Strickmichplaner – ein Lobgesang

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Im Frickelcast haben Feierabendfrickeleien und ich den Strickmich-Planer von Martina Behm in Zusammenarbeit mit Weekview bereits ausgiebig besprochen.

So kurz vor Weihnachten und Jahresbeginn, dachte ich aber, es wäre eine gute Idee, am Rezensionsmittwoch kein wirkliches Buch zu besprechen, sondern einfach meinen Kalender, den ich so unfassbar liebe, über den grünen Klee in den Himmel zu loben.

Vor zwei Jahren habe ich Dank Martina die Weekviewplaner entdeckt und direkt gekauft.

Dazu gab es die Sticker von Symposi Press und damals waren das noch Planer ohne Strickbezug, aber eben super strukturiert und gut zu handhaben, wenn man viele Termine hat, die notiert und geplant werden müssen. Dazu viele Dinge, die der eigenen Strukturierung dienen. Ich war sehr angetan.

Letztes Jahr gab es dann den Strickmich Planer zum ersten Mal und er gefällt mir so gut, dass ich ihn das ganze Jahr genutzt habe. Mittlerweile ist er so abgerockt, durch das viele Mitschleifen und die Tatsache, dass ich es eben nicht geschafft habe, die Hülle fertig zu stricken, dass ich ihn euch nicht mehr zeigen möchte… hehe.

Aber für Nachschub ist im nächsten Jahr gesorgt. Der neue Strickmich Planer ist bereits seit einiger Zeit zu haben und ich habe ihn auch bereits. Die ersten Januarwochen sind bereits geplant und wer die Bilder ganz genau ansieht, kann auch erkennen, was ich mir so ausgedacht habe für den Blog und den Podcast.

Den Strickplaner gibt es in drei Kits.

Einmal nur den Strickplaner ohne Schnickschnack, dann das Profi Kit und das Deluxe Kit. 

Ich habe das Profi Kit erhalten. Neben dem Planer gibt es hier die Stiftschlaufe, die ich enorm wichtig finde und Aufkleber von Weekview und Martina Behm, die auf uns Strickerinnen abgestimmt sind.

Außerdem habe ich mir auch in diesem Jahr wieder Aufkleber von Symposipress gegönnt.

Auch in diesem Jahr paßt die Buchhülle „Cover your Plans“ super zum Kalender, allerdings hab ich andere Pläne für einen hübschen Umschlag, das zeig ich euch noch, wenn es fertig ist, 🙂

Den Planer gibt es auf Englisch und Deutsch, ich habe die deutsche Variante.

In diesem Jahr ist der Bucheinband etwas robuster, als im letzten Jahr und ist nicht mehr weiß, sondern hellgrau meliert. Das ist weniger schmutzanfällig und gefällt mir sehr.

Es gibt wie immer zwei Lesebändchen. Eins lege ich mir immer an den aktuellen Tag und eins in die Quartalsplanung, damit ich die wichtigsten Übersichten sofort finde.

Die Vorsatzblätter sind übrigens von Julie von Symposiepress gestaltet und gefallen mir mit ihrem Strickthema sehr

Zu Beginn des Planers findest du eine Anleitung, wie du den Planer am effektivsten nutzt und wie du die Quartalsübersichten sinnvoll einsetzt.

Ferienplaner, Zeitzonen, Jahresübersicht für Geburtstage, all sowas hat der Planer auch.

Außerdem setzt du auf speziellen Seiten deine Ziele fest. Sowas mag ich und das funktioniert für mich auch gut. Na, wer ahnt, was mein Ziel für 2019 ist?

Genau, der Nuvem muß fertig werden. Zu Beginn jeden Quartals gibt es dann nochmal eine Übersicht, hier kann man ebenfalls Ziele, Termine, Zeitpläne und alles Mögliche eintragen, oder auch den Fortschritt in bestimmten Dingen tracken. Auch das gefällt mir.

Es erinnert ans Bulletjournal, nur dass man nicht malen muß, ich finde es prima.

Der Planer ist in Wochen gegliedert. Links findest du immer deine Pläne für die Woche, sortiert in dringend, wichtig und Sonstiges, außerdem ein Kästchen mit einem feinen Spruch, Strickbezug oder Hinweisen auf tolle Shops. Rechts findest du für jeden Tag ein Kästchen mit ausreichend Planungsplatz.

Am Ende ist dann Platz für Jahresrückblick und Resümee, neue Ziele für 2020, Notizen und die Stricktools.

Hier kannst du alle deine Strickprojekte auflisten, eine Timeline erstellen, wann du was gestrickt hast und den Fortschritt tracken. (Da hätte ich deutlich mehr Platz gebraucht, aber das tracke ich auch eher über Ravelry. ) Dann gibt es Platz für Strickideen und Projekte, auch davon hätte es ruhig noch mehr Seiten geben können. Ich weiß aber auch, dass ich ja sehr viel stricke und andere hier mit dem Platz sicher auskommen.

Die Anleitung für „Cover your Plans“ ist im Planer enthalten und eine Liste für Wollkäufe… hust. Besser nicht…

Es finden sich Wunschlisten für Strickbücher, Garne und Zubehör. Außerdem eine Liste für Wollfeste, Events, Stricktreffen und natürlich eine Podcast und Blogliste. Zeigt doch mal, wen ihr da eingetragen habt?

Besonders gut gefällt mir der Teil, in dem man die Maße und Größem von guten Freunden eintragen kann, so kann man Leute als Überraschung bestricken, ohne jedes Mal neu fragen zu müssen, welche Sockengröße benötigt wird. Das ist SUPER!

Dann folgt viel Platz zur eigenen Gestaltung, ein wenig Werbung der Sponsoren und weitere nützliche Kleinigkeiten.

Aber wir wollen hier schließen.

Ihr habt mitbekommen, dass ich den Planer toll finde. (Ich habe ihn zwar als Rezensionsexemplar erhalten, aber ich hätte ihn mir sonst auch gekauft.)

Mehr ist nicht zu sagen. ich geh jetzt erstmal „Knit Night“ Kleberchen auf jeden zweiten Dienstag kleben.

Loyalitäten – Delphine de Vigan

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Die Bücher von Delphine de Vigan schätze ich ja sehr, sie erzählt Geschichten, ohne zu schwafeln. Keine Seiten langen Erklärungen, keine ausschweifende Charakterzeichnung, bei ihr ist man in kürzester Zeit in der Geschichte drin, weiß wie die Charaktere ticken und erkennt das Problem.

Ich schätze solche Texte sehr und bereits bei „Tage ohne Hunger“ konnte sie mich überzeugen und wenn ich auch nicht immer mit ihren offensichtlichen Ideen und Rückschlüssen, die sich zwischen den Zeilen leicht finden lassen, konform gehe, so ist es doch so, dass sie mich mit ihren Büchern einfängt und unterhält und vorallem zum Überdenken meiner eigenen Verhaltensweisen und Grundsätze anregt.

Das ist auch bei Loyalitäten so. Sie holt mich ab, nimmt mich mit zu Theo und Mathis und Helen und auch zu Cecile. Wir begleiten diese Figuren mit ihren Besonderheiten, die so absonderlich gar nicht sind, sondern der vollkommenen Alltäglichkeit unseres Lebens entstammen und gerade deshalb so bedrückend sind. Der eine hat Probleme mit seinem depressiven Vater und seiner frustrierten Mutter, der andere weiß nicht recht, wo sein Platz im Leben ist und wie er seinem Freund beistehen soll. Die nächste ist hin und her gerissen, zwischen Vermutung, Verdacht und Realität und ihrer eigenen Geschichte und Cecile, nun Cecile spricht mit sich selbst, damit sie nicht mit ihrem Sohn oder Mann reden muß.

Für mich war das eine sehr beklemmende und atemberaubende und sehr tiefe Geschichte auf nur 173 Seiten erfahren wir Abgründe, wie es manch anderer Autor auf 500 Seiten nicht schafft an uns zu transportieren. Wir erleben Freude, Hass, Trauer, Einsamkeit und Trunkenheit. Den Willen zu Helfen und die äußeren Zwänge, die einen davon abhalten es richtig zu tun, obwohl alles in einem schreit. Ich kenne das, wer mein Buch gelesen hat (ich verweise selten darauf, an der Stelle paßt es aber gerade sehr gut) weiß, dass ich an einem Jugendlichen wie Theo gescheitert bin, nicht nur ich, wir alle damals, daher ist mir dieses Buch hier so nahe gegangen und ich lege es jedem ans Herz, der mit Jugendlichen arbeitet. Denn manchmal muß man auf sein Herz vertrauen, nicht auf Regeln, nicht auf Konventionalitäten, manchmal muß man einfach das tun, was einem die kleine Stimme im Kopf einflüstert, weil es richtig ist, weil es sich lohnt und weil das Bauchgefühl unser wichtigster Radar ist.

Delphine de Vigan läßt den Leser am Ende ihrer Geschichten gerne allein und überläßt es ihm, sich ein Ende zu überlegen. Die Geschichte im Kopf weiter zu spinnen. Das tut sie auch hier, oft bin ich davo genervt, diesmal nicht. Diesmal paßt es und ich kann mir mein Ende für Theo aussuchen, kann es schön oder schrecklich machen. Danke dafür.

Loyalitäten ist im Dumont Buchverlag erschienen.

Handschuh-Buch

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Ich mag die Bücher aus dem Stiebner Verlag ja, sehr, das dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben Die haben einfach ein prima Handarbeitsprogramm und bringen tolle Dinge raus. Schon vor ein paar Tagen haben Feierabendfrickeleien und ich das  „Handschuhe. Ihr Ratgeber zum Stricken von Faust- und Fingerhandschuhen“ (Amazon Affiliate Link)  -Buch von der kanadischen Autorin Kate Atherley im Frickelcast besprochen.

Dabei hab ich wider Erwarten festgestellt, dass dieses Buch nicht nur ein bloßes Buch zum Stricken von Handschuhen ist, sondern eine ganze Handschuphilosophie beinhaltet.  Man strickt nicht nur stumpf nach einer Anleitung, sondern kann sich nach der Lektüre selbst die absolut passenden Handschuhe stricken.

Kate Atherley verfolgt dabei ein persönliches Anliegen. Sie friert leicht und leidet am Raynaud-Syndrom, einer Erkrankung bei der die Muskulatur bei Kälte leicht verkrampft. Für sie ist es also wichtig immer warme Hände zu haben. Das erklärt auch ihre fast schon besessen anmutende Konzentration darauf, wirkich gut sitzende und sehr warme Handschuhe zu ersinnen.

Sie ist sehr wissenschaftlich an diese Sache herangegangen und hat Paßformen für verschiedenste Handschuhe aufgrund der statistischen Erhebung von über 500 Menschen und ihren Handmaßen erstellt. Beeindruckend, oder?

Im Theorieteil findet man daher alles, was man über die richtige Form für die eigene Hand und die eigenen Maße wissen muß. Sehr gut erklärt und detailliert gezeigt. Das hat mir gut gefallen, da ich ja sehr kleine Hände habe, passen mir die meisten normalen Handschuhgrößen ja nicht.

Dann geht es um das Maßnahmen, welche Maße wo genommen werden und eine Größentabelle findet sich auch. Überraschend fand ich mich trotz meiner winzigen Hände in der Tabelle wieder und könnte so nach Tabelle losstricken. Für alle mit noch kleineren Patschehändchen oder Riesenklauen, finden sich viele Hinweise, wie man diese am Besten anpaßt.

Diese Anleitung zur Anpassung fand ich super und hat mich wirklich begeistert, sowas würde ich mir auch für Pullover oder Cardigans wünschen.

Im weiteren finden sich dann noch viele Anregungen zum Material, der richtigen Technik, dass zum Beispiel beim zweifarbigen Stricken der Handschuh automatisch dicker und wärmer wird, ist zwar logisch, war mir aber tatsächlich nicht in der Form bewußt. Auch ihre Art Handschuhe durch Vlies zu füttern fand ich eine super Idee und das sieht wirklich richtig hübsch aus.

Aber auch die richtige Technik für Strickprobleme bei Handschuhen kommt nicht zu kurz, wir lernen, wie man den Daumenkeil strickt, Finger richtig ausarbeitet und auch zum richtigen Bündchen werden einige Worte verloren. Mir hat das viel Freude beim Lesen bereitet und ich war wirklich begeistert, wie viel man zum Thema Handschuhe sagen kann.

Dann gibt es auch noch eine tolle Methode für Fliptops, heißt, Handschuhe bei denen man die Spitze abklappt und dann ganz einfach die Finger frei hat. Seh gut, so kann ich das Smartphone trotz Handschuhe bedienen.

Im Buch sind also Grundanleitungen für Fäustlinge, Fingerhandschuhe, Fingerlose Handschuhe und Fliptops vertreten, außerdem, 13 Muster, die über die Grudanleitung noch einmal hinausgehen. Das Buch ist also für diejenigen, die gerne selbst kreativ werden genauso geeignet, wie für diejenigen, die eine klare Anleitung zum Nachstricken benötigen.

Mir haben sehr viele der Muster gut gefallen, vorallem die, in die Vlies eingestrickt wird, fand ich super. Aber auch die Fliptops werde ich auf jeden Fall noch einmal nachstricken.

Da bieten sich unendliche Kombinationsmöglichkeiten, wie man seine Handschuhe richtig gestaltet und fein für sich passend strickt.

Die Muster gehen von Anfängertauglich bis sehr herausfordernd, auch das mag ich. Ich habe einige Strickbücher hier stehen, die sich mittlerweile für mich schlicht nicht mehr eignen, weil zu simple. Das wird bei diesem hier nicht passieren, es bleibt aktuell.

Ich bin wirklich begeistert. Das Buch hat mir so gut gefallen und es ist so viel mehr, als einfaches Anleitungsbuch. Das ist für mich das Standardwerk in Sachen Handschuhstricken.

Ich kann es wirklich jedem, von Anfänger bis Fortgeschrittenem, der sich mit dem Thema Handschuh stricken beschäftigt empfehlen.

Leon – 100 Suppen

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Es ist ja kein Geheimnis, dass ich die Leon Kochbücher sehr schätze und mag.

Vor einiger Zeit ist ein Neues herausgekommen und der Dumont Buchverlag hat Leon Hundert Suppen auf Deutsch veröffentlicht.

Es reiht sich gut in die bestehende Leon Serie ein und gefällt mir sehr gut.

Die Bindung ist hochwertig, die Optik gelungen bunt, ohne zu grell zu sein.

Die Einteilung ist diesmal in 8 Themenbereiche gegliedert.

Natürlich schnell

Seelentröster

Frisch & Fröhlich

Schicke Klassiker

Süsse Suppen

Knusprige Toppings und Grandiose Garnituren

Beilagen

Fond & Brühe

Gut fand ich diesnal den Symbolschlüssel der Gerichte, das bedeutet, dass man auf den ersten Blick erkennen kann, wenn etwas weizenfrei, glutenfrei, milchfrei, vegetarisch oder vegan ist. Schön, wenn ein Kochbuch hierauf Rücksicht nimmt und es gut erkennbar darstellt. Das mag ich.

Wie üblich bei Leon findet sich vorangestellt Wissenswertes zum Thema, hier also zu den Suppen.

Außerdem eine Art Einkaufsliste für die gut gefüllte Vorratskammer. Solche Listen sind ja meine heimliche Sucht, sowas liebe ich und die hier ist auch noch optisch ansprechend gestaltet.

Im Bereich natürlich und schnell findet sich alles was nicht lange dauert, also kurze Garzeiten hat und aus natürlichen Zutaten rasch gekocht ist. Sei es ein Chowder mit geräuchertem Schellfisch, Tom Yam, Kimchi oder Zucchinikräutersuppe. Die Zutatenliste fand ich hier und da ein wenig lang und auch durchaus anspruchsvoll. Kimchi oder Kaffirlimettenblätter gibt es bei uns im normalen Edeka leider nicht.

Beim Selentröster findet sich die Hühnersuppe, eine tolle Lauch-Kartoffel-Suppe, Gulaschsuppe, Ramen und vieles mehr. Das hat mir gefallen, hier wurde ich sehr oft fündig und der Klebezettel wurde häufig benutzt.

Frisch und Fröhlich beinhaltet vorallem kühle Suppen, Gazpacho, Brunnenkresse, Pho und Avocadocremesuppe. (Gott, war die Lecker!!!) Super gut. Wirklich!

Im Bereich Klassiker war ich eher überrascht. Topinambursuppe mit Oliven und Ziegenkäse, wäre für mich jetzt kein Klassiker, die Zwiebelsuppe hingegen schon, genauso wie Borschtsch und Bouillabaisse. Hier wurden die Zutatenlisten teilweise wirklich extren lang. Die für Bouillabaisse beinhaltet 28 Zutaten, klar schmeckt, ist aber auch extrem viel, was man verfügbar haben muß.

Die Süßen Suppen, fand ich dann schon wieder cooler.

Die eisgekühlte Kirschsuppe zum Beispiel hat mir sehr gefallen. Auch die Suppe aus Melone habe ich mir gemerkt.

Bei den Toppings geht es genauso kreativ weiter, ebenso bei den Beilagen und dann folgen klassisch die Fonds und Brühen.

Ich fand das wie immer sehr inspirierend und bin sehr froh, meine Suppenauswahl durch das Leon Buch 100Suppen bereichern zu können.

Ich habe die Minestrohne und einige weitere Suppen nachgekocht und ausprobiert. Uns hat alles sehr gut geschmeckt und die Zubereitung ist simple und einfach. Hier und da finde ich die Zutatenliste einfach ein wenig zu lang, aber das ist meine persönliche Ansicht.

Ich würde das Leon 100Suppen durchaus empfehlen, die Rezepte sind wirklich ausgefallen und sehr kreativ. Das mag ich.

Flipchart das Praxisbuch

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Schon vor einiger Zeit habe ich den mitp-Verlag bei Instagram entdeckt und ich muß zugeben, das, was die dort machen, gefällt mir sehr.

Schaut doch mal selbst rein: mitp-Verlag Instagram

Der Verlag ist ein Fachbuchverlag für IT, Business und Fotografie, zumindest beschreiben Sie sich selbst so. Ich habe dort unfassbar viele Bücher für uns Kreative gefunden und bin vom Angebot sehr angetan, das geht vom heute vorgestellten Buch zur Gestaltung von Flipcharts über Bücher zum Bullett Journaling, bis hin zu Ratgebern im Foto und IT Bereich.

Heute geht es aber um mein Flipchartbuch.

Flipchart – das Praxisbuch von Heike Haas

Ich war schon länger auf der Suche nach etwas, was mir Visualisierung bei Vorträgen erleichtert. Ich bin kein Freund vom Durchklicken von Powerpoint-Vorträgen und schätze es mehr, wenn ich gemeinsam mit meinem Publikum etwas erarbeite. Ich bin sicher kein Fachmann, was Visualisierung angeht, aber ich muß es hier und da anwenden und wollte mir dazu Tipps holen.

Das Buch ist broschiert und Papier und Druck von sehr guter Qualität, das finde ich bei Büchern, die sich mit grafischen Themen auseinandersetzen wichtig.Die Gestaltung paßt gut zum Thema und wirkt zwar etwas niedlich, aber nicht zu niedlich, so dass ich es noch ernst nehmen kann.

Das Buch ist gegliedert in 13 Abschnitte.

Flipchart aus der Asche – hier werden die Vorteile des Flipcharts beleuchtet und digitale und analoge Vortragstechniken gegenüber gestellt. Ich fühlte mich hier mit einer Einschätzung bestätigt, dass ein Flipchartvortrag sehr viel aktiver und interaktiver ist.

Material – hier wird sich sehr intensiv und gut mit dem benötigten Material auseinander gesetzt. Stifte, Papier und Helfer werden vorgestellt und gut erklärt, für mich war vorallem die Erklärung, wie man einen Keilstift (Edding mit schräger Spitze) einsetzt sehr erhellend, das zeigt einem sonst ja niemand, was man damit alles anstellen kann.

Text und Schrift – hier wird mit vielen Beispielen gezeigt, was gut ist und was nicht, woran man arbeiten kann und wie. Das fand ich sehr gut und hat mir Anregungen gegeben, wie ich meine Schrift auf dem Flipchart verbessere.

Textboxen, Pfeile & Bulletpoints – hier werden grafische Hilfsmittel erläutert. Mal was anderes als die üblichen Spiegelstriche, wirklich sehr gut und gelungen. Das hat mir Spaß gemacht. Auch der Einsatz von Pfeilen wird erläutert und es gibt Anregungen für Bulletpoints und ihre Gestaltung.

Farbe, Schatten & Effekte – hier war ich zögerlich. Ich bin beruflich ja schwer seriös und konservativ unterwegs, kommt es da gut an, wenn ich mit Farbe herumklecks, Schatten male oder Effekte verstärke. Vor einigen Tagen war ich auf einem Seminar, auf dem die Seminarleiterin genau das gemacht hat und was soll ich sagen, das war nicht albern, sondern kam richtig gut an. die Flipcharts wirkten viel lebendiger, als die einfarbig gestalteten, die man sonst so kennt. Hier wird viel erklärt und gezeigt und für mich war dieses Kapitel tatsächlich am Wichtigsten. Hier hab ich echt viel mitgenommen.

Piktogramme – hier gibt es zum einen viele Anregungen, wie man sein Flipchart mit einem Piktogramm besser gestaltet, zum anderen viele Arbeitshinweise und Übungen, wie man das Zeichnen dieser kleinen Bildchen verbessern kann. Auch das hat mir sehr geholfen und ich führe den Stift nun viel sicherer über das Papier.

Figuren und Tiere – Das ist ein kleiner Zeichenkurs, wie zeichnet man Männleins, die nicht albern und lächerlich aussehen, sondern verdeutlichen, was man ausdrücken will. Sehr ausführlich wird hier geschildert, wie man das angeht, was man wie zeichnen sollte und wie man gut vereinfachen kann, wenn man kein Zeichenkünstler ist. Anschließend bekam sogar ich ein schickes Männlein hin. Sehr gut.Super waren hier auch die einfachen grafischen Elemente, die gezeigt wurden, mit denen man wirklich schnell ein Tierchen aufs Papier bringt, das niedlich ist.

Aufbau & Struktur – das wurde nicht vergessen, denn auch bei einem Flipchart ist die Optik nicht alles, es will auch sinnvoll arrangiert und die Bildmodule gut verteilt sein, so dass allen Dingen der Platz eingeräumt wird, der ihnen gebührt. Dafür war ich echt dankbar, denn ich bin so ein Mensch, der sehr groß schreibend beginnt und bei dem die Schrift auf dem Flipchart dann immer kleiner wird, je enger der Platz wird. Dem gilt es entgegen zu gehen. Das wir hier wirklich simple erklärt und ist leicht zu erlernen.

Gute Visualisierung verlangt gute Abstraktion – In diesem Kapitel wurde am deutlichsten, wie gut das Buch ist, mit vielen eindrücklichen Metaphern, wie dem Schälen einer Zwiebel wurde hier beleuchtet, wie man seine Themen auf die wichtigen Kernpunkte eindampft und diese darstellt. Sehr gelungen!

Bildercodes knacken – Hier geht es darum Bilder zu finden, die sich abheben und dennoch zum Thema passen. Dazu gab es tolle Beispile, die leicht nachzuzeichnen sind und die ich in meine Vorträge mit einbauen würde.

Vorlagen gestalten – Nicht alle Flipcharts werden während der Besprechung erarbeitet, viele nutzt man auch zur Begrüßung oder kann sie bei wiederkehrenden Themen erneut verwenden. Hier werden Vorlagen vorgestellt, die man dazu nutzen kann und die leicht und simple zu zeichnen sind.

Visualisieren unter Zeitdruck – Das Kapitel war für mich sehr wichtig, ich nehme erneut an einem Auswahlverfahren teil, bei dem ich einen Vortrag halten muß. Vorbereitungszeit für den Vortrag 15 Minuten und ein Flipchart. Ich werde also wenig Zeit für Visualisierung haben und möchte trotzdem professionell und gut wirken. Hier gibt es Hinweise zur Rettung, wie man sich vorbereitet, wie man mit einem Verschreiber umgeht und was man tun kann, wenn das Bild total in die Hose geht. Danke! Ich denke, das kann ich einsetzen und es wird mir helfen. Letztes Mal, war ich mit meinen Flipcharts nicht so zufrieden.

Der kleine Humor möchte bitte am Ende des Buches abgeholt werden – Hier geht es vorallem um Emotionen, die man mit Flipcharts auslösen will und wie man das macht, Humor ist die eine Sache, Lachen ist gesund und warum sollte man bei einem Thema nicht auch lustige Bilder wählen? So prägt sich vieles besser ein. Fand ich nachvollziehbar und sehr gelungen.

Ich fühle mich tatsächlich jetzt gut vorbereitet und denke, dass ich mit etwas Übung sicherlich bessere und schönere Flipcharts gestalten werde. Sicher werde ich kein großer Künstler, aber ich habe viele Ideen und Anregungen zur Visualisierung bei Vorträgen erhalten. Das gefällt mir.

Auch die Sprache des Buches fand ich gut, der Leser wird immer wieder direkt angesprochen und ihm wird klar gezeigt, was wie getan werden kann, dabei handelt es sich immer um Möglichkeiten, nicht um Verbote oder Gebote. Dazu fand ich das Buch trotz des Sachbuchthemas wirklich unterhaltend. Ich würde mich sehr freuen von Heike Haas, der Autorin noch mehr in de Richtung zu lesen. Danke!