Bernd spielt 21.12.2018

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Während ich einkaufen gehe und mich auf den Besuch von The Knitting Me freue, übernimmt Bernd mal wieder den Blog und zeigt euch diesmal die Weihnachtsedition seines Spieltests und ihr lernt auf einem der Fotos (ENDLICH!!) einen der beiden Herren Katze kennen, die bei Bernd wohnen  . Ich hoffe ihr habt Spaß und wir wünschen euch schöne und besinnliche Feiertage mit viel Zeit für Spiele, Bücher und Strickerei.

 

Über die Weihnachtsfeiertage haben Einige von Euch hoffentlich etwas Zeit sich auch mal miteinander hinzusetzen und einen gemütlichen Spieleabend zu verbringen. Vielleicht ist für den einen oder anderen dieses Mal etwas dabei, auch wenn die Zeit sich eins dieser Spiele vor Weihnachten zu besorgen wohl etwas zu knapp sein wird.  Digitale Titel habe ich für den Dezember nicht eingepackt, obwohl es da inzwischen auch Einiges zu zeigen gäbe. Vielleicht schieben wir da nächstes Jahr mal einen digital only Monat oder eine Sonderausgabe ein. Es wird heute auf jeden Fall ein sehr bunter Brettspiel-Mix, heldenhaft, infektiös und mysteriös.

Thanos Rising

Thanos ist einer der mächtigsten Schurken des Marvel-Comic-Universums. Wer hier augenrollend aufhört weiterzulesen, verpasst eines der pfiffigsten und vor allem kooperativsten Würfelspiele des Jahres. Thanos Rising nimmt die Ereignisse rund um den aktuellen Avengers-Film „Infinity War“ als Grundthema. Jeder Spieler sucht sich einen von vier Superhelden-Anführern nebst Hauptquartier aus und versucht im Laufe des Spiels möglichst sich ergänzende andere Helden zu rekrutieren, um in jeder Runde die Angriffe von Thanos abwehren zu können und gleichzeitig zu verhindern, dass der Schurke alle Infinity-Steine in seinem Handschuh vereinen kann (was das Ende der Helden bedeutet und damit das Spiel als verloren gilt). Jeder Anführer bzw. dessen Hauptquartier generiert bestimmte Arten von Würfeln, die durch die rekrutierten Helden modifziert und ergänzt werden können. Die Helden gewinnen, wenn sie es schaffen alle zehn Schergen von Thanos aus dem Spiel zu nehmen. Dazu gilt es bestimmte Würfelsymbole zu erwürfeln und zu kombinieren, um Schaden zu machen. Für jeden Schaden, den die Helden den bösen Jungs verpassen konnten bekommt der Spieler einen Bonusmarker, der z. B. bestimmte Würfelsymbole ersetzen kann oder andere Sonderfertigkeiten mit sich bringt. Doch Thanos ist nicht untätig, in jeder Runde greift er die Helden unerbittlich an, was durch ihn unterstützende Schurken noch verstärkt wird. Falls sieben Helden oder mehr aus dem Spiel genommen werden müssen oder es Thanos schafft seinen Handschuh zu komplettieren, haben die Spieler verloren. Es gilt also möglichst gemeinsam und sich gegenseitig unterstützend vorzugehen und die unterschiedlichen Fähigkeiten geschickt zu managen.

Thanos Rising ist eine große, äußerst positive Überraschung. Ich bin ohne Erwartungen an das Spiel rangegangen und habe beinahe erwartet, dass das eine der oft so üblichen Lizenzgurken sein wird, ohne Tiefgang. Aber das Spiel hat es in sich. Die Ausstattung ist klasse, die große Thanos Figur, die anzeigt welche Helden/Schurken gerade aktiv sind, die Infinity-Steine, Karten und Würfel sind von sehr guter Qualität. Die Illustrationen sind stimmungsvoll und aus dem Marvel-Film-Universum entnommen. Spielerisch hat der Titel Einiges zu bieten, da man sich jede Runde gut überlegen muss, wie man seine zur Verfügung stehenden Würfel ergänzt oder modifiziert. Da man nach jedem Wurf mindestens einen Würfel einer bestimmten Aktion zuordnen muss, bleibt es stets spannend, ob man das, was man sich für seinen Zug vorgenommen hat, auch wirklich durchbringt. Thanos Rising ist herausfordernd, da man das Würfelglück mit den richtigen Heldenkombinationen und Bonusmarkern und der Hilfe seiner Mitspieler lenken kann und muss. Wer gerne miteinander statt gegeneinander spielt, ist hier genau richtig. Für Marvelfreunde eine absolute Empfehlung, alle anderen sollten einen Blick riskieren, das Spiel ist es tatsächlich wert.

Spieldauer ist bei 2 Personen ca. 60 bis 75 Minuten, es dürfen maximal vier Leute mitmachen. Als Alter ist vom Hersteller 10+ angegeben, wobei die Filme eh erst ab 12 Jahren freigegeben sind. Ohne Film-Hintergrund hat man wahrscheinlich nicht ganz so viel Spaß an der Sache, weil man mit den verschiedenen Helden und Schurken nichts anfangen kann. Die Spielanleitung umfasst nur vier Seiten, ist aber ausschließlich englischssprachig, und erläutert alle Regeln sehr anschaulich und übersichtlich.

(Hier mische ich mich mal ein, mir gefällt die Verpackung und das Männlein sehr gut. Ich bin ja nicht fit, was Marvel angeht, aber das mag ich mal spielen.)

Plague Inc.

Auf den ersten Blick sieht Plague Inc. wie ein naher Verwandter von Pandemie aus, es geht schließlich um sich auf der ganzen Welt ausbreitende Seuchen. Der Unterschied zu Pandemie ist jedoch, dass man hier selbst ein Bazillus oder Virus ist und das Ziel hat möglichst viele Länder zu infizieren und auszulöschen. Das Spiel geht deutlich flotter von der Hand als Pandemie. Mit hinzugewonnen DNA Punkten versucht man seinen Erreger möglichst gut an die klimatischen Bedingungen verschiedener Länder anzupassen, seine Infektionsrate zu erhöhen und natürlich die Todesrate zu steigern. Um anzuzeigen, welche und wie viele Städte eines Landes vom jeweiligen Erreger infinziert sind, gibt es kleine, farbige Kunststofftokens (die denen von Pandemie sehr ähnlich sind). Ausbreiten darf sich ein Erreger nur in Länder, die auf dem gleichen Kontinent liegen oder per Schiff oder Flugzeug erreicht werden können (wenn der Erreger sich so mobil evolutionieren konnte). Mit jedem Land, dass man auslöschen konnte, bekommt man als Bonus Event-Karten, die man gegen seine Mitspieler oder zum eigenen Vorteil einsetzen kann. Das Spiel endet, wenn keine neuen Länder mehr auf die Weltkarte gelegt werden können oder wenn ein Mitspieler keinen Erreger mehr platzieren, oder ein Land von der Karte tilgen kann. In der finalen Abrechnung werden DNA-Punkte, die verschiedenen Evolutionsstufen und diverse Boni für Länder und Kontinente eingerechnet, um den tödlichsten Erreger zu küren.

Eine Partie Plague Inc. dauert mit zwei Spielern rund 60 Minuten und kann mit maximal vier Mitspielern und sogar solo gespielt werden. Spielanleitung und alle Kartentexte sind leider derzeit nur englischssprachig verfügbar, aber sollten mit normalen Schulenglisch problemlos zu meistern sein. Die Anleitung verdient dabei Extralob, denn der Rundenablauf wird sehr gut und eindeutig erklärt. Das Thema ist morbide und für all zu empfindliche Naturen nicht geeignet, schließlich bringt man hier ohne mit der Wimper zu zucken schon mal ganze Länder um die Ecke oder darf per Event-Karte dem Mitspieler eine Atombombe unterschieben, um eine Wertung zu verhindern. Ein Familienspiel ist es also nicht, aber es macht einen Höllenspaß und bietet spielerisch tatsächlich einiges an Möglichkeiten und durch die Evolutionen durchaus Abwechslung. Plague Inc. basiert übrigens auf dem recht erfolgreichen, gleichnamigen PC- und Mobiltelefonspiel, das ich an dieser Stelle für diejenigen empfehlen kann, die auch zwischendurch mal die Welt vernichten wollen.

(Auch hier habe ich herumzusenfen und empfehle mal schnell „This Podcast will kill you„, das Epedemienthema scheint grad der neue heiße Scheiß und ich gestehe, mich unterhält das sehr!)

Discover Lands Unknown

Discover Lands Unknown ist ein neuartiges, sogenanntes ‚Unique Game‘ und wurde dieses Jahr auf der Spiel Essen erstmals einer großen Öffentlichkeit präsentiert. Jede Spielebox unterscheidet sich von allen anderen auf dem Markt befindlichen Exemplaren, so dass jeder Käufer ein einzigartiges Spiel erhält. Die Unterschiede können ganz erheblich sein (andere Gebiete, z. B. Inseln, Dschungel) oder eher marginal (andere Ausrüstungskarten, etc.). In mehreren aufeinander folgenden Szenarien wird eine Geschichte Überlebender erzählt. Was sie überlebt haben, erfahren die Spieler erst nach und nach durch Notizen und nützliche Gegenstände, die es zu finden gilt. Im ersten Spiel sind wir kläglich gescheitert und verhungert. Im zweiten Anlauf konnte zumindest einer von uns das erste Szenario meistern, während ich bereits angeschlagen von einem zähen Kampf mit einem Wolf verdurstet bin.

Discover Lands Unknown ist enorm schwierig und herausfordernd. Man muss ständig seinen Gesundheitszustand und seine mehr als knappen Ressourcen im Blick behalten. Fehler bzw. Fehlentscheidungen werden manchmal unmittelbar bestraft oder werden erst nach ein paar Runden deutlich und tödlich. Hinzu kommt, dass die Spieler sehr viele Freiheiten haben und nicht miteinander spielen müssen, sondern sich durchaus auch gegenseitig das Leben schwer machen können. Zusammenarbeit ist zwar hilfreich, aber wenn es ums eigene Überleben geht, dann behält man lieber die letzte Wasserration für sich, oder? Zuviel darf man in dieser Spielevorstellung allerdings nicht preisgeben, denn das Erkunden des Spiels und der Geschichte macht einen großen Teil des Reizes aus. Grundsätzlich besteht das Spiel aus Tag- und Nachtphasen, wobei man nur am Tag versuchen kann seine Umgebung zu erkunden und Ressourcen einzusammeln. Nachts sollte man tunlichst versuchen an einem Lagerfeuer zu sein oder einen geschützten Unterstand zu erreichen. Man darf so viele Aktionen während seines Zuges verbrauchen, so viel Ausdauerpunkte der eigene Spielcharakter gerade hat. Doch Ausdauer ist begrenzt und wird nachts nur in begrenzten Umfang wieder regeniert. Hinzu kommen diverse Fertigkeiten, wobei jeder Charakter eigene einbringt. Es gibt vom Fitnesstrainer bis zur Tanzlehrerin alles Mögliche, was man zu Beginn des Abenteuers zufällig ziehen kann.

Die Ausstattung ist tadellos zu nennen. Es gibt enorm viele Karten und Marker zu verwalten. Die Spielanleitung (derzeit leider nur englischsprachig, eine deutsche Version des kompletten Spiels ist aber bereits in Vorbereitung und sollte bald verfügbar sein) ist umfangreich und erläutert alle Möglichkeiten sehr ausführlich. Allerdings gilt es viele Details zu beachten, die manchmal im Fließtext etwas untergehen können. Für Einsteiger ist Discovery Lands Unknown also nur bedingt geeignet. Zumindest einer am Tisch sollte schon einiges an Spielerfahrung mitbringen, um evtl. nicht so versierte Spieler an die Hand nehmen zu können. Wenn man aber die Einstiegshürde mal gemeistert hat, bietet das Spiel enorme Tiefe und eine mysteriöse Story, der man gerne folgt und die sich Kapitel für Kapitel mehr entfaltet.

Grundsätzlich können bis zu vier Spieler ins Abenteuer einsteigen. Zu zweit haben wir für Kapitel 1 in mehreren Anläufen jeweils gut zwei bis zweieinhalb Stunden benötigt. Für Kinder ist das thematisch eher nix und in der vorliegenden, englischen Fassung auch viel zu textlastig. Wer aber eine echte Herausforderung sucht und vielleicht auch nur zu Zweit einen längeren Spieleabend verbringen möchte, der ist hier gut aufgehoben. Ich fand es bislang sehr gut und freue mich schon auf die kommenden Kapitel, die wir bald angehen werden.

 

Ein Gedanke zu „Bernd spielt 21.12.2018

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