Die Chroniken des Aufziehvogels von Haruki Murakami

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Regelmäßige Leser wissen es bereits, ich bin großer Fan von Haruki Murakami und ja auch der ganz festen Meinung, dass es da endlich mal einen Literaturnobelpreis geben müßte. Ich liebe seine Bücher, seine Art zu schreiben, die Herangehensweise an Geschichten und die immer leicht oder auch mal stärker mitschwingende übersinnliche Deutung seiner Metaphern.

Natürlich habe ich auch die Neuübersetzung von „Die Chroniken des Aufziehvogels*“ gelesen und parallel sogar als Hörbuch* gehört. Beides hat mir unglaublich gut gefallen. Die Neuauflage übersetzt von Ursula Gräfe ist satte 1000 Seiten stark und ich gestehe, hier und da hätte sie für mich ein wenig kürzer sein können. Wer sich erstmals an Murakami versuchen möchte, dem empfehle ich deutlich eins seiner etwas schmaleren und gefälligeren Werke, dieses hier ist sperrig, etwas anstrengend und dennoch extrem intensiv und mitreißend.

Die Geschichte ist eigentlich kurz und knapp erzählt:

Unsere Hauptfigur kündigt den Job, läßt sich treiben und verstößt damit gegen jede in der damaligen Zeit in Japan herrschende Konvention. Seine Frau ist verschwunden und er muß sich auf die Suche nach der ebenfalls entwischten Katze machen, dabei tifft er auf verschiedene Menschen und Probleme. (1000 Seiten in zwei Sätzen zusammengefaßt.)

Er setzt sich mit dem Sein und vorallem seiner Frau und ihrer Familie auseinander. Seitenweise finden sich traumartige Beschreibungen, die ihn näher an verschiedene Erkenntnisse führen. Dabei ist er emotional, intensiv und auch die von Murakami immer sehr besonders geschriebenen leicht surrealen erotischen Szenen fehlen hier natürlich nicht, wenn ich auch die ein oder andere Umschreibung hier weniger poetisch, als mehr etwas derb fand, das paßte dann aber auch immer zur Entwicklung der Geschichte.

Das hier ist, wie immer bei Murakami keine linear verlaufende Erzählung, er springt, läßt sich treiben, berichtet sehr ausführlich, dann wieder eher kurz und andeutungsweise. Darauf muß man sich einlassen, man muß sich den Text erarbeiten, er ist nichts für leichte Lektüre zwischendurch und er hat zumindest mich zwischendurch auch sehr düstere Gedanken hegen lassen. Allerdings bin ich der Meinung, jedes Buch, das Emotion im Leser auslöst, ist ein gutes Buch und das ist hier definitiv der Fall.

Wer die alte Übersetzung bereits kennt, findet hier vielleicht Freude daran, sich sprachlich neu auf die Reise von Toru einzulassen, wer sie noch nicht kennt, und Bücher mag, die mit Erwartungen und Sprache spielen, der wird hier sehr gut unterhalten.

Einm großes Lob an der Stelle sowohl für den Einband des gebundenen Buches, der dem Dumont Verlag wieder enorm gut gelungen ist, aberauch für das Hörbuch, das mir wirklich Freude bereitet hat und von David Nathan fantastisch gesprochen wurde.

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