pure & simple – Achtsam wohnen – besser leben

[werbung – rezensionsexemplar]

Ich krempele ja gerade unser Haus ein wenig um und entmülle mal den ganzen Kram, der sich in 8 Jahren Wohnen angehäuft hat. Dabei hilft mir der Ansatz von Marie Kondo mit ihrer KonMari Methode (Amazon Affiliate Link), aber auch andere Bücher zum Thema hab ich herangezogen, damit es nicht in kurzer Zeit wieder chaotisch aussieht.

Dabei bin ich dann über pure & simple von Marion Hellweg gestolpert und ich gestehe, das Titelbild hat mich total angemacht. Endlich ein Buch zum Thema Wohnen, bei dem nicht alles clean und weiß ist. „Pure & Simple“ (Amazon Affiliate Link) aus dem Prestel Verlag durfte also umgehend bei mir einziehen.

„Raum, Licht und Ordnung. Das sind Dinge, die der Mensch genauso braucht, wie Brot oder einen Platz zum Schlafen.“

Sagt Le Corbusier und Recht hat er. Raum und Licht sind vorhanden, an der Ordnung scheitere ich seit 37 Jahren. Seufz.

Ich habe einen Plan, wie etwas aussehen soll und so sieht es dann ein paar Stunden aus und dann kommt der Kram dazu, der bei mir zum Leben gehört und sorgt dafür, dass mein Wohndesign nicht mehr durch muntere Farbtupfer belebt wird, sondern dass einfach alles chaotisch ist. Leider.

Die Einleitung von Marion Hellweg ist überzeugend und persönlich gehalten und ihr Bild finde ich ausgesprochen sympathisch. Das ist für mich wichtig, denn bei Ratgebern muß ich immer den Autoren respektieren, wenn das jemand ist, dem ich seine Message nicht abkaufe, dann bringt mir das Buch nichts. Hier ist es stimmig und ich begab mich also ins Buchinnere, um mit Marion Hellweg mehr Achtsamkeit in die Bude zu bringen.

Das Buch ist in 3 Teile unterteilt. Hometours bei Cecilie Svanberg, Karine Kong, Jesper Olsen, Henriette Bragt, Charlotte Kongsted, Rosa Park, Julie Damhus und Mette Jensen.

Dann Specials mit den Punkten: Purismus, Keramik, Pflanzen, Wabi-Sabi, Japandi, Farbe, Naturmaterialien, Florale Deko.

Außerdem Designporträts wie Himmee, Splendid Wren Ceramics, Pernille Folcarelli, Ay Illuminate, Karup Design, Murals Wallpaper, Lapuan Kankurit und The Bunkers.

Es gibt immer eine Hometour, dann folgt das Special und anschließend das zugehörige Designporträt. Das Buch erinnert so ein wenig an einen Designkatalog oder eine Interieurzeitschrift, auch dass Bezugsquellen immer direkt im Text bzw. der Bildinfo genannt werden, trägt dazu bei. Mir gefällt das allerdings sehr. Mag sein, dass jetzt wer „Werbung“ brüllt, aber ich empfinde das einfach für mich als Leser total praktisch. Ich muß nicht nach hinten blättern, ich sehe sofort, wo etwas zu bestellen ist. Prima. So möchte ich das.

Schön fand ich, dass im ganzen Buch (Amazon Affiliate Link) zwar Minimalismus vertreten wird, dieser sich aber eben nicht kalt und monochrom anfühlt, sondern wohnlich und heiter. Das erschien mir für mich tatsächlich gut umsetzbar.

Auch sind die Bilder nicht alle bis ins letzte Detail durchgestylt und ordentlich, da steht mal eine Tasche herum, das Bett ist ungemacht und es passen auch mal Dinge in einem Schrank nicht 100%ig zusammen. Das beruhigt mich, dass es eben nicht immer alles stimmig sein kann und manchmal der Versicherungsordner eben nicht zur schicken teueren Glasvase daneben paßt.

Ja, die Hometours und Designporträts sind alle eher nicht für den schmalen Geldbeutel gemacht, allerdings denke ich, dass man viele der Ideen auch mit günstigeren Dingen, die es bei Ikea, westwing oder Das Depot gibt umsetzen kann. Hier und da finden sich aber auch durchaus bezahlbare Designelemente zum Beispiel von Sostrene Grene als Empfehlung.

Bei den Hometours fand ich Karine Kongs Heim wirklich fantastisch. Genau mein Ding, Altes mit Neuem zu kombinieren und auch unkonventionelle Dinge zu probieren. Das Glasdach ist einfach nur wunderschön. Die Küche mit der großen Holztheke herrlich wohnlich und die Fotografien von Frauen in verschiedensten Situationen haben mir ebenfalls sehr gefallen. Da würde ich tatsächlich vom Fleck weg einziehen (nicht nur wegen des sympathisch vollgerümpelten Nachttischs.)

Begeistert haben mich außerdem die Stücke von Splendid Wren Ceramics, die bezahlbar und wunderhübsch sind. Leider wird hier aktuell nicht nach Deutschland geliefert, was wohl an unserem neuen Verpackungsgesetz liegt.

Die Seite zu den Pflanzen fand ich ebenfalls gut. Ich entdecke ja gerade, dass manche Pflanzen meinen schwarzen Daumen überleben und bin dabei unser Haus ein wenig zu begrünen. Ich wurde da bei mill vintage fündig.

Außerdem habe ich viele tolle Onlineshops gefunden, die ich zum Thema Interieur noch nicht kannte, hier nur ein paar davon, in den Bezugsquellen finden sich noch viele viele mehr.

Pinkmilk

Madame Stoltz

Skagerak

fermliving

Lazylifeparis

Wer einen wirklichen Ratgeber zum achtsamen Wohnen erwartet, der wird eher enttäuscht sein. Das Buch bietet Anregungen und Ideen und viele tolle Bilder. Für mich war das genau das, was ich wollte. Ein schickes Kaffeetischbuch (Amazon Affiliate Link), nicht zu groß, aber sehr schön aufgemacht.

Marion Hellweg findet ihr hier: Klick 

Prestel Verlag

Bin im Garten von Meike Winnemuth

Ich schätze Meike Winnemuths Projekte in der Regel sehr, schon als sie noch ihre monatliche Kolume mit ihrem damaligen Partner (Amazon Affiliate Link) hatte, habe ich ihre Texte gerne gelesen.

Die Aktion mit dem blauen Kleid fand ich inspirierend, ihre Reise spannend und jetzt geht es also in den Garten. Das paßt gut, denn gerade entdecke auch ich meinen schwarzen Daumen gänzlich neu und töte ein paar Blumen weniger, als üblich.

Ich hab mich also voller Vorfreude und Begeisterung in die Lektüre geschmissen und eigentlich ist das immer sehr schlecht. Denn selten können diese so ersehnten Bücher diese Begeisterung dann aufrecht erhalten und meine Vorfreude angemessen befriedigen.

Bin im Garten“ von Meike Winnemuth (Amazon Affiliate Link)  konnte aber, ein ganzes Jahr lange habe ich mit ihr in ihrer kleinen Parzelle gelebt, habe mit ihr in der Erde gewühlt, Ideen gehabt, versucht umzusetzen, bin gescheitert und hatte Erfolg. Es war toll ihrem Refugium Garten beim Wachsen zu zusehen und es hat mich sehr beruhigt, dass auch andere eigentlich gar nicht so genau wissen, was sie da tun. Das hat auch mir in Gartensachen endlich den Mut gegeben, wenigstens irgendwas zu tun.

Zaghaft habe ich ein paar Wildblumensamen auf unserer recht tristen Wiese verteilt und Mohn in meine Balkonkästen verteilt. Sogar meine vom Schwiegerpapa gestutzte Rose ist wieder gekommen, obwohl ich da keinerlei Chance sah.

Meike Winnemuth schreibt dabei herzerfrischend, ehrlich und mit einer tiefen inneren Ruhe und Begeisterung, wie sie das schafft weiß ich nicht, aber mich hatte sie auf den ersten Seiten.

Ja, Frau Winnemuth investiert auch hier mehr Geld in ihr Projekt als das so der normale Gartenneuling wohl tun würde und als sie ihr rollbares Gartenhäuschen unbedingt haben mußte, konnte auch ich, die ja auch in der Regel für ihre neuen Hobbies eine Menge Kohle verbrennt, ein Augenrollen nicht unterdrücken, aber mein Gott, das Buch ist Winnemuths Traum vom Garten, nicht meiner. Gartentipps fließen eher beiläufig ein, das Buch ist ganz sicher kein Ratgeber und kein Sachbuch zum Gartenbau, es ist die Geschichte einer Frau, die versucht anzukommen und Wurzeln zu schlagen.

Mir hat das sehr gut gefallen und ich mochte ihre Gedanken zu den anderen Menschen, die in ihren Garten kommen, die Vermenschlichung der Kräuter und Stauden fand ich prima, das „Bin im Garten“ (Amazon Affiliate Link) war wie eine warme seichte Decke und damit genau das, was ich gerade brauchte.

Danke, die Lektüre war ein Genuss und die Optik des Buches auch. Sehr liebevoll gibt es Bilder vom Garten, vom Hund und die Seiten sind toll illustriert, davon bitte gerne mehr!

Warum so viel Hass? – Leila Slimani

Das Büchlein von Leila Slimani (Amazon Affiliate Link)aus dem btb-Verlag kam vor ein paar Tagen hier an und ich habe es in weniger als einer Stunde ausgelesen. Die 63 Seiten sind halt für einen Vielleser sehr schnell bewältigt.

Mehr Information zu Leila Slimani finden sich hier: Klick!

Das Heftchen (Amazon Affiliate Link) ist gut gebunden und die Klappbroschur läßt es trotz der wenigen Seiten gut in der Hand liegen.Ich mag es ja wenn der Einband von Taschenbüchern eine tolle Haptik hat und dieser hier ist leicht geriffelt und fühlt sich gut an.

Enthalten sind im Buch 6 Essays.

Der Teufel steckt im Detail.

Warum so viel Hass?

Warten auf den Messias.

Fundamentalisten, ich hasse euch

Französin, Kind von Fremden

Ein Anderswo

Alle Essays sind eher unterhaltend geschrieben, die Sprache ist erstaunlich leicht und dennoch provokativ. Sie lesen sich rasch runter und dennoch wird man zum Nachdenken über unsere Gesellschaft, Religon, Extreme und die Veränderungen der heutigen Zeit angeregt. Trotz der Kürze der Texte sind diese überraschend intensiv und man kommt sehr nah an die Erzählerin oder auch ihre Figuren heran. Ich fühlte mich sowohl in Amine Moussa, den Universitätsprofessor, der gerne mal raucht oder Alkohol trinkt und das im Ramadan, hineinversetzt. Seine Welt wurde mir in wenigen Zeilen verständlich gemacht. Ich fühlte mich auch von Slimanis Überlegungen dazu, einen Text zu den terroristischen Handlungen in Frankreich kurz nach dem Geschehen zu schreiben, abgeholt und war ihr für das Mitteilen ihrer Gedanken zu dieser Thematik sehr dankbar, da mir so ein neuer Blickwinkel gewährt wurde.

Auch der Text zum gläubigen Alten, der mit den extremistischen Haltungen seines Umfelds konfrontiert wird und seine Gedanken dazu formuliert und vorallem sein Verhalten dabei beleuchtet, fand ich horizonterweiternd und beruhigend.

Der Text „Fundamentalisten, ich hasse euch!“ ist aus meiner Sicht der persönlichste Essay dieses Buches und allein das Datum, an dem er geschrieben wurde 14.11.2015 macht ihn noch eindringlicher.

Mich berühren Slimanis Fragestellungen, (Amazon Affiliate Link) ihre scharfe Beobachtungsgabe und ihr sehr genaues Beschreiben von zunehmendem Fundamentalismus und schleichender Vorgänge, die zu Radikalisierungen führen. Ihre Texte sind konzentriert, intensiv und persönlich, so müssen Worte sein, damit sie mich erreichen. Danke dafür.

Schnupperkurs Häkeln – Fanny Mitula aka Yarn around the world

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Im Frickelcast haben Feierabendfrickeleien und ich bereits über den Schnupperkurs Häkeln von Fanny Mitula (Amazon Affiliate Link) geplaudert. Nur damit Steffi endlich das Häkeln auch mal abseits der Büschelmasche lernt, habe ich mich geopfert und mit meinem enorm großen Häkelfachwissen dennoch ein Häkelanfängerbuch (Amazon Affiliate Link) gelesen und naja, was soll ich sagen? Ich hatte Spaß und hab sogar hier und da noch wissenswerten Kleinkram gelernt.

Bevor es aber an die wirkliche Rezension geht, gibt es mal wieder einen Rüffel für den Verlag. Sorry, lieber Topp-Verlag, die Autorin nicht aufs Cover zu schreiben und nur im Buch kenntlich zu machen geht gar nicht. Weder bereitet mir als ehrenamtlicher Bibliotheksmitarbeiterin Freude beim Einsortieren dieser Bücher, noch finde ich das fair der Autorin gegenüber und ganz ehrlich, wenn man da eine Autorin hat, die ein gutgepflegtes Instagramprofil und einen gewissen Bekanntheitsgrad unter Häklern hat, dann packt man deren Namen doch aufs Cover und zwar nicht nur den, sondern auch ihre Webseite. Halloooooo? Das sind Kaufargumente, ehrlich jetzt, ihr braucht eure Autoren nicht zu verstecken, die kann man stolz und selbstbewußt herzeigen.

Genug genörgelt, das hat das Buch nämlich nicht verdient.

Fanny findet ihr hier: https://www.yarnaroundtheworld.com/

Wie der Titel schon sagt, ist es ein Schnupperkurs. (Amazon Affiliate Link)  Also eine Anleitung zum Häkeln lernen, für die, die das bisher nicht konnten oder wollten.

Genau darauf ist das Buch auch ausgerichtet und der Untertitel „Du weißt nicht, was du kannst, wenn du es nicht versuchst!“ ist für mich seit jeher mein Mantra. Ich habe so viele Dinge versucht, bei denen mir andere sagen wollten, dass ich diese nicht kann, weil ich zu klein, zu weiblich, zu ungeduldig, zu unsportlich bin und ganz ehrlich, die meisten davon habe ich dann doch irgendwie gemeistert, warum solltest du also nicht Häkeln können?

Das Buch (Amazon Affiliate Link) ist in 4 Teile unterteilt, zunächst werden ein paar Worte zum Thema „Die neue Häkellust“ verloren. Häkeln entspannt und ist tatsächlich ja wieder modern.Dann gibt es eine kurze aber sehr übersichtliche Materialkunde, Garne, Nadeln, was man sonst so braucht und die Grundmaschen werden kurz und knapp gezeigt.

Dann lernt man diese Maschen zu vertiefen, indem man eine Rose häkelt, für die man alle Maschenvarianten braucht. Wenn die kleine Rose fertig ist, kann man alle Maschen und hat eine Rose und nicht nur ein langweiliges Probeläppchen.

Ich habe beim Schachenmayr Event dabei zugesehen, wie Simone von Lilientinte diese Rose gehäkelt hat und das hat sie auch als Anfängerin toll hinbekommen. Sogar Steffi hat ein Röschen gefrickelt. Ich kann also auch aus Sicht der Anfänger sagen, das ist schaffbar und wirklich gut gelöst, weil so ein kleines Röschen ja viel mehr motiviert, als wenn man irgendwas macht, was man hinterher nicht benutzen kann, nur um zu üben.

Im 4. Teil des Buches (Amazon Affiliate Link) finden sich 6 kleine Anfängermodelle, eine Variante der Rose, eine Handyhülle, Untersetzer, eine Vase, eine Windlicht und eine Mütze. Alle in kurzer Zeit mit raschem Erfolgserlebnis gehäkelt, alle simple und dennoch nicht langweilig. Die Anleitungen sind gut strukturiert und außerdem gibt es zum Buch passende Videotutorials von Fanny, die ihr euch mit dem Code aus dem Buch ansehen könnt. Das mag ich sehr.

Die Bilder sind gut fotografiert und überall ist gut zu erkennen, wo man wie einstechen muß. Teilweise hat man hier, um es deutlich zu machen, ganz starke Nahaufnahmen gemacht. Mir hat das gefallen. Das Buch ist mädchenhaft und bonbonrosa, ich steh auf sowas ja total.

Ich als jemand, der wirklich häkeln kann, brauche das Buch nicht zwingend, fand es aber gut erklärt und hübsch gemacht. Für einen Häkelanfänger, halte ich das Buch für perfekt und super sinnvoll. Man lernt spielerisch, wie es geht und wird durch den Fortschritt total motiviert, das ist absolut auch für Jugendliche oder Kinder ein toller Einstieg in die Handarbeit.

Absolut gute Lösung. Eine große Empfehlung also für alle, die Häkeln lernen wollen.

Am Stück gestrickt von Margaret Hubert

[Werbung – Rezensionsexemplar]

Wir haben bereits im Frickelcast über „Am Stück gestrickt“ von Margaret Hubert (Amazon Affiliate Link) ausführlich gesprochen. Das findet ihr hier: Klick!

Das Buch ist im Stiebner Verlag erschienen.

Nun also meine Rezension dazu hier auf dem Blog.

Meine Meinung zum Buch (Amazon Affiliate Link)  muß man eigentlich zweigeteilt sehen.

Denn ein Teil des Buches hat mich sehr begeistert und mir sehr gefallen, ein anderer Aspekt konnte mich eher nicht überzeugen. Allerdings hatte das Buch es auch schwer, denn meine Erwartungen waren hoch.

Wird doch in vielen Publikationen immer noch auf Zusammennähen bei Oberteilen gesetzt, war ich hier so glücklich, dass sich endlich mal wer an die am Stück gestrickten Teile wagt, dass ich hoffte, hier all das wieder zu finden, was ich aus vielen richtig guten Anleitungen bei Ravelry bereits kenne.

Die Erwartung wurde leider nicht so recht erfüllt, denn obwohl das Buch am Stück gestrickt(Amazon Affiliate Link)  heißt, mach Frau Hubert Dinge, die sich mir nicht erschließen und die dazu führen, dass man doch wieder lange Nähte zusammenfügen muß. Ärmel nicht rund sondern flach stricken zum Beispiel oder unter der Achsel ein Loch lassen beim Raglan, statt rundherum Maschen aufzunehmen. Sowas verstehe ich nicht und finde es umständlich. Das hat mich gestört.

Super dagegen waren die Maßtabellen, umfangreich, genau und so angelegt, dass sogar ich kleine und zierliche Person mich darin wieder finde. Mit diesen Tabellen ist es mir möglich einen genau auf mich zugeschnittenen Pullover/Strickjacke zu stricken. Das fand ich prima. Weniger prima war, dass die Tabellen und Maschenanzahlen ausschließlich für Garne mit einer Stärke von DK aufwärts zu haben sind. Da muß man dann doch wieder rechnen und mal ehrlich, wie viele Pullover oder Strickjacken aus so dicken Garnen habt ihr schon gestrickt und tragt sie regelmäßig?

Andererseits fand ich dann wieder richtig gut, dass es Tabellen für Damen, Herren und Kinder gab und man so individuell anpassen kann und genau den Pullover oder die Strickjacke anhand der Tabellen erarbeitet, die man haben möchte.

Wichtig ist auf jeden Fall zu wissen, das Buch ist kein Anfängerbuch, es erklärt viele Dinge so, dass ein fortgeschrittener Stricker kein Problem hat den Angaben zu folgen, jemand der aber noch nie Klamotte gestrickt hat, dürfte hier sehr gefordert werden. Das ist schaffbar, ganz sicher, aber an Strickanfänger richtet das Buch sich nicht. Ich mag es ja, wenn ein Buch mein Wissen ein wenig voraussetzt und ich mich nicht erstmal durch die Anleitung kämpfen muß, was eine Masche ist und wie man sie strickt. Das ist also für mich ein großer Pluspunkt, für Anfänger ist es aber auch wichtig zu wissen, dass man sich hier intensiv mit der Thematik auseinander setzen muß, bevor man los stricken und etwas Fertiges und Gelungenes in den Händen hält.

Sehr irritierend fand ich die Beteuerungen von Margaret Hubert, dass es ja so schrecklich wäre, etwas am Stück zu stricken, weil man dann so viele Maschen auf der Nadel hätte. Hm… bei einem Pulli sind das deutlich weniger Maschen als bei so manchem Tuch, ich hab mich davon noch nie abgeschreckt gefühlt und erkenne die Problematik sogar gar nicht. Ob ich jetzt 100 – 200 oder 800 Maschen auf einer Rundstricknadel habe, macht für mich keinen Unterschied.

Im Buch (Amazon Affiliate Link)  finden sich Tabellen und Anleitungen oder nennen wir es lieber Strickrezepte für von oben gestrickte Raglanmodelle, von oben gestrickte Modelle mit Passe, seitlich gestrickte Modelle und von hinten nach vorne gestrickte Modelle. Alle vorgestellten Modelle finde ich durchaus spannend, die letzten beiden aber eher aus nostalgischer Sicht. So strickt heute niemand mehr, das ist umständlich, wenig paßgenau und schlecht anzupassen. Gefehlt haben mir da viele andere Varianten, wie eingesetzte Ärmel oder Ärmel nach der Contiguous Methode. Das erwähnt sie gar nicht. Oder die Möglichkeit Modelle auch von unten nach oben an einem Stück zu stricken. Hier hätte ich mir tatsächlich weniger Fokus auf unterschiedliche Modelle, als mehr Möglichkeiten zum Stricken gewünscht.

Die Bilder und Grafiken fand ich wiederum gelungen, man konnte erkennen, was für den Stricker wichtig ist und vorallem die Grafiken haben mir viele Dinge gut näher gebracht.

Ich habe mehrmals kurze Aha- Momente beim Lesen gehabt, darum bin ich auch so zwiegespalten, denn einerseits war das wirklich richtig gut, andererseits fehlten mir halt dünnere Garnstärken und erweckte das Buch aufgrund der vorgestellten und teilweise etwas angestaubten methoden einen wenig modernen Eindruck.

Wer sich mit dem Stricken von oben auseinandersetzen will, für den ist das Buch prima, wer aber wirklich gar nicht gern zusammennäht, für den ist es noch nicht weit genug gedacht.

Ich bleibe am Ende ein wenig unbefriedigt zurück, das war nicht schlecht, geht aber besser.