Making Marls von Cecilia Campochiaro

[Werbung. Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Was das ist, habe ich hier erklärt. Klick!  Die Links erkennt ihr am  *. Das Buch ist ein Rezensionsexemplar.]

Das Making Marls von Cecilia Campochiaro* liegt bereits seit mehreren Monaten hier und wartet darauf, dass wir es im Frickelcast besprechen. Dann kam Corona und weder Feierabendfrickeleien, noch ich hatten Zeit uns in der Intensität mit dem Buch auseinder zu setzen, wie es da verdient hätte.

Ich hab es zwar völlig begeistert den Strickelfen gezeigt und bei Instagram schon ein paar Mal in die Kamera gehalten, aber wirklich besprochen haben wir es nicht.

Nun hatte ich eine Woche Urlaub und hab die Zeit genutzt, um ein paar Bücher zu lesen und Rezensionen zu schreiben und die werden jetzt nach und nach hier auf dem Blog veröffentlich werden und endlich taucht auch Making Marls hier auf.

Aber was ist Making Marls eigentlich?

Bei Making Marls* geht es darum beim Stricken mit verschiedenen Farben und Fäden Farbmuster und Übergänge zu kreiieren. Der komplette Titel des Buches von Cecilia Campochiaro lautet:

A sourcebook for multistrand handknitting – Making Marls*

Das Buch ist unglaublich schön gestaltet und ein ziemlicher Schinken. Schwer, groß und teilweise Leinen gebunden strahlt es von meinem Wohnzimmertisch, wo es seit Monaten ganz oben auf liegt und mich in meiner Strickplanung aktuell begleitet.

Das Buch erhaltet ihr aktuell bei Ito oder auch bei Amazon*. Ja, es ist vergleichsweise teuer, aber aus meiner Sicht jeden einzelnen Cent wert, wenn man sich mit dem Mischen von Farben beim Stricken intensiv auseinander setzen möchte, aber auch, wenn man einfach gerne schöne Strickbücher hat.

Das Buch ist aktuell nur auf Englisch erhältlich und besteht aus 8 Kapiteln:

Introduction and Inspiration

Practical Matters

The Marled Look

Common-Strand Sequences

Bridging Sequences

Sequences from Gradients

Compley Sequences

Improvisational Sequences

Und am Ende gibt es noch, Informationen und Tabellen, einen Index, eine Wissenssammlung und einen schnellen Guide zu den Projekten.

Außerdem gibt es im Buch ein Vorwort von Meg Swansen. Meg ist die Tochter von Elizabeth Zimmermann und die Verlegerin von Schoolhouse Press einem der größten Verlage für Strickbücher weltweit.

Das zweite Vorwort wurde von Kay Gardiner und Ann Shayne verfaßt. Beide sind die Gründer von Modern Daily Knitting. Ihr seht, hier waren die VIPs der englischen Strickcommunity beteiligt und vertreten und beide Vorwörter lesen sich ganz zauberhaft.

Cecilia selbst schreibt über das Buch:

Es ist eine Anleitung zum arbeiten mit vielen Farben und ein Buch mit mehr als 30 Mustern als Rezepte, die du nutzen kannst, um Marmorierungen und Farben selbst zu erforschen.

Das macht neugierig fand ich und diese Seite mit diesen Worten ist mit wunderschönen bunten Wollknäueln versehen.

In Kapitel eins werden Möglichkeiten, wie man mit „Marls“ also Marmorierungen (frei übersetzt nach Jetztkochtsieauchnoch) arbeiten kann vorgestellt und damit bildet es die Basis für die folgenden Kapitel.

Hier werden auch die im folgenden genauer beschriebenen Sequencen vorgestellt und mit Bildern intensiv beschrieben und das ist schon eine enorme Stärke des Buches, die Bildsprache und Farbkraft ist unglaublich und eigentlich braucht es die Beschreibungen kaum, denn vieles wird hier allein schon beim Blick auf die Strickstücke klar.

Common Strand Sequences sind Strickstücke, bei denen ein Faden und somit eine Farbe durch das gesamte Strickstück gleich bleiben und die mitlaufenden Fäden gewechselt werden.

Bridging Sequences sind Strickstücke, bei denen man solide Farben mit Marls verbindet, also Übergänge abschwächt.

Gradient Sequences sind durch Farbwechsel konstruierte Farbverläufe.

Complex Sequences sind komplexe Strickstücke mit vielen Farbwechseln und Übergängen.

Und dann gibt es natürlich die Improvisierten Sequences, die mir am Besten gefallen und die größten Überraschungen bergen, weil man einfach schaut, was passiert, wenn man Farben kombiniert.

Außerdem wird die Geschichte des Strickens mit Farbübergängen beleuchtet, das fand ich enorm spannend und lehrreich. Dabei schreibt sie spannend und unterhaltsam und natürlich werden hier auch die großen Meister der Farben erwähnt, wie Kaffe Fassett, Marianne Isager, Westknits und wir machen auch einen Ausflug in die asiatischen Strickhistorien.

Hierzu gibt es auch ein enorm spannendes Interview mit Setsuko Torii und Avril.

Das Buch* ist ein unglaublicher Quell an Information und Inspiration, neben historischem Wissen, bekommt man auch das von uns so geliebte Fachwissen intensiv vermittelt. Es gibt praktische Informationen zum Spiel mit Farben und Texturen. Mich hat das wirklich gepackt und begeistert.

Man bekommt so viel erklärt und gezeigt und zwar an sehr guten Bildern und immer Hinweisen zu den verwendeten Garnen. Hier lesen sich so große Firmen wie, Woolfolg, Avril, Jamiesons, John Arbon, Isager und natürlich Ito.

Der Monk in mir freute sich auch über die vielen Schautafeln und Tabellen, sei es zu Garnen und ihren Stärken oder auch zu den versponnenen Fäden. Ganz ehrlich, das ist für den Anfänger vermutlich eher anstregend und geht sehr in die Tiefe, ich fand es aber unglaublich toll, mich darin zu vergraben und hatte das ein oder andere Aha-Erlebnis.

Natürlich nimmt auch die Maschenprobe einen gewissen Raum ein und jaaaa, ich hasse es eine zu stricken, aber hier hat ja wer anderes als ich gestrickt und ansehen kann ich sie mir ja und sehr sympathisch war die Vorstellung der Micromarschenprobe bestehend aus 6 Maschen und 4 Reihen… YEAH, das mach sogar ich.

Spannend fand ich hier auch die Berechnungen zu den möglichen Farbvarianten und Farbwechseln und die dargestellten Alternativen, durch wechseln der Farbe.

Hier wird dann auch darauf eingeganen, wie man mit unterschiedlichen Farben und Garnbasen spielen und wunderschöne Effekte erzielen kann.

Hier hat sich Cecilia Campochiaro ausgetobt und es gibt seitenweise Beispiele und Bilder dieser Mikromaschenproben, ich fand es toll, sie mir alle anzusehen. Das war für mich mutigen Farbmischer und Farbliebhaber genau das Richtige.

Ein Punkt ist hier auch die praktische Umsetzung, wie man mit vielen Strängen, Konen oder Knäueln den Überblick behält und vorallem die Fäden nicht verwirrt. Das hat mir gut gefallen.

Es wird auch genau erklärt, wie man mit den Mustern im Buch* umgeht, denn diese sind wirklich etwas anders als normale Strickmuster und bieten viel Raum für eigene Kreativität, bei Garn, Farbe und auch Ausführung.

Bei mir blieben hier keine Fragen offen und ich bin ziemlich scharf darauf, das auszuprobieren.

Überhaupt bestärkt das Buch* einen total darin einfach mal mutig Texturen, Farben und Garnbasen zu mixen, zu tauschen und miteinander zu gebrauchen. Auch das fand ich fantastisch und tatsächlich war das Buch auch der Grund, warum ich meinen aktuellen Weekender in der Form stricke, wie ich ihn gerade stricke. Ich kombiniere hier ja aktuell ein Beilaufgarn mit Pailletten mit Grautönen und lasse ihn mal mitlaufen und stricke ihn mal einzeln.

Das ganze Buch* ist auf die Planung und Umsetzung von Strickprojekten ausgelegt, wer nicht gerne plant, probiert und testet, der wird hier von der Intensität eher nicht überzeugt sein. Ich fand es prima.

Für mich erhellend war auch Kapitel 3, wo die verschiedenen Möglichkeitn der Marmorierung eines Strickstücks vorgestellt werden. Da gibt es nämlich deutlich mehr, als einfach nur Farbwechsel und Beilauffaden, sondern hier kann man auch durch Muster nochmal Unterschiede erzielen und zwar so simple, dass ich wirklich hier saß und mir vor den Kopf geschlagen habe, wieso ich auf den Trichter nicht selbst gekommen bin. Total gut.

Bei einem Buch* über das Mischen von Fäden und Farben, kommt natürlich auch die Farbenlehre nicht zu kurz und das fand ich wirklich lehrreich. Ich mixe ja immer wild, was mir gefällt und bin manchmal dann vom Ergebnis bezaubert, manchmal aber auch eher enttäuscht, hier habe ich nun gelernt, worauf ich achten sollte, wenn ich Farben miteinander kombiniere.

Genauso erhellend waren dann die Maschenproben mit verschiendenen Farbkombinationen und Mustern, die darauf ausgelegt sind, zu zeigen, wann zum Beispiel das Muster von der Farbe gefressen wird und wann es trotz wilder Farben gut raus kommt. Auch was das Licht mit unserer Farbwahrnehmung zu tun hat, lernen wir hier.

Wer das Wissen dann noch vertiefen möchte, findet hier auch eine umfangreiche Leseliste zu weiterführender Literatur. Meine Leseliste ist hier enorm gewachsen.

Die enthaltenen Projekte:

Goethe (Schal)

Ostwald (Dreieckstuch)

Isaac (Schal)

Atkinson (Cowl)

Lewitt Variation One / Two  (Schal)

Itten (Mütze)

Taddeo (Stola)

Rialto (Schal)

Strauss (Schal)

Logisk (Schal)

Duchamp (Cowl)

Gradient Bangels (Armbänder)

Rothko Variations (Cowl)

Turner (Cowl)

Callahan (Schal)

Kiefer (Schal)

Martin (Schal)

Finsen (Stola)

Franz (Weste mit Rollkragen)

Fabian (Stola)

Keeley (Poncho)

Munsell (Stola)

Barnett (Cowl)

Texture Play (Kette)

Bitten (Schal)

Castel (Stola)

Landrock (Schal)

Stella (Dreieckstuch)

Ornette Improv (Mütze)

Parker Improv (Armstulpen)

Armstrong (Dreieckstuch)

sind alle sehr simple und absolut anfängertauglich. Das Hauptaugenmerk liegt hier wirklich darauf mit Farben und Texturen zu spielen, die Strickmuster sind daher sehr simple und leicht umzusetzen. Das Stricken ist also wirklich mindless, sprich schön geeignet für Stricktreff oder Filme und Serien schauen, da man sich nicht so sehr konzentrieren muß.

Die Armbänder haben mir besonders gut gefallen, da sie toll dazu geeignet sind, Reste aufzubrauchen und wirklich flott fertig sind und man damit Farbspiele toll ausprobieren kann.

Damit man mit Farben spielen kann, muß man natürlich auch Vorbereitungen treffen. Das heißt Passende Knäuel wickeln und Farben zusammen Haspeln. Wie das genau geht, erfahrt ihr hier ebenfalls.

Nach der Lektüre seid ihr in der Lage wirklich tolle Farbspiele mit euren Knäueln zu konstruieren. Ihr werde nicht mehr von Farbexplosionen überrascht und könnt das Buch immer auch als Arbeitsbuch* nutzen, nochmal nachschlagen, welche Farbkombi wie aussehen könnte und findet kompetente Beratung, wie ihr Farben am Besten einfließen laßt und was welchen Effekt erzielt.

Ich bin komplett hin und weg und blättere immer wieder gerne darin.

Das Buch* Making Marls ist eine absolute Bereicherung meiner Strickwelt und ich lege es wirklich jedem ans Herz, der sich gerne sehr detailliert mit dem schönsten Hobby der Welt auseinander setzt.

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Making Marls von Cecilia Campochiaro

Gib deinen ab

  1. Ich bin wieder einmal von deiner Rezi beeindruckt. So ausführlich. Am liebsten würde ich das Buch kaufen, ich glaube aber, dass mein Englisch nicht gut genug ist. An englische Anleitungen traue im mich zwar, aber ein Buch ist ja noch einen Zacken schärfer.
    Trotz allem ein toller Artikel!

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