Frau Fussi liest 01.11.2019

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Es ist wieder soweit.

Frau Fussi übernimmt das Ruder hier im Blog und erzählt von ihren Büchern.

Sie war übrigens auf der Frankfurter Buchmesse, habt ihr sie da gesehen? Wart ihr auch da?

Erzählt doch mal. Frau Fussi freut sich auch, wenn ihr ihre Empfehlungen befolgt und davon berichtet, wie das Leseerlebnis war.

 

Der Sprung von Simone Lappert

Diogenes Verlag, ISBN 978-3257070743

An einem Morgen im Sommer steht die junge Gärtnerin Manu am Rande eines Daches zum Sprung bereit. Auf dem Platz davor sammeln sich Schaulustige und „warten“ darauf, dass sie springt.

Man erfährt erst viel später, warum sie dort steht. Aber nicht nur ihre Perspektive, sondern auch noch die von einigen anderen Personen, die auf irgendeine Art und Weise mit ihr in Verbindung stehen, wird aufgezeigt.

Die Autorin erzählt in einem eher nüchternen Stil diese Geschichte, aber mit ganz viel Empathie und Tiefe.  Dieses Buch hat mich sehr berührt und ich freue mich schon auf weitere Romane dieser Autorin. Sollte Simone Tappert in Eurer Nähe lesen, geht hin, es lohnt sich.

Eine ganz große Lese- und Lesungsempfehlung.

 

 

Sunwise Turn – Zwei Buchhändlerinnen in New York von Madge Jenison

Ebersbach & Simon Verlag, ISBN 978-3869151861

Übersetzerin Ariane Böckler

Mitten in den Umwälzungen des Ersten Weltkriegs und trotz schlechter wirtschaftlicher Lage erfüllen sich Madge Jenison und Mary Mowbray-Clarke einen Traum und eröffnen 1916 in Manhattan  eine Buchhandlung, und zwar „The Sunwise Turn“ (Mit dem Lauf der Sonne). Diese Buchhandlung wird ein Zentrum für Buch- und Kulturliebhaber.

Es ist mir immer wieder eine Freude, Bücher über Bücher oder/und Buchhandlungen zu lesen.

Diese Energie, die Madge Jenison an den Tag legt, ist bewundernswert.  Die Arbeit, die dahinter steckt, einen Buchladen zu eröffnen und am Leben zu erhalten, ist nicht zu unterschätzen. Die Ideen, z.B. die Wände orange zu streichen, damit es heller und freundlicher erscheint und noch vieles mehr, sind auch in der heutigen Zeit anwendbar. Auch kleine Anekdoten, dass die berühmte Peggy Guggenheim, natürlich im Pelzmantel, Laufmädchen für die Buchhandlung war, sind einfach köstlich.

Ich mag ihren Schreibstil und habe mich wunderbar unterhalten lassen. Für Buchliebhaber ein absolutes Muss.

 

 

Klopf an dein Herz von Amélie Nothomb

Diogenes Verlag, ISBN 978- 3257070866,

Übersetzerin Brigitte Große

Amélie Nothomb erzählt in diesem nur 160 Seiten starken Buch  die Geschichte von Diane. Diane wird von ihrer Mutter seit der Geburt abgelehnt. Der nach ihr geborene Bruder bekommt schon mehr Aufmerksamkeit und die jüngste Schwester wird von der Mutter abgöttisch geliebt und erdrückt von dieser Liebe. Den Großteil ihrer Kindheit lebt Diane bei ihren Großeltern und von ihnen wird Diane geliebt.

Sie wird später Kardiologin, um sich um kranke Herzen zu kümmern. In der Universität lernt sie die Dozentin Olivia kennen. Die beiden verstehen sich sehr gut und Diane bewundert Olivia für ihre Intelligenz und Erfolg. Doch mit der Zeit merkt sie, dass diese Frau nicht das ist, was sie von ihr gehalten hat.

Wow! Das war mein erstes Buch von dieser Autorin und sie hat mich mit Haut und Haaren gekriegt. Sie schreibt so großartig, böse und doch emphatisch. Auf so wenigen Seiten zeichnet sie ein Bild menschlicher Untiefen. Einfach grandios. Ich freue mich schon darauf, die nächsten Bücher von ihr zu lesen (gut, dass sie schon so viel geschrieben hat).

Unbedingt lesen.

 

 

Und andere Formen menschlichen Versagens von Lennardt Loß

Weissbooks Verlag, ISBN 978-3863371753

Dieses Buch habe ich auf der Frankfurter Buchmesse am Stand des Weissbooks Verlag als Rezensionsexemplar bekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe, da dieses Buch schon länger auf meiner Wunschliste stand.

Es beginnt mit einem Flugzeugabsturz und in sieben kurzen Geschichten, die miteinander verbunden sind, erfahren wir, welche Bedeutung dieser Absturz für einige Menschen hat.

Ich mag die Sprache dieses jungen Autors, die skurrilen Charaktere des Romans.

Mehr möchte ich gar nicht mehr dazu schreiben, sondern einfach sagen, lest es!

 

 

Kein Teil der Welt von Stefanie de Velasco

Kiepenheuer & Witsch Verlag, ISBN 978-3462050431

Esther, ca. 15 Jahre, lebt mir ihrer besten Freundin Sulamith im Rheinland. Sie gehören zu den Zeugen Jehova. Kurz nach der Wende und nach Sulamiths Verschwinden (sie ist „abtrünnig“ geworden), zieht sie mit ihrer Familie in ein ostdeutsches Dorf, um dort einen neuen Königreichssaal zu bauen und die Menschen dort zu missionieren.

In Rückblenden erfahren wir mehr vom Leben der beiden Mädchen. In einem nüchternen, aber soghaften Ton wird über Esthers Leben in dieser Sekte berichtet, über ihr Aufbäumen und Emanzipation.

Diese Geschichte hat mich so traurig und wütend gemacht. Diese Sekte, vielmehr ihre Mitglieder, leben wirklich nicht in dieser Welt. Diese Gehirnwäsche, dieses ständige Sehen der Apokalypse. Worte wie Der Wachtturm oder Blutpass stossen mir so auf.

Vor kurzem standen wieder zwei Herren dieser Sekte vor meiner Tür, klingelten und kamen beim Aufmachen direkt in unser Treppenhaus und begannen mit ihrer Leier und in unserer Nähe gibt es einen Königreichssaal.

Ich finde dieses Buch nicht nur sehr interessant und aufschlussreich, sondern auch wichtig. Die Autorin selbst war bis zum 15. Lebensjahr Mitglieder der Zeugen Jehova.

Ganz klare Leseempfehlung!

 

Lieblingsbuch

 

Der Garten über dem Meer von Merce Rodoreda

Berlin-Verlag, ISBN 978-3833310548,

Übersetzerin Kerstin Brandt

Erzählt wird über das Leben,  vielmehr  sechs Sommer, von Rosemaria und ihrem Ehemann Francesco, die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts leben. Sie fahren jedes Jahr im Sommer zu ihrer Villa am Meer in der Nähe von Barcelona und verbringen die Monate mit ihren Freunden dort. Erzählt wird ihre Geschichte aus der Sicht des Gärtners, der in einem kleinen Haus auf dem Grundstück lebt. Durch die  neuen Nachbarn, Eugeni ist die Jugendliebe von  Rosemaria, ergeben sich einige Konflikte.

Ich mag die Stimme des Gärtners, seine Beobachtungen der Menschen und des Gartens. Diese leise und melancholische Stimmung habe ich so geliebt. Durch seine Sicht betrachtet man die Geschehnisse von außen und kommt den Personen nie ganz so nah und genau diese Perspektive mocht ich sehr.

Ohne den Lesekreis bei Instagram wäre dieses Buch nie in meinen Besitz gekommen und mir wäre so viel entgangen. Ein sehr leises Buch, aber so großartig. Eine ganz große Leseempfehlung!

 

(Anmerkung von Jetztkochtsie: Den Lesekreis findet ihr auf Instagram. Hier ist der Link: Klick! und die Website der Gründerin Maria Christina Piwowarski findet ihr hier: Klick!  Und zur Buchhandlung Ocelot in Berlin geht es hier entlang: Klick! )

5 Kommentare zu „Frau Fussi liest 01.11.2019

Gib deinen ab

  1. Deine Bücherauswahl passt genau zu meiner. Der Sprung, habe ich auch gelesen und fand das Buch unglaublich. Ebenso Kein Teil der Welt. Erst gestern habe ich meine Rezension dazu geschrieben.
    Liebe Grüße
    Andrea

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