Haruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore Teil 1

Als großer Murakami-Fan war ich sehr gespannt auf seinen neuen Genie-Streich und sehr erfreut, als ich das Buch bereits vorab in den Händen halten durfte.

Auch die Aktion des Dumont Buchverlags auf Twitter zum Erscheinen fand ich fantastisch, hier fand ein toller Austausch unter Lesern, Verlag und Buchbloggern statt, das hat mir wirklich Spaß gemacht.

Haruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore Teil 1 (Amazon-Affiliate-Link)

Noch mehr Spaß hatte ich beim Lesen und wenn ich beim Lesen Freude empfinde, dann lese ich sehr langsam. Deshalb erfolgt diese Rezension auch erst jetzt, denn ich habe erst vor 4 Tagen die letzte Seite umgeblättert und den letzten von Murakamis Sätzen genossen.

Übersetzt wurde sein Werk erneut von Ursula Gräfe, deren Übersetzung ich wirklich sehr schätze. Hier stolpert man nirgendwo über schlecht gewählte Wort, sondern hier paßt alles bis ins kleinste Detail, danke dafür, dass mir so die Lektüre dieses fantastischen Autors möglich gemacht wird.

Mittlerweile sind meine Ansprüche an Murakamis Bücher sehr hoch, ich erwarte bei jeder Neuererscheinung, Neuübersetzung den großen Wurf, etwas unter „Super“ lasse ich ihm nicht durchgehen und er hat es tatsächlich auch diesmal geschafft, meine hohe Erwartung zu übertreffen. Sanft und vorsichtig gleitet man in diese Geschichte hinein, fühlt sich sicher und schaut diesen Menschen in seinem Buch beim Leben zu und dann plötzlich ganz zart packt einen eine kühle Hand und reißt einen ins das Buch rein, so dass man aus der Geschichte nicht mehr herausfindet und Seite um Seite umblättert und liest und mitfühlt, hofft, bangt und zaudert, fühlt das Esoterische, die Magie, den Wahnsinn und die Gedanken und Träume.

Murakami gelingt es, wie keinem anderen Autor, mich zu fesseln und in seine Geschichte einzuweben, ich fühle mich bei ihm verstanden und gut aufgehoben. Meine Sonderlichkeiten erscheinen normal und seine Figuren machen es mir leicht, sie zu mögen oder zu verabscheuen. Ich folge Ihnen gernen auf ihren Wegen, die nicht immer die meinen wären, die mir aber neue Horizonte eröffnen.

Natürlich war auch ich ein bißchen böse, als Band 1 dann mit so vielen offenen Gedanken in meinem Kopf endet, aber eigentlich versüßt es mir so die Zeit bis Band 2 erscheinen wird, denn ich schiebe in meinem Kopf Fortsetzungsideen hin und her, überlege was sein könnte, was gewesen ist und ja, es ist ein bißchen fies dieses Buch aufzuteilen, aber es hat mich nicht so geärgert, wie es das sonst bei anderen Autoren täte.

Die Geschichte um den Portraitmaler in den Bergen, mit allem was ihm dort fehlt, was ihn umgibt und umtreibt war für mich ein wirkliches Geschenk, ich habe seine Einsamkeit gefühlt, seine Zweisamkeit genossen (niemand schreibt erotische Szenen so gut, wie Murakami, NIEMAND!) und seine Ängste und seinen Mut bewundert.

Ich halte mich absichtlich vage in meinen Beschreibungen, denn ich möchte den Lesern nicht zu viel verraten, einzig, es lohnt sich. Kaufen, lesen, einlassen, wegdriften, genießen, jeden Satz, jedes Wort, immer wieder.

Danke!

German Roamers – Deutschlands neue Abenteurer

Ich habe ja letztens bereits „Meeresrauschen“ rezensiert.

Den Blogpost dazu findet ihr hier: Klick!

Nun habe ich mir einen weiteren Bildband vom Dumont Reiseverlag angesehen.

German Roamers – Deutschlands neue Abenteuerer

ist ein großformatiger gebundener Bildband mit wunderschöner Einbandgestaltung und glänzend geprägter Schrift. Sowas mag ich ja, damit hat man mich schon, bevor ich überhaupt ins Buch geguckt habe.

Das Buch ist in drei große Überschriften gegliedert.

Grandiose Abenteuer

Atemberaubende Orte

Unvergessliche Momente

Zu Beginn werden die 14 Fotografen vorgestellt, welche sich German Roamers nennen, die losgezogen sind um Deutschland aus einem neuen Blickwinkel zu entdecken und von denen die Bilder im Buch stammen. Das Kollektiv der German Roamers setzt sich aus Fotografen zusammen, die sich über Instagram austauschen und ihre Bilder teilen. Instagram schätze ich ja ebenfalls aktuell als Socialmedia Plattform sehr und bin gerne dort unterwegs. Auffallend ist hier, die Fotografen sind daher natürlich alle sehr jung (der Jüngste ist tatsächlich erst 17) , ältere Menschen haben Instagram noch nicht so für sich erobert. Den neuen Blickwinkel und die Chance für junge Menschen finde ich gut, aber es sind auch ALLE ausnahmslos männlich. Nicht eine Frau hat sich in die Runde verirrt…. das irritiert mich ein wenig und verstimmt mich auch ein bißchen, muß ich ehrlicherweise zugeben und das obwohl ich mich eigentlich eher nicht als feministische Emanze ansehe. Aber gut, die Jungs wirken nett und sympathisch, lesen wir weiter.

Gestartet sind die Herren hier bei mir um die Ecke, auf Burg Eltz in der Eifel gab es das erste Treffen, man kannte sich von Instagram und wollte Deutschland entdecken, junge Natur- und Landschaftsfotografen wollten den Blick auf Deutschland verändern und das ist ihnen, was mich angeht, auf jeden Fall gelungen.

Nach einführenden Erklärungen und Berichten auch mit Bildern von den Herren auf ihren Treffen geht es im Buch mit einer Einteilung nach Regionen weiter. „Up North“ / „Right in the Heart“ / „At the very top“ lassen bereits erahnen, dass die Einteilung von Nord nach Süd erfolgte. Wir starten an der Nordsee und arbeiten uns langsam nach Süden vor.

Die wirklich wunderschönen Bilder sind immer auch mit Texten des jeweiligen Forogafen versehen, die für mich genauso gut und stimmig waren, wie die Bilder selbst.

Ich mag ja das Meer und habe mich hier mit Bildern von der See, Leuchttürmen und Schafen wirklich gut abgeholt gefühlt. Das gefiel mir so sehr. Aber auch die Bilder in den Bergen, im Wald und einfach in der Gegend haben mich begeistern können. Das war genau mein Ding.

Im Buch verteilt finden sich außerdem kurz Interviews mit jeweils 10 Fragen an alle 14 Fotografen. Das mochte ich sehr es, stellt eine Beziehung zwischen Fotos, mir als Leser und dem Mensch hinter der Kamera her. Dazu kommen wirklich alle sehr sympathisch, offen und sehr engagiert rüber.

Auf den Bildern sieht man aber nicht nur Deutschland, man sieht Natur, man sieht Naturgewalt und Wetter und Wolken und Sonne. Viel Licht, viel Schatten, viel Raum für mich, in dem das Fernweh wieder geweckt wurde und wenn ich nur auf die Kreidefelsen nach Rügen wollte.

Sehr gefreut habe ich mich, als ich Bilder aus dem Selfkant entdeckt habe, eine absolut unterschätzte Region. Die Teverener Heide ist so unfassbar schön! Auch die Geierlay Hängebrücke war wunderbar abgebildet, die ich im Hunsrück ja schon besucht habe und die einfach sehr eindrücklich ist.

Dann natürlich Bilder von Burg Eltz, die mich erinnert haben, dass es auch hier in meiner direkten Umgebung wunderschöne Landschaft gibt. Die Moselschleife hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Fantastisch auch die Schneebilder auf dem Brocken, den ich ja ebenfalls im Schneesturm erlebt habe und dachte, ich bin im tiefsten Alaska, so hat es gestürmt und geschneit und was habe ich gelächelt, als ich die Brockenbahn auf den Bildern entdeckte.

Aber auch so viele Orte, die ich noch nicht gesehen habe, wie die Reichsburg in Cochem, die Affensteine, das Nebelhorn, der Königssee, alles so schön dargestellt, dass ich da unbedingt und jetzt sofort hin muß. Dabei sieht man auf den Bildern wenig Menschen. Hier mal ein Zelt, da ein Kajak, dort eine einzelne Person, der Fokus ist tatsächlich auf Natur, Wasser und Gebäude gelegt und das gefällt. Die Jungs sind oft sehr früh unterwegs, um beispielsweise am Schloss Neuschwanstein Bilder machen zu können, auf denen keine Touristen sind, muß man früh aufstehen. Daher ist es oft etwas düster, ein wenig neblig, das mag nicht jedem behagen, mir hat es aber sehr gefallen und ich bedanke mich für die teilweise sehr persönlichen Worte und Einblicke und die wunderschönen Bilder von unserer Heimat.

Am Ende finden sich noch gute Tipps für Fotografen und solche, die es werden wollen. Da habe ich für mich auch einiges mitgenommen und mich über die kurzen Texte zu Licht, Equipment, Motiv und vielem mehr gefreut.

Hier findet ihr die Fotografen auf Instagram:

Hannes Becker

Lannart Pagel

Leo Thomas

Max Fischer

David Kollmann

Max Muench

Daniel Ernst

Remo Jacobs

Johannes Höhn

Patrick Monatsberger

Jannik Heck

Asyraf Samsul

Roman Königshofer

Jannik Obenhoff

 

Aktuell könnt ihr eine Ausgabe von German Roamers zusammen mit einer Ausgabe von Lonely Planet „Die Welt“ und ein wenig farblich passendem Garn gewinnen, wenn ihr bis zum 31.01.2018 an meinem #machdasUFOfertigKAL teilnehmt und den Hashtag bei Instagram benutzt.

(Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, verantwortlich bin alleine ich und der Gewinner wird hier und auf Instagram bekanntgegeben. Die Verlosung erfolgt random.)

Lonely Planet – Die Welt

Aktuell könnt ihr bei mir ja, wenn ihr auf Instagram am #machdasUFOfertigKAL teilnehmt zwei Bücher gewinnen. Zum einen Lonely Planet – Die Welt, zum anderen German Roamers. Der KAL läuft noch bis zum 31.01.2018 und es wird ausgelost unter jedem, der den Hashtag #machdasufofertigKAL nutzt. Die Verantwortung für das Gewinnspiel liegt allein bei mir und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Das Gewinnspielbuch wurde gesponsort vom Dumont Reisebuchverlag.

Aber kommen wir zum Buch, neben der Ausgabe, die ich verlose, habe ich nämlich auch eine für mich und die gebe ich NIEMALS wieder her.

Aber fangen wir vorne an.

Lonely Planet Reiseführer schätze ich sehr, ich finde, ihnen haftet immer so ein wenig Backpacker-Freiheits-Nomaden-Duft an und sie sind häufig sehr viel mehr auf junge Reisende ausgelegt, als andere Reiseführeranbieter, auch wenn sich da auf dem Markt gerade einiges tut.

Da Buch hat das übliche Lonely Planet Format und ist natürlich deutlich dicker, als jeder andere Reiseführer. Das Wackelbild vorne drauf ist gelungen und zeigt je nach Kipprichtung die westliche oder östliche Hemisphäre, das gefällt mir, ich mag solche netten kleinen Spielereien.

Meine Rezension bezieht sich auf die zweite Ausgabe dieses Mammut Reiseführers.

Vorne befindet sich ein Inhaltsverzeichnis. Beginnend mit dem Kapitel „Einmal rund um die Welt“, „Weltkarten“, „Gut zu wissen“, ‚Wie wär’s mit?“ und Reiserouten. Danach folgen in alphabetischer Reihenfolge die Länder dieser Erde, angefangen mit Afghanistan, über Brunei Darussalam, Macao, Pitcarininseln und Thailand bis nach Zypern. Am Ende des Buches befindet scih ein Register und die Danksagung.

Sehr gut hat mir die alphabetische Gliederung gefallen, die es einfach macht auch unter 221 Ländern, zu finden, was man sucht. die Länder sind alle farblich gedruckt und so erkennt man auf welchem Kontinent sie sich befinden, falls man dies nicht weiß. Auch das fand ich gut, denn ich kann noch ziemlich sicher sagen, dass der Oman in Asien ist, Guam hätte ich aber zum Beispiel nicht sicher verorten können und Vanuatu hab ich tatsächlich noch nie gehört. Da fand ich den Farbcode für Africka, Amerika, Antarktis (ok, da befindet sich nur Antarktika, aber wir wollen ja vollständig sein), Asien, Australien/Ozieanien und Europa sehr gut.

„Rund um die Welt“ ist ein kurzes Vorwort, das Lust aufs Reisen macht sich auf Sehenswürdigkeiten, Städte und Naturwunder allgemein bezieht. Danach folgen Weltkarten (topografisch und politisch), die aber wirklich nur der groben Übersicht dienen. Hat mir aber gefallen, da ich zur Navigation ohnehin eher eine App nutze, als eine Karte.

Im Abschnitt „Gut zu wissen“ gibt es alles an Fakten, was man sich als Weltreisender wünscht, eine Übersicht über Zeitzonen, Wechselkurse (grob), zu den gesprochenen Sprachen, notwendige Visa oder Reisedokumente. Nice to know und recht allgemein gehalten, es wäre aber ja auch schwierig hier für die ganze Welt allgemein gültige Fakten nieder zu schreiben.

„Wie wär’s mit“ hilft einzusortieren, was einen interessiert, was man tun möchte und erwartet.

So gibt es hier die Kategorie „Wie wär’s mit Strandparadiesen?“, „…kulturellen Events?“, „…Abenteuer?“, „…Naturwundern?“ und einigem mehr. Dazu passend werden dann Reiseziele genannt und kurz umrissen. Um zu planen, was man sehen möchte, wohin man reisen möchte und was man erleben will, fand ich das sehr praktisch und eine Nette Art sich den teilwese ja doch sehr fremden Ländern zu nähern.

Dann folgt ein Abschnitt mit Reiserouten für die Reise auf jeweils einem Kontinent. Genaue Zeitangabe, Start und Zielpunkt und Vorschläge für Zwischenstopps. Leider hier sehr kurz gehalten, das hätte ruhig ein wenig intensiver beschrieben werden können. Von 2- 6 Monaten Reisezeit ist alles dabei.

Anschließend kommt der Haupteil, jedes Land wird kurz vorgestellt, die wichtigsten Fakten vermittelt und Highlights beschrieben. In einem kleinen Kästchen wird die beste Reisezeit genannt, was ich ein wirklich gutes und übersichtliches Feature fand. Dazu eine Karte und das war es auch schon. Jedem Land wird mindestens eine Doppelseite gewidmet, vielen Ländern auch mehr. Hier wird sich wirklich auf die notwendigen Fakten und Empfehlungen beschränkt. Die Informationen sind absolut ausreichend, um sich einen groben Überblick zu verschaffen und zu entscheiden, will ich dorthin oder will ich es nicht. Genau dafür ist das Buch aus meiner Sicht auch super geeignet. Die Reiseplanung über mehrere Länder hin weg und über verschiedene Kontinente länger am Stück. Für Details zu bestimmten Ländern, wenn man sich dann entschieden hat, wo die Reise hingehen soll, kann man sich sicherlich noch weitergehende Literatur besorgen, aber um abzustecken, was man sehen will, in welche Richtung es gehen soll und zur Vermittlung erster Informationen fand ich den Lonely Planet wirklich super. Mich hat er auf jeden Fall animiert auch mal outside the box zu denken und über Reiseziele nachzudenken, die eher nicht auf der normalen Ferienliste stehen.

Mir hat der Lonely Planet „Die Welt“ wirklich extrem gut gefallen. Das ist ein Nachschlagewerk und sicher auch für ältere Kindere bereits toll, sich anzusehen, was es auf unserer Erde alles gibt.

Daumen hoch, ganz große Empfehlung.

Traumhafte Tücher häkeln und stricken – Tanja Osswald und Sabine Fritz

Ich hatte ja versprochen, dass ich jetzt, wo ich krank bin und nicht bloggen kann, ein paar fertige Beiträge mit Rezensionen automatisch veröffentlichen werde, die eigentlich für später geplant waren. That’s Life…

Gestern habe ich mit „Die beste Stadt der Welt Köln/Berlin“ den Anfang gemacht, heute geht es mit „Traumhafte Tücher häkeln und stricken“ von Tanja Osswald und Sabine Fritz weiter.


Von Tanja habe ich vor einiger Zeit schon mal berichtet, da ging es um ihr Buch „Häkeln„.

Ich folge Tanja auch bei Ravelry: Klick!

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An Tanjas Designs schätze ich vorallem die immer modernen Designs und die sehr coole Optik, die mit verstaubten alten Häkelsachen von Oma rein gar nichts mehr zu tun hat. Ich bin ja eher nicht die Häkelbiene, wenn ich auch zum Handarbeiten erstmal über das Häkeln wieder hin gefunden habe, aber Tanjas Sachen machen mir immer wieder Spaß und gefallen mir gut.

Ihre Mitautorin Sabine Fritz kannte ich tatsächlich gar nicht, habe sie aber auf der Bonnkreativ zufällig getroffen, wo sie mit ihrem Wollladen „Freche Wolloase“ einen Stand hatte.

Im Buch ist Tanja für die Häkeltücher und Sabine für die Stricktücher zuständig.

Das Buch ist über BoD verlegt worden und über jede Buchhandlung oder Amazon bestellbar.

Ich persönlich bin ja eher kein Fan von Books on Demand, kann aber verstehen, dass man sich für ein Nischenprodukt, wie ein Handarbeitsbuch für diese Variante entscheidet. Dem Käufer sollte allerdings klar sein, dass er hier zum verhältnismäßig hohen Preis ein Taschenbuch mit sehr einfacher Bindung erhält. Das ist der Tatsache geschuldet, dass eben in geringer Auflage produziert wird und die Autoren die Kosten selbst tragen und kein Verlag mit Lektorat und großer Marketingabteilung zwischen geschaltet ist. Mich persönlich hat das hier in diesem Fall nicht gestört.

Das Buch enthält 19 Anleitung für komplette Tücher, damit rechnet sich für mich der Preis wieder und ist vollkommen in Ordnung. Alle Anleitungen sind mit Bildern versehen, so dass jeder kompliziertere Arbeitsschritt sehr gut erklärt wird. Bei den Tüchern ist für jede Schwierigkeitsgrad etwas dabei, Anfänger wie Fortgeschrittene werden hier fündig. Dabei erfolgt die Aufteilung anhand der benutzten Garne. Zu jeder Garnsorte gibt es mindestens ein Häkel- und ein Stricktuch.Für Mohair, Seide und Lace sogar ein wenig mehr.

Die Anleitungen sind immer mit einem guten Bild des Tuches versehen, so dass man vorher genau sieht, wie es hinterher aussehen wird. Außerdem sind die Erklärungen sehr gut und leicht verständlich, Begriffe und Abkürzungen werden im hinteren Teil des Buches erwähnt. Neben dem ausgeschriebenen Teil der Anleitung, findet sich auch eine Häkel- oder Strickschrift bei den Anleitungen. Hier ein kleiner Kritikpunkt von mir, die Symbole der Strick- und Häkelschrift waren selbstgewählt und für mich so nicht geläufig, daher hätte ich mir jeweils immer eine Erklärung an der Strick- / Häkelschrift gewünscht, damit ich nicht nach hinten blättern muß, wo sich die Legende der Symbole befindet. Hat man sich darauf aber einmal eingelassen, kommt man gut mit den Schriften klar. Ich als Brillenträgerin, hätte sie mir hier und da etwas deutlicher oder größer gewünscht, aber das ist Genörgel auf hohem Niveau.

Gut fand ich die genauen Angaben zum Garn, welches natürlich immer aus den Färbetöpfen der „frechen Wolloase“ stammt. Natürlich kann man auch jedes andere Garn nutzen, aufgrund der detaillierten Angaben kann man sich das dann schön überlegen und aussuchen. Gut finde ich auch, dass immer die Endgröße des Tuches nochmal in cm angegeben ist, so kann man bereits absehen, ob es ein großes oder eher kleines Tuch wird und ob man die Form auf diese Art mag.

Sehr gut fand ich auch, dass verschiedenste Tücher, Loops und Schalformen im Tuch vorkommen, es handelt sich also nicht nur um Dreieckstücher, sondern wirklich hübsche uns ausgefallene Formen, die dennoch sehr tragbar erscheinen.

Die Druckqualität der Bilder ist aus meiner Sicht sehr gut. Sie sind hell genug und man kann die Farben und detaillierten Muster gut erkennen.

Nach dem Anleitungsteil findet sich ein gut bebilderter Technikteil im Buch, wo besondere Techniken noch mal genau erläutert werden. Das hat mir sehr gut gefallen und war leicht verständlich erklärt und die Bilder sind hier wirklich sehr gut und auf den ersten Blick zu erfassen, worum es geht.

Mir hat vorallem der Loop „Scholar“ gefallen, außerdem der Möbiusschal „Prinzessin“ und das Tuch „von Katzen umschmeichelt“. Wer sich vorher alle Tücher mal ansehen möchte, es gibt für alle eine Seite bei Ravelry, die man leicht findet, wenn man nach Tanja Osswald oder Sabine Fritz sucht.

Wer also 19 schöne Tuchanleitungen sucht, Häkeln und Stricken möchte, der ist hier sicher gut aufgehoben. Kleinere Abstriche muß man eben bei der Buchbindung machen, was ich aber gerne tue, weil hier eben das Geld direkter an die Autorinnen fließt, als bei einem großen Verlagshaus und diese auch deutlich mehr Arbeit mit dem Buch hatten. Hier steht kein großes Fototeam dahinter, kein Lektorat und auch kein Designer oder Layouter, das wurde hier alles mit viel Liebe selbst gemacht und das spürt man auf jeder Seite. Trotzdem ist es absolut professionell, Fehler oder Schnitzer sind mir beim Lesen nicht aufgefallen und die Bilder und das Layout sind stimmig.

Die beste Stadt der Welt Köln / Berlin

Ich persönliche schätze ja Reiseführer der etwas anderen Art, so fand ich zum Beispiel ja „Mach’s in Köln“ super oder auch 50 Maps New York.

Seit kurzem gibt es von Marco Polo die „Beste Stadt der Welt“-Reihe Berlin, Köln, Stuttgart, Wien, München und Frankfurt kann man da kaufen. Ich habe Berlin und Köln hier liegen. Weil Köln meine Wahlheimat ist und Berlin zu den Städten gehört, die ich einfach unwahrscheinlich mag. Na gut auch ein bißchen, weil es so schön zu unserem neuen Podcast dem Frickelcast paßte, bei dem ja ich aus dem Kölner Umland sende und Stefanie Feierabendfrickeleien aus Berlin zugeschaltet ist.

Ich habe mir also „Die beste Stadt der Welt – Köln“ und „Die beste Stadt der Welt – Berlin“ angesehen. (Affiliate Links)

Aufgebaut sind die Bücher ähnlich wie die normalen Marco Polo Reiseführer, nur ein wenig netter und hübscher designed, mit weniger Augenmerk auf die typische Touristik und etwas frecher und jünger in der Sprache. Außerdem fehlt die übliche Übersichtskarte am Ende, stattdessen gibt es einen sehr coolen und schön gestalteten Wandkalender mit Veranstaltungstips. Das ist aus meiner Sicht sehr gelungen und gefällt mir gut.

Im Einband finden sich die 10 Marco Polo Insider Tipps, für Köln beispielsweise eine Kaffeerösterei, ein Wellnesstempel und Streetfood, für Berlin das Essen im Nilpferdhaus des zoologischen Gartens, Base Flying und Spätstück. Ihr merkt, diese Reiseführer sind ganz klar eher auf jüngeres Publikum ausgerichtet.

Innen drin ist der Reiseführer in 7 Teile aufgeteilt. Alltagshelden Montag bis Freitag, Feieralarm, Wochenende – ganz gediegen, unterwegs mit, Hunger? Gegessen!, Essen? geht auch und zu guter Letzt „Die Jahreszeiten im Stadtviertelcheck.

Man startet also mit den Alltagshelden, da geht es los mit Frühstückslocations mit dem gewissen Etwas, Lunchtime, Kaffeekatsch und dem Abendessen. Die Tipps hier waren alle samt sehr aktuell, sehr gut und nicht zu abgehoben teuer. Viele der Vorschläge aus Köln, „Zum scheuen Reh“, „Zeit für Brot“, Roonburg und co empfehle ich selbst häufig. Die Empfehlungen für Berlin waren mir fast alle neu, was ich als sehr erfrischend empfand, als immer wieder die gleichen Empfehlungen in jedem Reiseführer zu lesen.

Es folgt der Feieralarm, der sich gliedert in Grundlagen schaffen, Vorglühen, Clubhopping, Mädelstour und noch ein paar Rubriken mehr. Auch hier findet man neben den Klassikern, wie Wurst Willy, auch neuere Empfehlungen, etwas schade fand ich, dass man sich hier teilweise wiederholt und Empfehlungen aus dem ersten Abschnitt erneut benennt, das wäre nicht nötig gewesen.

Sehr gut haben mir hier die Vorschläge für Feiertouren gefallen. Wo startet man, wo geht man wann hin, wo kann man wirklich lange tanzen, das war wirklich sehr cool und schön gezeichnet.

Im Abschnitt Wochenende – ganz gediegen geht es weiter, leider hier für mich sehr Foodlastig, da hätte es ruhig auch ein wenig Kultur geben dürfen. Schön hingegen die Ideen für einen Regentag, da war aus meiner Sicht für jeden was dabei. Ähnlich cool auch die Vorschläge für Ausflüge außerhalb der Stadt.

Im Abschnitt „Unterwegs mit…“ ist man wieder kreativ, mit den kleinen Monstern, den Schweigermonstern, Hasi oder auch den Freunden, für alles gibt es Ideen. leider auch hier für mich zu viel Essen. zu wenig Kultur und Unterhaltung, das ging nochmal besser, finde ich. Essen ist wichtig, keine Frage, aber eben nicht alles.

Auch im Abschnitt Hunger? Gegessen! Geht es wieder ums Essen, sicher nicht schlecht und mit sehr guten und auch außergewöhnlichen Empfehlungen, von denen ich mir sehr viele notiert habe. Hier gibt es dann aber auch Empfehlungen zur sportlichen Betätigung. Sehr gelungen.

Besonders habe ich mich hier auch das Munchs Hus zu finden, wo ich ja schon zweimal Speisen war und es war echt fantastisch. Sehr sehr lecker, eine große Empfehlung für alle Berlinbesucher. Oder auch in Köln das Fishermans und Josephs, beides eher für den größeren Geldbeutel, aber sehr gut. Enttäuscht hat mich, den vierten König nicht zu finden, das für mich derzeit beste Restaurant in Köln.

Kurz, ein sehr foodlastiger Reiseführer, der sehr modern gehalten ist und vorallem für junge und hippe Reisende oder auch Einheimische ausgelegt ist, die ihre Stadt neu entdecken wollen. Mir hat das wirklich sehr gut gefallen, hat meinen Geschmack getroffen und trotz kleinerer Mäkeleien würde ich das als Vorbereitung auf eine Reise oder auch als kleines Mitbringsel absolut empfehlen. Vorallenm das Design fand ich sehr ansprechend. Das lockert auf und macht Spaß.