Frau Fussi liest 06.03.2020

[Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Was das ist, habe ich hier erklärt. Klick!]

Frau Fussi ist gerade sehr traurig, weil die Buchmesse in Leipzig abgesagt wurde.

Wir nutzen die Chance allerdings und weisen auf die Aktion #bücherhamstern hin.

Alle Informationen dazu findet ihr hier: Klick!

Trotzdem stellt sie euch natürlich auch heute ihre Buchempfehlungen zur Verfügung.

Viel Spaß.

 

Der Schneesturm von Vladimir Sorokin*

Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3462044591

Übersetzer Andreas Tretner

Im Rahmen von mariaslesekreis auf Instagram haben wir dieses Buch gelesen.

Der Landarzt Garin muss dringend nach Dolgoje, um die Menschen dort zu impfen, die sich durch eine mysteriöse Krankheit in Zombies verwandeln. Seine Pferde sind erschöpft und der anhaltende Schneesturm tut sein Übriges.

Um weiter zu kommen fragt er den Brotkutscher Komma, genannt Krächz, ob er ihn trotz Schneesturm nach Dolgoje bringen kann. Dieser willigt ein, spannt seine winzigen Pferde vors Schneemobil und eine märchenhafte, skurrile Fahrt beginnt.

Am Anfang fühlt man sich ins 19. Jahrhundert versetzt, aber um so länger die Fahrt dauert, um so mehr befindet man sich in der Zukunft. Ich bin beim Lesen immer mehr in die Geschichte eingetaucht und habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.

Es ist sehr phantasievoll und witzig. Krächz ist mir ans Herz gewachsen.

Zum Ende wird es dann doch etwas konfus, was mich aber definitiv nicht gestört hat.

Ich kann es nur empfehlen.

 

Elly von Maike Wetzel*

Schöffling & Co. Verlag, ISBN 978-3895612862

Die elfjährige Elly fährt mit ihrem Fahrrad zum Judotraining und kommt dort nie an. Wie geht die Familie mit dem Verlust einer Tochter/Schwester um, was macht es mit den einzelnen Familienmitgliedern?

Die Geschichte startet etwas verworren, ohne erkennbaren Zusammenhang der Charaktere, aber mit der Zeit findet man sich zurecht und man kann nicht mehr aufhören zu lesen.

Elly zeigt die einzelnen Perspektiven der Familienmitglieder auf. Die Autorin zeichnet diese so genau, dass alles nachvollziehbar ist. Die Sprache ist teilweise abgehackt, was den Lesefluss aber überhaupt nicht stört.

Der Grundton ist, wie ich finde, verstörend und außergewöhnlich. Aber genau das ist es, was dieses Buch ausmacht.

Von mir eine klare Leseempfehlung.

 

Stummes Echo von Susan Hill*

Kampa Verlag, ISBN 978-3311210078

Übersetzerin Andrea Stumpf

Auf einem Hügel im Norden Englands steht ein Haus, in dem die Geschwister May, Frank, Colin und Berenice aufwachsen. May war immer die Klügste und ging zum Studium nach London, bricht es aber nach kurzer Zeit wieder ab und kümmert sich dann nur noch um die Eltern und den Hof. Frank macht Karriere als Journalist und gibt ein Buch heraus. In diesem Buch geht es um einen Jungen, der in seiner Kindheit Leid und Gewalt erfährt. War er dieser Junge?

Erinnerungen sind ja oft trügerisch. Die Geschwister von Frank können sich nicht daran erinnern, dass das, was Frank in diesem Buch schreibt, vorgefallen ist.  Hat er gelogen? Es wird hinterfragt und selbst Frank ist sich nicht unbedingt sicher. Was ihn aber nicht bremst.

In diesem Buch gib es keine einfache klare Wahrheit und Antworten. Gerade das ist es aber, was mich so fasziniert hat. Das Ende war für mich auch nicht unbedingt nachvollziehbar, hat aber das Leseerlebnis nicht becshädigt. Eine Novelle, ganz ruhig erzählt.

Ein gutes, wunderschön aufgemachtes Buch!

 

Das Eis-Schloss von Tarjei Vesaas*

Guggolz Verlag, ISBN 978-3945370216

Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel

In dieser Geschichte geht es um zwei elfjährige Mädchen, Siss und Unn.

Unn  kommt als Waise zu ihrer Tante in das Dorf, in dem Siss lebt. Diese möchte unbedingt mit Unn befreundet sein und die beiden verabreden sich bei Unn zu Hause. Im Laufe des nächsten Tages verschwindet Unn.

Das ganze Dorf sucht nach Unn, aber sie bleibt unauffindbar. Siss versucht mit der Trauer und dem Verlust klar zu kommen. Während des Lesens erlebt und spürt man die Kälte dieses Winters und dieser Landschaft, man wird tief in das Geschehen reingezogen. Der Wasserfall, der im Winter immer einfriert, trägt den Namen Eis-Schloss. Dieser spielt eine wichtige Rolle, die ich aber hier noch nicht verraten möchten. Es ist ein ruhiges, aber schmerzvolles Buch, dass ich nicht auf Seite legen konnte. Die Sätze sind kurz und knapp, was wunderbar zu dieser Geschichte passt.

Die Aufmachung ist absolut grandios und ich finde, man sollte diese Buch ganz klar in der kalten Jahreszeit lesen.

Unbedingte Leseempfehlung!

 

Lieblingsbuch

Eine kurze Geschichte vom Sterben von Linda Benedikt*

Arche Verlag, ISBN 978-3716027042

Dieses Buch ist ein sehr intensives Stück Literatur.

Eine Tochter begleitet ihre Mutter beim Sterben. Es bleibt ihnen eine Woche in einem Krankenhauszimmer. Schonungslos gegen sich selbst durchlebt sie Glück, Trauer, Verzweiflung und Wut. Sie versucht mit den Erinnerungen (das Verhältnis der beiden war nicht immer leicht) und mit dem frühen Sterben der Mutter fertigwerden.

In dieser kurzen Zeit passiert nicht viel, dennoch ist es sehr intensiv. Alles ändert sich.

Man setzt sich während des Lesens mit dem Sterben und dem Tod auseinander. Jeder natürlich auf seine Art und Weise. Dieses Thema interessiert mich ja schon immer sehr, im Moment aber noch mehr, da ich in diesem Jahr meine „Ausbildung“ zur Sterbebegleiterin mache.

Ein sehr sehr gutes Buch!

 

 

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