Bernd spielt – Solo-Spieler-Special

[Werbung. Dieser Beitrag enthältAffiliate Links. Was das ist, habe ich hier erklärt. Klick!]

HALLOOOOOHOOOOO!

Ihr habt schon lange nichts mehr von mir gelesen, aber besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen. Damit Euch daheim wegen einer Quarantäne oder eines Ausgehverbots nicht die Decke auf den Kopf fällt oder falls Ihr bereits Eure komplette Netflix-Watchlist weggebingt habt, kommen die folgenden Spiele-Empfehlungen vielleicht gerade recht und Jane überläßt mir mal wieder das Regime über ihren Blog. Es sind katastrophensichere Tipps, die komplett in der analogen Welt funktionieren, keinen Strom brauchen und definitiv für viele Stunden Unterhaltung sorgen werden.

Die vorgestellten Spiele sind hauptsächlich für Solo-Spieler gedacht, da wir ja bei einer Pandemie möglichst social distancing einhalten müssen. Ja, man kann Brettspiele tatsächlich auch  ohne Mitspieler spielen und Spaß dabei haben. Alle haben jedoch auch Regeln für mindestens zwei Spieler mit an Bord.

Und natürlich findet ihr weitere Spieleempfehlungen auch in den alten Folgen von Bernd spielt, hier habt ihr die Übersicht: Klick!

Pulp Detective

Man verkörpert einen Detektiv in einem klassischen Film Noir Setting. Es gibt kein Spielbrett, sondern ausschließlich Karten und Würfel. In jeder Runde deckt man neue Karten auf und versucht die Aufgaben des dadurch nach und nach entstehenden Plots mit speziellen Würfeln und verschiedenen Aktionen, die einem zur Verfügung stehen zu lösen. Jede Karte hat dabei verschieden Symbole und Farben, die miteinander kombiniert zum Verdächtigen bzw. Schurken führen, der final besiegt werden muss. Das Ganze wird zusätzlich mit einem Zeitlimit und einem Tag/Nachtwechsel erschwert, der manche Aktionen bzw. Würfelwürfe beeinflusst. Pulp Detective ist nur englischsprachig erhältlich, im Spiel selbst gibt es aber keine Texte, die man verstehen muss, da alles mit Symbolen und Farben gesteuert wird. Die Anleitung ist kurz und verständlich. Die Illustrationen sind äußerst stimmungsvoll geraten und im Stil von 40er Jahre Gangster-Comics gehalten. Eigentlich ein Solo-Spiel, es sind aber auch Regeln für 2 Spieler enthalten.

Der Schwierigkeitsgrad ist knackig. Unerfahrene Spieler werden bei den ersten Partien Mühe haben die Aktionen und die Möglichkeiten  Würfelwürfe zu modifizieren und erfolgreich einzusetzen. Wenn man dran bleibt und ein paar Spiele gemacht hat, gibt es aber eine deutliche Lernkurve und es läuft deutlich besser. Das Detektiv-Business ist nun mal ein hartes, dreckiges Geschäft.

 

The Lost Expedition*

Eine Expedition muss erfolgreich durch den Dschungel geführt werden, um die versunkene Stadt Z zu finden. Es gibt einen Tag/Nachtrhythmus, in dem die auszuspielenden Karten jeweils nach unterschiedlichen Regeln ausgelegt werden dürfen. Die ausgelegte Kartenreihe und die darauf abgebildeten Aktionen (die manchmal optional, meistens aber verpflichtend sind) bestimmen das Schicksal der Expedition. Mit jeder Karte muss der Spieler oftmals über Leben und Tod entscheiden. Gebe ich lieber die letzte Patrone aus, um eine Gefahr abzuwenden oder spare Munition für eine spätere, größere Bedrohung? Lieber Nahrungssuche oder besser einen weiteren Schritt Richtung Ziel? Es ist ein Spiel der Mangelverwaltung und schwierigen Entscheidungen. Hochspannend und wunderschön illustriert. Die Spielanleitung ist englischsprachig, aber sehr leicht verständlich. Das Spiel kann auch zu zweit problemlos gespielt werden. Hier übernimmt dann abwechselnd einer der Spieler die Leitung. Im Spiel selbst finden sich hauptsächlich sprachunabhängige Symbole auf den Karten. Die Illustrationen haben einen tollen Tim & Struppi Stil, der wunderbar zum Thema passt. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch, es ist alles andere als einfach die Stadt Z zu erreichen. Inzwischen gibt es auch eine lohnenswerte Erweiterung „The Fountain of Youth“*, die insgesamt vier verschiedene, einzeln integrierbare, neue Module in Spiel bringt.

 

Das ältere Zeichen*

Das ältere Zeichen* ist ein Spiel im Cthulhu-Universum. Es geht darum die Rückkehr der großen Alten zu verhindern. Als Ermittler im Arkham der 20er Jahre, müssen diverse Artefakte im örtlichen Museum untersucht werden, die für die Beschwörung unaussprechlicher Schrecken genutzt werden. Nach und nach werden Orte und Artefakte in Form von Karten aufgedeckt, die verschieden Würfelsymbole aufgedruckt haben. Diese Symbole gilt es dann in seinem Zug als Ermittler mit den zur Verfügung stehenden Würfeln (manchmal in der korrekten Reihenfolge) zu erwürfeln. Die Würfe können mit verschiedenen Aktionen und Eigenschaften der Ermittler modifziert werden. Ein Zeitlimit, das das Verderben immer weiter näher rücken lässt, macht es noch spannender. Über diverse Karten kann der jeweilige Ermittler sich besser ausrüsten oder gar zusätzliche Würfel generieren, um den Aufgaben besser gewachsen zu sein.

Die Ausstattung ist hervorragend. Jede Menge Karten, Marker und Würfel. Die Anleitung ist deutschsprachig und sehr umfangreich, was aber nicht verwunderlich ist, denn am Spielablauf ist deutlich zu spüren, dass das epische „Eldritch Horror*“ der geistige Vater war. Die Ähnlichkeiten sind unübersehbar, nur dass man hier eben eine in deutlich reduzierte Variante davon vor sich hat. Geeignet für 1 bis 5 Spieler. Fall man jedoch mehr als zwei Spieler ist, empfiehlt es sich gleich den großen Bruder zu spielen. Für Solisten oder zu zweit ist „Das ältere Zeichen“ jedoch die bessere, da deutlich übersichtlichere Wahl.

 

Dungeon Roll*

Ganz einfach erklärt. Held auswählen, in ein Verlies stürmen, alle Monster killen und versuchen ein Level weiter vorzudringen, um an Schätze und am Ende an den Drachenhort zu gelangen.

Es wird hauptsächlich gewürfelt. Die Zusammensetzung der Abenteurergruppe (und damit der zur Verfügung stehenden Kampfaktionen) wird durch Würfel angezeigt, ebenso Sonderaktionen, wie z. B. Spruchrollen. Ein Held hat zwei Sonderfähigkeiten, eine davon ist eine Spezialfähigkeit, die nur einziges Mal pro Dungeon eingesetzt werden darf. Die jeweiligen Gegner im gerade betretenen Level werden ebenfalls durch Würfel bestimmt. Das aktuelle Level zeigt an, wie viele Gegnerwürfel geworfen werden müssen.

Dungeon Roll geht schnell. Eine Partie kann je nach Würfelpech auch mal nur wenige Minuten dauern. Das Ganze hat aber einen enormen Unterhaltungswert, da man stets versucht ist sein Glück etwas zu sehr herauszufordern, um an den nächsten Schatz zu gelangen und wenn möglich seinen Helden aufzuleveln. Die Ausstattung ist hübsch, viele spezielle Würfel, einige Heldenkarten und jede Menge kleiner Papp-Tokens. Die Anleitung ist deutschsprachig und leicht verständlich. Bis zu vier Spieler dürfen sich beteiligen, aber Dungeon Roll* funktioniert ganz hervorragend auch alleine.

 

Winzige wandelnde Leichen*

Ein klassisches Zombie Setting. Es gilt ein Einkaufszentrum vor dem Ansturm untoter Horden zu verteidigen und dabei Leute auszusenden, um Missionen zu erfüllen. Der Spielplan ist sehr variabel, da er durch einzelne Karten ausgelegt wird und somit in jeder Partie etwas anders aussehen kann. Die Zombies werden von den Regeln der Spielmechanik durch die diversen Orte bewegt, ebenso wird damit automatisch bestimmt wer oder was angegriffen wird. Missionskarten bestimmen, was man als Spieler zu erledigen hat. Und man darf dabei auch nicht vergessen stets seine Basis (das Einkaufszentrum) mit Barrikaden zu verstärken und gegen die Zombies zu verteidigen. Man kann verschiedene Ausrüstungen und Waffen finden, die man dann seiner kleinen Spielfigur anheften kann, damit man sofort sieht, was einem zur Verfügung steht. Das sieht ungemein spaßig aus.

Die Ausstattung von „Winzige wandelnde Zombies*“ ist erstklassig. Jede Menge Holzfiguren, Marker und Karten sind dabei. Die Anleitung ist deutschsprachig und leicht verständlich. Eine Partie kann je nach zufällig ausliegenden Missionen auch mal etwas länger als die angegebenen 45 Minuten dauern. 1 bis max. 5 Spieler dürfen sich der Zombie Apokalypse entgegenstellen.

 

Nemo’s War

Oder wie ich es auch nenne: Der König der Solo-Spiele!

Man wandelt auf den Spuren von Jules Verne und ist damit wortwörtlich 20.000 Meilen unter den Meeren unterwegs. Der Spieler verkörpert Kapitän Nemo* und seine Vision einer besseren Welt. Zu Beginn des Spiels muss man sich allerdings noch entscheiden, wie Nemo diese „bessere Welt“ versuchen wird zu erreichen. Militärisch, durch die Kampfkraft der Nautilus, oder vielleicht als Erforscher der Weltmeere? Es gibt einige Aspekte, die verschiedene Auswirkungen auf die Spielweise haben. Je nach gewählter Ausrichtung unterscheiden sich die Spielziele und Optionen im Spiel.

Auf einem großen Spielplan, der hauptsächlich die Weltmeere darstellt und Platz zur Karten- und Schiffsablage bereithält, findet das ganze Geschehen statt. Es werden Aufgabenkarten gezogen und Schiffe verschiedener Nationen ausgelegt (die im Spielverlauf auch Jagd auf die Nautilus und Nemo machen). Die Nemo bewegt sich durch die Meere, um Nemo zu den Orten zu bringen, an denen Aufgaben zu lösen oder Forschungen voranzutreiben sind. Dabei sind nicht nur der Zustand der Nautilus, sondern auch die Anzahl der Crew und deren Moral entscheidend, denn nach und nach zieht sich die Schlinge enger und Nemos Verfolger werden zahlreicher und schlagkräftiger.

Nemo’s War ist ein Zeitfresser. Eine Partie kann viele Stunden dauern. Das Spielmaterial sollte also evtl. an einem Platz aufgebaut werden, der nicht unmittelbar wieder benutzt werden muss, falls man mal gezwungen wäre zu unterbrechen. Die Ausstattung ist exquisit. Es gibt jede Menge Schiff-Tokens, einen Stoffbeutel zum zufälligen Ziehen der Tokens. Zig klasse illustrierte Spielkarten, Würfel und ein kleines Nautilus-Modell.

Das Spiel ist ausschließlich englischsprachig und es gibt außerordentlich viel Text, auch auf den Spielkarten. Allerdings wird man belohnt mit durchwegs stimmungsvollen Zeilen, die einen in die beschriebene Ära und die literarische Vorlage geradezu hineinziehen. Zwar sind auch Regeln für eine 2 bis 4 Spieler-Variante dabei, die darf man aber ausnahmsweise als nachgeschobenes Feigenblatt verstehen. Nemo’s War funktioniert nur solo wirklich gut, dann aber ist es herausragend!

 

Wir hoffen ihr habt Spaß an den Empfehlungen, schreibt uns doch gerne auch eure Spiele, die gerade jetzt gut funktionieren oder euch beschäftigen.

Und ganz wichtig: #stayathome #flattenthecurve

Und für die unter euch, die nicht so für Spiele zu haben sind, morgen gibt es Frau Fussis Hausapotheke mit einer Leseempfehlung für euch!

 

(Bei den meisten Spielen sind die Links zu Amazon gesetzt und ich (jetztkochtsie) freue mich, wenn ihr diese nutzt, weil ich dann ein klein wenig am Erlös beteiligt werde. Natürlich könnt ihr die Spiele aber auch in eurem örtlichen Spielwarenladen und oft auch in eurer Buchhandlung bestellen. Fragt einach telefonisch nach, ob und wie das in der jetzigen Zeit machbar ist.)

 

Ah und bevor wir es vergessen: Bernd freut sich, wenn ihr seinen Instagram-Account besucht! Dort findet ihr noch mehr Spiele, Illustrationen, die Herren Ratz und Rübe (beste Kumpels von Frau Katze) und vieles mehr….

 

Ein Kommentar zu „Bernd spielt – Solo-Spieler-Special

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