Wer Muskeln will, muss richtig essen – Prof. Dr. Ingo Froböse

Ich bin ja Kochbuchfan und immer auch versucht dabei meinen Mann bei seinen sportlichen Ambitionen und seinem zugegeben häufig sehr strangen Ernährungsstil zu unterstützen. (Wenn ich ihn ließe, würde er sich von Frosta ernähren….)

Daher hatte mich bei Vorablesen vor einiger Zeit dieses Kochbuch hier, Strongfood, das Kochbuch, wer Muskeln will, muß richtig essen, trotz der furchtbaren Aufmachung und Farbe (Ehrlich sowas würde weder ich noch mein Mann kaufen, das Buch in Gelb ist einfach total häßlich und wenig reizvoll.) ziemlich angesprochen, so sehr, dass ich über die furchtbare Einbandgestaltung hinweg gesehen und die Leseprobe gelesen und eine Bewertung geschrieben hab. Dann hab ich freundlicherweise das Buch gewonnen und vor einigen Tagen trudelte es hier ein.

Die Aufmachung finde ich weiterhin ziemlich unschön und sowohl Bilder als auch Grafiken sind eindeutig auf den männlichen Leser ausgelegt. Klar schnörkellos und schreiend bunt. Wirklich nicht mein Ding, aber das ist Geschmackssache.

Interessant fand ich den mit dem Buch mitgelieferten Mengenrechner. Dort kann man sich anmelden und anhand der Kochbücher, die man besitzt die Rezepte und Mengen an mehrere Personen anpassen, bzw. Die Nährwerte errechnen. Das ist eine nette Spielerei und hat bei uns problemlos funktioniert.

Dr. Froböse ist mir als Rheinländerin bereits bekannt, er ist mit seinen nicht immer unumstrittenen Ansichten häufig hier in der Presse. Ich finde ihn ganz unterhaltsam und seine Ideen zu Sport und Ernährung meist gar nicht mal schlecht.

Das Buch an sich gliedert sich in zwei Teile.

Einmal der Theorie und Praxis teil und dann der Rezeptteil.

Theorie und Praxis bedeutet mehrere kurze Texte zu den Themen „Wofür wir Energie brauchen“, „Und wenn man Gewicht zulegen möchte?“, „Regeneration für Ausdauersportler“, „Nach dem Muskeltraining“ und vieles mehr, immer mit Bezug zu Ernährung und Sport. Mein Mann ist bei uns der Sportler, er hat sich das auch alles sehr aufmerksam durchgelesen, ich habe es eher überflogen. Ich bin Genußesser, ich möchte essen, was mir schmeckt und worauf ich Lust habe, dann wenn ich darauf Lust habe, dabei möchte ich mich nach keinem Plan richten. Mein Mann war vom Text aber sehr angetan, fand die Überlegungen und Ideen, spannend und fundiert, gut begründet und nachvollziehbar erklärt. Er sagt, er hat sich zwar schon vorher intensiv mit Ernährung auseinandergesetzt, konnte hier aber dennoch einiges mitnehmen. (Ich hab das für mich anders empfunden.)

Der Rezeptteil ist in 6 Kapitel unterteilt.

  1. Vor dem Training
  2. Nach dem Training
  3. Rekonaleszenzphase
  4. Schnelle Snacks für Zwischendurch
  5. Ernährung an trainingsfreien Tagen
  6. Essen im Restaurant.

Ich muß gestehen, vom Rezeptteil ein wenig enttäuscht zu sein. Zwar finden sich hier weit über 70 Rezepte, viele davon sind aber Brotaufstriche, Shakes oder Müsli / Salatvarianten. Einige sind ganz interessant und spannend, manche sind einfach die 100ste Version von altbekanntem. Die 4 Dinge, die wir bisher nachgekocht haben, waren allerdings immer lecker und schmackhaft.

Zum einen war das der Rote-Bete-Salat mit Apfel und Mais, eine wirklich leckere Kombination, die ich so nicht ausprobiert hätte.

Zum anderen das Bananenbrot mit Beerenquark und Kokos, ebenfalls lecker, wenn ich hier auch die 250 g Eiweisspulver ersetzt habe, ich möchte keine Nahrungsergänzung in meinem Essen haben.

Der fruchtige Garnelencocktail mit Thunfisch und die Spiegeleier im Mangold Frischkäse Nest waren ebenfalls lecker, auffällig ist allerdings, dass Froböse sehr oft auf Dosenartikel zurückgreift, so befanden sich im Garnelencocktail, Thunfsich aus der der Dose, Mandarinen aus der Dose und Ananas aus der Dose. Ganz ehrlich, das entspricht nicht meinen Ernährungsstandards. Ja, auch hier gibt es ab und an Dinge aus der Konservendose, aber wenn ich etwas frisch auftischen kann, dann tu ich das auch. Bei Ananas und Mandarinen ist das nicht so schwer und auch Thunfisch bekomme ich frisch an der Fischtheke. Auch im Rote Bete Salat waren vorgegarte Rote-Bete und Mais aus der Dose.

Wen das nicht stört, für den ist das Buch super und natürlich spart man so Zeit, ich fand es aber eben etwas irritierend.

Gänzlich irritiert war ich dann beim Cola-Shake. Kein Scheiß, hier wird Cocacola mit Frischkäse gemixt, ganz ehrlich, da war ich raus. Sowas kommt bei mir nicht in die Küche und das hat auch nichts, wirklich gar nichts mit gesunder und ausgewogener Ernährung zu tun.

Das Buch hinterläßt bei mir also einen etwas faden Beigeschmack und ist somit wohl tatsächlich eher für Single-Männer oder Menschen, denen Muskel und Masseaufbau gänzlich über alles geht, für mich sind frische Zutaten und schmackhaftes Essen wichtig, das kam hier deutlich zu kurz.

Schade, vermutlich bin ich aber wohl einfach nicht die richtige Zielgruppe. Mein Mann fand das weniger tragisch und ist vom Buch ganz angetan.

 

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Ein Gedanke zu „Wer Muskeln will, muss richtig essen – Prof. Dr. Ingo Froböse

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