Bernd spielt 19.04.2019

Bernd übernimmt heute vorerst leider zum letzten Mal den Blog und stellt euch seine Spiele vor. Ich bedanke mich für etwas mehr als ein Jahr wunderbarer Spielewelten und guter Zusammenarbeit. Vielleicht möchtet ihr ihm ein paar Worte da lassen, mich würde das sehr freuen!

Der Frühling ist da und damit weht auch ein frischer Wind durchs Spieleregal, auch wenn das mit einem Museumsbesuch auf den ersten Blick gar nicht so aussehen mag. Eine frische Brise weht uns, zumindest digital, auch auf den Weltmeeren durchs Haar. Im Basar dürfen wir uns am Geruch von Gewürzen und Kamelen erfreuen oder als Krankenhausdirektor an Desinfektionsmitteln schnuppern. Im April ist also für jede Menge Abwechslung gesorgt. Auf geht’s, immer der Nase nach!

Analoges

Museum

Museum habe ich vor über einem Jahr per Kickstarter mit finanziert, aber die lange Wartezeit hat sich gelohnt, so viel sei vorab verraten. Anfang des 20. Jahrhunderts war es eine goldene Zeit für Museen, in der jeder Spieler eines dieser Häuser leitet und versucht möglichst prestigeträchtige Sammlungen in seine Ausstellungen zu holen. In jeder Runde werden aus vier Regionen (Asien, Europa, mittlerer Osten & Afrika, Amerika & Pazifik) Kunstschätze und Artefakte angeboten, die, nach Zivilisation und Wissensgebiet unterteilt, unterschiedlich wertvoll für die eigene Sammlung sein können. Zusätzlich darf man noch Experten anheuern, die diverse Boni im Spiel oder bei der Endwertung geben. Über Schlagzeilen der Weltpresse schreitet die Historie voran, so dass z. B. Konflikte bestimmte Regionen für eine Runde sperren oder Entdeckungen einen Malus oder Bonus bedeuten. Ebenso spielt die öffentliche Meinung eine Rolle, denn Archäologen war zu jener Zeit nicht umunstritten und Grabräuberei schnell verpönt. Am Ende gewinnt der Museumsdirektor, dem es gelingt nicht nur die wertvollsten Stücke zu präsentieren, sondern auch die Wünsche seines Mäzens möglichst umfänglich zu erfüllen.

Museum ist eine Augenweide. Die Illustrationen sind herausragend und fangen das Flair des Themas und auch das Zeitalter mehr als gelungen ein. Alle Spielmaterialien sind von sehr guter Qualität. Als Vollunterstützer der Kickstarter-Kampagne kam ich in den Genuß einiger Kickstarter-only Goodies, die in der Standardversion des Handels nicht dabei sein werden, u. a. sind das sechs 3D-Spielerfiguren in Form von Artefakten und eines Startspielersteins in Form einer großen Büste und einiger kleinerer Spielerweiterungen, die es nur für Unterstützer gab. Das tut dem Spiel aber keinen Abbruch, das auch in der normalen Version jede Menge Inhalt hat und der ohne diese Zusätze spielerisch auch nichts fehlt.

Es gibt noch fünf für jeden erhältliche Erweiterungen (Weltausstellung, Archäologen, Schwarzmarkt, Cthulhu-Relikte, fünfter Spieler Erweiterung), die ich zwar auch alle schon hier habe, aber noch nicht ausgepackt, da das Grundspiel bereits enorm viele Möglichkeiten bietet verschiedene Herangehensweisen auszuprobieren und mehr als genug Spielspaß bietet. Museum ist in der Grundversion für maximal vier Spieler ausgelegt und in einer komplett deutschen, französischen oder englischen Variante erhältlich. Da die Karten sehr viele Erklärungstexte zu den Kunstschätzen enthalten und auch die Schlagzeilen textlastig sind, sollte man bei einem Kauf unbedingt auf die passende Sprachversion achten. Das Spiel dürfte derzeit aber noch sehr schwer zu bekommen sein, da gerade erst die Kickstarter-Unterstützer beliefert wurden. In ein paar Wochen dürfte sich das aber entspannt haben. Die Regeln sind kurz, schnell erklärt und sehr einprägsam. Eine Partie dürfte, wenn man sich mal eingespielt hat, zwischen 60 und 90 Minuten dauern. Museum ist familientauglich, das Thema dürfte aber für Kinder unter 12 eher zu trocken sein. Für Leute, die grundsätzlich mit dem Thema etwas anfangen können, ist das Spiel sowieso ein Muss und auch Brettspielfreunde werden ihre helle Freude daran haben. Sehr empfehlenswert!

Jaipur (Amazon Affiliate Link)

In Jaipur gilt es als Händler so erfolgreich zu sein, dass man Hoflieferant des Maharadschas wird. Jaipur (Amazon Affiliate Link) ist ein Kartenspiel für ausschließlich zwei Spieler, bei dem es darum geht möglichst geschickt Kartensets verschiedener Kategorien (Gewürze, Tuch, Leder, Gold, Silber, Edelsteine) zu sammeln und auszuspielen. Für jedes abgelegte Set gibt es Belohnungschips, die je nach Anzahl der abgelegten Karten unterschiedlich wertig sind. Allerdings kann man auch punkten, in dem man die größte Karawanserei in Form von Kamelen vor sich ausgelegt hat.

Jaipur (Amazon Affiliate Link) spielt sich sehr flott, eine Partie (man hat gewonnen, wenn man drei Mal die Gunst des Maharadschas errungen hat) dauert nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Die Illustrationen sind ansprechend und haben einen cartoonigen, bunten Touch, die das Thema gut transportieren. Die Qualität der Karten und der Spielchips aus Karton ist gut und zweckmäßig. Die Regeln sind in der mehrsprachig beiliegenden Anleitung leicht verständlich erklärt. Absolut familientauglich und auch mit kleineren Kindern gut spielbar. Auffallend ist das ungewöhnliche Format der kompakten Spieleschachtel, die so gar nicht zu anderen Schachteln ins Regal passen will. Aber mir gefällt das. Sehr schönes, schnelles, empfehlenswertes Kartenspiel für 2.

Digitales

Two Point Hospital (Amazon Affiliate Link)

Ein Management-Spiel mit hohem Wuselfaktor. Als Krankenhausdirektor baut man nach und nach ein Krankenhaus auf und muss dafür Sorge tragen, dass die eintreffenden Patienten die richtige Behandlung erhalten. Denn nur zufriedene und vor allem geheilte Patienten spülen Geld in die klamme Kasse, das dringend benötigt wird, um Personal einzustellen, neue Behandlungsmethoden zu erforschen und das Krankenhaus mit allerlei Krimskrams attraktiv zu gestalten.

Two Point Hospital (Amazon Affiliate Link) nimmt sich dabei nicht all zu ernst. Alle Krankheiten im Spiel sind erdacht und haben sehr hübsch und witzig anzusehende Auswirkungen auf die Patienten. Da gibt es z. B. die Rock-a-billy-Störung, die Patienten glauben lässt, sie wären ein Rockstar. Die laufen dann im Freddie Mercury Outfit durch die Gänge und machen typische Posen des verstorbenen Queen-Leadsängers nach. Da hilft nur der Bau einer Psychatrie und das Einstellen (oder die Weiterbildung) eines Facharztes, der dafür die notwendigen Kenntnisse hat. Das Spiel verlangt viel Mikromanagement, überfordert den Spieler aber nicht, so dass stets genug Zeit bleibt die vielen putzigen Animationen und Gerätschaften in seinem Gebäude zu bestaunen.

Nach und nach schaltet man durch Erfolge in der Forschung und Ausbildung von Fachkräften immer weitere Behandlungsmethoden oder Krankenhauseinrichtungen frei, so dass man immer etwas zu tun hat und auch schnell den Ehrgeiz entwickelt ein gut funktionierendes System auf- und auszubauen. Wer mit Die Sims etwas anfangen konnte, wird auch hier im Krankenhaus recht glücklich werden. Sehr spaßig mit hohem Suchtfaktor.

Two Point Hospital (Amazon Affiliate Link) gibt es auf Steam für Windows PC. Inzwischen sind auch schon zwei Erweiterungen erschienen. 

Trans Ocean (Amazon Affiliate Link)

Wir bleiben im Thema und tauschen den Arztkittel mit einem Matrosenanzug. In TransOcean (Amazon Affiliate Link) gilt es seine eigene, kleine marode Reederei zu einem Schifffahrtsimperium aufzubauen. Dazu nimmt man Transportaufträge an und versucht in der dafür vorgegebenen Zeit von Hafen zu Hafen zu schippern und Routen so zu planen, dass möglichst keine kostspieligen Leerfahrten entstehen. Nach und nach kann man in bessere Schiffe investieren und so sein Unternehmen wachsen lassen. Stürme, Piraten, die Konkurrenz und eine dubiose Mitinhaberin machen einem aber das Leben auf hoher See nicht all zu leicht. Und wenn man sich keine Lotsen leisten kann (oder will), muss man auch noch selbst seinen Kahn zu den Entladeplätzen in den Hafenanlagen steuern, was je nach Layout des Hafens sehr herausfordern sein kann.

Die Alten unter uns werden sich da sofort an „Ports of Call“ (Amazon Affiliate Link) erinnert fühlen, das hier ganz eindeutig Pate gestanden hat. Wer also lange auf eine modernisierte Variante von PoC gewartet hat, darf hier ohne zu zögern zuschlagen. Das Thema ist klasse umgesetzt, als Wirtschaftssim light funktioniert TransOcean ordentlich und nach und nach seine Flotte wachsen zu sehen und das Herummanövrieren in Hafenanlagen ist einfach immer wieder enorm unterhaltsam.

Inzwischen gibt es auch TransOcean 2 (Amazon Affiliate Link), das jedoch sehr unterirdische Userwertungen auf Steam bekommen hat. Ich beziehe mich hier nur auf den ersten Teil, den ich uneingeschränkt empfehlen kann, wenn man mit diesem Genre grundsätzlich etwas anfangen kann.


 

 

 

 

 

3 Kommentare zu „Bernd spielt 19.04.2019

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  1. Museum und Jaipur hören sich sehr interessant an. Two Point Hospital wäre etwas für mich. Geht das auch auf Apple?
    Lieber Bernd, auch wenn ich es nicht jedes Mal kommentiert habe, haben wir Deine Beiträge so gut gefallen. Ich spiele ja sehr gerne, habe hier aber nur Spielmuffel rumhängen.
    Ich hoffe jetzt einfach mal, dass Du nur eine Pause machst und irgendwann wieder dabei bist!
    Dankeschön!

    1. Vielen Dank! Ja, es wird vorerst mal eine Pause auf unbestimmte Zeit.
      Meines Wissens gibt es TPH bislang nur für Windows PC per Steam.

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