Meeresrauschen

Bereits  vor einiger Zeit habe ich den wunderschönen Bildband „Meeresrauschen“ von Dumont erhalten.

Ich habe ja eine etwas gespaltene Einstellung zu Wasser. So lange ich mich nicht im Wasser, sondern nur in der Nähe oder darauf befinde, ist alles gut. Ich liebe es, dem Meer zu zusehen, ich schaue auch gerne Dokumentationen über das Leben im Wasser, ich liebe Teiche und den Wind am Strand, was ich nicht kann, ist auch nur einen Zeh ins Wasser zu strecken. Das kostet mich wirklich Überwindung, sogar im Schwimmbad fühle ich mich unwohl und zwar nicht nur da, wo ich nicht stehen kann, sondern selbst im Fußbecken, wo mir das Wasser gerade mal bis zum Knöchel reicht. Ich habe keine Ahnung woran das liegt. Ich bin nie fast ertrunken, ich kann schwimmen (leidlich gut) und ich habe auch sonst keine schlechten Erfahrungen mit Wasser gemacht, trotzdem liebe ich das Meer sehr viel mehr, wenn ich mich nur am Rand befinde und ihm zusehen kann.

Meeresrauschen – vom Glück, am Wasser zu sein“ ist daher genau das Richtige für mich, ein wirklich toll aufgemachter großer Bildband mit einem wunderschönen Einband, der auch haptisch an Wasser und Strand erinnert. (Einfach mal drüber streicheln, wenn ihr ihn seht.)

Das Buch ist extremhochwertig verarbeitet, die Seiten sind toll dick und haben einen schönen klaren Schimmer. Ich mag sowas ja sehr, wenn mit Drucktechniken und Farben gespielt wird und dabei dann so ein gekonntes Ergebnis bei rum kommt, dann gefällt mir das.

Im Vorwort wird angekündigt, was einen erwarte, Geschichten. Bilder, Essays und Meeresmenschen, tolle Sprache, das macht neugierig. Dann kommt ein kleiner Einstieg, der sich mit der Beziehung von Mensch und Meer beschäftigt und der mir sehr gut gefallen hat. Es wird sehr weit Bezug auf alles genommen, was Mensch und Meer bewegt.

Als nächstes gibt es ein Meeres-ABC, eine kleine Stichwortsammlung zum Thema mit Ideen, Wissenswertem, Anekdoten und Erklärungen.

Das Buch ist unterteilt in 4 Abschnitte, An der Ostsee, An der Nordsee, Am Atlantik und Am Mittelmeer heißt es da. Jeder Abschnitt besteht aus beeindruckenden teilweise doppelseitigen Bildaufnahmen kombiniert mit sehr schönen Sprüchen.

Jeder Abschnitt beginnt mit den „harten“ Fakten zur jeweiligen See.

Anhand einer toll gezeichneten Karte wird gezeigt, was dieses Gebiet ist und was nicht. Es werden historische Daten erwähnt und für Menschen, wie mich, die so ein wenig unnützes Wissen immer gerne aufsaugen, wie ein Schwamm ist das wirklich toll.

Am Beispiel der Ostsee wird hier erzählt, wann sie zuletzt zugefroren war, dass an ihr der erste Strandkorb erfunden wurde und der Salzgehalt wird errechnet.

Dann folgt je ein Bericht zu Hiddensee und einer zu Fischland-Darß-Zingst, die reiselustig stimmen und am Ende auch mit Reisetipps aufwarten. Dann wird die neue Trendsportart „Longe Cote“ vorgestellt, Paddeln ohne Boot, hört sich verrückt an, macht aber offenbar Spaß, schaut mal hier, findet ihr mehr Informationen dazu: Klick!

Das Buch macht einen Ausflug nach Danzig und Liepaja (Hier will ich unbedingt hin, wer fährt mit mir nach Lettland?)

In 10 Fragen wird sich dem Thema der Flaschenpost genähert und ich werde definitiv in diesem Jahr eine auf den Weg schicken…. mal sehen wo. Auch Litauen statten wir einen Besuch ab, die Aland-Inseln in Finnland werden empfohlen und mit Bildern und Texten angepriesen und ich würde am Liebsten sofort mein Säckel packen und starten.

Langeland, Dänemark, kenne ich schon und fühle mich so, als wäre ich wieder dort, rieche den Wind, fühle die kühle Luft und strecke die Nase zum Meer. Komisch, was Bücher und Bilder machen können, kurz die Augen geschlossen und schon ist man ganz woanders.

Auch die Nordsee startet mit Karte und Fakten und wußtet ihr, dass der Spiegel der Nordsee jedes Jahrhundert um etwa 33 cm steigt? Ich bekomme ein wenig mehr Angst um die Niederlande….

Hier geht es dann nach Jütland, Sylt (hier gibt es zusätzlich 4 Empfehlungen für Spaziergänge, die sich toll anhören), Hallig Hooge (auch hier war ich schon und bin immer wieder von den Halligen begeistert, das widerspricht so allem, wofür wir in unserer heutigen Zeit stehen, wenn man da einen kleinen Flecken Land mitten im Meer und einem Häuschen drauf sieht, das entschleunigt komplett…) Auch nach Amrum geht es und somit zu einer der Inseln, die ich so schätze, weil sie irgendwie gemütlich, urig und schön ist.

Dann gibt es auch hier 10 Fragen zu einem Thema, diesmal an den Meeresbiologen Uli Kunz. Das hat mir gefallen, seine Antworten waren wohlüberlegt und geistreich.

Wangerooge und Juist sind die nächsten Stopps auf der Reise und mein Fernweh wird immer größer, wer nimmt mich bitte jetzt mit auf eine Insel?

Auch Wellness kommt im Buch nicht zu kurz, ein kurzer Bericht zur Heilkraft des Wassers und dem Thalassozentrum auf Norderney las sich kurzweilig und interessant.

Über den Bericht zu Texel wird sich mein Freund Flo sehr freuen, dessen Liebe zu dieser Insel ich nie so ganz nachvollziehen konnte, nach dem Bericht, bin ich immerhin geneigt, vielleicht doch mal gucken zu fahren, wie Texel denn so aussieht.

Die nächsten 10 Fragen richten sich an einen „Strandräuber“, der von seinen Funden am Meer und im Sand berichtet, das hatte etwas herrlich Nostalgisches und Herr Van Mil war sehr amüsant und ein wenig bärbeißig.

Dann geht es zum Atlantik auch hier mit Fakten und Karte und wir starten an den Lofoten und die anderen Bilder waren schon toll und begeisterten mich total, aber hier habe ich dieses Bild der Straße durch die schneebedeckten Hügel und das Wasser wirklich minutenlang angesehen. Herrlich, da will ich hin…genauso beeindruckend ist aber auch das Grün der Färöer Inseln und das Grau Islands. Hier hab ich mich gefreut, etwas über Gammelhai zu lesen, habt ihr das schon mal probiert? Schmeckt sehr außergewöhnlich.

Wenn man vom Atlantik spricht dürfen auch Irland und Schottland nicht fehlen, nach Schottland treibt es uns ja im März und ich freue mich bereits sehr.

Dann folgen wieder 10 Fragen, diesmal an die Algenköchin Julia Horton-Powdrill, da ich Algen ja sehr schätze und sie auch gerne esse, war das wirklich erhellend.

Hier wird dann der nächste „Trendsport“ vorgestellt, Coasteering, auch hiervon hatte ich noch nie gehört und war amüsiert.

Meine große Liebe ist ja Cornwall und da war ich von den Bildern ein wenig enttäuscht und hätte mir mehr des zauberhaften Lichtes dort an der Küste und Eindrücke des grandiosen Klimas gewünscht. Allerdings hatte ich da auch große Erwartungen, eben weil ich Cornwall so schätze. Völlig zufrieden war ich dann wieder mit dem Text und den Bildern zur Alabasterküste Frankreichs, da war genau das Licht und das Spiel mit dem Wasser, das mir in Cornwall gefehlt hatte. Ebenso die Berichte zur Smaragdküste, die Bretagne ist so wunderschön und ich war schon viel zu lange nicht mehr dort.

Weiter geht es gen Süden zu den Basken, den wilden und rauen Bergen und dem fantastischen Essen, bis nach Portugal zu den Azoren, nach Fuerteventura auf die Insel, auf der ich den erholsamsten Urlaub jemals verbracht habe, ganz ehrlich, da ist einfach gar nichts, Wüste, Steine, niemand der nervt, es war herrlich.

Und dann sind wir auch schon beim Mittelmeer angekommen und haben Europa fast umrundet. Auch hier gibt es wieder amüsante und wissenwerte Fakten mit schöner Karte, dann geht es in Valencia los, die Costa Brava entlang, nach Marseille und Sardinien.

Und ein weiterer Text zu einer abgefahrenen Sportart bringt mich zum Schmunzeln, kennt ihr SUP Yoga? Nein, angucken, das ist lustig.

Schließlich landen wir in Italiens Procida und Lignano Sabbiadora, machen einen Zwischenstopp auf Lopud und begeben uns mit den nächsten 10 Fragen an Bord von Skipper Markus Silbergasser, der mit seiner Jacht Nambawan das Mittelmeer bestens kennt.

Thessaloniki und Zakynthos wecken meine Sehnsucht nach Griechenland, hier war ich noch nie aber der Kontrast des strahlenden Blaus und die weißen Strände und Häuser locken mich immer wieder und damit sind wir am Ende angekommen und ich bin immer noch hin und weg, dieses Reisebuch ist einfach wunderschön. Die Texte so unterschiedlich wie die Orte und die Autoren werden am Ende des Buches mit Bild vorgestellt, das hat etwas sehr Persönliches und hat mir sehr gut gefallen. Bei den meisten handelt es sich um Reise Blogger, die ich teilweise sogar schon kannte.

www.indernaehebleiben.de

www.meerblog.de

www.6gradost.com

www.threemonths.de

www.mooseraroundtheworld.de

www.claudiumdiewelt.de

www.reisetageblog.de

www.freibeuter-reisen.org

www.22places.de

www.shavethewhales.net

www.puriy.de

www.reisejournalistin.net

www.meinfrankreich.com

www.itchyfeet-travel.de

www.redaktionsbuero-voeller.de

www.weltenkundler.com

Fazit: Ein wunderschönes Buch rund um Europas Meere, mit Reiseideen, Anekdoten, Geschichten, Interviews und fantastischen Bildern, das das Fernweh und die Reiselust weckt.

8 Gedanken zu „Meeresrauschen

  1. Klasse Buchbesprechung. Ich liebe das Meer, sein Rauschen, seine Weite, die salzige Luft und die Vögel dort, ach eigentlich alles. Ich war einmal wegen meines Asthmas auf der Insel Föhr und ich habe jede Minute dort genossen. Glaube das ist ein Buch zum Träumen und Genießen und sich an andere Orte denken. Habe bald Geburtstag und schenke es mir.

  2. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 07.01.2018 | jetztkochtsieauchnoch

  3. Pingback: German Roamers – Deutschlands neue Abenteurer | jetztkochtsieauchnoch

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