Toskana – eine kulinarische Liebeserklärung

Spätestens seit einem fantastischen Urlaub mit meinen Freundinnen Frau Fussi und der Maschenprobenuschi vor einiger Zeit im wunderschönen Greve bin ich der Toskana und ihren Speisen verfallen, nichts schmeckt so lecker, nichts duftet so gut und egal wie viel Mühe man sich gibt, nie schmeckt es so fantastisch, wie auf einem Weinberg an diesem schönen Flecken Erde. Ein bißchen neidisch schaue ich daher den beiden Damen dabei zu, wie sie gerade bei einem Wanderurlaub durch die Garfagnana ihre Wege suchen.
Trotzdem kann man es ja immer wieder versuchen, das Urlaubsfeeling nach Hause zu holen, die Geschmäcker auch hier zu erreichen und einfach nur geschmackvoll zu kochen.
Das Kochbuch „Toskana – eine kulinarische Liebeserklärung“ kommt sehr hochwertig ausgestattet mit einer Leinenhaptik auf dem Einband daher und liegt schwer in der Hand. Die Verarbeitung ist sehr gut, leider ist der Einband natürlich sehr empfindlich, so dass ich es nicht direkt auf der Anrichte liegen habe, sondern auf den Esstisch stelle, zur Sicherheit.
Jetzt habe ich oben Kochbuch geschrieben, das wird dem Band aber nicht komplett gerecht, denn „Toskana“ geht über ein eigentliches Kochbuch weit hinaus. Neben den wirklich guten Rezepten finden sich Anekdoten kurze Bemerkungen und Bezüge auf das Leben der Autorin, Zitate und wunderschöne Bilder sowohl des Essens, als auch der Landschaft.

Das Buch ist in folgende Abschnitte gegliedert:
– Mein Leben in der Toskana
– Die Speisekammer sinnvoll ausstatten
– Antipasti
– Gnocchi und Pasta
– Heise Suppen
– Fleisch und Wein
– Gemüse
– Snacks
– Süßes, Obst und Kaffee
Am Ende findet sich ein übersichtliches Register, das beim Wiederfinden und Orientieren behilflich ist.

Im gesamten Buch gefällt mir der persönliche Touch, den die Autorin den Rezepten und dem Buch verleiht sehr gut, sie schreibt über Familie, Landleben und Liebe und zeigt sehr offen Bilder von sich und ihrer Familie.
Das gefällt mir, sowas mag ich sehr. Natürlich kann man sich bei einem Kochbuch auf die reinen Rezepte beschränken, ich mag es aber so viel lieber, es ist einladend und gefällt mir sehr.

Das Kapitel über die Ausstattung der Speisekammer fand ich interessant und praktisch, nicht alle Tipps würde ich umsetzen, aber ein paar Ideen kann man sich dort zur Haushaltsorganisation auch als souveräne Hausfrau noch abschauen.
In der Regel gibt es zu jedem Gericht mindestens ein Bild, auch das entspricht meinen Wünschen, ich möchte mir nämlich vorstellen können, wie das Gericht im fertigen Zustand aussehen soll. Ich bin da eins ehr optischer Mensch, ich brauche das einfach.

Nachgekocht habe ich bisher die Sardellen in Zitrone, den Salat aus weißen Bohnen und die Birnen mit Honig und Zitrone.
Jeder der Gerichte ist einfach und rasch zu kochen, man benötigt überraschend wenige Zutaten und diese bekommt man sehr gut im Supermarkt Mir ist im ganzen Buch keine Zutat über den Weg gelaufen die ich nicht auf dem Markt, Biomarkt oder Supermarkt erhalten würde.
Das gefällt mir, dazu sind die Mengenangaben sehr passend, so dass auch mein immer sehr hungriger Mann entsprechend satt wird.
Ich mag das Buch wirklich gerne, man kann schön darin stöbern, Kochen damit lernen, aber auch als erfahrener Koch noch Ideen und Anregungen finden. Ob man für Bruschetta jetzt wirklich das 100ste Rezept braucht, kann ich nicht beurteilen, aber mich hat das Buch inspiriert und angeregt.

Birthday Girl 

Haruki Murakami ist ja mein uneingeschränkter Liebling, der Gute kann sich schriftstellerisch so einiges leisten und ich bin immer glücklich mit seinen Texten. Bei Birthday Girl handelt es sich zum einen um eine Kurzgeschichte und zum anderen um einen kleinen Essay von Murakami, der sich Gedanken über Geburtstage macht.

Beides war auf die jeweils eigene Art spannend und interessant.

Birthday Girl regt die Fantasie an, läßt den Leser im Dunkeln tappen und sorgt dafür, dass man sich Gedanken über seine eigenen Wünsche und Ziele macht und was deren Erfüllung für einen bedeuten würde und ob diese wirklich so positiv sein wird.

Dabei wird man, wie üblich bei Murakami ziemlich gequält als Leser und letztlich am Ende mit seinen Überlegungen allein gelassen, wer so etwas nicht schätzt, sollte hier besser die Finger vom Büchlein lassen, wer aber solche kleinen Spielereien eines Autors zu schätzen weiß, der wird hier sehr viel zwischen den Zeilen finden.

Die Illustrationen von Kat Menschik tun ihr übriges dazu, dass man von diesem Buch wirklich anregend unterhalten wird und sich gerne auf Murakamis Überlegungen einläßt.

Natürlich ist man als schneller Leser sehr flott durch diesen kleinen Leseband durch, ich schätze aber auch die schöne und schnelle Unterhaltung hin und wieder und habe dieses kleine Büchlein wirklich sehr genossen.

 

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Der Freund der Toten

Noch nie, habe ich für ein Buch so lange Stillschweigen bewahren müssen und noch nie, ist es mir so schwer gefallen.

Bereits vor einigen Monaten kam „Der Freund der Toten“ von Jess Kidd hier als Rezensionsexemplar vom Dumont Verlag an und ich habe mich wirklich sehr gefreut, da mich vorallem das wunderschöne Cover bereits in der Vorschau so unheimlich angesprochen hatte. Auf der Seite des Dumont Verlags findet sich eine Leseprobe und ich rate wirklich jedem, da mal kurz reinzulesen bereits dieses kurze Stück ist schon so schön. Das Buch erscheint am 19.05.2016 und ist bei allen Onlinebuchhändlern bereits lieferbar.

Das Buch ist wirklich zauberhaft gemacht und ich finde den Einband so schön. Außerdem ist es PapeGo fähig. Was PapeGo ist, wird euch hier erklärt: Klick! Für mich ist das endlich ein Schritt in die richtige Richtung, was Ebooks angeht. Ich liebe das haptische Gefühl eines Buches in der Hand, aber unterwegs hätte ich trotzdem gerne ein Ebook, zum einen, um das Buch zu schützen, zum anderen, damit ich nicht so schwer schleppe. PapeGo ermöglicht mir das und ich war von der Umsetzung der App wirklich begeistert, das hat reibungslos funktioniert. PapeGo ist kostenlos und mittlerweile wird es von vielen großen Verlagen für ihre Bücher angeboten.

Aber zurück zum Buch.

Die Geschichte, spielt in Mulderrig einem kleinen Städtchen in Irland, wo die Uhren noch ein wenig anders ticken und die Dorfgemeinschaft so einiges zu verbergen hat.

In diesem Städtchen taucht nun also Mahoney auf, ein wilder schöner Kerl, der im Handumdrehen überall Unordnung gestiftet hat und noch dazu die Dörfler an seine Mutter erinnert, die vor vielen Jahren in diesem Dorf spurlos verschwand.

Mahoney macht sich also daran dieses Geheimnis um seine Mutter aufzuklären und hat dabei nicht nur Hilfe von der sehr exzentrischen Mrs. Cauley, die ihn mit beißendem Humor und einigen Gemeinheiten dabei unterstützt, die Dorfbewohner ordentlich herumzuwirbeln, sondern auch von dem ein oder anderen Geist. Mahoney hat nämlich die für ihn recht nervige Angewohnheit die Toten anzuziehen. Sie kommen und schauen ihm zu, wie er der ein oder anderen Lady den Kopf verdreht, sie helfen ihm, sie führen ihn in die Irre und machen sich über ihn lustig. Der eine Tote ist etwas lüstern, der andere sitzt im Beichtstuhl, eines haben sie aber alle gemeinsam, sie werden auf zauberhafte Art beschrieben.

Jess Kidd hat eine ganz eigene Art Situationen und Menschen zu beschreiben, sie tut es liebevoll und intensiv und eigentlich hat mich jede Szene des Buches irgendwie angesprochen und berührt, sei es die vom Wind herumgewirbelte Bibliothek von Mrs. Cauley oder die amourösen Abenteuer von Mahoney, hier paßt jedes Wort, hier trifft jeder Satz ins Schwarze, selten war ich von einer Ausdrucksweise so begeistert und hat mich ein Buch so intensiv in sich hineingezogen.

Ich habe Mahoney wirklich gerne begleitet, habe mich gerne auf seine Ideen und Spielchen eingelassen und war vorallem vom Ende, dass dem Leser sehr viel Raum für eigene Ideen und Fantasien gibt sehr bezaubert.

Das ist wirklich ein wunderschönes, wenn auch nicht immer friedliches Buch, aber mir hat es wirklich sehr gut gefallen.

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Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker

Ich hab dieses Buch gekauft, in der Erwartung ein postapokalyptisches Grenzerfahrungsszenario geboten zu bekommen. Kampf ums Überleben, Ängste, Probleme des Alltags, Traumata, so etwas.
Geboten bekommen habe ich leider etwas gänzlich anderes und vorallem weniger Spannendes. Hätte ich eine andere Erwartungshaltung gehabt, hätte mir das vermutlich sogar sehr gefallen, aber so habe ich eigentlich das ganze Buch über darauf gewartet:

WANN GEHT’S LOS?
Eigentlich geht es vorallem zu anfang sehr schnell, man ist flott in der Geschichte drin, entwickelt aber keine wirklichen Sympathien für den Protagonisten und auch nicht für seine Familie. Ich muß gestehen, dass mir sein Gejammer und ichbezogenes Genöhle ziemlich schnell ziemlich auf die Nerven ging.
Zwar ist der weitere Weg dann durchaus unterhaltsam, schaffte es aber nicht mich zu begeistern oder zu überzeugen. Mir fehlten hier die realistischen Probleme, mit denen die Gruppe konfrontiert würde, statt dessen gab es ziemlich viel ziemlich konstruierten Kram, der mich wirklich nicht überzeugen konnte.
Klar Gewalt, Plünderungen, Hass unter den Überlebenden erscheint unumgänglich, aber hier gefiel mir die Schilderung oft nicht, auch das Verhalten aller Personen im Buch erschien mir immer wieder zu abgedreht und nicht sinnvoll.
Natürlich ist es so, wie viele Rezensenten schon geschrieben haben, es geht hier eher um eine Selbstfindung, weniger um die Apokalypse um ihn herum und genau das hat mich eigentlich nicht interessiert, weil er mich nicht interessiert hat. Ich fand es zunächst reizvoll einen eher unsympathischen Protagonisten zu haben, irgendwann fand ich ihn aber nicht mehr spannend, sondern einfach nur doof.
Das Ende hätte dann durchaus nochmal ein gewisses Potential geboten, die Kurve zu einem doch ganz guten Buch noch zu bekommen, das wird aber leider nicht genutzt.
Ich bleibe nach dem Lauf des Protagonisten als Leser irgendwie allein zurück, weiß nicht genau, was mir das jetzt alles sagen oder geben sollte und denke durchaus noch über das Buch nach. Es verblasst aber zusehends und ich wäre lieber besser unterhalten, als zum Nachdenken angeregt worden.

Adrian J. Walker

Am Ende aller Zeiten

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Last Minute vegetarisch von Anne-Katrin Weber

Ich hab vor ein paar Tagen nochmal bei vorablesen.de mitgemacht, weil mich das Kochbuch „Last Minute vegetarisch“ so interessiert hat und hab gleich gewonnen.


Das Buch kam ruckzuck bei mir an und ich habe es erstmal auf dem Sofatisch liegen lassen, damit der Mann mir Gerichte markieren kann, die er essen würde. Der Herr jetztkochtsie ist ja ein sehr heikler Esser, Käse darf nicht drin sein, matschig darf es nicht sein, Zucchinis sind gefährlich und am Besten ist es eigentlich ein Schnitzel und Pommes. Wir wollten allerdings zum einen unseren Fleischkonsum ohnehin nocheinmal deutlich herunterschrauben, wir essen so schon höchstens 2-3 Mal die Woche Fleisch, aber der Mann will weiter reduzieren und dem stell ich mich natürlich nicht in den Weg.

Dem entgegen steht das Problem, dass ich meist abends keine große Lust mehr habe zu kochen und mir auch ein Joghurt oder Brot reicht und er dann für sich schnell eine Frostapfanne oder ähnliches zusammenzimmert.

Das Buch kam uns also entgegen, denn es verspricht schnelle vegetarische Gerichte.

Der Mann hat dann tatsächlich einiges gefunden, was ihm schmecken würde und vieles davon ist nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Hier seht ihr seine Zettelchen, das sind einige, find ich.

Ich habe gestaunt, die Klappe gehalten und war heute dann nach der Arbeit flott einkaufen und habe zwei der Gerichte aus dem Buch ausprobiert.

Zum einen gab es den veganen Couscous-Fenchel-Salat mit Granatapfelkernen und zum anderen die Gnocchi-Pilz-Pfanne mit Trüffelbutter.

Beides hat uns sehr gut geschmeckt und war zusammen tatsächlich in weniger als 20 Minuten zubereitet.

Die Mengenangabe war passend für zwei Personen. Da ich beide Gerichte kombiniert habe, also Salat als Vorspeise und Pilzpfanne als Hauptgericht, ist vom Salat noch so viel übrig, dass ich davon morgen im Büro mittags sicher auch noch mit einem Kollegen satt werde. Einzeln hätte das durchaus auch gereicht, aber ich wollte eben zwei Gerichte ausprobieren.

Geschmeckt hat es sehr gut und ich war enorm skeptisch, ob mein heikler Esser den ausgesuchten orientalischen Salat mit Minze und Granatapfel wirklich essen würde, aber er hat ihn nicht nur gegessen, sondern er hat ihm sogar geschmeckt. Ich bin beeindruckt, vielleicht wird aus ihm doch noch ein Gourmet.

Das Kochbuch gefällt mir vom Aufbau her sehr gut, es sind Gerichte für alle Gelegenheiten und Geschmäcker drin, nichts, was mir überhaupt nicht schmecken würde und vieles, was wirklich außergewöhnlich ist, sei es durch Komposition oder Zubereitungsart.

Die Anleitungen sind kurz gehalten, gut verständlich und der Aufwand für alle Gerichte hält sich im Rahmen. Die Zutaten sind ebenfalls gut zu bekommen und nur sehr selten wirklich außergewöhnlich oder selten.

Die Fotos im Buch gefallen mir gut, sie sind hübsch, aber nicht überkandidelt, sondern so, wie es auch bei mir beim Kochen aussehen würde. Das hat mir gut gefallen. Hier werde ich sicher noch mehr nachkochen. Das war genau unser Fall. Dankeschön!

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Das Kleiderschrank Projekt

Vor einiger Zeit flatterte bei mir ein heißersehntes Rezensionsexemplar vom Dumont Buchverlag in den Paketkasten.

Das Kleiderschrank-Projekt von Anuschka Rees.

Ich kannte Frau Rees bereits als Bloggerin für Modethemen und als Autorin bei Bento. Schreibstil und ihre Themen haben mich da immer ganz gut unterhalten und weiterbringen können, darum habe ich mich sehr gefreut, als es hieß, sie bringt ein Buch zu ihrem Hauptthema der Mode heraus.

Da ich ja auch gerade dabei min meinen Kleiderschrank umzustrukturieren und dabei vorallem auf die Hilfe der Zalon Box zurück greife, weil ich selbst einfach unfaßbar unstrukturiert beim Einkauf von Kleidung bin.

Ich weiß zwar immer recht genau was ich will, neige aber zu Spontankäufen und Dingen, die wirklich überhaupt nicht zu meiner sonstigen Garderobe passen und dann ein trauriges Dasein im Schrank fristen.

Das Kleiderschrank-Projekt hörte sich daher für mich total gut an. Ein Plan, wie ich meinen Kleiderschrank entmiste und gleichzeitig aufwerte. PERFEKT!

Das Buch ist wirklich schön gestaltet mit hübschen Grafiken und Fotos versehen und lädt einen zum Lesen und Verweilen ein.

Dabei ist der Aufbau wirklich simple, erstmal wird erklärt, was das Buch überhaupt will, was Minimalismus im Kleiderschrank bedeutet und wie man seinen eigenen Stil findet, ohne dabei Trends hinterher zu rennen. Ich gehöre zu den Menschen, die recht wandelbar sind, den einen Tag fühle ich mich in Boots und abgetragener Lederjacke sehr wohl, den nächsten schwebe ich mädchenhaft im Blümchen-Hippie-Rock und wallender rosa Bluse durch die Büroflure, in der nächsten Woche hab ich lieber meine selbstgestrickten Pullis an, was meine Kollegen dabei von mir denken ist mir in der Regel recht egal, die besten Voraussetzungen also, mich auf das Experiment einzulassen. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich meinen Stil schon gefunden habe, aber irgendwie ist es ja auch Stil, wenn man immer wieder Stilrichtungen mixt und kombiniert, je nach Stimmungslage.

Das Buch gibt sich hier aber nicht mit Platitüden und einer einfachen Analyse zufrieden, es stellt dem Leser auf der Suche nach dem eigenen Stil Aufgaben. Natürlich kann man für sich selbst entscheiden, welche davon man umsetzt und welche man überblättert, ich habe als Experiment aber tatsächlich die meisten umgesetzt und war teilweise von den Dingen, die mich inspiriert haben oder die ich dadurch herausgefunden habe überrascht.

Ein Großteil des Buches geht dafür drauf herauszufinden, was einem überhaupt gefällt, was man mag was zu einem paßt und was man wirklich schätzt. Damit hab ich in der Regel kein Problem, da ich ich sehr genau weiß, was ich möchte und was ich an mir mag, trotzdem boten sich mir auch hier Überraschungen, wer sich hier auf die Gedankenspiele einläßt, der wird sicherlich sein „Mag-ich“-Spektrum erweitern können.

Gut gefallen haben mir hier ihre Listen und Tabellen, die Alternativen und Vergleiche vorschlagen, so dass man, wenn man nicht gleich so mutig ist, seinen kompletten Stil umzukrempeln erstmal probieren kann.

Ebenfalls gut fand ich, das Frau Rees keine Regeln vorgibt, sondern den Leser / die Leserin selbst festlegen läßt, was man als Regel beherzigen möchte und was nicht. Sie gibt Anregungen und Tipps, tritt aber nicht belehrend auf und benennt auch keine Does / Don’ts, denn erlaubt ist, was gefällt.

Weiterhin setzt sie sich auch mit dem Selbstbewußtsein der Leser auseinander, denn ein Stilwechsel benötigt erstmal Mut, fühlt man sich in der Kleidung unwohl, weil sie einem nicht liegt? Oder weil es am Selbstbewußtsein mangelt, das gilt es herauszufinden. Nun mangelndes Selbstbewußtsein kann man mir nicht unterstellen… befürchte ich, mit dem Kapitel war ich also flott durch. 🙂

Am Ende von Teil 2 des Buches hat man seinen eigenen Stil kreiert, mich persönlich hält nichts davon ab auch für mich mehrere Stilrichtungen festzulegen, die mir alle gefallen und mit denen ich spielen und variieren kann.

In Teil 3 gibt es dann eine Detox-Kur für den Kleiderschrank. Obwohl mein Kleiderschrank relativ gut gepflegt ist, habe ich nach diesem Teil 2 volle Wäschekörbe aussortiert. Kleidung, die ich nicht trage, Kleidung die ich nur trage, weil sie anderen gefällt, Kleidung, die mir nicht mehr paßt, Kleidung, die in der ich mich nicht wohlfühle, Kleidung, die schön, aber unbequem ist. Am Ende ist mein Kleiderschrank ordentlich entrümpelt und entschlackt, dafür enthält er nur noch Dinge, die ich mag.

Hierzu nutzt sie ein übersichtliches Flußdiagramm, um Entscheidungshilfe zu leisten, bei den Dingen, bei denen man unentschlossen ist.

Im nächsten Teil geht es darum zu analysieren, welche Kleidung man für SEIN Leben wirklich braucht, welche tragbar ist und welche man zwar gerne hätte, welche man aber nie anziehen wird, weil es an Gelegenheiten fehlt. Auch ich habe 4 Abendkleider im Schrank hänge, jeweils für Hochzeiten oder andere Anläße gekauft und dann nie wieder getragen und auch von diesen konnte ich mich auch diesmal nicht trennen, obwohl klar ist, dass ich sie nie wieder tragen werde… Ein bißchen Nostalgie gibt es auch nach dem Kleiderschrankprojekt noch in meinem Schrank.

Dann geht es darum aufzurüsten, die Garderobe um Key-Pieces zu erweitern, mit denen man viel kombinieren kann, aber auch die Finanzen dabei zu berücksichtigen und zu kalkulieren, was man haben will und was man sich leisten kann. Ich persönlich gebe sehr viel Geld für Kleidung aus und würde das hier und da gerne etwas regulieren, lieber weniger kaufen und dafür glücklicher mit dem Gekauften sein.

Auch das Farbkonzept macht sie zum Thema und hier tue ich mich tatsächlich schwer, ich mag so viele Farben, die teilweise wirklich nicht kompatibel sind, aus diesem Kapitel habe ich für mich daher sehr viel mitgenommen. Danke dafür.

Bei meinem Kleiderschrank-Projekt geht es für mich auch darum meinen Business-Look ein wenig seriöser und vorallem erwachsener zu machen. In meinem Job ist ein sehr legerer Dresscode gefordert, trotzdem merke ich, dass anders auf mich reagiert wird und ich anders wahrgenommen werde, wenn ich mich eben doch in Hosenanzug und Bluse werfe, meist habe ich dazu trotzdem keine Lust, weil ich es anstrengend finde, das würde ich gerne ändern und auch hier hilft mir Frau Rees mit anderen schicken Business-Alternativen, die über den Hosenanzug hinaus gehen. Das Thema der Capsules Warderobe nimmt sie hier ebenfalls auf, erklärt es verständlich und umsetzbar, es ist aber nur eine Alternative und keineswegs das komplette Konzept des Buches.

Dann folgt ein Shopping-Guide, den ich sehr hilfreich fand. Ich hasse es einzukaufen, ich hab es schon immer gehaßt. Menschen überall, noch schlimmer, wenn ich Menschen dabei habe, meinen Mann oder meine Freundin, das kann ich einfach nicht. Ich brauche zum Einkaufen Ruhe, daher tue ich das tatsächlich am Liebsten von zuhause aus und die Zalon-box kommt mir da wirklich sehr entgegen.

Außerdem gibt sie hier Tipps, wie mein das Beste aus seinem Budget herausholen kann und vorallem woran man gute Qualität und Verarbeitung erkennt. Das fand ich sehr interessant und hilfreich.

Am Ende des Buches gibt es dann ein paar Tipps, wie man seine Garderobe genauso funktional und gut erhält, wie man sie regelmäßig pflegt und aufstockt, auch das fand ich gut und praktisch.

Ich hatte viel Spaß dabei meinen eigenen Stil zu ermitteln, meinen Horizont zu erweitern und mir Gedanken dazu zu machen, was ich eigentlich will. Das Ausmisten war nötig und das Buch hat mir viele hilfreiche Denkanstöße gegeben. Wer schon immer mit seiner Garderobe im Reinen war, wird das Buch nicht brauchen, wer aber genauso unstet ist, wie ich in den Dingen, die ihm gefallen, der sollte hier wirklich einen Blick wagen. Mir hat es viel Spaß gemacht.

Dankeschön.

 

 

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Toiletten – Eine Reise zu den stillen Örtchen dieser Welt

Ich mag ja die Lonely Planet Reiseführer sehr gerne und habe mich daher sehr gefreut, als ich als kleine Überraschung ein etwas anderes Rezensionsexemplar von Lonely Planet zugeschickt bekommen habe.

Das „Toiletten“-Buch.


Auf einer Seite oder teilweise auch Doppelseite wird eine außergewöhnliche Toillette vorgestellt und in einem kurzen Text finden sich erläuternde Worte zur Örtlichkeit und dem Bild und darüber finden sich die Geo-Koordinaten.

Die Toiletten unterscheiden sich und sind teilweise außergewöhnlich, teilweise sehr stylisch, teilweise irritierend und teilweise einfach nur lustig.

Ich fand das Buch ziemlich interessant und es regt trotz des außergewöhnlichen Themas die Reiselust.

Mein persönliches Highlight war die Tardis-Toilette, aber auch die Toiletten, die einfach eine tolle Aussicht bieten, haben mir gut gefallen.

Das Buch selbst hat ein quadratisches Format und ist schön handlich, macht sich aber auch im Regal gut.

Ich persönlich empfinde es als witziges Mitbringsel oder Toilettenbuch zum kurzen Durchblättern sehr geeignet. Der Preis ist angemessen. Hier und da hätte ich mir noch ein paar mehr Bilder aus anderen Perspektiven gewünscht, oder auch noch weitere Bildere, eben weil es mich gut unterhalten und amüsiert hat.

 

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Antoine Leiris – Meinen Hass bekommt ihr nicht.

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Ich bin nicht ganz sicher, was ich bei diesem Buch eigentlich erwartet habe, vermutlich etwas Betroffenheitsliteratur, was fürs Herz, eben das, was man so erwartet, wenn die junge Frau eines jungen Journalisten gewaltsam zu Tode kommt und dieser dann damit an die Öffentlichkeit geht.

Sein Herz ausschüttet. Rührseligen Kram. Ein paar Platitüden habe ich erwartet, Nähe, ohne wirklich nah zu sein, viel Selbstdarstellung und vorallem viel Verklärung.
Erhalten habe ich letztlich etwas ganz anderes, sehr viele sehr persönliche Überlegungen, Reaktionen, Gefühle und Ideen, die nicht immer in meine Vorstellung paßten, aber genau das fand ich ausgesprochen gut. Dieser Antoine Leiris läßt den Leser teilhaben an seiner Unsicherheit, seiner Angst, seiner Stärke, seiner Trauer und seiner Hilflosigkeit. Dabei zeigt er sich selbst klar nicht immer im bestmöglichen Licht, sondern eben auch mal unsympathisch, ruppig oder rauh. Warum auch nicht, er hat seine Frau verloren, er darf all das sein und wenn es ihm gut tut, noch viel mehr.
An anderer Stelle habe ich Vorwürfe gelesen, dass Herr Leiris mit dem Leid seines Sohnes Geld verdient, dass er sympathische Interviews führt und dann sein Buch in die Kamera hält, tja, meine Meinung ist da sehr deutlich. Warum sollte er das nicht tun? Er wurde in die Situation gestoßen plötzlich gänzlich ungeplant für seinen Sohn sorgen zu müssen, Geld verdienen und das Kind versorgen wird schwierig, Mama ist nicht mehr da, warum also soll er nicht diese plötzliche Publicity nutzen, aus all dem etwas Positives erschaffen nicht nur seinen Sohn versorgt zu wissen, sondern eben auch gegen den überall sprießenden Hass anzuschreiben.

Klar zu machen, „Ihr habt mir meine Frau gestohlen, aber ich verzeihe euch, ich bin stärker als ihr!“
Das gelingt ihm gut.
Das Buch berührt, verstört, beruhigt und macht traurig, all das zugleich und mit geballter Emotion.
Es fällt mir schwer die richtigen Worte zu finden, aber das Buch sollte aus meiner Sicht jeder lesen, der Hetze verbreitet, jeder der selbst religiös fanatisch ist, jeder der jemanden verloren hat, den er liebte.
Leiris macht nicht alles richtig in seiner Trauer, aber wer würde das schon, er setzt sich jedoch sehr detailliert mit seiner Situation auseinander, er ist bedächtig und klug und mir hat das Lesen des Buches unheimlich viel gegeben.

Ich selbst habe keine Stunde für das Büchlein gebraucht, eine Stunde, die mir wichtig war.

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Die Primaten von der Park Avenue

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Ich hatte vor einiger Zeit den „Lila Podcast“ gehört und dort war die Rede von Wednesday Martin und ihrem Buch „Die Primaten von der Parkavenue“ und da ich selbst ja gerade vor wenigen Wochen noch in New York war, hab ich das zum Anlass genommen, mir eben jenes Buch als nächsten Lesestoff vorzunehmen. So recht konnte ich zu Beginn nicht einordnen, was mich erwarten würde. Sachbuch? Erzählungen? Witzige Anekdoten? Mit geringer Erwartungshaltung bin ich also an dieses Buch herangegangen, hatte aber vorher Frau Martin gegoogelt und als sehr sympathisch empfunden, zumindest nach den Dingen zu urteilen, die man über sie im Netz finden konnte. Ihren Blog finde ich intelligent und witzig, ihre Website gefällt mir von Design und Inhalten her und die Wikipediaseite von ihr barg ebenfalls Informationen, die mich ansprachen. Sogar ihr Instagramprofil fand ich einfach nett und persönlich. (Besonders nett ihre Reaktion auf mein Foto von ihrem Buch: Klick!)

Ich stürzte mich also ins Leseabenteuer und bereits auf den ersten Seiten hatte sie mich. Martin schreibt witzig, bissig ohne dabei gemein oder gehässig zu sein. Sie beleuchtet das Leben der Superreichen und zwar nicht aus der Ferne, sondern als eine, die dazugehört, oder zumindest später dazu gehört. Sie schildert begebenheiten, Wichtigkeiten und Nichtigkeiten, erzählt, wie mit ihr umgegangen wurde, wie sie sich selbst langsam auf der Wichtigkeitsskala hocharbeitete und was es dabei zu beachten galt, was den Normalmenchen gar nicht zu bewußt ist. Sie erwähnt, die richtige Sportbekleidung (Lululemon), die richtige Sportart (Physique 57 oder Soulcycling), die richtigen Schulen, Wohnungen und natürlich auch die richtige Handtasche (Birkin-Bag). Über die Handtasche schreibt sie sage und schreibe 12 Seiten lang, natürlich kann das kaum ein Mann verstehen und sicher auch keine Frau, die wenig Wert auf Äußerlichkeiten legt und all dies eher oberflächlich findet. Ich hingegen war hingerissen. Die Birkin-Bag ist ein langgehgter Traum, natürlich ist es utopisch und gänzlich unvernünftig mehrere tausend Euro für eine Handtasche hinzulegen (mein gewünschtes Model läge neu bei 24.000 Euro…seufz), aber Martin beschreibt vorallem dieses „Haben-wollen“ und „Haben-müssen“ sehr detailliert und beleuchtet auch die Birkin-Bag als Statussymbol durchaus kritisch und findet auch hier bissige Worte. Trotzdem waren dies die für mich fantastischsten 12 Seiten eines Buches. Aber ich gerate ins Schwärmen und schweife ab. Martin zeigt in ihrem Buch sehr deutlich, wie sehr sich die Welt der Superreichen von unserem Alltag abhebt, wie man dort miteinander umgeht und hat dies alles zu Beginn einen sehr negativen Beigeschmack, kommt Martin letztlich doch dahin, auch in diesen Gefilden Zusammenhalt, Vertrauen und Geborgenheit zu finden.

Mir hat Martins Beschreibung dieser fernen und unnerreichbaren Welt wirklich Spaß gemacht, hier und da konnte ich lüstern und ein wenig entsetzt als kleiner Spanner die Augen aufreißen und denken: „Das tun sie nicht!“, hier und da war ich fasziniert, an anderer Stelle abgestoßen. Der Schreibstil ist locker leicht, aber eben mit kleinen witzigen und intelligenten Pointen versehen, immer wieder blitzt auch Wednesday Martins Vorbildung als Sozio-Anthropologin durch die munteren Zeilen durch und hier und da wird es sehr bewegend, sehr persönlich und sehr mitreißend.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, es gewährt einen Einblick in eine Welt, in der ich nicht lebe, in eine Welt, in der ich eigentlich auch nicht leben möchte, die mich aber durchaus fasziniert und interessiert. Dabei wird die Rolle als Frau und Mutter in diesem Bereich sehr exakt analysiert und dabei vorallem viel Wert auf die emanzipatorischen Aspekte gelegt und aufgezeigt, wie sehr wir Frauen uns oft selbst einschränken und abhängig machen.

Ich fühlte mich wirklich gut unterhalten und würde das Buch gerne jedem empfehlen, der 12 Seiten über die beste Handtasche der Welt als nicht vergeudetes Papier ansieht. 😉

(Es handelt sich nicht um einen Ratgeber!! Wirklich nicht!!)

 

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Bildatlas Aachen und Eifel

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Ich stamme aus der Region (Broichweiden) und wohne mittlerweile nahe des Ahrtals und war sehr interessiert, wie genau die Eifel und Aachen im Bildatlas präsentiert werden.
Die optische Aufmachung mit einer der typischen hohen Hecken, die es in der Eifelregion gibt, vor dem Haus gefällt mir sehr gut und ist aus meiner Sicht passend.
Unterteilt ist der Atlas in die Teile Aachen, Nordeifel, Ahrtal – Osteifel, Vulkaneifel, Südeifel.

Zu Beginn gibt es einen Abschnitt, in dem die Topziele genannt werden, hier finden sich alle von mir erwarteten Dinge, der Aachener Dom natürlich, Monschau, Burg Eltz, das Freilichtmuseum Kommern oder die Dauner Mare. Dann folgen einige Seiten mit schönen Fotos und Impressionen aus der Region Aachen, die zeigen, wie vielfältig die Landschaft und das Stadtbild sind.

Es gibt einen für mich sehr gelungenen Artikel zu den schönsten Badestellen der Eifel, allerdings fehlten mir hier ein paar Insidertipps, bzw. den Blausteinsee oder die Steinbachtalsperre habe ich wirklich vermisst. Allerdings ist das ja auch ein wenig Geschmackssache.

Der Teil, der sich auf Aachen bezieht ist informativ und unterhaltsam gestaltet und läßt sich sehr gut lesen. Natürlich wird hier auch der geschichtliche Hintergrund von Aachen und dem Bezug zu Karl dem Großen intensiv, aber eben nicht langatmig beleuchtet.
In kleinen Informationskästchen werden immer mal wieder nette Wissenshinweise eingestreut, beispielsweise über die Aachener Printen.
Sehr gut fand ich den zweiseitigen Bericht über die 10 Landgasthöfe, von denen mir zwar 5 bekannt waren und auch sehr geschätzt sind, aber der eben auch für mich als alteingesessenes „Öscher Mädschen“ noch Neuigkeiten bot.
Besonders empfehlen möchte ich hier das Schnabuleum in der Senfmühle Monschau, am Wochenende zwar sehr voll und etwas überlaufen, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man wirkliche Hausmannskost auf gutem Niveau und schöner Umgebung essen will.

Im Bereich Infos und Empfehlungen findet sich eine Umgebungskarte und diverse Informationen, die einem Reiseführer ähnlich aufgearbeitet sind. Hier habe ich nichts vermisst und fühlte mich umfassend informiert.
Schön fand ich hier den Hinweis auf die Route Charlemagne, einen schönen Stadtspaziergang mit historischem Hintergrund.

Im nächsten Abschnitt findet die Nordeifel Erwähnung, das hohe Venn ist mit wirklich tollen Bildern vertreten und obwohl ich wirklich nicht gerne Wandere oder Spazieren gehe, lege ich wirklich jedem einen Vennspaziergang ans Herz. Speziell im Herbst ist das einfach wunderschön.
Monschau nimmt hier natürlich einen zentralen Punkt ein, aber hier gehen die Informationen auch über die normalen touristischen Eckdaten hinaus und sind mit viel Herz erwähnt und bebildert. Das gefällt mir wirklich gut, vorallem, weil ich Monschau trotz der vielen Touristen sehr schätze.
Bei den Topatraktionen hatte ich den Wildpark Hellenthal vermisst, hier wird er dann aber auch erwähnt und ist mit einem wunderschönen Greifvogelbild vertreten. Als Schulkind habe ich schon Ausflüge dorthin gemacht und auch jetzt als Erwachsene ist Hellenthal immer wieder schön. Auch der Bericht zu den Ritterspielen auf Burg Satzvey ist schön bebildert und macht Lust auf einen Besuch, den ich vor allem zu Weihnachten zum Weihnachtsmarkt oder zu Halloween empfehlen kann.

Zusätzlich gibt es einen aus meiner Sicht sehr interessanten Artikel zum Thema des nationalsozialistischen Erbes der Region, der für mich viele Informationen barg, die mir so nicht bekannt waren.
Neben Kultur, Geschichte und Natur werden aber auch Hinweise für Sport und Unterhaltung gegeben.

Der Teil zur Osteifel bezieht sich natürlich auch auf den Weinanbau und das Kloster Maria Laach, ich gebe zu das Kloster tatsächlich immer nur im Vorbeifahren wahrgenommen zu haben und hege nun den festen Vorsatz, es einmal wirklich zu besuchen.
Obwohl ich hier wohne, war mir tatsächlich nicht bewußt, wie viele kleinere Burgen und Wehrtürme es neben der allseits bekannten Burgen Satzvey und Eltz noch gibt, das fand ich gut herausgestellt und schön bebildert.

Ich mag das Wandern auf Traumpfaden und obwohl ich sonst eher nicht fürs Wandern zu haben bin, haben es mir diese Routen meist angetan. Hier gibt es einen langen Artikel dazu mit Tipps, Empfehlungen und Informationen. Sehr lesenswert und gelungen.
Seit das Wandern hip ist, gibt es auch noch weitere Arten des stilvollen durch die Gegendlaufens. 7 spezielle Wanderwege und Steige werden auf einer Doppelseite vorgestellt.
Besonders ans Herz legen möchte ich da jedem den Rotweinwanderweg, am Besten im Spätsommer oder im Frühherbst. Schön ist auch der Eifelkrimiwanderweg…

Neben den von mir genannten Texten gibt es noch weitere, die sich mit Natur und Kultur in der Region auseinander setzen, der Bildatlas ist also durchaus nicht nur bebildert, sondern eben auch mit schönen Essays versehen.
Wenn man bei all der Natur an die Eifel denkt, darf allerdings auch der Nurburgring nicht fehlen, ein kritischer und interessanter Artikel zur Zukunft der „Grünen Hölle“ ist im Bildatlas ebenfalls vorhanden und hat mir ausgesprochen gut gefallen.

In der Eifel wird aber ja nicht nur Wein angebaut, sondern eben auch Bier gebraut und so gibt es natürlich auch Informationen zum allseitsbeliebten „Bitburger“, allerdings dankenswerter Weise ohne dabei zu sehr Produktplacement zu betreiben und zu werbeartig zu sein.

Ich schätze die Bildatlanten von Dumont ja wirklich sehr und mir gefallen die Hefte vorallem, weil sie zwar einen gewissen Reiseführer Charakter haben, aber dennoch sehr hochwertig wirken und auch als Coffeetablebooks eine gute Figur machen, das ist Unterhaltung und Information auf hohem Niveau. Ich persönlich finde, dass sich die Bildatlanten auch sehr gut als Mitbringsel oder kleines Geschenk eignen und das auch durchaus für Bewohner der jeweiligen Region, denn wie ich bei diesem feststellen durfte, obwohl ich nun Jahrzehnte lang in Aachen, Eifel und Umgebung gewohnt habe, konnte ich durchaus Neues erfahren und entdecken.