„Shawls“ – Mairlynd / Melanie Berg

[Werbung / Rezensionsexemplar]

Am Montag hatten wir Melanie Berg im Frickeltalk zu Gast und natürlich haben wir da auch über ihr neues Buch „Shawls“ gesprochen.

Und hier folgt nun die Rezension, denn wir haben auf Herz und Nieren geprüft.

Das Buch ist im frechverlag erschienen und kostet 22 Euro.

Es ist zweisprachig, das heißt die Texte und Anleitungen sind auf Deutsch und Englisch enthalten. Letzteres finde ich sehr gut, wenn man sich endlich mal englische Anleitungen herantrauen möchte, ist das Buch dazu sehr gut geeignet, weil man hier genau sehen kann, was wo wie gemeint ist und zur Not die deutsche Anleitung zur Hilfe nehmen kann. Dabei hat mich allerdings total irritiert, dass bei den Texten hier und da der deutsche und  Englische Text nicht identisch waren. Die Aussage war ähnlich oder gleich, aber der Text nicht eins zu eins übersetzt. Ich bin da ein kleiner Monk, sowas macht mich nervös und jetzt, wo es mir an zwei drei Stellen aufgefallen ist, suche ich halt regelrecht danach. Bescheuert, ich weiß.

Die Bilder sind alle Melanies original Bildmaterial. Da es viele der Tücher bereits einzeln als Download zu kaufen gibt über Ravelry, hat Melanie Berg hier ihren Stil beibehalten und die Fotos genutzt. Ich mag die Mairlynd Bilder und schätze es sehr, dass hier immer der Fokus auf dem Strickstück und nicht auf dem Model liegt, so dass man als Strickerin wirklich das gezeigt bekommt, was man sehen möchte. Form, Muster und der Fall des Tuches sind sehr gut zu erkennen.

Ich persönlich bin ja ein großer Freund von Schemazeichnungen, diese befinden sich bei jeder Überschrift, sind aber eher eine grobe Skizze des Tuches und zeigen weder Strickrichtung noch Maße.

Das Buch beginnt mit einem sehr schönen Vorwort und startet dann mit den Themen „Garne ersetzen“ und „Maschenprobe“. Aufmerksamen fällt es auf, hier fehlt doch was. Und ja, es gibt kein Inhaltsverzeichnis. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so stört, aber es stört mich kolossal, so sehr, dass ich mehrmals gesucht habe, ob nicht doch irgendwo hinten eines versteckt ist, aber nein. Kein Inhaltsverzeichnis. Gut, das Buch hat nur 128 Seiten, da wuselt man sich auch ohne Inhaltsverzeichnis flott durch, trotzdem fehlt es mir.

Zurück zur Maschenprobe, ich gestehe, bevor ich für ein Tuch eine Maschenprobe mache, friert die Hölle zu. Ich mache sie schon bei Bekleidung nur im äußersten Ausnahmefall, bei einem Tuch, nein. Definitiv nicht, nun bin ich aber auch erfahren genug, mein Strickstück in Größe und Form selbst anpassen zu können, wenn etwas nicht paßt. Daher ist für Anfänger oder unsicherere Strickerinnen so eine Maschenprobe natürlich immer sehr hilfreich.

Melanie erklärt auch, wie man Tücher spannt, besondere Techniken werden erläutert. (Leider ohne Schema oder Bild.)

Und dann kommen die Tücher.

Im Buch enthalten sind 15 Tücher, wovon drei gänzlich neu sind und 12 quasi die Best of ihrer bisherigen Anleitungen, wer also schon viele Anleitungen von Melanie hat, sollte auf jeden Fall schauen, ob sich das Buch für ihn noch lohnt. Ich habe 4 der Anleitungen aus dem Buch und fand dennoch, dass ich das Buch unbedingt haben möchte, einfach weil es sehr schön ist und ich gerade auf Strickbücher sehr abfahre. Wer eher ökonomisch denkt, sollte durchrechnen.

Alle Muster könnt ihr euch bei Ravelry ansehen!

„Abuelito“ ist ein wunderschönes Dreieickstuch mit Lacekante in drei Farben, welches ich auf jeden Fall nachstricken werde und die Lanagrossa Slow Wool Lino (Amazon Affiliate Link) liegt dafür auch schon hier bei mir bereit.

„A Twist to it“ wird aus feinem Lacegarn von Shibui gestrickt und besitzt 34 kleine Knöpfe, damit es hübsch variert getragen werden kann.

„Caress my Soul“ istn ein wunderschönes halbrundes Tuch, das mir sehr gut gefällt und ein tolle Lochmusterkante hat, die sehr botanisch wirkt.

„Decemberist“ ist ein großes kuscheliges Lacetuch aus sehr dickem Garn, mir gefällt es fantastisch gut und irgendwann werde ich das nachstricken.

„Grand Bazaar“ ist eine luftige schöne Stola mit einem sehr tollen Lochmuster aus Fingering Garn.

„Marelle“, ein asymetrisches Dreiecktuch, spielt weniger mit Mustern der Maschen, als eher mit Farben und gefällt mir ebenfalls.

„Midnight in Berlin“ ist ebenfalls wunderschön und ist ein großes Dreieckstuch mit Hebemaschen und Streifen. Ebenfalls genau mein Geschmack.

„Ocean Bound“ ist eines der wenigen Tücher, die nicht so mein Fall sind. Hier gefällt mir der Laceteil nicht, warum kann ich gar nicht genau sagen, aber hier zuckte nicht der Direkt-Stricken-Finger.

„Perhaps Perhaps“ hingegen ist dann wieder genau mein Fall und das obwohl es gewisse Ähnlichkeiten zu „Ocean Bound“ aufweist, manchmal ist es komisch, was man unbedingt tun will und was nicht.

„Picking Daisys“ mag ich ebenfalls hier haben wir ein tolles Tuch in kraus Rechts mit kleinen Bündelmaschen, die einen tollen Effekt erzielen.

„Quicksilver“ ist ja einer meiner Lieblinge, den habe ich bereits 3  Mal gestrickt und er geht einfach immer, ein flott zu strickendes Tuch mit Streifen und Lademusterblöcken in 3 Farben.

„Solaris“ steht noch auf meiner noch zu stricken Liste, das Garn habe ich bereits, hier finde ich vorallem die Nutzung eines Farbverlaufs total gut gelungen.

„The Girl in me“ ist wieder ein klassisches Dreiecktuch mit Hebemaschenborte, mag ich auch, gefällt mir aber weniger gut, als „Midnight in Berlin“ und rutscht daher auf der Strickliste erstmal nach hinten.

„The Joker and the Thief“ war damals mein erstes Farberlaufstuch und es ist so unfassbar schön. Ich trage es immer noch gerne und habe damals für Melanie Testgestrickt. Dieses Tuch ist einfach ein Traum.

„Two Roads“ ist das letzte in der Reihe, ein einfarbiges Tuch mit einem fantastischen und modernen Zopfmuster. Wirklich sehr schön.

Die Anleitungen sind gut verständlich und ausführlich. Etwas irritierend fand ich hier, die beiden Sprachen in Spalten au einer Seite, da hätte ich es für mich übersichtlicher gefunden, wenn die Sprachen nacheinander aufgeschrieben worden wären. So rutsche ich schonmal in das englische Muster und merke es nicht.

Hinten im Buch finden sich aber auch Charts zu allen Anleitungen, wer also mit ausgeschriebenen Anleitungen nicht klar kommt, der findet hier Hilfe.

Und dann folgen Designbeispiele von Melanies Teststrickern und Freundinnen und immer auch ein kleiner Text dazu, der sich auf das gezeigte Tuch bezieht. Das hat mir sehr gut gefallen, weil man zum einen die Bilder von Ravelry erkennt oder auch die Strickerinnen aus der Strickcommunity bekannt sind. Das war toll.

Kommen wir zu einem Fazit: Im Buch sind 15 wunderschöne Tücher, toll fotografiert, mit gutverständlichen und gut strickbaren Anleitungen versehen, verschiedene Schwierigkeitsgrade und Garnstärken, da dürfte für jeden etwas dabei sein. Wer also gerne Tücher strickt, der wird mit diesem Buch sicherlich sehr glücklich.

Bei Berlinknits haben wir Strickelfen Melanie Berg getroffen!

Ja, ich weiß, ich bin auf diesem Bild wunderschön! 😛

Außerdem im Foto:

Feinmotorik

The Knitting me

Solunas kreatives Chaos

Mairlynd

Feierabendfrickeleien

Pollyesther Hoppenstedt

Candy Kowalski

Frau Katze mag das Buch auch

2 Gedanken zu „„Shawls“ – Mairlynd / Melanie Berg

  1. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 19.08.2018 | jetztkochtsieauchnoch

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