Zauberhafte Quilt- und Patchworkideen von Constanze Derham

Heute findet ihr beim Frickelcast den Frickeltalk von Feierabendfrickeleien und mir mit Constanze Derham, (Amazon Affiliate Link) die ihr alle vermutlich eher von ihrem Blog Nahtzugabe kennt.

Constanze talkt mit uns zum Thema Bloggen, stricken und zu ihrem neuen Buch „Zauberhafte Quilt- und Patchworkideen“ (Amazon Affiliate Link) , das im BuchVerlag für die Frau erschienen ist.

Der Buch Verlag für die Frau war mir vorher nicht bekannt, bietet aber eine breite Palette an Kochbüchern, Handarbeitsbüchern und auch Dingen zur Kulturgeschichte und Literarisches. Da kann man ruhig mal reinschauen.

(Amazon Affiliate Link)

Wir kennen Constanze vom Nähbloggertreffen in Köln und haben uns sehr gefreut, dass sie uns im Frickelcast Rede und Antwort stand, aber natürlich auch, dass wir jede eines ihrer Bücher rezensieren dürfen und das tun wir heute.

Feierabendfrickeleiens Rezension findet ihr hier: Klick!

Und hier ist meine Meinung.

Das Buch hat ein schönes Format und mir gefällt vorallem sehr gut, dass es aufgeschlagen liegen bleibt, so kann man es beim Nähen neben die Maschine legen und es blättert sich nicht weiter und man muß es auch nicht mit Nähgewichten beschweren.

Die Bilder hier im Beitrag hat uns Constanze übrigens zur Verfügung gestellt und während ihres Umzugs mal eben schnell in ihrer Wohnung gemacht, sie sind also extra für unsere Blogbeiträge gefertigt worden. Danke Constanze dafür!!

Das Buch ist kein reines Anleitungs- und Erklärbuch, wenn sich natürlich auch viele Anleitungen zum Quilten und Patchworken darin befinden.

Es ist aufgeteilt in die Bereiche Materialien, Werkzeuge, Grundlegende Techniken und dann den Teil Quilts, in dem die Muster und verschiedenen Arten zu Nähen, die verschiedenen Stile und kulturellen Besonderheiten vorgestellt werden.

Ich bin ja wirklich nicht der Quilt- oder Patchworknäher, dazu fehlt es mir an Geduld, aber hier habe ich viele Ideen und Anregungen gefunden und ein Pattern hat es mir so angetan, das werde ich definitiv nachnähen.

Aber eins nach dem Anderen.

Materialien:

Hier geht es zunächst um Stoffe, welche eigenen sich, welche nicht, welche nutzt man traditionell, welche sind nicht so verbreitet. Wichtigste Voraussetzung, sie dürfen nicht elastisch sein. Hier wird auch genau erläutert, welche Stoffe welche Vorzüge aufweisen und warum sich welche Stoffe nicht so gut eignen, das hat mir gefallen, da ich ja oft zu unkonventionellen Umsetzungen neige, kann ich hier dann nachlesen, ob meine Idee funktionieren wird, oder nicht.

Auf die Wattierung und Garne zum Nähen wir ebenfalls eingegangen, gerade bei den Garnen gibt es Informationen, die mir als Nähanfängerin noch nicht bekannt waren. Das war sehr informatiov und gut erklärt. Constanze schreibt dabei jedoch locker leicht und angenehm zu lesen, ich fühlte mich hier nicht belehrt, sondern angenehm weitergebildet, das gelingt nicht jedem Autoren.

Werkzeuge:

Hier stellt sie Rollschneider und Schneidematte vor, weist auf Lineale und Nadeln hin und gibt auch Informationen zum genutzten Nähmaschinenfüßchen. Außerdem stellt sie einige praktische Helfer vor, ohne dabei aber zu viel Schnickschnack zu empfehlen, den kein Mensch braucht. Das finde ich gut, außerdem hält sie sich hier allgemein und nutzt es nicht als Werbeplattform, auch das hat mir gefallen.

Techniken:

Hier geht es zunächst um die Vereinfachung des Zuschnitts zum Patchworken und Quilten und das war für mich sehr interessant, denn das Zuschneiden und die Notwendigkeit hier sehr exakt zu arbeiten hat mich beislang immer davon abgehalten, es mal zu probieren. Mit den Hinweisen hier traue ich mich aber vermutlich doch bald heran.

Auch das Nähen wird erläutert und Hinweise zur Vereinfachung gegeben. Selbst auf das Bügeln bezieht sie sich und dann wird natürlich das Quilten erläutert. Mir war bisher nie wirklich klar, was das überhaupt ist, daher ist die Erklärung, das Quilten die Verbindung der Vorderseite mit einer Wärmenden Zwischenlage und einer Rückseite ein Quilt ist, für mich wichtig. Erfahrene Näherinnern werden hier vielleicht denken, das weiß ich doch, aber für mich war das endlich mal eine Erklärung mit der ich etwas anfangen konnte. Sehr umfangreich und mit vielen vielen Bildern stellt sie hier dann die verschiedensten Techniken des Quiltens vor und das sind wirklich viele Möglichkeiten, die alle einen anderen Effekt oder einen anderen Nutzen haben.

Natürlich stellt sie dann auch verschiedenste Möglichkeiten zur Einfassung des Randes vor. Hier fand ich die Bilder sehr hilfreich, da ich mich bei solchen kleinen Frickelarbeiten echt schwer tue, hat mir das sehr viel erleichtert. Und hier taucht auch mein Lieblingspattern zum ersten mal auf. Die Wassermelonen. Die gefallen mir so gut, dass ich meine Scheu vor dem Patchworken überwinden werde und das auf jeden Fall probieren muß.

Die Quilts:

Hier geht es los mit dem Log Cabin Muster, etwas das mir auch vom Stricken bekannt war. Ein Log Cabin Blanket will ich eigentlich immer schon nähen. Hier bringt die Autorin dann verschiedene Beispiele, wie das Muster eingesetzt werden kann, zum einen mit einer Geknoteten Blockhausdecke, die mir wirklich gut gefällt und bei der ich nicht wissen möchte, wie viel Arbeit darin steckt. HAMMER!

Bei jedem Muster gibt es übrigens erstmal in einem kleinen Kasten die Materialübersicht. Die Angaben sind hier sehr genau und erscheinen mir passend. Es werden benötigte  Materialien und Werkzeuge angegeben.

Anschließend folgt die sehr ausführliche und bebilderte Anleitung, in der man zusätzlich Tipps zur Vereinfachung oder besseren Umsetzung findet.

Die Arbeitsschritte sind alle nummeriert und die Bilder ebenfalls, so dass man genau erkennen kann, welches Bild, welchen Arbeitsschritt zeigt. Das hat mir gut gefallen und so kommt man nicht durcheinander.

Das nächste Muster ist mein Liebling, das Melonentischset. Die Melonen sind der Hammer, das sieht super aus und ein Tischset ist auch ein überschaubarer Arbeitsaufwand für einen ersten Patchworkversuch, finde ich. Mal sehen, wann ich Zeit finde, die Nachzunähen.

Dann kommen Muster aus gleichen Teilen mit Irish Chain und Zickzack, ein Kissen, das für mich extrem gut aber auch sehr aufwändig aussieht, das ist kleines Minimini-Nähen, ich bewundere jeden der da die Geduld zu hat, ich würde ausrasten.

Die Decke im Zickzackmuster ist dann schon eher wieder mein Fall, das sind große Flächen, das sieht sehr clean und modern aus und gefällt mir sehr. Sollten meine Melonentischsets mich nicht an den Rand des Patchworkwahnsinns bringen, wäre das mein zweites Projekt, als Läufer übers Bett oder zum Kuscheln auf dem Sofa.

Neben der Nähanleitung findet sich hier auch immer ein kurzer Text zur kulturellen Herkunft und Geschichte der jeweiligen Muster, das fand ich sehr spannend und interessant, wie unterschiedlich sich die Techniken entwickelt haben.

Auch die Bargello Tischsets finde ich da spannend. Hierbei geht es vorallem um die Schneidetechnik und das Ergebnis sieht toll aus.

Bei den traditionellen Blockmustern findet sich dann die Windmühlendecke, die Windmühlenmuster habe ich immer vor Augen, wenn jemand Patchwork erwähnt, das ist für mich das Urpatchwork, auch wenn das wohl nicht stimmt und nur in meinem Kopf so verknüpft ist. Die Beispiele von Constanze sind übrigens farblich zwar bunt aber nicht zu bunt, sie greift zu Mustern und Farben, die sich gut fotografieren lassen und bei denen man die einzelnen Schritte auf den Bildern gut erkennen kann.

Natürlich gehört hierzu auch das nächste Muster, nämlich eine Weihnachtssterndecke, hier wird genau beschrieben, wie man was zusammen setzen muß, um den gewünschten Weihnachtsstern zu erhalten und die fertige Decke gefällt mir ebenfalls sehr gut, aufgrund der Stoffwahl, wirkt das sehr modern und gar nicht so kitschig, wie ich diese Decken sonst von Weihnachtsmärkten und co kenne. Danke für die Anregung und den klaren Hinweis, wie viel die Stoffauswahl hier ausmachen kann.

Natürlich kann man diese Art des Patchworkens auch im kleinen Maßstab machen. Beim Kissenbezug mit dem großen Stern zeigt sie das übrigens und eigentlich kann man ja jedes Patchworkmuster auf die Größe zurecht basteln, die man gerne hätte.

Ihre Anleitungen kann man also auch Anregungen verstehen,. bzw. als Techniknachschlagewerk.So auch bei der Babydecke mit Album Blöcken. Die meisten der Muster sind ja eckig und kantig und sehr geometrisch, aber auch runde Teile können gepatchworkt werden, so zum Beispiel der Drunkards Path, ein Kissen mit runden Teilen. hier wird dann auch der Zuschnitt und die Anfertigung einer Schablone erklärt. Außerdem beschreibt sie ausführlich und auch für mich verständlich, wie man schöne Rundungen mit der Nähmaschine hinbekommt.

Neben Kissen und Decken gibt es auch eine Anleitung für hübsche Motive, die man dann auf Taschen, Kleidung oder Ähnliches applizieren kann.

Japanisches und koreanisches Patchwork sowie amish Quilten wird ebenfalls beschrieben und der wunderschöne japanische Tischläufer gefällt mir sehr gut. Er hat ein Handquilting, dass ebenfalls gut erläutert wird, mir aber deutlich zu viel Arbeit und Aufwand ist. Sieht aber sehr grandios aus.

Ihr lest heraus, ich bin wirklich begeistert und zwar nicht nur, weil ich Constanze schätze, sondern eben auch, weil ich mit Patchworken bisher wirklich nicht viel anfangen konnte und ihr Buch mir aber die Scheu genommen hat, mich damit auseinander zu setzen und mir vermittelt hat, das ist keine Hexerei, das kann ich auch, vielleicht nicht direkt beim ersten Mal komplett gerade und perfekt, aber ein paar Melonen kann ich bestimmt nähen.

Danke für den schönen Einblick in eine mir bislang fremde Technik und vorallem für so viele Informationen rund um das Patchworken, die einem mitgeliefert werden.

 

Weitere Bücher von Constanze Derham: (Amazon Affiliate Link)


 

Steingärten und Trockenmauern

Bei dem Blogtitel dachtet ihr bestimmt, was ist denn mit ihr passiert? Noch ein neues Hobby? Jetzt wird gegärtnert? Nö, garantiert nicht, alles rund ums Haus, abgesehen von unserer Rose im Weinfass ist ganz klar Männerjob, da mach ich mir die zarten Fingerchen nicht schmutzig.

Aber wir haben eine Trockenmauer, welche aus welchen Gründen auch immer von einer Horde Spinnen befallen und besetzt wurde und die würde ich mir gerne zurück erobern und dem Mann ist es komplett egal, ob wir da eine Horde von Winkelspinnen direkt vor der Kellertür haben, im Gegenteil, der tut nicht nur nichts, gegen die Biester, ich glaube, der füttert die auch noch und hält sie als Haustiere.

Aus dem Grund habe ich mir Steingärten und Trockenmauern (Amazon Affiliate Link) genauer angesehen.

Nun gut, diese Mauer muß spinnen frei werden und da erhoffte ich mir Hilfe von dem im Kosmosverlag erschienen Buch zum Thema Steingärten und Trockenmauern. Denn wie ich die Spinne los werde, weiß ich. Der Hochdruckreiniger ist mein bester Freund, allerdings will ich die Ritzen ja irgendwie so kriegen und vielleicht sonst was mit der Mauer anstellen und da kommt das Buch ins Spiel.

Das Buch ist ein Kosmos Plus Buch, das heißt, man kauft nicht nur das Buch, sondern erhält über das Buch auch Zugriff auf eine App, die man kostenlos im Appstore erwerben kann. Dann kann man sich weitergehende Informationen durch die Eingabe von auf den Seiten des Buches hinterlegte Zahlencodes herunterladen. Hab ich gemacht, hat funktioniert, war sehr leicht und praktisch.

Das Buch startet mit einem bebilderten Inhaltsverzeichnis, was ich als Garten und Mauernlaie ziemlich gut fand, da ich so direkt ein Bild vor Augen hatte, was hier gemeint ist.

Das Buch ist gegliedert in die Abschnitte Inspiration, Praxis und Porträts.

Im ersten Abschnitt Inspiration geht es darum sich Ideen zu holen und Anregungen für die Gestaltung zu finden.

Im Teil „Berge“ holt man sich Inspiration aus der Natur. die Berge bieten ein gutes Vorbild für Steingärten, da hätte ich mir noch ein paar mehr Bilder erhofft, die zwei Seiten waren ein bißchen wenig, wenn auch durchaus ausreichend, für einen ersten Überblick.

Bei Vielfalt Steingarten geht es um die Möglichkeiten, geht man in verschiedene Etagen, baut man auf der Ebene, gestaltet man Heidegärten oder gestaltet Uferzonen am Teich.

Dann wird Bezug auf die Tiere im Steingarten genommen, also genau mein Thema, leider eher in die Richtung, dass man die Spinnenbiester und ihre kunstvollen Netze auch noch fördert und sich über ihre Anwesenheit freut, weil sie die Schädlinge von den Pflanzen fern halten. Grundsätzlich bin ich ja ein Freund von Siedlungshilfen für Insekten, aber die Spinnenbiester haben mich gezankt. Hier finden sich aber auch Hinweise für die Förderung von Kröten und Igeln. Leider alles wirklich nur sehr kurz angerissen, da hätte es ruhig ein bißchen mehr sein dürfen.

Die Wassergärten haben mir dann wieder sehr gut gefallen, allerdings kann ich argumentieren, wie ich will, einen Teich werden wir wohl leider nicht bekommen. Da ist der Mann eisern. Leider. Allerdings bekomme ich ihn vielleicht von einem Trog oder ähnlichem mit Wasserpumpe überzeugt, mal sehen.

Im Praxisteil wurde es dann für mich interessant. Viel planen muß ich ja nicht mehr, denn unsere Trockenmauer steht ja schon und ich muß gucken, was ich aus den vorhandenen Gegebenheiten zaubere. Trotzdem habe ich hier natürlich gelesen, wie man das Ganze am Besten angeht, welche Standorte gut sind und welche Geräte ich benötige, so wie andere planungsrelevante Dinge, werden hier gut erläutert.

Auch die Wahl der Steine wird hier zum Thema gemacht, dafür ist es bei uns aber nun mal zu spät, trotzdem fand ich es interessant die verschiedenen Vorzüge von Granit, Gneis, Sandstein oder Dolomit, Muschelkalk und co zu lesen.

Richtig interessant wurde es dann beim Thema Bepflanzung des Steingartens, hier habe ich mir viele Tipps rausgenommen, wie plfanze ich auf Stein, was sind Polsterpflanzen, welche Mauerblümchen packe ich wo hin.

Auch wie man eine Trockenmauer baut, wird hier erläutert, das fand ich gut erklärt und genau so haben wir das auch gemacht. Hier fand ich dann auch Anhaltspunkte, was ich mit den Fugen und Ritzen anstellen kann und auch das Thema Pflege der Pflanzen im Steingarten wurde hier sehr ausführlich angesprochen.

Schön fand ich hier den zeitlich gegliederten Abschnitt, so dass ich genau nachlesen kann, wann ich was zu tun habe. Sowas mag ich.

Beim Thema Krankheiten und Schädlinge war ich dann wieder ganz Ohr, dummerweise erkennt offenbar niemand die Gefährlichkeit von einer Armee Spinnen vor der Kellertür in der Trockenmauer, denn diese werden nur als Nützlinge erwähnt.

In einem kurzen Abschnitt, der auf Kinder ausgerichtet ist, wird dann erläutert wie man eine kleinen Steingarten in einer Pflanzschale anlegt, das war nett gemacht und werde ich sicherlich mit den Neffen und der Nichte nachbasteln, wenn sie etwas älter sind.

Im letzten Abschnitt „Porträts“ finden sich die Pflanzen, die sich für Steingarten und Trockenmauer eignen. Kurz vorgestellt und erläutert, mit den wichtigesten Infos, das fand ich gut, so konnte ich mir überlegen, womit ich die Spinnenhöhlen demnächste bepflanze, in der Hoffnung, dass die Biester umziehen.

In einem ausführlichen Register findet man alle Schlagwörter wieder.

Ich war vom Buch und der App (die sehr gut funktioniert) recht angetan, zwar konnte man mir mit meinem Spinneproblem nicht helfen, aber die Trockenmauer wird jetzt erstmal aufgehübscht und vielleicht siedeln die 8beinigen Biester dann von alleine in düstere Gefilde.

Von mir ein klarer Daumen nach oben für alle, die ihrem Steingarten etwas mehr Pflanze verleihen wollen und nicht so recht wissen, wie das geht, ist das hier auf jeden Fall das richtige Buch.

Wenn ihr gerne gärtnert oder Gartenbücher sucht, schaut mal beim Hauptstadtgarten vorbei, das lohnt sich. Da gab es vor einiger Zeit eine schicke Blogparade und auch so immer tolle Ideen und Informationen!

Frauen & Macht – Mary Beard

Nun, bis vor wenigen Woche lebte ich aufgrund meiner Erfahrungen, meines Lebens und der Erziehung meiner Eltern und der Reaktionen meiner Umwelt in der trügerischen Sicherheit, dass mein Geschlecht eigentlich nie eine Rolle spielt und dass ich sein kann, was ich will, werden kann was ich will und machen kann was ich will.

Kein Ziel zu hoch, kein Weg zu weit.

Ich habe in meinem bisher 36jährigem Leben nie erlebt, dass mein Geschlecht mich begrenzt, dass ich (abgesehen vom „im Stehen pinkeln“) etwas nicht tun könnte, was ein Mann tun kann.

Ich bin als kleines Mädchen BMX gefahren, hatte ein eigenes GoKart, meine beiden älteren Brüder haben mich mitgeschleift zum Fußball und Boxen. Ich bin geritten, wie der Wind und zwar nicht nur die Mädchenreiterei mit Schleifchen in Ponyhaare flechten, sondern richtig geritten, mit Rennen über Stoppelfelder, runterfallen aufstehen, weiter reiten.

Als junge Frau habe ich natürlich all die unschönen Erfahrungen gemacht, die zum Frau werden auch in unserer heutigen Gesellschaft noch dazu gehören, von unpassenden Bemerkungen älterer Männer bis zu tatsächlicher sexueller Gewalt war da alles dabei, das habe ich aber tatsächlich immer auf mich persönlich bezogen und bin überraschend gut damit klar gekommen, nie habe ich dies als generelles Problem aller Frauen und tatsächliches Problem der Gesellschaft angesehen. Es war meine Geschichte, nicht die aller Frauen. Ich hatte einfach Pech, falsche Männer, falsche Momente, falscher Ort. Zumindest war das bisher meine Erklärung dafür.

Dann ergriff ich einen Beruf, der damals in den 90ern tatsächlich immer noch recht männlich dominiert war und in den nur langsam Frauen strömten. Jetzt sind wir zumindest in den Großstädten gut auf 50/50 aufgeteilt und ich war recht stolz darauf, dass ich meinen Weg gegangen bin, obwohl ich kleiner und leichter als 99% meiner Kollegen bin und das obwohl Kraft, Gewalt und Körperlichkeit in meinem Beruf durchaus eine Rolle spielt. Nie bin ich an Grenzen gestoßen, die mir durch mein Geschlecht gesetzt worden wären. Im Gegenteil, Frauenförderung und Frauenquote spielen bei uns eine große Rolle und ich fand es tatsächlich nie sonderlich gut, aus diesen Gründen gefördert zu werden, da es mir nicht nötig erschien. Ich wollte anerkannt sein, ich wollte auf meinem Posten sitzen, weil ich ihn ausfüllen kann und nicht weil ich Brüste habe und man gerade wen braucht, der mit den Dingern austestattet ist und nett lächelt. Daher war bis vor wenigen Monaten Feminismus für mich wirklich kein Thema, das mich in irgendeiner Form angesprochen oder beschäftigt hätte.

Nun ist es aber so, dass ich mich mit den Zielen, die ich bisher sehr gut erreicht habe, nicht zufrieden geben möchte, ich möchte etwas weiter gehen, etwas mehr bewegen, etwas mehr erreichen und plötzlich tauchen da Sprüche und Gespräche auf, die ich bisher nicht wahrgenommen habe, die ich nicht führen mußte. Aufeinmal ist mein Geschlecht doch ein Thema und es scheint wichtig zu sein, wie ich meine Familie organisieren möchte, wenn ich weiter voran gehe, oder ob ich mental den Belastungen gewachsen bin. Kollegen fragen, warum ich mir den Streß antun möchte, ich könnte doch auch Teilzeit arbeiten und vom Gehalt meines Mannes gut leben. Auch meine gewünschte Kinderlosigkeit spielt plötzlich wieder eine Rolle, hatte ich doch gehofft, dass sich die Gespräche, über die Gebärfunktion der Frau und meiner tickenden inneren Uhr bei Erreichen eines gewissen Alters erledigt haben würden. Aber Fehlanzeige… da sind sie wieder.

Diese Erfahrungen in den letzten Wochen haben mich anfangs nur leicht irritiert, irgendwann dann massiv geärgert und mittlerweile gehen sie mir wirklich auf den Wecker. Ich begreife sie nicht, weil ich dies bis vor Kurzem eben nie in der Form wahr genommen habe. Es scheint also so zu sein, dass Frauen mittlerweile durchaus auch in Männerberufen arbeiten dürfen, dass sie Führungsaufgaben übernehmen dürfen, dass es aber offenbar immer noch nicht gänzlich normal ist, wenn sie wirkliche Positionen mit einer gewissen Macht anstreben. Selbst Männer, die ich für sehr aufgeklärt, aufgeschlossen und tatsächlich sogar feministischer als mich halte, haben mir ihre Bedenken dargelegt, nicht im Zweifel an meinen Fähigkeiten, sondern im Zweifel, ob ich mich diesem Druck wirklich aussetzen sollte, der auf mir als Frau in einer solchen Position anders lasten würde.

Ein gutes Beispiel fand da vor Kurzem statt, Dr. Lesmeister, leitet seit kurzem den Bereich Polizei im Innenministerium in NRW. Sie war vor ihrem Jurastudium Polizeibeamtin und hat eine durchaus eindrucksvolle Vita, ich gestehe, ich hätte sie auch als Innenministerin durchaus gut gefunden. Nun hat sie einige nicht ganz unumstrittene Entscheidungen getroffen und in der öffentlichen Diskussion der sozialen Medien fand man dazu leider wenig Sachliches. Anstatt auf der Sachebene zu diskutieren wurde ihr die Fähigkeit und Eignung, sowie das Fachwissen für ihren Job abgesprochen, dabei spricht und entscheidet sie über Dinge, die sie eben aus ihrem eigenen Leben und ihrem Erfahrungsschatz sehr gut kennt, es reichte jedoch, folgte man so manchem Kommentar im Internet, einfach nur blond, weiblich, jung und gutaussehend zu sein, um jegliche Fachkenntnis abgesprochen zu bekommen. Ehrlich, ich fand diese Diskussionen ermüdend und furchtbar rückständig. Wie sich da mancher Mann aufspielte, war schlicht lächerlich.

Diese Diskussionen, meine eigenen Erfahrungen und eben meine nun etwas wacheren Augen auf die Geschehnisse mit Frauen in Machtpositionen um mich herum, haben in mir aber den Wunsch ausgelöst, diese Mechanismen und Überlegungen zu verstehen und zu begreifen und mein Stapel ungelesener Bücher wuchs um feministische Literatur deutlich an.

Das erste Buch, dieser Art, das ich nun gelesen habe war „Frauen & Macht“ von Mary Beard. (Amazon-Affiliate-Link)

Das Buch gibt zwei Ihrer Vorträge wieder, den Sie ( Historikerin und Professorin in Cambridge ) 2014 bzw. 2017 gehalten hat. Sie nimmt dabei Bezug auf damals aktuelle politische Ereignisse, zieht Beispiele heran und belegt an historischen Details, wie das Frauenbild der Antike unser heutiges Dasein immer noch beeinflußt. Auf den ersten Seiten war ich ein wenig gelangweilt und wollte eher nicht lesen, wie sie Beispiele aus Homers Odyssee hervorkramt und mit heutigen Frauen vergleicht, das erschien mir zu theoretisch, zu konstruiert. Dennoch habe ich mich auf ihre Wort eingelassen und mußte nach wenigen Seiten feststellen, die Frau hat leider Recht. Sie bringt Beispiel, die aufzeigen, dass wir Frauen natürlich viel erreicht haben in der Gesellschaft, dass wir Stimmen haben, die gehört werden, dass es aber leider immer noch so ist, dass Männer in Anzügen und mit kahlen Schädeln die Entscheidungen treffen, ist uns allen gerade erst wieder in Erinnerung gerufen worden, als Herr Seehofer sein ausschließlich männliches Team des Innenministeriums der BRD vorstellte.

Beard ist dabei witzig, ein wenig fordernd und argumentiert aus meiner Sicht sehr klug und überlegt.

Eine wunderbare Karikatur, die sie in ihrem Buch erwähnt, aus den 90ern ist unterschrieben mit den Worten:

„Das ist ein hervorragender Vorschlag, Miss Triggs.

Vielleicht möchte einer der Herren hier in vorbringen?“

Leicht belustigt hatte ich diese Karikatur am Abend gelesen und mich zufrieden in die Kissen gekuschelt, fest davon überzeugt, dass eine solche Besprechung heute nicht mehr möglich sei und ich auch noch nie erlebt habe. Am nächsten Morgen saß ich in einer Besprechung und eine meiner Kolleginnen machte eine sehr kluge und überlegte Anmerkung, allerdings leider sehr leise, so dass sie in die allgemeine Diskussion nicht aufgenommen wurde. Keine zwei Minuten später wiederholte der neben ihr sitzende Kollege ihre Worte, sogar mit dem Hinweis „XY hat gerade gesagt…“ und nicht wirklich lauter und es war verblüffend zu sehen, dass er sofort wahrgenommen wurde. Nun mag mir dies nur so aufgefallen sein, weil ich eben am Vorabend Mary Beard gelesen hatte, ich begann jedoch mich zu fragen, wie viele dieser Situationen in meinem bisherigen Leben mir schon entgangen waren, weil ich sie nicht beachtet oder anders gedeutet hatte. Ab diesem Moment begann ich „Frauen & Macht“ unter einem noch anderen Gesichtspunkt zu lesen, nämlich meiner eigenen Erinnerung.

Der Text des Buches ist wirklich nicht lang, kurzweilig, interessant und inhaltsreich. Beard beschränkt sich aufs Wesentliche, stellt Vergleiche an, zieht Beispiele in ihre aktuellen Überlegungen mit ein und macht das Problem von „Frauen & Macht“ verständlich.

Sie plädiert für eine neue Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft, die Abkehr von antiken Verhaltensweisen und eine weltoffenere Sicht, alles Dinge, die auch mich erfreuen würden.

Auch ihr Einwand, dass so manche Frau nur mit Macht ausgestattet wird, um ihr Scheitern zu beobachten und dieses dann erneut zu instrumentalisieren, fand ich äußerst spannend und bei genauer Überlegung finde ich auch darfür Beispiele in meinem Umfeld.

Beard zeigt auf, dass es selbst in der heutigen Zeit immer noch nötig ist, sich als mächtige Frau der Männerwelt anzupassen, sie bringt hier Clinton und Merkel als Beispiel, wie sie in sehr männlicher Geste sich mit Hosenanzügen bekleidet begrüßen und Beard hat auch hier Recht, könnte auch nur eine von uns sich vorstellen, wie die Szene wirken würde, stünden dort nicht Merkel und Clinton, sondern zwei sehr weiblich gekleidete Frauen, die ihre Reize nicht in Hosenanzügen verstecken, sondern betonen? Natürlich wäre klar, was die Presse schreiben würde, die Sachebene wäre sofort verlassen und die Optik ein Thema. Ach ich könnte noch so viel dazu schreiben, mir so viele Gedanken dazu machen, wie sehr mich diese Rollenbilder und Vorgaben unserer Gesellschaft traurig und müde stimmen, aber ich will zum Ende kommen und dieses Büchlein einfach jedem (durchaus auch Männern oder gerade diesen) ans Herz legen, die glauben, es sei doch alles fein, wir hätten Wahlrecht und Frauenquoten und alles ist auf einem guten Weg…. ist es nicht. Wir haben einen langen zu Weg zu gehen und auf unseren Highheels kann der ganz schön beschwerlich werden.

Ich persönlich bin übrigens zu meinem Auswahlgespräch sehr bewußt im Rock erschienen…. ohne Mary Beards Buch wäre ich vermutlich wie alle anderen meiner Mitbewerberinnen im blaugrauschwarzen Hosenanzug aufgelaufen. Ob es was nutzt oder geschadet hat? Noch weiß ich das nicht… wir werden es sehen.

Mein Interesse am Feminismus ist auf jeden Fall erstmal geweckt und ihr werdet hier in Zukunft weitere Rezensionen dieser Art lesen.

Gerne dürft ihr mir auch Bücher dieser Art empfehlen, ich fühle mich gerade wie ein Schwamm, der aufsaugt, was ihm vorgesetzt wird und filtert, was für ihn wichtig und relevant ist.

Beards Buch war es und hübsch ist es noch dazu, um mal eine gänzlich weibliche Beurteilung loszuwerden.

Wenn es Frühling wird in Wien – Petra Hartlieb

Frau Fussi hatte mir schon vor sehr langer Zeit Frau Hartlieb ganz dringend ans Herz gelegt, leider brauche ich ja immer ein wenig länger, um den Empfehlungen von Frau Fussi auch zu folgen. Entschuldigung.

Diesmal war es nun so weit, ich habe mich auf Frau Hartlieb eingelassen und muß gestehen, dass ich nicht so ganz hohe Erwartungen an „Wenn es Frühling wird in Wien“ (Amazon Affiliate Link) hatte. Ich dachte an seichte Lektüre, eine kurze liebenswerte Geschichte im frühlingshaften Wien. Das Buch ist im Dumont Buchverlag erschienen und auf der Homepage findet sich eine Leseprobe, für all jene, die mal reinschmökern wollen.

Präsentiert bekam ich etwas ganz anderes, zwar durchaus auch eine liebenswerte Liebesgeschichte, aber eben auch einen dicken Batzen Zeit- und Literaturgeschichte, Gesellschaftskritik und durchaus Feminismus. Eigentlich kaum zu glauben, dass all das in diesen kleinen Einband reinpaßte und vorallem, dass ich nicht nachher der Meinung war, es wäre zu überladen gewesen oder gar zu oberflächlich. Diesen Eindruck hatte ich nämlich überhaupt nicht, ich fühlte mich vorzüglich und sehr gut unterhalten, habe die Figuren liebgewonnen und Marie und Oskar mit einem leisen Lächeln bei ihrer Suche nach dem Glück begleitet.

Sehr interessant fand ich vorallem die Figur der Fanni Gold. Sie ist sehr beeindruckend gezeichnet, eine äußerst interessante (lesbische) Frauengestalt in diesem ansonsten eher braven Roman, die mir in ihrer Ehrlichkeit sehr gut gefallen hat. Sehr gut fand ich auch, den unverstellten und sehr klaren Blick auf das Leben als Dienstbotin in der damaligen Zeit und die sehr deutlich werdende Stellung der Frau in der Gesellschaft. Trotz der Kürze des Textes gelingt es Frau Hartlieb ihre Figuren intensiv und emotional einzuführen und zu beschreiben, obwohl sie wenige Worte verwendet, meint man am Ende, dabei gewesen zu sein, als Oskar Maries Eltern besucht und ihr später berichtet, man ist irgendwie ganz nah dran und fühlt sehr intensiv mit, das habe ich sehr selten bei Büchern. Dazu vermittelt Frau Hartlieb wunderbaren Lokalkolorit und zwar nicht gewollt oder gezwungen, sondern ganz nebenbei durch das Fallenlassen eines Wortes, eines Straßennahmen oder eines Cafe Namens weiß man, dass man sich in Wien befindet.

Mir hat die Lektüre wirklich sehr große Freude bereitet, dabei muß ich gestehen, dass mich die Familie Schnitzler, die ja eigentlich irgendwie der Mittelpunkt des Buches sein sollte eher am Rande berührt hat und auch relativ wenige Sympathien wecken konnte, wenn Schnitzler selbst auch recht modern für seine Zeit war. Ich muss allerdings zugeben, dass mich seine Texte ebenfalls eher flüchtig berühren konnten, daher mag das daran gelegen haben.

Trotzdem möchte ich dieses Büchlein jedem ans Herz legen, dessen Herz für Bücher schlägt, denn natürlich bewegen wir uns während der Handlung im wiener Buchhandelsmilieu und natürlich folgt am Ende ein kurzes Nachwort zur realen Einordung der Orte, Buchhandlungen und Figuren, das hat mir sehr gefallen. Auch der persönliche Bezug zu Frau Hartliebs Buchhandlung war eine Freude.

CraSy Mosaik – Sockenstricken mit dem Addi CraSyTrio von Sylvie Rasch

Der Mosaikmustermhype ebbt nicht ab, vor Kurzem hab ich ja bereits das Mosaikmusterbuch von Tanja Steinbach besprochen und deutlich gemacht, wie cool ich diese Art mehrfahrbige Muster zu stricken finde.

Seit einiger Zeit ist nun auch das Sockenbuch von CraSy Sylvie (Amazon Affiliate Link) erschienen im Christophorus Verlag  auf dem Markt und natürlich habe ich auch hier einen Blick rein geworfen. Zusätzlich zu meinen üblichen Strickstücken habe ich ja immer auch ein paar Socken auf den Nadeln. In Deutschland kostet das Buch 12,99 €uro.

Aktuell findet zum Buch auch ein Knit Along statt, der durch den OZVerlag veranstaltet wird. Dazu wird der Hashtag genutzt: #crasymosaikknitalong und es gibt einen Fotowettbewerb.

Sylvie hat bereits mehrere Mosaikbücher herausgebracht:

CraSy Mosaik – Dreieckstücher stricken (Amazon Affiliate Link)

CraSy Mosaik – Tücher häkeln (Amazon Affiliate Link)

CraSy Mosaik – Taschen und Accessoires häkeln (Amazon Affiliate Link)

Im neuen Buch geht es also explizit um Mosaiksocken und auch darum, wie man diese mit dem Addi CraSyTrio (Amazon Affiliate Link) am Besten strickt. Dieses 3er Nadelspiel mit den flexiblen Nadeln nutze ich selbst ja auch seit erscheinen und bin immer noch sehr angetan, da ich das wesentlich besser und angenehmer zu stricken finde, als ein starres Nadelspiel und tatsächlich auch besser als das Sockenwunder. Wer natürlich mit dem Nadelspiel keine Probleme hat, der braucht auch kein CraSyTrio, wer aber damit noch nie so recht zufrieden war, der sollte sich die Nadeln auf jeden Fall mal ansehen. Mein Strickergebnis ist damit sehr viel regelmäßiger und besser, als mit einem Nadelspiel.

Im Buch findet ihr einen aus meiner Sicht sehr gut bebilderten Kurs, wie die CraSyTrio anzuwenden sind. Das ist wirklich gut erklärt und leicht verständlich. wer sich noch nie an Socken herangetraut hat, kann hier definitiv die Scheu verlieren und sich an den Bildern gut entlang hangeln.

Zusätzlich zum bebilderten Kurs findet ihr 18 Sockenmuster im Mosaikstil im Buch. das finde ich im Vergleich zum Preis relativ viel, wenn man sich überlegt, dass man für einzelne Sockenmuster im Moment bei Ravelry teilweise 3-4 Euro hinlegt.

Die 18 Muster haben jeweils eine Doppelseite für sich, auf einer Seite findet sich ein großes Foto, auf dem man das Muster wirklich gut erkennen kann, auf der anderen Seite findet ihr dann die Anleitung und Beschreibung.

Grundsätzlich ist das Buch wie ein Baukasten aufgebaut, aus dem ihr euch eure Sockenteile zusammensuchen könnt und so findet jeder, die für ihn perfekt passende Variante zum Stricken seiner Mosaiksocken.

Es werden jeweils 3 Varianten für Bündchenmuster, Fersen und Sockenspitzen vorgestellt, die man alle miteinander kombinieren kann und die gut erklärt sind. Hier hätte ich mir das ein oder andere Foto mehr gewünscht, da das ja elementare Dinge des Sockenstrickens sind und ich hier gerne genauer die Unterschiede der Varianten auch schon auf einem Foto erkannt hätte.

In einem kleinen Exkurs wird außerdem der Unterschied zwischen glattrechten und krausrechten Mosaikmustern erläutert. Ich persönlich hab keine Probleme mit linken Maschen und fand das daher nicht ganz so wichtig, für Leute, die eine linke Maschenphobie haben ist es aber bestimmt gut zu wissen, dass die Muster auch in der glattrechts gestrickten Runde funktionieren.

Gefallen hat mir auch, dass sie sich nicht auf das Mosaikmuster am Schaft beschränkt, sondern auch Angebote macht, wie man das Muster am Fuß fortführen kann oder hier kleine Punkte einstrickt, etc. Das fand ich toll. Bei jeder Anleitung ist genau angegeben welche Variante in welcher Kombination von Bündchen, Ferse, Spitze und Fußmuster hier gezeigt wird, das fand ich sehr hilfreich, so kann man exakt nachstricken oder eben das abwandeln, was einem anders besser gefällt. Durch die unterschiedlichen Farbgebungen bekommt man auch eine gute Idee, wie was am Besten wirkt und was einem selbst gut gefällt.

Meine Lieblingssockenvariante ist natürlich die mit der Katze, die Knitty Kitty Socken werde ich auf jeden Fall nachstricken, da freut sich auch Frau Katze schon drauf. Frau Feierabend sagt in ihrer Rezension, dass sie die figürlichen Muster nicht so stark fand, wie die Geometrischen. Ich seh das etwas anders, mir gefallen auch die Dinosocken gut und der kleine Ägypter ist auch gut zu erkennen, finde ich. Bei Mosaik muß man einen Schritt vom Muster weggehen, dann erkennt man es viel besser. Die Entfernung erweitert da irgendwie den Blick, ist mein Eindruck.

Und jetzt husch husch… Mosaiksockenstricken!