Leon Fast & Free

Wie die meisten von euch ja mittlerweile wissen, leide ich an verschiedensten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, davon ist keine wirklich schlimm oder gravierend, weshalb ich sie in der Regel einfach ignoriere und esse, worauf ich Lust habe. Wenn ich es übertreibe oder gar irgendwo dann doch Paprika drin war, obwohl ich vorher gefragt habe, dann geht es mir ein paar Stunden nicht gut und dann ist es auch schon wieder vorbei. Phasenweise ist meine Lactoseintoleranz wirklich sehr nervig und dann nehme ich schon Rücksicht, aber meist eben nicht.

Viele Menschen sind da aber deutlich stärker betroffen, müssen intensiv darauf achten, was sie essen und für die freue ich mich, dass es immer mehr Angebote von laktosefreien, glutenfreien oder auch fructosefreien Lebensmitteln gibt. Auch die Welt der Kochbücher nimmt darauf zunehmend Rücksicht.

Vor kurzem ist daher ein neuer Band der Leon Kochbuchreihe aus dem Dumont Buchverlag erschienden. „Fast & Free“ bietet zuckerfreie, gluten- und milchfreie Rezepte an. (Aus der Leonreihe findet ihr hier noch eine Rezension: Klick!)

Ich war sehr interessiert, weil ein bißchen Rücksicht auf meinen Körper nehmen, schadet ja nicht und vor einiger Zeit flatterte das Buch ins Haus. Mittlerweile habe ich zwei Gerichte aus dem Buch nachgekocht und bin ganz angetan. Denn es stimmt tatsächlich, die Rezepte sind alle mit nur geringem Aufwand verbunden und rasch nachzukochen.

Die Aufmachung ist wirklich gelungen, mir gefallen die Kochbücher der Leon-Reihe allerdings immer sehr gut. Der Stil gefällt mir einfach. Das ist ansprechend und die Fotos sind sehr lecker.

Diesmal hab ich das Kochbuch einfach dem Mr. in die Hand gedrückt und ihm aufgetragen, dass er sich was für’s Wochenende raussucht. Nachdem er zielsicher erstmal lauter Gerichte mit Paprika erwischt hat, was für mich ja tatsächlich der Erzfeind ist, Paprika schmeckt super, esse ich gerne, bringt mich aber fast um. Nach dem Genuß von Paprika fühlt sich mein Bauch an, wie eine Atombombe kurz vor der Detonation. Paprika ist böse, sehr böse!

Letztlich konnten wir uns dann auf das Frühlingshähnchen einigen.

Zutaten: für 4 Personen

4 Hühnerbrüstchen, Olivenöl, 500 ml Hühnerbrühe (hab ich immer welche in Einmachgläsern selbst zubereitet vorrätig), 8 kleine Karotten, 8 Baby-Speiserüben, 8 Frühlingszwiebeln, 100g dicke Bohnen, 100g Erbsen, Salz und Pfeffer, Petersilie, Estragon, 2 Zitronen, 2 Knoblauchzehen, 100 g Spargel

Dazu kann man Klöße machen, darauf habe ich verzichtet, zum einen weil ich kein Pfeilwurzelmehl da hatte und zum anderen, weil ich Lust auf Bratkartoffeln dazu hatte.

Das Gemüse wird klein geschnibbelt.

Die Hühnerbrust wird gepfeffert und gesalzen, dann beidseitig kurz angebraten, mit der Brühe abgelöscht, die Karotten und Rübchen werden hinzugegeben (ich fand 8 von beidem verdammt viel und habe für uns zwei das Rezept nicht nur halbiert, sondern geviertelt, also 2 Karotten, zwei Rübchen, 2 Frühlingszwiebeln. Das war absolut ausreichend.)

Dann das restliche Gemüse dazu geben und kochen lassen, bis alles wie gewünscht gar ist.

Im Kochbuch wird dann aus den Kräutern eine Gremolata gemacht, ich habe einfach die Brühe mit Petersilie, Estragon, Zitronensaft und -schale, sowie Knoblauch gewürzt, schließlich sollte es flott gehen.

Zusammen mit den Bratkartöffelchen war das für zwei eine wirklich sehr großzügige Portion, auch wenn ich weniger Gemüse genommen hab, entweder sind die Rübchen und Karotten im Land der Leon-Kochbuch-Schreiber deutlich kleiner als hier, oder ich weiß es nicht.

Das Hühnchen war wirklich sehr lecker, schön zitronig und sehr lecker.

Bei der Durchsicht des Buches habe ich allerdings festgestellt, dass mein Pfeilwurzelmehl-Problem mit irgendeiner Zutat bei jedem Rezept auftritt, fast alles ist gut zu bekommen, es gibt aber eigentlich immer eine Zutat für die man wirklich in den Bioladen oder das Reformhaus muß. Meist braucht man von dieser Zutat dann aber nur sehr wenig, so dass man jedes Mal was kaufen muß, was dann nachher rumsteht. Sowas mag ich nicht sonderlich, ich probiere gerne neue Dinge aus, aber dann bitte sinnvoll und so, dass ich nicht tausend kleine angebrochene Reste habe. Das fand ich wirklich etwas enttäuschend.

Im Buch finden sich die folgenden Rubriken, die farblich abesetzt sind und so dafür sorgen, dass man wirklich gut alles wieder findet.

Fast & Free

Ein herrlich amüsantes Vorwort von Köchin Jane und John zum Thema Essen und Frei-von. Außerdem eine Erklärung der Symbole bei den Rezepten (niedriger glykamischer Index, wenig gesättigte Fettsäuren, Paleon, Frei von Nüssen, vegetarisch, vegan, mit Rohzucker, zuckerfrei.

Außerdem ein paar Worte zum Thema Paleon, fand ich interessant, kannte ich nicht wirklich, bzw. war wohl ein wenig vorurteilsbehaftet. Sehr gut lesbar und wirklich gut verständlich.

Im Vorratsschrank

Das hier ist sehr cool gemacht, eine Doppelseite zum Aufklappen, sowas gefällt mir immer sehr und das hier ist optisch wirklich sehr ansprechend.

Warum Frei-von?

Ganz viel Wissenswertes zum Thema glutenfrei, zuckerfrei, etc…

Frühstück & Brunch

Tolle Frühstücksgericht von Kokos-Mango-Pfannkuchen über Omlette mit Devon-Krabben bis hin zu Nussbrot.

Vorspeisen

Wirklich interessante und spannende Kombinationen, die ich allerdings vermutlich nicht in den Mann rein bekomme, ohne dass er mit Suizid droht, wenn ich das nicht weg nehme. Von Reispuffern mit Schwein-Krabben-Dip über Wurströllchen bis hin zu Blumenkohl-Sardellen-Püree

Einfaches für jeden Tag

Schnelle simple Gerichte von Nasi Goreng über Buchweizensalat mit Roter Bete hin zu sehr vielen Soba-Nudelgerichten.

Schnelle Abendessen

Rasche aber etwas aufwendigere Küche für ein gemeinsames Abendessen. Von Zitronenhühnchen aus der Tajine über Lammköfte bis hin zu Pizza. Da ist wirklich für jeden was dabei, leider häufig auch Zutaten, die es nicht so einfach im Supermarkt gibt. Also genau gucken, was man braucht.

Gerichte für Viele

Schöne Gerichte für größere Gruppen Feiern oder auch ein Buffet. Hier geht es mit Rinderbrust los, über Kartoffel Gnocchi, hin zu Tofu-Adobo und jamaikanischem Curry.

Köstliche Kleinigkeiten

Bei den köstlichen Kleinigkeiten handelt es sich um Snacks oder Beilagen. Maisbrot, Pita-Brot, verschiedene Gratins und eingelegtes Gemüse. Auch hier sehr ausgefallen, sehr besonders und sehr lecker. Das Maisbrot habe ich gemacht und war von Konsistenz und Schnelligkeite beeindruckt, das war wirklich flott fertig und sehr lecker.

Süsse Verführungen

Nachspeisen oder Naschereien für zwischendurch. Biskuittorte, Scones, Kastanienkuchen und co, hier finden sich wirklich viele Weizenmehlalternativen.

Register

Gut aufgelistet, alles rasch zu finden.

Danksagung

Jedes Rezept ist mit Fotos und kleineren Zusatzinfos versehen, das gefällt mir gut, allerdings handelt es sich hier wirklich um ein Kochbuch, keine begleitende Geschichte oder Anekdote, hier geht es wirklich ums Kochen.

Wie gesagt, ich hab Bratkartöffelchen statt der Klöße gemacht.

In der Pfanne

Die Mr. Portion

Meine Mädchenportion

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Toskana – eine kulinarische Liebeserklärung

Spätestens seit einem fantastischen Urlaub mit meinen Freundinnen Frau Fussi und der Maschenprobenuschi vor einiger Zeit im wunderschönen Greve bin ich der Toskana und ihren Speisen verfallen, nichts schmeckt so lecker, nichts duftet so gut und egal wie viel Mühe man sich gibt, nie schmeckt es so fantastisch, wie auf einem Weinberg an diesem schönen Flecken Erde. Ein bißchen neidisch schaue ich daher den beiden Damen dabei zu, wie sie gerade bei einem Wanderurlaub durch die Garfagnana ihre Wege suchen.
Trotzdem kann man es ja immer wieder versuchen, das Urlaubsfeeling nach Hause zu holen, die Geschmäcker auch hier zu erreichen und einfach nur geschmackvoll zu kochen.
Das Kochbuch „Toskana – eine kulinarische Liebeserklärung“ kommt sehr hochwertig ausgestattet mit einer Leinenhaptik auf dem Einband daher und liegt schwer in der Hand. Die Verarbeitung ist sehr gut, leider ist der Einband natürlich sehr empfindlich, so dass ich es nicht direkt auf der Anrichte liegen habe, sondern auf den Esstisch stelle, zur Sicherheit.
Jetzt habe ich oben Kochbuch geschrieben, das wird dem Band aber nicht komplett gerecht, denn „Toskana“ geht über ein eigentliches Kochbuch weit hinaus. Neben den wirklich guten Rezepten finden sich Anekdoten kurze Bemerkungen und Bezüge auf das Leben der Autorin, Zitate und wunderschöne Bilder sowohl des Essens, als auch der Landschaft.

Das Buch ist in folgende Abschnitte gegliedert:
– Mein Leben in der Toskana
– Die Speisekammer sinnvoll ausstatten
– Antipasti
– Gnocchi und Pasta
– Heise Suppen
– Fleisch und Wein
– Gemüse
– Snacks
– Süßes, Obst und Kaffee
Am Ende findet sich ein übersichtliches Register, das beim Wiederfinden und Orientieren behilflich ist.

Im gesamten Buch gefällt mir der persönliche Touch, den die Autorin den Rezepten und dem Buch verleiht sehr gut, sie schreibt über Familie, Landleben und Liebe und zeigt sehr offen Bilder von sich und ihrer Familie.
Das gefällt mir, sowas mag ich sehr. Natürlich kann man sich bei einem Kochbuch auf die reinen Rezepte beschränken, ich mag es aber so viel lieber, es ist einladend und gefällt mir sehr.

Das Kapitel über die Ausstattung der Speisekammer fand ich interessant und praktisch, nicht alle Tipps würde ich umsetzen, aber ein paar Ideen kann man sich dort zur Haushaltsorganisation auch als souveräne Hausfrau noch abschauen.
In der Regel gibt es zu jedem Gericht mindestens ein Bild, auch das entspricht meinen Wünschen, ich möchte mir nämlich vorstellen können, wie das Gericht im fertigen Zustand aussehen soll. Ich bin da eins ehr optischer Mensch, ich brauche das einfach.

Nachgekocht habe ich bisher die Sardellen in Zitrone, den Salat aus weißen Bohnen und die Birnen mit Honig und Zitrone.
Jeder der Gerichte ist einfach und rasch zu kochen, man benötigt überraschend wenige Zutaten und diese bekommt man sehr gut im Supermarkt Mir ist im ganzen Buch keine Zutat über den Weg gelaufen die ich nicht auf dem Markt, Biomarkt oder Supermarkt erhalten würde.
Das gefällt mir, dazu sind die Mengenangaben sehr passend, so dass auch mein immer sehr hungriger Mann entsprechend satt wird.
Ich mag das Buch wirklich gerne, man kann schön darin stöbern, Kochen damit lernen, aber auch als erfahrener Koch noch Ideen und Anregungen finden. Ob man für Bruschetta jetzt wirklich das 100ste Rezept braucht, kann ich nicht beurteilen, aber mich hat das Buch inspiriert und angeregt.

Wer Muskeln will, muss richtig essen – Prof. Dr. Ingo Froböse

Ich bin ja Kochbuchfan und immer auch versucht dabei meinen Mann bei seinen sportlichen Ambitionen und seinem zugegeben häufig sehr strangen Ernährungsstil zu unterstützen. (Wenn ich ihn ließe, würde er sich von Frosta ernähren….)

Daher hatte mich bei Vorablesen vor einiger Zeit dieses Kochbuch hier, Strongfood, das Kochbuch, wer Muskeln will, muß richtig essen, trotz der furchtbaren Aufmachung und Farbe (Ehrlich sowas würde weder ich noch mein Mann kaufen, das Buch in Gelb ist einfach total häßlich und wenig reizvoll.) ziemlich angesprochen, so sehr, dass ich über die furchtbare Einbandgestaltung hinweg gesehen und die Leseprobe gelesen und eine Bewertung geschrieben hab. Dann hab ich freundlicherweise das Buch gewonnen und vor einigen Tagen trudelte es hier ein.

Die Aufmachung finde ich weiterhin ziemlich unschön und sowohl Bilder als auch Grafiken sind eindeutig auf den männlichen Leser ausgelegt. Klar schnörkellos und schreiend bunt. Wirklich nicht mein Ding, aber das ist Geschmackssache.

Interessant fand ich den mit dem Buch mitgelieferten Mengenrechner. Dort kann man sich anmelden und anhand der Kochbücher, die man besitzt die Rezepte und Mengen an mehrere Personen anpassen, bzw. Die Nährwerte errechnen. Das ist eine nette Spielerei und hat bei uns problemlos funktioniert.

Dr. Froböse ist mir als Rheinländerin bereits bekannt, er ist mit seinen nicht immer unumstrittenen Ansichten häufig hier in der Presse. Ich finde ihn ganz unterhaltsam und seine Ideen zu Sport und Ernährung meist gar nicht mal schlecht.

Das Buch an sich gliedert sich in zwei Teile.

Einmal der Theorie und Praxis teil und dann der Rezeptteil.

Theorie und Praxis bedeutet mehrere kurze Texte zu den Themen „Wofür wir Energie brauchen“, „Und wenn man Gewicht zulegen möchte?“, „Regeneration für Ausdauersportler“, „Nach dem Muskeltraining“ und vieles mehr, immer mit Bezug zu Ernährung und Sport. Mein Mann ist bei uns der Sportler, er hat sich das auch alles sehr aufmerksam durchgelesen, ich habe es eher überflogen. Ich bin Genußesser, ich möchte essen, was mir schmeckt und worauf ich Lust habe, dann wenn ich darauf Lust habe, dabei möchte ich mich nach keinem Plan richten. Mein Mann war vom Text aber sehr angetan, fand die Überlegungen und Ideen, spannend und fundiert, gut begründet und nachvollziehbar erklärt. Er sagt, er hat sich zwar schon vorher intensiv mit Ernährung auseinandergesetzt, konnte hier aber dennoch einiges mitnehmen. (Ich hab das für mich anders empfunden.)

Der Rezeptteil ist in 6 Kapitel unterteilt.

  1. Vor dem Training
  2. Nach dem Training
  3. Rekonaleszenzphase
  4. Schnelle Snacks für Zwischendurch
  5. Ernährung an trainingsfreien Tagen
  6. Essen im Restaurant.

Ich muß gestehen, vom Rezeptteil ein wenig enttäuscht zu sein. Zwar finden sich hier weit über 70 Rezepte, viele davon sind aber Brotaufstriche, Shakes oder Müsli / Salatvarianten. Einige sind ganz interessant und spannend, manche sind einfach die 100ste Version von altbekanntem. Die 4 Dinge, die wir bisher nachgekocht haben, waren allerdings immer lecker und schmackhaft.

Zum einen war das der Rote-Bete-Salat mit Apfel und Mais, eine wirklich leckere Kombination, die ich so nicht ausprobiert hätte.

Zum anderen das Bananenbrot mit Beerenquark und Kokos, ebenfalls lecker, wenn ich hier auch die 250 g Eiweisspulver ersetzt habe, ich möchte keine Nahrungsergänzung in meinem Essen haben.

Der fruchtige Garnelencocktail mit Thunfisch und die Spiegeleier im Mangold Frischkäse Nest waren ebenfalls lecker, auffällig ist allerdings, dass Froböse sehr oft auf Dosenartikel zurückgreift, so befanden sich im Garnelencocktail, Thunfsich aus der der Dose, Mandarinen aus der Dose und Ananas aus der Dose. Ganz ehrlich, das entspricht nicht meinen Ernährungsstandards. Ja, auch hier gibt es ab und an Dinge aus der Konservendose, aber wenn ich etwas frisch auftischen kann, dann tu ich das auch. Bei Ananas und Mandarinen ist das nicht so schwer und auch Thunfisch bekomme ich frisch an der Fischtheke. Auch im Rote Bete Salat waren vorgegarte Rote-Bete und Mais aus der Dose.

Wen das nicht stört, für den ist das Buch super und natürlich spart man so Zeit, ich fand es aber eben etwas irritierend.

Gänzlich irritiert war ich dann beim Cola-Shake. Kein Scheiß, hier wird Cocacola mit Frischkäse gemixt, ganz ehrlich, da war ich raus. Sowas kommt bei mir nicht in die Küche und das hat auch nichts, wirklich gar nichts mit gesunder und ausgewogener Ernährung zu tun.

Das Buch hinterläßt bei mir also einen etwas faden Beigeschmack und ist somit wohl tatsächlich eher für Single-Männer oder Menschen, denen Muskel und Masseaufbau gänzlich über alles geht, für mich sind frische Zutaten und schmackhaftes Essen wichtig, das kam hier deutlich zu kurz.

Schade, vermutlich bin ich aber wohl einfach nicht die richtige Zielgruppe. Mein Mann fand das weniger tragisch und ist vom Buch ganz angetan.

 

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Chicken &Rice 

Ich liebe ja die Kochbücher aus dem Dumont Verlag. Vorallem die von Nigel Slater haben es mir ja angetan, wie ihr hier , hier, hier und hier nachlesen könnt.

Diesmal gab es was Asiatisches und das obwohl ich sonst wirklich nicht so für asiatisches Essen zu haben bin. Mich haben die sonntäglichen Besuche mit Mama und Papa beim Dorf-Chinesen wirklich nachhaltig geschädigt und für mich schmeckte Asiatisch lange Zeit einfach immer nur scharf und nach Sojasoße. Erst langsam schleichen sich asiatische Einflüsse auch wieder in meine Küche und ich schaue mich vorsichtig nach asiatischen Kochbüchern um.

Dieses hier von Shu Han Lee fand ich zum einen sehr hübsch aufgemacht, zum anderen entspricht es wirklich genau meinem Geschmack. Ihren Blog „Mummy I can cook“ verfolge ich schon lange und schätze ihre lockere und freundliche Art und die wunderschönen Illustrationen, die sie selbst anfertigt, sehr. Die Gerichte sind zwar würzig, aber nicht so scharf, dass mir der Mund verbrennt, sie sind asiatisch und exotisch, aber dennoch auch für den europäischen Gaumen nicht zu abgefahren.

Auch ihr Instagramprofil ist wirklich sehenswert: Klick!

Dazu muß Essen machen bei mir ja immer flott flott gehen und dafür sind die Gerichte wirklich gut geeignet.

Die Zutaten bekommt man ausgesprochen gut, ich habe alles im Supermarkt (EDEKA) bekommen und mußte weder zum Asialaden noch ins Feinkostgeschäft. Das mag ich sehr.

Außerdem schätze ich es, wenn ein Kochbuch nicht nur Rezepte präsentiert, sondern dazu eine Geschichte erzählt. Hier geht es neben den Gerichten, um Heimweh und den Versuch die Gerichte der Kindheit nachzukochen, was gar nicht so leicht ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß und außerdem gibt es hier zu vielen Gerichten eine kleine persönliche Anekdote dazu oder eine Variation, wie es die Nachbarin abgeändert hat, oder dass ein Gericht erst aufgewärmt seinen vollen Reiz entfaltet. Das macht das ganze Buch so schön persönlich und man hat das Gefühl bei Shu Han Lee in der Küche zu sitzen und mit ihr gemeinsam zu kochen.

Wunderschön und sehr interessant fand ich auch die „Landkart der südostasiatischen Küche“. Von indien, Burma, Thailand, über China, Vietnam, Laos, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Indonesien bis zu den Philippinen. Das war sehr lehrreich und spannend.

Ich habe mittlerweile drei Gerichte aus dem Buch nachgekocht, war bei zwei Gerichten ( Das waren die geschmorten Fischsteaks mit Zwiebeln und süßer Sojasoße. (Sehr sehr sehr lecker!) und das Honigmelonen-Sago mit Kokosmilch und Minze (erfrischend, süß und fein!!)) aber so mit Kochen und nachher Essen beschäftigt, dass es davon keine Bilder gibt und für das Rezept müßt ihr euch auch das Buch kaufen, was sich aber wirklich absolut lohnt. Ich bin so begeistert.

 

Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, im ersten findet sich eine kurze Einleitung und ein paar generelle Worte zum Essen in Südostasien. Im zweiten Teil findet ihr Rezepte aufgeteilt in die Kapitel Reis, Nudeln, Suppen, Fisch & Meeresfrüchte, Fleisch, Eier & Tofu, Gemüse, Snacks, Süsses. Im dritten und für mich sehr lehrreichen und hilfreichen Teil geht es um den Vorratsschrank, Menüvorschläge, ein Glossar zu den Zutaten und Utensilien, außerdem ein kurzer Texte dazu, wo Shu Han Lee einkauft (sie wohnt in London) und worauf sie dabei achtet. Ein Register und ein paar sehr liebenswerte Dankesworte.

Eines der Gerichte habe ich aber ausführlich fotografisch dokumentiert und ich darf euch auch das Rezept präsentieren, das war der gefüllte Tintenfisch vom Grill.

Zutatenliste:

4 mittelgroße Kalmare (geputzt) – Ich habe gefrorene Tintenfischtuben genommen, die habe ich immer vorrätig und man spart sich die Arbeit die Beinchen zu entfernen.

Kokosmilch zum Bestreichen

1 Prise Meersalz

Für die Füllung:

1 EL Erdnussöl, 2 Schalotten, 2-3 Vogelaugenchilis (die habe ich weggelassen, da ich ja Chilis nicht so gut vertrage), 4 Knoblauchzehen, 6 Kaffirlimettenblätter (gibt es getrocknet bei den Gewürzen im Supermarkt), 250 g Hackfleisch vom Schwein, 1 EL Sojasoße, 2 EL Fischsoße, 1 TL Sesamöl, 2 TL Rohrzucker, 1 Handvoll frischer Koriander, 2 TL Limettensaft, abgeriebene Schale von einer Limette.

  1. Erdnussöl erhitzen und Schalotten, Chilis und Koblauch stark anbraten. In Streifen geschnittene Limettenblätter, Hackfleisch, Sojasoße, Fischsoße, Sesamöl und Zucker dazu geben und anbraten, bis alles gar ist.
  2. Koriander mit den Stielen fein hacken und mit Limettensaft und -schale dazu geben.
  3. Wenn man ganze Kalmare genommen hat, die Fangarme vom Körper trennen (nicht wegwerfen, daraus kann man auch leckere Sachen machen.) Die Fleischmischung in die Tintenfischtuben füllen und bei Bedarf mit Zahnstochern zustecken. Bei mir war das nicht nötig, ich hab kleine Tintenfischtuben genommen, die ziehen sich beim Braten vorne ohnehin leicht zu, da fiel die Füllung also nicht raus. Außerdem hatte ich etwas zu viel Füllung, die habe ich dann einfach nachher über die Tuben gestreut, so dass man diese ebenfalls noch futtern konnte.
  4. Vor dem Garen die Tintenfische mit Kokosmilch bestreichen und leicht salzen. (vorsicht durch die Soja- und Fischsoße ist das Ganze schon sehr salzig, unbedingt vorher probieren!!)
  5. Dann in einer Grillpfanne die gefüllten Tintenfische garen. Gelegentlich wenden und erneut mit Kokosmilch bestreichen. Die Tintenfische sollten leicht gegart werden und leicht angebräunt sein. Die gefüllten Tintenfische benötigen dafür nur etwa 4-5 Minuten.

Da der Mann an meiner Seite ja so ein Kartoffelfan ist, habe ich die Tintenfischtuben dann aus der Pfanne genommen und in der Pfanne kurz ein paar Kartoffeln angeröstet, zusammen mit dem Rest der Füllung.

Wir sind von der Menge gut satt geworden und es hat wirklich lecker und außergewöhnlich geschmeckt. Danke dafür.

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Last Minute vegetarisch von Anne-Katrin Weber

Ich hab vor ein paar Tagen nochmal bei vorablesen.de mitgemacht, weil mich das Kochbuch „Last Minute vegetarisch“ so interessiert hat und hab gleich gewonnen.


Das Buch kam ruckzuck bei mir an und ich habe es erstmal auf dem Sofatisch liegen lassen, damit der Mann mir Gerichte markieren kann, die er essen würde. Der Herr jetztkochtsie ist ja ein sehr heikler Esser, Käse darf nicht drin sein, matschig darf es nicht sein, Zucchinis sind gefährlich und am Besten ist es eigentlich ein Schnitzel und Pommes. Wir wollten allerdings zum einen unseren Fleischkonsum ohnehin nocheinmal deutlich herunterschrauben, wir essen so schon höchstens 2-3 Mal die Woche Fleisch, aber der Mann will weiter reduzieren und dem stell ich mich natürlich nicht in den Weg.

Dem entgegen steht das Problem, dass ich meist abends keine große Lust mehr habe zu kochen und mir auch ein Joghurt oder Brot reicht und er dann für sich schnell eine Frostapfanne oder ähnliches zusammenzimmert.

Das Buch kam uns also entgegen, denn es verspricht schnelle vegetarische Gerichte.

Der Mann hat dann tatsächlich einiges gefunden, was ihm schmecken würde und vieles davon ist nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Hier seht ihr seine Zettelchen, das sind einige, find ich.

Ich habe gestaunt, die Klappe gehalten und war heute dann nach der Arbeit flott einkaufen und habe zwei der Gerichte aus dem Buch ausprobiert.

Zum einen gab es den veganen Couscous-Fenchel-Salat mit Granatapfelkernen und zum anderen die Gnocchi-Pilz-Pfanne mit Trüffelbutter.

Beides hat uns sehr gut geschmeckt und war zusammen tatsächlich in weniger als 20 Minuten zubereitet.

Die Mengenangabe war passend für zwei Personen. Da ich beide Gerichte kombiniert habe, also Salat als Vorspeise und Pilzpfanne als Hauptgericht, ist vom Salat noch so viel übrig, dass ich davon morgen im Büro mittags sicher auch noch mit einem Kollegen satt werde. Einzeln hätte das durchaus auch gereicht, aber ich wollte eben zwei Gerichte ausprobieren.

Geschmeckt hat es sehr gut und ich war enorm skeptisch, ob mein heikler Esser den ausgesuchten orientalischen Salat mit Minze und Granatapfel wirklich essen würde, aber er hat ihn nicht nur gegessen, sondern er hat ihm sogar geschmeckt. Ich bin beeindruckt, vielleicht wird aus ihm doch noch ein Gourmet.

Das Kochbuch gefällt mir vom Aufbau her sehr gut, es sind Gerichte für alle Gelegenheiten und Geschmäcker drin, nichts, was mir überhaupt nicht schmecken würde und vieles, was wirklich außergewöhnlich ist, sei es durch Komposition oder Zubereitungsart.

Die Anleitungen sind kurz gehalten, gut verständlich und der Aufwand für alle Gerichte hält sich im Rahmen. Die Zutaten sind ebenfalls gut zu bekommen und nur sehr selten wirklich außergewöhnlich oder selten.

Die Fotos im Buch gefallen mir gut, sie sind hübsch, aber nicht überkandidelt, sondern so, wie es auch bei mir beim Kochen aussehen würde. Das hat mir gut gefallen. Hier werde ich sicher noch mehr nachkochen. Das war genau unser Fall. Dankeschön!

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