Trier-Tasche-Polly

[werbung – Dieser Beitrag beinhaltet Amazon Affiliate Links. Was das ist, erkläre ich hier: Klick!]

Wer genau aufgepaßt hat, der weiß, dass noch eine Tasche zum Blogbericht aussteht.

Ich habe nämlich nicht nur eine Tasche für Jazzfisch genäht, sondern auch dat Hoppenstedt, hat einen großen Beutel für ihre Wollfesteinkäufe von mir bekommen. (Ok, den Stoff hat sie selbst ausgesucht und gekauft, ich habe lediglich genäht und die Label von #Makemetakeme aufgebügelt.)

Den Stoff hatten wir für unsere drei Taschen bei Käthe Faber in Trier gekauft und dort hing auch der Prototyp im Fenster. Den Bericht zu unserem Besuch in Trier findet ihr hier: Klick!

Nachdem ich mir dann den Stoff ausgesucht hatte und die zwei Damen auch glänzende Augen bekamen, hab ich gedacht, die ist flott genäht, das mach ich ruhig nochmal. Also haben auch die beidne Strickelfen je eine Tasche bekommen. Meine Tasche findet ihr hier: Klick. Und die von Jazzfisch hier: Klick.

Schnittmuster habe ich keines benutzt. Angelehnt ist der Schnitt aber an die Wendy von Pattydoo, wenn auch mit gänzlich anderer Größe und anderen Henkeln.

Ich find den großen Beutel total praktisch und hoffe, dass auch Polly mit meinen zugegeben ja noch immer nicht perfekten Nähkünsten zufrieden war.

Für ihre Tasche habe ich das weiße Poly Glow Garn von Mettler benutzt. Das ist sehr stabil und hat einen schönen leichten Glanz. Es ließ sich super vernähen und hat ein schönes Stichbild. Außerdem leuchtet es im Dunkeln, ich hab das nicht dazu gesagt und bin gespannt, ob Polly das schon festgestellt hat.

Genäht habe ich wie immer teilweise mit meiner Nähmaschine von Husqvarna und meiner Brother 4234D Overlock zum Versäubern.

Die Tasche ist wirklich flott fertig und eignet sich prima als Mitbringsel.

Außerdem verbraucht sie deutlich weniger Stoff im Zuschnitt, da die Henkel nachträglich eingenäht werden und nicht bereits beim Zuscheiden beachtet werden müssen.

Natürlich habe ich auch hier meine #Makemetakeme Label von der Initiative Handarbeit angebracht. Allerdings dezent im Innern der Tasche. Was das für eine Aktion ist, könnt ihr hier nachlesen. KLICK!

Fakten

Schnitttmuster: Ohne

Stoffverbrauch: 50 x 145cm Canvas / Baumwolle vom Innen- und Aussenstoff

Größe: Onesize

Nadeln: Mettler Poly Glow

Verlinkt bei: Creadienstag, Handmade on Tuesday, Dings vom Dienstag, Lieblingsstücke, Meine Fummeley,

Grüne Smilla

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Im Frickelcast habe ich bereits erzählt, dass ich mir ein neues Schnittmuster von Pattydoo gekauft habe und dass ich damit echt zu kämpfen hatte. Smilla ist ein sommerliches Kleid in Wickeloptik. Ich habe in Größe 36 zugeschnitten und mein erster Versuch (glücklicherweise aus altem orangen Jersey) landete unmittelbar in der Tonne. das saß nicht, rutschte hier, zuppelte da und vorallem sahen die Armausschnitte und der Wickelrand ganz furchtbar aus, weil ich im verstürzen von Säumen offenbar eine grandiose Niete bin.

Ich wollte aber nun mal unbedingt ein Wickelkleid, also zweiter Versuch. Diesmal habe ich deutlich weniger Raffung an der Seite eingebaut, also den Saum dort weniger gekräuselt, das warf beim ersten Modell nämlich total doofe Falten, die mein nicht wirklich vorhandenes Bäuchlein, nach 9 Monat kurz vor der Niederkunft aussehen ließen. Mit weniger Raffung sah das gleich viel besser aus. Es ist immer noch leicht gerafft, aber eben dezenter und mit weniger Stofffalten.

Dann habe ich eine Lösung für Armausschnitte und Wickelkante gesucht. Einfach umklappen und umnähen fand ich doof, außerdem wollte ich ja mit meiner Brother Overlock ein wenig langrattern, also habe ich einfach die Stoffkante mit einer sehr sauberen Overlocknaht versehen und bin mit meinem etwas ungewöhnlichen Werk höchst zufrieden. Das sitzt super.

Der Stoff war ein einfacher Jersey von Snaply, irgendwann mal neben bei gekauft, weil ich die Farbe halt so mag.

Garn ist das Overlockgarn von Mettler, weilches wir zur Verfügung gestellt bekommen haben und das sich wirklich gut vernähen läßt.

Ich bin wirklich hochzufrieden mit meiner Smilla. Einzig die Schulterbreite würde ich nächstes Mal noch ein wenig anpassen, die ist mir etwas zu breit. Andererseits kann man so natürlich auch nicht unschön in die Armlöcher gucken. Muß ich mal probieren, ob ich das noch optimiert bekomme.

Meine Probleme bei der ersen Smilla lagen übrigens nicht am Schnitt oder der Videoanleitung von Pattydoo, die waren wie immer super. Ich hab nur eben leider keinen Normkörper und muß daher immer Anpassungen vornehmen. Mal mehr, mal weniger, hier waren es nur kleine Veränderungen, die zu einem tollen Ergebnis geführt haben, finde ich.

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Fakten

Schnitttmuster: Smilla von Pattydoo

Modifikation: Weniger gerafft und Saumkanten nicht verstürzt

Stoffverbrauch: 130 cm / 150 cm Jersey von Snaply

Größe: 36

Garn: Mettler Seralene Overlock Garn

Trier-Tasche-Jazzfisch

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Als wir in Trier bei der Luftmasche waren, haben wir ja noch einen kleinen Abstecher zum gegenüber liegenden Stoffladen Käthe Faber gemacht und weil ich meine Klappe ja immer sehr voll nehme, habe ich dort herumgestrunxt, dass ich natürlich auch Pollyesther Hoppenstedt und Jazzfisch Taschen aus Stoffen nähe, wenn sie die Stoffe kaufen.

Hehe…. damit waren sie an der Angel und haben Stoff gekauft, damit ich was zu Nähen hatte. So läuft das hier nämlich mit den Strickelfen, das sind nicht einfach nur Freunde, die werden auch immer ein wenig zum Bloggen ausgebeutet…. *kicher*

Na gut, in dem Fall hab ja ich genäht, aber die Stoffwahl der beiden gefiel auch mir echt gut.

Daher zeig ich euch heute auch die Tasche für Jazzfisch.

Passend zum Nickname hat sie sich einen Stoff mit kleinen Fischen ausgesucht und einen passenden einfachen Baumwollfutterstoff.

Der Fischstoff ist stabiler Canvas, das Futter einfache Baumwollwebware.

Beides paßte prima zusammen, fanden wir und und auch die unglaubliche nette Verkäuferin bei Käthe Faber war von unserer Wahl begeistert. (Danke an dieser Stelle erneut für die freundliche Beratung.)

Schnittmuster habe ich keins benutzt, mich aber von der Machart her an der Wendy von Pattydoo orientiert. Ich habe sie allerdings verbreitert und kürzere dafür breitere Henkel angebracht. Eigentlich ist es eine einfache gefütterte rechteckige Tasche mit Boden und Henkeln.

Das war flott zugeschnitten und rasch genäht. Für alle drei Taschen habe ich einen Sonntagnachmittag gebraucht. Meine Tasche könnt ihr euch übrigens hier ansehen: Klick!

Diesmal habe ich wieder mit meiner Haushaltsnähmaschine genäht und die Stoffe mit der Brother Overlock 4234 D vorher versäubert. Das ging prima, vorallem weil ich ein sehr pflegeleichtes Garn zum Nähen genutzt habe.

Das Mettler Denim Doc hat eine leichte Jeansoptik und eignet sich prima für stabile und trotzdem optisch ansprechende Nähte. Ich bin mit meinem Nahtergebnis sehr zufrieden. Das Garn von Mettler war wirkliche in Traum und ist nirgendwo gerissen oder unschön vernäht. Der Denimlook gefällt mir zusammen mit der blauen Tasche sehr gut.

Ich hoffe Jazzfisch gefällt ihre Tasche ebenfalls?

Auf Vlieseline oder etwas anderes zur Versteifung des Stoffes habe ich aus Bequemlichkeit verzichtet. Ich mag es lieber, wenn man die Tasche ganz klein zusammenknüllen kann, als dass sie von alleine aufrecht stehen sollte.

Natürlich habe ich auch hier meine #Makemetakeme Label von der Initiative Handarbeit angebracht. Allerdings dezent im Innern der Tasche. Was das für eine Aktion ist, könnt ihr hier nachlesen. KLICK!

Fakten

Schnitttmuster: Ohne

Stoffverbrauch: 50 x 145cm Canvas / Baumwolle vom Innen- und Aussenstoff

Größe: Onesize

Nadeln: Mettler Denim Doc

Verlinkt bei: Creadienstag,Handmade on Tuesday, Dings vom Dienstag, Lieblingsstücke, Meine Fummeley, Liebste Maschen

Frau Katze war wie üblich beim Nähen äußerst hilfreich. Was auch sonst ?

Trier-Tasche

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Am Samstag waren wir ja in Trier und neben unserem Besuch bei der Luftmasche, waren wir auch noch kurz gegenüber bei Käthe Faber und dort hing im Schaufenster eineTasche aus diesem grünen Stoff und weil ich an Grün ja nie vorbeigehen kann, habe ich mir den Stoff auch gegönnt. Leider gab es zur Tasche kein Schnittmuster, also mußte ich mir selbst überlegen, wie sie wohl konstruiert wurde und somit ist das hier der erste Prototyp meiner allerersten ganz eigenen ohne Schnittmuster genähten Tasche. Ich bin ein wenig stolz und auch wenn der Prototyp nicht perfekt ist, bin ich sehr zufrieden, dass alles so funktioniert hat, wie ich es mir gewünscht habe.

Meine Trier-Tasche hat einen Taschenboden, breite Henkel und ist nicht zu schwer, außerdem bietet sie viel Platz für alles Mögliche.

Der Stoff ist ein leichter nicht zu störrischer Canvas und das Garn ist Poly Sheen Multi von Mettler, das mir zum Nähen zur Verfügung gestellt wurde.

Das Garn ist grün und weiß und hat einen schönen Schimmer. Ich hatte etwas Sorge, dass es sich mit dem Metallicglanz schlecht vernähen läßt oder leicht reißt, das tut es aber nicht. Es ging problemlos und die Nähte sehen fein aus.

Ich bin ziemlich hingerissen. 🙂

Frau Katze mag die Tasche auch, wie ihr seht. Ich glaube, nach dem Format folgen noch ein paar Weitere. Das ging nämlich wirklich schnell und sieht trotzdem gut aus. Ich mag es ja, wenn etwas flott fertig ist und das war hier definitiv der Fall.

Die Träger habe ich extra etwas breiter gemacht, damit sie auch wenn die Tasche voll ist, nicht einschneiden oder doof aussehen. Das hat funktioniert. Ich habe die Träger dann noch seitlich abgesteppt, um sie ein wenig mehr in Form zu bekommen und stabiler zu machen.

Fakten

Schnitttmuster: Ohne

Stoffverbrauch: 50 x 145cm Canvas vom Innen- und Aussenstoff (also zweimal)

Größe: Onesize

Nadeln: Mettler Poly Sheen Multi 

Mit dem Beitrag hopse ich zu den Linkparties Lieblingsstücke ,sowie zu Caros Fummeley.

Hello Overlock – Selmin von Tweed and Greet

[werbung- die Overlockmaschine und das Buch wurden mir als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt und der Beitrag enthält Amazon Affiliate Links. Was das ist, findest du hier. ]

Vor einigen Wochen ist hier bei mir ja meine Overlock eingezogen. Diese wurde mir freundlicherweise von Brother zur Verfügung gestellt und ist ein echter Luxusschlitten.

Damit ich diese wirklich teure Maschine nicht gleich kaputt mache, zerstöre oder gar zum Explodieren bringe, davor hatte ich wirklich Angst, vorallem weil im Internet immer die Rede davon ist, wie empfindlich diese Maschinen sind, habe ich mich vorbereitet. Sowas tue ich sonst nie. Ich lese oft nicht mal Gebrauchsanweisungen und bin der Typ „Ich probiere alles aus, irgendwas geht schon“.

Diesmal also nicht, diesmal habe ich die Gebrauchsanweisung der Brother Maschine gelesen und habe mir Fachliteratur besorgt, weil mein eigenes Fachwissen diesmal eben nicht ausreichte.

Das kleine Effchen hat mich freundlicherweise per Nachricht und mit ihrem Blogpost daran erinnert, dass das Buch „Hello Overlock“ von Selmin von Tweed and Greet hier noch schlummerte und ich hab es hervorkramt und mich erstmal schlau gemacht, was so eine Overlock denn überhaupt kann.

Hier findet ihr nun meine Rezension zum Buch „Hello Overlock“ und außerdem war Selmin so lieb und hat mir ein kleines Interview per Email beantwortet. Liebe Selmin, zum einen Danke für dein großartiges Buch, das mir die Scheu vor der Maschine genommen und mich wunderbar angeleitet hat und zum anderen für deine Zeit für das Interview.

Copyright tweed & greet

REZENSION HELLO OVERLOCK von SELMIN ERMIS-KROHS

Die Brother Overlock Maschine stand mehrere Wochen wartend auf meinem Nähtisch und ich schielte sie immer ein wenig skeptisch an. Beißt sie? Wird sie implodieren, wenn ich was falsch mache? Kann ich was falsch machen? Ist das wirklich so schwer, wie alle sagen? Jeder stöhnt über das Einfädeln, soll ich das wirklich jetzt versuchen? Ich bin also drumherum geschlichen und hab mich nicht getraut. Total blöde, wenn ich jetzt zurück denke, denn das Ganze war überhaupt nicht schwer. Die Maschine ist natürlich auch nicht implodiert und ja natürlich kann man viel falsch machen, aber wenn man seinen Kopf einschaltet und vorallem sich umfassend informiert, dann tut die Maschine genau, was sie soll.

Damit ich diese Erfahrung aber machen konnte, war ein wenig Mut nötig und den habe ich mir diesmal nicht angetrunken, sondern angelesen. Wenn mir etwas Unwohlsein verursacht, dann ist Information für mich immer der beste Weg, damit umzugehen. Wenn ich informiert bin, habe ich weniger Ängste und kann die Situation realistischer einschätzen.

In dem Fall hat mir das Buch von Selmin Ermis-Krohs geholfen. Das lag nämlich neben der Overlockmaschine und ich nahm es zur Hand, um eben zu lernen, was ich mit diesem kompliziert wirkenden Gerät überhaupt tun kann. Selmin stellt sich im Vorwort kurz vor und benennt genau meine Gefühle und Hoffnungen für die Overlock, das ließ mich schon mal aufatmen. Es sah also so aus, als wäre das genau das, was ich brauche. Jemand, der mich an die Hand nimmt und mir zeigt, was ich mit der Maschine tun kann, wie sie funktioniert und wie ich Probleme behebe.

Ich ließ mich also von Selmin an die Hand nehmen und marschierte tapfer mit ihr durch die Seiten von „Hello Overlock

Zunächst lernte ich den Unterschied zwischen Overlock und Nähmaschine kennen, denn obwohl ich hier die 4234D von Brother stehen hatte, war mir gar nicht so genau klar, was die denn nun eigentlich kann und was ich damit machen möchte. Im Buch wurde genau das anschaulich erklärt. Dann gab es Tipps zur Auswahl der passenden Maschine und die richtige Einrichtung des Nähplatzes. Das fand ich hilfreich, denn das Setup ist hier ein wenig anders, als wenn ich meine normale Haushaltsnähmaschine bediene.Selmin stellt außerdem eine Coverlock vor, das ist dann mein nächster Traum, den ich sicher umsetzen werde, wenn ich die Overlock beherrsche. Auch hier konnte ich endlich die Unterschiede und Möglichkeiten der Maschinen erfassen, weil sie sehr gut erklärt und klare und eindeutige Worte findet.

Nun hab ich das Glück, dass meine Maschine genau die ist, die Selmin auch bei „Hello Overlock“ nutzt und konnte daher eins zu eins abschauen und der Teil, in dem sie die Maschine vorstellt, war für mich super und eine tolle Erweiterung zur mitgelieferten Bedienungsanleitung. Anschließend wußte ich, wofür welches Rädchen ist und wo Greifer und Messer sind. Auch eine Aufstellung zu sinnvollem Material findet sich im Buch, vieles davon lag meiner Maschine bei, einiges werde ich mir noch nachkaufen. So liebäugle ich beispielsweise mit einem Kräuselfuß, Blindstich- oder einem Paspelfuß.

Im Buch werden außerdem Nadeln und Garne vorgestellt und genau erklärt, wann man welche Nadel nutzt und vorallem in welcher Stärke. Das fand ich sehr hilfreich und habe ich bisher noch nirgendwo so gut erklärt und zusammengefaßt gefunden.

Eine kleine Stoffkunde und Hinweise dazu, welche Stoffe sich zur Verarbeitung mit der Overlock eignen, findet sich ebenfalls.

Copyright Tweed & Greet

Anschließend stellt Selmin die verschiedenen Stiche der Overlock vor und erklärt sehr gut, welcher Stich wofür geeignet ist und zeigt außerdem auch Designnähte, wie Flachnahte.

Dann geht es ans Nähen, sie zeigt, wie man die Nadel einsetzt oder den Nähfuß tauscht und das Einfädeln, wovor ich besonderen Respekt hatte, wird ebenfalls gut bebildert dargestellt. Die Videoanleitung von Brother brauchte ich daher gar nicht mehr und meine Angst davor war total unnötig, das ist sehr einfach und dauert auch überhaupt nicht lange, sondern ist flott erledigt. Vorallem wenn man nur das Garn wechselt kann man mit der Methode des Anknotens wirklich schnell neu einfädeln und genau das wird ebenfalls erklärt.

Für mich hilfreich war auch das Verriegeln der Overlocknähte und das Sichern der Fadenraupe, da stellt sie drei Alternativen vor, von denen ich natürlich die für „Ungeduldige“ am Besten finde. Es wird gezeigt, wie man Ecken und Rundunen näht und wie man Stoff mit der Overlock rüschen kann. Zu allen wichtigen Fragen, wie Fadenspannung und Nähfußdruck finden sich ebenfalls gut bebilderte und leicht verständliche Erklärungen, mit denen ich als Overlockanfängerin überhaupt keine Probleme hatte und die mir wirklich geholfen haben.

Ich bin ja leider Königin darin, unkonzentriert Fehler beim Nähen zu machen und dann auftrennen zu müssen. Eine Overlocknaht auftrennen war für mich der Alptraum, aber auch dazu gibt es Tipps und (ich hab es ausprobiert) damit ging das wirklich ruckzuck. Auch Problemlösungen finden sich im Buch, zum Beispiel für das Reißén des Fadens, eine zusammengezogene Stoffkante oder eine unsaubere Stoffkante. Das ist prima und dient mir als Nachschlagewerk. Gleiches gilt für die richtige Wartung und Reinigung der Overlock.

Neben Grundlagentechniken finden sich außerdem 7 einfache Projekte für den Overlockanfänger, die die wichtigsten Techniken aufzeigen und näher bringen. Die Schnitte sind vom Schwierigkeitsgrad sehr leicht gehalten und steigern sich ein wenig,. Der Schnittmusterbogen liegt bei und ist sehr gut und stabil. Kleine Kritik an dieser Stelle ich hätte mir unterschiedliche Farben für unterschiedliche Größen oder bessere Unterschide in der Linienzeichnung gewünscht. Grundsätzlich kann man mit ihm aber sehr gut arbeiten und die Yoga Hose und das Shirt möchte ich auf jeden Fall noch umsetzen.

Am Ende war ich so gut informiert, dass ich sofort loslegen konnte. Ich hatte keine Angst mehr, etwas kaputt zu machen und weiß, worauf ich achten muß, um ein tolles Ergebnis zu bekommen.

Von mir also eine große Empfehlung für jeden, der sich und seine Näherei ins nächtse Level heben will, das hier bietet sehr gute Hilfestellungen und Erklärungen und nimmt die Scheu vor der teuren Maschine.

Copyright Tweed & Greet

INTERVIEW MIT SELMIN VON TWEED AND GREET:

Jetztkochtsie: Hallo Selmin, schön, dass du dir Zeit nimmst, mir ein kleines Interview zu geben!

Wenn man deinen Blog (so wie ich) schon länger verfolgt, konnte man dich bei deinem Weg von der Näh-Bloggerin hin zur Schnittmustererstellerin, Autorin und Shopinhaberin begleiten. Ich fand das sehr spannend und hab mich gefreut, dich beim Blogst Barcamp im letzten Jahr kennenzulernen. 

Vielleicht willst du dich, für die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen? 

Selmin: Liebe Janine, ich freue mich, dass ich hier sein darf! Ich bin Selmin, 38 Jahre und blogge seit 2012 auf meinem Blog Tweed & Greet über meine Geschichten aus dem Nähzimmer, zeige meine Nähprojekte, stelle inspirierende Schnittmuster vor und gebe Tipps und Tricks rund ums Nähen für Anfänger und Fortgeschrittene. Erst mit 32 Jahren hat mich der Nähvirus gepackt und das Nähen hat sich schon fast zu meiner Lebensphilosophie entwickelt. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht nähe, über’s Nähen nachdenke oder darüber spreche. Das Nähen hat mein Leben in kreative Bahnen gelenkt, an die ich vor einigen Jahren nicht im Ansatz gedacht hätte: Ich habe vergangenes Jahr mit „ Hello, Nähmaschine“ und „ Hello, Overlock“ zwei Nähbücher herausgebracht, publiziere regelmäßig Inspirations-Posts auf meinem Blog Tweed & Greet und arbeite als freiberufliche Online-Redakteurin und Content Creator für Unternehmen aus der Handarbeitsbranche. Im April 2018 habe ich zusammen mit Anja von Rapantinchen das Kölner Schnittmusterlabel Schnittduett gegründet, für alle Frauen, die gern lässige und feminine Mode nähen.

Jetztkochtsie: Du bist für mich eine der ersten Fundstellen, wenn ich ein Nähproblem habe, auf deiner Seite gibt es viele Tutorials und Hilfestellungen, seien es „Tipps für das Nähen mit Ringeln und Streifenstoff“ oder auch (für mich Zwerg ganz wichtig) „Beinlänge im Schnittmuster einer Hose verlängern und verkürzen“. Der erste Artikel von dir, den ich gelesen habe, war der zur Garnauswahl und er hat mir dabei geholfen, festzustellen warum mein Baumwollgarn kein so schönes Ergebnis lieferte. 

Du hilfst vielen Näherinnen in vielen Situationen weiter, aber wo oder von wem hast du das alles gelernt? 

Selmin: Ich habe im Oktober 2014, nach insgesamt 12-jährigem Angestelltenverhältnis, meinen festen Job gekündigt, um mich beruflich umzuorientieren. Das Jahr entwickelte sich zu einem kreativen Auszeitjahr. Während andere reisen, um sich selbst zu finden, habe ich meine Nähmaschine ausgepackt und so viel genäht, wie noch nie. Dabei besuchte ich auch ganz intensiv Näh- und Schnittkurse und beschäftigte mich ein ganzes Jahr lang mit meinem liebsten Hobby. In dieser Zeit sind über 30 Kleidungsstücke entstanden. In meinen Kursen konnte ich furchtlos viele Techniken ausprobieren und alle Fragen stellen, die mir auf der Seele brannten. Ich liebe es, mich in Themen hineinzufuchsen, bis ich sie beherrsche, auf dem Weg dorthin mache ich selbst manchmal auch viele Fehler, das gehört immer dazu. Es führt aber auch dazu, dass ich viele Knackpunkte kenne und benennen kann. Ich glaube, damit kann ich Anfängern auf Augenhöhe begegnen und ihnen unterstützend zur Seite stehen.

Jetztkochtsie: Gibt es Internetseiten oder Bücher, die du hilfreich findest und ebenfalls empfehlen möchtest? 

Selmin: Ich liebe die Blogs von Tilly & the Buttons und Closet Case Patterns, die viele hilfreiche Tipps rund ums Nähen geben und auch das Seamwork Magazine ist für mich eine inspirierende und hilfreiche Anlaufquelle. Supergern höre ich den Love to Sew Podcast aus Kanada, aus dem ich immer wieder viel Wissen und Nählust mitnehme . Vor kurzem habe ich außerdem auf meinem Blog meine Lieblingsbücher rund um das Thema Nähen veröffentlicht. Darüber hinaus finde ich das umfangreiche Buch „Fitting and Pattern Alteration“ von Liechty Rasband und Pottberg-Steineckert sehr hilfreich, wenn es um das Thema Schnittanpassung geht.

Jetztkochtsie: Deine Bilder finde ich immer sehr hilfreich und gut fotografiert, deine Texte frisch und informativ. Deine Blogposts wirken natürlich und fröhlich und man erfährt alle Details, die man als Näherin erkennen möchte. 

Wie entwickelt sich so eine Idee bei dir vom ersten Gedanken bis hin zum fertigen Blogpost? 

Selmin: Vielen lieben Dank für die netten Worte, das freut mich wirklich zu hören! Wenn ich für meinen Blog arbeite, entsteht und bleibt die Idee tatsächlich meist so lange in meinem Kopf, bis ich einfach loslege. Für meine eigenen Blogposts fertige ich meist keine Konzepte oder Ähnliches an. Mein Blog ist einfach inspirationsgetrieben, da kann ich mich nicht hinsetzen und beispielsweise Texte für einen Monat vorschreiben, später alle Fotos für einen Monat knipsen oder Schritt für Schritt Fotos. Das wäre zwar sehr effizient, aber es lässt meine Kreativität leiden. Das konnte ich noch nie. Da beginne ich lieber morgens mit einer Idee und arbeite mich einfach durch bis ich fertig bin. Bei Inspirationsposts mache ich oft erst die Fotos und setze dann die Texte dazu. Bei Tutorials beginne ich mit den Schritt-für-Schritt-Texten, mache dann die Fotos und bearbeite sie. Danach passe ich meist die Texte noch einmal an, denn oft kommt es auch vor, dass die Vorgehensweise wie ich sie im Kopf hatte, doch nicht so umsetzbar ist. Wenn der Post fertig ist, wird er auch schon veröffentlicht.

Jetztkochtsie: Zusammen mit Rapantinchen hast du ein gemeinsames Baby, das Schnittduett und ihr vertreibt eure Schnittmuster online. Sie zeichnen sich durch klare Linien und eine elegante Lässigkeit aus. Eure Muster gibt es als Download und Papierschnittmuster.

Welcher der Schnitte liegt dir besonders am Herzen und welchen würdest du mir als Overlock-Anfängerin empfehlen? 

Selmin: Ganz ehrlich? Ich mag eigentlich alle Schnitte gleich und ich habe viele unserer Schnitte mehrfach im Kleiderschrank  hängen und trage sie supergern. Allerdings muss ich sagen, dass ich gerade für unsere Hose Wrapped wohl die beste Kundin war, 7 Versionen habe ich zu Hause und eine Shortsfassung mit einem kleinen Patternhack ist auch schon geplant. Für Overlock Anfänger eignen sich alle Teile der Modular Collection sehr gut, da sie aus Stretch sind und bis auf den Saum, alle Nähte komplett mit der Overlock direkt zusammengenäht und versäubert werden können. Aber auch den Sweater Wrapped und das La Sole Jersey Cami, kann man als Overlock Anfänger gut meistern.

Jetztkochtsie: Ich habe vor einiger Zeit die Aktion 12 Colours of Handmade Fashion bei dir interessiert verfolgt, wird es so etwas nochmal geben? (Ich wäre sofort dabei!) 

Selmin: Oooh, die gibt’s schon! Im Januar habe ich die Aktion #12ausdemstoffregal ins Leben gerufen, um Nähbegeisterte beim Stoffabbau zu unterstützen oder die Community dazu zubringen, sich mit ihrem Stoffvorrat auseinander zu setzen. Jeden Monat, jeweils zum 1. verkünde ich ein neues Thema, bei dem man sich etwas aus seinem Stoffvorrat nähen oder einen zu diesem Thema passenden Post im Zusammenhang mit seinem Stoffvorrat verfassen kann. Dabei muss nicht unbedingt genäht werden, man kann einfach auch Tutorials oder Tipps zu dem Thema veröffentlichen, man kann etwas für sich oder andere nähen und es ist egal ob ein Kleidungsstück dabei entsteht oder etwas Nettes für die Wohnung. Alles ist ganz frei und entspannt, aber eben nach einem bestimmten monatlichen Thema. Die Ergebnisse werden am 27. eines Monats präsentiert und können auf meinem Blog verlinkt werden.

Jetztkochtsie: Deine Bücher „Hello Nähmaschine“ & „Hello Overlock“ bieten einen guten Einstieg in die Technik der Maschinen und darüber hinaus Hilfe bei der Fehlersuche, Nähtechniken und Nähprojekte für den Anfänger.

Was hat dich veranlasst die Bücher zu schreiben und wie bist du an diese neue Herausforderung ran gegangen? 

Selmin: Bei „ Hello Nähmaschine war mir wichtig, dass jeder, der sich das erste Mal an eine Nähmaschine setzt, das Gefühl hat, ich würde ihm über die Schulter gucken und alles Schritt-für-Schritt erklären. Ich wollte schöne Projekte, die inspirieren und auch für Erwachsene geeignet sind. Kleidungsstücke habe ich dabei bewusst weggelassen, damit sich Nähanfänger keine Sorgen um Passform oder Anpassungen machen müssen, sondern vielleicht auch einfach allein mit dem Buch und ihrer Nähmaschine loslegen können und direkt im Nähflow bleiben. Projekt für Projekt steigert sich der Schwierigkeitsgrad der Techniken, wie Säumen, Reißverschlüsse annähen oder Knopflöcher nähen, bis man am Ende tolle Nähprojekte in der Hand hält und voll motiviert ist, voller Elan sein erstes Kleidungsstück zu nähen. Bei „ Hello, Overlock“ war es der gleiche Anspruch. Wir schauen uns die Overlock Schritt für Schritt gemeinsam an, fädeln sie ein und ich stelle die wichtigsten Stiche und Techniken vor, die anhand von ersten Easy-Peasy-Projekten, lässigen Kleidungsstücken und praktischen Accessoires, ausprobiert werden können.

Jetztkochtsie:  Im Buch „Hello Overlock“ arbeitest du ebenfalls mit einer Brother 4234D, was für mich sehr praktisch ist. Ist das Buch aus deiner Sicht denn auch für Anfänger mit anderen Maschinen geeignet? 

Selmin: Ja, auf alle Fälle. Overlockmaschinen weichen zwar in ein paar Eigenschaften manchmal leicht voneinander ab, aber wie bei Nähmaschinen ist das Prinzip das gleiche. Es ist allerdings auch wichtig, dass man als Anfänger das Handbuch seiner Overlock vor sich hat, um wirklich alle Handgriffe kennenzulernen.

Jetztkochtsie: Die Brother 4234D ist ja nicht soooo ein Schnäppchen, welche Overlock Maschine würdest du empfehlen, wenn jemand ein kleineres Budget hat? 

Selmin: Das niedrigere Modell der o.g. Brother die Brother 3034D habe ich ebenfalls zu Hause und nähe damit sehr gern. Es ist eine sehr komfortable Maschine und aus meiner Sicht steht sie ihrem großen Bruder in nichts nach.

Jetztkochtsie: Und zum Schluss: was rätst du jemandem, der seit Jahren mit seiner Haushaltsnähmaschine näht und sich fragt, ob er eine Overlock wirklich braucht?

Selmin: Ich selbst habe erst nach vier Jahren intensiven Nähens mit der Nähmaschine meine erste Overlock gekauft. Bis dahin hatte ich sie eigentlich auch nicht vermisst. Allerdings habe ich sehr schnell gemerkt, dass das Nähen mit der Overlock tatsächlich Nähen auf einem neuen Niveau ist. Die Nähzeit verkürzt sich enorm, ich war ganz baff, wie schnell ich mit einer Bahn fertig bin! Und die versäuberten Kanten geben den Kleidungsstücken natürlich eine ganz andere Hochwertigkeit. Für mich heißt dies, nie wieder ohne Overlock! Sie ersetzt meine Nähmaschine zwar nicht aber beide zusammen sind das perfekte Team in meinem Nähzimmer.

Jetztkochtsie: Herzlichen Dank für deine Zeit. Viel Erfolg weiterhin oder möchtest du sonst noch etwas sagen? Gibt es vielleicht Pläne oder weitere Bücher, auf die wir uns freuen können? 

Selmin: Ich freue mich, dass Du mich gefragt hast und wünsche Dir noch viel viel Spaß beim Ausprobieren Deiner neuen Overlock! Momentan habe ich eine Bücherpause eingelegt und freue mich, dadurch wieder mehr Zeit für meinen Blog zu haben und ganz viel Konzentration auf unser Label Schnittduett und andere kreative Projekte zu legen. Da kann man sich sicherlich auf ein paar Überraschungen im Laufe des Jahres freuen!

 

Ich hoffe, ihr fandet das Interview mit Selmin ebenso informativ und spannend, wie ich. Schreibt mir gerne, ob euch das gefallen hat und ob ich in Zukunft bei Buchvorstellungen häufiger versuchen soll, ein Interview mit dem Autor oder der Autorin zu führen.

(Das geht natürlich nicht immer, aber so ab und an finde ich das wirklich ganz gut.)

Euch jetzt erstmal viel Spaß beim Nähen, Frickeln Handarbeiten und noch einen schönen Freitag!