Das Wintertagebuch von Nigel Slater

(Werbung / Rezensionsexemplar]

Schon seit einiger Zeit wartet dieser Blogpost auf den richtigen Moment der Veröffentlichung, nämlich kühlere Temperaturen. Heute hat der Mr. die Winterreifen auf die Autos gezogen und verkündet, dass jetzt Herbst ist.

Wohl gemerkt bei strahlendem Sonnenschein und 19 Grad.

Ich schließe mich seinem Beschluss hiermit an und beschließe, dass es Zeit ist das Wintertagebuch von Nigel Slater zu rezensieren.

Wer mir hier schon länger folgt, der weiß, dass ich ein ganz großer Fan der Kochbücher von Nigel Slater bin. Sei es „Einfach Genießen„, „EAT„, „Tender“ und „Das Küchentagebuch“ haben mich allesamt begeistert, entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an sein neues Werk: „Das Wintertagebuch„. (Amazon Affiliate Link)

Vorab bei der Aufmachung hat der Dumont Buchverlag sich mal wieder übertroffen. Ein wunderschöner schwarzer Einband mit kupferfarbenem Druck. Tolle Haptik, tolle Optik. Dazu zwei Lesebändchen und ein sehr dickes und hochwertiges Papier, das sich beim Umblättern gut zwischen den Fingern anfühlt.

Bereits mit seinem ersten Satz, hat Slater mich „Du darfst alt werden, paß nur auf, dass du nie erwachsen wirst.“ Das ist etwas, was gerade mir, die letztlich erst wieder im Flamingokleidchen in einer wichtigen beruflichen Besprechung erschien, natürlich wie aus dem Herzen gesprochen, na gut, es hat nicht viel mit einem Kochbuch zu tun, außer dass es wichtig ist, uns Neugierde und Experimentierfreude zu erhalten.

Wie schon bei seinen anderen Büchern, gelingt es Slater auch hier einen schönen Mittelweg zwischen Kochbuch und Erzählband zu finden. Ein wenig erinnert es an einen Adventskalender, den man vorlesen und nachkochen kann, denn vom 01.November bis zum 2. Februar gibt es für fast jeden Tag Informationen, Erzählungen, Rezepte und Ideen.

Nächste Woche ist der 01. November und wer sich die Wintermonate mit Nigel Slater (Amazon Affiliate Link) vertreiben will, so wie ich es tun werde, der hat noch genug Zeit, sich das Buch zu besorgen.

Mein Plan ist tatsächlich jeden Tag etwas zum Buch auf Instagram oder Twitter zu posten. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das durchhalte, oder ob man mich danach durch den Saal rollen kann, weil ich bei all den Leckereien ordentlich Winterspeck angesetzt habe.

Tatsächlich feiere ich ja im November meinen Geburtstag und eines der Gerichte habe ich bereits vorbereitet und es war beim Durchblättern des Buches auch sofort klar, was das sein würde.

In meinem Kühlschrank stehen nun schon seit ein paar Wochen die Feigen mit Ahornsirup und Anis und ziehen gut durch in ihrem Bett aus Wodka und trockenem Weißwein… Schon zweimal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir ein klitzekleines Bißchen abgezapft habe, um es über mein Vanilleeis zu gießen. Die Feigen schmecken fantastisch.

Wie üblich kommt Slater bei seinen Rezepten mit wenigen, aber erlesenen Zutaten aus, die wunderbar harmonieren und toll kombiniert sind.

Es ist mir keine Zutat aufgefallen, die nicht im gut sortierten Supermarkt erhältlich wäre. Die Rezepte decken eigentlich jede Geschmacksrichtung ab, von süß bis salzig, von leicht bis kräftig, von warn bis kalt ist alles dabei. Der Mr ist ja ein sehr heikler Esser, hier sah ich bei keinem Gericht ein Problem.

Aber wie ich schon sagte, das Buch ist viel mehr als ein Kochbuch.

Slater ist ein großer Erzähler, er schwelgt in Worten, wie ich in seinen Gerichten. Er erzählt etwas zu Weihnachten, winterlichen Bräuchen, berichtet von Feiern und der Wintersonnenwende. Hier wird ganz schleichend, Wissen vernittelt und Freude am Genuß weitergegeben. Sowas mag ich sehr.

Neben den Feigen hat mich auch die Birnen-Nelken und Orangen Granita sehr angemacht, auch ungewöhnlichere Wintergerichte, wie Aubergine mit Linsen und Basilikum ließen mir das Wasser im Mund zusammen laufen.

Plätzchen und Stollenrezepte gibt es genauso, wie ihre Geschichten in diesem Buch.

Ihr merkt, ich bin erneut begeistert. Die Bilder senden eine fantastische Botschaft, dieses Buch steckt voller Gemütlichkeit, heißem Punsch und Zimtkeksen. Obwohl das Wetter überhaupt nicht danach aussieht, wäre ich dann jetzt soweit, der Winter kann dann bitte jetzt sofort kommen. Ich möchte Rumtopf schlürfen, Anisplätzchen essen und Weihnachtsgans in den Ofen schieben und das nur, weil Herr Slater davon mit seinen wunderbaren Worten gesprochen hat.

Ja, mit dieser Art von Buch wird nicht jeder warm, manchem behagt es nicht, dass in einem Kochbuch auch literarische Texte sind, mancher findet die Struktur nicht straff genug oder der Bilder zu wenige und zu wenig eindeutig, ganz ehrlich, das hier ist eine ganz andere Art von Buch, es bezaubert, es sättigt beim Lesen und es macht mich rund um glücklich.

Gekocht habe ich die Feigen:

Zutaten:

250 g Zucker, 100 ml Ahornsirup, 750 ml trockener Weißwein, 1/2 Teelöffel Anis, 500g getrocknete Feigen, 250 ml Wodka

Zucker, Ahornsirup, Weißwein und Anis in einem großen Topf verrühren. Die Feigen in Viertelschneiden und dazu geben. Aufkochen lassen und dann 20 Min auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Feigen weich und prall vollgesogen sind. In Einmachgläser umfüllen und mit Wodka aufgießen, anschließend 3-4 Wochen dunkel und kühl lagen.

Die Feigen eignen sich hervorragend als Nachspeise, zu Eis oder auch in eine Kuchen können sie eingebacken werden. Die Flüssigkeit kann man fein Trinken oder ebenfalls als süße Garnitur einer Nachspeise verwenden.

Guten Appetit.

5 Gedanken zu „Das Wintertagebuch von Nigel Slater

  1. Ich bin vor längerer Zeit durch deinen Blog auf Nigel Slater gestoßen und habe mit das Buch „Eat: Das kleine Buch der Fast-Food-Küche“ gekauft und bin restlos begeistert. Vor allen Dingen gibt es nicht nur tolle Gerichte, es sieht auch noch klasse im Küchen-Buchregal aus. Und jetzt kommt ja echt wieder die Zeit des gemütlichen Kochens. Das Wintertagebuch reizt mich auch, ich glaube, das ich es auf meine Weihnachts-Wunschliste setze…. 😉 Geschmunzelt habe ich bei dem Satz über das Flamingokleidchen und der Besprechung… 🙂
    LG Marion (Molli)

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