Frau Fussis Lesenotfallapotheke 17

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Frau Fussi bereitet ihren neuen Vortrag für euch vor. Am 06.10.2020 gibt es in der Pfarrbücherei St. Matthäus in Bornheim Alfter wieder eine Buchvorstellung mit Frau Fussi.

Ich würde mich freuen, euch dort zu sehen!

Und hier kommt Frau Fussis Empfehlung für heute:

 

Das Meer der Libellen* von Yvonne Adhiambo Owuor

Dumont Verlag, ISBN 978-3832181147

Übersetzerin Simone Jakob

(Rezensionsexemplar)

Die Geschichte von „Das Meer der Libellen*“ spielt am Anfang auf der Insel Pate vor Kenia, dort sollen laut einer Legende Schiffbrüchige von Zheng Hes chinesischen (Schatz)Schiffen an Land gegangen sein. Aus diesem Grund haben die Menschen dort auch chinesische Vorfahren.

Die Hauptperson ist Ayaana. Sie lebt dort mit ihrer Mutter Munira und ist ein uneheliches Kind. Munira wurde deshalb von ihrer Familie verstoßen und hat auch bei der Bevölkerung von Pate einen schweren Stand. Die kleine Ayaana leidet auch unter diesem „Makel“ und wird von anderen Kindern und Erwachsenen schlecht behandelt. Nur Muhidin, der selbst etwas abseits, aber nicht geächtet dort lebt, wird mit der Zeit ein Freund für die Kleine. Sie erwählt ihn als ihren Vater.

Als Jugendliche versucht ihre Mutter Ayaana an einen reichen Typen aus Mombasa zu verkaufen, da die Situation für sie beide sehr schlecht ist. Dieser versucht Ayaana sofort zu vergewaltigen. Munira schreitet jedoch ein und rettet ihr Kind. Als Ayaana registriert, dass ihre Mutter ihr das angetan hat, verliert sie aber ich ganzes Vertrauen.

Es taucht in der Geschichte auch noch einer der Söhne von Muhidin auf und noch einige mehr.

Ayaana schliesst aus eigenem Antrieb die Sekundarstufe ab und wird durch glückliche Umstände nach China eingeladen, weil sie als eine „Nachfahrin“ der chinesischen Schiffbrüchigen gilt.

Es passiert noch so viel mehr in diesem fantastischen Text von Yvonne Adhiambo Owuor* und ich möchte nicht alles verraten, aber ihr sollt dieses Buch * unbedingt lesen.

Man erfährt viel über Kenia, bisher wusste ich nichts über dieses Land und auch über Afrika selbst weiß ich nicht viel. Bis zu diesem Buch hatte ich zugegeben auch kaum Interesse daran. Das hat sich mit diesem Roman aber komplett gedreht.

Es geht natürlich um Familie, Verlust und Liebe, aber auch um Islamismus, über fremde Mächte (China, Amerika) die ihre Wertvorstellungen über alles stellen.

Der Teil der Geschichte, der in China spielt geht für mich ineinander über. Der „Ausbrecher“ in die Türkei ist für mich selbst der Teil, der für mich nicht ganz so in das Gefüge passte. Lag aber hauptsächlich an der Figur Koray. Dies schmälerte für mich aber auf keinen Fall die Brillianz dieses Buches.

Ich mochte die Figuren (außer ein paar wenigen), die auf der Suche sind, ihren Platz im Leben zu finden. Neben Ayaana war Muhidin einer der fesselndsten Personen in diesem Setting.

Die Sprache der Autorin ist so poetisch, so bildhaft und intensiv. Ich konnte Pate und die dort lebenden Menschen vor mir sehen.

Unbedingte Leseempfehlung und die 600 Seiten habe ich fast in einem Rutsch gelesen.

 

 

 

 

 

 

 

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