Haruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore Teil 1

Als großer Murakami-Fan war ich sehr gespannt auf seinen neuen Genie-Streich und sehr erfreut, als ich das Buch bereits vorab in den Händen halten durfte.

Auch die Aktion des Dumont Buchverlags auf Twitter zum Erscheinen fand ich fantastisch, hier fand ein toller Austausch unter Lesern, Verlag und Buchbloggern statt, das hat mir wirklich Spaß gemacht.

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Noch mehr Spaß hatte ich beim Lesen und wenn ich beim Lesen Freude empfinde, dann lese ich sehr langsam. Deshalb erfolgt diese Rezension auch erst jetzt, denn ich habe erst vor 4 Tagen die letzte Seite umgeblättert und den letzten von Murakamis Sätzen genossen.

Übersetzt wurde sein Werk erneut von Ursula Gräfe, deren Übersetzung ich wirklich sehr schätze. Hier stolpert man nirgendwo über schlecht gewählte Wort, sondern hier paßt alles bis ins kleinste Detail, danke dafür, dass mir so die Lektüre dieses fantastischen Autors möglich gemacht wird.

Mittlerweile sind meine Ansprüche an Murakamis Bücher sehr hoch, ich erwarte bei jeder Neuererscheinung, Neuübersetzung den großen Wurf, etwas unter „Super“ lasse ich ihm nicht durchgehen und er hat es tatsächlich auch diesmal geschafft, meine hohe Erwartung zu übertreffen. Sanft und vorsichtig gleitet man in diese Geschichte hinein, fühlt sich sicher und schaut diesen Menschen in seinem Buch beim Leben zu und dann plötzlich ganz zart packt einen eine kühle Hand und reißt einen ins das Buch rein, so dass man aus der Geschichte nicht mehr herausfindet und Seite um Seite umblättert und liest und mitfühlt, hofft, bangt und zaudert, fühlt das Esoterische, die Magie, den Wahnsinn und die Gedanken und Träume.

Murakami gelingt es, wie keinem anderen Autor, mich zu fesseln und in seine Geschichte einzuweben, ich fühle mich bei ihm verstanden und gut aufgehoben. Meine Sonderlichkeiten erscheinen normal und seine Figuren machen es mir leicht, sie zu mögen oder zu verabscheuen. Ich folge Ihnen gernen auf ihren Wegen, die nicht immer die meinen wären, die mir aber neue Horizonte eröffnen.

Natürlich war auch ich ein bißchen böse, als Band 1 dann mit so vielen offenen Gedanken in meinem Kopf endet, aber eigentlich versüßt es mir so die Zeit bis Band 2 erscheinen wird, denn ich schiebe in meinem Kopf Fortsetzungsideen hin und her, überlege was sein könnte, was gewesen ist und ja, es ist ein bißchen fies dieses Buch aufzuteilen, aber es hat mich nicht so geärgert, wie es das sonst bei anderen Autoren täte.

Die Geschichte um den Portraitmaler in den Bergen, mit allem was ihm dort fehlt, was ihn umgibt und umtreibt war für mich ein wirkliches Geschenk, ich habe seine Einsamkeit gefühlt, seine Zweisamkeit genossen (niemand schreibt erotische Szenen so gut, wie Murakami, NIEMAND!) und seine Ängste und seinen Mut bewundert.

Ich halte mich absichtlich vage in meinen Beschreibungen, denn ich möchte den Lesern nicht zu viel verraten, einzig, es lohnt sich. Kaufen, lesen, einlassen, wegdriften, genießen, jeden Satz, jedes Wort, immer wieder.

Danke!

5 Gedanken zu „Haruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore Teil 1

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