Japanische Handschuhe stricken von Bernd Kestler

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Bernd Kestler hatten wir letztes Jahr im Frickelcast im Interview. Das könnt ihr euch hier noch einmal anhören: Klick!

Damals haben wir alle gemeinsam seine Spiralsocken im SpiralsockenKAL gestrickt und tierisch Spaß gehabt.

Nun wurde sein neues Buch mit dem Thema Handschuhe* übersetzt und Bernd zeigt seine ganz eigene und besondere Herangehensweise an Handschuhe. Dabei sollte man wissen, dass Bernd Kestler ein in Japan lebender Deutscher ist, dessen Bücher tatsächlich zunächst auf Japanisch erschienen sind und für den deutschen Markt im Stiebner Verlag übersetzt wurden.

Der Aufbau der Strickmuster in „Japanische Handschuhe stricken“ ist daher an der japanischen Art Strickmuster zu lesen und zu schreiben ausgerichtet. Das bedeutet eine leichte Umstellung, an die man sich aber rasch gewöhnt hat.

Die Besonderheit bei Bernds Handschuhen ist die, dass er den Handschuh vom Daumen aus strickt. Er beginnt also mit einem kleinen Schnorchel, der später dann den Daumen umhüllt und strickt dann ein kleines Zelt, aus dem der Rest des Handschuhs entsteht. Dabei gibt es verschiedenste Varianten, Fingerlos, Fäustling, mit Fingerkappe oder auch mit Smartphonetouchfingerloch.

Dabei erklärt er in „Japanische Handschuhe stricken“ zunächst das Grundprinzip dieser Art des Handschuhstrickens mit klaren und gut verständlichen Worten und einer guten Skizze, auf der man genau erkennt, wie zu stricken ist. Auch das Foto des Anstricksels macht sehr deutlich, wie das funktioniert.

Im nächsten Teil des Buches gibt es Hinweise dazu, wie man hier die Größe für Kinder oder Erwachsene an die Größe der Hand anpaßt. Auch das ist gut verständlich und leicht nachvollziehbar dargestellt.

Dann folgen verschiedene Muster, zum Beispiel eines meiner Lieblinge Daruma-Tengu, ein zweifarbiges Strukturmuster, das mir sehr gut gefällt und bei dem die Handschuhe gegengleich gearbeitet werden. Oder die Fäustlinge mit Noppenmuster oder auch Fäustlinge mit einem Sand Stitch Muster, das sehr edel wirkt.

Toll fand ich auch die Stachelfäustlinge, die ein wirklich tolles Stachelmuster haben und zu denen es auch noch den passenden Cowl gibt.

Großen Eindruck haben auch die Handpuppen in Tierform bei mir gemacht. Fische, Löwe, Schweinchen und Elefand sehen einfach zu niedlich aus und sind rasch nachgestrickt.

Ganz besonders gut gefallen haben mir die Fäustlinge mit Zopfmuster, die ich auf jeden Fall nachstricken werde. Das Garn dazu liegt schon bereit.

Etwas überrascht hat mich das Muster Sheep, welches mich doch sehr stark an den Blaa-Blee Hat erinnert und ja klar, können zwei Leute die fast gleiche Idee haben, aber den Blaa-Blee Hat kennt eigentlich fast jeder, ein so ähnliches Muster dann zu veröffentlichen, das hat mich ein wenig gestört.

Ebenfalls schmälert meine Begeisterung etwas, dass viele der Handschuhe einfach nur im  Bild liegen und es keine Tragefotos gibt. Vorallem bei den Lacemuster läßt sich so nur erahnen, wie das Muster nachher aussehen wird und es wird nicht so hübsch präsentiert. Das finde ich etwas schade.

Neben den Handschuhen finden sich im Buch auch einige Mützen, die in ähnlicher Technik gestrickt werden.

Nach der Vorstellung der Muster folgt der Technikteil. Mit vielen Bildern und Erläuterungen und der typischen japanischen Strickschrift. Die Anleitungen kommen fast ohne Text aus und man versteht sie trotzdem sehr gut. Hier hat mich etwas gestört, dass die Bilder und Anleitungen nicht zusammen im Buch sind, sondern dass man immer hin und her blättern mußte. Das hätte ich lieber zusammen an einem Ort gehabt, denn blättern beim Stricken ist immer doof.

Hier fand ich dann auch die ein oder andere Zeichnung eher verwirrend, als erhellend, weil sie sehr klein und mit vielen Pfeilen versehen waren.

Das ist aber Nörgeln auf sehr hohem Niveau. Grundsätzlich hat mir das Buch viel Freude gemacht und tolle Ideen und Anregungen gegeben.

Die Verwendeten Garne sind leider nicht alle hier in Europa auch verfügbar, aber Dank guter Angaben, werden sich hier Alternativen finden lassen.

Ich finde das Buch, wie auch schon die Spiralsocken sehr innovativ und tatsächlich mel etwas mir noch Unbekanntes und Spannendes.

Von mir also eine Empfehlung für alle die beim Stricken experimentierfreudig sind und sich auch mal etwas ausgefallenere und neue Techniken wagen.

 

Ein Kommentar zu „Japanische Handschuhe stricken von Bernd Kestler

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