Frau Fussi liest 01.03.2019

Frau Fussi rockt immer mal wieder am ersten Freitag des Monats hier den Blog.

Sie entscheidet selbst, was sie liest und kauft alle ihre Bücher selbst. So und dann trete ich mal zur Seite und lasse Platz für Frau Fussi!

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Junger Mann von Wolf Haas

Hoffmann & Campe Verlag, ISBN 978-3455003888

Der junge Mann ist 13 Jahre, übergewichtig und verliebt sich in Elsa, die Frau von Tscho, als er sie bei seinem Ferienjob an der Tankstelle das erste Mal sieht.  Das bewirkt, dass er eine Abmagerungskur beginnt. Tscho ist Lastwagenfahrer und viel unterwegs. Eines Tages macht Tscho ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann.

Eine wunderbare Coming of Age Geschichte, die leise erzählt wird, mit ganz viel Liebe für die einzelnen Personen. Die Sprache gefiel mir sehr gut und vor allem hat man den jungen Mann ins Herz geschlossen. Ein kleiner Hauch von Kitsch, den man aber gerne verzeiht. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Das Verschwinden des Josef Mengele von Olivier Guez

Aufbau Verlag, ISBN 978-3351037284

Übersetzerin Nicola Denis

1949 flüchtete der grausame Lagerarzt  von Auschwitz, Josef Mengele, nach Argentinien.

Er wird vom Mossad, von Simon Wiesenthal und Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gesucht. Erst 30 Jahre später, 1979, findet man seine Leiche am Strand in Brasilien.

Dies ist ein Tatsachenroman und er ist grandios geschrieben. Wie viele Menschen dieser Bestie geholfen haben, die nie Reue gezeigt hat. Ich war und bin immer noch total erschüttert, Wie kann man so jemanden schützen und nicht nur ihn, sondern so viele Nazis haben in Südamerika in Saus und Braus gelebt und weiterhin an ihren Einstellungen festgehalten. Auch seine Familie, die früher ein großes Unternehmen, also nach der Nazizeit geführt haben, steckten mit ihm unter einer Decke und fast niemand wurde zur Rechenschaft gezogen!  #niemehr #gegendasvergessen

Ein Satz, den ich mir aus diesem Buch rausgeschrieben haben lautet:

„Immer nach zwei oder drei Generationen, wenn das Gedächtnis verkümmert und die letzten Zeugen der vorherigen Massaker sterben, erlöscht die Vernunft, und Menschen säen wieder das Böse.“

Unbedingte Leseempfehlung!

Königskinder von Alex Capus

Hanser Verlag, ISBN 978-3446260092

Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren, erzählt Max die Geschichte von Jakob, einen Knecht und Marie, der Tochter eines reichen Bauern, die genau in dieser Gegend zur Zeit Ludwigs XVI. gelebt haben.

Hier werden zwei Geschichten erzählt. Die von Marie und Jakob, aber auch die von Tina und Max. Wunderbar leicht geschrieben, aber überhaupt nicht kitschig.

Sehr zu empfehlen.

Die Hochhausspringerin von Julia von Lucadou

Hanser Verlag, ISBN 978-3446260399

Riva ist Hochhausspringerin, ein perfekt funktionierender Menschen mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren und zu springen. In dieser Welt sind Kameras allgegenwärtig und sie wird die ganze Zeit von Hitomi, überwacht, die sie wieder dazu bringen soll, ihr altes Leben aufzunehmen. Wenn ihr dies nicht gelingt, muss sie in die Peripherien, in denen die Menschen in Schmutz leben und nicht in diese perfekte Welt passen.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich Dystopien  sehr mag.

In dieser Welt ist alles perfekt und die, die es nicht sind oder dem System nicht widerstandslos dienen, werden ausrangiert. Es ist eine Welt, in dem es Punktesysteme gibt sowie die totale Überwachung. Es findet fast alles nur noch über Computer statt. Also gar nicht soweit von unserem heutigen Leben entfernt. Anhand zweier sehr unterschiedlicher Protagonistinnen entwirft die Autorin das Bild einer Welt, in der nur das Perfekte das Recht hat, ein schönes Leben zu führen.

Nacht ist der Tag von Peter Stamm

Fischer Taschenbuch, ISBN 978-3596189908

Gilian ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin, sie ist sehr gutaussehend, verheiratet mit Matthias, alles läuft nach Plan. Nach einer Party fahren die beiden nach Hause, sie streiten sich und ein Reh läuft ins Auto. Matthias stirbt, sie überlebt mit einem zerstörten Gesicht.

Ein unaufgeregtes Buch, dass aufzeigt, wie schnell ein Leben zerbrechen kann, aber auch, wie man Schritt für Schritt ein neues Leben beginnt.

Sehr guter Sprachstil, kein bisschen kitschig.

Ich werde auf jedem Fall noch mehr Bücher dieses Autoren lesen.

 

Dieses Mal gibt es kein Lieblingsbuch.

Das Verschwinden des Josef Mengele war zwar mein absolutes Highlight, aber allein durch die Thematik, kann ich es nicht als Lieblingsbuch deklarieren.

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Frau Fussi liest 01.03.2019

  1. Was für tolle Empfehlungen. Am liebsten würde ich jetzt losgehen und gleich alle Bücher kaufen. Nächste Woche habe ich ja auch Urlaub… Vielleicht mache ich das einfach! Danke!

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