Katzen – in der Kunst

 

Ich gehöre zu den Menschen, die Coffeetable-Books einfach lieben. So gerne habe ich ein schönes Buch auf dem Wohnzimmertisch liegen, so gerne blättere ich versonnen und gucke einfach schöne Bilder.

Seite 57, Déjà-vu © Larry Welo

Letzte Woche war ich dann ja extrem unfit und konnte nur rumliegen und an die Decke starren. Lesen wäre utopisch gewesen. Da die Decke aber irgendwann langweilig wurde, war ich sehr froh, das kleine Katzenbüchlein der anderen Art aus dem Dumont Buchverlag zu haben. Hier konnte ich ein wenig hin und her blättern, Bilder gucken, die ganz kurzen Texte überfliegen und das alles lenkte mich ein wenig ab.

Das Büchlein von Angus Hyland und Caroline Roberts ist schön klein und handlich, hat aber trotzdem noch ausreichend Größe, um die Bilder gut erkennen zu können. Dazu hat es eine angenehm griffige Haptik und matte Seiten, das mag ich.

Seite 30, Schwarze Katze © Jane Crowther

Auf jeder Seite finden sich ein bis zwei Katzenbilder aus der Kunst. Manchmal auch eines über eine Doppelseite, dazu passende Sinnsprüche oder auch herrlich unnützes Wissen, sowas mag ich sehr. Zum Beispiel, dass der Maler Xu Gu aufgrund der Grausamkeiten, die er im Krieg erlebte, nur idyllische nostalgische Szenen malte. Oder dasss weiße blauäugige Katzen oft taub sind.

Ich mag das Buch und seinen  Klappentext „Dieses Buch hat einen eigensinnigen Charakter“.

Es eignet sich als Mitbringsel und Geschenk für Katzenmenschen oder auch als kleine Belohnung für einen selbst.

S. 24, Frühlingsanfang © Midori Yamada

Die Bilder auf dieser Seite wurden mir freundlicherweise vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt und bieten einen kleinen Überblick, was euch im Buch erwartet.

Normalerweise hat Frau Katze ja das Bedürfnis sich mit jedem Buch erstmal bekannt zu machen und zu kuscheln, zu einer kleinen Fotosession mit dem Katzenbuch war sie aber nicht zu bewegen, seufz. Eigensinnige Biester…

Merken

Pflücker und Sammler

Das Handbuch für Pflücker und Sammler, erschienen im Dumont Buchverlag, hat hier bei uns schon für viel Freude gesorgt. Seit einiger Zeit ist es in reger Benutzung, sehr gut, dass es etwas robuster gebunden und mit einem stabilen Gummiband ausgestattet ist. Das ist wirklich hübsch gestaltet und sehr praktisch.

Die niederländischen Autorinnen Erica Bakker und Ellen van den Broek, sowie die Illustratorin Rachelle Klaassen haben hier einen wirklich tollen Job gemacht. Natürlich ist das Buch eher auf Kinder ausgelegt, hat aber auch mir als Erwachsener durchaus Freude bereitet.

Das Ganze ist geglidert in eine Einleitung, in der das Pflücken und Sammeln erläutert wird, dann folgt ein Pflückkalender, eine Landschaftskarte und ein Pflück-ABC. Danach ist das Buch in Jahreszeiten gegliedert und passend zum Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter werden die passenden Themen erläutert und mit Ideen gewürzt.

Am Ende gibt es noch ein Kapitel, dass sich mit Dingen beschäftigt, die man das ganze Jahr über tun kann.

De Pflückkalender fand ich sehr gut, allerdings etwas sparsam und unübersichtlich, das hätte farbig gestaltet vielleicht ein wenig übersichtlicher gewirkt. Aber auch so kann man ihn gut nutzen. Auch die Pflückkarte fand ich etwas spärlich und hätte mir hier etwas mehr Detailtreue gewünscht.

Das Pflück-ABC sind 11 „Regeln“, zum Beispiel dass es zu zweit mehr Spaß macht, dass man mit dem Smartphone etwas nachschlagen kann, so etwas.

Dann folgen die Jahreszeiten und viele Ideen, was man zu welcher Zeit basteln, sammeln und tun kann. Man lernt eine Blumenkette zu flechten und einen Blumenkranz zu fertigen.

Auch vergessene Dinge werden wieder erwähnt, eine Kerbelflöte habe ich zum Beispiel schon mit meiner Oma gebaut und hab da gar nicht mehr dran gedacht. Vom Lavendelsäckchen über die Hexensuppe, bis zum Krabbenfangen ist wirklich sehr viel dabei, was man mit oder ohne Kinder draußen tun kann. Ich habe mir hier tolle Anregungen geholt und mit unseren Besuchskindern viel Zeit verbracht. Das hat wirklich Spaß gemacht, dabei ist alles gut erklärt, einiges nur als Anregung selbst Ideen zu haben zu verstehen und manches wirklich lustig beschrieben.

Wir hatten viel Spaß beim Lesen und auch bei der Umsetzung der vielen Ideen und Bastelarbeiten.

Das war wirklich sehr schön und wird bestimmt noch häufig genutzt werden.

 

Merken

Auf alles vorbereitet – Lifehacks für den Urlaub

Bereits seit einiger Zeit habe ich „Auf alles vorbereitet“ (erschienen im Dumont Verlag) als Badezimmerlektüre zum kurzen Lesen in der Wanne breit liegen.

Das Buch ist praktisch, robust und abwaschbar und mit einer Gummibandschließe versehen. Das Gummiband kann man auch herausnehmen und für andere Dinge nutzen. Mir gefällt die lockere Aufmachung des Buches sehr.

Im Buch befinden sich 299 unentbehrliche Tipps & Kniffe für die Reise. Einige davon kannte ich bereits, einige habe ich belächelt. andere fand ich wirklich interessant und gelungen. Grundsätzlich ist die Lektüre kurzweilig und aus meiner Sicht eignet sich das Buch auch prima als Mitbringsel für jemanden, der eine größere Reise antritt.

Auf 160 Seiten gibt es viele Ideen, wie man Dinge besser einpackt, was man einpackt, wie man es einpackt, was man braucht und was man nicht braucht. Was man gut gebrauchen kann, was man wie zweckentfremdet, was wirklich hilfreich ist.

Tipps wie, Zwiebel auf Mückenstiche zu drücken, hat man zwar schon mal gehört, aber zum Beispiel ein Wattepad in die Puderdose zu legen, um diese so vor Bruch zu schützen oder dass man die Kotztüten aus dem Flugzeug super auch als Autoabfallbehälter benutzen kann, haben mir wirklich Erhellung gebracht. Dazu ist alles nett und witzig formuliert, fein illustriert und wirklich hübsch gestaltet.

Mir hat das Büchlein wirklich Spaß gemacht.

Auf zur nächsten Reise!

 

Merken

Schwarzes Wasser von Isa Maron

Ich lese immer seltener Krimis und wenn, dann meist keine Deutschen, da die wenigsten Krimiautoren sich die Mühe machen sinnvoll zu recherchieren oder dann eben zu Gunsten der Spannung auf die Ermittlungsrealität keine Rücksicht mehr nehmen. Ich bin da (leider) mehr oder weniger vom Fach und rege mich regelmäßig über diese Dinge auf, sei es eine Ermittlerin, die gänzlich alleine einen Fall löst, oder technische Dinge, die im Rahmen der Spurensicherung entweder nicht möglich sind oder möglich wären und außer Acht gelassen wurden, das nur vorab und es soll eigentlich nur ausdrücken, dass ich ein sehr kritischer Leser von Kriminalromanen bin und eben selten zufrieden gestellt werde.

Isa Marons Buch, welches im Dumont Verlag erschienen ist,  wurde mir allerdings wärmstens empfohlen und ans Herz gelegt und da die Ermittlungen in den Niederlanden spielen und ich mich da bezüglich der rechtlichen Möglichkeiten und der Organisation der Polizei nicht so gut auskenne, bin ich da dann auch weniger kritisch und lasse mich eher auf ein Buch ein.
Dieses hier ist der 3. Teil der Reihe um Maude Mertens und Kyra Slagter. Ich habe nur diesen Band bisher gelesen und bei mir kamen keine Verständnisprobleme auf und ich hatte auch nicht das Gefühl an einem Wissensdefizit zu leiden, weil mir die ersten Geschichten fehlten. Man kann das Buch also durchaus auch für sich alleine stehend lesen. Der erste Band heißt „Dunkle Flut“ und der zweite Band „Kalte Brandung“.


Die Handlung ist interessant, hier und da vielleicht ein wenig drüber, aber wirklich nur ein wenig, so dass ich noch damit leben konnte und mir nicht die Haare raufen musste. Man taucht mit den beiden Frauen in ihre eigenen Welten ein und die aufgebaute Stimmung paßt gut zur Erzählung, überhaupt werden Stimmungen und Emotionen  sehr gut transportiert und die beiden Ermittlerinnen haben zwar beide natürlich ihren eigenen Charakter und ihre Probleme, aber dies nimmt nicht zu viel Raum ein und ist auch nicht so furchtbar depressiv und negativ, wie es in letzter Zeit bei Kriminalromanen Mode zu sein scheint.


Gut hat mir hier vor allem gefallen, dass es zwar um Gewalt geht und Pädophilie eine große Rolle spielt, dies aber nicht plakativ, sondern sehr einfühlsam und auf einem angenehmen Niveau erzählt wird. Es geht nicht darum noch blutrünstiger, noch grausamer zu sein, sondern wirklich darum eine gesellschaftskritische Geschichte zu erzählen.
Die unterschiedlichen Erzählstränge werden stimmig zusammen geführt und auch wenn mir nicht alle handelnden Charaktere immer sympathisch in ihren Handlungsweisen waren, so habe ich die Zeit mit Ihnen doch gerne verbracht.

Etwas schade finde ich den Cliffhanger am Ende des Buches, den hätte es meiner Meinung nach jetzt nicht zwingend gebraucht und mein Interesse zum Weiterlesen wäre auch so geweckt gewesen.

 

Fazit: Intelligente Kriminalgeschichte mit zwei sehr interessanten Frauenfiguren, die nicht gewollt taff und super sind, sondern einfach weiblich und angenehm.

Merken

Merken

Merken

Toskana – eine kulinarische Liebeserklärung

Spätestens seit einem fantastischen Urlaub mit meinen Freundinnen Frau Fussi und der Maschenprobenuschi vor einiger Zeit im wunderschönen Greve bin ich der Toskana und ihren Speisen verfallen, nichts schmeckt so lecker, nichts duftet so gut und egal wie viel Mühe man sich gibt, nie schmeckt es so fantastisch, wie auf einem Weinberg an diesem schönen Flecken Erde. Ein bißchen neidisch schaue ich daher den beiden Damen dabei zu, wie sie gerade bei einem Wanderurlaub durch die Garfagnana ihre Wege suchen.
Trotzdem kann man es ja immer wieder versuchen, das Urlaubsfeeling nach Hause zu holen, die Geschmäcker auch hier zu erreichen und einfach nur geschmackvoll zu kochen.
Das Kochbuch „Toskana – eine kulinarische Liebeserklärung“ kommt sehr hochwertig ausgestattet mit einer Leinenhaptik auf dem Einband daher und liegt schwer in der Hand. Die Verarbeitung ist sehr gut, leider ist der Einband natürlich sehr empfindlich, so dass ich es nicht direkt auf der Anrichte liegen habe, sondern auf den Esstisch stelle, zur Sicherheit.
Jetzt habe ich oben Kochbuch geschrieben, das wird dem Band aber nicht komplett gerecht, denn „Toskana“ geht über ein eigentliches Kochbuch weit hinaus. Neben den wirklich guten Rezepten finden sich Anekdoten kurze Bemerkungen und Bezüge auf das Leben der Autorin, Zitate und wunderschöne Bilder sowohl des Essens, als auch der Landschaft.

Das Buch ist in folgende Abschnitte gegliedert:
– Mein Leben in der Toskana
– Die Speisekammer sinnvoll ausstatten
– Antipasti
– Gnocchi und Pasta
– Heise Suppen
– Fleisch und Wein
– Gemüse
– Snacks
– Süßes, Obst und Kaffee
Am Ende findet sich ein übersichtliches Register, das beim Wiederfinden und Orientieren behilflich ist.

Im gesamten Buch gefällt mir der persönliche Touch, den die Autorin den Rezepten und dem Buch verleiht sehr gut, sie schreibt über Familie, Landleben und Liebe und zeigt sehr offen Bilder von sich und ihrer Familie.
Das gefällt mir, sowas mag ich sehr. Natürlich kann man sich bei einem Kochbuch auf die reinen Rezepte beschränken, ich mag es aber so viel lieber, es ist einladend und gefällt mir sehr.

Das Kapitel über die Ausstattung der Speisekammer fand ich interessant und praktisch, nicht alle Tipps würde ich umsetzen, aber ein paar Ideen kann man sich dort zur Haushaltsorganisation auch als souveräne Hausfrau noch abschauen.
In der Regel gibt es zu jedem Gericht mindestens ein Bild, auch das entspricht meinen Wünschen, ich möchte mir nämlich vorstellen können, wie das Gericht im fertigen Zustand aussehen soll. Ich bin da eins ehr optischer Mensch, ich brauche das einfach.

Nachgekocht habe ich bisher die Sardellen in Zitrone, den Salat aus weißen Bohnen und die Birnen mit Honig und Zitrone.
Jeder der Gerichte ist einfach und rasch zu kochen, man benötigt überraschend wenige Zutaten und diese bekommt man sehr gut im Supermarkt Mir ist im ganzen Buch keine Zutat über den Weg gelaufen die ich nicht auf dem Markt, Biomarkt oder Supermarkt erhalten würde.
Das gefällt mir, dazu sind die Mengenangaben sehr passend, so dass auch mein immer sehr hungriger Mann entsprechend satt wird.
Ich mag das Buch wirklich gerne, man kann schön darin stöbern, Kochen damit lernen, aber auch als erfahrener Koch noch Ideen und Anregungen finden. Ob man für Bruschetta jetzt wirklich das 100ste Rezept braucht, kann ich nicht beurteilen, aber mich hat das Buch inspiriert und angeregt.

Birthday Girl 

Haruki Murakami ist ja mein uneingeschränkter Liebling, der Gute kann sich schriftstellerisch so einiges leisten und ich bin immer glücklich mit seinen Texten. Bei Birthday Girl handelt es sich zum einen um eine Kurzgeschichte und zum anderen um einen kleinen Essay von Murakami, der sich Gedanken über Geburtstage macht.

Beides war auf die jeweils eigene Art spannend und interessant.

Birthday Girl regt die Fantasie an, läßt den Leser im Dunkeln tappen und sorgt dafür, dass man sich Gedanken über seine eigenen Wünsche und Ziele macht und was deren Erfüllung für einen bedeuten würde und ob diese wirklich so positiv sein wird.

Dabei wird man, wie üblich bei Murakami ziemlich gequält als Leser und letztlich am Ende mit seinen Überlegungen allein gelassen, wer so etwas nicht schätzt, sollte hier besser die Finger vom Büchlein lassen, wer aber solche kleinen Spielereien eines Autors zu schätzen weiß, der wird hier sehr viel zwischen den Zeilen finden.

Die Illustrationen von Kat Menschik tun ihr übriges dazu, dass man von diesem Buch wirklich anregend unterhalten wird und sich gerne auf Murakamis Überlegungen einläßt.

Natürlich ist man als schneller Leser sehr flott durch diesen kleinen Leseband durch, ich schätze aber auch die schöne und schnelle Unterhaltung hin und wieder und habe dieses kleine Büchlein wirklich sehr genossen.

 

Merken

Merken

Der Freund der Toten

Noch nie, habe ich für ein Buch so lange Stillschweigen bewahren müssen und noch nie, ist es mir so schwer gefallen.

Bereits vor einigen Monaten kam „Der Freund der Toten“ von Jess Kidd hier als Rezensionsexemplar vom Dumont Verlag an und ich habe mich wirklich sehr gefreut, da mich vorallem das wunderschöne Cover bereits in der Vorschau so unheimlich angesprochen hatte. Auf der Seite des Dumont Verlags findet sich eine Leseprobe und ich rate wirklich jedem, da mal kurz reinzulesen bereits dieses kurze Stück ist schon so schön. Das Buch erscheint am 19.05.2016 und ist bei allen Onlinebuchhändlern bereits lieferbar.

Das Buch ist wirklich zauberhaft gemacht und ich finde den Einband so schön. Außerdem ist es PapeGo fähig. Was PapeGo ist, wird euch hier erklärt: Klick! Für mich ist das endlich ein Schritt in die richtige Richtung, was Ebooks angeht. Ich liebe das haptische Gefühl eines Buches in der Hand, aber unterwegs hätte ich trotzdem gerne ein Ebook, zum einen, um das Buch zu schützen, zum anderen, damit ich nicht so schwer schleppe. PapeGo ermöglicht mir das und ich war von der Umsetzung der App wirklich begeistert, das hat reibungslos funktioniert. PapeGo ist kostenlos und mittlerweile wird es von vielen großen Verlagen für ihre Bücher angeboten.

Aber zurück zum Buch.

Die Geschichte, spielt in Mulderrig einem kleinen Städtchen in Irland, wo die Uhren noch ein wenig anders ticken und die Dorfgemeinschaft so einiges zu verbergen hat.

In diesem Städtchen taucht nun also Mahoney auf, ein wilder schöner Kerl, der im Handumdrehen überall Unordnung gestiftet hat und noch dazu die Dörfler an seine Mutter erinnert, die vor vielen Jahren in diesem Dorf spurlos verschwand.

Mahoney macht sich also daran dieses Geheimnis um seine Mutter aufzuklären und hat dabei nicht nur Hilfe von der sehr exzentrischen Mrs. Cauley, die ihn mit beißendem Humor und einigen Gemeinheiten dabei unterstützt, die Dorfbewohner ordentlich herumzuwirbeln, sondern auch von dem ein oder anderen Geist. Mahoney hat nämlich die für ihn recht nervige Angewohnheit die Toten anzuziehen. Sie kommen und schauen ihm zu, wie er der ein oder anderen Lady den Kopf verdreht, sie helfen ihm, sie führen ihn in die Irre und machen sich über ihn lustig. Der eine Tote ist etwas lüstern, der andere sitzt im Beichtstuhl, eines haben sie aber alle gemeinsam, sie werden auf zauberhafte Art beschrieben.

Jess Kidd hat eine ganz eigene Art Situationen und Menschen zu beschreiben, sie tut es liebevoll und intensiv und eigentlich hat mich jede Szene des Buches irgendwie angesprochen und berührt, sei es die vom Wind herumgewirbelte Bibliothek von Mrs. Cauley oder die amourösen Abenteuer von Mahoney, hier paßt jedes Wort, hier trifft jeder Satz ins Schwarze, selten war ich von einer Ausdrucksweise so begeistert und hat mich ein Buch so intensiv in sich hineingezogen.

Ich habe Mahoney wirklich gerne begleitet, habe mich gerne auf seine Ideen und Spielchen eingelassen und war vorallem vom Ende, dass dem Leser sehr viel Raum für eigene Ideen und Fantasien gibt sehr bezaubert.

Das ist wirklich ein wunderschönes, wenn auch nicht immer friedliches Buch, aber mir hat es wirklich sehr gut gefallen.

Merken

Merken

Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker

Ich hab dieses Buch gekauft, in der Erwartung ein postapokalyptisches Grenzerfahrungsszenario geboten zu bekommen. Kampf ums Überleben, Ängste, Probleme des Alltags, Traumata, so etwas.
Geboten bekommen habe ich leider etwas gänzlich anderes und vorallem weniger Spannendes. Hätte ich eine andere Erwartungshaltung gehabt, hätte mir das vermutlich sogar sehr gefallen, aber so habe ich eigentlich das ganze Buch über darauf gewartet:

WANN GEHT’S LOS?
Eigentlich geht es vorallem zu anfang sehr schnell, man ist flott in der Geschichte drin, entwickelt aber keine wirklichen Sympathien für den Protagonisten und auch nicht für seine Familie. Ich muß gestehen, dass mir sein Gejammer und ichbezogenes Genöhle ziemlich schnell ziemlich auf die Nerven ging.
Zwar ist der weitere Weg dann durchaus unterhaltsam, schaffte es aber nicht mich zu begeistern oder zu überzeugen. Mir fehlten hier die realistischen Probleme, mit denen die Gruppe konfrontiert würde, statt dessen gab es ziemlich viel ziemlich konstruierten Kram, der mich wirklich nicht überzeugen konnte.
Klar Gewalt, Plünderungen, Hass unter den Überlebenden erscheint unumgänglich, aber hier gefiel mir die Schilderung oft nicht, auch das Verhalten aller Personen im Buch erschien mir immer wieder zu abgedreht und nicht sinnvoll.
Natürlich ist es so, wie viele Rezensenten schon geschrieben haben, es geht hier eher um eine Selbstfindung, weniger um die Apokalypse um ihn herum und genau das hat mich eigentlich nicht interessiert, weil er mich nicht interessiert hat. Ich fand es zunächst reizvoll einen eher unsympathischen Protagonisten zu haben, irgendwann fand ich ihn aber nicht mehr spannend, sondern einfach nur doof.
Das Ende hätte dann durchaus nochmal ein gewisses Potential geboten, die Kurve zu einem doch ganz guten Buch noch zu bekommen, das wird aber leider nicht genutzt.
Ich bleibe nach dem Lauf des Protagonisten als Leser irgendwie allein zurück, weiß nicht genau, was mir das jetzt alles sagen oder geben sollte und denke durchaus noch über das Buch nach. Es verblasst aber zusehends und ich wäre lieber besser unterhalten, als zum Nachdenken angeregt worden.

Adrian J. Walker

Am Ende aller Zeiten

Merken

Merken

Merken

Last Minute vegetarisch von Anne-Katrin Weber

Ich hab vor ein paar Tagen nochmal bei vorablesen.de mitgemacht, weil mich das Kochbuch „Last Minute vegetarisch“ so interessiert hat und hab gleich gewonnen.


Das Buch kam ruckzuck bei mir an und ich habe es erstmal auf dem Sofatisch liegen lassen, damit der Mann mir Gerichte markieren kann, die er essen würde. Der Herr jetztkochtsie ist ja ein sehr heikler Esser, Käse darf nicht drin sein, matschig darf es nicht sein, Zucchinis sind gefährlich und am Besten ist es eigentlich ein Schnitzel und Pommes. Wir wollten allerdings zum einen unseren Fleischkonsum ohnehin nocheinmal deutlich herunterschrauben, wir essen so schon höchstens 2-3 Mal die Woche Fleisch, aber der Mann will weiter reduzieren und dem stell ich mich natürlich nicht in den Weg.

Dem entgegen steht das Problem, dass ich meist abends keine große Lust mehr habe zu kochen und mir auch ein Joghurt oder Brot reicht und er dann für sich schnell eine Frostapfanne oder ähnliches zusammenzimmert.

Das Buch kam uns also entgegen, denn es verspricht schnelle vegetarische Gerichte.

Der Mann hat dann tatsächlich einiges gefunden, was ihm schmecken würde und vieles davon ist nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Hier seht ihr seine Zettelchen, das sind einige, find ich.

Ich habe gestaunt, die Klappe gehalten und war heute dann nach der Arbeit flott einkaufen und habe zwei der Gerichte aus dem Buch ausprobiert.

Zum einen gab es den veganen Couscous-Fenchel-Salat mit Granatapfelkernen und zum anderen die Gnocchi-Pilz-Pfanne mit Trüffelbutter.

Beides hat uns sehr gut geschmeckt und war zusammen tatsächlich in weniger als 20 Minuten zubereitet.

Die Mengenangabe war passend für zwei Personen. Da ich beide Gerichte kombiniert habe, also Salat als Vorspeise und Pilzpfanne als Hauptgericht, ist vom Salat noch so viel übrig, dass ich davon morgen im Büro mittags sicher auch noch mit einem Kollegen satt werde. Einzeln hätte das durchaus auch gereicht, aber ich wollte eben zwei Gerichte ausprobieren.

Geschmeckt hat es sehr gut und ich war enorm skeptisch, ob mein heikler Esser den ausgesuchten orientalischen Salat mit Minze und Granatapfel wirklich essen würde, aber er hat ihn nicht nur gegessen, sondern er hat ihm sogar geschmeckt. Ich bin beeindruckt, vielleicht wird aus ihm doch noch ein Gourmet.

Das Kochbuch gefällt mir vom Aufbau her sehr gut, es sind Gerichte für alle Gelegenheiten und Geschmäcker drin, nichts, was mir überhaupt nicht schmecken würde und vieles, was wirklich außergewöhnlich ist, sei es durch Komposition oder Zubereitungsart.

Die Anleitungen sind kurz gehalten, gut verständlich und der Aufwand für alle Gerichte hält sich im Rahmen. Die Zutaten sind ebenfalls gut zu bekommen und nur sehr selten wirklich außergewöhnlich oder selten.

Die Fotos im Buch gefallen mir gut, sie sind hübsch, aber nicht überkandidelt, sondern so, wie es auch bei mir beim Kochen aussehen würde. Das hat mir gut gefallen. Hier werde ich sicher noch mehr nachkochen. Das war genau unser Fall. Dankeschön!

Merken

Merken

Das Kleiderschrank Projekt

Vor einiger Zeit flatterte bei mir ein heißersehntes Rezensionsexemplar vom Dumont Buchverlag in den Paketkasten.

Das Kleiderschrank-Projekt von Anuschka Rees.

Ich kannte Frau Rees bereits als Bloggerin für Modethemen und als Autorin bei Bento. Schreibstil und ihre Themen haben mich da immer ganz gut unterhalten und weiterbringen können, darum habe ich mich sehr gefreut, als es hieß, sie bringt ein Buch zu ihrem Hauptthema der Mode heraus.

Da ich ja auch gerade dabei min meinen Kleiderschrank umzustrukturieren und dabei vorallem auf die Hilfe der Zalon Box zurück greife, weil ich selbst einfach unfaßbar unstrukturiert beim Einkauf von Kleidung bin.

Ich weiß zwar immer recht genau was ich will, neige aber zu Spontankäufen und Dingen, die wirklich überhaupt nicht zu meiner sonstigen Garderobe passen und dann ein trauriges Dasein im Schrank fristen.

Das Kleiderschrank-Projekt hörte sich daher für mich total gut an. Ein Plan, wie ich meinen Kleiderschrank entmiste und gleichzeitig aufwerte. PERFEKT!

Das Buch ist wirklich schön gestaltet mit hübschen Grafiken und Fotos versehen und lädt einen zum Lesen und Verweilen ein.

Dabei ist der Aufbau wirklich simple, erstmal wird erklärt, was das Buch überhaupt will, was Minimalismus im Kleiderschrank bedeutet und wie man seinen eigenen Stil findet, ohne dabei Trends hinterher zu rennen. Ich gehöre zu den Menschen, die recht wandelbar sind, den einen Tag fühle ich mich in Boots und abgetragener Lederjacke sehr wohl, den nächsten schwebe ich mädchenhaft im Blümchen-Hippie-Rock und wallender rosa Bluse durch die Büroflure, in der nächsten Woche hab ich lieber meine selbstgestrickten Pullis an, was meine Kollegen dabei von mir denken ist mir in der Regel recht egal, die besten Voraussetzungen also, mich auf das Experiment einzulassen. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich meinen Stil schon gefunden habe, aber irgendwie ist es ja auch Stil, wenn man immer wieder Stilrichtungen mixt und kombiniert, je nach Stimmungslage.

Das Buch gibt sich hier aber nicht mit Platitüden und einer einfachen Analyse zufrieden, es stellt dem Leser auf der Suche nach dem eigenen Stil Aufgaben. Natürlich kann man für sich selbst entscheiden, welche davon man umsetzt und welche man überblättert, ich habe als Experiment aber tatsächlich die meisten umgesetzt und war teilweise von den Dingen, die mich inspiriert haben oder die ich dadurch herausgefunden habe überrascht.

Ein Großteil des Buches geht dafür drauf herauszufinden, was einem überhaupt gefällt, was man mag was zu einem paßt und was man wirklich schätzt. Damit hab ich in der Regel kein Problem, da ich ich sehr genau weiß, was ich möchte und was ich an mir mag, trotzdem boten sich mir auch hier Überraschungen, wer sich hier auf die Gedankenspiele einläßt, der wird sicherlich sein „Mag-ich“-Spektrum erweitern können.

Gut gefallen haben mir hier ihre Listen und Tabellen, die Alternativen und Vergleiche vorschlagen, so dass man, wenn man nicht gleich so mutig ist, seinen kompletten Stil umzukrempeln erstmal probieren kann.

Ebenfalls gut fand ich, das Frau Rees keine Regeln vorgibt, sondern den Leser / die Leserin selbst festlegen läßt, was man als Regel beherzigen möchte und was nicht. Sie gibt Anregungen und Tipps, tritt aber nicht belehrend auf und benennt auch keine Does / Don’ts, denn erlaubt ist, was gefällt.

Weiterhin setzt sie sich auch mit dem Selbstbewußtsein der Leser auseinander, denn ein Stilwechsel benötigt erstmal Mut, fühlt man sich in der Kleidung unwohl, weil sie einem nicht liegt? Oder weil es am Selbstbewußtsein mangelt, das gilt es herauszufinden. Nun mangelndes Selbstbewußtsein kann man mir nicht unterstellen… befürchte ich, mit dem Kapitel war ich also flott durch. 🙂

Am Ende von Teil 2 des Buches hat man seinen eigenen Stil kreiert, mich persönlich hält nichts davon ab auch für mich mehrere Stilrichtungen festzulegen, die mir alle gefallen und mit denen ich spielen und variieren kann.

In Teil 3 gibt es dann eine Detox-Kur für den Kleiderschrank. Obwohl mein Kleiderschrank relativ gut gepflegt ist, habe ich nach diesem Teil 2 volle Wäschekörbe aussortiert. Kleidung, die ich nicht trage, Kleidung die ich nur trage, weil sie anderen gefällt, Kleidung, die mir nicht mehr paßt, Kleidung, die in der ich mich nicht wohlfühle, Kleidung, die schön, aber unbequem ist. Am Ende ist mein Kleiderschrank ordentlich entrümpelt und entschlackt, dafür enthält er nur noch Dinge, die ich mag.

Hierzu nutzt sie ein übersichtliches Flußdiagramm, um Entscheidungshilfe zu leisten, bei den Dingen, bei denen man unentschlossen ist.

Im nächsten Teil geht es darum zu analysieren, welche Kleidung man für SEIN Leben wirklich braucht, welche tragbar ist und welche man zwar gerne hätte, welche man aber nie anziehen wird, weil es an Gelegenheiten fehlt. Auch ich habe 4 Abendkleider im Schrank hänge, jeweils für Hochzeiten oder andere Anläße gekauft und dann nie wieder getragen und auch von diesen konnte ich mich auch diesmal nicht trennen, obwohl klar ist, dass ich sie nie wieder tragen werde… Ein bißchen Nostalgie gibt es auch nach dem Kleiderschrankprojekt noch in meinem Schrank.

Dann geht es darum aufzurüsten, die Garderobe um Key-Pieces zu erweitern, mit denen man viel kombinieren kann, aber auch die Finanzen dabei zu berücksichtigen und zu kalkulieren, was man haben will und was man sich leisten kann. Ich persönlich gebe sehr viel Geld für Kleidung aus und würde das hier und da gerne etwas regulieren, lieber weniger kaufen und dafür glücklicher mit dem Gekauften sein.

Auch das Farbkonzept macht sie zum Thema und hier tue ich mich tatsächlich schwer, ich mag so viele Farben, die teilweise wirklich nicht kompatibel sind, aus diesem Kapitel habe ich für mich daher sehr viel mitgenommen. Danke dafür.

Bei meinem Kleiderschrank-Projekt geht es für mich auch darum meinen Business-Look ein wenig seriöser und vorallem erwachsener zu machen. In meinem Job ist ein sehr legerer Dresscode gefordert, trotzdem merke ich, dass anders auf mich reagiert wird und ich anders wahrgenommen werde, wenn ich mich eben doch in Hosenanzug und Bluse werfe, meist habe ich dazu trotzdem keine Lust, weil ich es anstrengend finde, das würde ich gerne ändern und auch hier hilft mir Frau Rees mit anderen schicken Business-Alternativen, die über den Hosenanzug hinaus gehen. Das Thema der Capsules Warderobe nimmt sie hier ebenfalls auf, erklärt es verständlich und umsetzbar, es ist aber nur eine Alternative und keineswegs das komplette Konzept des Buches.

Dann folgt ein Shopping-Guide, den ich sehr hilfreich fand. Ich hasse es einzukaufen, ich hab es schon immer gehaßt. Menschen überall, noch schlimmer, wenn ich Menschen dabei habe, meinen Mann oder meine Freundin, das kann ich einfach nicht. Ich brauche zum Einkaufen Ruhe, daher tue ich das tatsächlich am Liebsten von zuhause aus und die Zalon-box kommt mir da wirklich sehr entgegen.

Außerdem gibt sie hier Tipps, wie mein das Beste aus seinem Budget herausholen kann und vorallem woran man gute Qualität und Verarbeitung erkennt. Das fand ich sehr interessant und hilfreich.

Am Ende des Buches gibt es dann ein paar Tipps, wie man seine Garderobe genauso funktional und gut erhält, wie man sie regelmäßig pflegt und aufstockt, auch das fand ich gut und praktisch.

Ich hatte viel Spaß dabei meinen eigenen Stil zu ermitteln, meinen Horizont zu erweitern und mir Gedanken dazu zu machen, was ich eigentlich will. Das Ausmisten war nötig und das Buch hat mir viele hilfreiche Denkanstöße gegeben. Wer schon immer mit seiner Garderobe im Reinen war, wird das Buch nicht brauchen, wer aber genauso unstet ist, wie ich in den Dingen, die ihm gefallen, der sollte hier wirklich einen Blick wagen. Mir hat es viel Spaß gemacht.

Dankeschön.

 

 

Merken

Merken

Merken