Yvette van Boven – Home Baked

Ihr wißt ja bereits, dass ich ein großer Fan von Yvette van Bovens Kochbüchern bin.

Das seht ihr auch in den alten Blogposts: Klick!     Klick!    Klick!

Da war es natürlich keine Frage, dass auch das Backbuch „Home Baked“ sofort von mir auf Herz und Nieren geprüft wurde.

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Ergebnis der Prüfung: ES IST TOLL! Es ist wundervoll! Toll!

Die Bilder sind wunderschön, wie immer, die Rezepte einfach und gut strukturiert. Die Erklärungen umfassend und auch für totale Back-Anfänger absolut geeignet.

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Von den Süßkartoffelzimtschnecken, über Pilztort, bis zu Buttergaletten ist für jeden was dabei. Süß, Herzhaft, deftig, fettig, glutenfrei, vegan… alles was das Bäckerherz begehrt.

Ich habe sofort die Süßkartoffelzimtschnecken nachbacken müssen und das Pide und den Schokokuchen mit Pekanüssen. Alles war ein absoluter Traum, beim Pide sind zusätzlich noch weitere Varianten für die Füllung dabei. Sehr cool.

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Und was mich bei Yvette van Boven immer begeistert, sind die Fotos, wirklich, die sind realitätsnah, da wird nichts geschönt, nichts gepinselt, die Leckereien sehen so aus, wie sie auch bei mir aussehen, ein bißchen schief, ein wenig unperfekt, trotzdem köstlich.

Toll ist auch die Anleitung zur Zubereitung eines Sauerteigstarters. An Sauerteigbrot hab ich mich bislang noch nicht richtig rangewagt, mit dieser leichtverständlichen und guten Schritt für Schritt Anleitung über mehrere Tage, werde ich aber auch das in Angriff nehmen.

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Da ich in den letzten Wochen wenig zu Hause und viel dienstlich unterwegs war, habe ich leider nur Fotos von meinen Zimtschnecken für euch und die sind auch noch einem kleinen Küchenunfall zum Opfer gefallen, unmittelbar nach dem Backen, während ich so aufräumte, wunderte ich mich nämlich, warum da noch ein ganzes Päckchen Backpulver liegt, nun das lag da, weil ich vergessen hab, welches in den Teig zu tun… Aus dem Grund waren die Zimtschnecken ein wenig kleiner, als geplant. Macht aber nichts, sie haben auch so echt lecker geschmeckt und Süßkartoffeln im Teig waren eine echte Offenbarung. Das hat sogar der Mr. ohne zu meckern verputzt.

Doch im Buch finden sich nicht nur Backrezepte, auch Cremes für Sahnetorten und Füllungen, werden erklärt, vom kleinsten Schritt an und einige Backzutaten/Utensilien und Begriffe werden auch noch sehr gut erläutert.

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Das Buch ist wirklich auch anfängertauglich und nimmt die Scheu vorm Backen, wer bisher nur Backmischungen ausprobiert hat, kann sich hiermit auch mal an das „richtige“ Backen heranwagen.

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(Wie gesagt, meine Schneckchen sind ein wenig verkrüppelt, weil ich das Backpulver vergessen hab. Aber sie waren köstlich!)

New York – Baedeker

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Weiter geht es mit meiner Reiseplanung. Zur Zeit habe ich Urlaub und wir werkeln an unserem Häuschen.

Na gut der Mann werkelt und ich koche und wusel herum… wir wollen ja ehrlich sein.

Während ich aber nicht koche und herumwusel werden Reiseführer gewälzt, denn es soll ja nach New York gehen nächstes Jahr.

Diesmal war der Baedeker Reiseführer dran.

Die Baedeker Reiseführer zeichnen sich generell durch sehr gute Bebilderung und umfangreiche Informationen aus, weshalb ich sie sehr schätze. Dies ist auch bei diesem hier so. Er ist sehr umfangreich und dadurch auch recht schwer. Dank der vielen Infos hilft er mir vorallem bei der Reiseplanung, aufgrund seines Gewichts werde ich ihn vor Ort wohl eher weniger auch wirklich auf jedem Ausflug dabei haben.  Trotzdem ist auch dieser Reiseführer praktisch für unterwegs gestaltet.

Der Einband ist biegsam, stabil und abwaschbar. Auf dem vorderen Inneneinband findet sich leider auch hier die offenbar unvermeidliche Cellion-Werbung für SIM-Karten. Ganz ehrlich, mich stört das erheblich. Bei einem Reiseführer möchte ich natürlich Empfehlungen und Tipps erhalten, aber so offensichtliche Werbung mag ich nicht.

Im hinteren Inneneinband befindet sich eine U-Bahnkarte. Praktisch und gut zu verstehen. Das ist hilfreich.

In einer kleinen Plastiktasche befindet sich hinten außerdem ein Faltplan, Straßenverzeichnis, Verkehrslinienplan, etc. Alles was man vor Ort braucht, um von A nach B zu finden. Hier habe ich vor Kurzem zu schätzen gelernt, wie praktisch laminierte Pläne sind, die man mit Filzschreibern kurzfristig beschriften kann. Sowas hätte ich hier zusätzlich noch gut gefunden, bin aber auch mit dieser Karte sehr zufrieden. Die Plastiktasche war bei meinem Plan bereits zur Hälfte herausgetrennt, was ich ein wenig Schade finde, was ich allerdings auf einen Transportschaden zurück führe. Grundsätzlich ist es schon praktisch die Tasche entfernen zu können, wenn ich den Plan verschlanken möchte oder eben nur das Täschlein und den Faltplan mitführen möchte.

Das Inhaltsverzeichnis ist bereits sehr reich bebildert und umfangreich. Dadurch wird es allerdings nicht unübersichtlich. Alles ist sehr gut gegliedert.

Zunächst finden sich dort die 20 Top-Sehenswürdigkeiten mit minimalen Beschreibungen und den Seitenzahlen auf denen sie Erwähnung finden.

Als nächstes gibt es den Abschnitt Lust auf…

-berühmte Aussichten

-historische Häuser

-interessante Kirchen

-grüne Oasen

-exzellente Imbisskost

jeweils mit ganz kurzen Tipps und den Seitenzahlen auf denen man mehr dazu findet.

Dann folgt das eigentliche Inhaltsverzeichnis mit Gliederung:

Hier findet man die Abschnitte

-Hintergrund

Mit Fakten rund um Bevölkerung, Wirtschaft und Politik, Stadtgeschichte, Kunst und Kultur, Berühmte Persönlichkeiten.

-Erleben & Geniessen

Hier ist für jeden eine Empfehlung dabei. Ausgehen am Abende, Essen und Trinken, Feiertage und Events, Hinweise und Tipps für die Reise mit Kindern, Museen, Galerien, Shoppingtips und Stadtführungen, sowie praktische Hinweise und Tipps für die Übernachtung. Teilweise mit Karten und Hinweisen versehen. Dieser Teil war für mich der informativste, hier habe ich meine Klebezettelchen verteilt, wo ich hin möchte, was wir uns eventuell sparen können und was mich besonders interessiert.

-Touren

6 Touren durch New York und Vorschläge für Ausflüge außerhalb der Stadt. Diesen Teil finde ich bei Reiseführern immer besonders wichtig. Ich mag es wenn ich mich bei meinen Spaziergängen an vorgegebene Routen halten kann und Erläuterungen dazu finde. Hier habe ich die Karte zur jeweiligen Route, Erklärungen und Erläuterungen. Das finde ich übersichtlich und gut, außerdem sind die Touren mit Zeiten von 30 Min bis 4 Stunden schön auszuwählen. Eine Route ist nur mit der U-Bahn abzufahren, das finde ich auch reizvoll. Wenn die Füße nicht mehr können, setzt man sich in die Bahn und schaut sich so etwas an.

-Sehenswertes von A – Z

Vom American Museum of Natural History, über Chinatown, Harlem, Park Avenue, Staten Island bis zum World Trade Center Site  befindet sich hier alles, was das Touriherz begehrt gut erklärt mit zahlreichen Ausführungen und Grafiken bzw. Bildern. Das hat mir sehr gut gefallen.Die Infografiken fand ich sehr gelungen und informativ.

Dann folgen noch weitere praktische Informationen zu Anreise, Reiseplanung, Auskünfte, Tipps für körperlich eingeschränke Personen, Etikette, Geld und Gesundheit. Außerdem Literaturtipps, Sachbücher, Hinweise auf weitere Reiseführer auch auf Englisch und Romane, die in New York spielen. Sowas mag ich. Ich passe meine Reiselektüre ja immer an den Zielort an. In Florenz hab ich Dan Brown gelesen, mal sehen, was ich mir für New York raussuchen werde. Frühstück bei Tiffany kenne ich ja schon und fand es fantastisch. Stadt aus Glas von Paul Auster hingegen fand ich ganz schrecklich. Im Moment tendiere ich zu Rita Mae Browns Rubinroter Dschungel… ach wir werden sehen.

Auch gibt es hier noch weitere Hinweise zu Maßen und Gewichtsheinheiten, Sprachtips und Übersetzungshilfen, sowie ein umfassendes und gutes Register.

Wie gesagt, der Reiseführer ist sehr ausführlich, schön bebildert und sinnvoll gestaltet.

Hier verwirrt nichts, hier ist alles klar und logisch aufgebaut. Sicher navigiert man mit diesem Reiseführer durch die Großstadt. Die Tipps und Hinweise sind aktuell und wirken gut und bewährt.

Mir hat der Reiseführer bei meiner Reiseplanung sehr gute Dienste erwiesen und Fernweh weckt er noch dazu.

 

Nigel Slater – Einfach genießen

Einfach genießen

Dumont Buchverlag / Nigel Slater

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Nun, wer diesem Blog aufmerksam folgt, wird es bereits wissen:

Es gibt nur einen Gott und keine Götter neben ihm.

Kniet nieder!

Nigel Slater hat ein neues Buch veröffentlicht!

Ein neues Buch?

Nun nicht ganz. Eine neue Auflage, eines bereits 2006 erschienen Werks ist es, ordentlich aufgehübscht mit hungrig machenden Bildern und einem kleinen Facelift. Die alte Ausgabe ist ebenfalls noch erhältlich, ein wenig günstiger, aber bei weitem nicht so schick.

Nun muß man sagen, wer ein Rezeptbuch sucht, ein Buch, in dem er sich sklavisch an Anleitungen halten kann, in dem jede Menge bis auf die kleinste Messerspitze exakt angegeben ist, nun derjenige sollte ab hier aufhören zu lesen, für dich ist das nichts. Slater ist niemand der präzise Mengenangaben macht, niemand der Rezepte veröffentlicht an die man sich wie ein Mantra halten kann. Slater gibt Hinweise, Ideen, Anregungen und Hilfestellungen, an denen man sich wie an einem Kletterparcours entlang hangeln kann. Mal hangelt man nach rechts, mal nach links, mal folgt man ihm, mal biegt man schnell doch noch in eine andere Richtung ab.

So waren alle seine Bücher und dieses hier noch mehr.

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Natürlich zählt er zu Beginn jedes Rezeptes auf, was man so benötigt. Seine Mengenangaben sind allerdings eher vage. Ein paar, ein walnußgroßes Stück, etwas, ein wenig, nach Geschmack, kann man da lesen und der zaghafte nicht so mutige Leser wird sich denken, was soll denn das? Warum sagt er nicht klar, was ich benutzen soll? Nun Slater will, dass man mutig wird, dass man sich selbst ausprobiert, dass man nicht seine Gerichte stumpf nachkocht, sondern dass man Mut entwickelt, ergänzt, wegläßt, hinzufügt, verstärkt, verschärft und abmildert.

Seine Rezepte sind keine Anleitungen, sie sind Geschichten, Geschichten die Appetit machen auf mehr und genau deshalb finde ich seine Bücher und somit auch dieses so fantastisch. Auf dem Einband sagt er: „Ein Rezept ist wie ein Lebewesen: Es muss atmen und sich verändern können, um sich unseren Zutaten, Stimmungen und Wünschen anzupassen!“

Und genau das läßt Slater mit seinen Gerichten zu. Er zeigt: „Hey, probier dieses aus, mach jenes und es wird immer schmecken, wenn du auf deinen Bauch hörst und mutig bist.“

Seine Anregungen sind intelligent, klug und spannend. Einfach genießen ist für mich daher eine Art Standardwerk, der Einstieg ins Kochen. Anleitung seinen eigenen Weg und Stil zu finden. Für mich ein absolut kluges Geschenk für jeden der zum ersten Mal zuhause auszieht und sich ohne Mamas Küche noch etwas unsicher am Herd fühlt, aber auch ein Feuerwerk an Anregungen für jeden der bereits sicher auf dem Terrain der guten Küche ist. Dabei bleibt Slater sich selbst treu „Gutes Essen heißt im Grunde nichts weiter, als gute Zutaten einfach zubereitet“ und daran hält er sich. Hier findet sich kein Fertigfutter verarbeitet, hier wird alles frisch zubereitet, hier finden nur wenige, dafür sehr gute Zutaten den Weg über den Topf auf den Teller. Dabei darf es ruhig kreativ sein, wird aber nicht so abgefahren, dass man die Zutaten nicht im Bauernmarkt oder Supermarkt finden wird.

Auch darf man hier eigentlich kein reines Kochbuch erwarten. Slater palavert, schwelgt, erzählt und verbreitet seine Lust am guten und leckeren Essen in jeder Zeile dieses Buches. In seiner Einführung nimmt er sich Zeit, erzählt über Planung, Stimmungen und dem passenden Essen und die Wichtigkeit der Entscheidung, was man überhaupt zubereiten will. Slater bereitet Genuss zu, kein Essen, kein Fast food, kein liebloses Gekoche, Slater ist tiefempfundene Lust am Essen.

Der nächste Abschnitt widmete sich den Mengen, für wen kocht man. Für sich alleine, für zwei? Für die ganze Familie, wer mag was, wann wie und in welcher Menge… Auch hier findet Slater tolle Worte, um einfache Dinge zu umschreiben und gerade für Kochanfänger finden sich hier hilfreiche Tipps und Tricks, das tägliche Kochen in Lust und nicht in Frust zu verwandeln.

Weiter geht es mit dem „Wo“ will man Essen. Soll etwas für unterwegs zubereitet werden, will man am Tisch sitzen oder will man sich tatsächlich ins Restaurant bewegen oder etwas nach Hause bestellen, auch hier berichtet er von dem Genuss, den es bereiten kann, einmal nicht selbst den Kochlöffel zu schwingen, sondern das Werk eines anderen zu genießen.

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Ein ganzer Abschnitt richtet sich an diejenigen, die sich immer zu viel Arbeit machen und zeigt Vereinfachungen, Erleichterungen, wie Planung schon hilft, sich nicht zu sehr zu streßen und das übermäßiger Ehrgeiz eher zu traurigen Ergebnissen, denn zu wirklich gutem Essen führt. Slater ist ein Freund der Einfachheit, des Minimalismus und dennoch des wirklich reichhaltigen Essens. Hier zeigt er auf, dass man sich als Koch die Arbeit erleichtern kann, in dem man auf einfache Gerichte zurück greift, die wenig Zubereitungszeit in Anspruch nehmen und dennoch mit guten hochwertigen Zutaten einfach nur toll sind. Büffelmozzarella mit Oliven, eine einfache Hühnerbrühe können schon zauberhaft sein.

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Weiter geht es mit Anregungen für ein paar einfache Mittag- und Abendessen. Hier nennt er passend zur Jahreszeit tolle Anregungen für die flotte Küche mit guten Zutaten. Im Abschnitt „Überlebensführer für Köche“ nimmt er Bezug auf den Zwang zu kochen, niemand muß jeden Tag kochen, man kann auch ohne zu kochen tolles Essen genießen, sei es Käse mit Feigen und Oliven, tolles Obst oder hochwertige Fertiggerichte, sind sättigend und sicher auch nicht immer ganz schlecht. Hier folgen so viele witzige und treffende kleine Tipps und Tricks, dass es ein Genuß war sie zu lesen.

Mein Liebling: „Räucherlachs und Champagner sind kein Luxus!“… wie Recht er damit hat und es finden sich dort Anregungen, was man auch in großen Mengen auf Vorrat zubereiten kann und was sich dafür eher nicht eignet.

Slater gelingt es sogar die richtigen Worte für den Besuch des Fastfoodrestaurants zu finden, denn manchmal muß auch das einfach sein. Ein dicker Burger mit viel Soße ist doch hin und wieder der pure Genuss, warum also sich nicht auch das ab und an gönnen?

Hierauf folgt ein Kapitel dazu, dass man seinem Bauch vertrauen soll, dass man nicht dem Rezept, sondern seinem Gefühl glauben soll. Wann sind Dinge gar? Wie riecht etwas richtig? Welche Geräusche entstehen beim Kochen und was sagen sie uns. Slater führt hier vor, wie auch ich beim Kochen vorgehe, chaotisch, aber mit viel Herz und Gefühl.

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Dann gibt er Verbesserungsvorschläge, wie kann man Speisen retten, was ist Geschmack und wie kann man den Geschmack einer Speise verbessern. Wie man Geschmäcker verstärkt oder sie abmildert, welche Gewürze bei welchen Speisen was auslösen.

Auch Hinweise zu seinen meist fehlenden Maßangaben finden sich, ein Kapitel über das richtige Werkzeug, auch hier bleibt er sich treu. Wenn etwas  gut in der Hand liegt und seinen Zweck erfüllt, ist es das richtige Werkzeug. Man braucht nicht für alles das passende Messer, den richtigen Löffel. Man braucht gutes Werkzeug, aber nicht teures.

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Schließlich kommt er bei den Zubereitungsarten an. Dämpfen, Kochen, Grillen, zu allem verliert er hier ein paar Worte, führt ein, schlägt vor, berichtet, dass einem das Wasser im Munde zusammen läuft. Er berichtet auch über Einkaufen, Möglichkeiten in der heutigen Zeit an gute und hochwertige Lebensmittel zu kommen und berichtet über Kinder in seiner Küche.

Es folgt dann eine kleine allgemeingehaltene Materialkunde.

Gewürze, Kräuter, Zutaten auch dies kommt nicht zu kurz in Slaters kleiner Kochkunde. Beschreibungen von reifem Gemüse, wie man feststellt, was wirklich gut ist und was reif und essbar ist. Hier beschränkt er sich auf einen kurzen Überblick, der aber erstmal absolut ausreichend ist.

Auch dem Fisch widmet er einen Teil seines Buches. Wie bereitet man welchen Fisch zu, was ist ein küchenfertiger Fisch, was ist noch zu tun, wie brät, röstet, kocht man den Fisch richtig. Ebenso gibt er den verschiedenen Fleischsorten ausreichend Raum.

Dann widmet er sich wieder seinem Steckenpferd, dem richtigen Kochen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten. Er schlägt für jeden Monat saisonale Speisen und Gerichte vor und schwelgt in Empfehlungen.

Dann ist man erst beim Rezeptteil des Buches angelangt und hier folgen einige wirklich einfache Grundrezepte.

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Ein einfaches Brot, Brathühnchen, Nudelsuppe und dann Hinweise, wie man das einfache Gericht verändern, verbessern oder verfeinern kann. Alles ganz simple, mit reichbebilderten Erklärungen und tollen Ideen zur Veränderung und viel Bestärkung, es selbst zu verändern und zu variieren. Die Gerichte sind wirklich einfach und der versierte Koch wird hier nichts großartig ganz Neues finden, aber Anregungen für Veränderungen und allein Slaters Art über das Kochen zu schreiben, verursachen bei mir Genuss.

Rezepte für Suppen, Pasta, Kuchen, Süßigkeiten, für jeden ist etwas dabei. Nicht viele Rezepte, dafür mit Abwandlungen, interessanten Ideen zur Veränderung und eben tollen Worten.

Slaters Buch hat meine Erwartungen absolut erfüllt. Es ist fantastisch.

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Ich habe mich eben an die luxuriöse aromatische Nudelsuppe gewagt und sie ein wenig abgewandelt.

Zutaten:

2 Chilischoten

2-3 kleine Knoblauchzehen

1 walnußgroßes Stück Ingwer

ein paar Korandersamen

eine handvoll frischer Koriander und ein paar Wurzeln

Zitronengras

Sesamöl

Hühnerbrühe mit Fleisch (hab ich immer auf Vorrat selbstgemacht eingefroren)

400 ml Kokosmilch (fand ich etwas zu viel, nächstes Mal weniger)

Limettensaft

Nam Pla (Austernsoße aus dem Asialaden)

eine Handvoll Minze

Asiatische Nudeln (eine Handvoll)

Flusskrebsfleisch

Chilis halbieren und Kerne entfernen. Knoblauch schälen, Ingwer schälen. Chilis, Knoblauch, Ingwer, Zitronengrad, Koriandersamen (vorher zerstossen) zusammen mit dem Koriander (Blätter und Wurzeln) und einem Schuss Sesamöl zu einer Würzpaste verarbeiten.(Küchenmaschine oder Häcksler) Die Hälfte der Würzpaste im Topf erhitzen mit der Hühnerbrühe und der Kokosmilch ablöschen, zum Kochen bringen und 10 Min köcheln lassen. Krebsfleisch dazu geben, Nudeln dazu geben. Minze dazu geben.

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Mit Limettensaft und Austernsoße abschmecken.

Ich fand es fantastisch, scharf (aber nicht zu scharf, bin ja empfindlich), frisch und lecker.

Dem Mr war es etwas zu exotisch, ich befürchte die Kokosmilch war nicht seins. Er hat sein Tellerchen zwar aufgefuttert, aber wollte nicht unbedingt noch Nachschlag, so ist dass wenn der Mann so experimentierfreudig, wie eine Bodenfliese ist… seufz. Ich fands toll und die Suppe läßt sich auch super vorbereiten und zur Arbeit mitnehmen.         IMG_4674

 

Eat – das kleine Buch der Fastfood-Küche von Nigel Slater

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Wie ja mittlerweile alle hier wissen, bin ich eigentlich für diesen ganzen Küchengötterfankokelores nicht zu haben. Weder verehre ich Tim Mälzer, noch bekomme ich einen feuchten Schlüpfer wenn ich mir Jamie Oliver in meiner Küche vorstelle, aber einen gibt es, der haut mich dann doch immer wieder von den Socken.

Nigel Slater

Slater steht für unaufgeregte klassische Gerichte, mir hochwertigen und guten Zutaten. Eins haben alle seine Gerichte gemeinsam, sie sind nicht überladen, nicht zu vollgestopft mit Kram, sondern reduzieren sich auf das Wesentliche: guten Geschmack.

Ich fand bereits sein „Küchentagebuch“ und „Tender – Gemüse“ traumhaft, nicht nur weil die Gerichte darin so herrlich sind, sondern auch weil Slater nicht bloß Rezepte schreibt, sondern Geschichten. Jedes Rezept ist mit so viel Begeisterung für das Essen und Kochen und die Zutaten geschrieben, daß es häufig an sich schon Unterhaltungswert hat.

Sein Vorwort ist ein Traum, in „Eat“ geht es nicht darum in stundenlanger Kleinarbeit phantastische Leckereien zu kreieren, sondern es geht darum schnell gutes und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zu bekommen. Es geht ihm darum auch dann für gutes Essen zu sorgen, wenn wir keine Zeit haben uns viel Mühe zu geben und in denen es schnell gehen und trotzdem gut schmecken soll.

Um ihn zu zitieren:

„Nichts weiter als schlichtes köstliches Kochen. Für die Momente, in denen wir einfach nur ESSEN wollen.“

Nun so ähnlich hat Jamie Oliver das ja bereits versucht und so war ich sehr skeptisch, denn Jamie Olivers 15- Minuten Gerichte dauerten bei mir dennoch ewig und ließen mich stundenlang in der Küche stehen. Heute habe ich also ausprobiert, was Nigel Slater da vorschlägt.

Er macht dabei keine Zeitangaben und auch die Mengenangaben ergeben sich immer erst aus dem Rezept, nicht aus der Zutatenliste. Mir gefällt das, es zwingt mich das Rezept genau zu lesen, bevor ich beginne zu kochen.

Ich habe mich heute für gegrilltes Lamm mit Minz-Feta entschieden und mich für die Beilage von seinen Tomaten-Romana-Bruschetta inspirieren lassen.

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Bei mir sind Rezepte und Kochbücher ja häufig eher Inspirationsquelle und mich sklavisch an ein Rezept halten, findet bei mir eher selten statt. (Bei den Macarons hab ich es tatsächlich getan, weil die sonst ein großes Chaos geworden wären.)

Das gegrillte Lamm erfodert ein wenig Vorbereitungszeit, weil das Lamm in der Knoblauchsoße 1 Stunde kühl stehen soll. Da man in dieser Stunde allerdings ja wirklich nicht kocht, habe ich das mal nicht als Abzug in meine Fastfood-Wertung eingebracht.

Zutaten:

Olivenöl, 1 Knoblauchzehe (ich benutze fast nur noch den runden Ackerknoblauch, der ist köstlich!), 6 Lammkoteletts, 200 g Feta-Käse, 4 EL Joghurt, frische Minze, Pfeffer und Salz.

6 EL Olivenöl in eine flache Auflaufform geben und mit 1 geschälten und zerdrückten Knoblauchzehe, sowie etwas Salz und Pfeffer verrühren. Die Lammkoteletts in das Öl geben und wenden, so daß sie bedeckt sind, anschließend etwa eine Stunde an einen kühlen Ort stellen. (Das kann man natürlich auch schon am Vortag vorbereiten.) Ich bin hier vom Rezept abgewichen und habe in die Marinade außerdem ein wenig Zitronensaft und gehackte Minze gegeben.

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Dann für den Minzfeta den Fetakäse pürieren, Joghurt und Minzblätter, sowie etwas schwarzen Pfeffer dazu und weiter pürieren.

Die Kotletts im Backofen oder einer Grillpfanne garen, bis sie außen goldbraun und innen rosig pink sind.

Ich möchte erwähnen, daß ich dem Herrn des Hauses die Fetacreme als Joghurtsoße unter geschoben habe, weil er ja dieses Ekel-käse-esse-ich-nicht-Problem hat, der Herr hat zweimal Nachschlag genommen, wehe mich verpetzt wer!!

Für die Beilage habe ich mich dann von den Tomaten-Romana-Bruschettas inspirieren lassen und Miniromanasalat und Tomaten gegrillt und mit einer leckeren Vinaigrette mit Weißweinessig und Dijonsenf beträufelt.

Diese Dinge findet man in „Eat“ zu Hauf, Inspiration, Ideen, Kombinationen, Soßen, Variationen. Super.

Ich habe dann zum Knabbern dazu noch ein paar Papadums gemacht. Indische Fladenbrote, die ein wenig nach Chips schmecken. Ich muß gestehen, sie als Trockenfladen zu kaufen und dann nur noch zu fritieren, das geht rasch und schmeckt prima.

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Für alles zusammen, die Stunde Marinieren herausgerechnet, habe ich keine 12 Minuten gebraucht, bis das Essen auf dem Tisch stand und der Mann war der Meinung, ich hätte ihm ein Luxusmahl kreiert. Das nenne ich wirklich nachkochbares Fastfood und auch für mehr Personen, hätte ich nur unwesentlich länger gebraucht, das Pürieren erledigte die Küchenmaschine und viel geschnippelt wurde auch nicht, das Garen der Lammkoteletts dauerte wenige Minuten.

Perfekt.

In „Eat“ stecken von mir nun jede Menge Klebezettel mit markierten Rezepten für die Tage, an denen es wirklich zeitlich kaum klappt ordentlich zu kochen, damit ich eben doch ordentlich koche.

Schön finde ich, daß es diesmal zu fast jedem Gericht ein Foto oder Bild gibt, das hilft mir bei der Auswahl was ich nachkochen möchte, und was nicht, sehr und gestaltet das Buch außerdem wirklich schön.

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Dank des gut sortierten Index findet man alles gut wieder und kann sich anhand der Zutaten die Gerichte aussuchen.

Slater hat es erneut geschafft mich auf ganz einfache Art glücklich zu machen.

Dazu ist sein Buch in einem sehr handlichen Format, so daß es gut auch in der Küche Platz findet, es ist schwer genug, um aufgeschlagen liegen zu bleiben und die Schrift ist groß genug gewählt, damit ich auch ohne Brille in der Küche werkeln und alles lesen kann.

Erneut von mir eine ganz große Empfehlung für alle Fastfood-Köche, Food-Experimenteure, Leckerschmecker und Liebhaber der einfachen schnörkellosen Küche.

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Die Kunst vegan zu backen – Axel Meyer

Vorab, ein aus meiner Sicht großes Manko des Buches ist sein sehr empfindlicher und nicht abwaschbarer Umschlag. Im Gegensatz zu den üblichen Kosmos Kochbüchern ist der hier sehr grob und nicht glatt glänzend. Meine Kochbücher liegen in der Küche und wenn ich sie nutze, liegen sie auch mal direkt neben dem Herd oder der Spüle, da wünsche ich mir eine robuste Beschaffenheit, die sich auch gut reinigen läßt, das ist hier leider nicht gegeben.

Zum Buch:
Es ist aufgebaut, wie die anderen Kochbücher des Kosmos Verlag auch. Rezepte schön bebildert mit großformatigen Fotos, einer Zutatenliste und speziellen Tipps am Rand oder der Seite.
Das ist übersichtlich, das gefällt mir.
Das Design ist ebenfalls wie bei den anderen Büchern des Verlags, klar und einfach, dabei aber schön und appetitlich. Mir gefallen die Designs der Bilder, die einfachen klaren Aufnahmen ohne viel Schnick und Schnack.

Angenehm finde ich, daß sich hier tatsächlich auf die Rezepte, Anregungen und Erklärungen beschränkt wird. Es geht hier nicht darum zu bekehren oder zu revolutionieren, sondern Anregungen zu bieten, Ideen unter die Leute zu bringen und Alternativen aufzuzeigen. Dieses Buch ist tatsächlich ein Backbuch, kein Buch über Veganismus!
Schön sind auch die ersten einleitenden Kapitel. Die Kunst des Knetens, der Kontakt zum Teig und Getreide. Hier habe auch ich noch einiges gelernt und werde wohl in Zukunft auch häufiger experimentieren und nicht zum Nullachtfuffzehn-Mehl greifen.

Anschließend folgen die Kapitel mit Rezepten:
Brötchen – feines Kleingebäck.
Hier findet sich ein gutes und solides Grundrezept, nun gut, Brötchen sind ohnehin meist vegan, also ohne Ei, Butter oder Milch gefertigt, so besonders ist das hier also noch nicht. Allerdings ist der hier vorgeschlagene Teig wirklich flott angerührt und muß auch nur 40 Min ruhen.
Dann folgen verschiedene Brötchenvarianten, die ich alle aber nicht soooo außergewöhnlich fand. Die Mohnbrötchen mit Haselnüssen werde ich allerdings in jedem Fall ausporbieren, trotz Nußallergie, da muß ich dann durch 🙂
Auch ein schönes Rezept für Scones gibt es hier und da wurde es für mich zum ersten Mal richtig interessant, denn Scones ohne Butter und Milch finde ich schon eine Herausforderung. Diese hören sich für mich praktikabel an und ich werde sie ausprobieren.

Auch ein Croissantrezept ist dabei, diese sehen allerdings bereits auf dem Bild recht trocken aus, so daß ich da erstmal nicht unbedingt nachbacken muß.

Leichte Brote – aus vollem Korn
Baguette, Ciabatta, Dinkelstangen, alles was das Herz begehrt und teilweise mit wirklich interessanten Ideen, die Dinkelstangen haben es mir hier angetan, sie werden mit Lavendel verfeinert, das muß ich natürlich austesten.

Aromen und Gewürze,
hier wird auf die verschiedenen Brotgewürze eingegangen, bevor es zu den Rezepten ging. Das war sehr informativ.
Bei den Rezepten finden sich dann verschiedene Brote und sogar ein gutes Knäckebrot.

Vollkornbrote – mit Hefe und Sauerteig.
Nun ja, die meisten Brote sind ohnehin vegan, in den wenigsten finden sich tierische Inhaltsstoffe. Ich warte immer noch auf die wirklich interessanten Dinge, wie zum Beispiel „Backen ohne Ei“ bei Backwaren, die eben sonst Eier benötigen.
Trotzdem sind auch hier einige interessante Brote dabei. Mir schwant, ich werde in den nächsten Wochen häufiger backen… 🙂

Das Rezept um Sauerteig selbst anzusetzen, fand ich spannend. Das habe ich bislang noch nicht getan und werde es definitiv ausprobieren.
Besonders angetan hat es mir in diesem Kapitel das Nussbrot mit Mohn… das steht ganz oben auf der Liste.

Pizza- Flammkuchen und co.
Nun ja, auch ein Pizzateig ist bei mir in der Regel vegan, da tue ich keine Milch und keine Eier rein, daher bin ich auch hier nicht sonderlich überrascht. Gut er greift hier zu eher ungewöhnlichen Mehlsorten, aber das hätte ich eher unter dem Begriff Vollkorn, als Vegan vermarktet… Das halbe Buch ist durch und mir fehlt es immer noch am wirklichen „Aha… so mach ich das vegan!“-Effekt.
Der kam dann aber bei der Gemüse Quiche, eine vegane Quiche? Das geht, ja das scheint zu gehen und auch wenn er hier viele Sojaprodukte als Ersatz nutzt, werde ich das testen, allerdings ohne Soja, sondern mit Weizenersatzstoffen. Von Kuhmilch auf Sojamilch umzuschwenken ist für mich keine Alternative.
Außerdem findet sich hier ein kleiner Exkurs zu Ölen und Fetten, das fand ich interessant, damit habe ich mich noch nie befasst.

Kuchen – Torten
Ah und hier sind wir bei den Dingen, die ich erwartet habe und von denen ich mir neue Erkenntnisse erhoffe.
Veganer Käsekuchen mit Mohn, jepp, den werde ich backen und ich freue mich, daß der Autor offenbar meine Leidenschaft für Mohn teilt. Mohn ist toll!!!
Eine Walnußtorte, Linzer Torte, Nusskuchen… mmmmh tolle Bilder, die einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.
Der Hit. Wirklichlich, darauf hatte ich gewartet und jetzt werde ich auch nicht enttäuscht.

Außerdem gibt es hier einen kleinen Exkurs über Nüsse und die Herstellung von Mandelmilch. Das habe ich Dank des Blogs „Flowers on my plate“ bereits vor einiger Zeit entdeckt und stelle sie unheimlich gerne selbst her. Das schmeckt nochmal intensiver, als gekaufte Mandelmilch.

Eine vegane Sachertorte findet sich hier auch, hier sind einige eher außergewöhnliche Zutaten dabei, aber diese sind alle im gut sortierten Supermarkt oder Feinkostladen/Bioladen zu finden.

Cookies – Muffins
Kleingebäck wie Schokomuffins, Cashew Muffins, Kokos Muffins, Nussecken, Kekse… alles was das Herz begehrt, auch hier findet sich die ein oder andere ungewöhnliche oder gar teure Zutate, aber auch hier hält es sich im Rahmen und wird nicht zu außergewöhnlich oder exklusiv.
Außerdem ein kleiner Lehrkurs über Zucker und gesunde Alternativen zur Süßung und mehrere Rezepte für Powerballs, die ich bereits aus der Attilla Hildmann Challenge kenne und schätze. Kleine Energiehäppchen, die gut schmecken und rasch zubereitet sind auch auf Vorrat hergestellt werden können.

Erst im vorletzten Kapitel geht der Autor auf die Gründe für die vegane Ernährung ein, kurz, bündig, prägnant schildert er seine Gründe und gibt Denkanstöße, hätte ich jetzt nicht gebraucht, wie gesagt, mir ging es um Rezepte und Alternativen, aber war ebenfalls nicht schlecht zu lesen.

Ganz zum Schluß kommt er dann auf die besonderen Zutaten und Ersatzstoffe in der veganen Küche zu sprechen. Er zeigt auf, was wie ersetzt werden kann und erläutert klar und verständlich, was sich wozu eignet. Das war informativ und gut erklärt.

Dank Register und Themenübersicht findet man alle Rezepte gut wieder.

Für mich Daumen hoch, das hat mir gefallen, ich habe etwas gelernt und Anregungen gefunden.

Gänzlich vegan leben, will ich immer noch nicht, aber hier und da auf Eier oder Milch auch beim Backen verzichten zu können, finde ich reizvoll.Unbenannt