Der Nuvem des Grauens

Vor etwa 3,5 Jahren kam irgendjemand, dessen Namen wir nicht nennen wollen, auf die grandios fantastische Idee, dass es doch super wäre einen Nuvem zu stricken. Gemeinsam mit den anderen Strickelfen und einigen Begleitern.

Voller Euphorie wurde angeschlagen, losgestrickt und ähm aufgegeben. Während die anderen ihren Nuvem fertigstellten und stolz herumzeigten, lag mein Gewitterhimmel in der Ecke und blickte mich vorwurfsvoll an.

Sehr vorwurfsvoll.

Einige fragen sich jetzt, was ist denn bitte ein Nuvem?

Nun das ist ein Tuch, ein großes Tuch, nach einer Anleitung von Martina Behm. Ein glattrechts gestricktes sehr großes Tuch, bei dem ich am Ende 1700 Maschen pro Runde auf der Nadel hatte und einfach nur noch tot umfallen wollte.

Aber damit nicht genug, ich muß ja dann immer noch die Krone auf solche Dinge drauf setzen, ich kann ja nicht einfach ein ohnehin schon nerviges, aber sehr schönes Strickmuster stricken, oh nein, ich muß dann ja auch noch alle 10 Reihen und alle 15 Maschen eine Perle einstricken. (Wie das geht, zeige ich übrigens in meinen Instagram Highlights.) Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr das einen ausbremst.

Nun gut, ich kam also wirklich nicht voran. Dabei ist der Nuvem echt nicht schwer, es geht nur rechts in Runden herum, man braucht nur Ausdauer und Durchhaltewillen.

Dazu merkt man bereits früh, wie wunderschön, dieses Tuch werden wird, was einen ja eigentlich bei der Stange halten sollte.

Tat es aber nicht. Tat es leider gar nicht.

Im letzten Jahr im Januar 2018 habe ich ihn hervor gekramt, aber im Mach das Ufo Fertig KAL habe ich dann doch den Poncho des Grauens fertig gestellt. Ich befürchte, das gibt es jetzt jeden Januar, da wird ein UFO des Grauens fertig gestellt. Ich ahne auch schon, was es nächstes Jahr wird. *kicher*

Aber zurück zum Nuvem. Diesen Januar gab es dann keine Ausreden mehr. Am 01.Januar 2019 startete der Mach das Ufo fertig FAL des Frickelcast und ich hatte noch 140 g Nuvem Wollmeise Lace auf der Rolle. Ich habe im kompletten Januar nichts anderes gestrickt, sondern mich nur auf diesen Schal konzentriert und am 30.01.2019 habe ich nach einem mehr als dreistündigen Abkettmarathon den Nuvem bezwungen.

Der Schal ist fertig. Er ist gebadet, gewaschen und gespannt und ich will das Wort Nuvem nie wieder hören.

Allerdings ist er wunderschön geworden. Ich liebe ihn sehr und werde ihn jetzt täglich tragen. Laßt euch also bitte von meinem Genörgel nicht abschrecken, die Mühe lohnt sich total und schaut mal bei Frau Feinmotorik oder der Maschenprobenuschi vorbei, die haben ihre Nuvems deutlich vor mir beendet.

Fakten

Muster: Nuvem von Martina Behm
Garnverbrauch: 340 g Wollmeise Lace Gewitterhimmel (das war ein übergewichtiger Strang)
Größe: RIESIG
Modifikation: Rippenkante / jede dritte Masche verdopptelt, Perlen eingestrickt jede 10. Reihe, jede 15. Masche mit Perle versehen.
Nadeln: 2.75 HiyaHiya Sharp mit einem 1 m Seil (Amazon Affiliate Link)


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CraSy – Sylvie Rasch – Oberteile & Kleider aus Jersey nähen

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Das Buch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles“ habe ich vorgestern von Feierabendfrickeleien zugeschickt bekommen, nachdem sie es von Sylvie selbst erhalten hat. Leider war die Verfügbarkeit zwischenzeitlich mehr so schlecht. Woran auch immer das lag, jetzt habe ich es ja.

Bereits seit Wochen habe ich auf das Buch gewartet und mein Stoff lag hier auch schon bereit. (Der wurde mir ebenfalls von Sylvie Rasch zur Verfügung gestellt.) Darum werde ich das Projekt auch ganz einfach als uUfo bezeichnen. Unfreiwilliges Ufo.

Nun gut, ich hab also dann den ganzen Mittwoch mit dem Buch verbracht und hatte einen tollen Vormittag.

Aber ich zäume das Pony schon wieder von hinten auf.

Sylvie unsere Strick- und Häkel-Hänsin-Dampf-in-allen-Gassen hat ihr erstes Nähbuch herausgebracht. Es geht um Shirtschnitte und nennt sich daher auch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles“

Zu Beginn des Buches wird uns Sylvie kurz vorgestellt, dann folgt ein bebildertes Inhaltsverzeichnis mit 22 Designvarianten, die man nach dem Baukastensystem zusammensetzen kann.

Die Schnitte sind alle für elastische Stoffe gedacht. Der Jersey wird auch ausführlich vorgestellt und seine Besonderheiten erläutert. Mit ein wenig Erfahrung kann man, die Schnitte aber natürlich auch aus dickeren Stoffen, wie Sweat oder dünnerer Viskose nähen. Hauptsache, der Stoff ist elastisch. Auch diese Jersey-Varianten werden genau erklärt und ihre Besonderheite aufgezeigt.

Ich habe den Schnitt mit Wintersweat genäht und mich an Evelyns Tipp gehalten, eine Nummer größer zu nähen, als benötigt. Das war genau richtig. (Diese Tipps findet ihr im ganzen Buch, Evelyn ist die Schnittmacherin, die Sylvie unterstützend zur Seite stand und ihre Nähtipps sind wirklich simple und gut.)

Im Buch findet ihr auch eine genaue Auflistung der benlötigten Materialien zur Verarbeitung von Jersey und einen kurzen Exkurs zu Nähmaschinen. Vorgestellt werden die Haushaltsnähmaschine, die Overlock und die Coverlock. Ich habe mein Shirt komplett mit der Haushaltsnähmaschine genäht, da ich leider keine Coverlock oder Overlock besitze. Das ist ebenfalls möglich.

Sehr gut fand ich den Teil, der sich um den Schnitt dreht, da hier genau erläutert wird, wie mit dem Schnittmusterbogen umgegangen wird, dass Nahtzugabe bereits enthalten ist. (YEAH! Ich liebe es!) Dann gibt es auch noch Tipps zum stoffsparenden Zuschnitt und eine ausführliche Maßtabelle.

Ich bin ja wirklich sehr klein, bin in der Maßtabelle aber gerade noch vertreten. Die 34 wäre meine Größe gewesen, wenn ich nicht mit Sweat genäht hätte (Dann eine Größe mehr nehmen!). Die Shirts sind trotz der elastischen Stoffe alle recht figurbetont, wenn du es also lieber weit und bequem magst, dann solltest du hier genau überlegen, für welche Größe du dich entscheidest. Die Tabelle geht bis Größe 56, was ich recht umfangreich finde. Die Anleitung zum Zuschnitt ist bebildert und hat mir sehr geholfen, ich schneide immer recht chaotisch zu, hier war das sehr einleuchtend aufgezeichnet, das wird mir auch für andere Schnitte noch hilfreich sein.

Dann folgt eine Erläuterung zu den verwendeten Stichen und Nähten, das fand ich sehr ausführlich und für Anfänger gut erklärt. Ich hab es nur kurz überflogen, da ich eine so detaillierte Erklärung nicht mehr benötige.Hier geht es auch um die richtige Verarbeitung von Abnähern und das Nähen der Ausschnitte, sowie Säume und Abschlüsse. Die Zeichnungen fand ich dabei ausreichend, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein totaler Nähanfänger hier gerne mehr sehen würde. Auch dafür ist gesorgt, auf Sylvies Youtube Kanal findet ihr Videos zur besseren Anschaulichkeit.

Dann folgt eine Erläuterung zum Baukastensystem. Hier findet ihr 12 Ausschnittvarianten, 12 Ärmelvarianten und 8 Abschlussvarianten. Diese kann man endlos miteinander kombinieren und so ganz unterschiedliche Shirts erstellen.

Ich habe mich für den Rundhalsausschnitt mit Bündchen, den langen Ärmelt mit Bündchen und das Bündchen als Abschluss entschieden. Alle Varianten beruhen auf einem Raglanschnitt. Das sollte einem klar sein, wer Raglannähte oder Shirts nicht mag, der wird hier nicht fündig, bzw. höchstens bei den Varianten ohne Arm.

Dann folgt der Teil, in dem die Schnittvarianten vorgestellt werden. Das sind wie gesagt 22, mit dem Handwerkszeug kann man aber natürlich noch viel mehr kombinieren.

Bei jeder Schnittvarianten ist der Materialverbrauch angegeben und es wird genau aufgeschlüsselt, wie der Zuschnitt erfolgen muß, bzw. welche Teile zuzuschneiden sind. Auch der Schwierigkeitsgrad wird angegeben. Den fand ich passend und nachvollziehbar zugeteilt. Ich habe mich für Variante Nr. 3 entschieden. Neben jeder Variante sind zusätzlich inspirierende Varianten Zeichnungen.

Irritiert hat mich zunächst die Teilungsnaht der Ärmel, die sorgt dafür, dass der Arm trotz Raglan eine schöne Schulterkugel hat. Wenn man sich das klar macht, stört es nicht mehr und führt halt zu einem gut sitzenden Shirt.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem Nr. 6, ein ärmelloses Top mit Tunnelzug, Nr 10, ein Shirt mit Voland und einer Bommelkante. Es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, die Shirts in Kleider zu verwandeln. Ich bin sowohl mit den Anleitungen als auch mit dem Nähen gut klar gekommen.

Der Schnittmusterbogen hingegen war ein Desaster. Und ja, das muß man so krass ausdrücken, denn was der Verlag sich dabei gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Die Schnitte sind super, sitzen bei mir gut und das obwohl ich mit Raglan sonst immer mal meine Probleme habe, aber die für mich richtige Linie auf dem Bogen herauszuwuseln, war echt nicht leicht. warum man hier dann nicht mit zwei Bögen, einer für kleine, einer für große Größen arbeitet und die Schnittvarianten, wie Tunnelzug, Rundhals, etc. farblich kenntlich macht, erschließt sich mir nicht. Ich hatte hier wirklich Probleme meiner Schnittlinie zu folgen und würde mir wirklich wünschen, dass die Verlage hier mehr Sorgfalt walten lassen, denn das ist etwas, was nicht von den Autoren ausgeht. Hier wird an der wichtigsten Stelle eines Nähbuches an Platz und Druckfarbe gespart, das ist für den Endverbraucher leider echt ärgerlich. Ich habe es dennoch geschafft, mir meinen Schnitt zu zuschneiden und zu nähen, aber das fand ich wirklich nervig. Ich träume allerdings ja immer noch davon, dass es endlich fertig ausgeschnittene Schnittbögen gibt, die man nicht erst noch übertragen und ausschneiden muß. Ich weiß, das ist ein Wunschtraum.

Mit meinem Shirt bin ich sehr zufrieden. Es sitzt gut, auch unter den Armen und ist sportlich und dennoch figurbetont. Einzig den Ausschnitt würde ich nächstes Mal etwas enger machen. Das ist aber ja eine Anpassung an meinen persönlichen Geschmack. Ich fühlte mich von dem Buch gut angeleitet und betreut während des Nähens und denke, dass es auch für Anfänger gut geeignet ist, sich mit den ersten Jerseynähprojekten auseinander zu setzen.

Fakten

Schnittmuster: Variante Nr 3 aus dem Buch „Oberteile & Kleider aus Jersey nähen – 1 Schnitt – 1000 Styles

Stoffverbrauch: 130 cm Sweat von Crasy Sylvie  / 40 cm Bündchen von Stick & Style

Modifikation:  keine / Größe 36

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Meine Crafteln La Silla

Einige von euch werden jetzt zusammenzucken und sagen, wie Crafteln? Die La Silla ist doch von Schnittgeflüster?

Genau, das ist auch richtig, der Schnitt ist von Schnittgeflüster, aber den Stoff habe ich beim Nähbloggertreffen in Köln von Frau Crafteln abgestaubt. Da gab es nämlich einen Tauschtisch und da legte Frau Crafteln ne ganze Menge drauf ab und ich hab mich schamlos bedient.

Ich kann zum Stoff leider daher nichts sagen, außer dass es ein relativ schwerer Sweatstoff ist, der sich auf einer Seite leicht beschichtet anfühlt und etwas glänzt.

Er ließ sich sehr gut verarbeiten und ich wußte sofort, dass ich daraus ein Kleidchen machen wollte. Ein bequemes Kuschelkleid.

Das ist mir mit der La Silla gelungen.

Den Schnitt mag ich ja eh und er paßt bei mir einfach immer sehr gut.

Veränderungen habe ich hier nicht vorgenommen.

Fakten

Schnittmuster: La Silla von Schnittgeflüster in 34

Stoffverbrauch: ca 1,20 m

Modifikation:  keine

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Weiter La Sillas von mir findet ihr hier, hier, hier und hier.

Die La Sill ist übrigens kein Ufo, sie ist bereits im Dezember fertig geworden, ich hatte bloß noch keine Zeit den Beitrag zu schreiben.

Wenn euch Frau Crafteln interessiert, schaut doch mal auf ihrer Homepage und ihrem Podcast vorbei.

Rockgrundschnittvariationen

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Im Frickelcast (Episode 21) haben Frau Feierabendfrickeleien das Buch „Rockgrundschnittvariationen von Harumi Maruyama(Amazon Affiliate Link) aus dem Stiebner Verlag bereits ausgiebig besprochen und unter die Lupe genommen.

Da viele von euch aber eben dem Frickelcast noch nicht folgen (Warum eigentlich nicht?) und einige auch immer wieder betonen, wie gerne sie sich Rezensionen einfach abspeichern oder bei Pinterest anpinnen, (Hier findet ihr mich da übrigens: Klick!), dachten wir, wir schreiben auf jeden Fall auch noch jede von uns eine einzelne Rezension.

Diesmal sind unsere Meinung auch ein wenig unterschiedlich, im Ergebnis bleibt es zwar gleich, wir finden das Buch fantastisch, aber aus unterschiedlichen Gründen. Die Meinung von Feierabendfrickeleien findet ihr hier: Klick!

Zunächst finde ich das Design des ganzen Buches (Amazon Affiliate Link) unheimlich gelungen. Bücher in Knallfarben machen mich immer wieder total an. So auch hier, dazu sieht man bereits auf dem Einband einige der Variationen, auch das find ich gut, denn man kann bereits erahnen, was einen erwartet.

Hier läßt sich auch schon erkennen, wie gut die Fotos des Buches (Amazon Affiliate Link) sind. Ich bin da ja immer sehr mäkelig und finde es furchtbar, wenn ich nicht das sehe, was mich als Näherin oder Strickerin interessiert. Hier blieb für mich kein Wunsch offen. Die Bilder sind ansprechend, aber sachlich. Sprich, sie legen Wert auf die wichtigen Dinge und nicht nur auf eine schicke Optik oder tolle Pose.

Generell ist es ein sehr klares und gut designetes Buch. Der Schnittmusterbogen ist fantastisch, hier überlappt nichts unnötig und alles ist sehr klar und gut abzupausen. Hier findet sich auch die Größentabelle. Ich gestehe, dass es mich nicht gestört hat, dass diese nur für relativ kleine und schlanke Frauen (es ist ein japanisches Buch) ausgelegt ist und bei einer Hüftweite von 103 cm und einer Taillenweite von 93 cm endet, da ich mich innnerhalb dieses Rahmens bewege. Daher ist für mich auch ein Grundschnitt dabei, den ich überhaupt nicht abwandeln muß und der mir so vom Papier nach den Maßen perfekt paßt. Bei Feierabendfrickeleien, die ja deutlich größer ist als ich, ist das anders, sie findet sich hier nicht wieder und im Buch wird nur recht kurz ausgeführt, wie der Schnitt auf die Größe anzupassen wäre. Wie gesagt, mich hat das nicht gestört, denn für mich reichten die Erklärungen und der auf meine Maße ausgelegte Schnitt absolut aus.

Wichtig ist noch zu sagen, dass dieses Buch (Amazon Affiliate Link) sich ganz klar nicht an Nähanfänger richtet. Sicherlich kann man auch als Anfänger das Buch (Amazon Affiliate Link) zur Hand nehmen, ich stelle mir das aber sehr fordernd vor. Hier wird schon sehr viel Nähwissen vorausgesetzt und in seiner Detailliertheit ist das Buch wirklich nicht so simple. Es richtet sich aber an all jene die eigene Schnittmuster angehen oder vorhandene Muster anpassen wollen, mit ein wenig Näherfahrung und vorallem viel Zeit, um sich mit dem Buch auseinander zu setzen, kommt man hier aber schon sehr weit, war mein Eindruck.

Das Buch ist etwas anders strukturiert, als es sonst bei Nähbüchern der Fall ist. Es beginnt mit sehr kurzen und knappen Grundlektionen und dann geht es direkt in die Mitte der Materie, die Konstruktion von 10 unterschiedlichen Rockarten. Enger Rock, Trapezrock, ausgestellter Rock, eingereihter Rock, Faltenrock, Bundfaltenrock, Meerjungfrauenrock, Röcke mit Passe, einfache Röcke ohne Schlitz und Designröcke. Zu jedem dieser Röcke gibt es 4 – 11 Variationen, die genau erklärt und erläutert werden. Dazu gibt es sehr viele Bilder, Grafiken und Zeichnungen. Die Schnittanleitung ist dabei für mich gewöhnungsbedürftig aufgebaut. Immer wieder wird auf vorausgehende oder noch nachfolgende Teile verwiesen. Das hat man aber sehr schnell verstanden und die Methodik ist sinnvoll, wiederholt man sich so doch nicht 20 Mal im Buch.

Besonders toll und hilfreich für mich fand ich den Teil, der sich „Speziallektionen“ nennt. Hier wird auf unterschiedliche Rocklängen, Saumlinien, Taillenformen und Besatzarten eingegangen. Das fand ich sehr lehrreich, da hier auch immer erläutert wird, was die Veränderung wie bewirkt.

Hier befindet sich auch ein Teil, in dem der immer gleiche Rock aus verschiedensten Stoffen genäht und auf die unterschiedlichen Eigenschaften und den Fall hingewiesen wird. Das war sehr augenöffnend zu sehen.

Dann folgt ein Teil, der sich ausschließlich mit der Durchführung beschäftigt und dem Leser die Schnittmusteranfertigung näher bringt und somit auch Anpassungen an den eigenen Körper erläutert.

In einem Sonderteil geht es dann nochmal in sehr guter Erklärweise darum, wie man Reißverschlüsse einnäht, welche Arten von Gehschlitzen es gibt und auch das Rockfutter wird nicht vergessen.

In den Intensivkursen finden sich dann weitere Hinweise zur Erstellung und Anpassung von Grundschnitten und der Eignung von Schnitten für den eigenen Körper.

Es gibt außerdem eine ausführliche Erläuterung zu allen verwendeten Symbolen und Linien, sowie ein kurzes Fachwörter Glossar.

Mir persönlich hat der Meerjungfrauenrock unglaublich gut gefallen und ich denke, dass ich diesen auch nähen werde. Sehr wichtig fand ich auch die exakten Zeichnungen zu den Maßen und dem Maßnehmen am eigenen Körper. Das habe ich in dieser Intensität und Klarheit noch in keinem anderen Nähbuch wahrgenommen.

Besonder beeindruckend und einprägsam fand ich zwei Silhoutten, welche auf einem Stuhl sitzen und anhand deren Rockposition Problematiken und Verbesserungsvorschläge am Schnitt erläutert werden. Logisch, man trägt einen Rock ja nicht nur stehend.

Ich fand das Buch wirklich sehr erhellend und werde sicher immer wieder bei Problemen mit einem Schnitt darin blättern und nach Anpassungslösungen suchen.

Ja, das Buch braucht Zeit, um sich mit ihm auseinander zu setzen, um die für einen selbst passende Variante zu finden. Zeit, die ich sehr gerne investiert habe, denn ich fühlte mich klüger danach und schätze es als Nachschlagewerk sehr.

Die Autorin ist Dozentin für lebenslanges Lernen und Designerin und ich finde, beides merkt man dem Buch an, es geht neue Wege und es geht sie gut.

Ich kann die Rockgrundschnittvariationen für die etwas fortgeschrittene Näherin, die sich selbst ausprobieren und Schnitte anpassen und selbst kreiiren will, total empfehlen. Mir hat es sehr gefallen.

 

Japanische Quilts

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Das Buch „Japanische Quilts – 29 Projekte mit Anleitungen und Schnittmustern“ (Amazon Affiliate Link) haben Feierabendfrickeleien und ich schon im Frickelcast besprochen. Da hat es Fricklerdaumen hoch gehagelt und daher würde ich es gerne für die Nichtpodcasthörer (gibt es die unter euch?) auch nochmal hier besprechen.

Das Buch ist im Stiebner Verlag erschienen und wurde von der Autorin Yoko Saito geschrieben.

Es bringt zwei große und stabile, sowie sehr übersichtliche Schnittmusterbögen mit, die vorne und hinten im Einband verklebt sind, sich aber sehr gut lösen ließen.

Die Autorin Yoko Saito ist eigentlich Mitarbeiterin der Kulturabteilung im japanischen Rundfunk und Inhaberin der „Quilt-Party“ einem Laden mit Workshopangebot. Sie hat als Dozentin gearbeitet und in Japan bereits sehr viele Bücher veröffentlicht.

Japanische Quilts“(Amazon Affiliate Link) hat mich enorm angesprochen, weil es eine (für mich) ganz neue Form des Quiltens vorstellt, die mir sehr gefallen hat und für mich, die ich nicht immer so 100ig genau und akkurat arbeite, wie es für das amerikanische Quilten oft nötig ist, eine tolle Alternative.

Allerdings ist das Buch (Amazon Affiliate Link) eine echte Herausforderung ist aus meiner Sicht für Nähanfänger eher ein schickes Ansichtsexemplar, als eine Projektsammlung, die sich auch umsetzen läßt. Die Projekte im Buch haben zwar unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sind aber alle von durchaus gehobenem Anspruch für Fortgeschrittene, würde ich sagen.

Die Aufmachung des Buches (Amazon Affiliate Link) ist mordern, übersichtlich und sehr strukturiert.

Es beginnt mit einem sehr guten Inhaltsverzeichnis, dann folgen die 29 Projekte auf Bildern. Alle bekommen mindestens eine ganze Seite mit Foto, manchen wurde sogar eine ganze Doppeseite Raum eingeräumt. Die Bilder sind ansprechend und haben bei mir ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit ausgelöst, was ich  einem japanischen Buch, eher nicht erwartet hätte, weil ich hier eher mit Minimalismus und viel weiß und schwarz gerechnet habe. Auf allen Bildern kann man die Projekte sehr gut erkennen, sie sind schön ins rechte Licht gesetzt und es wurde viel Wert auf die richtige Abbildung der Details gelegt.

Nach der bildlichen Vorstellung der Projekte folgen die Nähanleitungen, sowie eine sehr kurze Einleitung und einigen Hinweisen, die man beachten sollte, bevor es losgehen kann.

Zum Beispiel wird darauf hingewiesen, dass die Schnitte alle keine Nahtzugabe enthalten und man diese einzeichnen muß. Die Angabe der Nahtzugabengröße findet sich hier ebenfalls.

Bei jeder Nähanleitung liegt eine ausführliche Materialliste bei und die Anleitungen bestehen nicht aus reinem Fließtext, sondern sind wunderschön mit klaren und übersichtlichen Bildern illustriert. Mir hat das sehr gut gefallen und so habe ich wirklich überall verstanden, wie etwas zu nähen wäre. Selbst sehr herausfordernde Projekte, wie die Tasche mit Sechsecken, wirkte für mich schaffbar und zwar sicherlich frickelig und kleinteilig, aber die Erklärungen und die Zeichnungen fand ich sehr schlüssig und gut.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Yoko Saito verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vorstellt. Wie zum Beispiel unterschiedliche Quiltmuster, aber auch Stickereien, Patchwork, Punchneedling, Flechten von Henkeln etc. Das Buch ist ein Quell toller Ideen und selbst wenn man sich nicht für eines der Projekte entscheiden sollte, so habe ich genug daraus mitgenommen, um tolle Ideen zu haben, die ich in weniger anspruchsvolle Arbeiten einfließen lassen kann. Die Projekte haben alle einen ähnlichen Stil und sind doch gänzlich verschieden. Mich hat das total angesprochen und ich blättere gerne einfach im Buch, um mich inspirieren zu lassen.

Super gerne würde ich die Tasche mit Sechsecken umsetzen, sehe mich aber bei den zig kleinen Patches vermutlich verzweifeln, andererseits, wäre das mal eine tolle Herausforderung. Die Projekte sind wirklich vielfältig. Es gibt einige Taschen, die mit Quilttechnicken gearbeitet wurden, Kissen, Decken, Wandbehänge, ein Nähetui, Federmäppchen und eine Schürze. Das fand ich eine gelungene Auswahl.

Ihr seht schon, ich bin ziemlich angetan. Das „Japanische Quilts“ (Amazon Affiliate Link) gefällt mir wirklich sehr, auch wenn ich noch ein wenig üben muß, bis ich etwas daraus angehen werde, es liegt ganz oben auf meinem Stapel und wird immer wieder herausgegriffen.

Hier findet ihr eine tolle Pinterest-Pinwand von mir unter anderem mit den Quilts von Yoko Saito. Folgt ihr mir eigentlich schon bei Pinterest? Ich würde mich freuen, wenn ihr das tut.