Duell – Joost Zwagermann

Duell“ (Amazon Affiliate Link), erschienen im Weidle Verlag und geschrieben vom verstorbenen Joost Zwagerman ist eines meiner Erwerbungen zum diesjährigen Indie Bookday und wurde mir von meiner Lieblingsbuchhändlerin aus der Parkbuchhandlung wärmstens ans Herz gelegt.

Ich gestehe, ich kannte  vorher Joost Zwagerman nicht und auch der Kunstbetrieb ist mir eher fern. Ja, ich liebe Museen, aber mir fehlt es an Verständnis für teure Kunst, für Installationen und einfache Pinselstriche für viel Geld. Das brachte ich vor, als meine Buchhändlerin mir vom Buch erzählt und sie kicherte und sagte, dann ist das genau das Richtige.

Ich vertraute ihr und hab das mit 17 Euro für ein so schmales Taschenbuch recht teure Werk nach Hause getragen. Da lag es erstmal und wurde von rechts nach links geschoben, wie Recht die Buchhändlerin mit ihrer Einschätzung haben sollte, merkte ich dann erst beim Lesen.

Dieser relativ kurze aber sehr intensive Text wirft einen neuen Blick auf die Kunst, auf die Werke, die für Millionen gehandelt werden, und unseren Umgang damit.

Eigentlich kann man bei einer Rezension hier nur zu viel verraten, da es bereits auf den ersten Seiten Enthüllungen und spannende Wendungen gibt, die man so nicht erwartet hätte.

Ich versuche trotzdem kurz zusammen zu fassen, was den Leser erwartet, der sich auf dieses kleine Lesexperiment einläßt. Auf weniger als 150 Seiten baut Zwagermann ein Meisterwerk auf, fälscht es, schickt es auf Reisen, zerstört es und belebt es wieder. Zentrale Figur ist dabei in dieser durchaus rasanten Geschichte der Museumsdirektor, der mal die Fäden in der Hand hält und mal einfach zum Spielball des Schicksals wird. Eine tragische, aber liebenswerte Gestalt, der man gerne durch die Seiten folgt.

Ich fand es fantastisch, mit ihm durch die leeren Sääle seines Museums zu schlendern, mit ihm Intrigen zu spinnen und einem Traum nachzujagen. Ich weiß, dass das immer noch nebulös ist, aber mehr sollte man wirklich nicht wissen, sonst macht der Text keinen Spaß und den sollte er machen, natürlich ist er auch eine Kritik an uns und unseren Umgang mit Kunst, vorallem ist er aber, trotz aller Intellektualität sehr unterhaltend und durchaus auch witzig, wenn auch am Ende eher tragisch.

Danke für dieses unererwartet gute Leseerlebnis.

 

2 Kommentare zu „Duell – Joost Zwagermann

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