Rope Garn von Veronika Hug!

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Im Frickelcast Episode 32 haben Feierabendfrickeleien und ich schon über das Buch Rope Garn von Veronika Hug gesprochen.

Hier folgt nun zum einen mein Bericht zum Buch und zum anderen mein Bericht zum Einkaufsnetz Bonita aus dem Buch.

Das Buch heißt mit vollem Titel „ Rope-Garn “ Taschen und Wohndeko häkeln von Woolly Hugs und die Autorin Veronika Hug bewirbt darin ihr eigenes Garn, das Rope Garn.

Rope Garne sind Garne von fester und dicker Struktur, die in kordelartike anmuten und in der Regel recht schwer siund sich daher durch ihre Stabilität toll für Taschen oder Deko eignen.

Ich hatte das Rope Garn von Veronika nicht zur Hand, sondern habe aus dem Garn Phil Corde von Phildar gearbeitet, das ist nochmal deutlich kräftiger als die Garne von Veronika hat sich aber auch gut dafür geeignet.

Vorab, das Buch ist kein Kurs zum Häkeln lernen, es richtet sich an die Menschen, die bereits Häkeln können. Zwar findet sich im hinteren Teil ein kurzer Teil mit Erklärungen und Zeichnungen, zu den Grundtechniken, das ist aus meiner Sicht auch absolut ausreichend, aber ein kompletter Häkelneuling könnte sich hier schwer tun.

Zu Beginn des Buches werden die besonderen Eigenschaften des Ropegarn erklärt und der Umgang damit erläutert. Zum Beispiel, wie man den Endfaden sichert oder einen neuen Faden anknüpft. Das war hilfreich und sinnvoll.

Danach folgen 29 Muster von Veronika Hug designt. Vom simplen Beutel, über Utensilo Körbchen, bis hin zu einer schicken Clutch, einem Rucksack, Teppich und Sitzsack ist alles vorhanden.

Überwiegend natürlich Taschen und ich hätte mir tatsächlich noch ein wenig mehr Wohndeko im Buch gewünscht, da mir aber alle Muster wirklich gut gefallen und keines dabei ist, bei dem ich sagen würde, dass es mir gar nicht gefällt, ist das Meckern auf sehr hohem Niveau.

Ich habe das bei Büchern selten, meist finde ich 2-3 Muster, die ich nachmachen möchte, hier war ich wirklich von deutlich mehr Mustern angefixt. Letztlich habe ich mich dann entschieden das Einkaufsnetz Bonita für die Make Me Take Me Aktion der Initiative Handarbeit zu machen und das Garn von Phildar dafür zu verwenden.

Die Anleitungen im Buch sind alle sehr knapp, gut verständlich und übersichtlich gehalten. Die Bonita ist mir ohne Probleme von der Hand gegangen. Da mein Garn eine deutlich andere Lauflänge hat, habe ich jedoch statt 200 g Garn 400 g Rope Garn benötigt und hatte kein Garn mehr für die Henkel übrig. Hier habe ich dann improvisiert und mir Henkel bei Amazon bestellt, weil es schnell gehen sollte.

Die habe ich dann einfach in den oberen Netzrand eingehakt und damit ist die Tasche fertig.

Mir gefällt mein Einkaufsnetz und ich freue mich schon darauf, wem ich es auf dem Wollfestival in Düsseldorf wohl schenken werde.

Zu jedem Muster ist jeweils ein Bild vorhanden, die Dinge sind aber so gut fotografiert, dass man für mich alles Wissensnotwendige abgebildet hat.

Bei mir bleiben trotz der Kürze der Anleitung von Veronika Hug keine Fragen offen, es war alles klar und deutlich formuliert und ich hatte keine Verständnisprobleme. Ihr Anleitungsstil ist für mich wirklich super geeignet. Einfach und schnörkellos.

Ich habe diesmal wieder die Make Me Take Me Label gelocht und eingehäkelt, das geht sehr gut.

In verschiedenen Rezensionen wird das Buch und die Muster darin als langweilig beschrieben oder gar erwähnt, dass es die Muster kostenlos im Internet viel besser gäbe. Das kann ich tatsächlich eher nicht verstehen. Ich behaupte, in der Handarbeitsszene sehr aktiv zu sein, und die meisten der abgebildeten Muster und Taschen sind mir so noch nicht begegnet. Dass man im Jahr 2019 das Rad bei Mustern und Vorlagen nicht mehr komplett neu erfinden kann, sollte jedem klar sein, hier bekommt man 29 Muster zum Preis von 14,99 Euro, das finde ich mehr als in Ordnung. Mir hat das Buch wirklich überraschend gut gefallen und ich fand es innovativ und sehr modern.

Fakten

Strickmuster: Bonita von Veronika Hug 

Garnverbrauch:  400 g Phildar Phil Corde

Modifikationen: keine gehäkelten Henkel, sondern bei Amazon bestellte mit Karabinerhaken.

Größe: Einheitsgröße

Nadeln: Addi 7 mm Häkelnadel

Streifenliebe

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Im Frickelcast haben Feierabendfrickeleien und ich bereits über das Buch „Streifenliebe“ ausführlich gesprochen. Die Bloggerin Haafner Linssen hat ein Buch über Häkeldecken geschrieben. Gestreifte Häkeldecken um genau zu sein und ganz ehrlich, weder Decken noch Häkeln ist ja so wirklich unser Thema, trotzdem war ich begeistert.

Zunächst, das Buch ist im Stiebner Verlag erschienen und als Softcover erhältlich. Es bleibt gut aufgeschlagen liegen und ich finde die optische Gestaltung ansprechend.

Die Aufteilung ist in drei Teile gegliedert. Zunächst wären da die einzelnen Decken und Umrandungen. Die sehr ausführlich und gut verständlich vorgestellt werden.

Die Decken sind auf allen Bildern gut zu sehen und mir reichte die Bebilderung absolut aus, um mir einen Überblick zu verschaffen, ob mir die Decke gefällt oder nicht.

Zu Beginn gibt es eine Erläuterungsseite, die genau zeigt, wo man was bei den Erklärungen findet. Die für mich wichtigste Angabe ist wie immer der Schwierigkeitsgrad, die Angaben fand ich stimmig und nachvollziehbar. Auch die Häkelschrift und die ausgeschriebene Anleitung fand ich schlüssig.

Die Möglichkeit die Decken nochmal anders durch Umrandungen zu gestalten hat mir gefallen und bietet schöne Variationsmöglichkeiten.

Meine Lieblinge sind die Decken Istanbul, Oslo und Sankt Petersburg.

Im zweiten Teil gibt es kleinere Projekte, die mit den Mustern der Decken kombiniert und angepasst werden können. Zum Beispiel einen kleinen Teppich, ein Kissen oder einen Wandbehang.Die Teilchen fand ich ganz hübsch, hätte aber mehr Decken noch besser gefunden.

In Kapitel drei werden die Techniken erklärt und hier findet meine Begeisterung statt, das waren die einfachsten und besten Erklärungen, die ich zum Häkeln bisher gefunden habe. Die Grafiken sind so gut zu verstehen und so deutlich gezeichnet, das würde ich mir gerne in jedem Buch genau so wünschen.

Hier finden sich auch Erklärungen welches Garn man nehmen sollte und ein gutes Register, sowie eine sehr nette Danksagung.

Ich war hier wirklich hin und weg, noch nicht mal zwingend von den Designs, sondern einfach von den sehr klaren und guten Erläuterungen. Das war für mich prima und ist aus meiner Sicht auch absolut für Häkelanfänger geeignet.

Von mir eine ganz große Empfehlung für dieses herrlich unaufgeregte Buch mit feinen Mustern und tollem Ideen.

 

Punchneedle

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Das Punchneedlebuch von Kelly Wright aus dem Stiebner Verlag haben Feierabendfrickeleien und ich bereits im Frickelcast besprochen und heute folgen wie immer unsere Rezensionen auf dem Blog!

Passend zur Punchneedle hat Wiebke von Drinnen und Draußen übrigens im Rahmen unseres PaillettenPerlenPlunder Frickelalongs tolle Vorlagen gebastelt.

Schaut mal hier: KLICK!

Die Punchneedle oder auf deutsch Stanznadel ist das neue hippe IT DIY Gerät zum Sticken. Ich finde die Punchneedle total spannend und bin froh, dass ich nun eine Anleitung habe, wie mit ihr umzugehen ist.

Kelly Wright stellt zunächst die Punchneedle vor und erklärt die Unterschiede und Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Nadeln. Das fand ich sehr übersichtlich und Dank einer sehr hilfreichen Tabelle gut strukturiert.

Auch alle anderen Utensilien zum Stanznadeln werden vorgestellt, wie der Stoff und das mögliche Garn. Außerdem werden die Rahmen und verschiedenen Möglichkeiten vorgestellt, die Stanznadel zu nutzen.

In einem Abschnitt „Erste Schritte“ wird erklärt, wie man die Vorlagen überträgt, den Rahmen bespannt und den Stoff positioniert. Dann lernt man die Nadel einzufädeln, alles ist mit sehr guten Bildern ausgestattet und diese sind gut nummeriert, so dass man sie perfekt zuordnen kann. Aus meiner Sicht hätten die Bilder etwas größer sein können, man kann aber auch so alles noch gut erkennen.

In kleinen Tutorials wird dann gezeigt, wie man verschiedene Formen am besten stanztm das fand ich gut erklärt und konnte den Angaben hier folgen und hatte keine Probleme. Diese kleinen Übungen habe ich auch bereits gemacht und bin mit meinem Ergebnis recht zufrieden,.

Im weiteren wird erklärt, wie man den Hintergrund schön gestaltet und an die Motive anpaßt und die Schlaufenseite versäubert. Auch eine Erklärung zum Säumen der Ränder und vernähen von Fäden ist im Buch.

Im Abschnitt „Erste Projekte“ geht es dann um die ersten kompletten Projekte. Alle Projekte finde ich reizvoll, allerdings stört es mich, dass die Projekte nicht wirklich mit einem sichtbaren Schwierigkeitsgrad ausgestattet sind. Das hätte ich mir gewünscht, denn so war es etwas schwierig festzustellen, was sich wirklich als erstes Projekt eignet, den großen Teppich fand ich da irgendwie nicht so passend, weil zu groß.

Besonders gut gefallen hat mir der „Guten-Morgen-Bettvorleger“ und die sommerlichen Stuhlauflagen mit Wassermelone.

Feierabendfrickeleien fand das Sitzkissen nicht so prickelnd, während ich das Kissen und seine Armlehnen total gut fand und mir als Projekt, wenn ich es etwas besser kann vorgemerkt.

Es sind aber auch ganz kleine Projekte dabei, die sich gut zum Üben eignen.

Hinten im Buch liegt eine Vorlage für die Muster bei, die ist prima in einer stabilen Tasche untergebracht, gut lesbar und die Linien sind ausreichend dick, um gut durch den Stoff gesehen zu werden.

Das Buch hat mir gut gefallen und mir den Einstieg mit der Punchneedle vereinfacht. Ich hätte mir tatsächlich etwas größere Bilder gewünscht, ansonsten bin ich aber sehr glücklich und kam mit den Anleitungen gut klar.

Wer sich also zum ersten Mal mit der Punchneedle auseinandersetzen möchte, der findet hier Hilfestellung und Anleitung.

 

 

 

Der europäische Frühling – Kaspar Colling Nielsen

[Rezensionsexemplar – Werbung]

Ich hatte mich sehr auf „Der europäische Frühling“ von Kaspar Colling Nielsen gefreut und zunächst hielt diese Freude auch an. Denn das Buch ist in großen Teilen sprachlich total gut. Anspruchsvoll, gelungen und inspiriert.

In mehreren unterschiedlichen Erzählsträngen wird die Geschichte aufgebaut, die Figuren eingeführt und ihre Probleme, Lebensweisen und Einstellungen deutlich gemacht. Immer noch war ich gut unterhalten und zwar genau so lange, bis zum ersten Mal der pädophile Künstler Christian auftaucht. Beim ersten Mal, konnte ich über die vulgären Abschnitte mit ihm durchaus drüber lesen und fand es zwar eher weniger ansprechend und niveaulos, aber es ging. Leider taucht Christian mit seiner Neigung und der sexuellen Beziehung zu einer geistig eingeschränkten sehr jungen Frau dann immer wieder auf und zwar ohne, dass ich einen Sinn für das Fortkommen der Geschichte erkennen könnte oder einen Zusammenhang zu den anderen Erzählsträngen. Gut, da mich die vulgäre und sexualisierte Sprache hier wirklich störte, habe ich also Christians Parts weggelassen und weiter gelesen, hatte hier aber das Gefühl dann doch etwas zu verpassen, also wieder auch Christians Teile gelesen und eigentlich dauerhaft angewidert gewesen.

Bei Seite 245 wars mir dann genug. Auch so hielt das Buch nicht, was ich erwartet hatte, die Figuren drehten sich um ihre eigenen Universen, der Dystopiecharakter kommt nicht rüber, das Feeling ist nicht da, der Funke brennt nicht. Ich habe mich noch 3-4 weitere Seiten gequält und das Buch dann schweren Herzens abgebrochen. Sehr sehr Schade, hier ließ der Klappentext vermuten, dass das genau was für mich ist und normalerweise bin ich beim Lesen wirklich nicht prüde. Eine gut geschriebene Sexszene, weiß ich durchaus zu schätzen, auch vulgäre Sprache stört mich in der Regel nicht, die findet man ja durchaus auch bei Houllebecq, den ich sehr schätze, das hier war aber eine Schippe zu viel und ich hatte irgendwann das Gefühl, dass das pädophile Gedankengut hier der eigentliche Inhalt des Buches sein sollte und der Rest, der mich wirklich interessiert hätte, wie die Insel Lolland als Enklave der Glückseligkeit, nur schmückendes Beiwerk waren. Das möchte ich nicht lesen und dafür möchte ich auch meine Zeit nicht opfern.

Von mir also leider keine Empfehlung.

Der europäische Frühling von Kaspar Colling Nielsen ist im Heyne Hard Core Verlag erschienen.

Hello Overlock – Selmin von Tweed and Greet

[werbung- die Overlockmaschine und das Buch wurden mir als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt und der Beitrag enthält Amazon Affiliate Links. Was das ist, findest du hier. ]

Vor einigen Wochen ist hier bei mir ja meine Overlock eingezogen. Diese wurde mir freundlicherweise von Brother zur Verfügung gestellt und ist ein echter Luxusschlitten.

Damit ich diese wirklich teure Maschine nicht gleich kaputt mache, zerstöre oder gar zum Explodieren bringe, davor hatte ich wirklich Angst, vorallem weil im Internet immer die Rede davon ist, wie empfindlich diese Maschinen sind, habe ich mich vorbereitet. Sowas tue ich sonst nie. Ich lese oft nicht mal Gebrauchsanweisungen und bin der Typ „Ich probiere alles aus, irgendwas geht schon“.

Diesmal also nicht, diesmal habe ich die Gebrauchsanweisung der Brother Maschine gelesen und habe mir Fachliteratur besorgt, weil mein eigenes Fachwissen diesmal eben nicht ausreichte.

Das kleine Effchen hat mich freundlicherweise per Nachricht und mit ihrem Blogpost daran erinnert, dass das Buch „Hello Overlock“ von Selmin von Tweed and Greet hier noch schlummerte und ich hab es hervorkramt und mich erstmal schlau gemacht, was so eine Overlock denn überhaupt kann.

Hier findet ihr nun meine Rezension zum Buch „Hello Overlock“ und außerdem war Selmin so lieb und hat mir ein kleines Interview per Email beantwortet. Liebe Selmin, zum einen Danke für dein großartiges Buch, das mir die Scheu vor der Maschine genommen und mich wunderbar angeleitet hat und zum anderen für deine Zeit für das Interview.

Copyright tweed & greet

REZENSION HELLO OVERLOCK von SELMIN ERMIS-KROHS

Die Brother Overlock Maschine stand mehrere Wochen wartend auf meinem Nähtisch und ich schielte sie immer ein wenig skeptisch an. Beißt sie? Wird sie implodieren, wenn ich was falsch mache? Kann ich was falsch machen? Ist das wirklich so schwer, wie alle sagen? Jeder stöhnt über das Einfädeln, soll ich das wirklich jetzt versuchen? Ich bin also drumherum geschlichen und hab mich nicht getraut. Total blöde, wenn ich jetzt zurück denke, denn das Ganze war überhaupt nicht schwer. Die Maschine ist natürlich auch nicht implodiert und ja natürlich kann man viel falsch machen, aber wenn man seinen Kopf einschaltet und vorallem sich umfassend informiert, dann tut die Maschine genau, was sie soll.

Damit ich diese Erfahrung aber machen konnte, war ein wenig Mut nötig und den habe ich mir diesmal nicht angetrunken, sondern angelesen. Wenn mir etwas Unwohlsein verursacht, dann ist Information für mich immer der beste Weg, damit umzugehen. Wenn ich informiert bin, habe ich weniger Ängste und kann die Situation realistischer einschätzen.

In dem Fall hat mir das Buch von Selmin Ermis-Krohs geholfen. Das lag nämlich neben der Overlockmaschine und ich nahm es zur Hand, um eben zu lernen, was ich mit diesem kompliziert wirkenden Gerät überhaupt tun kann. Selmin stellt sich im Vorwort kurz vor und benennt genau meine Gefühle und Hoffnungen für die Overlock, das ließ mich schon mal aufatmen. Es sah also so aus, als wäre das genau das, was ich brauche. Jemand, der mich an die Hand nimmt und mir zeigt, was ich mit der Maschine tun kann, wie sie funktioniert und wie ich Probleme behebe.

Ich ließ mich also von Selmin an die Hand nehmen und marschierte tapfer mit ihr durch die Seiten von „Hello Overlock

Zunächst lernte ich den Unterschied zwischen Overlock und Nähmaschine kennen, denn obwohl ich hier die 4234D von Brother stehen hatte, war mir gar nicht so genau klar, was die denn nun eigentlich kann und was ich damit machen möchte. Im Buch wurde genau das anschaulich erklärt. Dann gab es Tipps zur Auswahl der passenden Maschine und die richtige Einrichtung des Nähplatzes. Das fand ich hilfreich, denn das Setup ist hier ein wenig anders, als wenn ich meine normale Haushaltsnähmaschine bediene.Selmin stellt außerdem eine Coverlock vor, das ist dann mein nächster Traum, den ich sicher umsetzen werde, wenn ich die Overlock beherrsche. Auch hier konnte ich endlich die Unterschiede und Möglichkeiten der Maschinen erfassen, weil sie sehr gut erklärt und klare und eindeutige Worte findet.

Nun hab ich das Glück, dass meine Maschine genau die ist, die Selmin auch bei „Hello Overlock“ nutzt und konnte daher eins zu eins abschauen und der Teil, in dem sie die Maschine vorstellt, war für mich super und eine tolle Erweiterung zur mitgelieferten Bedienungsanleitung. Anschließend wußte ich, wofür welches Rädchen ist und wo Greifer und Messer sind. Auch eine Aufstellung zu sinnvollem Material findet sich im Buch, vieles davon lag meiner Maschine bei, einiges werde ich mir noch nachkaufen. So liebäugle ich beispielsweise mit einem Kräuselfuß, Blindstich- oder einem Paspelfuß.

Im Buch werden außerdem Nadeln und Garne vorgestellt und genau erklärt, wann man welche Nadel nutzt und vorallem in welcher Stärke. Das fand ich sehr hilfreich und habe ich bisher noch nirgendwo so gut erklärt und zusammengefaßt gefunden.

Eine kleine Stoffkunde und Hinweise dazu, welche Stoffe sich zur Verarbeitung mit der Overlock eignen, findet sich ebenfalls.

Copyright Tweed & Greet

Anschließend stellt Selmin die verschiedenen Stiche der Overlock vor und erklärt sehr gut, welcher Stich wofür geeignet ist und zeigt außerdem auch Designnähte, wie Flachnahte.

Dann geht es ans Nähen, sie zeigt, wie man die Nadel einsetzt oder den Nähfuß tauscht und das Einfädeln, wovor ich besonderen Respekt hatte, wird ebenfalls gut bebildert dargestellt. Die Videoanleitung von Brother brauchte ich daher gar nicht mehr und meine Angst davor war total unnötig, das ist sehr einfach und dauert auch überhaupt nicht lange, sondern ist flott erledigt. Vorallem wenn man nur das Garn wechselt kann man mit der Methode des Anknotens wirklich schnell neu einfädeln und genau das wird ebenfalls erklärt.

Für mich hilfreich war auch das Verriegeln der Overlocknähte und das Sichern der Fadenraupe, da stellt sie drei Alternativen vor, von denen ich natürlich die für „Ungeduldige“ am Besten finde. Es wird gezeigt, wie man Ecken und Rundunen näht und wie man Stoff mit der Overlock rüschen kann. Zu allen wichtigen Fragen, wie Fadenspannung und Nähfußdruck finden sich ebenfalls gut bebilderte und leicht verständliche Erklärungen, mit denen ich als Overlockanfängerin überhaupt keine Probleme hatte und die mir wirklich geholfen haben.

Ich bin ja leider Königin darin, unkonzentriert Fehler beim Nähen zu machen und dann auftrennen zu müssen. Eine Overlocknaht auftrennen war für mich der Alptraum, aber auch dazu gibt es Tipps und (ich hab es ausprobiert) damit ging das wirklich ruckzuck. Auch Problemlösungen finden sich im Buch, zum Beispiel für das Reißén des Fadens, eine zusammengezogene Stoffkante oder eine unsaubere Stoffkante. Das ist prima und dient mir als Nachschlagewerk. Gleiches gilt für die richtige Wartung und Reinigung der Overlock.

Neben Grundlagentechniken finden sich außerdem 7 einfache Projekte für den Overlockanfänger, die die wichtigsten Techniken aufzeigen und näher bringen. Die Schnitte sind vom Schwierigkeitsgrad sehr leicht gehalten und steigern sich ein wenig,. Der Schnittmusterbogen liegt bei und ist sehr gut und stabil. Kleine Kritik an dieser Stelle ich hätte mir unterschiedliche Farben für unterschiedliche Größen oder bessere Unterschide in der Linienzeichnung gewünscht. Grundsätzlich kann man mit ihm aber sehr gut arbeiten und die Yoga Hose und das Shirt möchte ich auf jeden Fall noch umsetzen.

Am Ende war ich so gut informiert, dass ich sofort loslegen konnte. Ich hatte keine Angst mehr, etwas kaputt zu machen und weiß, worauf ich achten muß, um ein tolles Ergebnis zu bekommen.

Von mir also eine große Empfehlung für jeden, der sich und seine Näherei ins nächtse Level heben will, das hier bietet sehr gute Hilfestellungen und Erklärungen und nimmt die Scheu vor der teuren Maschine.

Copyright Tweed & Greet

INTERVIEW MIT SELMIN VON TWEED AND GREET:

Jetztkochtsie: Hallo Selmin, schön, dass du dir Zeit nimmst, mir ein kleines Interview zu geben!

Wenn man deinen Blog (so wie ich) schon länger verfolgt, konnte man dich bei deinem Weg von der Näh-Bloggerin hin zur Schnittmustererstellerin, Autorin und Shopinhaberin begleiten. Ich fand das sehr spannend und hab mich gefreut, dich beim Blogst Barcamp im letzten Jahr kennenzulernen. 

Vielleicht willst du dich, für die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen? 

Selmin: Liebe Janine, ich freue mich, dass ich hier sein darf! Ich bin Selmin, 38 Jahre und blogge seit 2012 auf meinem Blog Tweed & Greet über meine Geschichten aus dem Nähzimmer, zeige meine Nähprojekte, stelle inspirierende Schnittmuster vor und gebe Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene. Erst mit 32 Jahren hat mich der Nähvirus gepackt und das Nähen hat sich schon fast zu meiner Lebensphilosophie entwickelt. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht nähe, über’s Nähen nachdenke oder darüber spreche. Das Nähen hat mein Leben in kreative Bahnen gelenkt, an die ich vor einigen Jahren nicht im Ansatz gedacht hätte: Ich habe vergangenes Jahr mit „ Hello, Nähmaschine“ und „ Hello, Overlock“ zwei Nähbücher herausgebracht, publiziere regelmäßig Inspirations-Posts auf meinem Blog Tweed & Greet und arbeite als freiberufliche Online-Redakteurin und Content Creator für Unternehmen aus der Handarbeitsbranche. Im April 2018 habe ich zusammen mit Anja von Rapantinchen das Kölner Schnittmusterlabel Schnittduett gegründet, für alle Frauen, die gern lässige und feminine Mode nähen.

Jetztkochtsie: Du bist für mich eine der ersten Fundstellen, wenn ich ein Nähproblem habe, auf deiner Seite gibt es viele Tutorials und Hilfestellungen, seien es „Tipps für das Nähen mit Ringeln und Streifenstoff“ oder auch (für mich Zwerg ganz wichtig) „Beinlänge im Schnittmuster einer Hose verlängern und verkürzen“. Der erste Artikel von dir, den ich gelesen habe, war der zur Garnauswahl und er hat mir dabei geholfen, festzustellen warum mein Baumwollgarn kein so schönes Ergebnis lieferte. 

Du hilfst vielen Näherinnen in vielen Situationen weiter, aber wo oder von wem hast du das alles gelernt? 

Selmin: Ich habe im Oktober 2014, nach insgesamt 12-jährigem Angestelltenverhältnis, meinen festen Job gekündigt, um mich beruflich umzuorientieren. Das Jahr entwickelte sich zu einem kreativen Auszeitjahr. Während andere reisen, um sich selbst zu finden, habe ich meine Nähmaschine ausgepackt und so viel genäht, wie noch nie. Dabei besuchte ich auch ganz intensiv Näh- und Schnittkurse und beschäftigte mich ein ganzes Jahr lang mit meinem liebsten Hobby. In dieser Zeit sind über 30 Kleidungsstücke entstanden. In meinen Kursen konnte ich furchtlos viele Techniken ausprobieren und alle Fragen stellen, die mir auf der Seele brannten. Ich liebe es, mich in Themen hineinzufuchsen, bis ich sie beherrsche, auf dem Weg dorthin mache ich selbst manchmal auch viele Fehler, das gehört immer dazu. Es führt aber auch dazu, dass ich viele Knackpunkte kenne und benennen kann. Ich glaube, damit kann ich Anfängern auf Augenhöhe begegnen und ihnen unterstützend zur Seite stehen.

Jetztkochtsie: Gibt es Internetseiten oder Bücher, die du hilfreich findest und ebenfalls empfehlen möchtest? 

Selmin: Ich liebe die Blogs von Tilly & the Buttons und Closet Case Patterns, die viele hilfreiche Tipps rund ums Nähen geben und auch das Seamwork Magazine ist für mich eine inspirierende und hilfreiche Anlaufquelle. Supergern höre ich den Love to Sew Podcast aus Kanada, aus dem ich immer wieder viel Wissen und Nählust mitnehme . Vor kurzem habe ich außerdem auf meinem Blog meine Lieblingsbücher rund um das Thema Nähen veröffentlicht. Darüber hinaus finde ich das umfangreiche Buch „Fitting and Pattern Alteration“ von Liechty Rasband und Pottberg-Steineckert sehr hilfreich, wenn es um das Thema Schnittanpassung geht.

Jetztkochtsie: Deine Bilder finde ich immer sehr hilfreich und gut fotografiert, deine Texte frisch und informativ. Deine Blogposts wirken natürlich und fröhlich und man erfährt alle Details, die man als Näherin erkennen möchte. 

Wie entwickelt sich so eine Idee bei dir vom ersten Gedanken bis hin zum fertigen Blogpost? 

Selmin: Vielen lieben Dank für die netten Worte, das freut mich wirklich zu hören! Wenn ich für meinen Blog arbeite, entsteht und bleibt die Idee tatsächlich meist so lange in meinem Kopf, bis ich einfach loslege. Für meine eigenen Blogposts fertige ich meist keine Konzepte oder Ähnliches an. Mein Blog ist einfach inspirationsgetrieben, da kann ich mich nicht hinsetzen und beispielsweise Texte für einen Monat vorschreiben, später alle Fotos für einen Monat knipsen oder Schritt für Schritt Fotos. Das wäre zwar sehr effizient, aber es lässt meine Kreativität leiden. Das konnte ich noch nie. Da beginne ich lieber morgens mit einer Idee und arbeite mich einfach durch bis ich fertig bin. Bei Inspirationsposts mache ich oft erst die Fotos und setze dann die Texte dazu. Bei Tutorials beginne ich mit den Schritt-für-Schritt-Texten, mache dann die Fotos und bearbeite sie. Danach passe ich meist die Texte noch einmal an, denn oft kommt es auch vor, dass die Vorgehensweise wie ich sie im Kopf hatte, doch nicht so umsetzbar ist. Wenn der Post fertig ist, wird er auch schon veröffentlicht.

Jetztkochtsie: Zusammen mit Rapantinchen hast du ein gemeinsames Baby, das Schnittduett und ihr vertreibt eure Schnittmuster online. Sie zeichnen sich durch klare Linien und eine elegante Lässigkeit aus. Eure Muster gibt es als Download und Papierschnittmuster.

Welcher der Schnitte liegt dir besonders am Herzen und welchen würdest du mir als Overlock-Anfängerin empfehlen? 

Selmin: Ganz ehrlich? Ich mag eigentlich alle Schnitte gleich und ich habe viele unserer Schnitte mehrfach im Kleiderschrank  hängen und trage sie supergern. Allerdings muss ich sagen, dass ich gerade für unsere Hose Wrapped wohl die beste Kundin war, 7 Versionen habe ich zu Hause und eine Shortsfassung mit einem kleinen Patternhack ist auch schon geplant. Für Overlock Anfänger eignen sich alle Teile der Modular Collection sehr gut, da sie aus Stretch sind und bis auf den Saum, alle Nähte komplett mit der Overlock direkt zusammengenäht und versäubert werden können. Aber auch den Sweater Wrapped und das La Sole Jersey Cami, kann man als Overlock Anfänger gut meistern.

Jetztkochtsie: Ich habe vor einiger Zeit die Aktion 12 Colours of Handmade Fashion bei dir interessiert verfolgt, wird es so etwas nochmal geben? (Ich wäre sofort dabei!) 

Selmin: Oooh, die gibt’s schon! Im Januar habe ich die Aktion #12ausdemstoffregal ins Leben gerufen, um Nähbegeisterte beim Stoffabbau zu unterstützen oder die Community dazu zubringen, sich mit ihrem Stoffvorrat auseinander zu setzen. Jeden Monat, jeweils zum 1. verkünde ich ein neues Thema, bei dem man sich etwas aus seinem Stoffvorrat nähen oder einen zu diesem Thema passenden Post im Zusammenhang mit seinem Stoffvorrat verfassen kann. Dabei muss nicht unbedingt genäht werden, man kann einfach auch Tutorials oder Tipps zu dem Thema veröffentlichen, man kann etwas für sich oder andere nähen und es ist egal ob ein Kleidungsstück dabei entsteht oder etwas Nettes für die Wohnung. Alles ist ganz frei und entspannt, aber eben nach einem bestimmten monatlichen Thema. Die Ergebnisse werden am 27. eines Monats präsentiert und können auf meinem Blog verlinkt werden.

Jetztkochtsie: Deine Bücher „Hello Nähmaschine“ & „Hello Overlock“ bieten einen guten Einstieg in die Technik der Maschinen und darüber hinaus Hilfe bei der Fehlersuche, Nähtechniken und Nähprojekte für den Anfänger.

Was hat dich veranlasst die Bücher zu schreiben und wie bist du an diese neue Herausforderung ran gegangen? 

Selmin: Bei „ Hello Nähmaschine war mir wichtig, dass jeder, der sich das erste Mal an eine Nähmaschine setzt, das Gefühl hat, ich würde ihm über die Schulter gucken und alles Schritt-für-Schritt erklären. Ich wollte schöne Projekte, die inspirieren und auch für Erwachsene geeignet sind. Kleidungsstücke habe ich dabei bewusst weggelassen, damit sich Nähanfänger keine Sorgen um Passform oder Anpassungen machen müssen, sondern vielleicht auch einfach allein mit dem Buch und ihrer Nähmaschine loslegen können und direkt im Nähflow bleiben. Projekt für Projekt steigert sich der Schwierigkeitsgrad der Techniken, wie Säumen, Reißverschlüsse annähen oder Knopflöcher nähen, bis man am Ende tolle Nähprojekte in der Hand hält und voll motiviert ist, voller Elan sein erstes Kleidungsstück zu nähen. Bei „ Hello, Overlock“ war es der gleiche Anspruch. Wir schauen uns die Overlock Schritt für Schritt gemeinsam an, fädeln sie ein und ich stelle die wichtigsten Stiche und Techniken vor, die anhand von ersten Easy-Peasy-Projekten, lässigen Kleidungsstücken und praktischen Accessoires, ausprobiert werden können.

Jetztkochtsie:  Im Buch „Hello Overlock“ arbeitest du ebenfalls mit einer Brother 4234D, was für mich sehr praktisch ist. Ist das Buch aus deiner Sicht denn auch für Anfänger mit anderen Maschinen geeignet? 

Selmin: Ja, auf alle Fälle. Overlockmaschinen weichen zwar in ein paar Eigenschaften manchmal leicht voneinander ab, aber wie bei Nähmaschinen ist das Prinzip das gleiche. Es ist allerdings auch wichtig, dass man als Anfänger das Handbuch seiner Overlock vor sich hat, um wirklich alle Handgriffe kennenzulernen.

Jetztkochtsie: Die Brother 4234D ist ja nicht soooo ein Schnäppchen, welche Overlock Maschine würdest du empfehlen, wenn jemand ein kleineres Budget hat? 

Selmin: Das niedrigere Modell der o.g. Brother die Brother 3034D habe ich ebenfalls zu Hause und nähe damit sehr gern. Es ist eine sehr komfortable Maschine und aus meiner Sicht steht sie ihrem großen Bruder in nichts nach.

Jetztkochtsie: Und zum Schluss: was rätst du jemandem, der seit Jahren mit seiner Haushaltsnähmaschine näht und sich fragt, ob er eine Overlock wirklich braucht?

Selmin: Ich selbst habe erst nach vier Jahren intensiven Nähens mit der Nähmaschine meine erste Overlock gekauft. Bis dahin hatte ich sie eigentlich auch nicht vermisst. Allerdings habe ich sehr schnell gemerkt, dass das Nähen mit der Overlock tatsächlich Nähen auf einem neuen Niveau ist. Die Nähzeit verkürzt sich enorm, ich war ganz baff, wie schnell ich mit einer Bahn fertig bin! Und die versäuberten Kanten geben den Kleidungsstücken natürlich eine ganz andere Hochwertigkeit. Für mich heißt dies, nie wieder ohne Overlock! Sie ersetzt meine Nähmaschine zwar nicht aber beide zusammen sind das perfekte Team in meinem Nähzimmer.

Jetztkochtsie: Herzlichen Dank für deine Zeit. Viel Erfolg weiterhin oder möchtest du sonst noch etwas sagen? Gibt es vielleicht Pläne oder weitere Bücher, auf die wir uns freuen können? 

Selmin: Ich freue mich, dass Du mich gefragt hast und wünsche Dir noch viel viel Spaß beim Ausprobieren Deiner neuen Overlock! Momentan habe ich eine Bücherpause eingelegt und freue mich, dadurch wieder mehr Zeit für meinen Blog zu haben und ganz viel Konzentration auf unser Label Schnittduett und andere kreative Projekte zu legen. Da kann man sich sicherlich auf ein paar Überraschungen im Laufe des Jahres freuen!

 

Ich hoffe, ihr fandet das Interview mit Selmin ebenso informativ und spannend, wie ich. Schreibt mir gerne, ob euch das gefallen hat und ob ich in Zukunft bei Buchvorstellungen häufiger versuchen soll, ein Interview mit dem Autor oder der Autorin zu führen.

(Das geht natürlich nicht immer, aber so ab und an finde ich das wirklich ganz gut.)

Euch jetzt erstmal viel Spaß beim Nähen, Frickeln Handarbeiten und noch einen schönen Freitag!