Die dicke Orange oder das Westchen für mich!

Schon vor einiger Zeit wollte ich mir ein Westchen stricken. Ich bin ja so eine alte Frierbacke und mir ist es immer kalt. Daher wollte ich ein wirklich warmes Westchen, um es über meinen Pulli ziehen zu können. Dazu sollte es farbenfroh und knallig sein.

Gefunden habe ich die Nordic Trail Weste von Elizabeth Smith. Die Tragefotos gefielen mir. Die anderen Projekte sahen auch ok aus. Also habe ich mir die Anleitung heruntergeladen und das passende Garn bei Lanade bestellt. Gestrickt habe ich aus der Malabrigo Chunky in der Farbe Rhodesian. Ein wirklich feuriges Orange. Das Garn ist wirklich sehr dick und flauschig, pillt allerdings deutlich weniger als erwartet und kratzt überhaupt nicht.

Ich habe mir die Anleitung angesehen, für mich entschieden dass Größe S passend sein müßte und direkt losgelegt. Ich habe das Originalgarn Malabrigo Chunky benutzt und da ich nicht ganz sicher war, wie viel ich brauchen würde, hatte ich 500 g besorgt. (viel zu viel, wie sich herausstellen sollte)

Gestrickt habe ich mit Nadeln in Größe 9 / 5,5 mm. Das fühlte sich für mich ein wenig wie Baumstammstricken an. So groß waren die. Mit den Nadeln wurde das Gestrick aber schön blickdicht und das Lacemuster im Rücken kam gut raus.

Nun ist es so, dass die Anleitung von unten nach oben gestrickt wird. Etwas, was ich generell nicht gerne tue und auch nie wieder tun werde, da man so nicht zwischendurch probieren kann, ob es schon paßt. Ich mag es, wenn ich mein Strickstück anprobieren kann. Wenn ich austesten kann, ob es sitzt und ich dann im weiteren Verlauf Anpassungen und Veränderungen vornehmen kann. Das geht bei Bottom-Up leider nur begrenzt, weil man eben meist zu spät merkt, dass etwas nicht paßt.

So auch hier. Ich habe mich zwar an die Anleitung gehalten und sogar hier und da kleiner gestrickt, als vorgegeben, trotzdem war das fertige Objekt einfach ein Monster. Dabei würde ich nicht mal sagen, dass das Westchen zu groß war, sondern es hing einfach sackig und irgendwie rund um mich herum und ich sah aus, als hätte man mich in eine überdimensionale Orange gesteckt. (Nein, davon gibt es keine Fotos!) Oder so als steckte ich in einem Riesenwollknäuel:

Während ich so vor der Schneiderpuppe stand und überlegte, wie ich aus dem Monster irgendwas Tragbares machen könnte, kam der Mr. Jetztkochtsie dazu und fragte, ob die Weste für ihn wäre und teilte direkt mit, dass er die nicht anziehen würde, weil sie im zu grell sei. Dazu muß man wissen, der Mann ist drei Köpfe größer als ich und wiegt doppelt so viel. Er hätte das Westchen aber locker tragen können, tatsächlich.

Nein, das Westchen war nicht für ihn und auch meiner Mutter wollte ich es nicht schenken, es sollte für mich sein, aber so war das wirklich nicht tragbar, da waren zwei riesige Beulen unter den Armen und es puschelte sich um mich herum und machte mich mal eben optisch 40 kg schwerer.

Ich gehöre sonst nicht zu den Leuten, die etwas aufribbeln, aber das ging gar nicht. Also den Faden gezogen und noch mal alles auf Anfang, vorher genau an der Puppe geguckt, wo Änderungen hin müssen. (Die Armlöcher mußten schmaler, die Taille enger und die Rückenpartie war viel zu breit, dazu warf das Jäckchen im Brustbereich Beulen, weil dort zu viel Garn war.) Auf dem Foto hier seht ihr die Gigantoweste kurz vorm Ribbeln.

Letztendlich habe ich an jeder Seite (!!) 8 Maschen also etwa. 4 cm pro Seite weniger gestrickt und zusätzliche Taillenabnahmen eingebaut. Außerdem habe ich die Fronten und den Rücken erheblich verkürzt, damit die Armlöcher nicht so riesig werden. Im weiteren Verlauf habe ich mich dann nochmal dazu entschieden, die Einfassung der Armlöcher wegzulassen, da mir diese nicht so gut gefallen hat.

Dank des dicken Garns, war ich dennoch recht zügig fertig und zu dem, mußte ich so ja deutlich weniger Stricken, als beim ersten Versuch.

Für Jäckchen Nummer eins, anleitungsgemäß gestrickt, habe ich 380 g verbraucht. Für Jäckchen Nummer zwei mit meinen Veränderungen und Anpassungen habe ich 281 g Garn verbraucht. Auch das neue Jäckchen sitzt leger und nicht zu eng. So wie ich es haben wollte. (Auf dem Foto hab ich es mit einem Shirt und einem leichten Pulli darunter an. )

Das zweite Jäcken sitzt prima. Es ist nicht zu weit und nicht zu eng, ich kann super einen Pulli darunter tragen und es bedeckt dennoch schön die Nieren. Vorne schließt es schön, bzw. überlappt leicht. Nachdem ich mir das alles nochmal angesehen und nachgemessen habe, komme ich zu dem Ergebnis, dass hier die ganze Anleitung wirklich eher für Frauen mit leichtem Bauch / viel Holz vor der Hütte geschrieben ist. Beides hab ich nicht. Letzteres leider… 🙂

Genau dort wölbte sich mein Jäckchen nämlich auch in Größe S erheblich. Und die Maße meines fertigen Jäckchens stimmten auch mit den Größenangaben der Anleitung überein. Wer also etwas kräftiger ist, ein bißchen Bauch hat oder mit einer deutlich größeren Oberweite, als der meinen gesegnet ist, der muß hier vermutlich keine Änderungen vornehmen. Für mich Zwergnase (158cm / 51 kg), war das aber eben nicht passend und auf dem Bild oben sieht man, dass es bei Jäckchen Nummer 2 deutlich schöner sitzt und fällt.

Danke des dicken Garns war ich nicht allzu gefrustet und hatte ja dennoch schnell ein Ergebnis, hätte ich das Teil mit Fingering gestrickt und mehr Zeit investiert, hätte ich nach dem Ribbeln nicht erneut angefangen. Da bin ich dann bockig.

Aus den Resten werde ich mir noch ein Stirnband und eventuell ein paar Fäustlinge stricken, vielleicht auch einfach einen Loop, mal sehen. Vorschläge gerne zu mir, mit so dickem Garn hab ich ja wenig Erfahrungen. Die Stirnbänder von Frau Feinmotorik wären aber passend. KLICK!

Ich hopse hiermit zu Auf den Nadeln bei Maschenfein, dem Memademittwoch und Mittwochsmagich bei Frälein Pfau.

Das Jäckchen war gestern schon mit Frau Feinmotorik und Frau Hoppenstedt beim Stricktreff in Köln bei Buttjebeyy. Es war famos bequem und ich mag es wirklich sehr! Vorallem auch, weil es so grandios zu meiner Müllers Tochter paßt. Das Tuch lag zufällig neben dem Westchen und beim Blick darauf war klar, das muß ich zusammen anziehen.

Natürlich hatte ich auch hier den passenden Stricklack auf den Nägeln.

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5 Gedanken zu „Die dicke Orange oder das Westchen für mich!

  1. Die Idee mit dem farblich passenden Nagellack finde ich ja sehr cool. Aber was nehme ich dann für meine Sultan-Meise? Jeden Finger anders? 🙂 Die Weste gefällt mir sehr gut, tolle knallige Farbe!

  2. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 07.05.2017 | jetztkochtsieauchnoch

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