Der vierte König 

Die Strickelfen waren mal wieder auf Gastrotour. Diesmal hat es uns zum 4. König verschlagen. Wir hatten den Artikel im Stadtanzeiger gelesen und waren neugierig, was uns da wohl geboten würde.

Gestern war es dann so weit, 7 Strickelfen fielen mit hungrigen Bäuchen in den vierten König ein.

Wir wurden vom sehr zuvorkommenden Personal sehr freundlich und humorvoll begrüßt und zu unserem Tisch geleitet. Es war genug Platz für alle an der langen Tafel und die Einrichtung gefällt mir sehr gut. Ein bißchen verspielt, ein bißchen nostalgisch, ein wenig romantisch, von allem nicht zu viel.

Ich saß auf der Holzbank an der Wand und muß gestehen nach einiger Zeit froh gewesen zu sein, dass es Kissen auf der Bank gab, die war so 100%ig bequem nicht.

Das tat aber dem Genuß des Abends keinen Abbruch.

Die meisten von uns hatten sich für das 5 Gänge-Menü entschieden, zweimal gab es das vegetarische Menü und zweimal Speisen a la carte.

Die Portionen waren so bemessen, dass man auch nach 3 Gängen gesättigt gewesen wäre, also ich zumindest. Wir sind aber ja maßlos und wenn es schon so lecker ist, dann will ich auch alles probieren.

Der Gruß aus der Küche war fantastisch, eine Knuspergarnele mit Cocos- Schäumchen (das war toll!!!) und ähm… irgendwas Püriertes, aber sehr lecker, ich war nur reizüberflutet und hab vergessen was….

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

DAS MENÜ ANGEBOT IM JUNI

In indischen Gewürzen geräucherte Lachsforellenterrine mit Algensalat und Koriander-Eis / Das war fantastisch. Der Algensalat war ein Gedicht und das Koriandereis, sehr speziell und lecker. Ich hatte ja letztens im „Kleinpetersberg“ schon mal Pestoeis, das hier war ähnlich, aber nochmal besser und mit Krokant (??) nochmal auf eine andere Stufe gehoben. Das war für mich tatsächlich der beste Gang. Wir rätseln allerdings noch immer, was das orange-gelbe Früchtchen (??) unten rechts im Bild ist. Wir tippen auf Maulbeere oder Mispel, haben aber vergessen zu fragen. Die Blümchen stammen übrigens, wie der Koch uns berichtete, selbst gepflückt aus der Rheinaue in Langel, das kennen wir ja bereits von unserem Besuch im „Zur Tant„.

Der vierte König in Köln

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und/oder

Ayran-Kichererbsenmehl Suppe mit Kaninchen-Balotine / Das war ebenfalls sehr lecker, ich mag Kaninchen normalerweise nicht sonderlich und finde es schmeckt immer etwas streng. Das hier war wirklich extrem gut und das Popadum hat mich auch überzeugt. Die Suppe war würzig, aber nicht zu scharf und wirklich sehr spannend komponiert.

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

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Beim Hauptgericht haben wir uns alle für den Schweinebauch asiatisch und geschmorte Schweinebäckchen mit Pfifferlingen und Rahmspitzkohl entschieden.

Die Schweinebäckchen waren eine Offenbahrung. Die waren so zart und zergingen auf der Zunge, köstlich. Die Pfifferlinge fand ich auch sehr gut und der Spitzkohl hatte eine sehr ungewöhnliche Würzung, die mir ebenfalls gefallen hat. Der Schweinebauch war auch lecker, leider für mich alte Mimose zu scharf, ich hab zwei Höflichkeitsbissen gegessen, aber mein Magen macht sowas leider nicht mit, daher durfte Soluna meinen Schweinebauchrest futtern. Ich bin aber wirklich sehr sehr empfindlich und sonst fand niemand den Schweinebauch zu scharf, ich bin also wirklich kein Maßstab.

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

 

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Käsevariation mit Chutney / Gut, die Schieferplatte ist eigentlich schon lange nicht mehr hip und ich gebe zu, ich mag es nicht von einer Schieferplatte zu essen, mich stört schon das Geräusch, dass die Gabel darauf macht, aber der Käse hat das einfach wieder wett gemacht. Ich hoffe, ich habe mir alles richtig gemerkt, ich hatte einen sehr weichen und sahnigen Brie mit sehr starkem würzigem Geschmack (oben rechts), dann einen Ziegenfrischkäse mit Aschekruste und einen Bergkäse mit Kräutern. Alle drei waren fantastisch. Sehr lecker. In dem Glasschälchen war Koriander-Karamel (??) was wirklich ganz außergewöhnlich und für meinen Gaumen mit nichts anderem vergleichbar geschmeckt hat und unheimlich gut zum Brie und dem Ziegenkäse paßte. Sehr grandios fand ich auch den eingelegten Knöterich dazu. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Chutney hingegen war gar nicht meins. Ich kann nicht sagen, was es war, ja es war Paprika drin, die vertrage ich ja eh nicht so gut, aber es war noch irgendetwas anderes, das mich gestört hat. Auch hier ist das natürlich Geschmackssache und der Käse und die beiden anderen Beilagen waren fantastisch. Frau Feinmotorik war vom Chutney aber auch eher nicht soooo begeistert. Wir hatten übrigens alle unterschiedliche Käsesorten auf unseren Schiefertäfelchen, was das gemeinsame Essen natürlich nochmal interessanter gestaltete.

Der vierte König in Köln

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und/oder

Aprikosen-Safran Creme mit Old Monk Eis / Das war wieder wirklich grandios, aber auch hier haben wir eine Frucht (?), die wir nicht identifizieren konnten. (oben links neben der Brombeere), wir würden auf eine Maulbeere oder ähnliches tippen, sind aber auch da nicht sicher. Das feine Gebäckstück war sehr lecker und irgendwie herb gewürzt. Die Aprikosen-Safran-Creme war himmlisch, ich hab immer ein wenig Angst vor Safran, weil ich es schnell seifig finde, das war hier nicht der Fall. Das Old Monk Eis war ebenfalls sehr gut. Schön cremig und dicht und nicht unnötig mit Luft aufgeschlagen, dazu ein sehr leckeres Krokant (??) und Früchte. Das war ein sehr leckerer Abschluss.

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

3 Gang 39€ | 4 Gang 47€ | 5 Gang 54€

Die Preise sind für den Anspruch, das aufmerksame und wirklich sehr sympathische Serviceteam absolut erschwinglich. Ja, der Laden hat noch keinen Stern, der kommt aber sicherlich bald, also geht hin, erfreut euch an wirklich ungewöhnlichen Kompositionen und sehr interessanten Geschmacksmomenten. Es war wirklich ein Genuß und wie gesagt, wer erstmal nur probieren will, auch nach 3 Gängen wäre ich durchaus gesättigt gewesen.

Zwischendurch brachte man uns dann nochmal eine kleine Erfrischung, ein Birne-Ingwer- Sorbet und sorry, das war so ziemlich der geilste Scheiß, den ich in letzter Zeit gegessen habe. Ich wollte mich in meinem Schälchen wälzen und mir das Zeug auf den Körper schmieren und dabei mag ich gar keine Birne… ups. Wirklich, das war extremst lecker und brachte bei den sehr schwülen Temperaturen wirklich eine angenehme Abkühlung.

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

Sehr witzig, war unsere Begnung kurz nachdem wir Platz genommen hatten, eine Dreiergruppe ging an unserem Tisch vorbei und die letzte Dame hielt plötzlich an, guckte, stutzte, lachte und begrüßte uns. Strickerinnen erkennen sich nun mal immer wieder, selbst wenn sie sich zuletzt auf dem Wollfest vor 3 (!!) Jahren gesehen haben. Silke Ufer stand da plötzlich vor uns und wir haben natürlich ein Bloggerfoto mit mir und Frau Feinmotorik gemacht. (Ja, ich bin wirklich sehr klein…. schweigt still… )

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

Ich wollte den  a la carte Damen nicht ständig mit meinen Fotos auf den Geist gehen, daher habe ich nur den in hausgemachtem Curry gebeizten Lachs mit Kartoffelschaum und Bärlauchöl von der Maschenprobenuschi fotografiert, aber wenn ich es richtig mitbekommen habe, dann waren auch bei den Damen alle Gerichte wirklich sehr gut und stimmig.

Auch die vegetarische Menüfolge paßte sehr gut und hat den Ladies gut geschmeckt.

Der vierte König in Köln

Der vierte König in Köln

Die Weinauswahl ist erlesen und umfangreich, da ist für jeden Geschmack etwas dabei und preislich bewegte sich das alles durchaus im Rahmen. Ich selbst habe allerdings lediglich einen Cremant als Aperetif getrunken, da ich der Taxiservice für die Ladies war, ansonsten hab ich Johannisbeerschorle gehabt. Sehr lecker und fruchtig, hat für mich sehr gut zum Essen gepaßt.

Unsere Weintrinker, waren vom empfohlenen Wein so begeistert, dass aus einem Glas dann doch eine Flasche wurde und ich habe sehr oft gehört: „Der riecht so toll nach Apfel!“

Ich bin wirklich kein Weinkenner, weiß aber, was mir schmeckt und was nicht und bin daher immer auf eine gute Empfehlung angewiesen, die bekam man hier.

Schön auch, der schnörkellose Service, wir bekamen alles erklärt, es wurde zügig nachgeschenkt und es blieb wirklich kein Wunsch offen, dabei waren die Servicekräfte alle samt sehr humorvoll und brachte sich in unsere lustige Damenrunde gut ein.

Ich befürchtete, wir wären mit unserer guten Stimmung vielleicht ein wenig laut gewesen, aber das stelle zu keinem Zeitpunkt ein Problem dar. Allerdings ist der Lärmpegel im Lokal tatsächlich bei voller Besetzung grundsätzlich etwas hoch. Ich empfand das aber als durchaus noch im Rahmen.

Sehr freundlich fand ich auch den Chef. Jaspreet Dhaliwal drehte natürlich seine Abendrunde und verweilte auch an unserem Tisch. Ein sehr ruhiger und leiser Mann, der uns fast schon schüchtern fragte, ob alles in Ordnung sei und es gemundet habe und der auf unser Lob hin ein wenig verschämt lächelte und uns begeistert und mit leuchtenden Augen berichtete, dass er die Kräuter und Blümchen alle selbst gepflückt habe. Das war sehr angenehm und erfrischend anders, als die sehr präsenten und auffälligen Köche, die ich sonst aus diesen Situationen kenne.

Herr Dhaliwal, es war wirklich köstlich!

Fazit: Hingehen, das war wirklich ganz tolle außergewöhnliche und sehr gute Küche, mit Überraschungen und Kombinationen, die ich mir so nicht hätte vorstellen können, die aber durchaus sehr gut geschmeckt haben. Absolut lohnenswert! Danke für den wunderschönen Abend!

Die Karte wechselt übrigens immer am ersten Mittwoch des Monats!!

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7 Gedanken zu „Der vierte König 

  1. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 02.07.2017 | jetztkochtsieauchnoch

  2. Vielen lieben Dank!! Es freut uns sehr!! Bei der Vorspeise war es der Amla beer aus Indien als Pickel (eingelegt) und bei der Dessert war der Beer in Rotwein eingelegt.

  3. Ich habe Hunger!!!! Meine Güte sieht das alles lecker aus!! Und wenn nicht nur das Essen schmeckt sondern der ganze Abend richtig rund ist….mehr kann keiner erwarten. Dieses Lokal merke ich mir und werde meinen Göttergatten dorthin entführen. Danke für die tollen Bilder und den Bericht.

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