Bernd spielt 19.10.2018

Bernd spielt im Oktober

Nächsten Monat gibt es Bernd spielt genau ein Jahr und ich habe mir für dieses Jubiläum bereits eine tolle Überraschung ausgedacht. Was das ist, werde ich dann verkünden, ich mach euch nur schon mal neugierig. Aber jetzt räume ich das Feld und überlasse Bernd und seinen Spielen den Blog…

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Der Oktober ist nicht nur wegen der ‚Spiel Essen‚, der größten Spiele-Messe der Welt, ein klassischer Monat für Brettspiele. Die Tage werden nun deutlich kürzer und statt draußen herumzutollen ist nun auch mehr Zeit es sich abends am Spieltisch gemütlich zu machen. Hier ein paar Tipps für Abenteuerlustige, die es märchenhaft, hektisch oder auch mal entscheidungsfreudig mögen.

Woodlands

Woodlands vereint klassische Legespiel-Elemente mit Finde-den-Weg-Knobeleien. Es gilt verschieden Märchen über mehrere Runden mit anziehendem Schwierigkeitsgrad durchzuspielen, was bedeutet seine Geländeteile so auszulegen, dass z. B. Rotkäppchen diverse Elemente, die auf einer gerasterten Folie in der Tischmitte aufgedruckt sind, einsammelt (oder vermeidet). Sobald ein Spieler meint einen korrekten Weg vor sich ausgelegt zu haben, beginnt die Uhr für die Mitspieler zu ticken, die dann schnellstens ihren Weg fertigstellen sollten. Anschließend wird die Folie über die ausgelegten Teile gelegt und nachgeprüft, ob alle Aufgaben erfüllt werden konnten. Das gibt in der Punktewertung Plus- oder auch Minuspunkte, je nach Element. Dabei kann man Edelsteine, Schlüssel für Schatztruhen, etc. finden, die im weiteren Spielverlauf Boni geben oder Sonderfähigkeiten erlauben.

Woodlands ist ein klassisches Familienspiel und kindertauglich. Man sollte sich aber von der niedlichen und nett umgesetzten Märchenthematik nicht täuschen lassen, das Spiel verlangt Einiges an Vorstellungsvermögen, um die Wege unter Zeitdruck richtig zu planen und dabei Punktverlust zu vermeiden. Die Knobeleien können in den späteren Kapiteln durchaus ziemlich knifflig werden. Insgesamt ist es ein sehr durchdachtes und motivierendes Spiel, das auch Erwachsene gut unterhalten kann. Bis zu vier Spieler dürfen knobeln, eine komplette Partie dauert ca. 30 Minuten. Die Regeln sind deutschsprachig. Das Spielmaterial ist von guter Qualität, einzig die Spielerboards auf denen die Teile ausgelegt werden hätten durchaus dickeren Karton vertragen, um nicht ganz so billig zu wirken.

FUSE
Ein rasantes, eigentlich schon sehr hektisches Spiel. Bis zu vier Spieler versuchen zusammen und gleichzeitig gegen die Uhr alle Bomben auf dem Tisch zu entschärfen. Man hat dazu genau 10 Minuten Zeit, in denen neue Karten (Bomben) aufgedeckt werden, Würfel geworfen und den eigenen Karten zugeordnet werden müssen. Nur wenn der komplette Stapel Bombenkarten innerhalb des äußerst knappen Zeitlimits abgearbeitet wurde und kein Spieler mehr Bomben vor sich liegen hat, ist das Spiel gewonnen. Die Würfel haben die Zahlen 1 bis 6 und und fünf verschiedene Farben. Jede Bombe hat eine bestimmte Bedingung zur Entschärfung aufgedruckt, das kann eine aufaddierte Würfelsumme sein oder nur Würfel einer bestimmten Farbe oder auf- bzw. absteigende Zahlen, manchmal müssen bestimmte Farben aufeinandergestapelt werden, usw.. Da alle Aktionen am Tisch gleichzeitig stattfinden müssen, um das Zeitlimit nicht zu reissen, kann es hoch hergehen. Hysterisch werden Würfel geschnappt, getauscht und es kann dabei auch mal laut werden. FUSE ist also nichts für einen entspannten Spieleabend, sondern eher zum Auftakt geeignet, um den Blutdruck aller Mitspieler ein bisschen nach oben zu treiben. Das Spielmaterial ist von sehr guter Qualität. Die Karten sind beidseitig bedruckt und stabil, die Würfel haben Standardgröße, aber die Farben sind ansprechend und die LCD Ziffern sauber graviert. Um die Würfel blind zu ziehen ist ein blickdicktes mit FUSE besticktes Würfelsäckchen dabei, das ebenfalls einen hochwertigen Eindruck macht. Die Anleitung ist zwar englischsprachig, aber selbst mit einfachem Schulenglisch leicht zu verstehen, da alle Eigenschaften mit eindeutigen Bildern und Grafiken erklärt werden. Im Spiel selbst gibt es keine Sprache zu beachten, da alle Aufdrucke nur Farben und Zahlen sind. Sehr empfehlenswert, wenn es mal sehr schnell gehen soll oder wenn man zu niedrigen Blutdruck hat.

The Lost Expedition
Ich war sehr erstaunt festzustellen, dass wir bislang noch nicht über „The Lost Expedition“ gesprochen haben. Ein echtes Versäumnis, da dieser Titel in diesem Jahr bei uns am häufigsten auf dem Spieltisch gelandet ist. TLE ist ein Kartenspiel, bei dem man entweder solo oder mit einem Mitspieler zusammen versuchen muss, eine kleine Expedition durch den südamerikanischen Dschungel zu leiten, damit mindestens einer der drei Teilnehmer lebend die versunkene Stadt Z erreicht. Es gibt einen Tag- und Nachtzyklus, in dem jeweils sechs Karten in einer bestimmten Reihenfolge ausgelegt werden. Diese Karten bestimmen, wie das Abenteuer weiter geht und verlangen den Spielern über diverse Symbole Entscheidungen ab. Soll eine der raren Patronen verschwendet werden, um dringend benötigte Nahrung zu beschaffen oder soll die Expedition stattdessen lieber weiter durch den Dschungel voran laufen, um den Ziel näher zu kommen? Soll die nächste Karte in der Reihenfolge besser übersprungen werden, um einer schweren Verletzung aus dem Weg zu gehen oder wird das auf der Karte ebenfalls vermerkte Proviantpaket doch dringend gebraucht? Jeder Schritt muss sorgfältig bedacht werden, einzig und allein die Reihenfolge der Karten und die Entscheidungen der Spieler bestimmen, ob die Stadt Z erreicht werden kann oder alle im Dschungel sterben. Keine Partie ist wie die andere, mit jedem Spiel entfaltet sich ein anderer Weg und andere Begegnungen und Kombinationen.
Die Ausstattung ist hervorragend. Die Karten haben Übergröße und sind stabil. Die Grafiken muss man besonders hervorheben. Alle Illustrationen erinnern an den Stil der Tim&Struppi Comics aus den 60ern, sind enorm stimmungsvoll und passen stets hervorragend zu den darauf angebotenen Entscheidungsmöglichkeiten. Die Regeln sind zwar nur englischsprachig, aber mit vier kleinen Seiten sehr überschaubar und leicht verständlich. Ansonsten funktioniert das Spiel ausschließlich über die aufgedruckten Symbole und Zahlen sprachunabhängig. Es sind sogar zum Einstieg hilfreiche Übersichtskarten mit allen Symbolen und Erläuterungen als Kurzreferenz dabei. Dazu gibt es noch ein paar wenige Pappcounter (um Nahrung, Patronen und Gesundheit anzuzeigen) und zwei Holzfiguren, die das Vorankommen im Dschungel markieren. „The Lost Expedition“ ist im Herzen ein Solo-Spiel und kann hervorragend auch ganz alleine gespielt werden. Es gibt zwar auch eine kompetitive Zwei-Spieler-Variante, aber die ebenfalls mögliche Kooperativ-Variante ist für zwei Spieler meiner Meinung nach die bessere Wahl, da das Spiel eh nicht einfach zu besiegen ist. Es kann durchaus häufiger vorkommen, dass man kurz vor Erreichen des Ziels zugrunde geht, weil man keine Munition oder keine Nahrung mehr bei sich hat. Es ist ein Spiel der Mangelverwaltung, man hat immer von irgendwas zu wenig.
Inzwischen gibt es eine empfehlenswerte Erweiterung „The Fountain of Youth„, die gleich vier zusätzliche, optionale Spielmodule enthält, die man in das Grundspiel nach Lust und Laune integrieren kann. Am grundlegenden Spielprinzip ändert sich damit nichts, es kommen neue Begleiter hinzu, die eigene Sonderfähigkeiten mitbringen und einige neue Entscheidungskarten.

13 Gedanken zu „Bernd spielt 19.10.2018

  1. Die Spiele hören sich super an.
    Ob Fuse schon was für Kinder ist? Wir brauchen (gefühlt) mehr Spiele, damit unsere Kinder auch zu Spielfans werden (obwohl wir als Kinder auch nicht wirklich viele gute Spiele hatten, sind wir das ja auch geworden. Es gibt also Hoffnung. Obwohl ich denke, die Zwillinge werden definitiv Rollenspielerinnen 😉 ).
    The lost expeditions wäre auch was für den Gatten und mich, aber Weihnachtsgeschenk ist schon besorgt, das kommt also auf die Liste für den Geburtstag.

    • Auf der Packung ist 10+ angegeben. Es kommt darauf an. Man sollte halt definitiv addieren und subtrahieren können und für Farbenblindheit ist es wegen der farbigen Würfel leider auch nicht geeignet. Ich kann mir das mit Kindern gut vorstellen, auch wenn das Zeitlimit und auch der niedrigste Schwierigkeitsgrad knackig sein können. Fuse ist nicht sehr leicht zu gewinnen. Wir schaffen das bei weitem nicht in jeder Partie.

  2. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 21.10.2018 | jetztkochtsieauchnoch

  3. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 11.11.2018 | jetztkochtsieauchnoch

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