Wollness im Hunsrück mit Tanja Steinbach

[Werbung. Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Was das ist, habe ich hier erklärt. Klick! Die Reise wurde nicht gesponsert, sondern selbst gezahlt.]

Bereits bevor Corona die Welt in Atem hielt, hatte ich mit Daniela Johannsenova von Maschenkunst und Tanja Steinbach Wellness geplant. Eigentlich hätten wir im April ein Wochenende im Hotel Voshövel verbringen wollen. Außerdem hatten Tanja und ich vor, das Auersmacher Wollfest zu besuchen und vorher im Hunsrück ein wenig Energie zu tanken. Dazu hatten wir uns im Marienhöh eingemietet. Wegen Corona war die erste Reise nicht möglich und zu diesem Zeitpunkt hätte ich das auch nicht gewollt. Als dann das Auersmacher Wollfest abgesagt wurde, berieten Tanja und ich uns, ob wir denn wenigstens ein wenig Entspannung haben wollten.

Wir behielten die Coronastatistiken im Auge und warteten gespannt auf Lockerungen. Ich gebe zu, ganz wohl war mir nicht, als ich dann im Juni zu unserem gemeinsamen Entspannungswochenende im Marienhöh aufbrach. Meine Bahntickets ließ ich verfallen. Lust auf 1,5 Stunden Bahnfahrt mit Mundschutz und Menschen, die ich nicht kenne und deren Vorsichtsmaßnahmen mir vermutlich nicht ausreichend wären, auf engstem Raum erschien mir nicht erstrebenswert. Daher reiste ich mit Ohnezahn an.

Knapp 2 Stunden brauchte ich von Bonn bis nach Langweiler (kein Scherz, das Dorf heißt tatsächlich so). Auf den letzten Kilometern fiel mir ein beharrlich hinter mir herfahrendes Gefährt mit sonnenbebrillter Fahrerin und auffälliger Buchstabenkombination im Kennzeichen auf. Tatsächlich hatten wir so ein gutes Timing, dass Tanja und ich die letzten 10 km hintereinander herfahrend zurücklegten.

In Langweiler angekommen fanden wir das Mariehöh problemlos.

Da aufgrund einer Problematik mit dem Reinigungspersonal (Ich vermute, auch hier war der ein oder andere im Homeoffice oder hatte ein Kinderbetreuungsproblem.) war unser Zimmer noch nicht bezugsfertig. Wir fanden das gar nicht so schlimm und setzten uns erstmal mit einem Glas alkoholfreiem Hugo in den Klosterinnenhof. Das Hotel ist nämlich ein umgebautes Kloster, was man hier und da an der Architektur und natürlich der kleinen Kapelle noch erahnen kann.

Es begegneten uns vereinzelt Gäste, alle bemundschutzt und irgendwie auf Abstand bedacht. In der Kapelle wurde alles für eine Hochzeit vorbereitet. Heiraten in Coronazeiten ist wohl auch eher nichts, was man mal dringend gemacht haben sollte.

Wir hatten so allerdings ein bißchen was zu gucken und zu stricken und tatsächlich dann auch bald unsere erste Beauty Behandlung. Auch hier die Einschränkung, dass wegen Corona nur eine Mitarbeiterin im Spabereich tätig war, so dass unsere eigentlich zeitgleich gewünschten Anwendungen nacheinander stattfinden mußten. Auch das fand ich nicht tragisch, schließlich kann man sich als Strickerin beschäftigen und gerade müssen wir halt alle irgendwie flexibel sein.

Die Ganzkörpermassage war kräftig und gut und ich fühlte mich wirklich bestens versorgt.

Direkt danach gab es einen sehr leckeren Tee.

Der Spabereich ist ganz hübsch gemacht. Die bereitstehenden Sessel und Kissen luden zum Verweilen ein und nach unseren Massagen legten wir uns hinters Haus auf die Liegen, wo wir gänzlich alleine waren und man das Gefühl bekam mitten im Wald zu sein. Schwimmen wollte ich nicht. Im Wasser waren mehrere Familien mit kleinen Kindern und ich gestehe, dass ich hier vermutlich zu vorsichtig bin, aber ich schwimme ohnehin nicht gerne, warum sollte ich in Coronazeiten damit anfangen.

Anschließend konnten wir unsere Zimmer beziehen. Die Unannehmlichkeit des späten Zimmerbezugs wurde uns übrigens am Sonntag noch ausgeglichen, aber dazu später mehr.

Tanja Steinbach, in diesem Fall meine persönliche Reiseleitung, hatte unsere Zimmer noch mal upgraden lassen, so dass wir nun ein Zimmer mit Seeblick und Balkon hatten. Das war toll. Wir konnten uns mit all unseren Stricksachen ausbreiten und verteilen und die beiden Liegen auf dem Balkon wurden zum Stricken genutzt. Außerdem hatte Tanja ganze Taschen voller Tücher, Farbkarten und Garnen von Lanagrossa dabei, natürlich mußte ich hier erstmal gucken, bevor irgendwas anderes möglich war. Ich finde auf dem Bild sieht man mir mein Glück an, oder?

Der Ausblick vom Balkon war tatsächlich richtig hübsch und wir haben mehrmals hier draußen gesessen, gestrickt oder einfach nur gequatscht. Der See ist übrigens da, wo der Hügel links auf die Baumkrone trifft. So richtig gut sieht man ihn nicht, aber man kann das Zimmer durchaus Seeblick nennen, finden wir.

Für das erste Abendessen hatte wir ein drei Gänge Menü gebucht, hier konnten wir aus unterschiedlichen Speisen auswählen. Da wäre für jeden was dabei gewesen. Das Essen war wirklich richtig lecker und hat mich ziemlich überrascht. Bisher hätte ich gesagt, dass das Hotel einrichtungsmäßig und vom Personal her hübsch und ansehnlich war, modern eingerichtet mit Verbesserungspotential hier und da, aber nach dem Essen, wähnte ich mich auf Wolke 7.

Das war richtig lecker, das Restaurantpersonal super aufmerksam und ich habe sogar meinen lieblichen Valentin ( einen sehr süßen Wein) ohne hochgezogene Augenbrauen anstandslos zum Essen serviert bekommen. Das war fein.

Die Abstandsregeln wurden eingehalten. Jeder trug Mundschutz bis zum Tisch und tatsächlich war ich es, die ihren Mundschutz ständig vergaß, wenn sie zur Toilette oder sonst wohin flitzte. Seufz… das muß ich wirklich noch ein wenig verinnerlichen.

Der absolute Kracher war allerdings die Currybutter, die ihr hier rechts in dem Glas seht. Ganz ehrlich, ich hätte mich am Liebsten nur noch von dieser Butter ernäht. Die war so fantastisch.

Das Käsebuffet in der Hotelbar als nächtlicher Snack hat mir ganz gut gefallen, hier hätte ich mir gerne noch ein wenig ausgefallenere Käsesorten gewünscht.

Außerdem gab es eine Süßigkeitenbar an der man sich für 2 Euro das Tütchen bedienen konnte.

Die Nacht war erholsam und ruhig und morgens wurden wir von Sonnenstrahlen durch das komplette Zimmer flutend geweckt. Glücklicherweise sind wir beide Frühaufsteher, so dass wir um 8 h schon wieder bereit für neue Taten zum Frühstück strömten. Hier war ich etwas überrascht, bei der Anreise wurde uns noch mitgeteilt, dass es kein Buffet geben würde, sondern wir wegen Corona eine Etagere an den Tisch bekämen mit einer Auswahl an Frühstückslebensmitteln. Das Buffet hat aber auch gut funktioniert, man hat Abstand gehalten und letztlich ist alles gut gegangen.

Na wer von uns hat wohl welches Frühstück gefuttert?

Tanja hatte uns dann noch eine Wanderung gebucht. Wir wurden durch unseren Wanderführer am Hotel abgeholt und mit zwei weiteren Damen ging es in den Wald. Tanja und ich sind ja wirklich aufgeschlossen und kommunikativ, aber die zwei Damen konnten wir tatsächlich so gar nicht zum Gespräch animieren. Schade eigentlich, aber so mußte halt unser Wandererführer unsere Fragen und unser Geplauder erwidern und das war richtig gut. Wir stapften nicht nur schweigend durch den Wald, sondern lernt viel über Jagd und Forstwirtschaft. Infrastruktur im Hunsrück, ein wenig Politik und Geografie, hier und da ein bißchen Biologie und Geschichte. Das war toll. Wenn ihr also ins Marienhöh zum Strickurlaub fahren solltet (wozu ich euch durchaus rate) dann bucht auf jeden Fall eine Wanderung. (Die kostet für ca. 2-3 Stunden nur 9 Euro und ist auch nicht zu anspruchsvoll. Festes Schuhwerk solltet ihr dabei haben und trittsicher sein.)

Leider hatten wir nur so semigutes Wetter, was man aber im Wald unter dem Blätterdach fast gar nicht bemerkte und natürlich sind wir auf den Turm hoch und haben die Aussicht genossen. Das war richtig gut und man konnte super weit gucken. Bis nach Idar-Oberstein.

Ich bin ja sonst eher nicht für sportliche Betätigungen freiwilligerweise zu haben und finde Wandern auch nicht immer so ganz grandios. Das hier hat mir aber wirklich Spaß gemacht. Auch weil Tanja so begeistert war und wir überall Blümchen und Bäumchen fotografieren konnten.

Wir haben den Hexentanzplatz besucht, der tatsächlich eine etwas mystische Aura hatte, wir haben gelernt, warum Fichten im Wald keine gute Idee sind und wir haben Tiere und Pilze gesehen. Außerdem habe wir das hier entdeckt. Am Streichelzoo haben wir dann noch ein Eis gegessen, das Tanja holen mußte, weil ich ohne Mundschutz losgelaufen bin und nicht in den Kiosk konnte. (Wie gesagt, ich mußte das wirklich erst verinnerlichen, vorallem weil ich ja bisher wirklich nur Zuhause war, abgesehen vom Wocheneinkauf.)

Nach unserer Wanderung haben wir dann das legendäre Lanagrossa Live Tücher Video gedreht. Auf Instagram könnt ihr euch das hier noch ansehen: Klick! 

Außerdem durfte ich Tanjas Seelenwärmer anziehen, den sie für den Paillettenperlenplunderfal entworfen hat. Die Anleitung erscheint in der letzten Juli Woche.

Ein bißchen Garn und Tücherhefte* durften wir auch verlosen und für Frau Fussi und Soluna hatte Tanja auch Hefte* dabei.

Dann hatten wir beide noch eine Beautyanwendung. Ich hatte ein Beinwaxing geordert und schwenkte dann nach eingehender Beratung durch den Kosmetiker auf ein Bein Sugaring um. Das war übrigens prima. Meine Beine waren richtig schön glatt und er hat das super gemacht.

Anschließend begaben wir uns in den Saunaaußenbereich. Der ist recht klein, da aber außer uns tatsächlich niemand im Spabereich unterwegs war fand ich das total in Ordnung. So hat auch niemand gemeckert, als wir bösen Influencer einfach mal die Kamera mit in die Sauna genommen und dabei fast das Handy abgefackelt hätten. Aber wir wollten doch einfach nur ein Foto, das zeigt, wie entspannt wir sind. (Das zeigen wir euch nicht. Ein bißchen Privatsphäre haben ja auch wir.) Hinter uns war dann übrigens wieder nur Wald. Das war schon schön, so komplett alleine in einem Saunahäuschen und auf die Bäume gucken.

Am zweiten Abend hatte wir dann auf ein 5-Gänge-Menü upgegradet und es war wirklich lecker, schaut mal hier das war die Karte, aus der wir wählen konnten.

Auch an diesem Abend fühlte ich mich wohl im Restaurant. Das Personal achtete auf Hygienevorschriften und Mundschutz und auch, wenn wir diesmal etwas enger zusammen saßen, weil offenbar mehr Gäste den späteren Essenstermin gewählt hatten, fand ich das nicht unangenehm, sondern vom Abstand her noch in Ordnung.

Am nächsten Morgen haben wir wieder gemütlich gefrühstückt und hatten dann noch ein Schlammbad im Serailbad gebucht. Das war toll. Wir haben uns mit Schlamm eingeschmiert und im Dampfbad gesessen. Das war tatsächlich ein schöner Abschluss von unserem Beautywochenende mit Stricken und Wolle und Glücklichsein.

Anschließend gab es noch einen alkoholfreien Hugo und dann ging es wiede ab nach Hause.

Und hier überraschte uns dann das Hotel mit der kompletten Übernahme unserer Getränke für den ersten Abend (und da wir hier den Wein und und auch sonst noch so ein bißchen was probiert hatten, war das jetzt kein ganz kleiner Posten), als kleine Entschuldigung für die späte Möglichkeit das Zimmer zu beziehen. Das fand ich total nett. Dankeschön.

Das waren feine Coronaferien. Danke Tanja, dass du dich darauf eingelassen hast, ich mußte wirklich einfach mal raus und das war halt das, was zu diesem Zeitpunkt (Mitte Juni 2020) möglich war, ohne dass ich mich dabei unwohl gefühlt hätte.

Wenn euch also auch Zuhause die Decke auf den Kopf fällt, es muß kein überfüllter Strand sein, Deutschland hat auch ohne Meer schöne Ecken und der Hunsrück ist wirklich hübsch, ruhig und vorallem leer. (Bei unserer Wanderung ist und NIEMAND (!!) begegnet. Unterstützt doch gerne durch eure Reise die Tourismusbranche, die hat es gerade wirklich nicht leicht. Touristikinformationen zum Hunsrück findet ihr hier: Klick!

Wir waren im Hotel untergebracht, zum Marienhöh gehören aber auch mehrere Bergchalets, die sich total auch für eine Gruppe Strickerinnen anbieten, ich hab das schon mal für die Strickelfen ins Auge gefaßt. Hier könnt ihr euch die Chalets ansehen: Klick!

Das Marienhöh ist übrigens häufiger auch bei Secret Escapes vertreten, da kann man dann nochmal ein Schnäppchen machen.

 

 

Kleines Manko, der Hunsrück ist halt bezüglich der Funkmasten noch nicht so gut ausgebaut, heißt: der Empfang mit dem Handy ist eher mäßig, auch das WLan war eher eines der langsameren Sorte. Für uns war das halbwegs in Ordnung, aber wer hier wirklich zwischendurch arbeiten will, der muß sich auf eine wirklich langsame Verbindung einstellen. Leider.

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