Frau Fussi liest 04.01.2019

Auch Frau Fussi heißt euch im neuen Jahr willkommen und rockt das Blog mit Buchempfehlungen.

(Alle Links in diesem Beitrag sind Amazon Affiliate Links. Frau Fussi kauft ihre Bücher aber selbst und spricht nicht von Rezensionsexemplaren. Ihre Empfehlungen sind gänzlich unbeeinflußt von mir oder den Verlagen, mit denen ich sonst zusammen arbeite.)

Bitte sehr!

Kanada von Juan Gómez Bárcena,

Sezession Verlag, ISBN 978-3906910345,

Übersetzer Stephen Uhly

Der Protagonist kommt nach dem Krieg vollkommen traumarisiert zurück nach Hause. Sein Haus und alles ist ihm fremd. Er zieht sich in sein ehemaliges Büro zurück und verlässt dieses nicht mehr.Sein Nachbar und dessen Frau kümmern sich um ihn.

Ich möchte nicht zu viel verraten, denn dieses Buch hat nur knapp 200 Seiten, die aber haben es in sich. Mit der Zeit versteht man, seine Geschichte, dass er in Auschwitz war und dort in der Abteilung Kanada. Es ist ein Buch, das ich immer wieder zur Seite legen musste, weil es weh tut. Bis zum Schluss beschreibt der Autor das Grauen des Zweiten Weltkriegs auf ganz und gar einzigartige Weise.

Ich zitiere einen Satz, von vielen, die ich nicht vergessen werde.

„Es ist leichter, sich an die Mörder zu erinnern als an ihre Opfer.“

Ein sehr sehr gutes Buch.

 

Kukolka von Lana Lux,

Aufbau Verlag, ISBN 978-3351036935

Samira wächst in den 90er Jahren in der Ukraine auf der Straße auf. Dort entdeckt sie Rocky und er nimmt sie mit in sein Haus, in dem noch andere Kinder leben. Rocky nennt sie Kukolka (Püppchen) und sie lernt von den anderen Kindern, wie man bettelt, denn das ist ihr bzw. Rockys Lebensunterhalt. Sie hat aber einen Traum, sie möchte nach Deutschland. Dann lernt sie ihre „große“ Liebe kennen und doch wird es nicht besser, sondern noch schlimmer. Trotz des vielen Leids ist Samira eine Kämpferin, die mich noch Wochen nach der Lektüre dieses Buches begleitet.

Wunderbar geschrieben!

 

Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement,

Suhrkamp Verlag, ISBN 978-3518466407

Übersetzer Nicolai von Schweden-Schreiner

Mitten in Mexiko verstecken Mütter ihre Töchter, machen sie hässlich, damit die Drogen- und Menschenhänder sie nicht finden. Die junge Ladydi wächst dort auf, ohne Vater. Männer gibt es dort keine mehr und auch Hoffnung findet man dort nicht. Irgendwann bekommt auch Ladydi Arbeit und findet ihre große Liebe, dies ist aber leider nicht von Dauer. Aber sie kämpft!

Auch wenn sich der letzte Satz anhört, als wäre es eine Liebesgeschichte, ist es alles, nur nicht das. Es ist brutal, verstörend, hoffnungslos. Doch in all der Trostlosigkeit finden sich dann doch Solidarität und ein winziger Funken Hoffnung.

Die Sprache der Autorin gefiel mir gut. Gelesen habe ich dieses Buch in einer kleinen Leserunde. Ein gutes Buch, allerdings blieben die Charaktere zum Teil doch fremd. Woran das lag, kann ich nicht genau sagen.

 

 

180° Meer von Sarah Kuttner

Fischer Taschenbuch, ISBN 978-3596035762

Der Vater von Jule und ihrem Bruder hat die Familie vor langer Zeit verlassen und sie wachsen bei ihrer depressiven, selbstmordgefährdeten Mutter auf. Jule ist nun erwachsen und erträgt ihren Alltag gerade so. Als ihre Beziehung im Begriff ist, sich aufzulösen, flieht sie zu ihrem Bruder nach London. Dort trifft sie nach einer Zeit auf ihren Vater, der im Sterben liegt und versucht sich ihm zu nähern.

Ich gebe zu, dass ich am Anfang etwas Schwierigkeiten  hatte, in die Geschichte reinzukommen. Was mich ärgerte, da ich Frau Kuttner einfach genial finde. Nach einer gewissen Anlauzeit war ich dann doch drin und mochte den Text wirklich sehr. Die schnoddrige Kuttner-Art erkennt man sofort wieder.

Eine berührende und dennoch stellenweise witzige Geschichte.

(Jane hat dieses Buch hier besprochen: Klick!)

 

Lieblingsbuch

Das Leben und ich – Eine Geschichte über den Tod von Elisabeth Helland-Larsen und Marine Schneider,

Verlag Kleine Gestalten, ISBN 978-3899557701

Dieses Buch ist ein Bilderbuch für Kinder zum Thema Sterben und Tod. Die Autorin und auch die Illustratorin finden den richtigen Weg, dieses Thema in allen seinen Facetten kindgerecht rüber zu bringen. Doch auch Erwachsene können hier gut mitlesen und sich einem sehr schweren Thema so einfühlsam und vorsichtig nähern.

Wunderschöne Texte und Bilder, die einen berühren, traurig machen, aber auch stärken!

 

4 Gedanken zu „Frau Fussi liest 04.01.2019

  1. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 06.01.2019 | jetztkochtsieauchnoch

  2. Pingback: An jedem verdammtem Sonntag 20.01.2019 | jetztkochtsieauchnoch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.