Adventskalendertürchen 7 – Elbwolle

Im heutigen Adventskalender findet ihr Elbwolle

Türchen auf!

Der Blog gehört Ute von Elbwolle:

#Regionalewolle

Schätze aus der Nachbarschaft
Da stand ich nun mit einem Berg frisch geschorener Schafwolle unserer Gotländer Pelzschafe. Und auf dem Dachboden lag noch der unwesentlich kleinere Berg von der letzten Schur, nur ein paar Vliese hatte ich
geschafft zu verarbeiten. So konnte das nicht weitergehen! Ich brauchte Hilfe bei der Verarbeitung dieser tollen Fasern!
Und damit ging die Sucherei los:

Wer verarbeit deutsche Schafwolle in Deutschland?

Wer wäscht Wolle?


Wer spinnt Garne?

Und dann bitte auch noch in haushaltsüblichen Mengen?


Regional ist 1. Wahl?
Es ist dünn geworden in der deutschen Textillandschaft – Deutschland mag führend sein bei technischen Textilien, aber bei den „normalen“ Textilien sieht es schlecht aus.
Obwohl wir in Deutschland Weltmeister im Verbrauch von Bekleidungs- und Heimtextilien sind, wird davon sehr wenig in Deutschland produziert. Und noch viel geringer ist der Anteil an Rohstoffen aus Deutschland.
Lassen wir die Kunstfasern mal außen vor, die man überall auf der Welt produzieren kann. Und Baumwolle fällt raus, die wächst hier nicht. Dann bleiben so interessante Fasern wie Leinen, Hanf und Schafwolle. Und
für alle drei Fasern existiert keine vollständige Verarbeitungskette mehr in Deutschland.
Für Leinen und Hanf ist keine Verarbeitung im industriellen Maßstab entwickelt worden. Der Konkurrent Baumwolle war einfach zu billig. Deutsche Schafwolle ist erst von den Kunstfasern und später von
australischer Merinowolle verdrängt worden. Heute kaufen die meisten Wollverarbeiter fertig gewaschene Merinowolle aus Übersee, die schon mehrere tausend Kilometer auf dem Buckel hat, bevor sie eine
deutsche Spinnerei, Weberei oder Strickerei von innen sieht.
Naturschutz zum Hungerlohn.


Unter dieser Entwicklung leidet nicht nur die deutsche Textilverarbeitung, sondern auch die deutschen Schäfereien.
Die meisten Schafe in Deutschland weiden auf Naturschutzflächen oder Deichen. Die Schafe können das mit dem Rasen mähen, Heidekraut kurz halten, Verbuschung verhindern und Deiche befestigen einfach viel
besser als Maschinen. Sie – oder besser gesagt die Schäfer – werden dafür auch entlohnt.

Allerdings reicht das noch lange nicht zum Auskommen, da muss noch Geld reinkommen über die Fleischvermarktung oder den Verkauf von Wolle. Und weil Lammfleisch nicht so „in“ ist und wir uns lieber in superweiche
Merinowolle aus Australien kuscheln möchten, kommt da nicht viel rum. Der Erlös der Schafwolle deckt in den seltensten Fällen die Scherkosten, so dass die Schur ein Minusgeschäft ist. Selbständige Schäfer arbeiten oft unter Mindestlohn, vor allem, wenn man ihre unglaublichen Arbeitszeiten miteinrechnet.


Schätze heben
Das es auch anders geht, zeigen immer mehr Initiativen, die deutsche Schafwolle in Deutschland zu Garnen, Stoffen und Bekleidung verarbeiten.
Ja, deutsche Schafwolle ist nicht so fein und kuschelig wie australische Merino. Hier gibt es andere Schafrassen und ein anderes Klima, deshalb wachsen auch andere Fasern auf den Rücken der tierischen Rasenmäher.
Im süddeutschen Raum tummeln sich meist deutsche Merinofleischschafe, unter ihnen gibt es nicht nur weiße, sondern auch braune und schwarze Schafe. Im Norden laufen als „Deichgebrauchsschafe“ etwas
robustere Vertreter die Deiche auf und ab.

Das Wetter ist rauer und nasser, das Wollkeid ist darauf eingestellt: die Fasern sind dicker und das Vlies ist mit „Regen-Ablauf-Haaren“ durchsetzt. Die Garne daraus sind robuster und wunderbar geeignet für strapazierfähige Draussen-Pullis und Jacken. Garne aus Lammwolle oder süddeutscher Merino sind weicher und eine gute Wahl für Pullis, Mützen, Handschuhe oder Schals.
Und dann gibt es noch die „Spezialfälle“ wie Heidschnucken oder Zackelschafe, deren Wolle nun wirklich nicht mehr für den direkten Körperkontakt geeignet sind, dafür aber z. B. hervorragende Teppichgarne
liefert.


„Welt retten muss Spaß machen“*

Zitat von Sina Trinkwalder, die mit manomama nicht nur „schwervermittelbaren“ Menschen Arbeit gibt,
sondern auch aus süddeutscher Merinowolle Bekleidung herstellt.


Wir Handarbeiterinnen sind Weltverbesserinnen, weil wir selber machen, flicken können und Wissen erhalten. Wenn wir Schafwolle verwenden, kommt auf die Karma-Liste noch: Vermeiden von Mikroplastik
und weniger Wasserverbrauch durch weniger Wäsche. Und #regionalewolle legt noch einen oben drauf:
kleinerer CO2-Fußabdruck durch weniger Transporte, Unterstützung der Schäfereien und des Naturschutzes.
Gute Argumente, oder?
Das alles passiert aber nur, wenn wir tatsächlich Produkte aus #regionalerwolle nutzen!


Ute Luft von elbwolle


Wo gibt es Garne aus regionaler Wolle?

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)
Finkhof
Grosse Wolle
Paulas Wolle (vorläufig nur als Crowdfunding)
Wolle Höfer
Betten Rieger
Frankenwolle
rauwerk
elbwolle
Hey Mama Wolf Yarns
viele kleine regionale Anbieter, z. B. Hilshof, Archehof Ketterle
…und Stoffe aus regionaler Wolle
Lebenskleidung
Nordwolle

Kleine Ergänzung von mir:

Ich hab Elbwolle auf der HH zum ersten Mal entdeckt und war von den tollen und vielseitigen Garnen und den tollen Wollwürsten Der Elbwolle Max total begeistert. Schaut euch das unbedingt an und geht ne Runde einkaufen. Lohnt sich! Hier geht es lang: Klick!

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