszeug kann man aber natürlich noch viel mehr kombinieren.

Bei jeder Schnittvarianten ist der Materialverbrauch angegeben und es wird genau aufgeschlüsselt, wie der Zuschnitt erfolgen muß, bzw. welche Teile zuzuschneiden sind. Auch der Schwierigkeitsgrad wird angegeben. Den fand ich passend und nachvollziehbar zugeteilt. Ich habe mich für Variante Nr. 3 entschieden. Neben jeder Variante sind zusätzlich inspirierende Varianten Zeichnungen.

Irritiert hat mich zunächst die Teilungsnaht der Ärmel, die sorgt dafür, dass der Arm trotz Raglan eine schöne Schulterkugel hat. Wenn man sich das klar macht, stört es nicht mehr und führt halt zu einem gut sitzenden Shirt.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem Nr. 6, ein ärmelloses Top mit Tunnelzug, Nr 10, ein Shirt mit Voland und einer Bommelkante. Es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, die Shirts in Kleider zu verwandeln. Ich bin sowohl mit den Anleitungen als auch mit dem Nähen gut klar gekommen.

Der Schnittmusterbogen hingegen war ein Desaster. Und ja, das muß man so krass ausdrücken, denn was der Verlag sich dabei gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Die Schnitte sind super, sitzen bei mir gut und das obwohl ich mit Raglan sonst immer mal meine Probleme habe, aber die für mich richtige Linie auf dem Bogen herauszuwuseln, war echt nicht leicht. warum man hier dann nicht mit zwei Bögen, einer für kleine, einer für große Größen arbeitet und die Schnittvarianten, wie Tunnelzug, Rundhals, etc. farblich kenntlich macht, erschließt sich mir nicht. Ich hatte hier wirklich Probleme meiner Schnittlinie zu folgen und würde mir wirklich wünschen, dass die Verlage hier mehr Sorgfalt walten lassen, denn das ist etwas, was nicht von den Autoren ausgeht. Hier wird an der wichtigsten Stelle eines Nähbuches an Platz und Druckfarbe gespart, das ist für den Endverbraucher leider echt ärgerlich. Ich habe es dennoch geschafft, mir meinen Schnitt zu zuschneiden und zu nähen, aber das fand ich wirklich nervig. Ich träume allerdings ja immer noch davon, dass es endlich fertig ausgeschnittene Schnittbögen gibt, die man nicht erst noch übertragen und ausschneiden muß. Ich weiß, das ist ein Wunschtraum.

Mit meinem Shirt bin ich sehr zufrieden. Es sitzt gut, auch unter den Armen und ist sportlich und dennoch figurbetont. Einzig den Ausschnitt würde ich nächstes Mal etwas enger machen. Das ist aber ja eine Anpassung an meinen persönlichen Geschmack. Ich fühlte mich von dem Buch gut angeleitet und betreut während des Nähens und denke, dass es auch für Anfänger gut geeignet ist, sich mit den ersten Jerseynähprojekten auseinander zu setzen.

Fakten

Schnittmuster: Variante Nr 3 aus dem Buch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles

Stoffverbrauch: 130 cm Sweat von Crasy Sylvie  / 40 cm Bündchen von Stick & Style

Modifikation:  keine / Größe 36

Mit dem Beitrag hopse ich zu den Linkparties zu den Lieblingsstücken, zu Sew La La, zu Woman on Fire, sowie zu Caros Fummeley.

 

Nähen mit Vegatex

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Frau Feierabendfrickeleien und ich haben „Nähen mit Vegatex“ bereits im Frickelcast besprochen. In Episode 21 findet ihr alles, was wir dazu zu sagen hatten.

Heute könnt ihr dann die ausführliche Rezension hier auf dem Blog lesen.

Viel Spaß damit!

Nähen mit Vegatex hat mich leider kolossal enttäuscht. Ich hatte mich vom tollen Cover und kurzem Durchblättern animieren lassen, es auszuwählen und habe dann erst Zuhause einen weiteren Blick riskiert.

Aber fangen wir vorne an. Das Buch „Nähen mit Vegatex“ ist ein schmales Hardcover aus dem Topp-Verlag und beschäftigt sich mit kleinen Projekten aus veganem Leder. Allerdings hier hauptsächlich Vegatex. Das läßt der Titel bereits erahnen, dass im Buch jedoch jegliche andere Variante veganen Leders einfach unterschlagen wird und es nicht mal den Hinweis gibt, was es da noch so gibt, fand ich schon mal sehr seltsam. Schließlich habe ich hier keine kostenlose Werbelektüre für die Marke Vegatex in der Hand, sondern ein Buch zum Nähen mit Ideen für Leder ohne Tier. So steht es zumindest auf dem Einband.

Dann habe ich nach Vegatex gegoogelt und mir hat es bei den dort aufgerufenen Preisen den Atem verschlagen. Das Basis Vegatex ist noch vergleichsweise erschwinglich, will man dann aber Vintage haben, ist man bei 69,90 Euro für 100 x 75 cm. Sorry, das ist selbst mir deutlich zu viel. Ich gebe viel Geld für Nähutensilien und Stoffe aus, aber das? Nein.

Da ist man mit dem immer noch teuren SnapPap ( Amazon Affiliate Link) oder dem Texipap ( Amazon Affiliate Link) deutlich besser bedient.

Vorgestellt werden im Buch die Varianten Basic, Effekt und Vintage, auch hier kein Wort über Alternativen. Dann folgen Pflegehinweise und Tipps zur Schnittmusterübertragung, die sehr knapp und kurz gehalten sind und teilweise ist die Buchseite nur zur Hälfte mit Text und Bildern gefüllt. Sowas suggeriert ja immer, dass ein Buch viele Seiten hat, letzendlich ist aber doch wenig Inhalt da. Auch das mißfällt mir sehr.

Weiterhin werden Hinweise gegeben, wie man sein Vegatex schöner gestalten kann, durch Falzen, Färben oder Bemalen, Stempeln, Drucken, Prägen, Stanzen, hier gibt es unendliche Möglichkeiten, leider ist alles mit winzigen Bildern versehen, die mir hier nicht großartig weitergeholfen oder mir gar eine Idee gegeben haben. Platz für größere Bilder wäre da gewesen, aber auch hier immer wieder unbedruckten Teilseiten.

Anschließend folgt der Teil mit den Modellen. Im Buch sind 24 Modelle und davon sind allein 5 Armbänder. Ich sag mal so, das ist eher so: naja. Zumal diese sich auch lediglich in Designvarianten unterscheiden.

Bei jedem Muster ist in einem Kästchen der Materialbedarf, Angaben zum Zuschnitt und der Schwierigkeitsgrad angegeben.

Dann folgen mehrere kurze Absätze zum Nähen, hier dann leider keine Bilder zur Anleitung, nichts. Bei den Armbändern ist das noch machbar, spätestens beim Geldbeutel habe ich keine Idee mehr, wie hier was genau aufeinander zu legen ist, da mich auch die Anleitung nicht wirklich erhellt und eher umständlich formuliert ist.

Sehr schade. Meine Lust etwas aus dem Buch zu nähen, war bereits beim Preis für Vegatex nur noch marginal vorhanden. Hier entschwand er dann komplett.

Das Armband mit Geflecht hatte es mir dann aber doch angetan und ich wollte zumindest kurz ausprobieren, wie das aussieht. Der Schwierigkeitsgrad ist hier, wie bei den anderen Armbändern mit 1 angegeben, also sehr leicht. Nun Sorry, allein die sehr kleinen Schnitte auf das Vegatex zu setzen, ist weit von sehr leicht entfernt. Das dann noch zu verweben, mit der nur sehr dürftigen Zeichnung auf dem Schnittmusterbogen, war alles andere als sehr leicht. Überhaupt fand ich die Schwierigkeitsgradangaben eher dürftig und wenig zutreffend.

Und wo ich gerade den Schnittmusterbogen erwähne, der ist leider so fest ins Buch geklebt, dass es mir trotz Zuhilfenahme eines Skalpells nur gelang ihn zu entfernen, indem ich den Einband beschädigte. Sowas stört mich und mag ich gar nicht. Das ist echt ätzend.

Ich war dann leider auch von den weiteren Nähideen eher nicht so überzeugt. Das lag vorallem auch an den teilweise wirklich schlechten Fotos, die weder Größe noch Form des Objekts gut erkennen ließen, aber auch an der echt nicht guten Umsetzung auf den Fotos. Ich näh oft nicht so akkurat oder sauber, hier sind krumme Schnittkanten und unsaubere Nähte auf einem Foto in einem Buch abgedruckt. Ne sorry, wenn die Autorin das schon nicht ordentlich hinbekommt, wie soll ich da was Schönes draus zaubern? Und die Bilder in einem Bastel- / Nähbuch dienen doch dazu, abzubilden, worauf man achten sollte, bzw. das Projekt zu zeigen, damit man sieht, was man nähen möchte. Vorallem bei den Täschchen und Geldbeuteln hat es mich total gestört, dass man das Innenleben nur auf winzigen Bildern sieht und da auch die Aufteilung nur erahnen kann. Hier wird teilweise auch ein Reißverschluss eingesetzt, hätte ich nicht bereits bei Pattydoo einmal einen Reißverschluss in ein Reisetui genäht, hätte ich nicht den Ansatz einer Idee, wie das funktionieren könnte, anhand von Anleitung und Bildern im Buch. Da hilft mir schlicht nichts weiter.

Bei manchen Projekten war ich gänzlich ratlos, warum man das nähen sollte und wozu es gut ist. Die Kleine Box oder die Schalen zum Beispiel.

Das einzige, was mir halbwegs innovativ vorkam, war die Rolle Backgammon. Gut, ich würde jetzt auch kein Backgammon Spiel nähen, aber hier kam wenigstens ein bißchen Idee und Innovation raus und nicht das Gefühl, etwas ähnliches schon 20 Mal im Netz gesehen zu haben.

Ich find es immer Schade, wenn mir ein Buch so unfassbar mißfällt, klar ist das individuell, aber hier hab ich am Ende wirklich nur gedacht: „Und dafür sind Bäume gestorben?“.

Mich konnte Nähen mit Vegatex überhaupt nicht begeistern. Gestört hat mich außerdem, dass man nicht bereits von außen die Autorin erkennen kann. Karin Roser findet man erst im Buch. Hier ist ein Interview auf Youtube mit ihr: Klick!

 

Rockgrundschnittvariationen

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Im Frickelcast (Episode 21) haben Frau Feierabendfrickeleien das Buch „Rockgrundschnittvariationen von Harumi Maruyama(Amazon Affiliate Link) aus dem Stiebner Verlag bereits ausgiebig besprochen und unter die Lupe genommen.

Da viele von euch aber eben dem Frickelcast noch nicht folgen (Warum eigentlich nicht?) und einige auch immer wieder betonen, wie gerne sie sich Rezensionen einfach abspeichern oder bei Pinterest anpinnen, (Hier findet ihr mich da übrigens: Klick!), dachten wir, wir schreiben auf jeden Fall auch noch jede von uns eine einzelne Rezension.

Diesmal sind unsere Meinung auch ein wenig unterschiedlich, im Ergebnis bleibt es zwar gleich, wir finden das Buch fantastisch, aber aus unterschiedlichen Gründen. Die Meinung von Feierabendfrickeleien findet ihr hier: Klick!

Zunächst finde ich das Design des ganzen Buches (Amazon Affiliate Link) unheimlich gelungen. Bücher in Knallfarben machen mich immer wieder total an. So auch hier, dazu sieht man bereits auf dem Einband einige der Variationen, auch das find ich gut, denn man kann bereits erahnen, was einen erwartet.

Hier läßt sich auch schon erkennen, wie gut die Fotos des Buches (Amazon Affiliate Link) sind. Ich bin da ja immer sehr mäkelig und finde es furchtbar, wenn ich nicht das sehe, was mich als Näherin oder Strickerin interessiert. Hier blieb für mich kein Wunsch offen. Die Bilder sind ansprechend, aber sachlich. Sprich, sie legen Wert auf die wichtigen Dinge und nicht nur auf eine schicke Optik oder tolle Pose.

Generell ist es ein sehr klares und gut designetes Buch. Der Schnittmusterbogen ist fantastisch, hier überlappt nichts unnötig und alles ist sehr klar und gut abzupausen. Hier findet sich auch die Größentabelle. Ich gestehe, dass es mich nicht gestört hat, dass diese nur für relativ kleine und schlanke Frauen (es ist ein japanisches Buch) ausgelegt ist und bei einer Hüftweite von 103 cm und einer Taillenweite von 93 cm endet, da ich mich innnerhalb dieses Rahmens bewege. Daher ist für mich auch ein Grundschnitt dabei, den ich überhaupt nicht abwandeln muß und der mir so vom Papier nach den Maßen perfekt paßt. Bei Feierabendfrickeleien, die ja deutlich größer ist als ich, ist das anders, sie findet sich hier nicht wieder und im Buch wird nur recht kurz ausgeführt, wie der Schnitt auf die Größe anzupassen wäre. Wie gesagt, mich hat das nicht gestört, denn für mich reichten die Erklärungen und der auf meine Maße ausgelegte Schnitt absolut aus.

Wichtig ist noch zu sagen, dass dieses Buch (Amazon Affiliate Link) sich ganz klar nicht an Nähanfänger richtet. Sicherlich kann man auch als Anfänger das Buch (Amazon Affiliate Link) zur Hand nehmen, ich stelle mir das aber sehr fordernd vor. Hier wird schon sehr viel Nähwissen vorausgesetzt und in seiner Detailliertheit ist das Buch wirklich nicht so simple. Es richtet sich aber an all jene die eigene Schnittmuster angehen oder vorhandene Muster anpassen wollen, mit ein wenig Näherfahrung und vorallem viel Zeit, um sich mit dem Buch auseinander zu setzen, kommt man hier aber schon sehr weit, war mein Eindruck.

Das Buch ist etwas anders strukturiert, als es sonst bei Nähbüchern der Fall ist. Es beginnt mit sehr kurzen und knappen Grundlektionen und dann geht es direkt in die Mitte der Materie, die Konstruktion von 10 unterschiedlichen Rockarten. Enger Rock, Trapezrock, ausgestellter Rock, eingereihter Rock, Faltenrock, Bundfaltenrock, Meerjungfrauenrock, Röcke mit Passe, einfache Röcke ohne Schlitz und Designröcke. Zu jedem dieser Röcke gibt es 4 – 11 Variationen, die genau erklärt und erläutert werden. Dazu gibt es sehr viele Bilder, Grafiken und Zeichnungen. Die Schnittanleitung ist dabei für mich gewöhnungsbedürftig aufgebaut. Immer wieder wird auf vorausgehende oder noch nachfolgende Teile verwiesen. Das hat man aber sehr schnell verstanden und die Methodik ist sinnvoll, wiederholt man sich so doch nicht 20 Mal im Buch.

Besonders toll und hilfreich für mich fand ich den Teil, der sich „Speziallektionen“ nennt. Hier wird auf unterschiedliche Rocklängen, Saumlinien, Taillenformen und Besatzarten eingegangen. Das fand ich sehr lehrreich, da hier auch immer erläutert wird, was die Veränderung wie bewirkt.

Hier befindet sich auch ein Teil, in dem der immer gleiche Rock aus verschiedensten Stoffen genäht und auf die unterschiedlichen Eigenschaften und den Fall hingewiesen wird. Das war sehr augenöffnend zu sehen.

Dann folgt ein Teil, der sich ausschließlich mit der Durchführung beschäftigt und dem Leser die Schnittmusteranfertigung näher bringt und somit auch Anpassungen an den eigenen Körper erläutert.

In einem Sonderteil geht es dann nochmal in sehr guter Erklärweise darum, wie man Reißverschlüsse einnäht, welche Arten von Gehschlitzen es gibt und auch das Rockfutter wird nicht vergessen.

In den Intensivkursen finden sich dann weitere Hinweise zur Erstellung und Anpassung von Grundschnitten und der Eignung von Schnitten für den eigenen Körper.

Es gibt außerdem eine ausführliche Erläuterung zu allen verwendeten Symbolen und Linien, sowie ein kurzes Fachwörter Glossar.

Mir persönlich hat der Meerjungfrauenrock unglaublich gut gefallen und ich denke, dass ich diesen auch nähen werde. Sehr wichtig fand ich auch die exakten Zeichnungen zu den Maßen und dem Maßnehmen am eigenen Körper. Das habe ich in dieser Intensität und Klarheit noch in keinem anderen Nähbuch wahrgenommen.

Besonder beeindruckend und einprägsam fand ich zwei Silhoutten, welche auf einem Stuhl sitzen und anhand deren Rockposition Problematiken und Verbesserungsvorschläge am Schnitt erläutert werden. Logisch, man trägt einen Rock ja nicht nur stehend.

Ich fand das Buch wirklich sehr erhellend und werde sicher immer wieder bei Problemen mit einem Schnitt darin blättern und nach Anpassungslösungen suchen.

Ja, das Buch braucht Zeit, um sich mit ihm auseinander zu setzen, um die für einen selbst passende Variante zu finden. Zeit, die ich sehr gerne investiert habe, denn ich fühlte mich klüger danach und schätze es als Nachschlagewerk sehr.

Die Autorin ist Dozentin für lebenslanges Lernen und Designerin und ich finde, beides merkt man dem Buch an, es geht neue Wege und es geht sie gut.

Ich kann die Rockgrundschnittvariationen für die etwas fortgeschrittene Näherin, die sich selbst ausprobieren und Schnitte anpassen und selbst kreiiren will, total empfehlen. Mir hat es sehr gefallen.