Das Wintertagebuch von Nigel Slater

(Werbung / Rezensionsexemplar]

Schon seit einiger Zeit wartet dieser Blogpost auf den richtigen Moment der Veröffentlichung, nämlich kühlere Temperaturen. Heute hat der Mr. die Winterreifen auf die Autos gezogen und verkündet, dass jetzt Herbst ist.

Wohl gemerkt bei strahlendem Sonnenschein und 19 Grad.

Ich schließe mich seinem Beschluss hiermit an und beschließe, dass es Zeit ist das Wintertagebuch von Nigel Slater zu rezensieren.

Wer mir hier schon länger folgt, der weiß, dass ich ein ganz großer Fan der Kochbücher von Nigel Slater bin. Sei es „Einfach Genießen„, „EAT„, „Tender“ und „Das Küchentagebuch“ haben mich allesamt begeistert, entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an sein neues Werk: „Das Wintertagebuch„. (Amazon Affiliate Link)

Vorab bei der Aufmachung hat der Dumont Buchverlag sich mal wieder übertroffen. Ein wunderschöner schwarzer Einband mit kupferfarbenem Druck. Tolle Haptik, tolle Optik. Dazu zwei Lesebändchen und ein sehr dickes und hochwertiges Papier, das sich beim Umblättern gut zwischen den Fingern anfühlt.

Bereits mit seinem ersten Satz, hat Slater mich „Du darfst alt werden, paß nur auf, dass du nie erwachsen wirst.“ Das ist etwas, was gerade mir, die letztlich erst wieder im Flamingokleidchen in einer wichtigen beruflichen Besprechung erschien, natürlich wie aus dem Herzen gesprochen, na gut, es hat nicht viel mit einem Kochbuch zu tun, außer dass es wichtig ist, uns Neugierde und Experimentierfreude zu erhalten.

Wie schon bei seinen anderen Büchern, gelingt es Slater auch hier einen schönen Mittelweg zwischen Kochbuch und Erzählband zu finden. Ein wenig erinnert es an einen Adventskalender, den man vorlesen und nachkochen kann, denn vom 01.November bis zum 2. Februar gibt es für fast jeden Tag Informationen, Erzählungen, Rezepte und Ideen.

Nächste Woche ist der 01. November und wer sich die Wintermonate mit Nigel Slater (Amazon Affiliate Link) vertreiben will, so wie ich es tun werde, der hat noch genug Zeit, sich das Buch zu besorgen.

Mein Plan ist tatsächlich jeden Tag etwas zum Buch auf Instagram oder Twitter zu posten. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das durchhalte, oder ob man mich danach durch den Saal rollen kann, weil ich bei all den Leckereien ordentlich Winterspeck angesetzt habe.

Tatsächlich feiere ich ja im November meinen Geburtstag und eines der Gerichte habe ich bereits vorbereitet und es war beim Durchblättern des Buches auch sofort klar, was das sein würde.

In meinem Kühlschrank stehen nun schon seit ein paar Wochen die Feigen mit Ahornsirup und Anis und ziehen gut durch in ihrem Bett aus Wodka und trockenem Weißwein… Schon zweimal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir ein klitzekleines Bißchen abgezapft habe, um es über mein Vanilleeis zu gießen. Die Feigen schmecken fantastisch.

Wie üblich kommt Slater bei seinen Rezepten mit wenigen, aber erlesenen Zutaten aus, die wunderbar harmonieren und toll kombiniert sind.

Es ist mir keine Zutat aufgefallen, die nicht im gut sortierten Supermarkt erhältlich wäre. Die Rezepte decken eigentlich jede Geschmacksrichtung ab, von süß bis salzig, von leicht bis kräftig, von warn bis kalt ist alles dabei. Der Mr ist ja ein sehr heikler Esser, hier sah ich bei keinem Gericht ein Problem.

Aber wie ich schon sagte, das Buch ist viel mehr als ein Kochbuch.

Slater ist ein großer Erzähler, er schwelgt in Worten, wie ich in seinen Gerichten. Er erzählt etwas zu Weihnachten, winterlichen Bräuchen, berichtet von Feiern und der Wintersonnenwende. Hier wird ganz schleichend, Wissen vernittelt und Freude am Genuß weitergegeben. Sowas mag ich sehr.

Neben den Feigen hat mich auch die Birnen-Nelken und Orangen Granita sehr angemacht, auch ungewöhnlichere Wintergerichte, wie Aubergine mit Linsen und Basilikum ließen mir das Wasser im Mund zusammen laufen.

Plätzchen und Stollenrezepte gibt es genauso, wie ihre Geschichten in diesem Buch.

Ihr merkt, ich bin erneut begeistert. Die Bilder senden eine fantastische Botschaft, dieses Buch steckt voller Gemütlichkeit, heißem Punsch und Zimtkeksen. Obwohl das Wetter überhaupt nicht danach aussieht, wäre ich dann jetzt soweit, der Winter kann dann bitte jetzt sofort kommen. Ich möchte Rumtopf schlürfen, Anisplätzchen essen und Weihnachtsgans in den Ofen schieben und das nur, weil Herr Slater davon mit seinen wunderbaren Worten gesprochen hat.

Ja, mit dieser Art von Buch wird nicht jeder warm, manchem behagt es nicht, dass in einem Kochbuch auch literarische Texte sind, mancher findet die Struktur nicht straff genug oder der Bilder zu wenige und zu wenig eindeutig, ganz ehrlich, das hier ist eine ganz andere Art von Buch, es bezaubert, es sättigt beim Lesen und es macht mich rund um glücklich.

Gekocht habe ich die Feigen:

Zutaten:

250 g Zucker, 100 ml Ahornsirup, 750 ml trockener Weißwein, 1/2 Teelöffel Anis, 500g getrocknete Feigen, 250 ml Wodka

Zucker, Ahornsirup, Weißwein und Anis in einem großen Topf verrühren. Die Feigen in Viertelschneiden und dazu geben. Aufkochen lassen und dann 20 Min auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Feigen weich und prall vollgesogen sind. In Einmachgläser umfüllen und mit Wodka aufgießen, anschließend 3-4 Wochen dunkel und kühl lagen.

Die Feigen eignen sich hervorragend als Nachspeise, zu Eis oder auch in eine Kuchen können sie eingebacken werden. Die Flüssigkeit kann man fein Trinken oder ebenfalls als süße Garnitur einer Nachspeise verwenden.

Guten Appetit.

Hasana – vegetarisch kochen nach traditionellen jüdischen Rezepten von Paola Gavin

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Hier wurde mal wieder gekocht. Endlich könnte man sagen und mit Hingabe.

Ich habe Hasana von Paola Gavin (Amazon Affiliate Link) ausprobiert.

Zwar ist das Wetter draußen eher sommerlich und die Zeit der Eintöpfe und Suppen scheint noch nicht gekommen, ich hatte aber dennoch sofort „krupnik“ (Graupeneintopf) im Kopf als ich das neue Kochbuch zur traditionellen jüdischen Küche (Amazon Affiliate Link) in der Hand hatte.

Nein, ich bin nicht jüdisch, eigentlich bin ich irgendwann mal katholisch getauft worden, dann hat ein sehr strenges katholische Gymnasium mir jede Freude am Glauben und das Glauben generell verleidet und seit dem lebe ich meine eigenen Glaubenssätze. Das hindert mich nicht daran, jegliche Form der Essensvorschriften, die es bei Religionen so gibt, immer mal wieder für mich auszuprobieren oder auch einfach die Rezepte, die auf diesen Grundsätzen basieren, in mein Leben zu lassen.

Der jüdische Glaube übt auf mich eine starke Faszination aus, ich habe sehr moderne jüdische Familien in meinem Umfeld erlebt, meist sehr gebildet, sehr feministisch und für mich einfach interessant. Erst vor einiger Zeit habe ich durch die Lektüre von „Unorthodox“ (Amazon Affiliate Link) erkennen müssen, dass es auch im Judentum nicht nur die Seite der Medaille gibt, die ich kennenlernen durfte. Das hat mir damals mal wieder bewußt gemacht, wie eingeschränkt unsere Sicht auf die Dinge oft sein kann und ich versuche immer aufgeschlossen zu bleiben, meinen Geist offen und wach zu halten und so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln, um keinen Tunnelblick zu bekommen.

Beim Essen halte ich es auch so. Ich probiere alles, egal wie schleimig glibschig oder komisch es sein mag, ich stecke es in den Mund. So habe ich mich durch sämtliche Stile der modernen, der altmodischen, der europäischen, asiatischen und afrikanischen Küche gekocht. Diesmal also vegetarisch und jüdisch aus dem Hasana Kochbuch (Amazon Affiliate Link), das ist übrigens im Dumont Buchverlag erschienen.

Ich bin gespannt.

Erstmal ein großes Lob an den Dumont Verlag für die Aufmachung des Kochbuches, der schöne herbstliche Einband gefällt mir sehr. Das Buch fühlt sich gut und warm in der Hand an und ich mag es, wenn Kochbücher eine gewisse wertige Verarbeitung mitbringen. Die ist hier gegeben.

Wie jedes Kochbuch (Amazon Affiliate Link) ist auch dieses in Abschnitte gegliedert. Wir finden hier eine Einleitung von Paola Gavin zu ihrem Buch, einige Worte zu jüdischen Festen und Feiertagen, jüdische Geschichte und Kultur, dann geht es los mit Vorspeisen und Salaten, Suppen, Nudeln und Knödel, Getreide, Hauptgerichte, Eier, Gemüse, Desserts, dann folgt das Register und ein kurzes Kapitel in dem die Gerichte den Fest- und Feiertagen zugeordnet werden.

Die Seiten des Buches sind sehr stabil und leicht matt, die Bilder alle sehr ansprechend und wirklich schön. Hier hätten es allerdings ruhig ein paar mehr sein dürfen, da leider nicht jedes Rezept auch mit Bild versorgt ist, das finde ich immer ein wenig Schade, denn ich bin ein sehr visueller Mensch. Hier fand ich es nicht allzu schlimm, würde mich aber halt über mehr Bilder freuen.

Schön fand ich die kurze, aber persönliche Einleitung, die besagt, dass es sich bei allen Rezepten um Rezepte handelt, die seit Generationen von Müttern an ihre Töchter weiter gegeben werden, wenn mein feministisches Herzchen hier auch kurz aufkreischte. Egal, das hat was schön Nostalgisches.

Im Kapitel zu den jüdischen Feiertagen wird sehr schön erläutert, was der Schabbat ist, Rosch Haschana, Jom Kippur, Sukkot, Chanukka, Tu Bischwat, Purim, Pessach, Schawuot, Tischa Beaw, zu all dem wird erläutert, berichtet und kurz erklärt. Das hat mir gefallen, ich mag es wenn der Inhalt eines Kochbuches ein wenig Mehrwert bietet, als mir nur Anregungen beim Kochen zu bieten.

Gleiches gilt für die Kapitel zur jüdischen Geschichte, die sehr schön nach Regionen aufgeteilt sind, Ägypten, Deutschland, Frankreich, Irak, Iran, Italien Marokko, Österreich, Polen, Litauen, Russland, Rumänien, Spanien, Portugal, Syrien, Tschechische und Slowakische Republiken, Tunesien und Algerien, Türkei und Griechenland, werden hier genau beleuchtet, mit einer tollen Sprache wird die Geschichte und Entwicklung der jüdischen Kultur erklärt. Ich fühlte mich hier sehr gut informiert und fand auch die erst irritierende lokale Aufteilung sehr gelungen.

Die Kapitel zu den Speisen werden immer mit einer kurzen Information eingeleitet, bei den Vorspeisen geht es beispielsweise um die Geschichte der Mezze und dass sie im jüdischen Glauben eine große Rolle spielen, da man ja am Schabbat nicht kochen darf und so auf vorbereitete kalte Gerichte angewiesen ist.

Die gerichte sind dann meist auf einer Seite mit Anleitung erklärt. Die Zutaten und Mengenangaben stehen an der Seite und sind so sehr übersichtlich. Die meisten der geforderten Zutaten bekomme ich ganz normal im Supermarkt, hier und da gibt es Dinge, die nur saisonalverfügbar sind und für ein paar Kleinigkeiten sollte man auf den Markt oder in einen gut sortierten Feinkostladen, es war aber nichts dabei, was man nicht beschaffen könnte.

Ich habe mittlerweile drei Gerichte nachgekocht und die Mengenangaben sind passend für die Persobenanzahl und es ist mir auch alles gut gelungen.

Schön fand ich auch, dass neben den Gerichten immer das Herkunftsland steht. Der Artischockensalat mit Fenchel und Harisa für den Schabbat kommt beispielsweise aus Tunesien. Bei jedem Gericht steht dann in der Sprache, die die Juden in diesem Land sprechen, die Bezeichnung nochmal darunter, beim Liptoi-Käse ist das ungarisch „liptói körözött“ Sowas mag ich, das sind Kleinigkeiten, die mir sehr gefallen und den Zauber eines guten Kochbuches ausmachen.

Vor jedem neuen Kapitel steht auch immer ein jüdischer Sinnspruch oder ein Sprichwort. Bei den Suppen ist das „Sorgen lassen sich mit Suppe besser verdauen.“ Den Spruch fand ich so gut, weil auch ich immer Suppe esse, wenn es mir nicht gut geht, Suppe für die Seele quasi.

Ich habe den Eindruck, dass die jüdische Küche eine sehr kräftige und Herzhafte ist und ich mochte alles, was ich nachgekocht habe.

Mein Favourite ist tatsächlich die Graupen-Pilz-Suppe, wenn sich da auch ein kleiner Fehler verborgen hat, in der Zutatenliste stehen nämlich getrocknete Steinpilze, im Text ist aber von getrockneten Champignon die Rede, macht nichts, ich hab beides benutzt und die Suppe nun schon mehrfach gekocht und bin sehr begeistert. So lecker!

Auch das Kapitel Nudel und Knödel mochte ich sehr. Ich mag einfach Knödel gerne. Hier hätten es aus meiner Sicht aber ruhig ein paar mehr Knödelgerichte, als nur zwei sein dürfen.

Beim Kapitel Getreide, war ich erst skeptisch, was das wird und dann begeistert. Reis, Bulgur, Mais, Couscous und Kascha findet sich hier. Den Reis mit Spinat und Sumach kann ich hier sehr empfehlen.

Die Hauptgerichte sind sehr vielfältig, von Artischocken-Tarte, über Zucchini-Kartoffel-Moussaka, hin zum köstlichen Pilzstrudel, ist da eine große Auswahl an sehr leckeren und äußerst unterschiedlichen Gerichten geboten.

Das Kapitel über Eier fand ich ebenfalls überraschend gut. Omlette, Fritada, und Rührei gibt es hier in verschiedensten Variationen und teilweise sehr abgefahrenen Zusammensetzungen. Allein dafür hat sich das Buch bereits gelohnt, aber auch das Kapitel zu Gemüse bot einige Neuigkeiten, die ich trotz meiner fröhlichen Ausprobiererei beim Essen noch nicht kannte, süße Auberginenkrapfen werde ich auf jeden Fall noch ausprobieren, die Wirsingwickel sahen auch spannend aus und überbackener Fenchel machte mich auch an.

Bei den Desserts finden sich Kuchen, Torte, Strudel, Plätzchen, Kompott, Pralinen, Mousse und Fruchtpaste, hier bitte nächstes Mal mehr Bilder ! Unbedingt!

Bis auf die kleinen Kritikpunkte, mehr Bilder, mehr Knödel und den kleinen Übersetzungsfehler bin ich wirklich sehr begeistert und koche nun munter jüdisch vegetarisch und in einer Zeit in der hier tatsächlich wieder antisemitische Parolen gebrüllt werden auf Deutschlands Straßen, da ist es genau der richtige Zeitpunkt, um zu zeigen, wie schlecht man das findet und wenn man sich sonst nicht traut, dagegen etwas zu tun, lächelnd eine jüdische Suppe löffeln, hilft schon! Da bin ich sehr sicher!

Graupen-Pilz-Suppe / für 4 Personen

15 g getrocknete Pilze (ich habe einmal Steinpilze und einmal eine Pilzmischung genommen, beides war sehr lecker, die Steinpilze fand ich nochmal besser, sind aber auch teurer.)

65 g Graupen, 2 EL Butter, 1 Zwiebel, 1 Möhre, 1 Selleriestange, 2 große Kartoffeln, 75 g grüne Bohnen, 1,25 l Gemüsebrühe.

Zum Abschmecken: Salz und Pfeffer, saure Sahne oder Smetana.

Die getrockneten Pilze und Graupen getrennt voneinander 30 Minuten in warmem Wasser aufweichen, in der Zwischenzeit alle anderen Zutaten in schöne mundgerechte Stücke schneiden.

Die Butter in einem großen Topf zerlassenund Zwiebel, Möhren, Sellerie darin kurz anbraten. Pilze und Graupen mit dem Einweichwasser dazu geben, dann auch alle anderen Zutaten, außer der Sauren Sahne oder dem Smetana dazu geben. Mit Deckel mindestens eine Stunde köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Heiß und  mit einem Klecks sauer Sahne servieren.

Lecker!

Leon – Hundert Salate

Ich mag ja die Leon Kochbücher (Amazon Affiliate Link) wirklich sehr sehr gerne und freue mich immer wieder sehr, wenn im Dumont Buchverlag ein neuer Band der Reihe erscheint.

Wer sie verpaßt hat, findet die Rezensionen zu Leon – Smoothies, Säfte & Co und Leon – Fast & Free auch auf dem Blog. Einfach auf den Link klicken!

Mir gefällt einfach die Aufmachung immer sehr. Das spricht genau mein Designempfinden an. Die Rezepte sind gut, einfach und meist schnell nachzukochen. Die Zutaten sind in der Regel in einer Menge, die ich noch übersichtlich nenne und sehr seltene Dinge werden nur hin und wieder benötigt. Das schätze ich sehr. Ich mag es nicht, wenn der Einkauf schon Stunden dauert, weil man bei Mondschein gewachsene blaue Spargelspitzen aus Marokko benötigt, um das mal übertrieben auszudrücken.

Die meisten der Dinge im „Hundert Salate“ (Amazon Affiliate Link) hatte ich im Haus oder konnte sie in unserem Edeka finden. Keine Probleme hier also.

Mittlerweile habe ich 4 Salate ausprobiert, neben Altbekanntem gibt es im Buch auch wirkliche Entdeckungen und außergewöhnliche Varianten. Sehr gut fand ich den Mozzarella mit Pfirsich und Prosciutto, eine Kombi, die ich von mir aus nie, ausprobiert hätte, die uns aber sehr gut geschmeckt hat.

Den Salat mit Tomaten, Feta und Linsen fanden wir ebenfalls sehr lecker, wenn ich auch hier den Dill weggelassen habe. Die Autorin hat leider einen Hang zu Dill. Den habe ich dann immer ersetzt, ich mag das einfach nicht. Das ist aber ja eine reine Geschmacksfrage.

Das Kokosnuss Kinilaw hat eine vergleichsweise lange Zutatenliste, war aber ebenfalls fantastisch. Das war wirklich sehr sehr lecker und außergewöhnlich. Überhaupt finden sich im Buch viele Gerichte, die nicht dem Mainstream entsprechen, geschmacklich aber durchaus harmonisch sind und mich total neugierig machen. Ich werde mich in den nächsten Tagen noch durchtesten und bin sicher, dass mir das alles sehr gut schmecken wird.

Besonders auf das Gado Gado bin ich gespannt, das ist für nächste Woche eingeplant.

Die Aufteilung des Buches ist für mich sinnvoll und ich habe nichts vermißt und alles gefunden.

Im ersten Teil gibt es die Klassiker, wie Taboule, Krabbencocktial, Cesars Salad und viele mehr. Dann folgt der Abschnitt „Natürlich schnell“. Hier haben mich die Zucchininudeln und das Tempeh angemacht. Im Abschnitt Lunchbox werden Salate vorgestellt, die man gut mit zur Arbeit nehmen kann. Im Abschnitt „Essen für Freunde“ gibt es Salate die man auch in großer Menge gut zubereiten kann, aber durchaus mit außergewöhnlicher Note, wie zum Beispiel Topinambur und Trüffel oder Brokkolilachssalat. Beim Essen für die Familie hab ich persönlich keinen großen Unterschied zum Essen für Freunde erkannt. Das hätte ich nicht nochmal unterteilt, stört mich aber auch nicht. Hier werde ich auf jeden fall das Gegrillte Lamm mit Salat und Ziegenkäse nachmachen, das sah so lecker aus. Überhaupt sind die Bilder alle sehr ansprechend und haben mir Appetit gemacht.

Am Ende gibt es noch mehrere Knuspertoppings zum Nachmachen, das fand ich eine gute Idee, so kann man selbst entscheiden, ob man Kerne und Knusperkram im Salat schätzt oder nicht und was zum Salat paßt.

Noch weiter hinten gibt es dann zig Dressings und zwar wirklich außergewöhnliche und sehr interessante Zusammenstellungen.

Das ausführliche Register am Ende macht das Buch sehr übersichtlich.

Ich bin wirklich sehr angetan und hab jetzt schon wieder Hunger…

Am Wochenende gab es bei uns den Krabbencocktail und der kam wirklich gut an. Allerdings habe ich statt vorgegarte Riesengarnelen zu kaufen, frische geholt und diese kurz angebraten.

Für zwei große Portionen benötigt ihr:

3-4 Zweige Brunnenkresse

1 Little Gem Salat (Den gab es am Wochenende leider nicht, ich habe stattdessen eine Salatmischung genommen.)

1/4 Gurke (die hab ich beim Einkaufen vergessen, daher für uns ohne Gurke)

4 Frühlingszwiebeln

2 EL Zitronensaft

1 TL Schnittlauch und Dill (Dill ist das Kraut des Teufels, das mag ich nicht, das fehlt bei uns)

150-200 g gekochte Riesengarnelen geschält

1 Radieschen

Für das Dressing:

2 EL Mayonnaise

1 TL Tomaten Ketchup

Tabasco oder Chilisoße

1 Schuss Brandy / Meerrettich oder Worcestershiresoße

Salz und Pfeffer

Die Zutaten für den Salat klein schneiden, anrichten und mit den Garnelen belegen. Dann würzen mit Pfeffer und Salz. Die Zutaten für das Dressing vermischen und über die Garnelen geben.

Wir fanden es super lecker und das obwohl wir sonst keine Fans von Mayonnaise im Salat sind.

Markklößchen

Ich probiere ja sehr gerne ausgefallenes Essen, abgefahrene Gerichte und außergewöhnliche Zutaten aus, manchmal verlangt es mir aber eben auch nach Heimatküche, nach Essen, das es bei Mama schon gab und das eben einfach nach Zuhause schmeckt.

Meine Klößchen sind etwas groß geworden – schmecken trotzdem und eine Scheibe Brot mit gesalzener Butter rundet das Ganze ab.

Diese Woche hatte ich bei einer Freundin auf der Facebookpinnwand Graupensuppe entdeckt. Graupensuppe ist wie Fischstäbchen und Hühnerbrühe gut für die Seele und ich wollte daher unbedingt Suppe haben, nachdem ich das entdeckt hatte. Meine Rindfleischsuppe kennt ihr ja schon. Zum Rezept geht es hier entlang: KLICK!

Diesmal wollte ich dann aber auch die Markklößchen, die aus meiner Sicht unbedingt in eine Suppe gehören, selbst machen. Das habe ich noch nie vorher gemacht. Ich fresse mich damit immer nur bei Schwesterchen und Mama voll und kaufe sie als Fertigprodukt. Bei Mr. kann ich aber immer dann glänzen, wenn ich etwas komplett und ganz und gar selbst gemacht habe, also diesmal selbstgemacht Markklößchen…

Fertig gerollte Markbällchen und Suppeneinlage (Gulasch)

Zutaten für 20 große Markklößchen

Eine Beinscheibe, ein großer Markknochen, 100g Semmelbrösel, ein halbes trockenes Brötchen, 2 Eier, Pfeffer und Salz.

Die Beinscheibe und den Markknochen kurz in dem Topf, in dem später die Suppe gekocht wird, mit einem Klecks Olivenöl scharf anbraten, bis sich von beiden Seiten Röstaromen entwickelt haben. Dann herausnehmen und das Mark aus den Knochen herauslöffeln.

(Ja, das ist irgendwie eklig, weiß ich, aber andererseits verwertet man so wirklich alles vom Tier.)

Ich hab übrigens Beinscheibe und Markknochen von unserem Metzger, Addi Wolf, da kann ich auf der Homepage genau nachsehen, wo das Tier her ist und habe ein gutes Gefühl beim Einkauf. Ich kaufe damit im doppelten Sinne regional, denn nicht nur der Metzger ist in unserer unmittelbaren Nähe, auch die Tiere stammen aus der Eifel oder dem Drachenfelser Ländchen. Außerdem bin ich hier immer mit der Qualität zufrieden. (Weil ich meine Suppenbasis und co immer selbst mache, habe ich in der Regel eine Beinscheibe und ein paar Markknochen im Tiefkühlschrank, die halten sich dort lange und sind so immer verfügbar.)

Kein Diätessen, aber lecker!

Das herausgelöffelte Mark gebe ich dann in die Pfanne und zerdrücke es leicht bei ganz sanfter Hitze, bis es leicht braun ist und sich verflüssigt hat.

In einer kleinen Schale weiche ich das halbe Brötchen mit ein wenig Wasser ein, dann gebe ich die Semmelbrösel dazu und würze mit ein wenig Salz und Pfeffer. Die beiden Eier gebe ich ebenfalls dazu und zerdrücke alles zu einer matschigen Basis. Darüber gieße ich dann das noch warme zerlassene Mark. Ich vermenge allers schnell, damit das Ei nicht stockt durch die Hitze des Marks.

Reste der Suppenbasis und die ausgehöhlten Markknochen.

Ich hab diesmal viel Gemüse und ein paar kleine Champignons in die Suppe gepackt.

Anschließend forme ich daraus die Klößchen, das geht gut und ich matsche ja ohnehin gern mit den Händen herum. Diesmal bei meinem ersten Versuch sind die Klößchen etwas groß geworden, denn ich habe nicht bedacht, dass sie ja in der Suppe nochmal ein wenig aufgehen. Ihr solltet sie also etwas kleiner machen, als ihr sie am Ende haben wollt. Ihr solltet die Klößchen nicht zu locker formen, dann fallen sie auseinander und nicht zu fest, dann werden sie trocken in der Mitte.

Dann gebt ihr die Klößchen einfach in die Suppe und laßt sie kurz ziehen. Dass sie fertig sind erkennt ihr daran, dass sie oben schwimmen.

Reste der Suppenbasis und die ausgehöhlten Knochen

 

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Radieschen

Gestern waren der Mr und ich auf dem Kindergeburtstag unseres Neffen. Kindergeburtstag im Hause der Neffen werden immer auch feucht fröhlich, denn dort ist man, was Alkoholika angeht, immer auf dem neusten Stand und sehr gut ausgestattet. Während die Jungs also kickerten, kredenzte man uns ein „Radieschen“. Die Idee dazu stammt wohl von einem GIN-Tasting im Cocktailkontor.

Radieschen, das Trendgetränk 2017

Radieschen, das Trendgetränk 2017

Ich gebe zu, ich war ausgesprochen skeptisch. Ja, ich mag Radieschen, aber im Drink? Das konnte ich mir jetzt erstmal nicht so recht vorstellen.

Die Farbe des Getränks behagte mir aber schon mal sehr. Ein schöner Pinkton. Eisgekühlt und mit zartem Wachholderduft.

Was das Radieschen ist? Nun ein Longdrink aus Gin und Grapefruchtlimo mit Radieschen.

Mir hat mein Radieschen gestern so gut geschmeckt, dass ich drei öhm… oder vier davon hatte und der Mann Angst, ob ich den Heimweg zu Fuß noch bewältigen könnte, denn ich trinke ja sonst wirklich höchst selten mehr als ein Glas Wein.

Gestern hatten wir eine Mischung aus Gin der kölner Brauerei Sünner und deren Kölschen Wassers Pink.

Radieschen, das Trendgetränk 2017

Radieschen, das Trendgetränk 2017

 

Leider gab es im Edeka keinen Sünner Gin, also habe ich mich regional orientiert und mir den Siegfried Gin gekauft. Hier im Drachenfelser Ländchen paßt das doch super.

Leider gab es auch das Kölsche Wasser nur als Waldmeister und nicht in pink, also mußte ich improvisieren und hab mir die Schorle von Volvic Grapefrucht geholt. Die hat zwat keine Kohlensäure, schmeckt aber ebenfalls sehr gut und harmonierte super.

Meinem Radieschen stand also nichts im Weg und ich habe es für euch zusammen gemixt. Dem Mr ist das Ganze etwas zu süß, der bekommt also zusätzlich zur Grapefruchtschorle noch etwas Tonic Water reingemischt und ist damit dann auch glücklich.

Erfreuliche Nebenwirkung, trotz meiner leichten (na gut starken) Beschwipstheit hatte ich heute morgen weder einen Kater noch sonst alkoholbedingte Ausfälle. Das gefällt mir, das trink ich jetzt öfter.

Die Radieschen kann man übrigens auch über nacht im Gin einlegen, dann verlieren sie ein wenig ihrer Farbe und geben mehr von ihrem Geschmack ins Getränk ab. Da ich mich jetzt aber beeilen wollte, damit ihr das Rezept habt, hab ich sie nicht eingelegt.

Radieschen, das Trendgetränk 2017

Radieschen, das Trendgetränk 2017

 

Zutaten:

2 Radieschen , ein Schnapsglas voll Gin, etwas Eis und 0,2 l Grapefruchtschorle oder Limonade.

Zubereitung:

Radieschen in Scheiben schneiden, Gin über die Radieschen kippen und etwas ziehen lassen, mit Eis und Grapefruchtschorle auffüllen. Rühren. Fertig.

Radieschen, das Trendgetränk 2017

Radieschen, das Trendgetränk 2017

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